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sh. behelligen, bequem, berappen, Bernstein betütern, Bickbeere, Bingelkraut, Bollwerk, Bottich, bräsig, Bräuigam, Brombeere, Brösel, Brosame, Butzemann, Butzenscheibe
sh. behelligen, bräsig, Bräuigam, Brombeere, Brösel, Brosame, Butzemann, Butzenscheibe
 
sh. drollig, Damhirsch, Dienstag, Duckdalbe, dunnemals,
 
sh. Eberesche, Eierschecke, Elfenbein, emsig, Engerling, entbehren, erwähnen
 
sh. Flederwisch, Firlefanz,
 
sh. garstig, Garaus, gebaren, gebären, Gebärde, gebühren, Geburt, gediegen, gedunsen, Gekröse, Gelichter, genesen, genug, begnügen, vergnügen
 
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= bräsig =
= Bingelkraut =
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{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Der Name ''Bingel'' geht vermutlich auf das althochdeutsche Wort ''bunge'' (= Knolle) zurück. Das ist ein Hinweis auf die knollenartige Wurzel der Pflanze.
|Das Wort kommt aus der niederdeutschen Sprache und bedeutete ursprünglich ''kräftig, wohlgenährt''.
 
|-
Der zweite Bestandteil ''Kraut'' bezeichnet allgemein eine krautige Pflanze.
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Das Wort ''bräsig'' galt lange Zeit als veraltet. Seit Ende des 20. Jahrhunderts wird es in Norddeutschland wieder verstärkt benutzt. Es drückt ein ''langweiliges, wenig flexibles'' und ''schwerfälliges'' Verhalten einer Person aus.
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| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|Das Wort ''Bingelkraut'' kommt fast ausschließlich im deutschen Sprachraum vor. Im Niederdeutschen heißt es ''Büngel'', in anderen Regionen auch ''Hundskohl'', ''Schuttbingel'' oder ''Wintergrün''. In den Niederlanden heißt diese Pflanze ''bingelkruid''.
|Vergleichbare Bedeutungen finden sich auch in norddeutschen Dialekten, z. B. mecklenburgisch ''brœsig'', westfälisch: ''bræsig.'' In den meisten Fremdwörterbüchern wird ''bräsig'' mit ''träge'' übersetzt, z. B. niederländisch: ''traag'', schwedisch ''trög'', norwegisch: ''treg'' oder dänisch ''træg''.
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|}
|}


==Hinweise zum Wort ''Bingelkraut''==
==Hinweise zum Wort ''bräsig''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|Bingelkräuter sind krautige Pflanzen, die häufig auf Äckern, in Gärten und an Wegrändern wachsen und von vielen Menschen als Unkraut betrachtet werden.
|schwerfällig, träge; begriffsstutzig, langweilig
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|'''Beispielsatz:'''
|''Vater rupft das Bingelkraut im Garten aus.''
|''Sie saßen stundenlang auf der Bank und starrten bräsig auf das Treiben im Park.''
 
''Die Kinder hockten den ganzen Nachmittag bräsig auf dem Sofa und starrten auf ihr Handy.''
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Substantiv, Neutrum
|'''Wortart:''' Adjektiv


'''Worttrennung:''' Bin·gel·kraut
'''Worttrennung:''' brä·sig


'''Aussprache:''' [ˈbɪŋəlˌkʁaʊt]
'''Aussprache:''' [ˈbrɛːzɪç]
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|}
|}
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==Wortformen==
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
<div style="font-size:1.2em">
Das Substantiv ''Bingelkraut'' ist sächlich.
Das Wort ''bräsig'' ist ein Adjektiv. Die Vergleichsformen werden regelmäßig gebildet.
</div>
</div>


{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
{|class="wikitable" style="width: 50%; vertical-align:top;font-size: 1.2em; margin:auto"
!style="width: 14%"|
!style="width: 20%"|
!style="width: 33%"|Singular
!style="width: 33%"|Plural
|-
|-
!style="text-align:left"|1. Fall
!style="width: 30%"|Positiv
!Nominativ
!style="width: 30%"|Komparativ
|das Bingelkraut
!style="width: 40%"|Superlativ
|die Bingelkräuter
|-
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
|bräsig
!Genitiv
|bräsiger
|des Bingelkrauts
|am bräsigsten
|der Bingelkräuter
|-
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
|}
!Dativ
 
|dem Bingelkraut
</br>
|den Bingelkräutern
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
!Akkusativ
|das Bingelkraut
|die Bingelkräuter
|-
|}
 
</br>
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{| style="width: 100%; text-align:center;"  
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
|[[Info - Bingelkraut | '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Bingelkraut''''' ]]
|[[Info - bräsig | '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''bräsig''''' ]]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
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=Info - Bingelkraut=
= Info - bräsig =
{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Bingelkraut|'''zurück zur Wortgeschichte ''Bingelkraut''''' ]]
|[[bräsig|'''zurück zur Wortgeschichte ''bräsig''''' ]]
|}
|}
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__TOC__
__TOC__


==Weiterführende Informationen zum Wort ''Bingelkraut''==
==Weiterführende Informationen zum Wort ''bräsig''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
| Das Bingelkraut gehört zur Pflanzengruppe der Wolfsmilchgewächse; ahd. ''bungo'', mhd. ''bunge'' = Knolle
|niederdeutsch ''bräsig'' = wohlgenährt, kräftig, in einigen Regionen (Berlin, Mecklenburg auch in der Bedeutung träge, schwerfällig, faul; vermutlich zu einem niederdeutschen Wortstamm ''brās/bras'' mit der Bedeutung „schwer, voll, massig“; Eigenschaften wie „wohlgenährt“ oder „kräftig“ wurden später negativ bewertet und mit „träge“ oder „schwerfällig“ verbunden; heute wird ''bräsig'' vor allem umgangssprachlich und regional (Norddeutschland) verwendet.
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|'''Wortbildungen:'''
|Waldbingelkraut
| norddeutsch: blusterbräsig = bauchig, dick, aufgeblasen, stuurbräsig = stur, hartnäckig
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|'''Ableitungen:'''
| -
|
|- style="vertical-align:top;"
|-
|'''Interessantes:'''
|'''Interessantes:'''
|Die frischen Blätter der Pflanze sind giftig. Getrocknet hingegen werden den Blättern heilende Wirkungen bei verschiedenen Krankheiten zugesprochen. Mehr zum ''Bingelkraut'' findest du auf verschiedenen Biologie-Seiten im Internet, so z. B.
|1978 bis 1980 lief im NDR bzw. ARD eine Fernsehserie nach einer Romanvorlage von [https://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Reuter Fritz Reuter] mit dem Namen [https://de.wikipedia.org/wiki/Onkel_Br%C3%A4sig Onkel Bräsig].
|-
|
|[https://botanikus.de/informatives/giftpflanzen/alle-giftpflanzen/bingelkraut Botanikus], [https://heilkraeuter.de/lexikon/bingelkraut.htm Heilkräuter.de], [https://www.digitalefolien.de/biologie/pflanzen/frueh/waldbi.html#fotos Mediendatenbank Biologie], [https://de.wikipedia.org/wiki/Bingelkr%C3%A4uter Wikipedia].
|-
|}
|}


==Unikales Morphem ?==
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''bingel'' kommt im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und auch in keinen anderen Wortbildungen sondern nur in Verbindung mit dem Grundwort ''Kraut'' vor.
| colspan="2" |Der Morphem ''bräs'' im Adjektiv ''bräsig'' kommt nicht isoliert vor. Hiervon gib es auch nur regional gebräuchliche Wortbildungen immer zusammen mit dem Suffix ''-ig''.
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem ''bing'' bzw. ''bingel'' kommt in dieser Bedeutung ist <span style="color:green">'''ein unikales Morphem'''</span>.
|Der Bestandteil ''bräs'' kann daher als <span style="color:green">'''unikales Morphem'''</span> betrachtet werden.
|-
|-
|}
|}
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==Belege/Quellen==
==Belege/Quellen==


[https://www.dwds.de/wb/Bingelkraut DWDS],
[https://www.dwds.de/wb/bräsig DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/bräsig Wiktionary], [https://www.duden.de/rechtschreibung/braesig Duden-online] (nicht werbefrei), [https://www.zdl.org/?q=bräsig ZDL]; [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] hier vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=B04963 Grimmm], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=B04446 MeckWb], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=WWB&lemid=B04790 WWb], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=WWB&lemid=B04765 WWb bras]. [https://deutsch-plattdeutsch.de/wordpress/ Plattdeutsch.de],
[https://de.wiktionary.org/wiki/Bingelkraut Wiktionary],
[https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (siehe hier  
[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=B02659 Adelung] mit einer veralteten Annahme zur Herkunft),
[https://www.zdl.org/?q=Bingelkraut ZDL],
[https://de.wikipedia.org/wiki/Bingelkr%C3%A4uter Wikipedia],
[https://www.duden.de/rechtschreibung/Bingelkraut Duden-online] (nicht werbefrei)


[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]


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{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Bingelkraut|'''zurück zur Wortgeschichte ''Bingelkraut''''' ]]
|[[bräsig|'''zurück zur Wortgeschichte ''bräsig''''' ]]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
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= Bickbeere =
 
=Bräutigam=
__TOC__
__TOC__


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{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Der erste Bestandteil ''Bick'' geht vermutlich auf das niederdeutsche Wort ''pik'' (= Pech) zurück. Damit wird auf die dunkle, fast schwarze Farbe der Beeren hingewiesen.
|Im frühen Mittelalter hieß der zukünftige Ehemann ''brūtigomo''. Im ersten Teil des Wortes ''brut'' kannst du unser heutiges Wort ''Braut'' wiederfinden. Der zweite Teil ist auf das althochdeutsche Wort für Mann = ''gomo'' zurückzuführen. Dieses Wort ist mit dem lateinischen Wort ''homo'' (= Mensch, Mann) verwandt.
|-
 
| rowspan="2" style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
Das alte Wort ''gome'' gibt es heute nicht mehr. Es wurde schon früh im deutschsprachigen Raum durch ''Mann'' ersetzt.
|Diese Beere wird je nach Region unterschiedlich benannt:
|-
|''Blaubeere, Heidelbeere, Heubeere (süddeutsch), Mollbeere, Moosbeere, Schwarzbeere, Staulbeere (Pfalz), Waldbeere, Wildbeere, Zeckbeere''
|-
|-
|}
|}
 
== Fremdsprachen ==
==Hinweise zum Wort ''Bickbeere''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|Heidelbeere, Schwarzbeere
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Im Herbst sammeln wir Bickbeeren.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Substantiv, feminin
'''Worttrennung:''' Bick·bee·re
'''Aussprache:''' [ˈbɪkˌbeːʁə]
|-
|-
|}
| rowspan="2" style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
 
|Das alte Wort ''brūtigomo'' findest du auch in anderen germanischen Sprachen wieder.
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
Das Substantiv ''Bickbeere'' ist feminin. Alle Fälle in der Einzahl (Singular) entsprechen dem Grundwort. In allen Fällen der Mehrzahl (Plural) wird an die Grundform ein ''e'' angehängt.
</div>
 
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
!style="width: 14%"|
!style="width: 20%"|
!style="width: 33%"|Singular
!style="width: 33%"|Plural
|-
|-
!style="text-align:left"|1. Fall
|
!Nominativ
{| class="wikitable" style="width: 75%; vertical-align:top;margin:auto;"
|die Bickbeere
! style="width: 22% " | Sprache
|die Bickbeeren
! style="width: 22% " | Wort
! style="width: 22% " | Aussprache
! style="width: 34% " | Quelle
|-
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
|Dänisch
!Genitiv
|brudgom
|der Bickbeere
|[ˈbʁuðˌkʌm]
|der Bickbeeren
|[https://ordnet.dk/ddo/ordbog?query=brudgom Den Danske Ordbog]
|-
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
|Isländisch
!Dativ
|brúðgumi
|der Bickbeere
|[ˈpruːðkʏmɪ]
|den Bickbeeren
|[https://islenskordabok.arnastofnun.is/ord/7042 Íslensk orðabók]
|-
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
|Englisch
!Akkusativ
|bridegroom
|die Bickbeere
|[ˈbɹaɪdɡɹuːm]
|die Bickbeeren
|[https://www.oxfordlearnersdictionaries.com/definition/english/bridegroom Oxford Learner’s]
|-
|-
|Niederländisch
|bruidegom
|[ˈbrœy̯dəɣɔm]
|[https://www.vandale.nl/gratis-woordenboek/nederlands/betekenis/bruidegom Van Dale]
|-
|Norwegisch
|brudgom
|[ˈbrʉːdɡʊm]
|[https://ordbokene.no/brudgom Bokmålsordboka]
|-
|Schwedisch
|brudgum
|[ˈbrʉːdɡɵm]
|[https://svenska.se/so/?id=11029 Svensk Ordbok]
|}
|}
 
|-
</br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Info - Bickbeere | '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Bickbeere''''' ]]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
----
=Info - Bickbeere=
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Bickbeere|'''zurück zur Wortgeschichte ''Bickbeere''''' ]]
|}
|}
----
__TOC__


==Weiterführende Informationen zum Wort ''Bickbeere''==
==Hinweise zum Wort ''Bräutigam''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| agr. πίσσα (pissa), lat. pix, 8. Jh. ahd. peh, mhd. pech, bech = Pech; niederdeutsch ''bikbēre'', ''pik'' = Pech; damit wird auf die dunkle, fast schwarze Farbe der Beeren hingewiesen.
|zukünftiger Ehemann
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|'''Beispielsatz:'''
|Bickbeerenstrauch, Bickbeerenpflanze
|''Die Braut und der Bräutigam gehen gemeinsam zum Altar.''
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|'''Wortinfo:'''
| -
|'''Wortart:''' Nomen: der Bräutigam
|- style="vertical-align:top;"
 
|'''Interessantes:'''
'''Worttrennung:''' Bräu-ti-gam
|Die ''Bickbeere'' ist eine regionale Bezeichnung für die bekannte ''Heidelbeere'' (''Vaccinium myrtillus''). Siehe hierzu die Beschreibung im [https://klexikon.zum.de/wiki/Heidelbeere Kinderlexion] und auf der Seite [https://essen-wissen.de/wissen/heidelbeere/ essen-wissen.de].
 
'''Aussprache:''' [ˈbʁɔʏ̯tɪɡaːm]
|-
|-
|}
|}


==Unikales Morphem ?==
==Wortformen==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
<div style="font-size:1.2em">
| colspan="2" |Das Wort ''Bickbeere'' besteht aus den Bestandteilen ''Bick'' und ''Beere''. Das Morphem ''bick'' kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert und auch in keiner weiteren Wortbildung vor.
Das Grundwort ''Bräutigam'' bezeichnet einen Mann kurz vor oder während der Hochzeit. 
In der Mehrzahl (Plural) wird an das Grundwort ein ''e'' angehängt. Für den Dativ sind im Singular zwei Varianten möglich. Im Plural wird ''en'' ergänzt
</div>
 
{| class="wikitable" style="width: 65%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
!style="width: 14%"|
!style="width: 20%"|
!style="width: 41%"|Singular
!style="width: 25%"|Plural
|-
!style="text-align:left"|1. Fall
!Nominativ
|der Bräutigam
|die Bräutigam'''<u>e</u>'''
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
!style="text-align:left"|2. Fall
|Das Morphem ''bick'' muss daher <span style="color:green">'''als unikales Morphem'''</span> betrachtet werden.
!Genitiv
|des Bräutigam'''<u>s</u>'''
|der Bräutigam'''<u>e</u>'''
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
!Dativ
|dem Bräutigam, dem Bräutigam'''<u>e</u>'''
|den Bräutigam'''<u>en</u>'''
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
!Akkusativ
|den Bräutigam
|die Bräutigam'''<u>e</u>'''
|-
|-
|}
|}


[[#top | Seitenanfang]]<br>
</br>
 
==Belege/Quellen==
 
[https://www.dwds.de/wb/Bickbeere DWDS] 
[https://de.wiktionary.org/wiki/Heidelbeere Wiktionary] 
[https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier vor allem 
[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=B02440 Adelung]) 
[https://www.zdl.org/?q=Bickbeere ZDL] 
[https://de.wikipedia.org/wiki/Heidelbeere Wikipedia] 
[https://www.duden.de/rechtschreibung/Bickbeere Duden-online]
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
<br>
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
|[[Bickbeere|'''zurück zur Wortgeschichte ''Bickbeere''''' ]]
|[[Info - Bräutigam| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Bräutigam''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
Zeile 274: Zeile 249:


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----
= Bollwerk =
__TOC__


==Wortherkunft==
=Info - Bräutigam=
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|[[Bräutigam|'''zurück zur Wortgeschichte ''Bräutigam''''']]
|Das Wort wurde zum Ende des Mittelalters aus der niederdeutschen Sprache übernommen. Es ist eine Zusammensetzung aus ''Bohle'' und ''Werk''.
|}
----
__TOC__


Als ''bole'' bzw. ''bolle'' bezeichnete man früher ein dickes Holzbrett bzw. einen Baumstamm. Hieraus entwickelte sich später das Wort ''Bohle'' (= sehr starkes Brett).
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Bräutigam''==
 
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
Das ''Bollwerk'' war also ursprünglich ein Schutzbau aus Holzbohlen.
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|-
|
|
|Zunächst bezeichnete man so ein mit Erde und Holzstämmen befestigtes Ufer. Später wurde der Begriff auch im militärischen Sinne für eine Befestigungsanlage verwendet.
*'''Braut:''' germ. *brudi–, ahd. mhd. brūt
*'''Mann/-gam:''' ie. *dhghem = Erde, germ. *guman-, ahd. gomo, mhd. gome; verwandt mit lat. homo
*'''Bräutigam:''' germ. *brūdigumōn, ahd. brūtigomo, mhd. bruitegume
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|[https://www.dwds.de/wb/Jubelbr%C3%A4utigam Jubelbräutigam], [https://www.dwds.de/wb/Seelenbr%C3%A4utigam Seelenbräutigam], [https://www.dwds.de/wb/Silberbr%C3%A4utigam Silberbräutigam]; veraltet: [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Campe&lemid=B07472 Bräutigamsabend], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Campe&lemid=B07473 Bräutigamsgabe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Campe&lemid=B07474 Bräutigamsliebe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Campe&lemid=B07475 Bräutigamsprobe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Campe&lemid=B07476 Bräutigamsthaler],
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
| -
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|Wenn du mehr über die Heirat erfahren möchtest, wie die Hochzeitszeremonie in den verschiedenen Religionen abläuft? Viele Antworten auf diese Fragen findest du auf der Internetseite [https://www.religionen-entdecken.de/suche?qtype=frage&suche=Heirat&religion=All Religionen entdecken].
|-
|-
|
|}
|Heute wird das Wort auch im übertragenen Sinn gebraucht, etwa als ''Bollwerk gegen den Krieg'' oder ''ein Bollwerk des Friedens''.
 
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''bräut'' ist eine Umlautableitung von ''Braut'' (Allomorphie). Das Morphem ''braut'' kommt isoliert und in vielen Wortbildungen vor.
|-
|-
| rowspan="2" style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|Das mittelhochdeutsche Wort ''bollwerc'' findet sich auch in nordgermanischen Sprachen.
|Das Morphem ''bräut/braut'' ist daher<span style="color:red"> '''kein unikales Morphem'''</span>.
|-
|-
|
| colspan="2" |Das Morphem ''gam'' kommt im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert vor. In Wortbildungen kommt das Wort nur gemeinsam mit dem Erstglied ''bräut'' vor.
{| class="wikitable" style="width: 50%; vertical-align:top;margin:auto"
! style="width: 34% " |Sprache
! style="width: 33% " | Bollwerk
! style="width: 33% " |Aussprache
|-
|-
!Deutsch
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Bollwerk
|Das Morphem ''gam'' ist daher<span style="color:green"> '''ein unikales Morphem'''</span>.
|[ˈbɔlˌvɛʁk]
|-
!Dänisch
|bolværk
|[ˈpʌlˌvɛɐ̯ˀk]
|-
!Englisch
|bulwark
|[ˈbʊlwɜːk] (UK) / [ˈbʊlwɝːk] (US)
|-
!Niederländisch
|bolwerk
|[ˈbɔlʋɛrk]
|-
!Norwegisch
|bolverk
|[ˈbuːlværk]
|-
!Schwedisch
|bålverk
|[ˈboːlværk]
|-
|}
|-
|-
|}
|}


==Hinweise zum Wort ''Bollwerk''==
[[#top | Seitenanfang]]<br>
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|a) Festung, Bauwerk zum Schutz gegen Feinde


b) Schutzbarriere, Landeplatz im Hafen
==Belege/Quellen==


c) übertragen: Einrichtung oder Maßnahme zum Schutz
[https://www.dwds.de/wb/Br%C3%A4utigam DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Br%C3%A4utigam Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=B03902 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=B05140 Grimm-2], [https://woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=B04345 Goethe]; für Regiolekte: [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B06970 Rheinisches WB], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=B04957 Mecklenburgisches WB], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=PfWB&lemid=B05781 Pfälzisches WB], [https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/rsrec/sn/shwb/entry/Br%C3%A4utigam Südhessisches WB]; veraltete Wörter: [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Campe&lemid=B07471 Campe] ), [https://www.zdl.org/?q=Br%C3%A4utigam ZDL]
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''a) Die Fundamente des mittelalterlichen Bollwerks sind noch immer gut zu erkennen.''


''b) Die Holzpfosten vor der Hafeneinfahrt sind ein guter Schutz bei stürmischer See.''
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]


''c) Die große Demonstration war wie ein Bollwerk gegen die aufkeimende Ausländerfeindlichkeit.''
<br>
|- style="vertical-align:top;"
----
|'''Wortinfo:'''
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|'''Wortart:''' Substantiv, Neutrum
|[[Bräutigam|'''zurück zur Wortgeschichte ''Bräutigam''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__


'''Worttrennung:''' Boll·werk
----
= Brombeere =
__TOC__


'''Aussprache:''' [ˈbɔlˌvɛʁk]
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Die ''Brombeere'' hieß im Mittelalter ''brāmberi''. Im ersten Teil des Wortes steckt das althochdeutsche Wort ''brāmo''. Das bedeutete „Dornenstrauch“. Der zweite Teil des Wortes (''beri'') ist die Beere. Die ''brāmberi'' ist demnach die ''Beere'', die an einem ''Dornenstrauch'' wächst.
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Die ''Brombeere'' ist keine richtige Beere. In der Biologie gehört diese Frucht zur Gruppe der ''Steinfrüchte''. Wenn du genau wissen willst, warum das so ist, dann findest du im [https://klexikon.zum.de/wiki/Brombeere Kinderlexikon] eine verständliche Beschreibung.
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|Das Wort ist auch in anderen germanischen Sprachen verbreitet, z. B. englisch ''bramble'' (Dornenstrauch) und niederländisch ''braam''.
|-
|}
 
==Hinweise zum Wort ''Brombeere''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|Brombeeren sind blau-schwarze Früchte, die an einem stacheligen Strauch wachsen.
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Ich esse gerne Brombeeren mit Sahne.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Substantiv, Femininum
 
'''Worttrennung:''' Brom·bee·re
 
'''Aussprache:''' [ˈbʁɔmˌbeːʁə]
|-
|-
|}
|}
Zeile 356: Zeile 342:
==Wortformen==
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
<div style="font-size:1.2em">
Das Substantiv ''Bollwerk'' ist sächlich.
Das Substantiv ''Brombeere'' ist weiblich. Alle Wortformen in der Einzahl entsprechen dem Grundwort. Alle Pluralformen haben als Zusatz am Ende den Buchstaben ''n''.
</div>
</div>


Zeile 367: Zeile 353:
!style="text-align:left"|1. Fall
!style="text-align:left"|1. Fall
!Nominativ
!Nominativ
|das Bollwerk
|die Brombeere
|die Bollwerke
|die Brombeere'''<u>n</u>'''
|-
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
!style="text-align:left"|2. Fall
!Genitiv
!Genitiv
|des Bollwerks
|der Brombeere
|der Bollwerke
|der Brombeere'''<u>n</u>'''
|-
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
!style="text-align:left"|3. Fall
!Dativ
!Dativ
|dem Bollwerk
|der Brombeere
|den Bollwerken
|den Brombeere'''<u>n</u>'''
|-
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
!style="text-align:left"|4. Fall
!Akkusativ
!Akkusativ
|das Bollwerk
|die Brombeere
|die Bollwerke
|die Brombeere'''<u>n</u>'''
|-
|-
|}
|}
Zeile 390: Zeile 376:
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{| style="width: 100%; text-align:center;"  
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
|[[Info - Bollwerk | '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Bollwerk''''' ]]
|'''weitere Beeren und Früchte auf [[Hauptseite|rechtschreibwiki.de]]: ''[[Himbeere]], [[Moltebeere]]'''''
[[Info - Brombeere |'''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Brombeere''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
Zeile 396: Zeile 383:


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----
= Info - Bollwerk =
= Info - Brombeere =
{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Bollwerk|'''zurück zur Wortgeschichte ''Bollwerk''''' ]]
|[[Brombeere|'''zurück zur Wortgeschichte ''Brombeere''''' ]]
|}
|}
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----
__TOC__
__TOC__


==Weiterführende Informationen zum Wort ''Bollwerk''==
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Brombeere''==
 
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|13. Jh. mhd. bollwerc, 14. Jh. mnd. bolwerk
|
:ie. *bhrem-, *bhrom- = borstig, Dorn → ahd. ''brāmo'', ''brāma'' → mhd. ''brāme'' = Dornenstrauch 
:ie. *bhā-, *bhō- = glänzen → ahd. ''beri'' → nhd. ''Beere'' 
:10. Jh. ahd. ''brāmberi'', mhd. ''brāmber''
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|'''Wortbildungen:'''
|[https://www.dwds.de/wb/Abwehrbollwerk Abwehrbollwerk],
|sh. Wörterliste
[https://www.dwds.de/wb/Felsbollwerk Felsbollwerk], 
[https://www.dwds.de/wb/Felsenbollwerk Felsenbollwerk],
[https://www.dwds.de/wb/Festungsbollwerk Festungsbollwerk],
[https://www.dwds.de/wb/Grenzbollwerk Grenzbollwerk],
[https://www.dwds.de/wb/Inselbollwerk Inselbollwerk]
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|'''Ableitungen:'''
| -
|
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|'''Interessantes:'''
|Das Wort ''Bollwerk'' gehört ursprünglich zur Sprache des Festungsbaus. Es bezeichnete eine starke Befestigungsanlage aus Erde, Holz oder Stein zum Schutz gegen Angriffe.  
|Die [https://de.wikipedia.org/wiki/Brombeere_(Frucht) ''Brombeere''] ist keine echte Beere, sondern – wie die [https://de.wikipedia.org/wiki/Himbeere ''Himbeere''], die [https://de.wikipedia.org/wiki/Kratzbeere Kratzbeere] und die [https://de.wikipedia.org/wiki/Moltebeere ''Moltebeere''] – eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Sammelsteinfrucht Sammelsteinfrucht].


Heute wird das Wort häufig auch im übertragenen Sinn verwendet, etwa in Wendungen wie ''Bollwerk gegen den Extremismus'', ''Bollwerk der Demokratie'' oder ''Bollwerk des Friedens''. Damit ist eine starke Schutzfunktion gegen eine Bedrohung gemeint.
Viele Bilder zur Brombeere findest du z. B. auf [https://www.grundschulmaterial.de/medien/p/1/?q=brombeere grundschulmaterial.de]. Dort sind auch Unterrichtsmaterialien, Bilder und Arbeitsblätter von Beeren und Früchten
|}
|}
==Fremdsprachen==
 
Das niederdeutsche bzw. niederländische Wort wurde in mehreren Fremdsprachen übernommen. Hier einige Beispiele:
==Wörterliste==
{| class="wikitable sortable  mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto"
{| class="wikitable" style="width: 100%; margin:auto"
|+ Ableitungen vom ndd. ''bolwerc'' bzw. nl. ''bolwerk'' in andere Sprachen
|+Wortbildungen mit ''Brombeere'' als Erstglied (Bestimmungswort)
! Sprache
! style="width: 10%;" |Pflanze und Pflanzenteile
! Bollwerk
! Aussprache
! Quelle
|-
|-
!Deutsch
|[https://www.dwds.de/wb/Brombeerblatt Brombeerblatt], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerbusch Brombeerbusch], [https://www.dwds.de/wb/Brombeergerank Brombeergerank], [https://www.dwds.de/wb/Brombeergesträuch Brombeergesträuch], [https://www.dwds.de/wb/Brombeergestrüpp Brombeergestrüpp], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerhecke Brombeerhecke], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerpflanze Brombeerpflanze], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerranke Brombeerranke], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerstrauch Brombeerstrauch]
|Bollwerk
|[ˈbɔlˌvɛʁk]
|[https://de.wiktionary.org/wiki/Bollwerk Quelle]
|-
|-
!Dänisch
!Tiere (leben an/mit der Pflanze)
|bolværk
|[ˈpʌlˌvɛɐ̯ˀk]
|[https://ordnet.dk/ddo/ordbog?query=bolv%C3%A6rk Quelle]
|-
|-
!Englisch
|[https://www.dwds.de/wb/Brombeergallmilbe Brombeergallmilbe], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerperlmuttfalter Brombeerperlmuttfalter], [https://www.dwds.de/wb/Brombeer-Perlmuttfalter Brombeer-Perlmuttfalter], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerspinner Brombeerspinner], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerzipfelfalter Brombeerzipfelfalter], [https://www.dwds.de/wb/Brombeer-Zipfelfalter Brombeer-Zipfelfalter]
|bulwark
|[ˈbʊlwɜːk] (UK) / [ˈbʊlwɝːk] (US)
|[https://www.oed.com/dictionary/bulwark_n Quelley]
|-
|-
!Niederländisch
!Lebensmittel und Produkte aus der Frucht
|bolwerk
|[ˈbɔlʋɛrk]
|[https://www.vandale.nl/gratis-woordenboek/nederlands/betekenis/bolwerk Quelle]
|-
|-
!Norwegisch
|[https://www.dwds.de/wb/Brombeercreme Brombeercreme], [https://www.dwds.de/wb/Brombeereis Brombeereis], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerfruchtsaft Brombeerfruchtsaft], [https://www.dwds.de/wb/Brombeergelee Brombeergelee], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerkompott Brombeerkompott], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerkonfitüre Brombeerkonfitüre], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerkuchen Brombeerkuchen], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerlikör Brombeerlikör], [https://www.dwds.de/wb/Brombeermarmelade Brombeermarmelade], [https://www.dwds.de/wb/Brombeermilch Brombeermilch], [https://www.dwds.de/wb/Brombeersaft Brombeersaft], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerscherbett Brombeerscherbett], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerschnee Brombeerschnee], [https://www.dwds.de/wb/Brombeersirup Brombeersirup], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerwein Brombeerwein]
|bolverk
|[ˈbuːlværk]
|[https://ordbokene.no/bm,nn/search?q=bolverk Quelle]
|-
|-
!Schwedisch
!sonstiges (Eigenschaften, übertragene Bedeutung)
|bålverk
|[ˈboːlværk]
|[https://svenska.se/saob/?id=B_4533-0215.1 Quelle]
|-
|-
!Französisch
|[https://www.dwds.de/wb/Brombeeraroma Brombeeraroma], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerton Brombeerton], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerkoalition Brombeerkoalition]
|boulevard
|[buləvaʁ]
|[https://www.cnrtl.fr/definition/boulevard Quelle]
|-
!Spanisch
|baluarte
|[baluˈaɾte]
|[https://dle.rae.es/baluarte Quelle]
|-
!Italienisch
|baluardo
|[baluˈardo]
|[https://www.treccani.it/vocabolario/baluardo/ Quelle]
|-
!Portugiesisch
|baluarte
|[baluˈaɾtɨ]
|[https://dicionario.priberam.org/baluarte Quelle]
|-
!Polnisch
|bulwar
|[ˈbulvar]
|[https://sjp.pwn.pl/slowniki/bulwar.html Quelle]
|-
!Russisch
|бульвар (bulvar)
|[bʊlʲˈvar]
|[https://gramota.ru/slovari/dic/?word=%D0%B1%D1%83%D0%BB%D1%8C%D0%B2%D0%B0%D1%80 Quelle]
|-
|-
|}
|}
==Unikales Morphem ?==
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Obwohl eine historische Verbindung zu ''Bohle'' besteht, tritt das Morphem ''boll'' heute nicht mehr als eigenständiges Wort auf. Das Morphem ''boll'' kommt im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und auch in keinen anderen Wortbildungen sondern nur in Verbindung mit dem Grundwort ''werk'' vor.
| colspan="2" |Das Morphem ''brom'' (aus ahd. ''brāmo'' = Dornenstrauch) kommt nicht isoliert und in Wortbildungen nur zusammen mit dem Letztglied Beere (Brombeere).
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem ''boll'' in der Wortbildung ''Bollwerk'' wird daher <span style="color:green"> '''als unikales Morphem'''</span> betrachtet.
|Das Morphem ''brom'' muss daher als <span style="color:green">'''unikales Morphem'''</span> betrachtet werden.
|-
|-
|}
|}
Zeile 509: Zeile 443:
==Belege/Quellen==
==Belege/Quellen==


[https://www.dwds.de/wb/Bollwerk DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Bollwerk Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=B03524 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=B04528 Grimm-2], [https://woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=B04027 Goethe];), [https://www.zdl.org/?q=Bollwerk ZDL]; [https://de.wikipedia.org/wiki/Bollwerk Wikipedia], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Bollwerk Duden-online] (nicht werbefrei)
[https://www.dwds.de/wb/Brombeere DWDS]
[https://de.wiktionary.org/wiki/Brombeere Wiktionary]
[https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier vor allem
[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=B20605 Grimm-Wörterbuch])
[https://www.zdl.org/?q=Brombeere ZDL]
[https://de.wikipedia.org/wiki/Brombeere Wikipedia]
[https://www.duden.de/rechtschreibung/Brombeere Duden-online] (nicht werbefrei)


[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
Zeile 516: Zeile 456:
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Bollwerk|'''zurück zur Wortgeschichte ''Bollwerk''''' ]]
|[[Brombeere|'''zurück zur Wortgeschichte ''Brombeere''''' ]]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
__INDEX__
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----
= Bottich =
= Brösel =
__TOC__
__TOC__


Zeile 527: Zeile 468:
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Das Wort geht vermutlich auf mittellateinisch ''butica'' („Gefäß, Fass“) oder auf lateinisch ''apothēca'' („Aufbewahrungsort, Lagerraum“) zurück. Im Mittelalter entwickelte sich daraus die Form ''boteche'', aus der schließlich das heutige Wort ''Bottich'' entstand.
|Das Wort geht auf das althochdeutsche ''brōs(a)ma'' zurück und gehört zur gleichen Wortfamilie wie ''Brosame''. Es bezeichnet ursprünglich etwas „Zerkrümeltes“ oder „Zerriebenes“.
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|''Brösel'' wird vor allem umgangssprachlich verwendet und bezeichnet kleine Stückchen von Brot, Kuchen oder anderen trockenen Lebensmitteln. Häufig wird auch das Verb ''bröseln'' verwendet.
|-
|-
|}
|}


==Hinweise zum Wort ''Bottich''==
==Hinweise zum Wort ''Brösel''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|Fass, größerer Behälter (meist aus Holz oder Kunststoff)
|kleines, trockenes Stückchen von Brot, Kuchen oder Gebäck; Krümel
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|'''Beispielsatz:'''
|''Wir sammeln Regenwasser in einem großen Bottich.''
|''Auf dem Tisch lagen noch einige Brösel vom Kuchen.''
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Substantiv, Maskulinum
|'''Wortart:''' Substantiv, Maskulinum


'''Worttrennung:''' Bot·tich
'''Worttrennung:''' Brö·sel


'''Aussprache:''' [ˈbɔtɪç]
'''Aussprache:''' [ˈbrøːzl̩]
|-
|-
|}
|}
Zeile 550: Zeile 494:
==Wortformen==
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
<div style="font-size:1.2em">
Das Substantiv [https://www.dwds.de/wb/Bottich ''Bottich''] ist männlich.
Das Substantiv ''Brösel'' ist männlich und wird häufig im Plural verwendet.
</div>
</div>


Zeile 561: Zeile 505:
!style="text-align:left"|1. Fall
!style="text-align:left"|1. Fall
!Nominativ
!Nominativ
|der Bottich
|der Brösel
|die Bottich'''<u>e</u>'''
|die Brösel
|-
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
!style="text-align:left"|2. Fall
!Genitiv
!Genitiv
|des Bottich'''<u>s</u>'''
|des Brösels
|der Bottich'''<u>e</u>'''
|der Brösel
|-
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
!style="text-align:left"|3. Fall
!Dativ
!Dativ
|dem Bottich
|dem Brösel
|den Bottich'''<u>en</u>'''
|den Bröseln
|-
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
!style="text-align:left"|4. Fall
!Akkusativ
!Akkusativ
|den Bottich
|den Brösel
|die Bottich'''<u>e</u>'''
|die Brösel
|-
|-
|}
|}
Zeile 584: Zeile 528:
----
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
|[[Info - Bottich | '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Bottich''''' ]]
|[[Brosame | '''weitere Informationen findest du beim Stichwort ''Brosame''''' ]]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
Zeile 590: Zeile 534:


----
----
= Info - Bottich =
= Brosame =
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Bottich|'''zurück zur Wortgeschichte ''Bottich''''' ]]
|}
----
__TOC__
__TOC__


==Weiterführende Informationen zum Wort ''Bottich''==
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Die Herkunft des Wortes ist nicht eindeutig geklärt:
|Ursprünglich bedeutete das althochdeutsche Wort ''brōsme'' „das Zerriebene, das Zerkrümelte“.


# griech. ''apothḗkē'' (ἀποθήκη) → lat. ''apothēca'' = Aufbewahrungsort, Lagerraum (vgl. ''Apotheke'')
Das Wort hat geschichtlich nichts mit dem Wort ''Brot'' zu tun, auch wenn später die Bedeutung auf zerbröckeltes Brot eingeengt wurde.
# mlat. ''butica'' = Gefäß, Behälter → ahd. ''botega'' → mhd. ''boteche''
 
Aus diesen Formen entwickelte sich im Neuhochdeutschen das Wort ''Bottich''.
|-
|-
|
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|[https://www.dwds.de/wb/B%C3%B6ttcher Böttcher], [https://www.dwds.de/wb/B%C3%BCtte Bütte]: <abbr>mnd.</abbr> bȫde, bōde (= [https://www.dwds.de/wb/B%C3%BCtte#etymwb-1 Bütte]) → 13. Jh. <abbr>mnd.</abbr> bȫdeker, 15. Jh. <abbr>frühnhd.</abbr> (<abbr>md.</abbr>) botticher, büttiger; kein etymologischer Zusammenhang zu [https://www.dwds.de/wb/Bottich Bottich]
|Heute wird das Wort fast nur noch im Plural ''Brosamen'' verwendet. Es kommt häufig in festen Wendungen vor, z. B. ''die Brosamen aufsammeln'' oder ''mit Brosamen abgespeist werden''.
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
| -
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|Das Wort ''Bottich'' gehört zu einer Gruppe von Wörtern, die ursprünglich einen Aufbewahrungsort oder Behälter bezeichneten. Dazu gehört auch das Wort ''Apotheke'', das ursprünglich „Lagerraum“ bedeutete.
 
Heute bezeichnet ''Bottich'' meist einen großen offenen Behälter, häufig aus Holz oder Kunststoff.
|}
 
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''bott'' im Wort Bottich kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert und in keiner weiteren Wortbildung vor.
Einen etymologischen Zusammenhang zum Wort [https://www.dwds.de/wb/B%C3%B6ttcher#etymwb-1 ''Böttcher''] gibt es nicht.
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Der Wortbestandteil ''bott'' kann daher als <span style="color:green">'''unikales Morphem'''</span> betrachtet werden.
|-
|-
|}
|}


[[#top | Seitenanfang]]<br>
==Hinweise zum Wort ''Brosame''==
 
==Belege/Quellen==
 
[https://www.dwds.de/wb/Bottich DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Bottich Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=B03634 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=B08745 Grimm-Wörterbuch]), [https://www.zdl.org/?q=Bottich ZDL], [https://de.wikipedia.org/wiki/Bottich Wikipedia], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Bottich Duden-online] (nicht werbefrei)
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
<br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Bottich|'''zurück zur Wortgeschichte ''Bottich''''' ]]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
----
= bräsig =
__TOC__
 
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|Das Wort kommt aus der niederdeutschen Sprache und bedeutete ursprünglich ''kräftig, wohlgenährt''.
|winziges Stück von zerbröckeltem Brot oder Gebäck; Krümel
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Das Wort ''bräsig'' galt lange Zeit als veraltet. Seit Ende des 20. Jahrhunderts wird es in Norddeutschland wieder verstärkt benutzt. Es drückt ein ''langweiliges, wenig flexibles'' und ''schwerfälliges'' Verhalten einer Person aus.
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|Vergleichbare Bedeutungen finden sich auch in norddeutschen Dialekten, z. B. mecklenburgisch ''brœsig'', westfälisch: ''bræsig.'' In den meisten Wörterbüchern wird ''bräsig'' mit ''träge'' übersetzt, z. B. niederländisch: ''traag'', schwedisch ''trög'', norwegisch: ''treg'' oder dänisch ''træg''.
|-
|}


==Hinweise zum Wort ''bräsig''==
Das Wort wird meist im Plural (''Brosamen'') und oft im übertragenen Sinn gebraucht.
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|schwerfällig, träge; begriffsstutzig, langweilig
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|'''Beispielsatz:'''
|''Sie saßen stundenlang auf der Bank und starrten bräsig auf das Treiben im Park.''
|''Für mich bleiben nur die Brosamen übrig.''
 
''Die Kinder hockten den ganzen Nachmittag bräsig auf dem Sofa und starrten auf ihr Handy.''
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Adjektiv
|'''Wortart:''' Substantiv, Maskulinum


'''Worttrennung:''' brä·sig
'''Worttrennung:''' Bro·sa·me


'''Aussprache:''' [ˈbrɛːzɪç]
'''Aussprache:''' [ˈbroːzamə]
|-
|-
|}
|}
Zeile 686: Zeile 570:
==Wortformen==
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
<div style="font-size:1.2em">
Das Wort ''bräsig'' ist ein Adjektiv. Die Vergleichsformen werden regelmäßig gebildet.
Das Substantiv ''Brosame'' ist männlich und wird meist im Plural verwendet.
</div>
</div>


{|class="wikitable" style="width: 50%; vertical-align:top;font-size: 1.2em; margin:auto"
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
!style="width: 14%"|
!style="width: 20%"|
!style="width: 33%"|Singular
!style="width: 33%"|Plural
|-
!style="text-align:left"|1. Fall
!Nominativ
|der Brosame
|die Brosamen
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
!Genitiv
|des Brosamens
|der Brosamen
|-
|-
!style="width: 30%"|Positiv
!style="text-align:left"|3. Fall
!style="width: 30%"|Komparativ
!Dativ
!style="width: 40%"|Superlativ
|dem Brosamen
|den Brosamen
|-
|-
|bräsig
!style="text-align:left"|4. Fall
|bräsiger
!Akkusativ
|am bräsigsten
|den Brosamen
|die Brosamen
|-
|-
|}
|}
Zeile 703: Zeile 603:
</br>
</br>
----
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Brösel|'''zur Wortgeschichte ''Brösel''''' ]]
|}
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
|[[Info - bräsig | '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''bräsig''''' ]]
|[[Info - Brosame | '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Brosame''''' ]]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
__INDEX__
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----
= Info - Brosame =
= Info - bräsig =
{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[bräsig|'''zurück zur Wortgeschichte ''bräsig''''' ]]
|[[Brosame|'''zurück zur Wortgeschichte ''Brosame''''' ]]
|}
|}
----
----
__TOC__
__TOC__


==Weiterführende Informationen zum Wort ''bräsig''==
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Brosame''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|niederdeutsch ''bräsig'' = wohlgenährt, kräftig; vermutlich zu einem niederdeutschen Wortstamm ''brās/bras'' mit der Bedeutung „schwer, voll, massig“. Eigenschaften wie „wohlgenährt“ oder „kräftig“ wurden später negativ bewertet und mit „träge“ oder „schwerfällig“ verbunden Eigenschaften wie „wohlgenährt“ oder „kräftig“ wurden später negativ bewertet und mit „träge“ oder „schwerfällig“ verbunden. Heute wird ''bräsig'' vor allem umgangssprachlich und regional (Norddeutschland) verwendet. Heute wird ''bräsig'' vor allem umgangssprachlich und regional (Norddeutschland) verwendet.
|ie. *bhrē̌us- = zerbrechen, zerschlagen, zerkrümeln → 8. Jh. ahd. ''brōs(a)ma'' → mhd. ''brosem(e)'', ''brosme'' → nhd. ''Brosame''
 
16. Jh. Verkürzung von spätmhd. brosemlīn, frühnhd. bröslein → nhd. ''Brösel''
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|'''Wortbildungen:'''
|
| [https://www.dwds.de/wb/Brosame '''Bosame'''] -
[https://www.dwds.de/wb/Br%C3%B6sel '''Brösel''']: [https://www.dwds.de/wb/br%C3%B6selig bröselig], [https://www.dwds.de/wb/Brotbr%C3%B6sel Brotbrösel], [https://www.dwds.de/wb/Kuchenbr%C3%B6sel Kuchenbrösel], [https://www.dwds.de/wb/Semmelbr%C3%B6sel Semmelbrösel], [https://www.dwds.de/wb/Speckbr%C3%B6sel Speckbrösel], [https://www.dwds.de/wb/Tabakbr%C3%B6sel Tabakbrösel], [https://www.dwds.de/wb/Zwiebackbr%C3%B6sel Zwiebackbrösel]
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|'''Ableitungen:'''
|
|[https://www.dwds.de/wb/Brösel Brösel], [https://www.dwds.de/wb/broseln broseln]
|-
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|'''Interessantes:'''
|1978 bis 1980 lief im NDR bzw. ARD eine Fernsehserie nach einer Romanvorlage von [https://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Reuter Fritz Reuter] mit dem Namen [https://de.wikipedia.org/wiki/Onkel_Br%C3%A4sig Onkel Bräsig].
|Eine gute Beschreibung zu ''Brösel'' und ''Brosamen'' findest du bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Kr%C3%BCmel Wikipedia].
 
Martin Luther verwendet den Begriff ''Brosamen'' in seiner Bibelübersetzung: [https://www.bibleserver.com/LUT/Matth%C3%A4us15%2C27 Neues Testament, Mathäus 15,27]. In anderen Übersetzungen finden wir [https://www.bibeltv.de/bibelthek/E%C3%9C/mt-15-27 Brotkrumen], [https://bibeltext.com/matthew/15-27.htm Brosamlein], [https://www.bible.com/de/bible/73/MAT.15.HFA Krümel], [https://bibeltext.com/bairisch/matthew/15.htm Brootbrocken],
 
Die Stelle im Matthäus Evangelium in der Luther den hebräischen Begriff mit ''Brosame'' übersetzt ist aus verschiedenen Gründen interessant und für viele unverständlich und verwirrend: Jesus, der sich nur für ''an sein Volk'', die Juden wendet und ''die andern, Heiden'' mit Hunden vergleicht?!. Wer mehr zu dieser Bibelstelle und verschiedenen Erklärungen interessiert finden bei [https://www.gutefrage.net/frage/matthaeus-1527-die-kaanaeische-frau--jesus gutefrage.net] oder auf YouTube in der [https://www.youtube.com/watch?v=qu_hKsr2x2c Scetch-Bibel] interessante Interpretationen.  
| -
|}
|}


==Unikales Morphem ?==
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Der Morphem ''bräs'' im Adjektiv ''bräsig'' kommt nicht isoliert vor. Hiervon gib es auch keine weiteren Wortbildungen.
| colspan="2" |Das Wort ''Brosame'' lässt sich historisch in mehrere Bestandteile zerlegen (''bros'' + ''-ame''). Diese Bestandteile kommen heute nicht mehr als selbstständige Wörter vor. Das Morphem ''bros'' kommt mit Umlaut im Wort ''[[Brösel]]'' vor (Allomorphie).
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|Das Morphem ''bros'' kommt nicht isoliert (wegen ''Bösel'') vor. Es ist daher <span style="color:red">'''kein nikales Morphem'''</span>.
|-
| colspan="2" |Das Morphem ''ame'' ist Bestandteil des Wortes ''Brosame''. Es kommt nicht isoliert und nur in diesem Wort vor. Im Wort ''Brösel'' (mhd. brosemlin) ist dieses Morphem nicht mehr enthalten.  
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Der Bestandteil ''bräs'' kann daher als <span style="color:green">'''unikales Morphem'''</span> betrachtet werden.
|Das Morphem ''ame'' kann daher als <span style="color:green">'''unikales Morphem'''</span> betrachtet werden.
|-
|-
|}
|}
Zeile 745: Zeile 661:
==Belege/Quellen==
==Belege/Quellen==


[https://www.dwds.de/wb/bräsig DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/bräsig Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=B04963 Grimm-2], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=B04821 MeckWB], [https://woerterbuchnetz.de/?sigle=WWB&lemid=B04790 WWb]), [https://www.zdl.org/?q=bräsig ZDL], [https://de.wikipedia.org/wiki/Onkel_Br%C3%A4sig Wikipedia], [https://www.duden.de/rechtschreibung/braesig Duden-online] (nicht werbefrei)
[https://www.dwds.de/wb/Brosame DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Brosame Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=B04137 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=B04635 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=B05477 Grimm-2]), [https://www.zdl.org/?q=Brosame ZDL], [https://de.wikipedia.org/wiki/Brosame Wikipedia], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Brosame Duden-online] (nicht werbefrei)


[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]


<br>
<br>
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[bräsig|'''zurück zur Wortgeschichte ''bräsig''''' ]]
|[[Brosame|'''zurück zur Wortgeschichte ''Brösel''''' ]]
|}
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Brosame|'''zurück zur Wortgeschichte ''Brosame''''' ]]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
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----


=Bräutigam=
= drollig =
<div style="color:red"> ''drollig'' und ''Info - drollig'' müssen noch bearbeitet werden. Ebenso die Texte zum Damhirsch </div>
__TOC__
__TOC__


==Wortherkunft==
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Im frühen Mittelalter hieß der zukünftige Ehemann ''brūtigomo''. Im ersten Teil des Wortes ''brut'' kannst du unser heutiges Wort ''Braut'' wiederfinden. Der zweite Teil ist auf das althochdeutsche Wort für Mann = ''gomo'' zurückzuführen. Dieses Wort ist mit dem lateinischen Wort ''homo'' (= Mensch, Mann) verwandt.
Das alte Wort ''gome'' gibt es heute nicht mehr. Es wurde schon früh im deutschsprachigen Raum durch ''Mann'' ersetzt.
|-
|-
|}
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
== Fremdsprachen ==
|Das Wort ''drollig'' wird ganz unterschiedlich verwendet. Es kann bedeuten:
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
 
|-
* niedlich, süß, knuddelig -  ''Du hast aber sehr drollige Puppen.''
| rowspan="2" style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
 
|Das alte Wort ''brūtigomo'' findest du auch in anderen germanischen Sprachen wieder.
* spaßig, witzig, lustig - ''Er verhielt sich so drollig, dass alle lachen mussten.''
 
* eigenartig, merkwürdig, seltsam - ''Das ist schon drollig, dass du dich ausgerechnet heute "krank gemeldet" hast.''
|-
|-
|
|
{| class="wikitable" style="width: 75%; vertical-align:top;margin:auto;"
|
! style="width: 22% " | Sprache
! style="width: 22% " | Wort
! style="width: 22% " | Aussprache
! style="width: 34% " | Quelle
|-
|-
|Dänisch
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|brudgom
|Das Wort stammt aus dem Niederdeutschen ''drollig'' = lustig, possenhaft.
|[ˈbʁuðˌkʌm]
 
|[https://ordnet.dk/ddo/ordbog?query=brudgom Den Danske Ordbog]
Dieses geht wahrscheinlich auf das mittelniederdeutsche ''drolle'' zurück, das eine lustige Figur oder einen Kobold bezeichnete.
 
Verwandt ist möglicherweise auch das englische Wort ''droll'' (= spaßig, komisch).
|-
|-
|Isländisch
|}
|brúðgumi
 
|[ˈpruːðkʏmɪ]
==Hinweise zum Wort ''drollig''==
|[https://islenskordabok.arnastofnun.is/ord/7042 Íslensk orðabók]
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|-
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|Englisch
|auf eine eigenartige oder ungewöhnliche Weise lustig; komisch, possierlich
|bridegroom
|- style="vertical-align:top;"
|[ˈbɹaɪdɡɹuːm]
|'''Beispielsatz:'''
|[https://www.oxfordlearnersdictionaries.com/definition/english/bridegroom Oxford Learner’s]
|''Der kleine Hund sah mit seinem schiefen Kopf ganz drollig aus.''
|-
|- style="vertical-align:top;"
|Niederländisch
|bruidegom
|[ˈbrœy̯dəɣɔm]
|[https://www.vandale.nl/gratis-woordenboek/nederlands/betekenis/bruidegom Van Dale]
|-
|Norwegisch
|brudgom
|[ˈbrʉːdɡʊm]
|[https://ordbokene.no/brudgom Bokmålsordboka]
|-
|Schwedisch
|brudgum
|[ˈbrʉːdɡɵm]
|[https://svenska.se/so/?id=11029 Svensk Ordbok]
|}
|-
|}
 
==Hinweise zum Wort ''Bräutigam''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|zukünftiger Ehemann
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Die Braut und der Bräutigam gehen gemeinsam zum Altar.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Nomen: der Bräutigam
|'''Wortart:''' Adjektiv


'''Worttrennung:''' Bräu-ti-gam
'''Worttrennung:''' drol-lig


'''Aussprache:''' [ˈbʁɔʏ̯tɪɡaːm]
'''Aussprache:''' [ˈdʁɔlɪç]
|-
|'''Adjektiv / Adverb'''
|Das Wort ''drollig'' kann als Adjektiv oder Adverb verwendet werden. Im [https://klexikon.zum.de/wiki/Adverb Kinderlexikon] wird dir am Beispiel von ''drollig'' der Unterschied erklärt.
|-
|-
|}
|}
Zeile 835: Zeile 728:
==Wortformen==
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
<div style="font-size:1.2em">
Das Grundwort ''Bräutigam'' bezeichnet einen Mann kurz vor oder während der Hochzeit. 
Das Wort ''drollig'' ist ein Adjektiv. Die Vergleichsformen werden regelmäßig gebildet.
In der Mehrzahl (Plural) wird an das Grundwort ein ''e'' angehängt. Für den Dativ sind im Singular zwei Varianten möglich. Im Plural wird ''en'' ergänzt
</div>
</div>


{| class="wikitable" style="width: 65%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
{|class="wikitable" style="width: 50%; vertical-align:top;font-size: 1.2em; margin:auto"
!style="width: 14%"|
!style="width: 20%"|
!style="width: 41%"|Singular
!style="width: 25%"|Plural
|-
|-
!style="text-align:left"|1. Fall
!style="width: 30%"|Positiv
!Nominativ
!style="width: 30%"|Komparativ
|der Bräutigam
!style="width: 40%"|Superlativ
|die Bräutigam'''<u>e</u>'''
|-
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
|drollig
!Genitiv
|drolliger
|des Bräutigam'''<u>s</u>'''
|am drolligsten
|der Bräutigam'''<u>e</u>'''
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
!Dativ
|dem Bräutigam, dem Bräutigam'''<u>e</u>'''
|den Bräutigam'''<u>en</u>'''
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
!Akkusativ
|den Bräutigam
|die Bräutigam'''<u>e</u>'''
|-
|-
|}
|}
Zeile 870: Zeile 746:
----
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
|[[Info - Bräutigam| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Bräutigam''''']]
|[[Info - drollig| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''drollig''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
Zeile 877: Zeile 753:
----
----


=Info - Bräutigam=
= Info - drollig =
{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Bräutigam|'''zurück zur Wortgeschichte ''Bräutigam''''']]
|[[drollig|'''zurück zur Wortgeschichte ''drollig''''']]
|}
|}
----
----
__TOC__
__TOC__


==Weiterführende Informationen zum Wort ''Bräutigam''==
==Weiterführende Informationen zum Wort ''drollig''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|
|niederländisch <abbr>nl.</abbr> drol = kleiner, dicker, etwas komisch aussehender Mann → nl. drollig = Spaßmacher, Knirps → mittelniederdeutsch ''drolle'' = Spaßmacher, lustige Figur → niederdeutsch ''drollig'' = lustig
*'''Braut:''' germ. *brudi–, ahd. mhd. brūt
möglicherweise verwandt mit engl. ''droll ←''  
*'''Mann/-gam:''' ie. *dhghem = Erde, germ. *guman-, ahd. gomo, mhd. gome; verwandt mit lat. homo
*'''Bräutigam:''' germ. *brūdigumōn, ahd. brūtigomo, mhd. bruitegume
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|'''Wortbildungen:'''
|[https://www.dwds.de/wb/Jubelbr%C3%A4utigam Jubelbräutigam], [https://www.dwds.de/wb/Seelenbr%C3%A4utigam Seelenbräutigam], [https://www.dwds.de/wb/Silberbr%C3%A4utigam Silberbräutigam]; veraltet: [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Campe&lemid=B07472 Bräutigamsabend], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Campe&lemid=B07473 Bräutigamsgabe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Campe&lemid=B07474 Bräutigamsliebe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Campe&lemid=B07475 Bräutigamsprobe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Campe&lemid=B07476 Bräutigamsthaler],  
|[https://www.dwds.de/wb/drolligerweise drolligerweise],  
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|'''Ableitungen:'''
| -
|[https://www.dwds.de/wb/Drolligkeit Drolligkeit]
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|'''Interessantes:'''
|Wenn du mehr über die Heirat erfahren möchtest, wie die Hochzeitszeremonie in den verschiedenen Religionen abläuft? Viele Antworten auf diese Fragen findest du auf der Internetseite [https://www.religionen-entdecken.de/suche?qtype=frage&suche=Heirat&religion=All Religionen entdecken].
|Das Wort ''drollig'' gehört zu einer Gruppe von Wörtern, die eine Mischung aus „lustig“ und „seltsam“ ausdrücken.
|-
 
Im Unterschied zu ''lustig'' wirkt ''drollig'' oft etwas ungewöhnlich oder leicht absurd.
 
Solche Bedeutungsnuancen entstehen häufig aus Figurenbezeichnungen (z. B. Kobold → lustig → drollig).
|}
|}


==Unikales Morphem ?==
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''bräut'' ist eine Umlautableitung von ''Braut'' (Allomorphie). Das Morphem ''braut'' kommt isoliert und in vielen Wortbildungen vor.
| colspan="2" |Das ursprüngliche niederländische Wort ''drol'' ist im Niederdeutschen und der deutschen Hochsprache nur in der Ableitung ''drollig'' übernommen worden. Das Morphem ''droll'' kommt nicht isoliert vor. Wortbildungen kommen nur in der Wortbildung ''drollig'' vor (''drolligerweise, Drolligkeit'').
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem ''bräut/braut'' ist daher<span style="color:red"> '''kein unikales Morphem'''</span>.
|Das Morphem ''droll'' in der Wortbildung ''drollig'' kann daher<span style="color:green"> '''als unikales Morphem'''</span> betrachtet werden.
|-
|-
| colspan="2" |Das Morphem ''gam'' kommt im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert vor. In Wortbildungen kommt das Wort nur gemeinsam mit dem Erstglied ''bräut'' vor.
| colspan="2" |Es besteht zwar eine Bedeutungsähnlichkeit zum französischen <abbr>frz.</abbr> drôle = Kobold, allerdings sehen Sprachwissenschaftler hier keinen etymologischen Zusammenhang zum niederländischen ''drol'' bzw. ''drollig''.
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem ''gam'' ist daher<span style="color:green"> '''ein unikales Morphem'''</span>.
|-
|-
|}
|}
Zeile 921: Zeile 795:
==Belege/Quellen==
==Belege/Quellen==


[https://www.dwds.de/wb/Br%C3%A4utigam DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Br%C3%A4utigam Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=B03902 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=B05140 Grimm-2], [https://woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=B04345 Goethe]; für Regiolekte: [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B06970 Rheinisches WB], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=B04957 Mecklenburgisches WB], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=PfWB&lemid=B05781 Pfälzisches WB], [https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/rsrec/sn/shwb/entry/Br%C3%A4utigam Südhessisches WB]; veraltete Wörter: [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Campe&lemid=B07471 Campe] ), [https://www.zdl.org/?q=Br%C3%A4utigam ZDL]
[https://www.dwds.de/wb/drollig DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/drollig Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (siehe hier [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=D01140 Adelung] (Herkunft niedersächsisch ''drullig''), [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=D13733 Grimm-2] (nl drullig > ndd drullig), [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=D02289 Goethe]), [https://www.zdl.org/?q=drollig ZDL], [https://www.duden.de/rechtschreibung/drollig Duden-online]
 
Niederländisch: drol, drollig, drrollig, 16. Jh. [https://www.etymologiebank.nl/trefwoord/drollig Etymologiedatenbank.nl], [https://www.dbnl.org/zoek/solr/index.php?zoek=drollig&prefilter=&subform_values=&f_id=&size=10&sort=relevantie&weergave=lijst Digitale Bibliothek (DBNL)], Textbeispiele: [https://www.dbnl.org/tekst/else006lacc01_01/ Den lacchenden Apoll, uytbarstende in drollige rymen (1667)], [https://www.dbnl.org/tekst/hoff049ders02_01/ Der Struwwelpeter oder Lustige Geschichten und drrollige Bilder (1880)]


[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]


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{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Bräutigam|'''zurück zur Wortgeschichte ''Bräutigam''''']]
|[[drollig|'''zurück zur Wortgeschichte ''drollig''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
__INDEX__
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= Brombeere =
= Damhirsch =
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__TOC__


==Wortherkunft==
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Die ''Brombeere'' hieß im Mittelalter ''brāmberi''. Im ersten Teil des Wortes steckt das althochdeutsche Wort ''brāmo''. Das bedeutete „Dornenstrauch“. Der zweite Teil des Wortes (''beri'') ist die Beere. Die ''brāmberi'' ist demnach die ''Beere'', die an einem ''Dornenstrauch'' wächst.
|-
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
| rowspan="2" style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Die ''Brombeere'' ist keine richtige Beere. In der Biologie gehört diese Frucht zur Gruppe der ''Steinfrüchte''. Wenn du genau wissen willst, warum das so ist, dann findest du im [https://klexikon.zum.de/wiki/Brombeere Kinderlexikon] eine verständliche Beschreibung.
|Der ''Damhirsch'' ist eine Hirschart mit geflecktem Fell und schaufelförmigem Geweih. Er lebt heute in vielen Teilen Europas in Wäldern und Parks.
|-
|
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|'''Interessantes:'''
|Wenn du mehr über diese Damhirsche erfahren möchtest, dann findest du im [https://klexikon.zum.de/wiki/Damhirsch Kinderlexikon] interessante Bilder und Beschreibungen.
Einen umfangreicheren Text und viele Bilder findest du im [https://www.zootier-lexikon.org/saeugetiere-mammalia/paarzeher/hirsche-hirschferkel-und-moschustiere-cervidae-tragulidae-moschidae/europaeischer-damhirsch-dama-dama Zootier-Lexikon.]
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Das alte Wort für Wild lautete im Mittelalter ''tamo'' oder ''tame''. Daraus entwickelte sich ''Dam-''.
 
Dieses Wort wurde später mit Tierbezeichnungen kombiniert, z. B. ''Hirsch'', ''Bock'' oder ''Wild''. So entstand das zusammengesetzte Wort ''Damhirsch''.
|-
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|Das Wort ist auch in anderen germanischen Sprachen verbreitet, z. B. englisch ''bramble'' (Dornenstrauch) und niederländisch ''braam''.
|Englisch: fallow deer; Französisch: daim; Lateinisch: dama
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|-
|}
|}


==Hinweise zum Wort ''Brombeere''==
==Hinweise zum Wort ''Damhirsch''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|Brombeeren sind blau-schwarze Früchte, die an einem stacheligen Strauch wachsen.
|mittelgroßer Hirsch mit meist geflecktem Fell und schaufelartigem Geweih
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|'''Beispielsatz:'''
|''Ich esse gerne Brombeeren mit Sahne.''
|''Im Wildpark konnten wir mehrere Damhirsche beobachten.''
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Substantiv, Femininum
|'''Wortart:''' Nomen, maskulin


'''Worttrennung:''' Brom·bee·re
'''Worttrennung:''' Dam-hirsch


'''Aussprache:''' [ˈbʁɔmˌbeːʁə]
'''Aussprache:''' [ˈdamˌhɪʁʃ]
|-
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|}
|}
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==Wortformen==
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
<div style="font-size:1.2em">
Das Substantiv ''Brombeere'' ist weiblich. Alle Wortformen in der Einzahl entsprechen dem Grundwort. Alle Pluralformen haben als Zusatz am Ende den Buchstaben ''n''.
Das Wort ''Damhirsch'' ist ein Nomen und wird regelmäßig dekliniert.
</div>
</div>


Zeile 980: Zeile 864:
!style="text-align:left"|1. Fall
!style="text-align:left"|1. Fall
!Nominativ
!Nominativ
|die Brombeere
|der Damhirsch
|die Brombeere'''<u>n</u>'''
|die Damhirsch'''<u>e</u>'''
|-
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
!style="text-align:left"|2. Fall
!Genitiv
!Genitiv
|der Brombeere
|des Damhirsch'''<u>es</u>'''
|der Brombeere'''<u>n</u>'''
|der Damhirsch'''<u>e</u>'''
|-
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
!style="text-align:left"|3. Fall
!Dativ
!Dativ
|der Brombeere
|dem Damhirsch
|den Brombeere'''<u>n</u>'''
|den Damhirsch'''<u>en</u>'''
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|-
!style="text-align:left"|4. Fall
!style="text-align:left"|4. Fall
!Akkusativ
!Akkusativ
|die Brombeere
|den Damhirsch
|die Brombeere'''<u>n</u>'''
|die Damhirsche'''<u>e</u>'''
|-
|-
|}
|}
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{| style="width: 100%; text-align:center;"  
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|'''weitere Beeren und Früchte auf [[Hauptseite|rechtschreibwiki.de]]: ''[[Himbeere]], [[Moltebeere]]'''''
|[[Info - Damhirsch| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Damhirsch''''']]
[[Info - Brombeere |'''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Brombeere''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
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= Info - Brombeere =
 
= Info - Damhirsch =
{| style="width: 100%; text-align:center;"
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|[[Brombeere|'''zurück zur Wortgeschichte ''Brombeere''''' ]]
|[[Damhirsch|'''zurück zur Wortgeschichte ''Damhirsch''''']]
|}
|}
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__TOC__
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==Weiterführende Informationen zum Wort ''Brombeere''==
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Damhirsch''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|
| ie. *dem(ə)- = zähmen, bändigen → griech. damálēs (δαμάλης) = junger Stier → lat. damma, spätlat. dāma 8. Jh. ahd. dām, tām; 9. Jh., dāmo, tāmo; 12. Jh. mhd. tāme, damme, bis ins 17. Jh. Dam = gezähmtes Horntier; ab dem 16. Jh. wird ''Dam'' zur Verdeutlichung zunehmend ergänzt mit den Domen ''Hirsch'' oder ''Bock'' = ''Damhirsch'', ''Dambock''.
:ie. *bhrem-, *bhrom- = borstig, Dorn → ahd. ''brāmo'', ''brāma'' → mhd. ''brāme'' = Dornenstrauch 
 
:ie. *bhā-, *bhō- = glänzen ahd. ''beri'' → nhd. ''Beere''   
ahd. ''tamo'', ''tame'' = Wild mhd. ''dam'' → nhd. ''Dam'' (Wildart)  
:10. Jh. ahd. ''brāmberi'', mhd. ''brāmber''
+ ''Hirsch'' (männliches Tier mit Geweih)
 
''Damhirsch'' = „Hirsch aus der Gruppe des Damwilds“
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|'''Wortbildungen:'''
|sh. Wörterliste
|Dam: [https://www.dwds.de/wb/Dambock Dambock], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Damleder Damleder], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Damtier Damtier], [https://www.dwds.de/wb/Damwild Damwild] ([https://www.dwds.de/wb/Damwildgehege Damwildgehege]);
Damhirsch: Damhirschgeweih, Damhirschjagd, Damhirschkalb, Damhirschragout
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|'''Ableitungen:'''
|
| -
|-
|'''Rechtschreibung:'''
|Das ''a'' im ersten Wortteil wird kurz und betont gesprochen, [ˈdam]. Das führt nicht selten dazu, dass das Wort ''Damhirsch'' fälschlich mit doppeltem ''m'' geschrieben wird (falsch: *''Dammhirsch'').
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|'''Interessantes:'''
|Die [https://de.wikipedia.org/wiki/Brombeere_(Frucht) ''Brombeere''] ist keine echte Beere, sondern – wie die [https://de.wikipedia.org/wiki/Himbeere ''Himbeere''], die [https://de.wikipedia.org/wiki/Kratzbeere Kratzbeere] und die [https://de.wikipedia.org/wiki/Moltebeere ''Moltebeere''] – eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Sammelsteinfrucht Sammelsteinfrucht].
|Der Damhirsch stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und wurde schon in der Antike als Jagdtier gehalten.
 
Typisch ist sein schaufelförmiges Geweih, das ihn von anderen Hirscharten unterscheidet.


Viele Bilder zur Brombeere findest du z. B. auf [https://www.grundschulmaterial.de/medien/p/1/?q=brombeere grundschulmaterial.de]. Dort sind auch Unterrichtsmaterialien, Bilder und Arbeitsblätter von Beeren und Früchten
Das Wort zeigt eine klassische Zusammensetzung aus Tiergruppe (''Dam'') und genauer Bestimmung (''Hirsch'').
|}
|}


==Wörterliste==
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; margin:auto"
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
|+Wortbildungen mit ''Brombeere'' als Erstglied (Bestimmungswort)
! style="width: 10%;" |Pflanze und Pflanzenteile
|-
|-
|[https://www.dwds.de/wb/Brombeerblatt Brombeerblatt], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerbusch Brombeerbusch], [https://www.dwds.de/wb/Brombeergerank Brombeergerank], [https://www.dwds.de/wb/Brombeergesträuch Brombeergesträuch], [https://www.dwds.de/wb/Brombeergestrüpp Brombeergestrüpp], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerhecke Brombeerhecke], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerpflanze Brombeerpflanze], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerranke Brombeerranke], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerstrauch Brombeerstrauch]
| colspan="2" |Das Morphem ''dam'' ist heute nur noch in Fach- oder Tierbezeichnungen gebräuchlich. im allgemeinen Sprachgebrauch kommt es nicht isoliert vor. Hiervon gibt es verschiedene Wortbildungen (sh. Tabelle oben).
|-
|-
!Tiere (leben an/mit der Pflanze)
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|-
|Das Morphem ''dam'' ist in dieser Bedeutung daher<span style="color:red"> '''kein unikales Morphem'''</span>.
|[https://www.dwds.de/wb/Brombeergallmilbe Brombeergallmilbe], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerperlmuttfalter Brombeerperlmuttfalter], [https://www.dwds.de/wb/Brombeer-Perlmuttfalter Brombeer-Perlmuttfalter], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerspinner Brombeerspinner], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerzipfelfalter Brombeerzipfelfalter], [https://www.dwds.de/wb/Brombeer-Zipfelfalter Brombeer-Zipfelfalter]
|-
!Lebensmittel und Produkte aus der Frucht
|-
|[https://www.dwds.de/wb/Brombeercreme Brombeercreme], [https://www.dwds.de/wb/Brombeereis Brombeereis], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerfruchtsaft Brombeerfruchtsaft], [https://www.dwds.de/wb/Brombeergelee Brombeergelee], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerkompott Brombeerkompott], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerkonfitüre Brombeerkonfitüre], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerkuchen Brombeerkuchen], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerlikör Brombeerlikör], [https://www.dwds.de/wb/Brombeermarmelade Brombeermarmelade], [https://www.dwds.de/wb/Brombeermilch Brombeermilch], [https://www.dwds.de/wb/Brombeersaft Brombeersaft], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerscherbett Brombeerscherbett], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerschnee Brombeerschnee], [https://www.dwds.de/wb/Brombeersirup Brombeersirup], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerwein Brombeerwein]
|-
!sonstiges (Eigenschaften, übertragene Bedeutung)
|-
|[https://www.dwds.de/wb/Brombeeraroma Brombeeraroma], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerton Brombeerton], [https://www.dwds.de/wb/Brombeerkoalition Brombeerkoalition]
|-
|}
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''brom'' (aus ahd. ''brāmo'' = Dornenstrauch) kommt nicht isoliert und in Wortbildungen nur zusammen mit dem Letztglied Beere (Brombeere).
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem ''brom'' muss daher als <span style="color:green">'''unikales Morphem'''</span> betrachtet werden.
|-
|-
|}
|}
Zeile 1.070: Zeile 943:
==Belege/Quellen==
==Belege/Quellen==


[https://www.dwds.de/wb/Brombeere DWDS]
[https://www.dwds.de/wb/Damhirsch DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Damhirsch Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (siehe [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=D00084 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=D00225 Goethe], [https://woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=D00306 Grimm-1], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=D01329 Grimm-2]), [https://www.zdl.org/?q=Damhirsch ZDL], [https://de.wikipedia.org/wiki/Damhirsch Wikipedia], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Damhirsch Duden-online]
[https://de.wiktionary.org/wiki/Brombeere Wiktionary]
[https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier vor allem 
[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=B20605 Grimm-Wörterbuch])
[https://www.zdl.org/?q=Brombeere ZDL]
[https://de.wikipedia.org/wiki/Brombeere Wikipedia]
[https://www.duden.de/rechtschreibung/Brombeere Duden-online] (nicht werbefrei)


[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]


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{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Brombeere|'''zurück zur Wortgeschichte ''Brombeere''''' ]]
|[[Damhirsch|'''zurück zur Wortgeschichte ''Damhirsch''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
Zeile 1.089: Zeile 956:


----
----
= Brösel =
=Dienstag=
__TOC__
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Zeile 1.095: Zeile 962:
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Das Wort geht auf das althochdeutsche ''brōs(a)ma'' zurück und gehört zur gleichen Wortfamilie wie ''Brosame''. Es bezeichnet ursprünglich etwas „Zerkrümeltes“ oder „Zerriebenes“.
|Bei den Germanen nannte man eine Volksversammlung ''Thing''. Der germanische Gott ''Tyr'' war der Beschützer dieser Versammlung.
|-
 
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
Der Name ''Dienstag'' geht auf das alte Wort ''thingsus'' zurück. Diese bedeutete ''Beschützer des Things''. Aus dieser Form entwickelte sich später das heutige Wort ''Dienstag''.
|''Brösel'' wird vor allem umgangssprachlich verwendet und bezeichnet kleine Stückchen von Brot, Kuchen oder anderen trockenen Lebensmitteln. Häufig wird auch das Verb ''bröseln'' verwendet.
 
Der Wortteil ''dien'' hat also nichts mit dem Verb ''dienen'' zu tun.
|-
|}
== Fremdsprachen ==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| rowspan="2" style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|In allen nordgermanischen Sprachen ist die Bezeichnung für den ''Dienstag'' vom Germanischen Gott ''Tyr'' bzw. ''thingsus'' abgeleitet. Hier einige Beispiele:
|-
|
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto"
! Sprache
! Wochentag
! Aussprache
|-
!Deutsch
|Dienstag
|[ˈdiːnstaːk]
|-
!Dänisch
|tirsdag
|[ˈtsʰiɐ̯sdæˀ]
|-
!Englisch
|Tuesday
|[ˈtjuːzdeɪ]
|-
!Niederländisch
|dinsdag
|[ˈdɪnz.dɑx]
|-
!Norwegisch
|tirsdag
|[ˈtiːʂdɑːɡ]
|-
!Schwedisch
|tisdag
|[ˈtiːsdaɡ]
|-
|}
|-
|-
|}
|}


==Hinweise zum Wort ''Brösel''==
==Hinweise zum Wort ''Dienstag''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|kleines, trockenes Stückchen von Brot, Kuchen oder Gebäck; Krümel
|der zweite Tag der Woche
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|'''Beispielsatz:'''
|''Auf dem Tisch lagen noch einige Brösel vom Kuchen.''
|''Am Dienstag gehe ich mit meiner Freundin ins Kino.''
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Substantiv, Maskulinum
|'''Wortart:''' Nomen, der Dienstag; meist ohne Plural


'''Worttrennung:''' Brö·sel
'''Worttrennung:''' Diens-tag


'''Aussprache:''' [ˈbrøːzl̩]
'''Aussprache:''' [ˈdiːnstaːk]
|-
|-
|}
|}
Zeile 1.121: Zeile 1.027:
==Wortformen==
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
<div style="font-size:1.2em">
Das Substantiv ''Brösel'' ist männlich und wird häufig im Plural verwendet.
Das Grundwort ''Dienstag'' wird fast immer nur in der Einzahl (Singular) verwendet. Eine Mehrzahl (Plural) kommt nur selten vor. Im 2. Fall (Genitiv) wird häufig ein ''s'' angehängt.
</div>
</div>


Zeile 1.127: Zeile 1.033:
!style="width: 14%"|
!style="width: 14%"|
!style="width: 20%"|
!style="width: 20%"|
!style="width: 33%"|Singular
!style="width: 41%"|Singular
!style="width: 33%"|Plural
!style="width: 25%"|Plural (selten)
|-
|-
!style="text-align:left"|1. Fall
!style="text-align:left"|1. Fall
!Nominativ
!Nominativ
|der Brösel
|der Dienstag
|die Brösel
|die Dienstag'''<u>e</u>'''
|-
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
!style="text-align:left"|2. Fall
!Genitiv
!Genitiv
|des Brösels
|des Dienstag'''<u>s</u>''', des Dienstag'''<u>es</u>'''
|der Brösel
|der Dienstag'''<u>e</u>'''
|-
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
!style="text-align:left"|3. Fall
!Dativ
!Dativ
|dem Brösel
|dem Dienstag
|den Bröseln
|den Dienstag'''<u>en</u>'''
|-
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
!style="text-align:left"|4. Fall
!Akkusativ
!Akkusativ
|den Brösel
|den Dienstag
|die Brösel
|die Dienstag'''<u>e</u>'''
|-
|-
|}
|}
Zeile 1.155: Zeile 1.061:
----
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
|[[Brosame | '''weitere Informationen findest du beim Stichwort ''Brosame''''' ]]
|[[Info - Dienstag| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Dienstag''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
__INDEX__


=Info - Dienstag=
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Dienstag|'''zurück zur Wortgeschichte ''Dienstag''''']]
|}
----
----
= Brosame =
__TOC__
__TOC__


==Wortherkunft==
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Dienstag''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|Ursprünglich bedeutete das althochdeutsche Wort ''brōsme'' „das Zerriebene, das Zerkrümelte“.
|Bei den Römern hieß der Kriegsgott ''Mārs''. Danach ist auch der Planet ''Mars'' benannt. Die Germanen übernahmen von den Römern das System der Benennung der Wochentage. Der germanische Kriegsgott hieß *Þingsaz (latinisiert Thingsus).


Das Wort hat geschichtlich nichts mit dem Wort ''Brot'' zu tun, auch wenn später die Bedeutung auf zerbröckeltes Brot eingeengt wurde.
Das Wort hängt mit dem germanischen ''Thing'' zusammen. So nannte man früher eine Volksversammlung oder ein Gericht. Der Gott ''Tyr'' (Thingsus) galt als Beschützer solcher Versammlungen. Der Tag wurde deshalb nach ihm benannt.
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Heute wird das Wort fast nur noch im Plural ''Brosamen'' verwendet. Es kommt häufig in festen Wendungen vor, z. B. ''die Brosamen aufsammeln'' oder ''mit Brosamen abgespeist werden''.
|-
|}


==Hinweise zum Wort ''Brosame''==
Daraus entwickelte sich im 12. Jh. <abbr>ahd.</abbr> ziestag, <abbr>mhd.</abbr> ziestac. Zunächst verbreitete sich der niederdeutsche Name ''dingesdach, dinstag'' am Niederrhein (13. Jh.) von dort verbreitete er sich bis zum 17. Jh. auf den gesamten deutschsprachigen Raum.
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|winziges Stück von zerbröckeltem Brot oder Gebäck; Krümel
 
Das Wort wird meist im Plural (''Brosamen'') und oft im übertragenen Sinn gebraucht.
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|'''Wortbildungen:'''
|''Für mich bleiben nur die Brosamen übrig.''
| -
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Ableitungen:'''
|'''Wortart:''' Substantiv, Maskulinum
| -
|}


'''Worttrennung:''' Bro·sa·me
== Wochentage ==
{{Wochentage}}


'''Aussprache:''' [ˈbroːzamə]
== Unikales Morphem ? ==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''dien'' kommt in dieser Bedeutung im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert vor.
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem ''dien'' in der Wortbildung ''Dienstag'' kann daher<span style="color:green"> '''als unikales Morphem'''</span> betrachtet werden.
|-
|-
|}
|}


==Wortformen==
[[#top | Seitenanfang]]<br>
<div style="font-size:1.2em">
 
Das Substantiv ''Brosame'' ist männlich und wird meist im Plural verwendet.
==Belege/Quellen==
</div>


{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
[https://www.dwds.de/wb/Dienstag DWDS],  [https://de.wiktionary.org/wiki/Dienstag Wiktionary],  [https://www.woerterbuchnetz.de/#0 Wörterbuchnetz],  [https://www.owid.de/suche/wort?wort=Dienstag OWID],  [https://www.zdl.org/?q=Dienstag ZDL]
!style="width: 14%"|
 
!style="width: 20%"|
'''Fremdsprachen:''' [https://de.wiktionary.org/wiki/Dienstag Dänisch], [[wikt:Tuesday|Englisch]], [https://nl.wiktionary.org/wiki/dinsdag Niederländisch], [https://no.wiktionary.org/wiki/tirsdag Norwegisch], [https://sv.wiktionary.org/wiki/tisdag Schwedisch]
!style="width: 33%"|Singular
 
!style="width: 33%"|Plural
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
|-
!style="text-align:left"|1. Fall
!Nominativ
|der Brosame
|die Brosamen
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
!Genitiv
|des Brosamens
|der Brosamen
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
!Dativ
|dem Brosamen
|den Brosamen
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
!Akkusativ
|den Brosamen
|die Brosamen
|-
|}


</br>
<br>
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----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Brösel|'''zur Wortgeschichte ''Brösel''''' ]]
|[[Dienstag|'''zurück zur Wortgeschichte ''Dienstag''''']]
|}
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Info - Brosame | '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Brosame''''' ]]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
__INDEX__
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----
 
=Duckdalbe=
= Info - Brosame =
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Brosame|'''zurück zur Wortgeschichte ''Brosame''''' ]]
|}
----
__TOC__
__TOC__


==Weiterführende Informationen zum Wort ''Brosame''==
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|ie. *bhrē̌us- = zerbrechen, zerschlagen, zerkrümeln → 8. Jh. ahd. ''brōs(a)ma'' → mhd. ''brosem(e)'', ''brosme'' → nhd. ''Brosame''
| colspan="2" |Vermutlich stammt das Wort ''Duckdalbe'' aus den Niederlanden. Dort bedeutet das Verb ''duiken'' = tauchen. Einen Pfahl oder eingerammten Pfosten nennt man dort ''dalbe''.
 
Die ''Duckdalbe'' ist also ein Pfahl, der tief in den Boden des Hafens ''eingetaucht'' oder eingerammt ist.
|-
| rowspan="2" style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Herr Fremd|Herr Fremd]]
| colspan="2" |[[file:ChatGPT Duckdalbe 20260305.jpg | rechts | 320px]]Auch in anderen Sprachen rund um die Nordsee findet man ähnliche Wörter. Allen liegt das niederländische Wort ''dukdalve'' zugrunde.
|-
|}


16. Jh. Verkürzung von spätmhd. brosemlīn, frühnhd. bröslein → nhd. ''Brösel''
==Hinweise zum Wort ''Duckdalbe''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| style="width: 55%; vertical-align:top;"|Im Hafenboden eingerammte Pfähle, die der Markierung der Fahrrinne dienen oder an denen Schiffe festgemacht werden können.
| rowspan="3" style="width: 15%; |[[file:20260304 Dalben Oberhafenkanal Hamburg 06.jpg|right|x150px]]
| rowspan="3" style="width: 15%; |[[file:20260304 Dalbe 02 KMJ.jpg|right|x150px]]
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|'''Beispielsatz:'''
| [https://www.dwds.de/wb/Brosame '''Bosame'''] -
|''Die Duckdalben markieren die Fahrrinne für die Schiffe.''
[https://www.dwds.de/wb/Br%C3%B6sel '''Brösel''']: [https://www.dwds.de/wb/br%C3%B6selig bröselig], [https://www.dwds.de/wb/Brotbr%C3%B6sel Brotbrösel], [https://www.dwds.de/wb/Kuchenbr%C3%B6sel Kuchenbrösel], [https://www.dwds.de/wb/Semmelbr%C3%B6sel Semmelbrösel], [https://www.dwds.de/wb/Speckbr%C3%B6sel Speckbrösel], [https://www.dwds.de/wb/Tabakbr%C3%B6sel Tabakbrösel], [https://www.dwds.de/wb/Zwiebackbr%C3%B6sel Zwiebackbrösel]
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|'''Wortinfo:'''
|[https://www.dwds.de/wb/Brösel Brösel], [https://www.dwds.de/wb/broseln broseln]
|'''Wortart:''' Nomen: die Duckdalbe, die Duckdalben
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|Eine gute Beschreibung zu ''Brösel'' und ''Brosamen'' findest du bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Kr%C3%BCmel Wikipedia].


Martin Luther verwendet den Begriff ''Brosamen'' in seiner Bibelübersetzung: [https://www.bibleserver.com/LUT/Matth%C3%A4us15%2C27 Neues Testament, Mathäus 15,27]. In anderen Übersetzungen finden wir [https://www.bibeltv.de/bibelthek/E%C3%9C/mt-15-27 Brotkrumen], [https://bibeltext.com/matthew/15-27.htm Brosamlein], [https://www.bible.com/de/bible/73/MAT.15.HFA Krümel], [https://bibeltext.com/bairisch/matthew/15.htm Brootbrocken],
'''Worttrennung:''' Duck-dal-be


Die Stelle im Matthäus Evangelium in der Luther den hebräischen Begriff mit ''Brosame'' übersetzt ist aus verschiedenen Gründen interessant und für viele unverständlich und verwirrend: Jesus, der sich nur für ''an sein Volk'', die Juden wendet und ''die andern, Heiden'' mit Hunden vergleicht?!. Wer mehr zu dieser Bibelstelle und verschiedenen Erklärungen interessiert finden bei [https://www.gutefrage.net/frage/matthaeus-1527-die-kaanaeische-frau--jesus gutefrage.net] oder auf YouTube in der [https://www.youtube.com/watch?v=qu_hKsr2x2c Scetch-Bibel] interessante Interpretationen.
'''Aussprache:''' [ˈdʊkˌdalbə]
| -
|- style="vertical-align:top;"
|'''Unterschied:'''
| colspan="3" |[[file:20260304 Dalben.jpg|right|x75px]]Meist wird ein einzelner Pfahl als ''Dalbe'' und eine Pfahlgruppe als ''Duckdalbe'' bezeichnet. Die oberen Bilder zeigen also ''Duckdalben''. Hier sind jeweils drei Pfähle miteinander verbunden. Das rechte Bild zeigt in der Mitte drei ''Dalben'', also einzelne Pfähle, an denen längere Schiffe festmachen können.
|}
|}


==Unikales Morphem ?==
==Wortformen==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
<div style="font-size:1.2em">
| colspan="2" |Das Wort ''Brosame'' lässt sich historisch in mehrere Bestandteile zerlegen (''bros'' + ''-ame''). Diese Bestandteile kommen heute nicht mehr als selbstständige Wörter vor. Das Morphem ''bros'' kommt mit Umlaut im Wort ''[[Brösel]]'' vor (Allomorphie).
In der Einzahl (Singular) übernehmen alle vier Fälle das Grundwort. In der Mehrzahl (Plural) wird an das Grundwort ein ''n'' angehängt.
</div>
 
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
!style="width: 14%"|
!style="width: 20%"|
!style="width: 33%"|Singular
!style="width: 33%"|Plural
|-
!style="text-align:left"|1. Fall
!Nominativ
|die Duckdalbe
|die Duckdalb'''<u>en</u>'''
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
!style="text-align:left"|2. Fall
|Das Morphem ''bros'' kommt nicht isoliert (wegen ''Bösel'') vor. Es ist daher <span style="color:red">'''kein nikales Morphem'''</span>.
!Genitiv
|der Duckdalbe
|der Duckdalb'''<u>en</u>'''
|-
|-
| colspan="2" |Das Morphem ''ame'' ist Bestandteil des Wortes ''Brosame''. Es kommt nicht isoliert und nur in diesem Wort vor. Im Wort ''Brösel'' (mhd. brosemlin) ist dieses Morphem nicht mehr enthalten.
!style="text-align:left"|3. Fall
!Dativ
|der Duckdalbe
|den Duckdalb'''<u>en</u>'''
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
!style="text-align:left"|4. Fall
|Das Morphem ''ame'' kann daher als <span style="color:green">'''unikales Morphem'''</span> betrachtet werden.
!Akkusativ
|die Duckdalbe
|die Duckdalb'''<u>en</u>'''
|-
|-
|}
|}


[[#top | Seitenanfang]]<br>
</br>
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Info - Duckdalbe| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Duckdalbe''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__


==Belege/Quellen==
----


[https://www.dwds.de/wb/Brosame DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Brosame Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier vor allem  [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=B04137 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=B04635 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=B05477 Grimm-2]), [https://www.zdl.org/?q=Brosame ZDL], [https://de.wikipedia.org/wiki/Brosame Wikipedia], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Brosame Duden-online] (nicht werbefrei)
=Info - Duckdalbe=
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
<br>
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Brosame|'''zurück zur Wortgeschichte ''Brösel''''' ]]
|[[Duckdalbe|'''zurück zur Wortgeschichte ''Duckdalbe''''']]
|}
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Brosame|'''zurück zur Wortgeschichte ''Brosame''''' ]]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
----
----
= Butz (Wortgruppe) =
__TOC__
__TOC__


==Diskussion==
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Duckdalbe''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
|-
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px]]
|Die Herkunft des Wortes ''Duckdalbe'' ist unklar. Es gibt drei verschiedene Erklärungsansätze:
|Die Wortgruppe ''Butz, Butze, butzen'' und mit Umlaut ''Bütze'' und ''bützen'' ist aus mehreren Gründen interessant. Hier die beiden wichtigsten:
 
* Das Nomen ''Butz'' ist sehr häufig eine Verkürzung der Nomen ''Butze'' oder ''Butzen''. Oft ist nicht zu unterscheiden, welches Grundwort (welcher Fall) gemeint ist. Schau dir einmal die Tabellen im Kapitel Wortformen an. Dort kannst du sehen, dass die Grundwörter oft in der Form ''Butzen'' gebraucht werden.
*Am häufigsten kommen die Grundwörter in regionalen Dialekten vor. Sie sind vor allem in Norddeutschland (Niedersachsen, Mecklenburg), dem Rheinland und im Süden (Österreich, Bayern, Rheinland-Pfalz) gebräuchlich. In diesen regionalen Dialekten gibt es sehr viele Wortbildungen mit diesen Grundwörtern.
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px]]
|'''''Butzen:''''' Das althochdeutsche Wort ''bōʒan'' bedeutete ''schlagen'' oder auch ''stoßen''. Später änderte sich die Endung. aus dem ''a'' wurde ein ''e'' = ''bōʒen''. Zum Ende des Mittelalters entstand dann das Verb ''butzen''. Das Verb ist nach dem Mittelalter untergegangen. Das Nomen hingegen ist erhalten geblieben.
Nicht alle Bedeutungen der Wörter '''''Butz, Butze, Butzen''''' können sicher auf das althochdeutsche Wort ''bōʒan'' zurückgeführt werden. Wie diese Wörter in den verschiedenen Dialekten entstanden sind ist unklar.
|-
|-
|
|
|Es gab im Mittelalter noch ein zweites Wort, das ganz ähnlich klang:
|-
| style="vertical-align:top" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px]]
|Das Nomen Butzen bedeutete zunächst ''Stoß, Schlag''. Hier waren die Leute bei der Erfindung neuer Wörter sehr einfallsreich. Wenn zum Beispiel im Frühjahr kräftiger Hagel, Schnee oder Regen vom Himmel ''stieß'' und auf den Boden ''schlug'', nannte man dies in einigen Regionen Bayerns ''Aprilbutzen, Frühjahrsbutzen'' oder ''Gewitterbutzen''. Wenn zwei Personen, die ihre Münder aufeinander ''stoßen'', dann geben sie sich im Rheinland ein ''Bützchen''. Ein ''Butz'' oder ''Bütz'' ist in Köln ein Kuss.
|-
|
|
|In einigen Regionen wurde die verkürzte Form ''Butz(e)'' auch für die abgeschlagenen Teile benutzt. So bezeichnete man in in Süddeutschland den Abfall als ''Butz'' oder ''Apfelbutz, Birnenbutz, Gemüsebutz'' usw. Und der Abfalleimer war dann der ''Bützigeimer''.
# Das Wort ''Duckdalbe'' stammt aus dem Niederländischen. Dort bedeuten '''''duiken''''' = (ein)tauchen  und '''''dalbe''''' = eingerammter Pfahl im Wasser. Demnach ist die ''Duckdalbe'' ein Pfahl, der tief in den Boden eines Hafens eingerammt wird.
|-
# Der spanische Feldherr und Herzog von Alba (spanisch [https://de.wikipedia.org/wiki/Fernando_%C3%81lvarez_de_Toledo,_Herzog_von_Alba#Statthalter_der_Niederlande '''Duque de Alba''']) war in der Mitte des 16. Jh. Stadthalter in den Niederlanden (die damals noch eine spanische Kolonie waren) und ließ dort den calvinistischen Aufstand ([https://de.wikipedia.org/wiki/Reformatorischer_Bildersturm#Niederlande Bildersturm]) brutal niederschlagen. Er soll in den niederländischen Häfen Pfähle anlegen lassen, damit auch größere (Kriegs)Schiffe dort anlegen konnten. In Spanien nennt man die Dalben ''duque de Alba.'' Auch in Dänemark ist die Bezeichnung ''duc d’albe'' geläufig. Möglich ist aber auch, dass diese Namensgebung eine spätere Umdeutung des niederländischen Begriffes (sh. 1.) ist.
|
# Als '''eher unwahrscheinlich''' gelten Ableitungen von niederdeutschen, westfriesischen oder englischen Wörtern, wie z. B. von engl. dock = Dock (Anlage zum Warten von Schiffen, nl. dokke). Ebenfalls unwahrscheinlich sind Ableitungen von den Verben ''(an)docken'' = etwas fest verbinden oder ''ducken'' = sich schnell nach unter beugen. Der zweite Teil (dalbe) könnte von niederländisch ''dalle/dallen'' = Balken, Schlucht, Tal abgeleitet sein. Auch dieser Erklärungsversuch wird heute eher als unwahrscheinlich angesehen.
|Aus den „abgeschlagenen Teile“ = ''Butzen'', wurden später auch andere Klumpen, Reste und kleine Teile als ''Butzen'' bezeichnet. Hier ein paar Beispiele: Der getrocknete Schleim in der Nase, heißt bei den einen ''Butzenpöpel'' oder ''Nasenbutzen'' und bei den anderen heißt er ''Bettelbutzen'' oder ''Rotzbutzen''. Der Kot von Tieren heißt ''Butzebeer'' oder ''Mistbutzen'', kleine Kartoffeln sind ''Erdbirnenbutzen'', die Kerne von Obst werden ''Gebütz'' genannt und ein Brotkrümel ist eine ''Segebütze''.  
|- style="vertical-align:top;"
|-
|'''Wortbildungen:'''
|
|Zum Bestandteil ''dalbe'' gibt es mehrere Wortbildungen:
|Die Wörter ''Butz, Butze'' oder ''Butzen'' haben einen richtigen Siegeszug vor allem in Süddeutschland, Österreich, im Rheinland und Mecklenburg angetreten. Es gibt kaum einen Bereich, in dem nicht ''gebutz'' und ''gebützt'' wird. Fallobst wird zum ''Bützelzeug'', kleine Jungen sind ''Butzelbuben'', ein freches Kind ist ein ''Krabutz'' und ein liebes Kind nennt man ''Zuckerbutzel'', die Früchte des Weißdorns sind ''Butzenhiefer, Haberbutzen, Hollerbutzen'' oder ''Nagelbutz''.  
 
|-
[https://www.dwds.de/wb/Anlegedalbe Anlegedalbe], 
|
[https://www.dwds.de/wb/Eisbrecherdalbe Eisbrecherdalbe], 
|Das Gebutze macht auch vor Tieren und Pflanzen nicht Halt: Tannenzapfen sind ''Fichtenbutzen'', ''Tannenbutzen'' oder ''Föhrenbutzen.'' Früchte, die von Vögeln gefressen werden, sind ''Vogelbutzen, Haferbutz'' oder ''Hollerbutz''. Den jüngsten Vogel in einem Nest nennt man ''Nestbutzel'', das kleinste Ferkel ''Adenbutzel'', ein in der Entwicklung zurückgebliebenes Tier heißt ''Bollerbutz'' und kleine niedliche Tiere bekommen den Kosenamen ''Butzi'' oder ''Butzerl.''
[https://www.dwds.de/wb/F%C3%BChrungsdalbe Führungsdalbe], 
|-
[https://www.dwds.de/wb/Leitdalbe Leitdalbe], 
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Kurz.jpg | 120px]]
[https://www.dwds.de/wb/Leuchtfeuerdalbe Leuchtfeuerdalbe],
|Hallo! Wir haben verstanden! ''Butz'' ist das Lieblingswort in vielen Dialekten. Sie brauchen hier nicht ihre ganze Wörterlisten aufzuzählen. Es reicht!
[https://www.dwds.de/wb/Schutzdalbe Schutzdalbe],
|-
[https://www.dwds.de/wb/Streichdalbe Streichdalbe],
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px]]
[https://www.dwds.de/wb/Vert%C3%A4uungsdalbe Vertäuungsdalbe]
|Ja, vielleicht noch nicht ganz. Es gibt noch eine Bedeutungsgruppe, die der Kollege Wort noch nicht genannt hat: der [[Butzemann]] oder ganz kurz: der [[Butzemann|Butz]]. Das war früher ein Schreckgespenst, ein Kobold oder Poltergeist. Das Wort ''buz'' gab es in dieser Bedeutung auch schon im Mittelalter. Mehr zu dieser Bedeutung findest du auf der Seite [[Butzemann]].
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|Eine anschauliche Beschreibung von Dalben und ihrer Funktion in Häfen findest du bei Wikipedia zum Stichwort [https://de.wikipedia.org/wiki/Dalbe '''Dalbe'''].
|}
 
==Sprachvergleich==
In fast allen europäischen Ländern wird der Begriff ''Duckdalbe'' vom niederländischen ''dukdalve'' abgeleitet. In einigen Ländern (z. B. Dänemark, Spanien) wird auch auf den Herzog von Alba Bezug genommen. Die genaue Bedeutung (Pfahlgruppe im Hafen zum Festmachen oder Abweisen von Schiffen) ist überall ähnlich. In einigen Ländern werden auch die Markierungen einer Fahrrinne mit dem Begriff ''Dalbe'' bezeichnet.
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto;"
!style="width: 25%; |Sprache
!style="width: 25%; |Dalbe
!style="width: 35%; |Duckdalbe
!style="width: 15%; |Quellen
|-
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px]]
|Deutsch
|Jetzt bleibt uns nur noch eine Antwort auf die Frage: ''Gibt es einen Zusammenhang zwischen den Verben ''butzen'' und ''putzen''?
|Dalbe
|Duckdalbe
|[https://de.wikipedia.org/wiki/Dalbe Wikipedia]
|-
|-
|style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px]]
|Niederländisch
|Dieses Wort wurde erst im 15. Jahrhundert bekannt. Vermutlich ist es vom Nomen ''Butzen'' abgeleitet. Als ''Butzen'' bezeichnete man unter anderem ''Verunreinigungen'' und ''Schmutzklümpchen''. Wenn man diesen Schmutz reinigt, dann nannte man dies ''butzen'' und in einigen Regionen ''putzen''. Diese Form mit ''p'' am Anfang hat sich dann durchgesetzt.
|dalf
|dukdalf / dukdalve
|[https://nl.wikipedia.org/wiki/Dukdalf Wikipedia]
|-
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px]]
|Norwegisch
|Der ''Butzen'' war unter anderem der verhärtete Schleim in der Nase. Den kannst du wegmachen, wenn du dir die Nase ''putzt''. Wenn Obst oder Gemüse geerntet wurden, dann waren diese oft voller Erde, sie waren ''schmutzig''. Nimm als Beispiel die Kartoffel. Wenn sie geerntet werden klebt an ihnen Erde = ''Erdklumpen'' = ''Butzen''. Um sie zu entfernen muss man die Kartoffeln ''putzen''. Später wurde das Wort ''putzen'' dann ganz allgemein für ''reinigen'' und ''sauber machen'' (säubern) verwendet.
|dalbe / pæle
|dykdalb
|[https://no.wikipedia.org/wiki/Dykdalb Wikipedia]
|-
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Kurz.jpg | 120px]]
|Dänisch
|Warum macht ihr beiden Männer das immer so kompliziert? Mal ganz kurz: Ich ''butze'' (stoße aus Versehen natürlich) an meinen Teller. Der fällt ''butz'' auf den Boden. Da liegt nun mein Frühstück in kleinen ''Butzen'' (= Krümeln, Klumpen) auf dem Boden. Die muss ich jetzt sauber ''putzen''. So passt alles zusammen. Butz! (Ich meine natürlich Schluss! Punkt!)
|dalbe
|dukdalbe / duc d’albe
|[https://da.wikipedia.org/wiki/Duc_d%27albe Wikipedia]
|-
|-
|}
|Schwedisch
 
| colspan="2" style="text-align:center"|dykdalb
{|style="width: 100%"
|[https://sv.wikipedia.org/wiki/Dykdalb Wikipedia]
|- style="vertical-align:top; text-align:center;"
| [[File:Pik-Linie.jpg]]
|-
|-
|}
|Englisch
[[#top | Seitenanfang]]<br>
| colspan="2" style="text-align:center" |dolphin
 
|[[wikipedia:Dolphin_(structure)|Wikipedia]]
==Hinweise zum Wort ''Butz''==
 
{| class="wikitable" style="width: 100%; font-size: 1.2em"
|-
|-
!style="width:20%; vertical-align:top;text-align:left"|Grundwörter:
|Französisch
|''der Butz, die Butze, der Butzen''
| colspan="2" style="text-align:center" |duc-d’Albe
|[https://fr.wikipedia.org/wiki/Duc-d%27Albe Wikipedia]
|-
|-
!style="vertical-align:top;text-align:left"|Ableitungen:
|Spanisch
|mit Umlaut: ''Bütz, Bütze, Bützen''
| colspan="2" style="text-align:center" |duque de Alba
Verben: ''butzen, bützen''
|[https://es.wikipedia.org/wiki/Duque_de_Alba_(obra_mar%C3%ADtima) Wikipedia]
 
Adjektive: ''butz, bützig'' (in einigen Dialekten auch als Nomen ''Bützig'')
 
Personenbezeichnung: ''Butzer'', sehr selten auch ''Butzerin'', ''Bützer''
|-
!style="vertical-align:top;text-align:left"|Wortinfo:
|Worttrennung: But-ze, But-zen, but-zen, Büt-ze, büt-zen
 
Aussprache: [bʊts], [ˈbʊt͡sə], [ˈbʊt͡sə], [ˈbʊt͡sn̩], [ˈbʏt͡sə], [ˈbʏt͡sn̩]
|}
|}


==Wortformen==
==Unikales Morphem ?==
<div style="font-size:1.2em">
Da das niederländische Wort an die deutsche Schreibung angepasst wurde (Lehnwort) wird es nicht als Fremdwort behandelt. Es gibt keinen etymologischen Zusammenhang zum Verb ''ducken''.
Im Sinne von ''Schreckgestalt, Kobold'' werden zwei Formen verwendet, die '''Nomen  ''der Butz''''' oder '''''der Butze'''''. In beiden Fällen werden alle Formen (mit Ausnahme des 1. Falls Einzahl) mit der Endung -''en'', also ''Butzen'' gebildet.
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
</div>
| colspan="2" |Das Morphem ''duck'' kommt im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert vor und nur in der Wortbildung ''Duckdalbe''.
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
! colspan="2" style="width: 14%" |Butze
! style="width: 33%" |Singular
! style="width: 33%" |Plural
|-
|-
! style="text-align:left" |1. Fall
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
! style="width: 20%" |Nominativ
|Das Morphem ''duck'' ist daher<span style="color:green"> '''ein unikales Morphem'''</span>.
|der Butz, der Butze
|die Butzen
|-
|-
! style="text-align:left" |2. Fall
| colspan="2" |Das Morphem ''dalbe'' kommt isoliert und in mehreren Wortbildungen vor.
!Genitiv
|des Butzen
|der Butzen
|-
! style="text-align:left" |3. Fall
!Dativ
|dem Butzen
|den Butzen
|-
! style="text-align:left" |4. Fall
!Akkusativ
|den Butzen
|die Butzen
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|Das Morphem ''dalbe'' ist daher<span style="color:red"> '''kein unikales Morphem'''</span>.
|}
|}
<div style="font-size:1.2em">
 
Vom '''Nomen ''Butze''''' gibt es zwei unterschiedliche Formen. Im Sinne von Schreckgespenst ist das Wort männlich (der Butze). Hier werden alle Fälle so wie beim Wort Butz gebildet (siehe die Tabelle oben). in allen anderen Bedeutungen ist das Grundwort Butze weiblich. Alle Fälle in der Einzahl (Singular) bleiben unverändert ''die Butze''. In allen Fällen der Mehrzahl wird die Endung mit -''en'' gebildet, also ''Butzen'' gebildet.
[[#top | Seitenanfang]]<br>
</div>
 
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
==Belege/Quellen==
!style="width: 14%"|
'''Etymologie und Rechtschreibung:''' [https://www.dwds.de/wb/Duckdalbe DWDS], [https://www.owid.de/suche/wort?wort=Duckdalbe OWID], [https://www.zdl.org/?q=Duckdalbe ZDL], [https://de.wikipedia.org/wiki/Dalbe Wikipedia], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Duckdalbe Duden-online]
!style="width: 20%"|
 
!style="width: 33%"|Singular
Weitere Quellen wurden im Text verlinkt (sh. Tabelle in [[Info - Duckdalbe#Sprachvergleich|Kap. Sprachvergleich]]).
!style="width: 33%"|Plural
 
|-
'''Landkarte:''' Die Landkarte wurde aus den Daten der Übersetzungen (sh. Tabelle in [[Info - Duckdalbe#Sprachvergleich|Kap. Sprachvergleich]]) mit Hilfe von [https://chatgpt.com/ ChatGPT] erstellt.
!style="text-align:left"|1. Fall
 
!Nominativ
Abbildungen: Die Abbildungen von Dalben wurden von [https://de.wikipedia.org/wiki/Dalbe Wikipedia] und [http://www.elbetreff.de/Elbearchiv/elbe/flussbauwerke/f_flussbauwerke.htm elbetreff.de] (Herzlichen Dank an Andreas Glock für die Genehmigung für die Verwendung der Abbildung.) entnommen.
|die Butze
 
|die Butzen
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
|-
 
!style="text-align:left"|2. Fall
----
!Genitiv
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|der Butze
|[[Duckdalbe|'''zurück zur Wortgeschichte ''Duckdalbe''''']]
|der Butzen
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
!Dativ
|der Butze
|den Butzen
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
!Akkusativ
|die Butze
|die Butzen
|-
|}
|}
<div style="font-size:1.2em">
{{WörterABC-Tabelle}}
In allen Bedeutungsgruppen werden die Fälle des '''Nomens ''Butzen''''' gleich gebildet. Mit Ausnahme des 2. Falls Einzahl (Singular) bleibt die Form des Grundwortes erhalten:
__INDEX__
</div>
 
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
----
! colspan="2" style="width: 14%" |Butze
=dunnemals=
! style="width: 33%" |Singular
__TOC__
! style="width: 33%" |Plural
 
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Das Wort stammt aus dem Niederdeutschen. Dort bedeutet ''dunn'' so viel wie ''dann'' oder ''damals''.
 
Das Wort ''dunnemals'' ist eine Verkürzung von ''anno dunnemals''. 
Diese Redewendung bedeutete ursprünglich: ''damals, vor langer Zeit''.
|-
|-
! style="text-align:left" |1. Fall
|}
! style="width: 20%" |Nominativ
 
|der Butzen
==Hinweise zum Wort ''dunnemals''==
|die Butzen
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|-
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
! style="text-align:left" |2. Fall
|damals
!Genitiv
|- style="vertical-align:top;"
|des Butzens
|'''Beispielsatz:'''
|der Butzen
|''Dunnemals gab es noch eine Volksschule.''
|-
|- style="vertical-align:top;"
! style="text-align:left" |3. Fall
|'''Wortinfo:'''
!Dativ
|'''Wortart:''' Adverb
|dem Butzen
 
|den Butzen
'''Worttrennung:''' dun-ne-mals
|-
 
! style="text-align:left" |4. Fall
'''Aussprache:''' [ˈdʊnəmaːls]
!Akkusativ
|den Butzen
|die Butzen
|-
|-
|}
|}
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
<div style="font-size:1.2em">
Auf den ersten Blick klingt das alles sehr kompliziert. Wenn du jedoch genauer hinschaust, dann wird es doch etwas einfacher. In der Mehrzahl (Plural) werden alle Fälle für die Wörter ''Butz'', ''Butze'' und ''Butzen'' ganz gleich mit ''Butzen'' gebildet. Das gilt auch für viele Fälle in der Einzahl (Singular). Hier brauchst du dir nur zwei Ausnahmen merken: Wird das Wort ''Butze'' im Sinne von ''<u>die</u> kleine Hütte'' oder ''<u>die</u> Schlafnische'' verwendet, dann sind alle Formen in der Einzahl (Singular) ''Butze''. Beim Wort ''Butzen'' wird im zweiten Fall (Genitiv) ein ''s'' ergänzt, ''des Butzen'''s'''''.
Das Wort ''dunnemals'' ist ein '''Adverb'''.
Adverbien haben keine verschiedenen Wortformen.
</div>


Das '''Verb ''bützen''''' wird in den verschiedenen Zeitformen (Konjugation) regelhaft gebildet. Man sagt dazu auch: das Verb ist ein schwaches Verb.
</br>
</div>
----
{| class="wikitable" style="width: 80%; vertical-align:top; font-size: 1.2em; margin:auto"
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
| colspan="2" style="text-align:center"|'''bützen'''
|[[Info - dunnemals| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''dunnemals''''']]
!Gegenwart
(Präsens)
!1. Vergangenheit
(Präteritum)
!2. Vergangenheit
(Perfekt)
|-
! rowspan="3" style="width:12%" |Einzahl
(Singular)
! style="width: 13%" |1. Person
|ich bütze
|ich bützte
|ich habe gebützt
|-
!2. Person
|du bützt
|du bütztest
|du hast gebützt
|-
!3. Person
|er/sie/es bützt
|er/sie/es bützte
|er/sie/es hat gebützt
|-
! rowspan="3" |Mehrzahl
(Plural)
!1. Person
|wir bützen
|wir bützten
|wir haben gebützt
|-
!2. Person
|ihr bützt
|ihr bütztet
|ihr habt gebützt
|-
!3. Person
|sie bützen
|sie bützten
|sie haben gebützt
|-
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__


== Ursprung und Bedeutung der Wortgruppe ''Butze'' ==
----
{| class="wikitable" style="width: 100%; font-size: 1.2em"
= Info - dunnemals =
|+ Bedeutungsursprung der Wortgruppe
!style="width:20%; text-align:left;vertical-align:top"|Wortursprung
|Das Die Wortgruppe ''Butz'' hatte früher die Bedeutung ''stoßen, schlagen''. Hieraus haben sich in den verschiedenen Regionen weitere Gruppen entwickelt.


:1. Stoß, Schlag
{| style="width: 100%; text-align:center;"
:2. Kern, Klumpen, Rest
|[[dunnemals|'''zurück zur Wortgeschichte ''dunnemals''''']]
:3. regionale Besonderheiten
Vermutlich hat die vierte Bedeutungsgruppe eine andere Herkunft. Allerdings ist die genaue Herkunft nicht geklärt.
:4. Schreckgespenst, Kobold
Auch das Wort ''putzen'' ist mit diesen Bedeutungsgruppen (vor allem der Gruppe 2) verwandt. In südlichen Dialekten meist ''butzen'', in nördlichen ''putzen''. Diese Variante gelangte dann ins Hochdeutsche.
:5. etwas säubern, reinigen, von Schmutz befreien, schön machen
|-
!style="vertical-align:top;text-align:left"|Beispielsätze:
|
1. ''Der Ziegenbock gab ihm einen heftigen Butz'' (Stoß)''.''
:''Wenn du nicht aufpasst, butzt'' (stößt) ''du noch gegen die Wand.''
 
2. ''Die Butzen der Äpfel'' (Kerne) ''kommen auf den Kompost.''
:''Sie hatte kleine Butzen'' (Krümel, Klumpen) ''im Auge.''
 
3. ''Er wohnte in einer kleinen Butze.'' (Bude/Hütte)
:''Gib mir ein Bützchen!'' (Küsschen)
:''Du bist mir vielleicht ein lustiger kleiner Butz!'' (Kosenamen)
:''Der alte Butz saß jeden Abend vor dem Haus und erzählte Geschichten.''
:''Die Butzen gaben dem Fenster ein besonders schönes Aussehen.'' (Butzenscheibe)
 
4. ''Das Kind fürchtete sich vor dem Butz im Dunkeln.''
:''Im Fasching zog ein Butzen durch die Straßen.''
:„''Es tanz ein Bi-Ba-Butzemann in unserm Kreis herum.''“
|-
|}
|}
----
__TOC__


{| class="wikitable" style="width: 100%; font-size: 1.2em"
==Weiterführende Informationen zum Wort ''dunnemals''==
|+ Bedeutungsgruppen zu den Wörtern ''Butz, Butze, Butzen, Bütze, butzen'' und ''bützen''
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|19. Jh. Das Wort stammt aus dem niederdeutschen ''dunn'' = dann, damals.
 
Es entwickelte sich aus der Redewendung ''anno dunnemals''.
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
| -
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
| -
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|Das lateinische Wort ''anno'' bedeutet ''im Jahre''. Seit dem 15. Jahrhundert stellte man es häufig vor Datierungen.
 
Daraus entstanden später verschiedene scherzhafte Redewendungen für ''vor langer Zeit'':
 
*''anno dazumal'' - damals, vor langer Zeit
*''anno dunnemals'' - damals
*''anno Tobak'' - vor langer Zeit, als man zu Tabak noch Tobak sagte. (Das Wort ''Tabak'' stammt von den Ureinwohnern Nordamerikas. Sie nannten ihre Pfeifen nach der Antilleninsel ''Tobago'', die in ihrer Form den Pfeifen ähnelt. Aus diesem Namen hat sich ''Tobak'' und hieraus unser heutiges Wort ''Tabak'' entwickelt.)
*''anno pief'' - vor langer Zeit, als man noch nicht Tabak in Pfeifen (ahd. fîfâ, nd. pipe) rauchte
*''anno Tuck'' - damals, als es noch nicht Gewohnheit war (mhd. tuc = stoßen, schlagen, Tuck = Bewegung, Gewohnheit)
*''anno Leipzig-einundleipzig'' - vor langer Zeit, vor dem deutsch-französischen Krieg von 1870/71 ([https://de.wikipedia.org/wiki/Leipzig#Trivia/Redewendung mehr])
|}
 
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''dunn(e)'' kommt im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und auch in keinen anderen Wortbildungen vor.
|-
|-
!style="width:20%; text-align:left;vertical-align:top"|1. a) Stoß / Bewegung
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Er gab ihm einen kräftigen ''Butz'' gegen die Brust.
|Das Morphem ''dunn(e)'' ist daher<span style="color:green"> '''ein unikales Morphem'''</span>.
Beim Rangeln hat er mich so ''gebutzt'', dass ich fast gefallen wäre.
|-
!style="text-align:left;vertical-align:top"|1. b) Spiel
|Die Kinder spielten ''Butzen'' und stießen ihre Köpfe gegeneinander.
Beim ''Butzspiel'' musste man den Gegner mit einem geschickten Stoß treffen.
|-
!style="text-align:left;vertical-align:top"|1. c) Kuss
|Die Mutter gab dem Kind einen liebevollen ''Bütz'' auf die Wange.
„Komm her, ich geb dir noch einen ''Butzi'', bevor du gehst!“
|-
!style="text-align:left;vertical-align:top"|2. a) Kern / Rest / Klumpen
|Vom Apfel blieb nur noch der ''Butzen'' übrig.
In der Suppe schwamm ein kleiner ''Fettbutzen''.
|-
!style="text-align:left;vertical-align:top"|2. b) Schmutz / Körper
|Das Kind hatte einen dicken ''Nasenbutzen'' unter der Nase.
Am Kerzendocht hing ein schwarzer ''Butzen'' aus Ruß.
|-
!style="text-align:left;vertical-align:top"|2. c) Menge / Bündel
|Er band das Heu zu mehreren kleinen ''Butzen'' zusammen.
Auf dem Feld lagen noch einige ''Butzen'' Stroh.
|-
!style="text-align:left;vertical-align:top"|2. d) Körper (von Pers.)
|Sie hat den ''Butzen'' (Haarknoten) sehr schon geknotet.
Der ''Butzen'' (Eiterbläschen) sollte sich einmal dein Hausarzt ansehen.
|-
!style="text-align:left;vertical-align:top"|3. a) Personen
|Du kleiner ''Butz'', was hast du wieder angestellt?
Der ''Butzenknecht'' musste den Hof sauber halten.
|-
!style="text-align:left;vertical-align:top"|3. b) Tier / Landwirtschaft
|Das kleinste Ferkel nannten sie im Dorf den ''Butzen''.
Im Garten stand ein ''Butzen'', um die Vögel zu verscheuchen.
|-
!style="text-align:left;vertical-align:top"|3. c) Raum
|Sie wohnten in einer kleinen ''Butze'' am Waldrand.
Die alte ''Butzenstube'' war eng und niedrig.
|-
!style="text-align:left;vertical-align:top"|3. d) Wetter
|Am Nachmittag gingen schwere ''Regenbutzen'' nieder.
Der Schnee kam in dichten ''Butzen'' vom Himmel.
|-
!style="text-align:left;vertical-align:top"|3. e) Sonstiges
|Er hat das Essen ''butz'' und gar aufgegessen.
Im Keller lag noch ein ''Butz'' altes Holz herum.
|-
! style="text-align:left;vertical-align:top" |4. Schreckgestalt
|„Pass auf, sonst holt dich der ''Butzemann''!“, rief die Großmutter.
Die Kinder fürchteten sich vor dem alten ''Butzen'' im Wald.
|-
! style="text-align:left;vertical-align:top" |5. butzen II (reinigen / ordnen / bearbeiten)
|Sie musste die ganze Küche ''butzen'', bevor Besuch kam.
Nach dem Schlachten wurde alles gründlich ''gebutzt''.  
|-
|-
|}
|}


Belege/Quellen
[[#top | Seitenanfang]]<br>


[https://bdo.badw.de/ Bayerns Dialekte Online], [https://www.koelsch-woerterbuch.de/ Kölnisch Wörterbuch] (nicht werbefrei), Mecklenburgisches Wörterbuch, [https://lioe.dioe.at/ Mundarten in Österreich], Pfälzisches Wörterbuch, Rheinisches Wörterbuch<br>
==Belege/Quellen==
----
 
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
[https://www.dwds.de/wb/dunnemals DWDS],
|[[Info - Butz | '''Weiterführende Informationen zu den Grundwörtern ''Butz, Butze, Butzen''''']]
[https://de.wiktionary.org/wiki/dunnemals Wiktionary], 
|-
[https://www.woerterbuchnetz.de/#0 Wörterbuchnetz],
|siehe auch die Wörterseiten '''''[[Butzemann]]'', ''[[Butzenscheibe]]''''' und '''''[[putzig]]'''''
[https://www.zdl.org/?q=dunnemals ZDL]
|-
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
<br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[dunnemals|'''zurück zur Wortgeschichte ''dunnemals''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
__INDEX__
----


= Info - Butz (Wortgruppe) =
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Butz (Wortgruppe)|'''zurück zur Wortgeschichte ''Butz (Wortgruppe)''''']]
|}
----
----
Die Wortfamilie um ''Butz, Butze, Butzen, Bütz, Butzel, Butzi'' usw. gehört zu den besonders vielgestaltigen und komplexen Bereichen des deutschen Dialektwortschatzes. Zahlreiche Belege aus dialektalen Wörterbüchern zeigen eine außerordentliche Bedeutungsvielfalt, die von konkreten Sachbezeichnungen über Körper- und Naturphänomene bis hin zu Figuren des Volksglaubens reicht.
=Eberesche=
__TOC__
__TOC__
==Bedeutungsgruppen==
Aus der Bedeutung ''Butz = Stoß, Schlag'' hat sich die Bedeutung ''Kern, Klumpen'' und hieraus viele verschiedene regionale Bedeutungen. Ob die Bedeutung ''Butz = Schreckgestalt/Kobold'' ebenfalls aus stoßen und schlagen entwickelt hat ist  umstritten. Sehr wahrscheinlich ist, dass auch das Verb ''putzen'' auf die Wortgruppe ''Butz'' zurückgeführt werden kann. Es ergeben sich daher fünf Bedeutungsgruppen:


'''1. Stoß'''
== Wortherkunft ==
:'''Beschreibung:''' Grundbedeutung „stoßen, schlagen, berühren“
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
::'''Beispielwörter:''' butzen, Butz, Butzekopf
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
::'''Beispielsätze:''' ''Pass auf, sonst butzt du noch gegen die Tür! Der Widder gab ihm einen heftigen Butz gegen das Bein.''
| Der erste Teil des Wortes (''eber'') hat seinen Namen von der Farbe der Blätter und Früchte. Das alte (gallische) Wort ''eburo'' bedeutete ''rötlich braun''.
 
Die Blätter der ''Eberesche'' ähneln den Blättern einer ''Esche.'' Daher stammt der zweite Teil des Wortes. Beide Bäume haben außer dem Namen sonst keine Gemeinsamkeiten.
'''2. Kern / Klumpen'''
:'''Beschreibung:''' rundliche Masse, Rest, verdichteter Bestandteil
::'''Beispielwörter:''' Butzen, Bütz, Hagebutz, Fettbutzen
::'''Beispielsätze:''' ''Die Kinder sammelten die Apfelbutzen im Korb. In der Suppe schwamm noch ein kleiner Fettbutzen.''
 
'''3. regional / sekundär'''
:'''Beschreibung:''' regionale Erweiterungen, Übertragungen und Neubildungen
::'''Beispielwörter:''' Butzknecht, Butzbar, butzig, Butzilein
::'''Beispielsätze:''' ''Der alte Butz saß jeden Abend vor dem Haus und erzählte Geschichten. Du bist mir vielleicht ein lustiger kleiner Butz!''
'''4. Schreckgestalt'''
:'''Beschreibung:''' traditionelle Angst- und Maskenfiguren
::'''Beispielwörter:''' Butzemann, Butzenbär, Butzenmärtel
::'''Beispielsätze:''' ''Mit dem Butzen drohte man früher unartigen Kindern. Der Butzemann versteckt sich angeblich im Keller.''
Eine Auswertung der Wörterbuchbelege zeigt, dass es sich nicht um ein einheitliches Bedeutungsfeld handelt, sondern um ein komplexes Netz mehrerer Bedeutungsfelder, die sich regional unterschiedlich entfaltet haben.
 
'''1 a) Stoß / Bewegung'''
:'''Beschreibung:''' körperliche Einwirkung, Stoß, Anprall, drückende Bewegung
::'''Beispiele:''' butzen, Butz, Butzekopf, Butzelbock
 
''' 1 b) Spiel '''
:'''Beschreibung:''' spielerische Stoßhandlungen, oft körperliche Spiele (v. a. Kopfstoßen)
::'''Beispiele:''' Butzen (Spiel), Fingerbutzeln, Butzelbock
 
'''1 c) Kuss / Zuneigung '''
:'''Beschreibung:''' abgeschwächte Berührung im Sinne von Kuss, Zärtlichkeit, Koseform
::'''Beispiele:''' Bütz, Butzi, Butzilein, Schnuckibutzi
 
''' 2 a) Kern / Rest / Klumpen '''
:'''Beschreibung:''' fester, abgesetzter Bestandteil; Rest, Kern oder rundlicher Klumpen
::'''Beispiele:''' Apfelbutzen, Hagebutz, Fettbutzen, Erdäpfelsbutz
 
''' 2 b) Schmutz / Körper '''
:'''Beschreibung:''' körperliche oder stoffliche Rückstände, meist unangenehme Substanzen
::'''Beispiele:''' Nasenbutzen, Rotzbutzen, Mistbutzen, Dochtbutzen
 
'''2 c) Menge / Bündel '''
:'''Beschreibung:''' zusammengefasste Masse, Bündel oder Ansammlung von Material
::'''Beispiele:''' Heubützig, Butzwelle, Barnbützig
 
''' 2 d) Körper (von Personen)'''
:'''Beschreibung:''' Knoten, Bläschen, Schmutz am Körper
::'''Beispiele:''' Haarbutz, Eiterbutzen, Adenbutzen, Bauchbutzen
 
''' 3 a) Personen '''
:'''Beschreibung:''' Bezeichnungen für Menschen, oft bewertend, verkleinernd oder scherzhaft
::'''Beispiele:''' Butz (Kind), Butzelbub, Butzknecht, Butzeknösel
 
''' 3 b) Tier- und Landwirtschaft '''
:'''Beschreibung:''' Bezeichnungen für Tiere, Pflanzen oder landwirtschaftliche Objekte
::'''Beispiele:''' Butzen (Ferkel), Strohbutzen, Hagebutz, Butzenbock
 
''' 3 c) Raum '''
:'''Beschreibung:''' kleine, oft einfache oder beengte Räume, Hütten oder Stuben
::'''Beispiele:''' Butze, Butzenstube, Butzenkammer
 
'''3 d). Wetter'''
:'''Beschreibung:''' kurze, stoßartige oder klumpenartige Niederschläge
::'''Beispiele:''' Schauerbutzen, Regenbutzen, Aprilbutzen
 
''' 3 e) Sonstiges '''
:'''Beschreibung:''' feste Redewendungen, übertragene Bedeutungen, unspezifische Verwendungen
::'''Beispiele:''' butz und gar, Butz (Rest), Butzware
 
''' 4. Schreckgestalt '''
:'''Beschreibung:''' furchterregende Figur des Volksglaubens oder Brauchtums
::'''Beispiele:''' Butzemann, Butzenbär, Butzenkerl, Faschingbutz
 
''' 5. ''butzen II'' '''
:'''Beschreibung:''' eigenständige Verbgruppe mit Bedeutungen wie reinigen, ordnen, bearbeiten
::'''Beispiele:''' butzen (putzen), aufbutzen, hineinbutzen, Abbutz
 
==Entstehung==
ahd. ''bōʒan'' = ''schlagen,'' ''stoßen,'' mhd.  ''bōʒen →'' ca. 14. Jh. ''butzen;'' ab ca. 16. Jh. ist das Verb untergegangen; die Nomen ''Butz, Butz, Butzen'' und regional auch Bütz, ''Bütz, Bütze'' sind in verschiedenen Dialekten erhalten geblieben.
 
mhd. butz = Kobold, Schreckgestalt  → Bedeutungserweiterung: Kobold → kleiner Mensch → Klumpen → Gegenstand → Handlung
 
== Bedeutung der Grundwörter ==
Die Wortgruppe Butz ist eine der vielfältigsten Wortgruppen in verschiedenen Dialekten und Regiolekten. Diese Wörter kommen sowohl in Norddeutschland und dem Rheinland als auch in Hessen, Süddeutschland, Elsass, Luxemburg, Österreich und der Schweiz vor. Bereits die Grundwörter werden - je nach Region - mit unterschiedlichen Bedeutungen belegt. Die folgende Tabelle enthält Beispiele für die Bedeutungsvielfalt der Grundwörter. Die Tabelle beschränkt sich beispielhaft auf die Regionen Mecklenburg (MeckWB), Rheinland (RhWB), die Pfalz (PfWB) und Bayern (BDO). Weitere Wörterbuchquellen findest du im Kapitel [[Info - Butz (Wortgruppe)#Belege/Quellen|Belege/Quellen]]. Die Tabelle ist nach den Grundwörtern geordnet. Du kannst diese aber auch nach den Spalten (Bedeutung, Gruppe, Ursprung, Quelle) sortieren und mehr über die Bedeutungen und Dialekte erfahren.
{| class="wikitable sortable mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 100%; margin:auto"
|+Die Bedeutungen der Grundwörter ''Butz, Butze, Butzen'' und mit Umlaut ''Bütz, Bütze, Bützen''
! style="width: 10%" |Lemma
! style="width: 30%" |Bedeutung
! style="width: 20%" |Gruppe
! style="width: 20%" |Ursprung
! style="width: 20%" |Quelle
|-
|-
|Butz
|
|Stoß, Schlag
|Die rohen Beeren der ''Eberesche'' sind für Menschen zwar nicht giftig, können aber durch ihren bitteren Geschmack Bauchschmerzen verursachen. Wenn sie aber gekocht werden, dann verlieren sie ihre Bitterkeit.
|1a) Stoß / Bewegung
Die Beeren der Eberesche werden von vielen Vogelarten als Nahrung geschätzt. Daher wird dieser Baum auch ''Vogelbeere'' genannt.
|1. Stoß
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10283#0 RhWB: Butz I, ]
|-
|-
|Butz
|
|Stoß (in Redewendungen)
|Die folgenden Bilder zeigen links eine Allee mit Ebereschen.  Hier kannst du schön die rötlich braune Farbe der Blätter erkennen. Danach ist der Baum im ersten Wortteil benannt: eber = rötlich braun. Daneben siehst du die Blätter und Früchte der  Eberesche. Im Vergleich siehst du auf dem Bild daneben die Blätter einer Esche. Die Blätter der beiden Bäume sind sehr ähnlich. Daran kannst du erkennen, warum die Leute früher den zweiten Teil des Namens nach der Esche genannt haben.
|1a) Stoß / Bewegung
|1. Stoß
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10315 RhWB: Butz, Bed. 1a, ]
|-
|-
|Butz
|
|Wurfhölzchen
|
|1b) Spiel
<gallery mode="nolines" perrow="4" widths="200px">
|1. Stoß
file:20260212_Vogelbeere_allee.jpg|Eberesche Baum-Allee
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=PfWB&lemid=B07816#0 PfWB: Butz1, Bed. 3 ]
file:20260212_Werne-12-07-08_126a.jpg|Eberesche Blatt, Früchte
file:20260212_Fraxinus-excelsior-male-leaves.jpg|Esche Blatt
file:20260212_20121021Esche_Hockenheim.jpg|Esche im Herbst
</gallery>
|-
|-
|Butz
|
|Kuss
|Wenn du mehr über die ''Eberesche'' wissen möchtest, dann findest du auf der [[Info - Eberesche| Infoseite]] weitere Hinweise.
|1c) Kuss / Kosennamen
|1. Stoß
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10315 RhWB: Butz, Bed. 2 ]
|-
|-
|Butz
|}
|Auswuchs
 
|2a) Kern / Rest / Klumpen
== Hinweise zum Wort ''Eberesche'' ==
|2. Kern, Klumpen
{|style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=PfWB&lemid=B07817#0 PfWB: Butz2, Bed. 12 ]
|style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| Laubbaum mit rötlich braunen Früchten
|-style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
| ''Die Eberesche ist ein anderer Name für die Vogelbeere.''
|-style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
| '''Wortart:''' Nomen
'''Worttrennung:''' Eber-esche
 
'''Aussprache:''' [ˈeːbɐˌʔɛʃə]
|-
|-
|Butz
|}
|Narbe am Obst
==Wortformen==
|2a) Kern / Rest / Klumpen
<div style="font-size:1.2em"> In allen vier Fällen ist die Endung für die Einzahl (Singular) ''e'' und für die Mehrzahl (Plural) ''en'':</div>
|2. Kern, Klumpen
{|class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size: 1.2em"
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10315 RhWB: Butz, Bed. 1b ]
!style="width: 14%"|
!style="width: 20%"|
!style="width: 33%"|Singular
!style="width: 33%"|Plural
|-
|-
|Butz
!style="width: 14%;text-align:left"|1. Fall
|große Menge
!style="width: 20%"|Nominativ
|2c) Menge / Bündel
|die Eberesch'''<u>e</u>'''
|2. Kern, Klumpen
|die Eberesch'''<u>en</u>'''
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=PfWB&lemid=B07817#0 PfWB: Butz2, Bed. 15 ]
|-
|-
|Butz
!style="text-align:left"|2. Fall
|Strohwisch
!Genitiv
|2c) Menge / Bündel
|der Eberesch'''<u>e</u>'''
|2. Kern, Klumpen
|der Eberesch'''<u>en</u>'''
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=PfWB&lemid=B07817#0 PfWB: Butz2, Bed. 16a ]
|-
|-
|Butz
!style="text-align:left"|3. Fall
|Strauß
!Dativ
|2c) Menge / Bündel
|der Eberesch'''<u>e</u>'''
|2. Kern, Klumpen
|den Eberesch'''<u>en</u>'''
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=PfWB&lemid=B07817#0 PfWB: Butz2, Bed. 16b ]
|-
|-
|Butz
!style="text-align:left"|4. Fall
|Haarbüschel
!Akkusativ
|2c) Menge / Bündel
|die Eberesch'''<u>e</u>'''
|2. Kern, Klumpen
|die Eberesch'''<u>en</u>'''
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=PfWB&lemid=B07817#0 PfWB: Butz2, Bed. 16c ]
|-
|-
|Butz
|}
|Kerngehäuse
 
|2a) Kern / Rest / Klumpen
</br>
|3. regional/sekundär
----
|[https://bdo.badw.de/suche?stichwort=Butz BDO]
{| style="width: 100%; text-align:center;"
| [[Info - Eberesche|'''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Eberesche''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
=Info - Eberesche=
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Eberesche|'''zurück zur Wortgeschichte ''Eberesche''''']]
|}
----
 
== Weiterführende Informationen zum Wort ''Eberesche'' ==
{|style="width: 100%; vertical-align:top;"
|style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Entstehung:'''
| ie. *erb(h)-, *reb(h)- = dunkelrötlich, bräunlich; air. ibar = Eibe; <abbr>ahd.</abbr> asc, <abbr>mhd.</abbr> asch = Esche; <abbr>frühnhd.</abbr> eberboum, eberasch, hd. Eberesche
|-style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
| -
|-style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
| -
 
|-style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
| Wenn du mehr über die Eberesche erfahren möchtest, so findest du leicht verständliche Beschreibung auf folgenden Internetseiten:[https://botanikus.de/informatives/giftpflanzen/alle-giftpflanzen/eberesche Botanikus], [https://www.oekolandbau.de/umwelt-und-gesellschaft/biodiversitaet/vielfalt-der-wildtiere-und-pflanzen/wir-stellen-vor-die-wildpflanze-des-monats/pflanze-des-monats-januar-2022-eberesche/ Ökolandbau], [https://nabu-leverkusen.de/natur-in-leverkusen/pflanzen/baeume/eberesche/ NABU]  
|-
|-
|Butz
|
|Haarknoten
|Die Schutzgemeinschaft deutscher Wald (SDW) benennt jedes Jahr einen Baum zum ''Baum des Jahres''. Viele Bilder und eine umfangreiche Beschreibung findest du auf der Internetseite der Schutzgemeinschaft deutscher Wald: [https://www.sdw.de/fileadmin/Bundesverband/01_Dateien/Baum_des_Jahres/1997_Baum_des_Jahres_Eberesche.pdf Baum des Jahres 1997: die Eberesche].
|2d) Körper Pers.
|}
|3. regional/sekundär
 
|[https://bdo.badw.de/suche?stichwort=Butz BDO]
== Unikales Morphem ? ==
|-
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
|Butz
| colspan="2" | Das Morphem ''eber'' kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert sondern nur in Verbindung mit ''Esche'' vor. Ein etymologischer Zusammenhang zum gleichlautenden Morphem ''Eber'' (= männliches Schwein, ahd. ebur, <abbr>mhd.</abbr> eber) besteht nicht.
|unreinliche Frau
|3a) Personen
|3. regional/sekundär
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=PfWB&lemid=B07816#0 PfWB: Butz1, Bed. 2 ]
|-
|-
|Butz
|style="width: 3%;text-align:left;"|[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Schutzmann
|Das Morphem ''eber'' ist in dieser Bedeutung <span style="color:green">'''ein unikales Morphem'''</span>.
|3a) Personen
|3. regional/sekundär
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=PfWB&lemid=B07817#0 PfWB: Butz2, Bed. 4 ]
|-
|-
|Butz
|}
|durchtriebener Mensch
 
|3a) Personen
[[#top | Seitenanfang]]</br>
|3. regional/sekundär
== Belege/Quellen ==
|[https://bdo.badw.de/suche?stichwort=Butz BDO]
 
[https://www.dwds.de/wb/Eberesche DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Eberesche Wiktionary], [https://www.owid.de/suche/wort?wort=Eberesche OWID], [https://www.zdl.org/?q=Eberesche ZDL] sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: [https://www.duden.de/rechtschreibung/Eberesche Duden Online-Wörterbuch], [https://www.wissen.de/search/all?keyword=Eberesche wissen.de], [https://www.wortbedeutung.info/Eberesche Wortbedeutung.info]
 
'''Abbildungen:''' Wikipedia: [https://de.wikipedia.org/wiki/Vogelbeere Eberesche]: 1 a) [https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4407020 Von Mbdortmund - Eigenes Werk, GFDL 1.2], 1 b) [https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=28748507 Von Straktur - Eigenes Werk, CC BY 3.0], Wikipedia: [https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeine_Esche Esche]: 2 a) [https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=22300978 Von AnRo0002 - Eigenes Werk, CC0],  2 b) [https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=232790 CC BY-SA 3.0]
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
<br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Eberesche|'''zurück zur Wortgeschichte ''Eberesche''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
----
 
=Eierschecke=
__TOC__
 
== Wortherkunft ==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| rowspan="2" style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
| Aus Eiern, Quark, Rosinen und Mandelsplittern bestehende Überzugmasse für einen Blechkuchen. In manchen Gegenden werden auch Äpfel, Quark und Mohn verwendet. Der Ursprung des Grundwortes ist unklar.
|-
|-
|Butz
|
|kleiner Mensch
|3a) Personen
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?stichwort=Butz BDO]
|-
|-
|Butz
|}
|Kind
 
|3a) Personen
== Hinweise zum Wort ''Eierschecke'' ==
|3. regional/sekundär
{|style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=PfWB&lemid=B07817#0 PfWB: Butz2, Bed. 6 ]
|style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|-
| Die Eierschecke ist eine Kuchenspezialität. Diese kommt ursprünglich aus Sachsen und Thüringen.
|Butz
|-style="vertical-align:top;"
|Polizist
|'''Beispielsatz:'''
|3a) Personen
| ''Ich mag vor allem die Dresdener Eierschecke.''
|3. regional/sekundär
|-style="vertical-align:top;"
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10283#0 RhWB: Butz III, ]
|'''Wortinfo:'''
|-
| '''Wortart:''' Nomen
|Butz
'''Worttrennung:''' Ei-er-sche-cke
|dummer Kerl
 
|3a) Personen
'''Aussprache:''' [ˈaɪ̯ɐˈʃɛkə]
|3. regional/sekundär
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10285 RhWB: Butz VI, Bed. 2 ]
|-
|Butz
|Gelbschnabel
|3a) Personen
|3. regional/sekundär
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10315 RhWB: Butz, Bed. 4 ]
|-
|-
|Butz
|}
|Schwein
 
|3b) Tier / Landwirtschaft
== Wortformen ==
|3. regional/sekundär
<div style="font-size:1.2em"> In fast allen vier Fällen wird in der Einzahl (Singular) das Grundwort ''Eierschecke'' und in der Mehrzahl (Plural) ''Eierschecken'' verwendet.</div>
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=PfWB&lemid=B07816#0 PfWB: Butz1, Bed. 1 ]
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size: 1.2em"
! style="width: 14%" |
! style="width: 20%" |
! style="width: 33%" |Singular
! style="width: 33%" |Plural
|-
|-
|Butz
! style="width: 14%;text-align:left" |1. Fall
|Rinderkrankheit
! style="width: 20%" |Nominativ
|3b) Tier / Landwirtschaft
|die Eierschecke
|3. regional/sekundär
|die Eierschecke'''<u>n</u>'''
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=PfWB&lemid=B07817#0 PfWB: Butz2, Bed. 17 ]
|-
|-
|Butz
! style="text-align:left" |2. Fall
|kleiner Hund
!Genitiv
|3b) Tier / Landwirtschaft
|der Eierschecke
|3. regional/sekundär
|der Eierschecke'''<u>n</u>'''
|[https://bdo.badw.de/suche?stichwort=Butz BDO]
|-
|-
|Butz
! style="text-align:left" |3. Fall
|Vogel, Kauz
!Dativ
|3b) Tier / Landwirtschaft
|der Eierschecke
|3. regional/sekundär
|den Eierschecke'''<u>n</u>'''
|[https://bdo.badw.de/suche?stichwort=Butz BDO]
|-
|-
|Butz
! style="text-align:left" |4. Fall
|kleines Tier
!Akkusativ
|3b) Tier / Landwirtschaft
|die Eierschecke
|3. regional/sekundär
|die Eierschecke'''<u>n</u>'''
|[https://bdo.badw.de/suche?stichwort=Butz BDO]
|-
|-
|Butz
|}
|Kalb-Rind-Stufe
 
|3b) Tier / Landwirtschaft
<br>
|3. regional/sekundär
----
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10285 RhWB: Butz VI, Bed. 1 ]
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|-
| '''[[Info - Eierschecke|Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Eierschecke'']]'''
|Butz
|}
|dunkle Wolke
{{WörterABC-Tabelle}}
|3d) Wetter
__INDEX__
|3. regional/sekundär
 
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=PfWB&lemid=B07817#0 PfWB: Butz2, Bed. 14a ]
= Info - Eierschecke =
|-
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|Butz
|'''[[Eierschecke|zurück zur Wortgeschichte ''Eierschecke'']]'''
|Regenschauer
|}
|3d) Wetter
----
|3. regional/sekundär
 
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=PfWB&lemid=B07817#0 PfWB: Butz2, Bed. 14b ]
__TOC__
|-
== Weiterführende Informationen zum Wort ''Eierschecke'' ==
|Butz
{|style="width: 100%; vertical-align:top;"
|Grasplatz
|style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Entstehung:'''
|3e) Sonstiges
| '''Schecke:''' ahd. schecho, mhd. schëcke, schëgge - ''eng anschliessender durchsteppter leibrock, der auch als panzer gebraucht wurde'' (sh. [[Eierschecke#Belege/Quellen|Quelle]]). Eierschecke: Im 14. Jh. war ''Schecke'' die Bezeichnung für einen Männerrock, der an der Taille mit einem breiten Gürtel eng geschnürt wurde. Diese Dreiteilung des Rocks war vermutlich Namensgeber für das Wort Eierschecke (sh. [https://de.wikipedia.org/wiki/Eierschecke Quelle]).
|3. regional/sekundär
|-style="vertical-align:top;"
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=PfWB&lemid=B07817#0 PfWB: Butz2, Bed. 13 ]
|'''Wortbildungen:'''
| -
|-style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
| -
 
|-style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
| Kochrezepte (nicht werbefrei): [https://eierschecken.de/ Die Eierschecke], [https://www.ddr-rezepte.de/suess/dresdner-eierschecke/ Dresdener Eierschecke], [https://de.wikibooks.org/wiki/Kochbuch/_Freiberger_Eierschecke Freiberger Eierschecke],
|}
 
== Unikales Morphem ? ==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" | Das Morphem ''scheck(e)'' kommt in dieser Bedeutung im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und auch in keinen anderen Wortbildungen vor.
|-
|-
|Butz
|style="width: 3%;text-align:left;"|[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Waschkessel
|Das Morphem ''scheck(e)'' ist daher<span style="color:green"> '''ein unikales Morphem'''</span>.
|3e) Sonstiges
|3. regional/sekundär
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10283#0 RhWB: Butz IV, ]
|-
|-
|Butz
|}
|Schnaps
 
|3e) Sonstiges
[[#top | Seitenanfang]]</br>
|3. regional/sekundär
== Belege/Quellen ==
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10315 RhWB: Butz, Bed. 3 ]
 
|-
[https://www.dwds.de/wb/Eierschecke DWDS], [https://www.owid.de/suche/wort?wort=Eierschecke OWID], [https://www.zdl.org/?q=Eierschecke ZDL] sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: [https://www.duden.de/rechtschreibung/Eierschecke Duden Online-Wörterbuch], [https://www.wissen.de/search/all?keyword=Eierschecke wissen.de], [https://www.wortbedeutung.info/Eierschecke Wortbedeutung.info]
|Butz
 
|Fastnachtsfigur
'''Entstehung:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Eierschecke Wikipedia], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=BMZ&lemid=S00990 Mittelhochdeutsches Wörterbuch] (BMZ), [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Lexer&lemid=S01227#0 Mittelhochdeutsches Handwörterbuch] (Lexer),
|4) Schreckgestalt
 
|4. Schreckgestalt
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=PfWB&lemid=B07817#0 PfWB: Butz2, Bed. 1 ]
 
|-
<br>
|Butz
----
|Schreckgestalt
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|4) Schreckgestalt
|'''[[Eierschecke|zurück zur Wortgeschichte ''Eierschecke'']]'''
|4. Schreckgestalt
|}
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=PfWB&lemid=B07817#0 PfWB: Butz2, Bed. 3 ]
{{WörterABC-Tabelle}}
|-
__INDEX__
|Butz
 
|Wildscheuche
----
|4) Schreckgestalt
=Elfenbein=
|4. Schreckgestalt
__TOC__
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=PfWB&lemid=B07817#0 PfWB: Butz2, Bed. 5 ]
 
|-
== Wortherkunft ==
|Bütz
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|Kerngehäuse Apfel
| rowspan="2" style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|2a) Kern / Rest / Klumpen
| Aus dem althochdeutschen Wort für ''helfant'' (= Elefant) entwickelte sich schon früh das Wort ''helfenbein''. Das althochdeutsche Wort bein hatte früher auch die Bedeutung Knochen. Das ''helfenbein'' war also ein ''Knochen des Elefanten''.
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Bütz BDO]
|-
|-
|Bütz
|
|kleiner Brotlaib
|2a) Kern / Rest / Klumpen
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Bütz BDO]
|-
|-
|Bütz
|}
|Abfall beim Gemüseputzen
 
|2b) Schmutz
== Hinweise zum Wort ''Elfenbein'' ==
|2. Kern, Klumpen
{|style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Bütz BDO]
|style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| Material von Tierzähnen, Stoßzähne vor allem von Elefanten, Mammut und Walen
|-style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
| ''Die Stoßzähne der Elefanten sind aus Elfenbein.''
|-style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
| '''Wortart:''' Nomen
'''Worttrennung:''' El-fen-bein
 
'''Aussprache:''' [ˈɛlfn̩ˌbaɪ̯n]
|-
|-
|Bütz
|}
|Haarknoten
== Wortformen ==
|2d) Körper Pers.
<div style="font-size:1.2em"> In fast allen vier Fällen wird das Grundwort ''Elfenbein'' verwendet. Im 2. und 3. Fall Einzahl (Genetiv, Singular) gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten. In der Mehrzahl (Plural) wird ein ''e'' an das Grundwort angehängt. Im 3. Fall Mehrzahl (Dativ, Plural) wird ''n'' ergänzt.:</div>
|2. Kern, Klumpen
{| class="wikitable" style="width: 75%; vertical-align:top;margin:auto; font-size: 1.2em"
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Bütz BDO]
! style="width: 12%" |
|-
! style="width: 15%" |
|Bütz
! style="width: 40%" |Singular
|Kuss
! style="width: 33%" |Plural
|1c) Kuss / Kosennamen
|1. Stoß
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10315 RhWB: Butz, Bed. 2 ]
|-
|butz (Adv.)
|plötzlich, sofort
|1a) Stoß / Bewegung
|1. Stoß
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=B06223#0 MeckWB: butz, ]
|-
|-
|butz (Interj.)
! style="width: 14%;text-align:left" |1. Fall
|Laut beim Aufprall („bums“)
! style="width: 20%" |Nominativ
|1a) Stoß / Bewegung
|das Elfenbein
|1. Stoß
|die Elfenbein'''e'''
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=B06223#0 MeckWB: butz, ]
|-
|-
|Butze
! style="text-align:left" |2. Fall
|Obstrest
!Genitiv
|2a) Kern / Rest / Klumpen
|des Elfenbein'''s''', des Elfenbein'''es'''
|2. Kern, Klumpen
|der Elfenbein'''e'''
|[https://fwb-online.de/go/butze.s.0m_1755134467 FWB: Butze, ]
|-
|-
|Butze
! style="text-align:left" |3. Fall
|Dochtrest
!Dativ
|2b) Schmutz
|dem Elfenbein, dem Elfenbein'''e'''
|2. Kern, Klumpen
|den Elfenbein'''en'''
|[https://fwb-online.de/go/butze.s.0m_1755134467 FWB: Butze, Bed. 4 ]
|-
|-
|Butze
! style="text-align:left" |4. Fall
|Tintenklecks
!Akkusativ
|2b) Schmutz
|das Elfenbein
|2. Kern, Klumpen
|die Elfenbein'''e'''
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=PfWB&lemid=B07817#0 PfWB: Butz2, Bed. 8 ]
|-
|-
|Butze
|}
|Nasenschleim
 
|2d) Körper Pers.
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|2. Kern, Klumpen
| '''[[Info - Elfenbein|Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Elfenbein'']]'''
|[https://fwb-online.de/go/butze.s.0m_1755134467 FWB: Butze, Bed. 3 ]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
= Info - Elfenbein =
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|'''[[Elfenbein|zurück zur Wortgeschichte ''Elfenbein'']]'''
|}
----
== Weiterführende Informationen zum Wort ''Elfenbein'' ==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
|-
|-
|Butze
|style="text-align:left;vertical-align:top" |'''Entstehung:'''
|Eiterpfropf
| '''Elefant:''' griech. ἐλέφας (eléphās) > ahd. helfant; ahd. helfantbein = Elefantenknochen, Elfenbein, mhd. helfenbein; ab 16. Jh. auch ''elfenbein'' (in Angleichung an  griech. und lat. ohne ''h'')
|2d) Körper Pers.
|2. Kern, Klumpen
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=PfWB&lemid=B07817#0 PfWB: Butz2, Bed. 7b ]
|-
|-
|Butze
|style="text-align:left;vertical-align:top" |'''Wortbildungen:'''
|Streifen, wo die Saat zu dicht steht (aneinanderstößt)
[https://de.wiktionary.org/wiki/Elfenbein Elfenbein]:
|1a) Stoß / Bewegung
|'''Adjektive:''' [https://www.dwds.de/wb/elfenbeinartig?o=Elfenbeinartig elfenbeinartig], [https://de.wiktionary.org/wiki/elfenbeinern elfenbeinern], [https://de.wiktionary.org/wiki/elfenbeinfarben elfenbeinfarben]
|3. regional/sekundär
'''Nomen:''' [https://www.dwds.de/wb/Elfenbeinarbeit Elfenbeinarbeit], [https://de.wiktionary.org/wiki/Elfenbeinbüste Elfenbeinbüste], [https://de.wiktionary.org/wiki/Elfenbeinexport Elfenbeinexport], [https://www.dwds.de/wb/Elfenbeinfächer Elfenbeinfächer], [https://www.dwds.de/wb/Elfenbeinfarbe Elfenbeinfarbe], [https://de.wiktionary.org/wiki/Elfenbeinfigur Elfenbeinfigur], [https://www.dwds.de/wb/Elfenbeingegenstand Elfenbeingegenstand], [https://de.wiktionary.org/wiki/Elfenbeingriff Elfenbeingriff], [https://www.dwds.de/wb/Elfenbeinhandel Elfenbeinhandel], [https://www.dwds.de/wb/Elfenbeinhändler Elfenbeinhändler], [https://www.dwds.de/wb/Elfenbeinimitation Elfenbeinimitation], [https://de.wiktionary.org/wiki/Elfenbeinjäger Elfenbeinjäger], [https://www.dwds.de/wb/Elfenbeinkamm Elfenbeinkamm], [https://www.dwds.de/wb/Elfenbeinkästchen Elfenbeinkästchen], [https://www.dwds.de/wb/Elfenbeinknopf Elfenbeinknopf], [https://de.wiktionary.org/wiki/Elfenbeinkopf Elfenbeinkopf], [https://de.wiktionary.org/wiki/Elfenbeinkugel Elfenbeinkugel],[https://de.wiktionary.org/wiki/Elfenbeinlöffel Elfenbeinlöffel],[https://de.wiktionary.org/wiki/Elfenbeinpalast Elfenbeinpalast], [https://www.dwds.de/wb/Elfenbeinporzellan Elfenbeinporzellan], [https://www.dwds.de/wb/Elfenbeinschnitzerei Elfenbeinschnitzerei],  [https://de.wiktionary.org/wiki/Elfenbeinthron Elfenbeinthron], [https://de.wiktionary.org/wiki/Elfenbeinturm Elfenbeinturm] (Redensart), [https://www.dwds.de/wb/Elfenbeinturm Elfenbeinturm] , [https://de.wiktionary.org/wiki/Mammutelfenbein Mammutelfenbein], ...
|[https://bdo.badw.de/suche?stichwort=Butze BDO]
|-
|-
|Butze
|style="text-align:left;vertical-align:top" |'''Namen:'''
|kleines mageres Mädchen
|Länder: [https://de.wikipedia.org/wiki/Elfenbeink%C3%BCste Elfenbeinküste] (Land in Afrika)
|3a) Personen
Pflanzen: [https://de.wikipedia.org/wiki/Elfenbein-Mannstreu Elfenbein-Mannstreu] (Pflanze), [https://de.wikipedia.org/wiki/Elfenbein-R%C3%B6hrling Elfenbeinröhrling] (Pilzart), [https://de.wikipedia.org/wiki/Elfenbein-Schneckling Elfenbeinschneckling] (Pilzart),
|3. regional/sekundär
 
|[https://bdo.badw.de/suche?stichwort=Butze BDO]
Tiere: [https://de.wikipedia.org/wiki/Elfenbein-Federlibelle Elfenbein-Federlibelle] (Libellenart), [https://de.wikipedia.org/wiki/Elfenbein-Flechtenb%C3%A4rchen Elfenbein-Flechtenbärchen] (Schmetterling), [https://de.wikipedia.org/wiki/Elfenbeinm%C3%B6we Elfenbeinmöwe] (Mövenart), [https://de.wikipedia.org/wiki/Elfenbeinspecht Elfenbeinspecht] (Vogelart), ...
|-
|-
|Butze
|style="text-align:left;vertical-align:top" |'''sonstiges:'''
|dicke, kleine Frau
|[https://de.wikipedia.org/wiki/Elfenbeinturm Elfenbeinturm] (Metapher), Elfenbeinmuseum in [https://www.schloesser-hessen.de/de/schloss-erbach/elfenbeinmuseum Schloss Erbach]
|3a) Personen
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?stichwort=Butze BDO]
|-
|-
|Butze
|style="text-align:left;vertical-align:top" |'''Ableitungen:'''
|Raum unter Treppe
| -
|3c) Raum
|-
|3. regional/sekundär
|style="text-align:left;vertical-align:top" |'''Interessantes:'''
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=B06223#0 MeckWB: Butze, ]
| Interessante Artikel für Kinder findest du im Klexikon ([https://klexikon.zum.de/wiki/Elefanten Elefant], [https://klexikon.zum.de/wiki/Elfenbein Elfenbein]) und im Mini-Klexikon ([https://miniklexikon.zum.de/wiki/Elefanten Elefant], [https://miniklexikon.zum.de/wiki/Elfenbein Elfenbein]). eine interessante Sendung für Kinder über Elefanten, Elfenbein und Elfenbeinschmuggel findest du in der Sendereihe [https://www.kika.de/loewenzahn/videos/suedafrika-elefanten-zwei-100 Löwenzahn].
|}
 
== Unikales Morphem ? ==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" | Das Morphem ''elfen'' kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert vor. Wortbildungen sind nur zusammen mit dem Nomen ''bein'' bekannt. Einen etymologischen Zusammenhang des Wortes mit dem Zahlwort ''elf'' oder ''den'' ''Elfen'' (Fabelwesen) gibt es nicht.
|-
|-
|Butze
|style="width: 3%;text-align:left;"|[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Verschlag
|Das Morphem ''elfen'' ist daher<span style="color:green"> '''ein unikales Morphem'''</span>.
|3c) Raum
|3. regional/sekundär
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=B06223#0 MeckWB: Butze, ]
|-
|-
|Butze
|}
|Alkoven
 
|3c) Raum
[[#top | Seitenanfang]]</br>
|3. regional/sekundär
== Belege/Quellen ==
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=B06223#0 MeckWB: Butz, ]
 
|-
[https://www.dwds.de/wb/Elfenbein DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Elfenbein Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de/#0 Wörterbuchnetz] (versch. Wörterbücher, vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=E01152 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=E01616 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=E03854 Grimm]), [https://www.owid.de/suche/wort?wort=Elfenbein OWID], [https://www.zdl.org/?q=Elfenbein ZDL] sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: [https://www.duden.de/rechtschreibung/Elfenbein Duden Online-Wörterbuch], [https://www.wissen.de/search/all?keyword=Elfenbein wissen.de], [https://www.wortbedeutung.info/Elfenbein Wortbedeutung.info]
|Butze
 
|Wiege
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
|3c) Raum
 
|3. regional/sekundär
<br>
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=B06223#0 MeckWB: Butzebaba, ]
----
|-
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|Butze
|'''[[Elfenbein|zurück zur Wortgeschichte ''Elfenbein'']]'''
|Gespenst
|}
|4) Schreckgestalt
{{WörterABC-Tabelle}}
|4. Schreckgestalt
__INDEX__
|[https://fwb-online.de/go/butze.s.0m_1755134467 FWB: Butze, Bed. 1 ]
 
|-
----
|Bütze
=emsig=
|Beule, Vertiefung durch Stoß, Schlag
<nowiki>{{DISPLAYTITLE:emsig}}</nowiki>
|1a) Stoß / Bewegung
 
|1. Stoß
----
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10317 RhWB, 2a]
__TOC__
|-
== Wortherkunft ==
|Bütze
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|Stoß
| rowspan="2" style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|1a) Stoß / Bewegung
| Aus dem alten Adjektiv ''emiʒ'' (= fortwährend, ständig, immer) entwickelte sich schon im frühen Mittelalter die Adjektivform mit der Nachsilbe (Suffix) -''ig'', zunächst ''emiʒʒig'', später  ''emʒic''. in der Bedeutung ''häufig, eifrig''.
|1. Stoß
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10315 RhWB: Bütz(e), Bed. 1 ]
|-
|Bütze
|Klickerkaule
|1b) Spiel
|1. Stoß
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10315 RhWB: Bütz(e), Bed. 2b ]
|-
|Bütze
|Wurfklicker
|1b) Spiel
|1. Stoß
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10315 RhWB: Bütz(e), Bed. 3 ]
|-
|Bütze
|Brüste
|2d) Körper Pers.
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?stichwort=Bütze BDO]
|-
|Butzen
|Kerngehäuse
|2a) Kern / Rest / Klumpen
|2. Kern, Klumpen
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=ElsWB&lemid=P02572#0 ElsWB: Butzen, ]
|-
|Butzen
|Hagebutten(krone)
|2a) Kern / Rest / Klumpen
|2. Kern, Klumpen
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=B06223#0 MeckWB: Butzen1, ]
|-
|Butzen
|Kelchrest
|2a) Kern / Rest / Klumpen
|2. Kern, Klumpen
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=PfWB&lemid=B07817#0 PfWB: Butz2, Bed. 11b ]
|-
|Butzen
|Maiskolbenrest
|2a) Kern / Rest / Klumpen
|2. Kern, Klumpen
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=PfWB&lemid=B07817#0 PfWB: Butz2, Bed. 11c ]
|-
|Butzen
|Erdschollen
|2a) Kern / Rest / Klumpen
|2. Kern, Klumpen
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10366 RhWB: Butzen I, ]
|-
|-
|Butzen
| Das Wort kommt nur im deutschsprachigen Raum vor.
|Metallplättchen in Stoffknöpfen
|2a) Kern / Rest / Klumpen
|2. Kern, Klumpen
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10372 RhWB: Butzen I,I ]
|-
|-
|Butzen
|}
|Augengries
== Hinweise zum Wort ''emsig'' ==
|2d) Körper Pers.
{|style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|2. Kern, Klumpen
|style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|[https://fwb-online.de/go/butze.s.0m_1755134467 FWB: Butze, Bed. 5 ]
| ausdauernd, mit großem Eifer und fleiß arbeiten; unermüdlich, tüchtig
|-style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
| ''Die Bienen sammeln emsig Pollen und fliegen von Blüte zu Blüte.''
|-style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
| '''Wortart:''' Adjektiv
'''Worttrennung:''' em-sig
 
'''Aussprache:''' [ˈɛmzɪç]
|-
|-
|Butzen
|}
|Nasenpopel
== Wortformen ==
|2d) Körper Pers.
<div style="font-size:1.2em"> Das Adjektiv ''emsig'' wird regelhaft gesteigert.:</div>
|2. Kern, Klumpen
{| class="wikitable" style="width: 50%; vertical-align:top;margin:auto; font-size: 1.2em"
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10366 RhWB: Butzen III, Bed. 2a ]
! style="width: 30%" |Grundstufe (Positiv)
! style="width: 30%" |Vergleichsstufe (Komparativ)
! style="width: 40%" |Höchststufe (Superlativ)
|-
|-
|Butzen
|emsig
|Knospe, Blüte
|emsiger
|2a) Kern / Rest / Klumpen
|am emsigsten
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?stichwort=Butzen BDO]
|-
|-
|Butzen
|}
|Blütenrest an der Frucht
 
|2a) Kern / Rest / Klumpen
----
|3. regional/sekundär
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[https://bdo.badw.de/suche?stichwort=Butzen BDO]
| '''[[Info - emsig|Weiterführende Informationen zum Grundwort ''emsig'']]'''
|-
|}
|Butzen
{{WörterABC-Tabelle}}
|abgeschnittener Baumstamm
__INDEX__
|2a) Kern / Rest / Klumpen
 
|3. regional/sekundär
= Info - emsig =
|[https://bdo.badw.de/suche?stichwort=Butzen BDO]
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|'''[[Emsig|zurück zur Wortgeschichte ''emsig'']]'''
|}
----
__TOC__
== Weiterführende Informationen zum Wort ''emsig'' ==
{|style="width: 100%; vertical-align:top;"
|style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Entstehung:'''
| <abbr>ahd.</abbr> emiʒʒīg, emeʒʒīg, <abbr>mhd.</abbr> emʒec, emʒic = beständig, fortwährend, beharrlich
|-style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
| -
|-style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
| Emsigkeit
|}
 
== Unikales Morphem ? ==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" | Das Morphem ''ems'' im Adjektiv ''emsig'' kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert vor. Von diesem Morphem gibt es nur eine Ableitung/Wortbildung (= ''Emsigkeit''). Die Grundlage ist die Wortbildung ''ems + ig''. Einen etymologischen Zusammenhang mit anderen gleichlautenden Morphemen oder Namen gibt es nicht.
|-
|-
|Butzen
|style="width: 3%;text-align:left;"|[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Quaste, am spitzen Ende einer Zipfelmütze
|Das Morphem ''ems'' ist daher in dieser Bedeutung<span style="color:green"> '''ein unikales Morphem'''</span>.
|2a) Kern / Rest / Klumpen
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?stichwort=Butzen BDO]
|-
|-
|Butzen
|}
|verkohltes Dochtende
 
|2b) Schmutz
[[#top | Seitenanfang]]</br>
|3. regional/sekundär
== Belege/Quellen ==
|[https://bdo.badw.de/suche?stichwort=Butzen BDO]
[https://www.dwds.de/wb/emsig DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/emsig Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de/#0 Wörterbuchnetz] (versch. Wörterbücher, vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=E01209 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=E01890 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=E04194 Grimm]), [https://www.owid.de/suche/wort?wort=emsig OWID], [https://www.zdl.org/?q=emsig ZDL] sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: [https://www.duden.de/rechtschreibung/emsig Duden Online-Wörterbuch], [https://www.wissen.de/search/all?keyword=emsig wissen.de], [https://www.wortbedeutung.info/emsig Wortbedeutung.info]
|-
 
|Butzen
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
|Dreschabfall
 
|2b) Schmutz
<br>
|3. regional/sekundär
----
|[https://bdo.badw.de/suche?stichwort=Butzen BDO]
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|-
|'''[[Emsig|zurück zur Wortgeschichte ''emsig'']]'''
|Butzen
|}
|Adamsapfel
{{WörterABC-Tabelle}}
|2d) Körper Pers.
__INDEX__
|3. regional/sekundär
 
|[https://bdo.badw.de/suche?stichwort=Butzen BDO]
----
|-
=Engerling=
|Butzen
__TOC__
|Knoten in den Haaren
==Wortherkunft==
|2d) Körper Pers.
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|3. regional/sekundär
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|[https://bdo.badw.de/suche?stichwort=Butzen BDO]
|Aus dem althochdeutschen Wort ''angar'' = ''Made, Larve'' wurde später ''enger'' und dann die Verkleinerungsform ''Engerling''.
|-
|Butzen
|Eiterbläschen
|2d) Körper Pers.
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?stichwort=Butzen BDO]
|-
|Butzen
|körperliches Leiden, Gebrechen
|2d) Körper Pers.
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?stichwort=Butzen BDO]
|-
|Butzen
|Vorspringender Kehlkopf
|2d) Körper Pers.
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?stichwort=Butzen BDO]
|-
|-
|Butzen
|}
|unreinlicher, schmutziger Mensch
==Hinweise zum Wort ''Engerling''==
|3a) Personen
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|3. regional/sekundär
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|[https://bdo.badw.de/suche?stichwort=Butzen BDO]
|Der ''Engerling'' ist die Larve eines Maikäfert
|
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Die Engerlinge fressen die Wurzeln von unterschiedlichen Pflanzen.''
|-
| style="vertical-align:top;"|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Nomen
'''Worttrennung:''' En-ger-ling, En-ger-lin-ge
 
'''Aussprache:''' [ˈɛŋɐlɪŋ]
|
|-
|-
|Butzen
| rowspan="2" style="vertical-align:top;" |'''Interessantes:'''
|dicker, kleiner Mann
| style="vertical-align:top;"|Zu den Maikäfern gibt es eine interessante Seite im [https://klexikon.zum.de/wiki/Maik%C3%A4fer Klexikon]. Dort findest du auch eine Beschreibung der Entwicklung von der Larve (Engerling) bis zum Käfer.
|3a) Personen
| rowspan="2" style="width:15%; vertical-align:top" |[[file:20260303 Engerling Maikäfer melolontha 08.JPG|right|150px]]
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?stichwort=Butzen BDO]
|-
|-
|Butzen
|Die Engerlinge unterscheiden sich von anderen Larven unter anderem durch ihre Form. Sie sehen fast wie der Buchstabe "C" aus.
|auffallend körperlich schwaches Kind
|3a) Personen
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?stichwort=Butzen BDO]
|-
|-
|Butzen
|}
|körperlich schwächstes Kind in der Klasse
 
|3a) Personen
== Wortformen ==
|3. regional/sekundär
<div style="font-size:1.2em"> In fast allen vier Fällen wird das Grundwort ''Engerling'' verwendet. Im 2. Fall Einzahl (Genetiv, Singular) wird ein ''s'' angehängt. In der Mehrzahl (Plural) wird ein ''e'' angehängt und im 3. Fall Mehrzahl (Dativ, Plural) zusätzlich ein ''n'' ergänzt.:</div>
|[https://bdo.badw.de/suche?stichwort=Butzen BDO]
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size: 1.2em"
|-
! style="width: 14%" |
|Butzen
! style="width: 20%" |
|ungezogener Junge
! style="width: 33%" |Singular
|3a) Personen
! style="width: 33%" |Plural
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?stichwort=Butzen BDO]
|-
|Butzen
|kleiner Mensch
|3a) Personen
|3. regional/sekundär
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10366 RhWB: Butzen III, Bed. 3 ]
|-
|Butzen
|Schneegestöber
|3d) Wetter
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?stichwort=Butzen BDO]
|-
|-
|Butzen
! style="width: 14%;text-align:left" |1. Fall
|Aprilschauer
! style="width: 20%" |Nominativ
|3d) Wetter
|der Engerling
|3. regional/sekundär
|die Engerling'''<u>e</u>'''
|[https://bdo.badw.de/suche?stichwort=Butzen BDO]
|-
|-
|Butzen
! style="text-align:left" |2. Fall
|Wolke
!Genitiv
|3d) Wetter
|des Engerling'''<u>s</u>'''
|3. regional/sekundär
|der Engerling'''<u>e</u>'''
|[https://bdo.badw.de/suche?stichwort=Butzen BDO]
|-
|-
|Butzen
! style="text-align:left" |3. Fall
|Gewitterwolke
!Dativ
|3d) Wetter
|dem Engerling
|3. regional/sekundär
|den Engerling'''<u>en</u>'''
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10366 RhWB: Butzen III, Bed. 2c ]
|-
|-
|Butzen
! style="text-align:left" |4. Fall
|Verbotszeichen für den Schäfer
!Akkusativ
|3e) Sonstiges
|den Engerling
|3. regional/sekundär
|die Engerling'''<u>e</u>'''
|[https://bdo.badw.de/suche?stichwort=Butzen BDO]
|-
|-
|Butzen
|}
|Krautstrunk
----
|3e) Sonstiges
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|3. regional/sekundär
| [[Info - Engerling|'''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Engerling''''']]
|[https://bdo.badw.de/suche?stichwort=Butzen BDO]
|}
|-
{{WörterABC-Tabelle}}
|Butzen
__INDEX__
|Holzschuhe
 
|3e) Sonstiges
= Info - Engerling =
|3. regional/sekundär
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=B06223#0 MeckWB: Butzen2, ]
|'''[[Engerling|zurück zur Wortgeschichte ''Engerling'']]'''
|-
|}
|butzen
----
|jdmd. hauen, prügeln
__TOC__
|1a) Stoß / Bewegung
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Engerling''==
|1. Stoß
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10336 RhWB]
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Entstehung:'''
|-
|<abbr>ie.</abbr> *angu̯(h)- = Schlange, <abbr>ahd.</abbr> angar, <abbr>mhd.</abbr> anger, enger = Enger; bereits im 10. Jh. auch mit dem Suffix -ring und später -ling; <abbr>ahd.</abbr> engiring, engirling, <abbr>mhd.</abbr> engerlinc.
|butzen
|- style="vertical-align:top;"
|hüpfen
|'''Wortbildungen:'''
|1b) Spiel
| -
|1. Stoß
|- style="vertical-align:top;"
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10369 RhWB]
|'''Ableitungen:'''
|-
| -
|butzen
 
|Mensch: kräftigen Stuhlang haben
|- style="vertical-align:top;"
|2b) Schmutz
|'''Interessantes:'''
|2. Kern, Klumpen
|Als Engerling wird nicht nur die Larve des Maikäfers genannt. In der Biologie zählen hierzu alle Larven der Familie der [https://de.wikipedia.org/wiki/Scarabaeoidea Scarabaeoidea], also auch die Larven [https://de.wikipedia.org/wiki/Blatthornk%C3%A4fer Blatthornkäfer], [https://de.wikipedia.org/wiki/Erdk%C3%A4fer Erdkäfer], [https://de.wikipedia.org/wiki/Hirschk%C3%A4fer Hirschkäfer], [https://de.wikipedia.org/wiki/Mistk%C3%A4fer Mistkäfer], [https://de.wikipedia.org/wiki/Rosenk%C3%A4fer Rosenkäfer] und weltweit über 35.000 weitere Arten. ([https://de.wikipedia.org/wiki/Scarabaeoidea Quelle]).
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10336 RhWB]
|}
|-
 
|butzen
==Unikales Morphem ?==
|Nachgeburt der Kuh ausstoßen
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
|3b) Tier / Landwirtschaft
| colspan="2" |Das Morphem ''enger'' kommt nicht isoliert vor und hiervon gibt es auch keine Wortbildungen. Die Bezeichnung für die Maikäfer Larven als ''Engerling'' ist nicht verwandt mit dem Adjektiv ''eng''.  
|2. Kern, Klumpen
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10336 RhWB]
|-
|butzen
|eine Arbeit bewältigen
|3e) Sonstiges
|3. regional/sekundär
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10336 RhWB]
|-
|butzen
|übertr.: etw. heimlich und schnell wegnehmen
|3e) Sonstiges
|3. regional/sekundär
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10336 RhWB]
|-
|butzen
|stoßen, anprallen
|1a) Stoß / Bewegung
|1. Stoß
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=B06223#0 MeckWB: butzen, ]
|-
|butzen
|stoßen, schlagen
|1a) Stoß / Bewegung
|1. Stoß
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=PfWB&lemid=B07817#0 PfWB: Butz 2, ]
|-
|butzen
|Kartenspiel
|1b) Spiel
|1. Stoß
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=B06223#0 MeckWB: butzen, ]
|-
|butzen
|Murmeln werfen
|1b) Spiel
|1. Stoß
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=B06223#0 MeckWB: butzen, ]
|-
|-
|butzen
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Korn messen
|Das Morphem ''enger'' ist in dieser Bedeutung daher<span style="color:green"> '''ein unikales Morphem'''</span>.
|3b) Tier / Landwirtschaft
|3. regional/sekundär
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=B06223#0 MeckWB: butzen, ]
|-
|-
|butzen
|}
|verschwinden, sich davonmachen
 
|3e) Sonstiges
[[#top | Seitenanfang]]<br>
|3. regional/sekundär
==Belege/Quellen==
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10339 RhWB: butzen II 1a/1γ, ]
[https://www.dwds.de/wb/Engerling DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Engerling Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de/#0 Wörterbuchnetz] (versch. Wörterbücher, vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=E01252 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=E02069 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=E04446 Grimm]), [https://www.owid.de/artikel/184464 OWID], [https://www.zdl.org/?q=Engerling ZDL] sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: [https://www.duden.de/rechtschreibung/Engerling Duden Online-Wörterbuch], [https://www.wissen.de/search/all?keyword=Engerling wissen.de], [https://www.wortbedeutung.info/Engerling/ Wortbedeutung.info]
|-
 
|butzen
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
|schmücken
 
|3e) Sonstiges
<br>
|3. regional/sekundär
----
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10335 RhWB: butzen II 1c, ]
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|-
|'''[[Engerling|zurück zur Wortgeschichte ''Engerling'']]'''
|butzen
|}
|stehlen
{{WörterABC-Tabelle}}
|3e) Sonstiges
__INDEX__
|3. regional/sekundär
 
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10336 RhWB: butzen II 2a, ]
----
|-
=entbehren=
|butzen
<nowiki>{{DISPLAYTITLE:entbehren}}</nowiki>
|prügeln
entbehrlich, Entbehrung <nowiki>#REDIRECT [[entbehren]]</nowiki>
|3e) Sonstiges
----
|3. regional/sekundär
__TOC__
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10337 RhWB: butzen II 2c, ]
==Wortherkunft==
|-
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|butzen
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|jmdn. ausschimpfen
| Das mittelhochdeutsche Verb ''enbern'' ist eine Verneinung des untergegangenen Verbs ''beran, bern = tragen.'' Die erste Silbe ''en'' ist die Verneinung. Ursprünglich bedeutete das Wort also ''etwas'' ''nicht tragen'' oder ''etwas nicht bei sich tragen.'' Das, was man ''nicht bei sich tragen'' kann, das braucht man auch nicht. So hat sich aus ''enbern = nicht tragen'' die Bedeutung ''ermangeln'' und ''vermissen'' entwickelt.
|3e) Sonstiges
|3. regional/sekundär
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10338 RhWB: butzen II 2d, ]
|-
|butzen
|putzen, reinigen
|5) butzen II
|Abl. putzen
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10335 RhWB: butzen I,I ]
|-
|bützen
|hüpfen
|1b) Spiel
|1. Stoß
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10370 RhWB]
|-
|bützen
|küssen
|1c) Kuss / Kosennamen
|1. Stoß
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10315 RhWB: Butz/Bütz, ]
|-
|Butzer
|kleines stämmiges Kind
|3a) Personen
|2. Kern, Klumpen
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=B06231 MeckWB]
|-
|Butzer
|Frucht des Weißdorns
|3b) Tier / Landwirtschaft
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzer BDO]
|-
|-
|Butzer
| rowspan="2" style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|zurückgebliebenes Schwein
|Das untergegangene Verb ''beran'' (''bern'') ist auch noch in anderen Wörtern zu finden, zum Beispiel:
|3b) Tier / Landwirtschaft
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzer BDO]
|-
|-
|Butzer
|
|großer Schnaps
*'''''gebären''''', mittelhochdeutsch ''gebern'' = ''zu Ende '''getragen''''', dazu gehört auch das Nomen ''[https://klexikon.zum.de/wiki/Geburt Geburt]''
|3e) Sonstiges
*'''''Eimer''''', mittelhochdeutsch ''einber'' = ein Behälter, den man mit '''''ein'''er'' Hand '''''tragen''''' kann
|3. regional/sekundär
*'''''Zuber''', '''zu''' ='' zwei, also ein Behälter, den man mit ''zwei'' Händen '''''tragen''''' muss
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=B06231 MeckWB]
|-
|-
|Butzer
|}
|Murmelspiel
==Hinweise zum Wort ''entbehren''==
|3e) Sonstiges
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|3. regional/sekundär
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=B06231 MeckWB]
|etwas oder jemanden vermissen
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispiel:'''
|''Ich habe als Kind früher vieles entbehren müssen.''
 
''Ich möchte dich für keinen Tag in meinem Leben entbehren.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Verb
'''Worttrennung:''' ent-beh-ren
 
'''Aussprache:''' [ɛntˈbeːʁən]
|-
|-
|Bützer
|}
|dicker Schmiedehammer
 
|1a) Stoß / Bewegung
== Wortformem (Flexion) ==
|1. Stoß
{| class="wikitable" style="width: 80%; vertical-align:top; font-size: 1.2em; margin:auto"
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10334 RhWB: Bützer]
| colspan="2" |
|-
!Gegenwart
|Bützer
(Präsens)
|Schläger am Dreschflegel
!1. Vergangenheit
|1a) Stoß / Bewegung
(Präteritum)
|1. Stoß
!2. Vergangenheit
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10334 RhWB: Bützer]
(Perfekt)
|-
|Bützer
|jemand, der küsst
|1c) Kuss / Kosennamen
|1. Stoß
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10325 RhWB: Bützer]
|-
|-
|Bützer
! rowspan="3" style="width:12%" |Einzahl
|Schwätzer
(Singular)
|3a) Personen
! style="width: 13%" |1. Person
|3. regional/sekundär
| style="width: 25%" |ich entbehre
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10334 RhWB: Bützer]
| style="width: 25%" |ich entbehrte
| style="width: 25%" |ich habe entbehrt
|-
|-
|Butzig
!2. Person
|Getreidereste
|du entbehrst
|2a) Kern / Rest / Klumpen
|du entbehrtest
|2. Kern, Klumpen
|du hast entbehrt
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzig BDO]
|-
|-
|Butzig
!3. Person
|Abfall beim Gemüseputzen
|er/sie/es entbehrt
|2b) Schmutz
|er/sie/es entbehrte
|2. Kern, Klumpen
|er/sie/es hat entbehrt
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzig BDO]
|-
|-
|Butzig
! rowspan="3" |Mehrzahl
|Kartoffelschale
(Plural)
|2b) Schmutz
!1. Person
|2. Kern, Klumpen
|wir entbehren
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzig BDO]
|wir entbehrten
|wir haben entbehrt
|-
|-
|butzig
!2. Person
|klumpig, voller Klumpen
|ihr entbehrt
|2a) Kern / Rest / Klumpen
|ihr entbehrtet
|2. Kern, Klumpen
|ihr habt entbehrt
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=butzig BDO]
|-
|-
|butzig
!3. Person
|klumpig, voller Klumpen
|sie entbehren
|2a) Kern / Rest / Klumpen
|sie entbehrten
|2. Kern, Klumpen
|sie haben entbehrt
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=butzig BDO]
|-
|-
|butzig
|}
|verwirrtes Haar
 
|2d) Körper Pers.
----
|3. regional/sekundär
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=butzig BDO]
| [[Info - entbehren|'''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''entbehren''''']]
|-
|}
|butzig
{{WörterABC-Tabelle}}
|winzig, putzig, niedlich
__INDEX__
|3e) Sonstiges
 
|4. Schreckgestalt
= Info - entbehren =
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=butzig BDO]
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|-
|[[entbehren|'''zurück zur Wortgeschichte ''entbehren''''']]
|Bützig
|}
|auf die Tenne gefallene Futter- oder Getreidereste
----
|2a) Kern / Rest / Klumpen
__TOC__
|2. Kern, Klumpen
==Weiterführende Informationen zum Wort ''entbehren''==
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Bützig BDO]
{| style="width: 100%; "
|-
|Bützig
|Rest der Kartoffel nach dem Reiben
|2a) Kern / Rest / Klumpen
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Bützig BDO]
|-
|-
|Bützig
| style="text-align:left; vertical-align:top;" |'''Entstehung:'''
|Getreidereste auf dem Feld, nach dem Mähdreschen
|Aus dem Verb ahd. ''beran'', mhd. ''bern'' = tragen, hervorbringen hat sich mit dem altdeutschen Präfix in- = ''nein, nicht'' (als Negation ahd. inberan (9. Jh.), mhd. enbern = ''nicht tragen'' entwickelt. Das ursprüngliche Verb (''beran, bern'') ist schon früh untergegangen und kommt nur noch in einigen Regiolekten vor. Das Präfix ahd. ''in''- und mittelhochdeutsch ''en''- ist in späterer Zeit an das verbreitete Präfix ''ent''- angepasst worden.
|2a) Kern / Rest / Klumpen
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Bützig BDO]
|-
|-
|Bützig
| style="text-align:left; vertical-align:top;" |'''Wortbildungen:'''
|Reste, Rückstand
([https://de.wiktionary.org/wiki/entbehren entbehren]):
|2a) Kern / Rest / Klumpen
| Nomen: [https://de.wiktionary.org/wiki/Entbehrung Entbehrung], [https://www.dwds.de/wb/Entbehrlichkeit Entbehrlichkeit], [https://www.dwds.de/wb/Unentbehrlichkeit Unentbehrlichkeit]
|2. Kern, Klumpen
Adjektive: [https://de.wiktionary.org/wiki/entbehrlich entbehrlich], [https://www.dwds.de/wb/entbehrt entbehrt], [https://www.dwds.de/wb/entbehrungsreich entbehrungsreich], [https://www.dwds.de/wb/entbehrungsvoll entbehrungsvoll], [https://www.dwds.de/wb/langentbehrt langentbehrt], [https://www.dwds.de/wb/unentbehrlich unentbehrlich]
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Bützig BDO]
|-
|-
|Bützig
| style="text-align:left; vertical-align:top;" |'''verwandte Wörter:'''
|Restgetreide auf dem Acker
|Es gibt einige Wörter, die mit dem untergegangenen Verb mhd. bern (= tragen) verwandt bzw. hiervon abgeleitet sind. Dazu gehören die oben genannten Wörter ''gebären, Geburt, Eimer'' und ''Zuber''. Hier sind weitere Wörter, denen man diesen Zusammenhang nicht auf den ersten Blick ansehen kann:
|2a) Kern / Rest / Klumpen
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Bützig BDO]
|-
|-
|Bützig
!
|Abfall beim Gemüseputzen
|
|2b) Schmutz
*'''Bürde''' = im übertragenen Sinn ''eine Last tragen'' -  ie. *bher(ə), germ. *burþīn, ahd. burdī, mhd. bürde
|2. Kern, Klumpen
*'''Bahre''' = Trage, Gestell, auf der ein Toter getragen wird - ie. *bher(ə), germ. *bērō, ahd. bāra (8./9. Jh.), mhd. bāre
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Bützig BDO]
*'''Gebärde''' = ie. *bher(ə), ahd. gibārida, mhd. gebærde
*'''gebaren''' = ie. *bher(ə), ahd. gibārōn, mhd. gebāren
*'''gebühren''' (Gebühr) = sich zutragen, zufallen - * bher(ə), germ. *(gi)burjan, ahd. giburien, giburren, mhd. gebürn
|-
|-
|Bützig
!
|Abfall beim Gemüseputzen
|Das mittelhochdeutsche Präfix ''en''- (ahd. ''in''-) führt zusammen mit dem mittelhochdeutschen Verb ''bern'' in der Bedeutung ''heben, erhaben'' auch zu weiteren Verwandtschaften, zum Beispiel: '''''empor''''' (ahd. in bore, mhd. enbore = in die Höhe), '''''empören''''' (ahd. irbōren, mhd. enbœ̅ren = erheben). Die gleiche germanische Wurzel haben auch die Wörter '''''Berg''''' (* bherg̑os-, <abbr>germ.</abbr> *berga-, mhd. berc = hoch erhaben) und '''''Burg''''' (<abbr>germ.</abbr> *burg-, mhd. burc = befestigte Höhe). Damit sind auch viele Vor- und Ortsnamen mit dem untergegangenen althochdeutschen Verb ''beran'' verwandt, von '''''Birgit''''' (die Erhabene) und '''''Ingeborg''''' (die Hüterin) bis '''''Augsburg''''' und '''''Wittenberg'''''.
|2b) Schmutz
|}
|2. Kern, Klumpen
 
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Bützig BDO]
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" | Das zugrunde liegende gemeingermanische Verb ''beran, ber'' ist ausgestorben. Erhalten geblieben ist das Morphem ''ber'' nur in der ursprünglich verneinenden Bedeutung mit dem Präfix ''ent-''. Hiervon sind auch alle Wortbildungen mit dem Morphem ''ent-'' + ''behr'' abgeleitet.
|-
|-
|Bützig
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Abfall, Kehricht
|Das Morphem ''behr'' ist in dieser Bedeutung daher<span style="color:green"> '''ein unikales Morphem'''</span>.
|2b) Schmutz
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Bützig BDO]
|-
|-
|Bützig
|}
|Abfall von Obst und Gemüse
 
|2b) Schmutz
[[#top | Seitenanfang]]<br>
|2. Kern, Klumpen
==Belege/Quellen==
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Bützig BDO]
[https://www.dwds.de/wb/entbehren DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/entbehren Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de/#0 Wörterbuchnetz] (versch. Wörterbücher, vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=E01271 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=E02069 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=E04551 Grimm]), [https://www.owid.de/artikel/125066 OWID], [https://www.zdl.org/?q=entbehren ZDL] sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: [https://www.duden.de/rechtschreibung/entbehren Duden Online-Wörterbuch], [https://www.wissen.de/search/all?keyword=entbehren wissen.de], [https://www.wortbedeutung.info/entbehren/ Wortbedeutung.info]
|-
|Bützig
|Kehricht
|2b) Schmutz
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Bützig BDO]
|-
|Bützig
|Schmutz, Krümel
|2b) Schmutz
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Bützig BDO]
|-
|Bützig
|Spreu, Streu, Pflanzenabfälle
|2b) Schmutz
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Bützig BDO]
|-
|Bützig
|Fallobst, minderwertiges Obst
|2c) Menge / Bündel
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Bützig BDO]
|-
|Bützig
|Kleinholz zum Feuermachen
|2c) Menge / Bündel
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Bützig BDO]
|-
|Bützig
|minderwertig, verkümmertes Obst
|2c) Menge / Bündel
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Bützig BDO]
|-
|Bützig
|Nadelstreu
|2c) Menge / Bündel
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Bützig BDO]
|-
|Bützig
|kleine, minderwertige Kartoffel
|2c) Menge / Bündel
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Bützig BDO]
|-
|Bützig
|Reisig, zerkleinerte Äste
|3b) Tier / Landwirtschaft
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Bützig BDO]
|-
|Bützig
|Unterholz
|2c) Menge / Bündel
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Bützig BDO]
|-
|Bützig
|sozial niedrig gestellte Personen
|3a) Personen
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Bützig BDO]
|-
|Bützig
|Ackerunkraut
|3e) Sonstiges
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Bützig BDO]
|-
|}
In dieser Tabelle sind nur die Grundwörter aufgeführt. In den Regiolekten werden diese Grundwörter durchaus sehr verschieden gesprochen und geschrieben. Hier als Beispiel das Grundwort ''Bützig,'' wie es in Franken (Oberbayern) geschrieben und gesprochen wird. Allein im Raum Würzburg - Nürnberg finden sich im Umkreis von rd. 100 km über 50 verschiedene Schreibung dieses einen Grundwortes ''Bützig.'' Und diese Variationen in den verschiedenen Städten und Kreisen beziehen sich nur auf die eine Bedeutung ''Abfall beim Gemüseputzen''. Hier einige Beispiele:


[https://bdo.badw.de/suche?lemma=B%C3%BCtzig&options%5bexact%5d=1&options%5bcase%5d=1&options%5bhighlight%5d=0 Bützig], [https://lexhelfer.wbf.badw.de/index.php?Grundform=B%C3%BCtzig&Originaltext=des%20B%C3%A4ize&Ort=Baudenbach&direct=1 Bäize], [https://lexhelfer.wbf.badw.de/index.php?Grundform=B%C3%BCtzig&Originaltext=B%C3%A4izi&Ort=Mainbernheim&direct=1 Bäizi ], [https://lexhelfer.wbf.badw.de/index.php?Grundform=B%C3%BCtzig&Originaltext=B%C3%ABizi&Ort=Krapfenau&direct=1 Bë.izi], [https://lexhelfer.wbf.badw.de/index.php?Grundform=B%C3%BCtzig&Originaltext=Beetzi&Ort=Uffenheim&direct=1 Beetzi], [https://lexhelfer.wbf.badw.de/index.php?Grundform=B%C3%BCtzig&Originaltext=beidsi&Ort=R%C3%BCdisbronn&direct=1 beidsi ], [https://lexhelfer.wbf.badw.de/index.php?limit=&Volltext=B%C3%BCtzig&Lemma=&Grundform=B%C3%BCtzig&Bedeutung=&Grammatik=&Ort=Schauerheim&Bogen=&Frage=&sort1=&sort1dir=asc&sort2=&sort2dir=asc&sort3=&sort3dir=asc&sort4=&sort4dir=asc&sort5=&sort5dir=asc Beizi], [https://lexhelfer.wbf.badw.de/index.php?Grundform=B%C3%BCtzig&Originaltext=s%C2%B4%20B%C4%93j%CC%84tzi&Ort=Ippesheim&direct=1 Bēj̄tzi ], [https://lexhelfer.wbf.badw.de/index.php?Grundform=B%C3%BCtzig&Originaltext=%C3%A4s%20Bejzi&Ort=Weigenheim&direct=1 Bejzi], [https://lexhelfer.wbf.badw.de/index.php?Grundform=B%C3%BCtzig&Originaltext=Belzi&Ort=Hellmitzheim&direct=1 Belzi], [https://lexhelfer.wbf.badw.de/index.php?Grundform=B%C3%BCtzig&Originaltext=Beutzi&Ort=Zeuzleben&direct=1 Beutzi], [https://lexhelfer.wbf.badw.de/index.php?Grundform=B%C3%BCtzig&Originaltext=Be%C5%ABzi&Ort=Sommerach&direct=1 Beūzi], [https://lexhelfer.wbf.badw.de/index.php?Grundform=B%C3%BCtzig&Originaltext=das%20B%C4%93zi&Ort=Schalkhausen&direct=1 Bēzi], [https://lexhelfer.wbf.badw.de/index.php?Grundform=B%C3%BCtzig&Originaltext=Bidsich&Ort=Treuchtlingen&direct=1 Bidsich], [https://lexhelfer.wbf.badw.de/index.php?Grundform=B%C3%BCtzig&Originaltext=Bidzi&Ort=Lauf%20a.d.Pegnitz&direct=1 Bidzi], [https://lexhelfer.wbf.badw.de/index.php?Grundform=B%C3%BCtzig&Originaltext=das%20B%20i%20edsi&Ort=N%C3%BCrnberg&direct=1 Biedsi], [https://lexhelfer.wbf.badw.de/index.php?Grundform=B%C3%BCtzig&Originaltext=Biezzi&Ort=Kirchfarrnbach&direct=1 Biezzi], [https://lexhelfer.wbf.badw.de/index.php?Grundform=B%C3%BCtzig&Originaltext=Bittzl&Ort=Unterasbach&direct=1 Bittzl], [https://lexhelfer.wbf.badw.de/index.php?Grundform=B%C3%BCtzig&Originaltext=Bitze&Ort=Kersbach&direct=1 Bitze], [https://lexhelfer.wbf.badw.de/index.php?Grundform=B%C3%BCtzig&Originaltext=Bitzich&Ort=Treuchtlingen&direct=1 Bitzich], [https://lexhelfer.wbf.badw.de/index.php?Grundform=B%C3%BCtzig&Originaltext=Bitzl&Ort=Wassertr%C3%BCdingen&direct=1 Bitzl], [https://lexhelfer.wbf.badw.de/index.php?Grundform=B%C3%BCtzig&Originaltext=die%20B%C4%ABzi&Ort=Baiersdorf&direct=1 Bīzi ], [https://lexhelfer.wbf.badw.de/index.php?Grundform=B%C3%BCtzig&Originaltext=B%C3%B6dzi&Ort=Forchheim&direct=1 Bödzi], [https://lexhelfer.wbf.badw.de/index.php?Grundform=B%C3%BCtzig&Originaltext=Boidzi&Ort=Himmelstadt&direct=1 Boidzi], [https://lexhelfer.wbf.badw.de/index.php?Grundform=B%C3%BCtzig&Originaltext=B%C3%B6idzi&Ort=B%C3%BCchelberg&direct=1 Böidzi], [https://lexhelfer.wbf.badw.de/index.php?Grundform=B%C3%BCtzig&Originaltext=d(i)%20B%C3%B6itzi&Ort=Th%C3%BCngen&direct=1 Böitzi], [https://lexhelfer.wbf.badw.de/index.php?Grundform=B%C3%BCtzig&Originaltext=B%C3%B6izi%20(das)&Ort=Buchbrunn&direct=1 Böizi], [https://lexhelfer.wbf.badw.de/index.php?Grundform=B%C3%BCtzig&Originaltext=B%C3%B6izzi&Ort=Br%C3%BCnnstadt&direct=1 Böizzi], [https://lexhelfer.wbf.badw.de/index.php?Grundform=B%C3%BCtzig&Originaltext=B%C3%B6tze&Ort=Wolkshausen&direct=1 Bötze], [https://lexhelfer.wbf.badw.de/index.php?Grundform=B%C3%BCtzig&Originaltext=B%C3%B6tzisch&Ort=Niedernberg&direct=1 Bötzisch], [https://lexhelfer.wbf.badw.de/index.php?Grundform=B%C3%BCtzig&Originaltext=B%C3%B6%C3%BCdzi&Ort=Reichenberg&direct=1 Böüdzi], [https://lexhelfer.wbf.badw.de/index.php?Grundform=B%C3%BCtzig&Originaltext=B%C3%B6zi&Ort=Holzkirchhausen&direct=1 Bözi ], [https://lexhelfer.wbf.badw.de/index.php?Grundform=B%C3%BCtzig&Originaltext=B%C3%B6zzich&Ort=Schondra&direct=1 Bözzich], [https://lexhelfer.wbf.badw.de/index.php?Grundform=B%C3%BCtzig&Originaltext=d%C3%B6s%20Budzi&Ort=Immeldorf&direct=1 Budzi], [https://lexhelfer.wbf.badw.de/index.php?Grundform=B%C3%BCtzig&Originaltext=Butzi&Ort=Steinbach&direct=1 Butzi], [https://lexhelfer.wbf.badw.de/index.php?Grundform=B%C3%BCtzig&Originaltext=Butzich&Ort=Treuchtlingen&direct=1 Butzich], [https://lexhelfer.wbf.badw.de/index.php?Grundform=B%C3%BCtzig&Originaltext=Pe%C5%ADtzi&Ort=Untereisenheim&direct=1 Peŭtzi ], [https://lexhelfer.wbf.badw.de/index.php?Grundform=B%C3%BCtzig&Originaltext=P%C3%B6itzi&Ort=Kleinochsenfurt&direct=1 Pöitzi], [https://lexhelfer.wbf.badw.de/index.php?Grundform=B%C3%BCtzig&Originaltext=P%C3%B6itzich&Ort=Wollbach&direct=1 Pöitzich], [https://lexhelfer.wbf.badw.de/index.php?Grundform=B%C3%BCtzig&Originaltext=P%C3%B6izi&Ort=Dipbach&direct=1 Pöizi], [https://lexhelfer.wbf.badw.de/index.php?Grundform=B%C3%BCtzig&Originaltext=P%C3%B6izich&Ort=Stadelschwarzach&direct=1 Pöizich], [https://lexhelfer.wbf.badw.de/index.php?Grundform=B%C3%BCtzig&Originaltext=P%C3%B6rzich&Ort=R%C3%BCssenbach&direct=1 Pörzich], [https://lexhelfer.wbf.badw.de/index.php?Grundform=B%C3%BCtzig&Originaltext=P%C3%B6tzi&Ort=Steinmark&direct=1 Pötzi ], [https://lexhelfer.wbf.badw.de/index.php?Grundform=B%C3%BCtzig&Originaltext=Potzich&Ort=Oberhaid&direct=1 Potzich], [https://lexhelfer.wbf.badw.de/index.php?Grundform=B%C3%BCtzig&Originaltext=P%C3%B6tzich&Ort=Bamberg&direct=1 Pötzich], [https://lexhelfer.wbf.badw.de/index.php?Grundform=B%C3%BCtzig&Originaltext=P%C3%B6tzig&Ort=Allertshausen&direct=1 Pötzig], [https://lexhelfer.wbf.badw.de/index.php?Grundform=B%C3%BCtzig&Originaltext=das%20P%C3%B6%C3%BCtzi&Ort=Obervolkach&direct=1 Pöützi], [https://lexhelfer.wbf.badw.de/index.php?Grundform=B%C3%BCtzig&Originaltext=des%20P%C3%B6%C3%BCzi&Ort=Gambach&direct=1 Pöüzi], ...
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]


Die Wörter sind mit der Quelle im [https://lexhelfer.wbf.badw.de/index.php?section=home Fränkischen Wörterbuch] (FWb) verlinkt. Dort findest du auch die Ortsangaben zu den regionalen Wörtern. Eine visualisierte Karte kann über [https://bdo.badw.de/ Bayerns Dialekte Online] unter dem Stichwort [https://bdo.badw.de/suche?lemma=B%C3%BCtzig&options%5bexact%5d=1&options%5bcase%5d=1&options%5bhighlight%5d=0 ''Bützig''] abgerufen werden.
<br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[entbehren|'''zurück zur Wortgeschichte ''entbehren''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__


==Wortbildungen==
----
Zu den verschiedenen Grundwörtern haben sich in verschiedenen Regiolekten viele Wortbildungen mit sehr unterschiedlichen Bedeutungen (siehe Kap. [[Butz (Wortgruppen)#Bedeutungsgruppen|Bedeutungsgruppen]]) gebildet. Die folgende Tabelle enthält Beispiele für Wortbildungen. In die Tabelle wurden exemplarisch nur Wortbildungen aus den mecklenburgischen, rheinischen und bayerischen Wörterbüchern aufgenommen.


Einzelne Wörter haben regional unterschiedliche Bedeutungen. In diesen Fällen wurde das Wort mehrfach aufgenommen, damit diese den Bedeutungsgruppen besser zugeordnet werden können. Beispiel: [https://lexhelfer.wbf.badw.de/index.php?limit=&Volltext=*Aprilbutz&Lemma=&Grundform=&Bedeutung=&Grammatik=&Ort=&Bogen=&Frage=&sort1=&sort1dir=asc&sort2=&sort2dir=asc&sort3=&sort3dir=asc&sort4=&sort4dir=asc&sort5=&sort5dir=asc Aprilbutz] = jmd. der in den April geschickt wurde, [https://lexhelfer.wbf.badw.de/index.php?limit=&Volltext=Aprilbutzen&Lemma=&Grundform=&Bedeutung=&Grammatik=&Ort=&Bogen=&Frage=&sort1=&sort1dir=asc&sort2=&sort2dir=asc&sort3=&sort3dir=asc&sort4=&sort4dir=asc&sort5=&sort5dir=asc Aprilbutzen] = Aprilschauer, [https://bdo.badw.de/suche?lemma=Aprilenbutzen Aprilenbutzen] = am 1. April geborene Person; Gebutzel/Gebützel = a) minderwertiges Obst oder Gemüse, b) kleine Kartoffel, c) Abfall beim Gemüseputzen, d) Fallobst.
=erwähnen=
 
__TOC__
Die letzte Spalte enthält zur Wortbildung die Quelle. Nicht aufgenommen wurden schriftliche regionale Varianten der Wortbildungen. Die Tabelle ist nach Spalten sortierbar. So können die Wörter nach Bedeutungen gruppiert werden.
==Wortherkunft ==
{| class="wikitable sortable mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 100%; margin:auto"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|+ Das Wort ''Frieden'' in verschiedenen Sprachen
| rowspan="2" style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
! style="width: 15%" |Wortbildung
| Das Wort ist von dem ausgestorbenen mittelhochdeutschen Wort ''ge-wähenen'' = ''sagen, berichten, gedenken'' abgeleitet. Hieraus entwickelte sich später unsere heutige Bedeutung.
! style="width: 41%" |Bedeutung
! style="width: 18%" |Gruppe
! style="width: 18%" |Ursprung
! style="width: 8%" |Quelle
|-
|-
|Abbutz
| Das Verb ''erwähnen'' ist nicht verwandt mit dem Nomen ''Wahn'' und dem hiervon abgeleiteten Verb ''wähnen''.
|Abfall beim Gemüseputzen
|2b) Schmutz
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Abbutz BDO]
|-
|-
|Abbutzet
|}
|Abfall beim Gemüseputzen
==Hinweise zum Wort ''erwähnen'' ==
|2b) Schmutz
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|2. Kern, Klumpen
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Abbutzet BDO]
| a) etwas beiläufig anmerken
|-
 
|Abbutzig
b) etwas urkundlich nennen, anführen
|Kartoffelschale
|- style="vertical-align:top;"
|2b) Schmutz
|'''Beispielsatz:'''
|2. Kern, Klumpen
|''a) Er hat in unserem Gespräch gestern gar nicht erwähnt, dass er vor drei Wochen operiert wurde.''
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Abbutzig BDO]
 
|-
b) ''Der Name unserer Stadt wurde bereits im 12. Jahrhundert in einer Urkunde erwähnt.''
|Abbützig
|- style="vertical-align:top;"
|Abfall beim Gemüseputzen
|'''Wortinfo:'''
|2b) Schmutz
|'''Wortart:''' Verb
|2. Kern, Klumpen
<nowiki>;</nowiki> ich erwähne, du erwähnst, er/sie/es erwähnt, wir erwähnen; wir haben erwähnt
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Abbützig BDO]
 
|-
'''Worttrennung:''' er-wäh-nen
|Abfallbützig
 
|Abfall beim Gemüseputzen
'''Aussprache:''' [ɛɐ̯ˈvɛːnən]
|2b) Schmutz
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Abfallbützig BDO]
|-
|Adamsbützel
|Adamsapfel
|2d) Körper Pers.
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Adamsbützel BDO]
|-
|Adamsbutzen
|Adamsapfel
|2d) Körper Pers.
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Adamsbutzen BDO]
|-
|Adenbutzel
|Bauchnabel
|2d) Körper Pers.
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Adenbutzel BDO]
|-
|-
|Adenbutzel
|}
|Nesthäkchen
 
|3a) Personen
== Wortformem (Flexion) ==
|3. regional/sekundär
{| class="wikitable" style="width: 80%; vertical-align:top; font-size: 1.2em; margin:auto"
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Adenbutzel BDO]
| colspan="2" |
!Gegenwart
(Präsens)
!1. Vergangenheit
(Präteritum)
!2. Vergangenheit
(Perfekt)
|-
|-
|Adenbutzel
! rowspan="3" style="width:12%" |Einzahl
|kleinstes Ferkel in einem Wurf
(Singular)
|3b) Tier / Landwirtschaft
! style="width: 13%" |1. Person
|3. regional/sekundär
| style="width: 25%" |ich erwähne
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Adenbutzel BDO]
| style="width: 25%" |ich erwähnte
| style="width: 25%" |ich habe erwähnt
|-
|-
|Aderbutzel
!2. Person
|kleinstes Ferkel in einem Wurf
|du erwähnst
|3b) Tier / Landwirtschaft
|du erwähntest
|3. regional/sekundär
|du hast erwähnt
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Aderbutzel BDO]
|-
|-
|Aderenbutzel
!3. Person
|kleinstes Ferkel in einem Wurf
|er/sie/es erwähnt
|3b) Tier / Landwirtschaft
|er/sie/es erwähnte
|3. regional/sekundär
|er/sie/es hat erwähnt
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Aderenbutzel BDO]
|-
|-
|Ägenbütz
! rowspan="3" |Mehrzahl
|Kerngehäuse Apfel
(Plural)
|2a) Kern / Rest / Klumpen
!1. Person
|2. Kern, Klumpen
|wir erwähnen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Ägenbütz BDO]
|wir erwähnten
|-
|wir haben erwähnt
|Apfelbutz
|Kerngehäuse Apfel
|2a) Kern / Rest / Klumpen
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Apfelbutz BDO]
|-
|Apfelbütz
|Apfelkerngehäuse
|2a) Kern / Rest / Klumpen
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Apfelbütz BDO]
|-
|-
|Apfelbutzel
!2. Person
|Kerngehäuse Apfel
|ihr erwähnt
|2a) Kern / Rest / Klumpen
|ihr erwähntet
|2. Kern, Klumpen
|ihr habt erwähnt
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Apfelbutzel BDO]
|-
|-
|Apfelbutzen
!3. Person
|Apfelkerngehäuse
|sie erwähnen
|2a) Kern / Rest / Klumpen
|sie erwähnten
|2. Kern, Klumpen
|sie haben erwähnt
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=PfWB&lemid=B07817#0 PfWB]
|-
|-
|Apfelbutzen
|}
|Adamsapfel
 
|2d) Körper Pers.
<br>
|3. regional/sekundär
----
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Apfelbutzen BDO]
{| style="width: 100%; text-align:center;"
| '''[[Info - erwähnen|Weiterführende Informationen zum Grundwort ''erwähnen'']]'''
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
=Info - erwähnen=
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|'''[[Erwähnen|zurück zur Wortgeschichte ''erwähnen'']]'''
|}
----
__TOC__
==Weiterführende Informationen zum Wort ''erwähnen''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
|-
|-
|Apfelbützlein
| style="width:15%; text-align:left; vertical-align:top;" |'''Entstehung:'''
|Apfelblüte / Butzen
|<abbr>ahd.</abbr> giwahanen neben giwahan, <abbr>mhd.</abbr> gewähenen, seit 16. Jh. als erwähnen im heutigen Sinne belegt
|2a) Kern / Rest / Klumpen
in Abgrenzung hierzu und nicht verwandt: ahd. mhd. wān, wōn = Vermutung, Meinung, Hoffnung, Erwartung, Vorstellung, Scheu (sh. [https://www.dwds.de/wb/Wahn#etymwb-1 DWDS]); ab 16. Jh. = Selbsttäuschung, ab 18. Jh. trügerische Vorstellung, Medizin: krankhafte Erscheinung, zwanghafte Einbildung
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Apfelbützlein BDO]
|-
|-
|Aprilbutz
| style="text-align:left; vertical-align:top;" |'''Bedeutungs-'''
|Aprilscherz-Person
 
|3a) Personen
'''Unterschied:'''
|3. regional/sekundär
|''Die Stadt Soest wurde bereits 836 urkundlich erwähnt.'' ''In einer alten Urkunde steht, dass die Stadt Lübeck bereits 1160 das Stadtrecht erhalten hat.'' Im ersten Beispiel bedeutet ''erwähnen'', dass Soest möglicherweise schon sehr viel früher das Stadtrecht verlieben bekommen hat. Es bedeutet nicht, dass Soest 836 das Stadtrecht erhalten hat.
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Aprilbutz BDO]
|-
|-
|Aprilbutzen
| style="text-align:left; vertical-align:top;" |'''Wortbildungen:'''
|Aprilschauer
|Adjektivbildungen: [https://www.dwds.de/wb/ersterwähnt ersterwähnt], [https://de.wiktionary.org/wiki/erwähnenswert erwähnenswert], [https://www.dwds.de/wb/erwähntermaßen erwähntermaßen], [https://www.dwds.de/wb/obenerwähnt obenerwähnt], [https://www.dwds.de/wb/vorerwähnt vorerwähnt], [https://de.wiktionary.org/wiki/unerwähnt unerwähnt], ...
|3d) Wetter
Nomenbildungen: [https://www.dwds.de/wb/Ersterwähnung Ersterwähnung],  [https://www.dwds.de/wb/Nichterwähnung Nichterwähnung], [https://www.dwds.de/wb/Obenerwähnte Obenerwähnte], ...
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Aprilbutzen BDO]
|-
|-
|Aprilenbutzen
| style="text-align:left; vertical-align:top;" |'''Ableitungen:'''
|am 1. April geborene Person
|Grundwort: [https://de.wiktionary.org/wiki/erwähnen erwähnen], Adjektiv: [https://de.wiktionary.org/wiki/erwähnt erwähnt], Nomen: [https://de.wiktionary.org/wiki/Erwähnung Erwähnung]
|3a) Personen
|}
|3. regional/sekundär
 
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Aprilenbutzen BDO]
== Unikales Morphem ?==
|-
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
|Atenbutz
| colspan="2" |Das Morphem ''wähn'' kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert vor. Wortbildungen kommen nur zusammen mit dem Präfix ''er''- vor. Es gibt keinen Bedeutungszusammenhang zwischen dem Morphem ''wähn'' in ''erwähnen'' und ''wähn'' im Verb ''wähnen'' (Grundwort ''Wahn'').
|Bauchnabel
|2d) Körper Pers.
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Atenbutz BDO]
|-
|Atenbutz
|kleinstes Ferkel in einem Wurf, im Wachstum zurückbleibendes Ferkel
|3b) Tier / Landwirtschaft
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Atenbutz BDO]
|-
|-
|Atenbutzel
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Nesthäkchen, jüngstes Kind
|Das Morphem ''wähn'' ist daher<span style="color:green"> '''ein unikales Morphem'''</span>.
|3a) Personen
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Atenbutzel BDO]
|-
|-
|Audabutzel
|}
|zuletzt geschlüpfter Vogel eines Geleges
 
|3b) Tier / Landwirtschaft
[[#top | Seitenanfang]]<br>
|3. regional/sekundär
==Belege/Quellen ==
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Audabutzel BDO]
[https://www.dwds.de/wb/erwähnen DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/erw%C3%A4hnen Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de/#0 Wörterbuchnetz] (versch. Wörterbücher, vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=E02122 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=E03726 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=E08969 Grimm]), [https://www.owid.de/suche/wort?wort=erwähnen OWID], [https://www.zdl.org/?q=erwähnen ZDL] sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: [https://www.duden.de/rechtschreibung/erwähnen Duden Online-Wörterbuch], [https://www.wissen.de/search/all?keyword=erwähnen wissen.de], [https://www.wortbedeutung.info/erwähnen Wortbedeutung.info]
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]<br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|'''[[Erwähnen|zurück zur Wortgeschichte ''erwähnen'']]'''
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
----
=Flederwisch=
__TOC__
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|[[file:20260226_Plumeau.jpg|right|x150px]]Das Wort ist zusammengesetzt aus den mittelhochdeutschen Verben ''vlederen'' (= flattern) und ''wischen''.
 
Früher nannte man den aus Gänsefedern zusammengebundenen Staubbesen auch ''federwisch''.
 
In der Abbildung rechts findest du einige Beispiele wie diese Federwische früher ausgesehen haben.
|-
|-
|Augenbutzen
|}
|Augenschleim
==Hinweise zum Wort ''Flederwisch''==
|2d) Körper Pers.
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|2. Kern, Klumpen
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Augenbutzen BDO]
|a) Wisch aus Gänsefedern zum Abstauben
|-
 
|Augenbutzen
früher auch Handfeger, der aus Gänseflügeln hergestellt wurde.
|hart arbeitender Mensch
 
|3a) Personen
b) Scherzhafte Bezeichnung für ein unruhiges, lebhaftes Kind.
|3. regional/sekundär
|- style="vertical-align:top;"
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Augenbutzen BDO]
|'''Beispielsatz:'''
|-
|a) ''Das Stubenmädchen fegt mit dem Flederwisch den Staub vom Schrank.''
|Ausbutzig
 
|Abfall beim Gemüseputzen
b) ''Rita ist ein richtiger wilder Flederwisch''
|2b) Schmutz
|- style="vertical-align:top;"
|2. Kern, Klumpen
|'''Wortinfo:'''
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Ausbutzig BDO]
|Nomen: der Flederwisch, die Flederwische; Worttrennung: Fle-der-wisch; Aussprache:  [ˈfleːdɐˌvɪʃ]
|-
|- style="vertical-align:top;"
|Barnbützig
|}
|Futterreste
 
|2c) Menge / Bündel
==Wortformen==
|2. Kern, Klumpen
<div style="font-size:1.2em"> Das Grundwort kommt nur im 1. (Nominativ) und 4. Fall (Akkusativ) in der Einzahl (Singular) vor. Für den 2. (Genitiv) und 3. Fall (Dativ) können zwei verschiedene Formen gebildet werden. In der Mehrzahl (Plural) wird an das Grundwort ein ''e'' ergänzt, im 3. Fall (Dativ) ''en''.</div>
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Barnbützig BDO]
{| class="wikitable" style="width: 75%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
|-
!style="width: 12%"|
|Bauchbutz
!style="width: 20%"|
|Bauchnabel
!style="width: 42%"|Singular
|2d) Körper Pers.
!style="width: 26%"|Plural
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Bauchbutz BDO]
|-
|Bauchbutzel
|Bauchnabel
|2d) Körper Pers.
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Bauchbutzel BDO]
|-
|-
|Bäumebützig
!style="text-align:left"|1. Fall
|Nadelstreu
!Nominativ
|2c) Menge / Bündel
|der Flederwisch
|2. Kern, Klumpen
|die Flederwisch'''<u>e</u>'''
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Bäumebützig BDO]
|-
|-
|Behängbutzen
!style="text-align:left"|2. Fall
|Verbotszeichen für den Schäfer, Hirten
!Genitiv
|3e) Sonstiges
|des Flederwisch'''<u>s</u>''', des Flederwisch'''<u>es</u>'''
|3. regional/sekundär
|der Flederwisch'''<u>e</u>'''
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Behängbutzen BDO]
|-
|-
|Bettelbutzen
!style="text-align:left"|3. Fall
|verdickter, verhärteter Nasenschleim
!Dativ
|2d) Körper Pers.
| dem Flederwisch, dem Flederwisch<u>'''e'''</u>
|2. Kern, Klumpen
|den Flederwisch'''<u>en</u>'''
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Bettelbutzen BDO]
|-
|-
|Birnbutzen
!style="text-align:left"|4. Fall
|Kerngehäuse Birne
!Akkusativ
|2a) Kern / Rest / Klumpen
|den Flederwisch
|2. Kern, Klumpen
|die Flederwisch'''<u>e</u>'''
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Birnbutzen BDO]
|-
|-
|Birnenbützel
|}
|Pilzart
 
|3b) Tier / Landwirtschaft
----
|3. regional/sekundär
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Birnenbützel BDO]
|[[Info - Flederwisch| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Flederwisch''''']]
|-
|}
|Birnenbutzen
{{WörterABC-Tabelle}}
|Essensrest
__INDEX__
|2a) Kern / Rest / Klumpen
 
|2. Kern, Klumpen
----
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Birnenbutzen BDO]
 
|-
=Info - Flederwisch =
|Blühbutzen
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|Knospe
|[[Flederwisch|'''zurück zur Wortgeschichte ''Flederwisch''''']]
|2a) Kern / Rest / Klumpen
|}
|2. Kern, Klumpen
----
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Blühbutzen BDO]
__TOC__
|-
 
|Bollerbutz
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Flederwisch''==
|zurückgebliebenes Tier
{| style="width: 100%;"
|3b) Tier / Landwirtschaft
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Bollerbutz BDO]
|-
|-
|Butzbar
| style="width: 15%; text-align:left; vertical-align:top;" |'''Entstehung:'''
|Schüssel
|'''[https://www.dwds.de/wb/fledern fledern]:''' mhd. vlederen, vledern = flattern; mhd. vederwisch = Federwisch, seit 15. Jh. dann vlederwisch
|3e) Sonstiges
'''[https://www.dwds.de/wb/wischen wischen]:''' ahd. ''wisken,'' mhd. wischen, wüschen
|3. regional/sekundär
|- style="vertical-align:top;"
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10335 RhWB]
| style="text-align:left; vertical-align:top;" |'''Ableitungen und Wortbildungen:'''
|'''[https://www.dwds.de/wb/fledern fledern]:''' hierzu [https://www.dwds.de/wb/Flederbeer Flederbeer], [[Fledermaus]],  [https://www.dwds.de/wb/Fledertier Fledertier], [https://www.dwds.de/wb/zerfledern zerfledern]
'''[https://de.wiktionary.org/wiki/fleddern fleddern]:''' (rotw. fladern = waschen; vermutlich von mhd. ''vlederen'' abgeleitet), [https://www.dwds.de/wb/zerfleddern zerfleddern], [https://de.wiktionary.org/wiki/Leichenfledderer Leichenfledderer], ...
|-
|-
|Butzbergerei
| style="text-align:left; vertical-align:top;" |'''Interessantes:'''
|Geheimniskrämerei
|Bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Flederwisch Wikipedia] ist ein interessanter Artikel, der die Herstellung und Funktion der aus Gänsefedern gebundenen ''Handfeger'' oder ''Staubwedel'' beschreibt.
|3e) Sonstiges
|}
|3. regional/sekundär
 
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzbergerei BDO]
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''fleder'' kommt isoliert im Verb ''fledern'' vor. Von diesem Verb gibt es weitere Wortbildungen, z. B. Flederhund, Fledermaus usw.
|-
|-
|Butzbirne
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|Birnensorte
|Das Morphem ''fleder'' ist daher<span style="color:red"> '''kein unikales Morphem'''</span>.
|3b) Tier / Landwirtschaft
|2. Kern, Klumpen
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10335 RhWB]
|-
|-
|Bützche
|}
|Schnaps
 
|3e) Sonstiges
[[#top | Seitenanfang]]<br>
|3. regional/sekundär
 
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10316 RhWB]
==Belege/Quellen==
|-
[https://www.dwds.de/wb/Flederwisch DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Flederwisch Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de/#0 Wörterbuchnetz] (versch. Wörterbücher, vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=F02259 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=F05453 Grimm]), [https://www.owid.de/service/cosmas/suche/kw?query=Flederwisch OWID], [https://www.zdl.org/?q=Flederwisch ZDL] sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: [https://www.duden.de/rechtschreibung/Flederwisch Duden Online-Wörterbuch], [https://www.wissen.de/search/all?keyword=Flederwisch wissen.de], [https://www.wortbedeutung.info/Flederwisch/ Wortbedeutung.info], [https://de.wikipedia.org/wiki/Flederwisch Flederwisch]
|Bützche(n)
 
|Küsschen
'''Abbildung:''' [https://de.wiktionary.org/wiki/Flederwisch#/media/Datei:Plumeau.jpg Flederwisch]
|1c) Kuss / Kosennamen
 
|1. Stoß
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10316 RhWB]
 
|-
<br>
|Butzdig
----
|Abfall beim Gemüseputzen
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|2b) Schmutz
|[[Flederwisch|'''zurück zur Wortgeschichte ''Flederwisch''''']]
|2. Kern, Klumpen
|}
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzdig BDO]
{{WörterABC-Tabelle}}
|-
__INDEX__
|Butzebaba
 
|Wiege, Bett
----
|3c) Raum
 
|3. regional/sekundär
=Firlefanz=
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=B06223#0 MeckWB]
__TOC__
|-
==Wortherkunft==
|Butzebacken
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|dicke Backen
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|2d) Körper Pers.
|Früher nannte man in Frankreich einen lustigen Tanz, in dem viel gehüpft und gesprungen wurde ''virelai''. Daraus ist im späten Mittelalter das Wort ''firlifanz'' entstanden. Die Bedeutung ''überflüssiges Zeug'' und ''Unsinn'' hat sich hieraus erst später entwickelt.
|2. Kern, Klumpen
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10315 RhWB]
|-
|Butzebalg
|dicker Mensch / Krug
|3a) Personen
|3. regional/sekundär
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10315 RhWB]
|-
|-
|Butzebarg
|}
|sagenhafter Berg
==Hinweise zum Wort ''Firlefanz''==
|3c) Raum
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|3. regional/sekundär
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=B06223#0 MeckWB]
|überflüssiges, wertloses unnützes Zeug; törichtes Gerede; Unsinn
|-
|- style="vertical-align:top;"
|Butzebeer
|'''Beispielsatz:'''
|Schafkot
|''Nehmt keinen Firlefanz mit auf die Reise. Macht nicht so einen Firlefanz um die kleine Feier.''
|2b) Schmutz
|- style="vertical-align:top;"
|2. Kern, Klumpen
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Wortinfo:'''
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=B06223#0 MeckWB]
|'''Wortart:''' Nomen
|-
 
|Butzecker
'''Worttrennung:''' Fir-le-fanz
|Frucht der Heckenrose
 
|3b) Tier / Landwirtschaft
'''Aussprache:''' [ˈfɪʁləˌfants]
|2. Kern, Klumpen
|-  
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzecker BDO]
|}
|-
== Wortformen ==
|Butzehändchen
<div style="font-size:1.2em"> In der Einzahl (Singular) wird im 1., 3. und 4. Fall das Grundwort verwendet. Im 2. Fall Einzahl (Genetiv, Singular) wird ein ''es'' angehängt. In der Mehrzahl (Plural) wird im 1., 2. und 4. Fall ein ''e'' an das Grundwort ergänzt. Im 3. Fall Mehrzahl (Dativ, Plural) wird ''e'' durch ''en'' ersetzt.:</div>
|Kusshand
{|class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size: 1.2em"
|1c) Kuss / Kosennamen
!style="width: 14%"|
|1. Stoß
!style="width: 20%"|
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10320 RhWB]
!style="width: 33%"|Singular
|-
!style="width: 33%"|Plural
|Butzeimer
|Putzeimer
|5) butzen II
|Abl. putzen
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10342 RhWB]
|-
|Butzekall
|Geschwätz
|3e) Sonstiges
|3. regional/sekundär
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10325 RhWB]
|-
|Butzeknösel
|eingebildeter Mensch
|3a) Personen
|3. regional/sekundär
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10325 RhWB]
|-
|Butzekopf
|Kopfstoß / Starrkopf
|1a) Stoß / Bewegung
|1. Stoß
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10315 RhWB]
|-
|Butzelarbeit
|grobe Arbeit
|3e) Sonstiges
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzelarbeit BDO]
|-
|Butzelbär
|Kinderschreck
|4) Schreckgestalt
|4. Schreckgestalt
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzelbär BDO]
|-
|Butzelbirne
|minderwertige Birne
|3b) Tier / Landwirtschaft
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzelbirne BDO]
|-
|-
|Butzelbock
!style="width: 14%;text-align:left"|1. Fall
|Zusammenstoßen der Köpfe im Spiel
!style="width: 20%"|Nominativ
|1b) Spiel
|der Firlefanz
|1. Stoß
|die Firlefanz'''<u>e</u>'''
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzelbock BDO]
|-
|-
|Butzelbock
!style="text-align:left"|2. Fall
|Nadelbaumzapfen
!Genitiv
|3b) Tier / Landwirtschaft
|des Firlefanz'''<u>es</u>'''
|2. Kern, Klumpen
|der Firlefanz'''<u>e</u>'''
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzelbock BDO]
|-
|-
|Butzelbockerlein
!style="text-align:left"|3. Fall
|Nadelbaumzapfen
!Dativ
|3b) Tier / Landwirtschaft
|dem Firlefanz
|2. Kern, Klumpen
|den Firlefanz'''<u>en</u>'''
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzelbockerlein BDO]
|-
|-
|Bützelböser
!style="text-align:left"|4. Fall
|Mann (abwertend)
!Akkusativ
|3a) Personen
|den Firlefanz
|3. regional/sekundär
|die Firlefanz'''<u>e</u>'''
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Bützelböser BDO]
|-
|-
|Butzelbub
|}
|kleines Kind
 
|3a) Personen
</br>
|3. regional/sekundär
----
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzelbub BDO]
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|-
|[[Info - Firlefanz| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Firlefanz''''']]
|Butzeleinstag
|}
|Geburtstag
{{WörterABC-Tabelle}}
|3e) Sonstiges
__INDEX__
|3. regional/sekundär
 
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzeleinstag BDO]
----
|-
 
|Butzelgemüse
=Info - Firlefanz=
|Kleingemüse
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|2c) Menge / Bündel
|[[Firlefanz|'''zurück zur Wortgeschichte ''Firlefanz''''']]
|2. Kern, Klumpen
|}
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzelgemüse BDO]
----
|-
__TOC__
|Butzelkuh
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Firlefanz''==
|Haarknoten
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
|2d) Körper Pers.
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|2. Kern, Klumpen
|Die genaue Herkunft ist unklar. Vermutlich liegt dem Wort das  afrz. lai = ''Gedicht'' und afrz. virelai = ''Ringel-, Reigenlied'' zugrunde. Der zweite Teil des Wortes ''fanz'' könnte von mhd. ''tanz'' abgeleitet sein. Möglich ist aber auch, dass der Ursprung in dem  mhd. Wort ''alefanz'' = ''Schalk, Possen'' liegt.
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzelkuh BDO]
|- style="vertical-align:top;"
|-
|'''Wortbildungen:'''
|Butzelküh
| [https://www.dwds.de/wb/Firlefanzerei Firlefanzerei], veraltet und heute nicht mehr gebräuchlich: firlefanzen, Firlefanzer
|Nadelbaumzapfen
|- style="vertical-align:top;"
|3b) Tier / Landwirtschaft
|'''Ableitungen:'''
|2. Kern, Klumpen
| -
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzelküh BDO]
|}
|-
 
|Butzelkühlein
==Unikales Morphem ?==
|Nadelbaumzapfen
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
|3b) Tier / Landwirtschaft
| colspan="2" |Die Morpheme ''firle'' und ''fanz'' kommen im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und auch in keinen anderen Wortbildungen vor.
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzelkühlein BDO]
|-
|Butzelkuhsel
|Nadelbaumzapfen
|3b) Tier / Landwirtschaft
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzelkuhsel BDO]
|-
|Butzelmaß
|Getränk
|3e) Sonstiges
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzelmaß BDO]
|-
|-
|Butzelmocke(r)lein
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Nadelbaumzapfen
|Die Morpheme ''firle'' und ''fanz'' sind daher<span style="color:green"> '''unikale Morpheme'''</span>.  
|3b) Tier / Landwirtschaft
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzelmocke(r)lein BDO]
|-
|-
|Butzelmockel
|}
|Nadelbaumzapfen
 
|3b) Tier / Landwirtschaft
[[#top | Seitenanfang]]<br>
|2. Kern, Klumpen
==Belege/Quellen==
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzelmockel BDO]
 
|-
[https://www.dwds.de/wb/Firlefanz DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Firlefanz Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de/#0 Wörterbuchnetz] (versch. Wörterbücher, vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=F01441 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=F02013 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=F04549 Grimm]), [https://www.owid.de/service/cosmas/suche/kw?query=Firlefanz OWID], [https://www.zdl.org/?q=Firlefanz ZDL] sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: [https://www.duden.de/rechtschreibung/Firlefanz Duden Online-Wörterbuch], [https://www.wissen.de/search/all?keyword=Firlefanz wissen.de], [https://www.wortbedeutung.info/Firlefanz/ Wortbedeutung.info], [https://de.wikipedia.org/wiki/Firlefanz Wikipedia]
|Butzelpack
 
|Nadelbaumzapfen
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
|3b) Tier / Landwirtschaft
 
|2. Kern, Klumpen
<br>
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzelpack BDO]
----
|-
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|Butzelware
|[[Firlefanz|'''zurück zur Wortgeschichte ''Firlefanz''''']]
|Kinderschar
|}
|3a) Personen
{{WörterABC-Tabelle}}
|3. regional/sekundär
__INDEX__
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzelware BDO]
 
|-
----
|Butzelware
= garstig =
|kleines Getier, kleine Tiere
{{DISPLAYTITLE:garstig}}
|3b) Tier / Landwirtschaft
__TOC__
|3. regional/sekundär
 
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzelware BDO]
==Wortherkunft==
|-
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|Butzelzeug
|minderwertiges Obst
|2c) Menge / Bündel
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzelzeug BDO]
|-
|Bützelzeug
|Fallobst
|2c) Menge / Bündel
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Bützelzeug BDO]
|-
|Butzemann
|Schreckgestalt
|4) Schreckgestalt
|4. Schreckgestalt
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzemann BDO]
|-
|Butzemärtel
|Schreckgestalt, Kinderschreck
|4) Schreckgestalt
|4. Schreckgestalt
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzemärtel BDO]
|-
|-
|Butzemockel
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Nadelbaumzapfen
|Das Wort ''garstig'' beschreibt etwas, das unangenehm, widerlich oder böse wirkt. Das kann sich sowohl auf das Verhalten einer Person beziehen, als auch auf Gerüche oder Situationen.
|3b) Tier / Landwirtschaft
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzemockel BDO]
|-
|-
|Butzenäschen
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|kleines Kind
|Das Wort geht auf mittelhochdeutsch ''garst'' zurück, das „ranzig, schlecht riechend“ bedeutete.
|3a) Personen
 
|3. regional/sekundär
Verwandt ist althochdeutsch ''gerstī'' = Hass, Groll.  
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10315 RhWB]
 
Ursprünglich bezeichnete ''garstig'' also etwas, das Ekel oder Abscheu hervorruft. Die Bedeutung wurde später auf Verhalten von Menschen übertragen.
|-
|-
|Butzenbäkeler
|}
|Nasenschleim
 
|2d) Körper Pers.
==Hinweise zum Wort ''garstig''==
|2. Kern, Klumpen
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzenbäkeler BDO]
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|1. widerlich, ekelerregend 
2. böse, gemein, unangenehm im Verhalten
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Er war heute besonders garstig zu seinen Mitschülern.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Adjektiv
 
'''Worttrennung:''' gars-tig
 
'''Aussprache:''' [ˈɡaʁstɪç]
|-
|-
|Butzenbär
|}
|Schreckfigur
 
|4) Schreckgestalt
==Wortformen==
|4. Schreckgestalt
<div style="font-size:1.2em">
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10366 RhWB]
Das Wort ''garstig'' ist ein Adjektiv. Die Vergleichsformen werden regelmäßig gebildet.
|-
</div>
|Butzenbengel
 
|kleiner Bub
{|class="wikitable" style="width: 50%; vertical-align:top;font-size: 1.2em; margin:auto"
|3a) Personen
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzenbengel BDO]
|-
|-
|Butzenberchte
!style="width: 30%"|Positiv
|weibliche Schreckgestalt
!style="width: 30%"|Komparativ
|4) Schreckgestalt
!style="width: 40%"|Superlativ
|4. Schreckgestalt
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzenberchte BDO]
|-
|-
|Butzenbock
|garstig
|Mostrückstand
|garstiger
|2a) Kern / Rest / Klumpen
|am garstigsten
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzenbock BDO]
|-
|-
|Butzenbock
|}
|Nadelbaumzapfen, Kiefernzapfen
 
|3b) Tier / Landwirtschaft
</br>
|2. Kern, Klumpen
----
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzenbock BDO]
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|-
|[[Info - garstig| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''garstig''''']]
|Butzenbock
|}
|Schreckfigur
{{WörterABC-Tabelle}}
|4) Schreckgestalt
__INDEX__
|4. Schreckgestalt
 
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10376 RhWB]
----
|-
 
|Butzenbünkel
= Info - garstig =
|nettes Kind
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|3a) Personen
|[[garstig|'''zurück zur Wortgeschichte ''garstig''''']]
|3. regional/sekundär
|}
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzenbünkel BDO]
----
|-
__TOC__
|Butzenhäfelein
 
|Weißdornfrucht
==Weiterführende Informationen zum Wort ''garstig''==
|3b) Tier / Landwirtschaft
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
|2. Kern, Klumpen
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzenhäfelein BDO]
|ie. *ghers-, *ghres- = Widerwille, Abscheu, Ekel → ahd. ''gerstī'' = Hass, Groll 
|-
→ mhd. ''garst'' = ranzig, übel riechend 
|Butzenhänschen
→ nhd. ''garstig''
|kleines Kind
 
|3a) Personen
Bedeutungsentwicklung: Ekel, Gestank → unangenehm → böse, gemein
|3. regional/sekundär
|- style="vertical-align:top;"
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10376 RhWB]
|'''Wortbildungen:'''
|-
|
|Butzenhiefe
|- style="vertical-align:top;"
|Frucht des Weißdorns
|'''Ableitungen:'''
|3b) Tier / Landwirtschaft
|[https://www.dwds.de/wb/Garstigkeit Garstigkeit]
|2. Kern, Klumpen
|- style="vertical-align:top;"
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzenhiefe BDO]
|'''Interessantes:'''
|-
|Das Wort zeigt eine typische Bedeutungsverschiebung:
|Butzenkerl
: körperliche Wahrnehmung (Geruch) → moralische Bewertung (Charakter)
|Schreckfigur
 
|4) Schreckgestalt
Ähnliche Entwicklungen gibt es bei Wörtern wie:
|4. Schreckgestalt
: „faul“ (Geruch → Verhalten) 
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10376 RhWB]
: „stinkig“ (Geruch → Stimmung)
|-
 
|Butzenklein
Das ältere Wort ''garst'' ist heute nicht mehr gebräuchlich.
|sehr klein
|}
|3e) Sonstiges
 
|3. regional/sekundär
==Unikales Morphem ?==
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10366 RhWB]
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
|-
| colspan="2" |Das Morphem ''garst'' im Wort ''garstig'' kommt heute nicht mehr isoliert und nur in der Wortbildung ''garstig'' vor. Die einzige weitere Wortbildung (Garstigkeit) ist vom Adjektiv ''garstig'' abgeleitet.
|Butzenkuh
|Nadelbaumzapfen
|3b) Tier / Landwirtschaft
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzenkuh BDO]
|-
|Butzenleiner
|kleine Bremse
|3e) Sonstiges
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzenleiner BDO]
|-
|Butzenmäckler
|verdickter, verhärteter Nasenschleim
|2d) Körper Pers.
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzenmäckler BDO]
|-
|Butzenmann
|Schreckgespenst
|4) Schreckgestalt
|4. Schreckgestalt
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10376 RhWB]
|-
|Butzenmaukes
|Schreckgespenst
|4) Schreckgestalt
|4. Schreckgestalt
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10376 RhWB]
|-
|Butzenmummel
|Schreckgestalt
|4) Schreckgestalt
|4. Schreckgestalt
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzenmummel BDO]
|-
|Butzennelleschen
|kleines Kind
|3a) Personen
|3. regional/sekundär
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10382 RhWB]
|-
|Butzennickel
|kleines Kind
|3a) Personen
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzennickel BDO]
|-
|-
|Butzenofen
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Ofen
|Das Morphem ''garst'' ist daher ein<span style="color:green"> '''unikales Morphem'''</span>.
|3c) Raum
|3. regional/sekundär
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10366 RhWB]
|-
|-
|Butzenscheibe
|}
|kleine Glasscheibe
 
|2a) Kern / Rest / Klumpen
[[#top | Seitenanfang]]<br>
|2. Kern, Klumpen
 
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzenscheibe BDO]
==Belege/Quellen==
|-
 
|Butzenstiel
[https://www.dwds.de/wb/garstig DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/garstig Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=G00307 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=G00271 Goethe]), [https://www.zdl.org/?q=garstig ZDL], [https://www.duden.de/rechtschreibung/garstig Duden-online]
|Stiel an einem abgenagten Kernhaus
 
|2a) Kern / Rest / Klumpen
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
|2. Kern, Klumpen
 
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzenstiel BDO]
<br>
|-
----
|Butzentanz
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|Tanz der Fastnachtbutzen
|[[garstig|'''zurück zur Wortgeschichte ''garstig''''']]
|4) Schreckgestalt
|}
|4. Schreckgestalt
{{WörterABC-Tabelle}}
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzentanz BDO]
__INDEX__
|-
 
|Butzenteufel
----
|Nesthäkchen
= Garaus =
|3a) Personen
__TOC__
|3. regional/sekundär
 
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzenteufel BDO]
==Wortherkunft==
|-
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|Butzenteufel
|Faschingsgestalt
|4) Schreckgestalt
|4. Schreckgestalt
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzenteufel BDO]
|-
|-
|Butzenweg
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Scharfrichter
|Das Adjektiv ''gar'' bedeutete im Mittelhochdeutschen „ganz, vollständig“, ''aus'' bedeutete „zu Ende“.
|3a) Personen
Das Nomen ''Garaus'' entstand aus dem Ausruf ''gar aus''. Das riefen die Wachen Anfang des 16. Jahrhunderts in den Städten Nürnberg und Regensburg, wenn abends die Stadttore geschlossen wurden. Dieser Ausruf wurde später auf das Tagesende und den Glockenschlag übertragen, der das Ende des Tages „einläutete“.
|3. regional/sekundär
 
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzenweg BDO]
Die Verbindung ''gar aus'' bedeutete also zunächst: „vollständig zu Ende“. Daraus entwickelte sich später das Nomen ''Garaus'' in der Bedeutung ''Ende''.
|-
|-
|Butzenwubelein
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|alte Frau (Kinderschreck)
|Das Nomen wird heute nicht mehr isoliert verwendet. Es kommt nur noch in der Redewendung ''jemanden den Garaus machen vor'' und bedeutet ''jemanden töten'', also das Leben eines Menschen absichtlich (mit Gewalt) beenden.
|4) Schreckgestalt
Diese Redewendung wird manchmal auch scherzhaft gemeint, z. B. „Kannst du nicht endlich der surrenden Mücke an der Fensterscheibe den Garaus machen." (freundliche Umschreibung für das Töten der Mücke).
|4. Schreckgestalt
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzenwubelein BDO]
|-
|-
|Butzepöpel
|}
|verdickter, verhärteter Nasenschleim
 
|2d) Körper Pers.
==Hinweise zum Wort ''Garaus''==
|2. Kern, Klumpen
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzepöpel BDO]
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|-
|Ende, vollständige Vernichtung (meist in festen Wendungen)
|Butzerach
|- style="vertical-align:top;"
|Kerngehäuse
|'''Beispielsatz:'''
|2a) Kern / Rest / Klumpen
|''Der Sturm machte dem alten Baum den Garaus.''
|2. Kern, Klumpen
|- style="vertical-align:top;"
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzerach BDO]
|'''Wortinfo:'''
|-
|'''Wortart:''' Nomen, Neutrum
|Butzeratz
 
|Schreckgestalt, Kinderschreck
'''Worttrennung:''' Gar-aus
|4) Schreckgestalt
 
|4. Schreckgestalt
'''Aussprache:''' [ˈɡaːɐ̯ˌʔaʊ̯s]
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzeratz BDO]
|-
|Butzerl
|kleines Kind
|3a) Personen
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzerl BDO]
|-
|Butzerl
|kleines Getier
|3b) Tier / Landwirtschaft
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzerl BDO]
|-
|Bützerlein
|Abfall beim Gemüseputzen
|2b) Schmutz
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Bützerlein BDO]
|-
|Butzernickel
|kleiner Finger
|2d) Körper Pers.
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzernickel BDO]
|-
|Butzet
|Abfall beim Gemüseputzen
|2b) Schmutz
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzet BDO]
|-
|-
|Butzethomas
|}
|Schreckgestalt, Kinderschreck
 
|4) Schreckgestalt
==Wortformen==
|4. Schreckgestalt
<div style="font-size:1.2em">
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzethomas BDO]
Das Wort ''Garaus'' wird meist nur im Singular verwendet und tritt überwiegend in festen Wendungen auf.
</div>
 
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
!style="width: 14%"|
!style="width: 20%"|
!style="width: 33%"|Singular
!style="width: 33%"|Plural
|-
|-
|Butzewatz
!style="text-align:left"|1. Fall
|Traumgespenst
!Nominativ
|4) Schreckgestalt
|das Garaus
|4. Schreckgestalt
|
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzewatz BDO]
|-
|-
|Butzgasten
!style="text-align:left"|2. Fall
|eingemessenes Korn
!Genitiv
|2c) Menge / Bündel
|des Garaus
|2. Kern, Klumpen
|
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=B06223#0 MeckWB]
|-
|-
|Bützgeschirr
!style="text-align:left"|3. Fall
|scherzhaft, großer Mund
!Dativ
|2d) Körper Pers.
|dem Garaus
|2. Kern, Klumpen
|
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10326 RhWB]
|-
|-
|Butzgickel
!style="text-align:left"|4. Fall
|gefallsüchtiges Weib
!Akkusativ
|3a) Personen
|das Garaus
|3. regional/sekundär
|
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10343 RhWB]
|-
|-
|Butzgockel
|}
|Hahn ohne Schwanz
 
|3b) Tier / Landwirtschaft
</br>
|3. regional/sekundär
----
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzgockel BDO]
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|-
|[[Info - Garaus| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Garaus''''']]
|Bützgrete
|}
|Mädchen, das gerne küsst
{{WörterABC-Tabelle}}
|1c) Kuss / Kosennamen
__INDEX__
|1. Stoß
 
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10327 RhWB]
----
|-
 
|Bützhand(chen)
= Info - Garaus =
|Kusshand
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|1c) Kuss / Kosennamen
|[[Garaus|'''zurück zur Wortgeschichte ''Garaus''''']]
|1. Stoß
|}
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10328 RhWB]
----
|-
__TOC__
|Butzhenne
 
|Henne ohne Schwanz
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Garaus''==
|3b) Tier / Landwirtschaft
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
|3. regional/sekundär
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzhenne BDO]
|germ. *garwa- → ahd. ''garo'' = fertig, vollständig → mhd. ''gar'' = bereit, vollständig, ganz ; ''gar'' + ''aus'' = zu Ende
|-
Ausruf: ''gar aus'' = vollständig vorbei → Substantivierung: ''das Garaus''
|Butzhiefe
|- style="vertical-align:top;"
|Heckenrose, Frucht der Heckenrose
|'''Wortbildungen:'''
|3b) Tier / Landwirtschaft
|den Garaus machen (feste Redewendung)
|2. Kern, Klumpen
|- style="vertical-align:top;"
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzhiefe BDO]
|'''Ableitungen:'''
|-
| -
|Butzhobel
|- style="vertical-align:top;"
|Hobel mit Doppeleisen
|'''Bedeutungs-'''
|3e) Sonstiges
'''entwicklung:'''
|3. regional/sekundär
|Das Wort ''Garaus'' ist ein Beispiel für die sogenannte „Zusammenrückung“:
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10344 RhWB]
: eine Wortgruppe („gar aus“) wird zu einem festen Wort.
|-
 
|Butzholz
Heute wird es fast ausschließlich in festen Wendungen verwendet, besonders:
|Glätteholz des Schusters
: „jemandem den Garaus machen“ 
|3e) Sonstiges
 
|3. regional/sekundär
Die ursprüngliche wörtliche Bedeutung („ganz aus“) ist im heutigen Sprachgefühl nicht mehr unmittelbar erkennbar.
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10345 RhWB]
 
|-
Bei dem Adjektiv ''gar'' hat sich von der ursprünglichen Bedeutung ahd. garo = fertig eine Bedeutungsverengung auf den gastronomischen Bereich im Sinne von ''fertig'' ''gegart'' verengt.
|Butzi
|}
|Kosename für Hunde
 
|1c) Kuss / Kosennamen
==Unikales Morphem ?==
|3. regional/sekundär
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzi BDO]
| colspan="2" |Das Wort ''Garaus'' ist zusammengesetzt aus dem Adjektiv ''gar'' und dem Adverb ''aus''. Das Adjektiv ''gar'' wird heute nur in der eingeschränkten gastronomischen Bedeutung verwendet. In der Wortbildung Garaus wird heute kein Bedeutungszusammenhang zum Adjektiv ''gar'' gesehen.
|-
'''Einerseits''': Das Morphem ''gar'' (als Adjektiv ''gar'') kommt auch isoliert und in anderen Wortbildungen (z. B. Garküche, Garkoch, halbgar) vor. Es handelt sich daher nicht um ein unikales Morphem.
|Butzi
|Anrede unter Verliebten
|1c) Kuss / Kosennamen
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzi BDO]
|-
|Butzi
|Kosename (Hund)
|1c) Kuss / Kosennamen
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzi BDO]
|-
|Butzi
|kleiner Mensch
|3a) Personen
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzi BDO]
|-
|Butzi
|kleiner Hund
|3b) Tier / Landwirtschaft
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzi BDO]
|-
|Butzibär
|Schreckgestalt, Kinderschreck
|4) Schreckgestalt
|4. Schreckgestalt
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzibär BDO]
|-
|Butzibercht
|Weihnachtsschreck
|4) Schreckgestalt
|4. Schreckgestalt
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzibercht BDO]
|-
|Butzicht
|Abfall beim Gemüseputzen
|2b) Schmutz
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzicht BDO]
|-
|Bützigbauern
|Männer, die den Müll abholen
|3a) Personen
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Bützigbauern BDO]
|-
|Bützigeimer
|Abfallkorb beim Gemüseputzen
|5) butzen II
|Abl. putzen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Bützigeimer BDO]
|-
|Butzigel
|im Wachstum zurückgebliebenes Tier
|3b) Tier / Landwirtschaft
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzigel BDO]
|-
|Butzigelein
|kleines Kind
|3a) Personen
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzigelein BDO]
|-
|Bützigholer
|Männer, die den Müll abholen
|3a) Personen
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Bützigholer BDO]
|-
|Bützigkörblein
|Abfallkorb beim Gemüseputzen
|5) butzen II
|Abl. putzen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Bützigkörblein BDO]
|-
|Butziglein
|schwächstes Kind
|3a) Personen
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butziglein BDO]
|-
|Bütziglein
|Kartoffelrest
|2a) Kern / Rest / Klumpen
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Bütziglein BDO]
|-
|Bützigmänner
|Männer, die den Müll abholen
|3a) Personen
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Bützigmänner BDO]
|-
|Bützigschaufel
|Kehrichtschaufel
|5) butzen II
|Abl. putzen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Bützigschaufel BDO]
|-
|-
|Bützigschäufelein
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|Kehrichtschaufel
|Das Morphem gar ist demnach <span style="color:red">'''kein unikales Morphem'''</span>.
|5) butzen II
|Abl. putzen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Bützigschäufelein BDO]
|-
|-
|Butzilein
| colspan="2" |'''Andererseits:''' Heute wird kaum noch ein Zusammenhang zwischen dem Adjektiv ''gar'' (im gastronomischen Sinne) und dem Morphem ''gar'' im Nomen ''Garaus'' gesehen, zumal das Nomen nur noch in der Redewendung ''jemandem oder etwas den Garaus machen'' (im Sinne von töten, beenden) vorkommt. Aus diesem Grunde kann auch garaus als ein Morphem (= kleinste bedeutungstragende Einheit) betrachtet werden.
|Anrede unter Verliebten
|1c) Kuss / Kosennamen
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzilein BDO]
|-
|-
|Butzilein
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Kosebezeichnung für einen Hund, der einem sehr gefällt
|Das Morphem garaus kann daher auch als <span style="color:green">'''ein unikales Morphem'''</span> betrachtet werden.
|1c) Kuss / Kosennamen
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzilein BDO]
|-
|-
|Bützjan
| colspan="2" |Das Adjektiv ''gar'' (ahd. garo) hat zudem einen Bedeutungswandel erlebt, von ursprünglich ahd. garo = ''vollständig, gerüstet, bereit gemacht'' hin zur heutigen(eingeschränkten) Bedeutung gar = ''fertig gekocht, gebraten, gebacken'' etc.
|Klatschmaul
Auch das Morphem ''gar'' in ''Garaus'' hat einen Bedeutungswandel vollzogen. Aus der ursprünglichen Bedeutung ''vollständig, vorbei'' in der Wortgruppe ''gar aus'' ist eine Redewendung entstanden, die auf ''jmdn. oder etw. töten, vernichten'' eingeschränkt ist.
|3a) Personen
|3. regional/sekundär
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10329 RhWB]
|-
|-
|Butzjunge
|[[File:Pik-Kreis-blau.jpg]]
|Arbeiter (Junge) in der Eisengießerei
|Wenn nur das Morphem ''gar'' isoliert betrachtet wird, so bleibt zunächst offen, ob es aufgrund der Bedeutungsverschiebungen als unikales Morphem betrachtet werden kann. Daher wird das Morphem ''gar'' bis zur Klärung zunächst als <span style="color:blue">'''unklar'''</span> eingestuft.
|3a) Personen
|3. regional/sekundär
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10346 RhWB]
|-
|-
|Butzkamm
|}
|geschniegelt Mann
 
|3a) Personen
[[#top | Seitenanfang]]<br>
|3. regional/sekundär
 
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10346 RhWB]
==Belege/Quellen==
|-
 
|Butzkäthe
[https://www.dwds.de/wb/Garaus DWDS],  [https://de.wiktionary.org/wiki/Garaus Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] sh. [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=G00218 Adelung], vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=G01053 Grimm-1], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Wander&lemid=G00113 Wander] ([https://de.wikipedia.org/wiki/Wanders_Deutsches_Sprichw%C3%B6rter-Lexikon Sprichwörterlexikon] Anfang 19. Jh. zeigt noch eine große Vielfalt der Redewendungen mit dem Nomen ''Garaus''), [https://www.zdl.org/?q=Garaus ZDL], [https://de.wikipedia.org/wiki/Garaus Wikipedia], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Garaus Duden-online]
|Putzmacherin
 
|5) butzen II
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
|Abl. putzen
 
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10349 RhWB]
<br>
|-
----
|Butzkaul
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|ein Kind, dass nicht essen will
|[[Garaus|'''zurück zur Wortgeschichte ''Garaus''''']]
|3a) Personen
|}
|3. regional/sekundär
{{WörterABC-Tabelle}}
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10350 RhWB]
__INDEX__
|-
 
|Bützke
----
|Klickerkaule
 
|1b) Spiel
 
|1. Stoß
= Gebaren =
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10317 RhWB]
{{DISPLAYTITLE:gebaren}}
|-
__TOC__
|Butzknecht
 
|Reinigungsarbeiter
==Wortherkunft==
|5) butzen II
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|Abl. putzen
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10346 RhWB]
|-
|Butzlappen
|Putzlappen / Prügel
|5) butzen II
|Abl. putzen
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10352 RhWB]
|-
|Butzlein
|Abfall beim Gemüseputzen
|2b) Schmutz
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzlein BDO]
|-
|-
|Butzlein
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Haselblüte
|Das Nomen ''Gebaren'' bezeichnet die Art und Weise, wie sich jemand verhält oder benimmt.
|3b) Tier / Landwirtschaft
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzlein BDO]
|-
|-
|Bützlein
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Kuss
|Das Wort geht auf das althochdeutsche ''gibāren'' zurück, das „Betragen, Verhalten“ bedeutete. Hieraus wurde dann bereits im Mittelalter unsere heutige Form ''gebāren'' entwickelt. 
|1c) Kuss / Kosennamen
 
|3. regional/sekundär
Entstanden ist das Nomen aus dem Verb ''gibārōn''. Dieses Verb ist veraltet und wird heute nur noch sehr selten benutzt.
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Bützlein BDO]
|-
|-
|Bützlein
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|Kartoffelrest
|Englisch: behavior, conduct 
|2a) Kern / Rest / Klumpen
Französisch: comportement 
|2. Kern, Klumpen
Lateinisch: mores
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Bützlein BDO]
|-
|-
|Bützlein
|}
|Unterholz
 
|2c) Menge / Bündel
==Hinweise zum Wort ''Gebaren''==
|3. regional/sekundär
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Bützlein BDO]
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|Verhalten, Benehmen (meist auffällig oder kritisch gemeint)
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Sein arrogantes Gebaren fiel allen sofort auf.''
''Das geschäftliche Gebaren dieser Firma ist nicht seriös.''
 
''Er legte ein sehr auffälliges Gebaren an den Tag.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Nomen, Neutrum
 
'''Worttrennung:''' Ge-ba-ren
 
'''Aussprache:''' [ɡəˈbaːʁən]
|-
|-
|Bützlein
|}
|Knecht Ruprecht
 
|4) Schreckgestalt
==Wortformen==
|4. Schreckgestalt
<div style="font-size:1.2em">
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Bützlein BDO]
Das Nomen ''Gebaren'' wird meist nur im Singular verwendet.
|-
</div>
|Butzlumpen
 
|Zunge
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
|2d) Körper Pers.
!style="width: 14%"|
|3. regional/sekundär
!style="width: 20%"|
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10346 RhWB]
!style="width: 33%"|Singular
|-
!style="width: 33%"|Plural
|Butzlumpen
|Lumpen
|3e) Sonstiges
|2. Kern, Klumpen
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10346 RhWB]
|-
|Butzmachersche
|Modistin (Herstellerin von Kopfbedeckungen)
|3a) Personen
|3. regional/sekundär
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10354 RhWB]
|-
|Butzmamsell
|putzsüchtige Frau
|5) butzen II
|Abl. putzen
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10355 RhWB]
|-
|-
|Bützmamsell
!style="text-align:left"|1. Fall
|kussüchtiges Weib
!Nominativ
|1c) Kuss / Kosennamen
|das Gebaren
|1. Stoß
|
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10330 RhWB]
|-
|-
|Butzmann
!style="text-align:left"|2. Fall
|Schreckgestalt, Kinderschreck
!Genitiv
|4) Schreckgestalt
|des Gebarens
|4. Schreckgestalt
|
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzmann BDO]
|-
|-
|Bützmann
!style="text-align:left"|3. Fall
|Kinderschreck
!Dativ
|4) Schreckgestalt
|dem Gebaren
|4. Schreckgestalt
|
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Bützmann BDO]
|-
|-
|Bützmattes
!style="text-align:left"|4. Fall
|einer, der gerne küsst
!Akkusativ
|1c) Kuss / Kosennamen
|das Gebaren
|1. Stoß
|
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10331 RhWB]
|-
|-
|Bützmäulchen
|}
|Schmollmund
 
|2d) Körper Pers.
<div style="font-size:1.2em">
|2. Kern, Klumpen
Das Verb ''gebaren'' ist ein starkes Verb. Es wird heute kaum noch verwendet.
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10332 RhWB]
</div>
 
{| class="wikitable" style="width: 80%; vertical-align:top; font-size: 1.2em; margin:auto"
| colspan="2" |
!Gegenwart
(Präsens)
!1. Vergangenheit
(Präteritum)
!2. Vergangenheit
(Perfekt)
|-
|-
|Butzmesser
! rowspan="3" style="width:12%" |Einzahl
|Werkzeug
(Singular)
|3e) Sonstiges
! style="width: 13%" |1. Person
|3. regional/sekundär
|ich gebare
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10356 RhWB]
|ich gebarte
|ich habe gebart
|-
|-
|Butzmichel
!2. Person
|alte Frau
|du gebarst
|3a) Personen
|du gebartest
|3. regional/sekundär
|du hast gebart
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10358 RhWB]
|-
|-
|Butzmockelein
!3. Person
|Nadelbaumzapfen
|er/sie/es gebart
|3b) Tier / Landwirtschaft
|er/sie/es gebate
|2. Kern, Klumpen
|er/sie/es hat gebart
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzmockelein BDO]
|-
|-
|Bützmöngke
! rowspan="3" |Mehrzahl
|Schmollmund
(Plural)
|2d) Körper Pers.
!1. Person
|2. Kern, Klumpen
|wir gebaren
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10332 RhWB]
|wir gebarten
|wir haben gebart
|-
|-
|Butzmühle
!2. Person
|Reinigungsmaschine
|ihr gebart
|5) butzen II
|ihr gebartet
|Abl. putzen
|ihr habt gebart
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10356 RhWB]
|-
|-
|Butznarr
!3. Person
|sich auffällig kleidende Frau
|sie gebaren
|3a) Personen
|sie gebarten
|3. regional/sekundär
|sie haben gebart
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10360 RhWB]
|-
|-
|Butzschäpel
|}
|Kornmaß
</br>
|2c) Menge / Bündel
----
|2. Kern, Klumpen
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=B06223#0 MeckWB]
|[[Info - Gebaren| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Gebaren''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
----
 
= Info - Gebaren =
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Gebaren|'''zurück zur Wortgeschichte ''Gebaren''''']]
|}
----
__TOC__
 
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Gebaren''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|Verb: ahd. beran → <abbr>mhd.</abbr> bern = tragen, bringen, hervorbringen
→ Verb: ahd. gibārōn → <abbr>mhd.</abbr> <abbr>mnd.</abbr> gebāren
 
→ Nomen: ahd. ''gibāren →'' mhd. ''gebāren''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|[https://www.dwds.de/wb/Ausgabengebaren Ausgabengebaren], [https://www.dwds.de/wb/Bühnengebaren Bühnengebaren], [https://www.dwds.de/wb/Finanzgebaren Finanzgebaren], [https://www.dwds.de/wb/Geschäftsgebaren Geschäftsgebaren], [https://www.dwds.de/wb/Haushaltsgebaren Haushaltsgebaren], [https://www.dwds.de/wb/Herrschaftsgebaren Herrschaftsgebaren], [https://www.dwds.de/wb/Machtgebaren Machtgebaren]
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|[https://www.dwds.de/wb/gebaren gebaren] (Grundwort), [https://www.dwds.de/wb/Gebaren Gebaren] (Konversion), [https://www.dwds.de/wb/Gebarung Gebarung] (Ableitung)
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortgruppen:'''
|Das Wort ''Gebaren'' wird häufig mit negativer oder kritischer Bedeutung verwendet:
 
: „sein seltsames Gebaren“ 
: „ein unangemessenes Gebaren“
|-
|-
|Bützschnüss
|Zitate:
|Schmollmund
|„Feingedrechselte Worte und ein wohlgefälliges Gebaren sind selten Zeichen wahrer Menschlichkeit.“ ([https://gutezitate.com/zitat/120966 Quelle])
|2d) Körper Pers.
„An dem Tag, an dem die Manager vergessen, daß eine Unternehmung nicht weiter bestehen kann, wenn die Gesellschaft ihre Nützlichkeit nicht mehr empfindet oder ihr Gebaren als unmoralisch betrachtet, wird die Unternehmung zu sterben beginnen.“ ([https://gutezitate.com/zitat/249087 Quelle])
|2. Kern, Klumpen
|}
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10332 RhWB]
 
== Wortvergleich ==
Die Wörter ''gebaren, gebären, Gebärde, Geburt'' und ''gebühren'' haben ihren Ursprung im indoeuropäischen Wort *bher(ə) = heben, tragen. Auf die Bedeutung  *bher(ə) = ''tragen'' dieser Wurzel können viele weitere deutsche Wörter zurückgeführt werden, zum Beispiel: ''Bahre'' (= Trage), ''Bürde'' (= was getragen wird), ''entbehren'' (= nicht tragen) und auch das Suffix -''bar'' (= tragend, z. B. heilbar = Heilung tragend) ''. ''All diese Wörter enthalten das Morphem ''behr. ''Auch die andere Bedeutung der indogermanischen Wurzel (''*bher(ə'') = heben) findest du in vielen deutschen Wörtern wieder, so zum Beispiel in ''empor'' und ''empören'', aber auch in ''Berg.''
 
Die folgende Tabelle enthält eine Übersicht über die Ableitungen der deutschen Wörter vom indoeuropäischen *''bher''. Die mit ⚠️ versehenen Wörter sind sprachwissenschaftlich umstritten.
 
{| class="wikitable mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 100%; vertical-align:top; margin:auto"
|+ Herkunft und Entwicklung von von Grundwörtern zu indoeuropäisch *''bher(ə)''
! style="width: 15%" |Grundwort
! style="width: 12%" |ie.
! style="width: 8%" |germ.
! style="width: 20%" |Verb (ohne Präfix)
! style="width: 10%" |ahd.
! style="width: 10%" |mhd.
! style="width: 25%" |ursprüngliche Bedeutung
|-
|-
|Butzschürze
![[Info - gebaren|gebaren]], [[Gebaren]]
|Zierschürze
| rowspan="8" |*bher- = tragen, heben
|3e) Sonstiges
| rowspan="4" |*beraną
|3. regional/sekundär
| rowspan="5" |alt: ahd. beran, mhd. bern = tragen, Frucht tragen, hervorbringen, gebären
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10356 RhWB]
|gibārōn, gibāra
|gebāren
|sich betragen
|-
|-
|Butztag
!gebären
|Putztag
|gibāran
|5) butzen II
|gebāren
|Abl. putzen
|hervortragen → zur Welt bringen
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10356 RhWB]
|-
|-
|Butztuch
!Gebärde, gebärden
|Reinigungstuch, Putzlumpen
|gibārida, gibārōn
|5) butzen II
|gebærde, gebæren
|Abl. putzen
|Benehmen, sichtbarer Ausdruck
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10356 RhWB]
|-
|-
|Butzwelle
!entbehren
|Bündel Holz
|inbēran
|2c) Menge / Bündel
|enbern
|2. Kern, Klumpen
|nicht tragen → entbehren
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butzwelle BDO]
|-
|-
|Butzwolle
! -bar
|Reißwolle zum Reinigen von Maschinen
|*beraz
|5) butzen II
| -bāri
|Abl. putzen
| -bære
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10366 RhWB]
|tragbar → möglich
|-
|-
|Dochtbutzen
![[Info - Geburt|Geburt]]
|verkohltes Dochtende
|*burþiz *burdi-
|2b) Schmutz
| -
|2. Kern, Klumpen
|giburt
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Dochtbutzen BDO]
|geburt
|Leibesfrucht tragen
|-
|-
|Eiterbutzen
!Bahre
|Eiterbläschen
|*berō
|2d) Körper Pers.
| -
|2. Kern, Klumpen
|bāra
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Eiterbutzen BDO]
|bāre
|Tragegestell
|-
|-
|Erdapfelbutzen
!Bürde
|Rest der Kartoffel nach dem Reiben
|*burþi-
|2a) Kern / Rest / Klumpen
| -
|2. Kern, Klumpen
|burdi
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Erdapfelbutzen BDO]
|bürde
|das Getragene
|-
|-
|Erdäpfelbutzen
!empor
|Kartoffelkeim
| rowspan="3" |*bher- = heben ⚠️
|2a) Kern / Rest / Klumpen
|*(ga)bur- ⚠️
|2. Kern, Klumpen
|alt: ahd. bor = Höhe, Spitze; alt: ahd. in bore = in der Höhe
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Erdäpfelbutzen BDO]
|empōr
|empōr
|emporheben
|-
|-
|Erdäpfelsbutz
!empören
|Rest der Kartoffel nach dem Reiben
|*(ga)burjan⚠️
|2a) Kern / Rest / Klumpen
|alt: mhd. bōr
|2. Kern, Klumpen
|empōren
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Erdäpfelsbutz BDO]
|empōren
|emporheben → aufregen
|-
|-
|Erdbirnbützel
!gebühren, [[Info - Gebühr|Gebühr]]
|Abfall beim Gemüseputzen
|*burjaną ⚠️
|2b) Schmutz
|alt: ahd. burien, mhd. bürn = heben, in die Höhe halten
|2. Kern, Klumpen
|gibūren, giburī
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Erdbirnbützel BDO]
|gebürn, gebüre
|heben, zuteilen
|-
|-
|Erdbirnenbutzel
!Berg
|minderwertige Kartoffel
|* bhereg̑h-, * bherg̑os-
|2a) Kern / Rest / Klumpen
Erweiterung zu *bher
|2. Kern, Klumpen
|*berga
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Erdbirnenbutzel BDO]
| -
|berg
|berc
|hoch, erhaben, das erhobene
|-
|-
|Estbutzel
|}
|große Kartoffel
 
|2a) Kern / Rest / Klumpen
==Unikales Morphem ?==
|2. Kern, Klumpen
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Estbutzel BDO]
| colspan="2" |Der Wortstamm ''bar'' (ahd. ''bār'') kommt in dieser Bedeutung („tragen, sich verhalten“) auch in verwandten Wörtern vor. Die ursprüngliche Bedeutung des Wortstamms ist für die meisten nicht mehr erkennbar.
|-
|-
|Estbutzel
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|jüngstes Kind
|Das Morphem ''bar'' ist daher<span style="color:red"> '''kein unikales Morphem'''</span>.
|3a) Personen
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Estbutzel BDO]
|-
|-
|Faschingbutz
|}
|maskierte Faschingsgestalt
 
|4) Schreckgestalt
[[#top | Seitenanfang]]<br>
|4. Schreckgestalt
 
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Faschingbutz BDO]
==Belege/Quellen==
|-
 
|Fasebutz
[https://www.dwds.de/wb/Gebaren DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Gebaren Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (vor allem: [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=G00527 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=G00564 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=G02567 Grimm], [https://www.mhdwb-online.de/wb.php?linkid=47649000#47649000 MWb]), [https://www.zdl.org/?q=Gebaren ZDL], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Gebaren Duden-online]
|Fastnachtsfigur
 
|4) Schreckgestalt
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
|4. Schreckgestalt
 
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=PfWB&lemid=B07817#0 PfWB]
<br>
|-
----
|Fasnachtbutz
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|maskierte Faschingsgestalt
|[[Gebaren|'''zurück zur Wortgeschichte ''Gebaren''''']]
|4) Schreckgestalt
|}
|4. Schreckgestalt
{{WörterABC-Tabelle}}
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Fasnachtbutz BDO]
__INDEX__
|-
----
|Feldbutzen
 
|Vogelscheuche
<div style="color:red">
|4) Schreckgestalt
Die folgenden Wörter müssen noch überarbeitet und an die neue Version von </nowiki>''gebaren'' angepasst werden.
|4. Schreckgestalt
</div>
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Feldbutzen BDO]
 
= gebären =
__TOC__
 
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|-
|-
|Fembutz
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Verbotszeichen für den Schäfer
|Das Verb ''gebären'' bedeutet „ein Kind zur Welt bringen“. Es gehört zum Wortfeld von ''Geburt'' und ''gebären''.
|3e) Sonstiges
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Fembutz BDO]
|-
|-
|Fichtenbutzel
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Nadelbaumzapfen, Fichtenzapfen
|Das Wort geht auf das althochdeutsche ''gibāran'' zurück.
|3b) Tier / Landwirtschaft
 
|2. Kern, Klumpen
Es gehört zu einer alten Wortfamilie mit der Grundbedeutung „tragen, hervorbringen“. 
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Fichtenbutzel BDO]
 
Verwandt sind u. a.:
''gebären'', ''Geburt'', ''gebürtig''.
|-
|-
|Fichtenbutzelein
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|Nadelbaumzapfen, Fichtenzapfen
|Englisch: to give birth, to bear 
|3b) Tier / Landwirtschaft
Französisch: enfanter 
|2. Kern, Klumpen
Lateinisch: parere
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Fichtenbutzelein BDO]
|-
|-
|Fichtenbutzelkuh
|}
|Nadelbaumzapfen, Fichtenzapfen
 
|3b) Tier / Landwirtschaft
==Hinweise zum Wort ''gebären''==
|2. Kern, Klumpen
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Fichtenbutzelkuh BDO]
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|ein Kind zur Welt bringen
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Die Frau gebar ein gesundes Kind.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Verb
 
'''Worttrennung:''' ge-bä-ren
 
'''Aussprache:''' [ɡəˈbɛːʁən]
|-
|-
|Fingerbutzeln
|}
|Kinderspiel
 
|1b) Spiel
==Wortformen==
|1. Stoß
<div style="font-size:1.2em">
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Fingerbutzeln BDO]
Das Verb ''gebären'' ist ein starkes Verb.
|-
</div>
|Fingerbutzlein
 
|Kinderspiel, bei dem man sich wechselweise mit angefeuchteten Fingern auf die Finger schlug, bis sie weh taten
{| class="wikitable" style="width: 80%; vertical-align:top; font-size: 1.2em; margin:auto"
|1b) Spiel
| colspan="2" |
|1. Stoß
!Gegenwart
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Fingerbutzlein BDO]
(Präsens)
|-
!1. Vergangenheit
|Föhrenbutzel
(Präteritum)
|Nadelbaumzapfen, Kiefernzapfen
!2. Vergangenheit
|3b) Tier / Landwirtschaft
(Perfekt)
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Föhrenbutzel BDO]
|-
|Fohrenbutzelein
|Nadelbaumzapfen, Kiefernzapfen
|3b) Tier / Landwirtschaft
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Fohrenbutzelein BDO]
|-
|Föhrenbutzelkuh
|Nadelbaumzapfen, Kiefernzapfen
|3b) Tier / Landwirtschaft
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Föhrenbutzelkuh BDO]
|-
|-
|Forchenbutzenkuh
! rowspan="3" style="width:12%" |Einzahl
|Nadelbaumzapfen, Kiefernzapfen
(Singular)
|3b) Tier / Landwirtschaft
! style="width: 13%" |1. Person
|2. Kern, Klumpen
|ich gebäre
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Forchenbutzenkuh BDO]
|ich gebar
|ich habe geboren
|-
|-
|Frühjahrsbutzen
!2. Person
|Aprilschauer, (Graupel-, Regen-, Schnee-)
|du gebierst
|3d) Wetter
|du gebarst
|1. Stoß
|du hast geboren
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Frühjahrsbutzen BDO]
|-
|-
|Fürchtebutzen
!3. Person
|Schreckfigur
|er/sie/es gebiert
|4) Schreckgestalt
|er/sie/es gebar
|4. Schreckgestalt
|er/sie/es hat geboren
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=PfWB&lemid=B07817#0 PfWB]
|-
|-
|Gartenbutz
! rowspan="3" |Mehrzahl
|Vogelscheuche
(Plural)
|4) Schreckgestalt
!1. Person
|4. Schreckgestalt
|wir gebären
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=PfWB&lemid=B07817#0 PfWB]
|wir gebaren
|wir haben geboren
|-
|-
|Gebütz
!2. Person
|Kerngehäuse Apfel
|ihr gebärt
|2a) Kern / Rest / Klumpen
|ihr gebart
|2. Kern, Klumpen
|ihr habt geboren
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Gebütz BDO]
|-
|-
|Gebütze
!3. Person
|Abfall beim Gemüseputzen
|sie gebären
|2b) Schmutz
|sie gebaren
|2. Kern, Klumpen
|sie haben geboren
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Gebütze BDO]
|-
|-
|Gebutzel
|}
|minderwertiges Obst oder Gemüse
 
|2c) Menge / Bündel
</br>
|2. Kern, Klumpen
----
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Gebutzel BDO]
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|-
|[[Info - gebären| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''gebären''''']]
|Gebützel
|}
|kleine Kartoffel
{{WörterABC-Tabelle}}
|2a) Kern / Rest / Klumpen
__INDEX__
|2. Kern, Klumpen
 
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Gebützel BDO]
----
|-
 
|Gebützel
= Info - gebären =
|Abfall beim Gemüseputzen
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|2b) Schmutz
|[[gebären|'''zurück zur Wortgeschichte ''gebären''''']]
|2. Kern, Klumpen
|}
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Gebützel BDO]
----
|-
__TOC__
|Gebützel
 
|Fallobst
==Weiterführende Informationen zum Wort ''gebären''==
|2c) Menge / Bündel
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
|2. Kern, Klumpen
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Gebützel BDO]
|ahd. ''gibāran'' → mhd. ''gebāren'' 
|-
 
|Gebutzig
Grundbedeutung: „tragen, hervorbringen“ 
|Abfall beim Gemüseputzen
 
|2b) Schmutz
→ Spezialisierung: „ein Kind zur Welt bringen“
|2. Kern, Klumpen
|- style="vertical-align:top;"
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Gebutzig BDO]
|'''Wortbildungen:'''
|-
|Gebärende, gebären, Gebärfähigkeit
|Gebützig
|- style="vertical-align:top;"
|Abfall beim Gemüseputzen
|'''Ableitungen:'''
|2b) Schmutz
|Geburt, gebürtig, Gebärde (verwandt, aber andere Bedeutungsentwicklung)
|2. Kern, Klumpen
|- style="vertical-align:top;"
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Gebützig BDO]
|'''Interessantes:'''
|-
|Das Verb ''gebären'' ist eng verwandt mit ''gebaren'', hat aber eine andere Bedeutungsentwicklung:
|Gebützig
 
|Fallobst
: ''gebären'' → körperlicher Vorgang (Kind zur Welt bringen)
|2c) Menge / Bündel
: ''gebaren'' → Verhalten, Benehmen 
|2. Kern, Klumpen
 
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Gebützig BDO]
Beide Wörter gehen jedoch auf denselben alten Wortstamm zurück.
|-
|}
|Gebützig
 
|Holzabfall
==Unikales Morphem ?==
|2c) Menge / Bündel
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
|2. Kern, Klumpen
| colspan="2" |Das Wort ''gebären'' enthält kein unikales Morphem.
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Gebützig BDO]
|-
|Gebützig
|Kleinholz
|2c) Menge / Bündel
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Gebützig BDO]
|-
|Gebützlein
|Abfall beim Gemüseputzen
|2b) Schmutz
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Gebützlein BDO]
|-
|Gemeindsbutz
|Gemeindediener, Amtsschimmel
|3a) Personen
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Gemeindsbutz BDO]
|-
|Gemeindsbutz
|Verwirren, Verknoten, Durcheinander von Wollfäden
|3e) Sonstiges
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Gemeindsbutz BDO]
|-
|-
|Gemüsebutzel
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Abfall beim Gemüseputzen
|Der Wortstamm ''bär'' (ahd. ''bār'') bedeutet „tragen, hervorbringen“ und ist auch in anderen Wörtern erhalten (z. B. ''Geburt'').
|2b) Schmutz
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Gemüsebutzel BDO]
|-
|-
|Gemüsebutzen
| colspan="2" |Die Struktur ist historisch erklärbar.
|Abfall beim Gemüseputzen
|2b) Schmutz
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Gemüsebutzen BDO]
|-
|-
|Gemüsebutzig
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|Abfall beim Gemüseputzen
|Für heutige Sprecher ist der Zusammenhang oft nicht mehr transparent, sodass der Wortaufbau nicht mehr erkannt wird.
|2b) Schmutz
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Gemüsebutzig BDO]
|-
|-
|Gemüsegebützig
|}
|Abfall beim Gemüseputzen
 
|2b) Schmutz
[[#top | Seitenanfang]]<br>
|2. Kern, Klumpen
 
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Gemüsegebützig BDO]
==Belege/Quellen==
 
https://www.dwds.de/wb/gebären 
https://de.wiktionary.org/wiki/gebären 
https://www.woerterbuchnetz.de (Adelung, Grimm)
https://www.zdl.org/?q=gebären 
https://de.wikipedia.org/wiki/Geburt 
https://www.duden.de/rechtschreibung/gebären 
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
<br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[gebären|'''zurück zur Wortgeschichte ''gebären''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
----
= Gebärde =
__TOC__
 
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|-
|-
|Gestellbutzen
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Angeberin
|Eine ''Gebärde'' ist eine Bewegung des Körpers, besonders der Hände oder des Gesichts, mit der etwas ausgedrückt wird.
|3a) Personen
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Gestellbutzen BDO]
|-
|-
|Gewitterbutze
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|kleine Frau
|Das Wort geht auf das althochdeutsche ''gibāra'' zurück, das „Betragen, Verhalten“ bedeutete.
|3a) Personen
 
|3. regional/sekundär
Im Mittelhochdeutschen lautete die Form ''gebār''.
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Gewitterbutze BDO]
 
Das Wort gehört zur gleichen Wortfamilie wie ''gebaren'' (= sich verhalten).
|-
|-
|Gewitterbutzen
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|alleinstehender Baum
|Englisch: gesture 
|3b) Tier / Landwirtschaft
Französisch: geste 
|3. regional/sekundär
Lateinisch: gestus
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Gewitterbutzen BDO]
|-
|-
|Gewitterbutzen
|}
|Aprilschauer
 
|3d) Wetter
==Hinweise zum Wort ''Gebärde''==
|1. Stoß
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Gewitterbutzen BDO]
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|bewusste oder unbewusste Körperbewegung als Ausdruck von Gefühlen oder Gedanken
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Mit einer freundlichen Gebärde begrüßte sie die Gäste.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Nomen, Feminin
 
'''Worttrennung:''' Ge-bär-de
 
'''Aussprache:''' [ɡəˈbɛːʁdə]
|-
|-
|Gräckelbutzen
|}
|engstirniger Mensch
 
|3a) Personen
==Wortformen==
|3. regional/sekundär
<div style="font-size:1.2em">
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Gräckelbutzen BDO]
</div>
 
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
!style="width: 14%"|
!style="width: 20%"|
!style="width: 33%"|Singular
!style="width: 33%"|Plural
|-
|-
|Grasbutzen
!style="text-align:left"|1. Fall
|Erdstück (Grassode)
!Nominativ
|2a) Kern / Rest / Klumpen
|die Gebärde
|2. Kern, Klumpen
|die Gebärden
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Grasbutzen BDO]
|-
|-
|Grasbutzen
!style="text-align:left"|2. Fall
|Grasnarbe
!Genitiv
|2a) Kern / Rest / Klumpen
|der Gebärde
|2. Kern, Klumpen
|der Gebärden
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Grasbutzen BDO]
|-
|-
|Haarbutz
!style="text-align:left"|3. Fall
|Keim, Trieb der Kartoffel
!Dativ
|2a) Kern / Rest / Klumpen
|der Gebärde
|2. Kern, Klumpen
|den Gebärden
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Haarbutz BDO]
|-
|-
|Haarbutz
!style="text-align:left"|4. Fall
|Haarknoten
!Akkusativ
|2d) Körper Pers.
|die Gebärde
|2. Kern, Klumpen
|die Gebärden
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Haarbutz BDO]
|-
|-
|Haarbutzel
|}
|Hagebutte
 
|3b) Tier / Landwirtschaft
</br>
|2. Kern, Klumpen
----
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Haarbutzel BDO]
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|-
|[[Info - Gebärde| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Gebärde''''']]
|Haarbutzen
|}
|Haarknoten
{{WörterABC-Tabelle}}
|2d) Körper Pers.
__INDEX__
|2. Kern, Klumpen
 
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Haarbutzen BDO]
----
|-
 
|Haarbutzen
= Info - Gebärde =
|Haarbüschel
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|2d) Körper Pers.
|[[Gebärde|'''zurück zur Wortgeschichte ''Gebärde''''']]
|2. Kern, Klumpen
|}
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=PfWB&lemid=B07817#0 PfWB]
----
|-
__TOC__
|Haberbutzen
 
|Frucht des Weißdorns
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Gebärde''==
|3b) Tier / Landwirtschaft
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
|2. Kern, Klumpen
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Haberbutzen BDO]
|ahd. ''gibāra'' → mhd. ''gebār'' = Verhalten, Benehmen 
|-
 
|Hafenbutzelein
→ nhd. ''Gebärde'' = sichtbarer Ausdruck des Verhaltens
|Frucht des Weißdorns
|- style="vertical-align:top;"
|3b) Tier / Landwirtschaft
|'''Wortbildungen:'''
|2. Kern, Klumpen
|Gebärdensprache, Gebärdenzeichen, Gebärdendolmetscher
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Hafenbutzelein BDO]
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|gebaren (sich verhalten), Gebaren
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|Das Wort ''Gebärde'' zeigt eine typische Bedeutungsentwicklung:
 
: Verhalten → sichtbares Verhalten → Körperbewegung 
 
Heute ist das Wort besonders wichtig im Zusammenhang mit der ''Gebärdensprache'', einer eigenständigen Sprache für gehörlose Menschen.
|}
 
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Wort ''Gebärde'' enthält kein unikales Morphem.
|-
|-
|Hafenbutzen
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Hagebutte
|Der Wortstamm ''bär'' (ahd. ''bār'') ist bedeutungstragend („tragen, hervorbringen, sich verhalten“) und auch in verwandten Wörtern erhalten.
|3b) Tier / Landwirtschaft
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Hafenbutzen BDO]
|-
|-
|Haferbutz
| colspan="2" |Die Struktur ist historisch nachvollziehbar.
|Frucht des Weißdorns
|3b) Tier / Landwirtschaft
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Haferbutz BDO]
|-
|-
|Haferbutzelein
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|Frucht des Weißdorns
|Für heutige Sprecher ist die ursprüngliche Bedeutung („Verhalten“) jedoch nicht mehr direkt erkennbar.
|3b) Tier / Landwirtschaft
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Haferbutzelein BDO]
|-
|-
|Hagebutz
|}
|Frucht des Weißdorns
 
|3b) Tier / Landwirtschaft
[[#top | Seitenanfang]]<br>
|2. Kern, Klumpen
 
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Hagebutz BDO]
==Belege/Quellen==
|-
 
|Hagebutze
https://www.dwds.de/wb/Gebärde 
|Heckenrose
https://de.wiktionary.org/wiki/Gebärde 
|3b) Tier / Landwirtschaft
https://www.woerterbuchnetz.de (Adelung, Grimm)
|2. Kern, Klumpen
https://www.zdl.org/?q=Gebärde 
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Hagebutze BDO]
https://de.wikipedia.org/wiki/Gebärde 
|-
https://www.duden.de/rechtschreibung/Gebärde 
|Hagelbutz
 
|Heckenrose
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
|3b) Tier / Landwirtschaft
 
|2. Kern, Klumpen
<br>
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Hagelbutz BDO]
----
|-
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|Hagenbutz
|[[Gebärde|'''zurück zur Wortgeschichte ''Gebärde''''']]
|Heckenrose
|}
|3b) Tier / Landwirtschaft
{{WörterABC-Tabelle}}
|2. Kern, Klumpen
__INDEX__
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Hagenbutz BDO]
 
|-
----
|Hagenbutze
= gebühren =
|Hagebutte
__TOC__
|3b) Tier / Landwirtschaft
 
|2. Kern, Klumpen
==Wortherkunft==
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Hagenbutze BDO]
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|-
|Hagenbutzenlaus
|Kerne der Hagebutte
|2a) Kern / Rest / Klumpen
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Hagenbutzenlaus BDO]
|-
|Hagenbutzenreis
|Reisig der Heckenrose
|3b) Tier / Landwirtschaft
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Hagenbutzenreis BDO]
|-
|Hainbutzel
|Hagebutte
|3b) Tier / Landwirtschaft
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Hainbutzel BDO]
|-
|-
|Hakenbütze
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Schreckgestalt
|Das Verb ''gebühren'' wird heute vor allem in der Bedeutung „zustehen“ oder „angemessen sein“ verwendet, meist in gehobener Sprache.
|4) Schreckgestalt
|4. Schreckgestalt
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Hakenbütze BDO]
|-
|-
|Hängebutze
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Heckenrose
|Das Wort geht auf das althochdeutsche ''gibūrēn'' zurück.
|3b) Tier / Landwirtschaft
 
|2. Kern, Klumpen
Dieses bedeutete „sich gehören, zukommen, passend sein“. 
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Hängebutze BDO]
 
Es gehört zur Wortfamilie von ''gebühren'' (Substantiv: ''die Gebühr'').
|-
|-
|Hemdbutzel
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|kleines Kind
|Englisch: to be due, to befit 
|3a) Personen
Französisch: convenir, être dû
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Hemdbutzel BDO]
|-
|-
|Hennenbutzen
|}
|Hagebutte
 
|3b) Tier / Landwirtschaft
==Hinweise zum Wort ''gebühren''==
|2. Kern, Klumpen
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Hennenbutzen BDO]
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|1. jemandem zustehen 
2. angemessen sein, sich gehören (gehoben)
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Ihm gebührt großer Dank.'' 
''So viel Respekt gebührt dir.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Verb
 
'''Worttrennung:''' ge-büh-ren
 
'''Aussprache:''' [ɡəˈbyːʁən]
|-
|-
|Herzbützelein
|}
|Anrede unter Verliebten
 
|1c) Kuss / Kosennamen
==Wortformen==
|3. regional/sekundär
<div style="font-size:1.2em">
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Herzbützelein BDO]
Das Verb ''gebühren'' wird meist unpersönlich oder nur in bestimmten Formen verwendet.
</div>
 
{| class="wikitable" style="width: 80%; vertical-align:top; font-size: 1.2em; margin:auto"
| colspan="2" |
!Gegenwart
(Präsens)
!1. Vergangenheit
(Präteritum)
!2. Vergangenheit
(Perfekt)
|-
|-
|Heubützig
! rowspan="3" style="width:12%" |Einzahl
|Futterreste
(Singular)
|2c) Menge / Bündel
! style="width: 13%" |1. Person
|2. Kern, Klumpen
|ich gebühre
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Heubützig BDO]
|ich gebührte
|ich habe gebührt
|-
|-
|Hiefelbutz
!2. Person
|Frucht des Weißdorns
|du gebührst
|3b) Tier / Landwirtschaft
|du gebührtest
|2. Kern, Klumpen
|du hast gebührt
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Hiefelbutz BDO]
|-
|-
|Hiefelbutzen
!3. Person
|Heckenrose, Frucht der Heckenrose
|er/sie/es gebührt
|3b) Tier / Landwirtschaft
|er/sie/es gebührte
|2. Kern, Klumpen
|er/sie/es hat gebührt
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Hiefelbutzen BDO]
|-
|-
|Hohlbeerbutzen
! rowspan="3" |Mehrzahl
|Fruchtboden
(Plural)
|2a) Kern / Rest / Klumpen
!1. Person
|2. Kern, Klumpen
|wir gebühren
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Hohlbeerbutzen BDO]
|wir gebührten
|wir haben gebührt
|-
|-
|Holderbutzen
!2. Person
|Holunderstrauch
|ihr gebührt
|3b) Tier / Landwirtschaft
|ihr gebührtet
|2. Kern, Klumpen
|ihr habt gebührt
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Holderbutzen BDO]
|-
|-
|Hollebutz
!3. Person
|Schreckgestalt, Kinderschreck
|sie gebühren
|4) Schreckgestalt
|sie gebührten
|4. Schreckgestalt
|sie haben gebührt
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Hollebutz BDO]
|-
|-
|Hollebutzer
|}
|Kinderschreck
 
|4) Schreckgestalt
</br>
|4. Schreckgestalt
----
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Hollebutzer BDO]
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Info - gebühren| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''gebühren''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
----
 
= Info - gebühren =
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[gebühren|'''zurück zur Wortgeschichte ''gebühren''''']]
|}
----
__TOC__
 
==Weiterführende Informationen zum Wort ''gebühren''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|ahd. ''gibūrēn'' → mhd. ''gebüeren'' 
 
Grundbedeutung: „passen, zukommen, gehören“ 
 
→ nhd. ''gebühren'' = „zustehen“
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|Gebühr, gebührend, gebührendermaßen
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|Gebühr (Substantiv), gebührend (Adjektiv)
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|Das Wort ''gebühren'' wird heute meist in festen Wendungen verwendet, z. B.:
 
: „Ehre, wem Ehre gebührt“ 
 
Die ursprüngliche Bedeutung „passen“ oder „sich gehören“ ist noch erkennbar, aber stilistisch gehoben.
|}
 
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Wort ''gebühren'' enthält kein unikales Morphem.
|-
|-
|Hollerbutz
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Frucht des Weißdorns
|Der Wortstamm ''bühr'' ist historisch bedeutungstragend („passen, zukommen“) und mit ''Gebühr'' verwandt.
|3b) Tier / Landwirtschaft
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Hollerbutz BDO]
|-
|-
|Holzbutzeland
| colspan="2" |Die Struktur ist historisch erklärbar.
|Landschaft
|3c) Raum
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Holzbutzeland BDO]
|-
|-
|Holzbutzen
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|Spottname
|Für heutige Sprecher ist der Zusammenhang zwischen ''gebühren'' und ''Gebühr'' oft nicht mehr unmittelbar erkennbar.
|3a) Personen
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Holzbutzen BDO]
|-
|-
|Holzbutzenland
|}
|abgelegene Gegend
 
|3c) Raum
[[#top | Seitenanfang]]<br>
|3. regional/sekundär
 
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Holzbutzenland BDO]
==Belege/Quellen==
 
https://www.dwds.de/wb/gebühren 
https://de.wiktionary.org/wiki/gebühren 
https://www.woerterbuchnetz.de (Adelung, Grimm)
https://www.zdl.org/?q=gebühren 
https://de.wikipedia.org/wiki/Gebühr 
https://www.duden.de/rechtschreibung/gebühren 
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
<br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[gebühren|'''zurück zur Wortgeschichte ''gebühren''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
----
= Geburt =
__TOC__
 
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|-
|-
|Honigbutz
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Frucht des Weißdorns
|Das Wort ''Geburt'' bezeichnet das Zur-Welt-Kommen eines Menschen oder Tieres sowie den Beginn eines neuen Lebens.
|3b) Tier / Landwirtschaft
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Honigbutz BDO]
|-
|-
|Hühnerbutz
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Frucht des Weißdorns
|Das Wort geht auf das althochdeutsche ''giburt'' zurück, das „Geborenwerden, Abstammung“ bedeutete.
|3b) Tier / Landwirtschaft
 
|2. Kern, Klumpen
Es gehört zur Wortfamilie von ''gebären'' und geht auf eine alte Bedeutung „tragen, hervorbringen“ zurück.
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Hühnerbutz BDO]
|-
|-
|Hundsbutz
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|Frucht des Weißdorns
|Englisch: birth 
|3b) Tier / Landwirtschaft
Französisch: naissance 
|2. Kern, Klumpen
Lateinisch: nativitas
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Hundsbutz BDO]
|-
|-
|Hutbutzen
|}
|Mitte des Hutes
 
|2a) Kern / Rest / Klumpen
==Hinweise zum Wort ''Geburt''==
|2. Kern, Klumpen
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Hutbutzen BDO]
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|1. das Zur-Welt-Kommen eines Kindes oder Lebewesens 
2. Herkunft, Abstammung (gehoben)
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Die Geburt des Kindes verlief ohne Komplikationen.'' 
''Er ist von adeliger Geburt.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Nomen, Feminin
 
'''Worttrennung:''' Ge-burt
 
'''Aussprache:''' [ɡəˈbʊʁt]
|-
|-
|Judebutz
|}
|Frucht des Weißdorns
 
|3b) Tier / Landwirtschaft
==Wortformen==
|2. Kern, Klumpen
<div style="font-size:1.2em">
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Judebutz BDO]
</div>
|-
 
|Kienföhrenbutzelkuh
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
|Nadelbaumzapfen, Kiefernzapfen
!style="width: 14%"|
|3b) Tier / Landwirtschaft
!style="width: 20%"|
|2. Kern, Klumpen
!style="width: 33%"|Singular
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Kienföhrenbutzelkuh BDO]
!style="width: 33%"|Plural
|-
|Klettenbutzen
|Klette (Pflanze)
|3b) Tier / Landwirtschaft
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Klettenbutzen BDO]
|-
|Kollerbutz
|im Wachstum zurückgebliebenes Tier
|3b) Tier / Landwirtschaft
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Kollerbutz BDO]
|-
|-
|Krabutz
!style="text-align:left"|1. Fall
|Frechdachs
!Nominativ
|3a) Personen
|die Geburt
|3. regional/sekundär
|die Geburten
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Krabutz BDO]
|-
|-
|Krenbützig
!style="text-align:left"|2. Fall
|Abfall beim Meerrettichputzen
!Genitiv
|2b) Schmutz
|der Geburt
|2. Kern, Klumpen
|der Geburten
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Krenbützig BDO]
|-
|-
|Kuhbutzel
!style="text-align:left"|3. Fall
|Nadelbaumzapfen, Kiefernzapfen
!Dativ
|3b) Tier / Landwirtschaft
|der Geburt
|2. Kern, Klumpen
|den Geburten
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Kuhbutzel BDO]
|-
|-
|Kühbutzel
!style="text-align:left"|4. Fall
|Nadelbaumzapfen
!Akkusativ
|3b) Tier / Landwirtschaft
|die Geburt
|2. Kern, Klumpen
|die Geburten
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Kühbutzel BDO]
|-
|-
|Kühebutzen
|}
|Nadelbaumzapfen
 
|3b) Tier / Landwirtschaft
</br>
|2. Kern, Klumpen
----
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Kühebutzen BDO]
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|-
|[[Info - Geburt| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Geburt''''']]
|Magenbutz
|}
|Frucht des Weißdorns
{{WörterABC-Tabelle}}
|3b) Tier / Landwirtschaft
__INDEX__
|2. Kern, Klumpen
 
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Magenbutz BDO]
----
|-
 
|Maibutzen
= Info - Geburt =
|Blumenstrauß
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|2c) Menge / Bündel
|[[Geburt|'''zurück zur Wortgeschichte ''Geburt''''']]
|2. Kern, Klumpen
|}
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=PfWB&lemid=B07817#0 PfWB]
----
|-
__TOC__
|Maienbutzen
 
|Regenschauer
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Geburt''==
|3d) Wetter
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
|1. Stoß
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Maienbutzen BDO]
|ahd. ''giburt'' → mhd. ''geburt'' 
|-
 
|Mehlbutzlein
Grundbedeutung: „Geborenwerden, Herkunft“ 
|Frucht des Weißdorns
 
|3b) Tier / Landwirtschaft
→ nhd. ''Geburt'' = Vorgang des Geborenwerdens
|2. Kern, Klumpen
|- style="vertical-align:top;"
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Mehlbutzlein BDO]
|'''Wortbildungen:'''
|-
|Geburtstag, Geburtsort, Geburtsjahr, Geburtsdatum, Geburtsurkunde
|Mistbutzen
|- style="vertical-align:top;"
|Schmutzklumpen
|'''Ableitungen:'''
|2b) Schmutz
|gebären, gebürtig, Gebärende
|2. Kern, Klumpen
|- style="vertical-align:top;"
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=PfWB&lemid=B07817#0 PfWB]
|'''Interessantes:'''
|-
|Das Wort ''Geburt'' zeigt eine typische Bedeutungsentwicklung:
|Nachbutzel
 
|kleinstes Ferkel in einem Wurf, im Wachstum zurückbleibendes Ferkel
: hervorbringen → geboren werden → Ursprung 
|3b) Tier / Landwirtschaft
 
|3. regional/sekundär
Neben der konkreten Bedeutung wird es auch übertragen verwendet, z. B.:
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Nachbutzel BDO]
 
|-
: „die Geburt einer Idee“ 
|Nachtbutzer
 
|Schreckgestalt, Kinderschreck
Damit kann ''Geburt'' auch den Beginn von etwas Neuem bezeichnen.
|4) Schreckgestalt
|}
|4. Schreckgestalt
 
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Nachtbutzer BDO]
==Unikales Morphem ?==
|-
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
|Nackenbutz
| colspan="2" |Das Wort ''Geburt'' enthält kein unikales Morphem.
|nacktes Kind
|3a) Personen
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Nackenbutz BDO]
|-
|Nagelbutz
|Frucht des Weißdorns
|3b) Tier / Landwirtschaft
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Nagelbutz BDO]
|-
|Näsbutzen
|verdickter, verhärteter Nasenschleim
|2d) Körper Pers.
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Näsbutzen BDO]
|-
|Nasenbutzen
|verdickter, verhärteter Nasenschleim
|2d) Körper Pers.
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Nasenbutzen BDO]
|-
|Nasenbutzen
|Nasenschleim
|2d) Körper Pers.
|2. Kern, Klumpen
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=PfWB&lemid=B07817#0 PfWB]
|-
|Näsenbutzen
|Nasenschleim
|2d) Körper Pers.
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Näsenbutzen BDO]
|-
|Nestbutz
|jüngster Vogel im Nest
|3b) Tier / Landwirtschaft
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Nestbutz BDO]
|-
|-
|Nestbutzel
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|kleiner Brotlaib
|Der Wortstamm ''burt'' (ahd. ''burt'') gehört zur Wortfamilie von ''gebären'' und bedeutet „hervorbringen, geboren werden“.
|2a) Kern / Rest / Klumpen
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Nestbutzel BDO]
|-
|-
|Nestbutzel
| colspan="2" |Die Wortstruktur ist historisch erklärbar.
|jüngstes Kind einer Familie
|3a) Personen
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Nestbutzel BDO]
|-
|-
|Nestbutzel
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|jüngster Vogel im Nest
|Für heutige Sprecher ist der Zusammenhang mit ''gebären'' oft nicht mehr unmittelbar erkennbar.
|3b) Tier / Landwirtschaft
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Nestbutzel BDO]
|-
|-
|Nestbutzen
|}
|kleinstes Ferkel in einem Wurf, im Wachstum zurückbleibendes Ferkel
 
|3b) Tier / Landwirtschaft
[[#top | Seitenanfang]]<br>
|3. regional/sekundär
 
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Nestbutzen BDO]
==Belege/Quellen==
|-
 
|Netzbutzel
https://www.dwds.de/wb/Geburt 
|jüngstes Kind
https://de.wiktionary.org/wiki/Geburt 
|3a) Personen
https://www.woerterbuchnetz.de (Adelung, Grimm)
|3. regional/sekundär
https://www.zdl.org/?q=Geburt 
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Netzbutzel BDO]
https://de.wikipedia.org/wiki/Geburt 
|-
https://www.duden.de/rechtschreibung/Geburt 
|Ofenbutzelein
 
|Frucht des Weißdorns
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
|3b) Tier / Landwirtschaft
 
|2. Kern, Klumpen
<br>
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Ofenbutzelein BDO]
----
|-
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|Patakenbützelein
|[[Geburt|'''zurück zur Wortgeschichte ''Geburt''''']]
|Kartoffelrest
|}
|2a) Kern / Rest / Klumpen
{{WörterABC-Tabelle}}
|2. Kern, Klumpen
__INDEX__
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Patakenbützelein BDO]
 
|-
----
|Pfändbutz
=gediegen=
|Verbotszeichen für den Schäfer, Hirten
{{DISPLAYTITLE:gediegen}}
|3e) Sonstiges
__TOC__
|3. regional/sekundär
 
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Pfändbutz BDO]
==Wortherkunft==
|-
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|Pfengbutzen
|Verbotszeichen für den Schäfer, Hirten
|3e) Sonstiges
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Pfengbutzen BDO]
|-
|Pfingstenbutz
|Brauchtumsfigur
|4) Schreckgestalt
|4. Schreckgestalt
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=PfWB&lemid=B07817#0 PfWB]
|-
|Pflasterbutz
|Fasnachtsfigur
|4) Schreckgestalt
|4. Schreckgestalt
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Pflasterbutz BDO]
|-
|Rasenbutzen
|aus der Grasnarbe herausgestochenes ziegelförmiges Stück Erde
|2a) Kern / Rest / Klumpen
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Rasenbutzen BDO]
|-
|Ratenbutzel
|Bauchnabel
|2d) Körper Pers.
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Ratenbutzel BDO]
|-
|Ratenbutzel
|Nesthäkchen
|3a) Personen
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Ratenbutzel BDO]
|-
|-
|Ratenbutzel
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|kleinstes Ferkel in einem Wurf, im Wachstum zurückbleibendes Ferkel
|Das Adjektiv hat sich bereits im Mittelalter aus dem Wort ''gedeihen'' (althochdeutsch ''githīhan'') entwickelt. Gleichzeitig gab es schon sehr früh (8. Jahrhundert) das Wort ''gidigan'', woraus später ''gediegen'' entstand.
|3b) Tier / Landwirtschaft
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Ratenbutzel BDO]
|-
|-
|Regenbutzer
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Regenschauer
|Das Adjektiv kann ''gut und solide'', ''wertvoll'' oder ''sorgfältig bearbeitet'' bedeuten.
|3d) Wetter
 
|1. Stoß
In Norddeutschland wird ''gediegen'' umgangssprachlich auch in der Bedeutung ''seltsam'' oder ''eigenartig'' verwendet.
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Regenbutzer BDO]
 
In der Bergmannssprache bezeichnet man mit ''gediegen'' Metalle, die keine fremden Bestandteile enthalten, also ''rein'' sind.
|-
|-
|Rollenbutzelein
|}
|kleines Kind
 
|3a) Personen
==Hinweise zum Wort ''gediegen''==
|3. regional/sekundär
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Rollenbutzelein BDO]
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|hochwertig, sorgfältig gemacht, geschmackvoll
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Das Restaurant war sehr gediegen eingerichtet.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Adjektiv
 
'''Worttrennung:''' ge-die-gen
 
'''Aussprache:''' [ɡəˈdiːɡn̩]
|-
|-
|Rotzbutzen
|}
|verdickter, verhärteter Nasenschleim
 
|2d) Körper Pers.
==Wortformen==
|2. Kern, Klumpen
<div style="font-size:1.2em">
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Rotzbutzen BDO]
Das Wort ''gediegen'' ist ein Adjektiv. Die Vergleichsformen werden regelmäßig gebildet.
|-
</div>
|Saubutz
 
|unfolgsames Kind
{|class="wikitable" style="width: 50%; vertical-align:top;font-size: 1.2em; margin:auto"
|3a) Personen
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Saubutz BDO]
|-
|Schauerbutzen
|Aprilschauer
|3d) Wetter
|1. Stoß
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Schauerbutzen BDO]
|-
|Scherbutzen
|Auswuchs, Beule
|2d) Körper Pers.
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Scherbutzen BDO]
|-
|-
|Schlehenbutzen
!style="width: 30%"|Positiv
|Schlehenpflanze
!style="width: 30%"|Komparativ
|3b) Tier / Landwirtschaft
!style="width: 40%"|Superlativ
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Schlehenbutzen BDO]
|-
|-
|Schneebutzen
|style="width: 26%"|gediegen
|Schneegestöber
|style="width: 37%"|gediegener
|3d) Wetter
|style="width: 37%"|am gediegensten
|1. Stoß
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Schneebutzen BDO]
|-
|-
|Schnuckebutzi
|}
|Liebkosung
 
|1c) Kuss / Kosennamen
</br>
|3. regional/sekundär
----
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Schnuckebutzi BDO]
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|-
|[[Info - gediegen| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''gediegen''''']]
|Schnuckibutz
|}
|Anrede unter Verliebten
{{WörterABC-Tabelle}}
|1c) Kuss / Kosennamen
__INDEX__
|3. regional/sekundär
 
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Schnuckibutz BDO]
----
|-
 
|Schnuckibutzi
=Info - gediegen=
|Anrede unter Verliebten
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|1c) Kuss / Kosennamen
|[[gediegen|'''zurück zur Wortgeschichte ''gediegen''''']]
|3. regional/sekundär
|}
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Schnuckibutzi BDO]
----
|-
__TOC__
|Schnuckibutzi
 
|Kosebezeichnung für einen Hund, der einem sehr gefällt
==Weiterführende Informationen zum Wort ''gediegen''==
|1c) Kuss / Kosennamen
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
|3. regional/sekundär
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Schnuckibutzi BDO]
|ahd. ''gidigan'', mhd. ''gedigen''; ursprünglich das Partizip Perfekt von ahd. ''githīhan'', mhd. ''gedīhen'' = gedeihen
|-
 
|Schnurrebutzel
Das Adjektiv bedeutete ursprünglich „gut geraten“ oder „gut entwickelt“.
|übermäßig buschiger Schnurrbart
|- style="vertical-align:top;"
|2d) Körper Pers.
|'''Wortbildungen:'''
|2. Kern, Klumpen
|Gediegenheit, gediegenerweise
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Schnurrebutzel BDO]
|- style="vertical-align:top;"
|-
|'''Ableitungen:'''
|Schulbutzelein
| -
|körperlich schwächstes Kind in der Klasse
|- style="vertical-align:top;"
|3a) Personen
|'''Interessantes:'''
|3. regional/sekundär
|In der Bergmannssprache spricht man von ''gediegenem Gold'' oder ''gediegenem Silber'', wenn das Metall in reiner Form vorkommt.
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Schulbutzelein BDO]
 
|-
Regional kann ''gediegen'' auch „merkwürdig“ oder „eigenartig“ bedeuten.
|Segebütze
|}
|Brotschnipsel
 
|2a) Kern / Rest / Klumpen
==Unikales Morphem ?==
|2. Kern, Klumpen
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Segebütze BDO]
| colspan="2" |Das Morphem ''dieg'' kommt im heutigen Sprachgebrauch nicht selbstständig vor. Es erscheint nur noch mit dem Präfix ''ge''- im Adjektiv ''gediegen.''
|-
|Sternbutzen
|Sternschnuppe
|3d) Wetter
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Sternbutzen BDO]
|-
|Strohbutz
|Strohpuppe
|4) Schreckgestalt
|4. Schreckgestalt
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Strohbutz BDO]
|-
|Strohbutzen
|Vogel (Goldammer)
|3b) Tier / Landwirtschaft
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Strohbutzen BDO]
|-
|Tannenbutzel
|Nadelbaumzapfen
|3b) Tier / Landwirtschaft
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Tannenbutzel BDO]
|-
|Tatterbutzen
|Verbotszeichen
|3e) Sonstiges
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Tatterbutzen BDO]
|-
|Tatzenbutzel
|körperlich schwächstes Kind in der Klasse
|3a) Personen
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Tatzenbutzel BDO]
|-
|Tatzenbützel
|schwächstes Kind
|3a) Personen
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Tatzenbützel BDO]
|-
|Tintenbutzen
|Tintenklecks
|2b) Schmutz
|2. Kern, Klumpen
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=PfWB&lemid=B07817#0 PfWB]
|-
|Vogelbutz
|Frucht des Weißdorns
|3b) Tier / Landwirtschaft
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Vogelbutz BDO]
|-
|Vogelbutzen
|Frucht
|3b) Tier / Landwirtschaft
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Vogelbutzen BDO]
|-
|-
|Vögelbutzen
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Schlehenfrucht
|Das Morphem ''dieg'' ist daher <span style="color:green">'''ein unikales Morphem'''</span>.
|3b) Tier / Landwirtschaft
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Vögelbutzen BDO]
|-
|-
|Wasenbutzen
|}
|aus der Grasnarbe herausgestochenes ziegelförmiges Stück Erde
 
|2a) Kern / Rest / Klumpen
[[#top | Seitenanfang]]<br>
|2. Kern, Klumpen
 
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Wasenbutzen BDO]
==Belege/Quellen==
|-
 
|Wegbutzig
[https://www.dwds.de/wb/gediegen DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/gediegen Wiktionary][https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=G00649 Adelung], [https://ewa.saw-leipzig.de/articles/53390/de#84470 EWA], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=G00867 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=G03551 Grimm]), [https://www.zdl.org/?q=gediegen ZDL],  [https://de.wikipedia.org/wiki/gediegen Wikipedia], [https://www.duden.de/rechtschreibung/gediegen Duden-online]
|Abfall beim Gemüseputzen
 
|2b) Schmutz
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
|2. Kern, Klumpen
 
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Wegbutzig BDO]
<br>
|-
----
|Wildbutz
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|grober Mensch
|[[gediegen|'''zurück zur Wortgeschichte ''gediegen''''']]
|3a) Personen
|}
|3. regional/sekundär
{{WörterABC-Tabelle}}
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Wildbutz BDO]
__INDEX__
|-
----
|Wildbutz
 
|lebhafter Mensch
=gedunsen=
|3a) Personen
{{DISPLAYTITLE:gedunsen}}
|3. regional/sekundär
Weiterleitung einrichten #Redirekt[[aufgedunsen]]
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Wildbutz BDO]
__TOC__
|-
 
|Zuckerbutzel
==Wortherkunft==
|Lieblingskind
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|3a) Personen
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=Zuckerbutzel BDO]
|-
|butzab
|vollständig weg
|3e) Sonstiges
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=butzab BDO]
|-
|bützchesnett
|zum Küssen einladend
|1c) Kuss / Kosennamen
|1. Stoß
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10333 RhWB]
|-
|butzelicht
|fein/zart
|3e) Sonstiges
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=butzelicht BDO]
|-
|butzelig
|klumpig
|2a) Kern / Rest / Klumpen
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=butzelig BDO]
|-
|-
|butzelig
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|klein/zart
|Das Adjektiv ist vom ausgestorbenen althochdeutschen Verb ''dinsan'' = ''ziehen, zerren, schleppen'' abgeleitet.
|3e) Sonstiges
 
|2. Kern, Klumpen
Aus der Wortgruppe ''sich dinsen'' entwickelte sich die Bedeutung ''sich ausdehnen''. Daraus entstand später das heute selten gebrauchte Wort ''gedunsen''.
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=butzelig BDO]
 
Im Mittelalter lautete die Form zunächst ''githinsan''. Später entwickelte sich daraus ''gedunsen''.
 
Wenn etwas ''aufgedunsen'' ist, dann ist es geschwollen oder ausgedehnt.
|-
|-
|butzelig
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Kind von kleinem Wuchs
|Das Grundwort ''dinsen'' wird heute nicht mehr gebraucht. Man sagt auch: ''Das Wort ist ausgestorben.''
|3e) Sonstiges
 
|3. regional/sekundär
Auch die Ableitung ''gedunsen'' kommt heute nur noch selten vor. Häufiger verwendet man das Wort ''aufgedunsen''.
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=butzelig BDO]
|-
|-
|butzenklein
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|ganz klein
|Englisch: swollen, puffed up
|3e) Sonstiges
 
|3. regional/sekundär
Französisch: gonflé
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=butzenklein BDO]
 
Lateinisch: tumidus
|-
|-
|butzet
|}
|astig (Holz)
 
|3e) Sonstiges
==Hinweise zum Wort ''gedunsen''==
|2. Kern, Klumpen
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=butzet BDO]
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|-
|geschwollen, ausgedehnt, aufgetrieben
|butzfinster
|- style="vertical-align:top;"
|ganz dunkel
|'''Beispielsatz:'''
|3e) Sonstiges
|''Nach dem Stich war seine Hand ganz gedunsen.''
|3. regional/sekundär
|- style="vertical-align:top;"
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=butzfinster BDO]
|'''Wortinfo:'''
|-
|'''Wortart:''' Adjektiv
|bützinackt
 
|ganz nackt
'''Worttrennung:''' ge-dun-sen
|3a) Personen
 
|3. regional/sekundär
'''Aussprache:''' [ɡəˈdʊnzən]
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=bützinackt BDO]
|-
|butzlicht
|klumpig
|2a) Kern / Rest / Klumpen
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=butzlicht BDO]
|-
|butzlicht
|Gemeindediener, Amtsschimmel
|3a) Personen
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=butzlicht BDO]
|-
|-
|butzlicht
|}
|fein, zart veranlagt
 
|3e) Sonstiges
==Wortformen==
|2. Kern, Klumpen
<div style="font-size:1.2em">
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=butzlicht BDO]
Das Wort ''gedunsen'' ist ein Adjektiv. Die Vergleichsformen werden heute kaum verwendet.
</div>
 
{|class="wikitable" style="width: 50%; vertical-align:top;font-size: 1.2em; margin:auto"
|-
|-
|butzlicht
!style="width: 30%"|Positiv
|kleinwüchsig
!style="width: 30%"|Komparativ
|3e) Sonstiges
!style="width: 40%"|Superlativ
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=butzlicht BDO]
|-
|-
|butznüchter
|style="width: 26%"|gedunsen
|vollkommen nüchtern
|style="width: 37%"|gedunsener
|3e) Sonstiges
|style="width: 37%"|am gedunsensten
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=butznüchter BDO]
|-
|-
|kleinbutzelicht
|}
|von kleinem Wuchs
 
|3a) Personen
</br>
|3. regional/sekundär
----
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=kleinbutzelicht BDO]
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|-
|[[Info - gedunsen| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''gedunsen''''']]
|kleinbutzig
|}
|winzig
{{WörterABC-Tabelle}}
|3e) Sonstiges
__INDEX__
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=kleinbutzig BDO]
|-
|radibutz
|vollständig
|3e) Sonstiges
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=radibutz BDO]
|-
|rutzundbutz
|vollständig
|3e) Sonstiges
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=rutzundbutz BDO]
|-
|verbutzt
|im Wachstum zurückgeblieben
|3e) Sonstiges
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=verbutzt BDO]
|-
|zusammenbutzig
|Getreidereste
|2a) Kern / Rest / Klumpen
|2. Kern, Klumpen
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=zusammenbutzig BDO]
|-
|zusammengebutzt
|verfilzt (Haar)
|2d) Körper Pers.
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=zusammengebutzt BDO]
|-
|abbutzen
|einen Verweis erhalten
|3e) Sonstiges
|3. regional/sekundär
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10337 RhWB]
|-
|aprilenbutzen
|graupeln
|3d) Wetter
|1. Stoß
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=aprilenbutzen BDO]
|-
|aufbützen
|aufhetzen
|3e) Sonstiges
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=aufbützen BDO]
|-
|ausbutzen
|Rebstock säubern
|5) butzen II
|Abl. putzen
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10338 RhWB]
|-
|butzbergen
|Verstecken spielen
|1b) Spiel
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=butzbergen BDO]
|-
|derbutzeln
|im Wachstum zurückgeblieben
|3a) Personen
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=derbutzeln BDO]
|-
|derbutzen
|im Wachstum zurückgeblieben
|3e) Sonstiges
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=derbutzen BDO]
|-
|einbutzeln
|sich warm anziehen
|3e) Sonstiges
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=einbutzeln BDO]
|-
|einbutzen
|sich warm anziehen
|3e) Sonstiges
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=einbutzen BDO]
|-
|einbutzen
|Kinderschreck
|4) Schreckgestalt
|4. Schreckgestalt
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=einbutzen BDO]
|-
|fasnachtbutzen
|maskiert gehen
|3e) Sonstiges
|3. regional/sekundär
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=fasnachtbutzen BDO]
|-
|hineinbutzen
|eng ansetzen
|1a) Stoß / Bewegung
|1. Stoß
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=hineinbutzen BDO]
|-
|verbutzen
|etw. vergessen
|3e) Sonstiges
|3. regional/sekundär
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10339 RhWB]
|-
|verbutzen
|jdmd. abkanzeln
|3e) Sonstiges
|3. regional/sekundär
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10339 RhWB]
|-
|verbutzen
|verputzen
|5) butzen II
|Abl. putzen
|[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10339 RhWB]
|-
|zusammenbutzen
|etwas eng ansetzen, z. B. beim Schreiben
|1a) Stoß / Bewegung
|1. Stoß
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=zusammenbutzen BDO]
|-
|zusammenbutzlen
|Papier zerknittern
|1a) Stoß / Bewegung
|1. Stoß
|[https://bdo.badw.de/suche?lemma=zusammenbutzlen BDO]
|-
|}


== Belege/Quellen ==
----
Quellen für die Grundwörter (Einzelnachweise für Wortbildungen sind in den Tabellen verlinkt):


Bayerns Dialekte Online (BDO): [https://bdo.badw.de/suche?lemma=Butz&options&#x5B;exact&#x5D;=1&options&#x5B;case&#x5D;=1&options&#x5B;highlight&#x5D;=0 Butz], [https://bdo.badw.de/suche?stichwort=&options%5Bcase%5D=1&options%5Bexact%5D=1&lemma=B%C3%BCtz&bedeutung=&beleg=&wortfamilie=&etymologie=&options%5BcreatePermalink%5D=0 Bütz], [https://bdo.badw.de/suche?stichwort=Butze&options%5Bcase%5D=1&options%5Bexact%5D=1&lemma=Butze&bedeutung=&beleg=&wortfamilie=&etymologie=&options%5BcreatePermalink%5D=0 Butze], [https://bdo.badw.de/suche?stichwort=&options%5Bcase%5D=1&options%5Bexact%5D=1&lemma=B%C3%BCtze&bedeutung=&beleg=&wortfamilie=&etymologie=&options%5BcreatePermalink%5D=0 Bütze], [https://bdo.badw.de/suche?stichwort=Butzen&options%5Bcase%5D=1&options%5Bexact%5D=1&lemma=Butzen&bedeutung=&beleg=&wortfamilie=&etymologie=&options%5BcreatePermalink%5D=0 Butzen], [https://bdo.badw.de/suche?stichwort=&options%5Bcase%5D=1&options%5Bexact%5D=1&lemma=Butzer&bedeutung=&beleg=&wortfamilie=&etymologie=&options%5BcreatePermalink%5D=0 Butzer], [https://bdo.badw.de/suche?stichwort=&options%5Bcase%5D=1&options%5Bexact%5D=1&lemma=butzig&bedeutung=&beleg=&wortfamilie=&etymologie=&options%5BcreatePermalink%5D=0 butzig], [https://bdo.badw.de/suche?stichwort=&options%5Bcase%5D=1&options%5Bexact%5D=1&lemma=Butzig&bedeutung=&beleg=&wortfamilie=&etymologie=&options%5BcreatePermalink%5D=0 Butzig], [https://bdo.badw.de/suche?stichwort=&options%5Bcase%5D=1&options%5Bexact%5D=1&lemma=B%C3%BCtzig&bedeutung=&beleg=&wortfamilie=&etymologie=&options%5BcreatePermalink%5D=0 Bützig],
=Info - gedunsen=
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[gedunsen|'''zurück zur Wortgeschichte ''gedunsen''''']]
|}
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__TOC__


Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS): [https://www.dwds.de/wb/Butz Butz], [https://www.dwds.de/wb/Butze#2 Butze II], [https://www.dwds.de/wb/Butzen Butzen], [https://www.dwds.de/wb/B%C3%BCtzel Bützel], [https://www.dwds.de/wb/b%C3%BCtzen bützen],
==Weiterführende Informationen zum Wort ''gedunsen''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|ie. *tens = hin und herziehen


Kölsch-Wörterbuch (nicht werbefrei): [https://www.koelsch-woerterbuch.de/butz-buetze-auf-deutsch-7065.html#google_vignette Butz/Bütze], [https://www.koelsch-woerterbuch.de/butze-auf-deutsch-6985.html Butz/Butze], [https://www.koelsch-woerterbuch.de/butzele-auf-deutsch-6273.html Butzel], [https://www.koelsch-woerterbuch.de/buetzjer-auf-deutsch-7071.html Bützje],
got. ''at-þinsan'' = heranziehen


Lothringisches Wörterbuch (LothWb): [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=LothWB&lemid=B01310 Botze], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=LothWB&lemid=B01312 botzen], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=LothWB&lemid=B01795 Butze], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=LothWB&lemid=B01797 butzen I], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=LothWB&lemid=B01798 butzen II],  
ahd. ''thinsan'', ''dinsan'', mhd. ''dinsen'' = ziehen, zerren, schleppen


Mecklenburgisches Wörterbuch (MeckWB): [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=B06224 Butz], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=B06228 Butzen], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=B06230 butzen], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=B06231 Butzer],  
8. Jh. ahd. ''thinsan''; 9. Jh. ''githinsan'', später ''gedunsen''


Mittelhochdeutsches Wörterbuch (FindeB): [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=BMZ&lemid=B02496 Butze],  
15. Jh. ''aufdinsen'', ''aufdunsen'', später ''aufgedunsen''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|aufgedunsen
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|Dunst, gedunsen wirken
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|Das ursprüngliche Verb ''dinsen'' ist ausgestorben. Erhalten blieb das alte Morphem nur noch in wenigen Wörtern wie ''gedunsen'' oder ''aufgedunsen''.
|}


Mittelniederdeutsches Wörterbuch (MNWB): [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MNWB&lemid=B06399 butze],
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''duns'' beziehungsweise die ältere Form ''dins'' kommt heute nicht mehr selbstständig vor. Es erscheint fast nur noch in den Wörtern ''gedunsen'' und ''aufgedunsen''.
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem ''duns'' ist daher <span style="color:green">'''ein unikales Morphem'''</span>.
|-
| colspan="2" |Das Präfix ''ge-'' kommt dagegen in vielen deutschen Wörtern vor.
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|Das Morphem ''ge-'' ist daher <span style="color:red">'''kein unikales Morphem'''</span>.
|-
|}


Pfälzisches Wörterbuch (PfWb): [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=PfWB&lemid=B07816 Butz I], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=PfWB&lemid=B07817 Butz II], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=PfWB&lemid=B07828 Butzel], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=PfWB&lemid=B07838 butzen], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=PfWB&lemid=B07856 Butzer], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=PfWB&lemid=B07821 Putz], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=PfWB&lemid=B07822 Pütz], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=PfWB&lemid=B07829 Putzel], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=PfWB&lemid=B07839 putzen],
[[#top | Seitenanfang]]<br>


Rheinisches Wörterbuch (RhWb): [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B06242 Botz/Bötz], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10316 Butz], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10317 Bütz(e)], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10334 Bützer], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10308 butzen I], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10336 butzen II], [https://woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10369 butzen III], [https://woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=B10369 Butzen III],
==Belege/Quellen==


Schweizerisches Idiotikon: [https://digital.idiotikon.ch/idtkn/id4.htm#!page/42011/mode/1up Butz], [https://digital.idiotikon.ch/idtkn/id4.htm#!page/42011/mode/1up Bützel],  [https://digital.idiotikon.ch/idtkn/id4.htm#!page/42009/mode/1up butzen] (putznen) und über 250 weitere Wortbildungen
[https://www.dwds.de/wb/gedunsen DWDS], 
[https://de.wiktionary.org/wiki/gedunsen Wiktionary],
[https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz], 
[https://www.zdl.org/?q=gedunsen ZDL],   
[https://www.duden.de/rechtschreibung/gedunsen Duden-online]


Westfälisches Wörterbuch (WestWb): [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=WWB&lemid=B07505 But], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=WWB&lemid=B07506 Bütteken], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=WWB&lemid=B07513 Buts], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=WWB&lemid=B07517 Buttek], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=WWB&lemid=B07518 Buttel], ...
gedunsen:
[https://awb.saw-leipzig.de/?sigle=AWB&lemid=D00825 AWb],
[https://awb.saw-leipzig.de/?sigle=AWB&lemid=D00829 AWb-2],
[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=BMZ&lemid=D00448 BMZ],
[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=G00667 Adelung],
[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=G03660 Grimm]


Wiktionary: [https://de.wiktionary.org/wiki/Butz Butz], [https://de.wiktionary.org/wiki/Butze Butze], [https://de.wiktionary.org/wiki/Butzen Butzen],
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]


Wörterbuch der Bayerischen Mundarten in Österreich (WBÖ): [https://lioe.dioe.at/articles/lieferung22-11%23Putz_2 Putz]. [https://lioe.dioe.at/articles/lieferung22-11%23Putze_1 Putze], [https://lioe.dioe.at/articles/lieferung22-11%23Putzen Putzen]
<br>
 
Wörterbuch der elsässischen Mundart (ElsWB): [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=ElsWB&lemid=P02555 Butz], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=ElsWB&lemid=P02555 Butz II], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=ElsWB&lemid=P02570 Butze], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=ElsWB&lemid=P02572 Butze II], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=ElsWB&lemid=P02583 butzen], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=ElsWB&lemid=P02595 Butzer], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=ElsWB&lemid=P02614 bützlen],
 
Wörterbuch der luxemburgischen Mundart (WLM): [https://dico.uni.lu/?sigle=WLM#1 Butz], [https://dico.uni.lu/?sigle=WLM#2 butzech], ...
 
</br>
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{| style="width: 100%; text-align:center;"  
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|siehe auch die Wörterseiten '''''[[Butzemann]]'', ''[[Butzenscheibe]]''''' und '''''[[putzig]]'''''
|[[gedunsen|'''zurück zur Wortgeschichte ''gedunsen''''']]
|-
|[[Butz (Wortgruppe)| '''zurück zur Wörterseite ''Butz (Wortgruppe)''''']]
|-
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
__INDEX__
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=Gefahr=
<div style="color:red">Frage: Autofahren ist gefährlich - Stimmt das? Was hat Gefahr / gefährlich mit fahren zu tun?</div>


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= drollig =
=Gekröse=
<div style="color:red"> ''drollig'' und ''Info - drollig'' müssen noch bearbeitet werden. Ebenso die Texte zum Damhirsch </div>
__TOC__
__TOC__


Zeile 5.010: Zeile 3.976:
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|-
|-
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Das Wort ''drollig'' wird ganz unterschiedlich verwendet. Es kann bedeuten:
|Das mittelhochdeutsche Wort ''gekrœse'' bedeutete ''kleines Gedärm''. Es ist vom mittelhochdeutschen Adjektiv ''krus'' = ''gedreht, gekrümmt'' abgeleitet und bedeutete ursprünglich also ''das Krause'' oder ''das Gedrehte''.
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Das Wort bedeutete also ursprünglich ''kraus'' oder ''gedreht''. Deshalb konnte es später verschiedene Dinge bezeichnen:


* niedlich, süß, knuddelig -  ''Du hast aber sehr drollige Puppen.''
a) In der Anatomie nennt man die Falten im Bauchraum ''Gekröse.'' Diese umgeben die inneren Organe und halten halten sie zusammen. Diese Falten sehen auf den ersten Eindruck ziemlich ''kraus'' und ''wirr'' aus.


* spaßig, witzig, lustig - ''Er verhielt sich so drollig, dass alle lachen mussten.''
b) In der Medizin bezeichnet ''Gekröse'' die Eingeweide oder Innereien von Menschen und Tieren. Der Darm ist stark gewunden und gedreht, daher dieser Name.
 
* eigenartig, merkwürdig, seltsam - ''Das ist schon drollig, dass du dich ausgerechnet heute "krank gemeldet" hast.''
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|
|
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| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Das Wort stammt aus dem Niederdeutschen ''drollig'' = lustig, possenhaft.  


Dieses geht wahrscheinlich auf das mittelniederdeutsche ''drolle'' zurück, das eine lustige Figur oder einen Kobold bezeichnete.
[[file:Bi-W-G Portrait Confused With Johannes Kepler 1610.jpg|right|x150px]]
c) In der Gastronomie nennt man essbare Innereien, besonders von Rindern oder Lämmern, ebenfalls ''Gekröse''.


Verwandt ist möglicherweise auch das englische Wort ''droll'' (= spaßig, komisch).
d) Früher bezeichnete man auch eine kraus gefaltete Halskrause als ''Gekröse''. Auch diese sieht ''kraus'' und ''gedreht'' aussah. Dieses Kleidungsstück ist aus der Mode gekommen. Du findest es nur noch auf alten Bildern. Auf dem rechten Bild siehst du eine solche Halskrause.
|-
|-
|}
|}


==Hinweise zum Wort ''drollig''==
==Hinweise zum Wort ''Gekröse''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|auf eine eigenartige oder ungewöhnliche Weise lustig; komisch, possierlich
|Eingeweide, Darmgekröse oder Innereien
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|'''Beispielsatz:'''
|''Der kleine Hund sah mit seinem schiefen Kopf ganz drollig aus.''
|''Der Arzt untersuchte das Gekröse des Patienten.''
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Adjektiv
|'''Wortart:''' Nomen


'''Worttrennung:''' drol-lig
'''Worttrennung:''' Ge-krö-se


'''Aussprache:''' [ˈdʁɔlɪç]
'''Aussprache:''' [ɡəˈkʁøːzə]
|-
|'''Adjektiv / Adverb'''
|Das Wort ''drollig'' kann als Adjektiv oder Adverb verwendet werden. Im [https://klexikon.zum.de/wiki/Adverb Kinderlexikon] wird dir am Beispiel von ''drollig'' der Unterschied erklärt.
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|-
|}
|}
Zeile 5.053: Zeile 4.012:
==Wortformen==
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
<div style="font-size:1.2em">
Das Wort ''drollig'' ist ein Adjektiv. Die Vergleichsformen werden regelmäßig gebildet.
Das Wort ''Gekröse'' ist ein Nomen sächlichen Geschlechts. Es wird meist nur im Singular verwendet.
</div>
</div>


{|class="wikitable" style="width: 50%; vertical-align:top;font-size: 1.2em; margin:auto"
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
!style="width: 14%"|
!style="width: 20%"|
!style="width: 33%"|Singular
!style="width: 33%"|Plural
|-
|-
!style="width: 30%"|Positiv
!style="text-align:left"|1. Fall
!style="width: 30%"|Komparativ
!Nominativ
!style="width: 40%"|Superlativ
|das Gekröse
|die Gekröse
|-
|-
|drollig
!style="text-align:left"|2. Fall
|drolliger
!Genitiv
|am drolligsten
|des Gekröses
|der Gekröse
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
!Dativ
|dem Gekröse
|den Gekrösen
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
!Akkusativ
|das Gekröse
|die Gekröse
|-
|-
|}
|}
Zeile 5.071: Zeile 4.046:
----
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
|[[Info - drollig| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''drollig''''']]
|[[Info - Gekröse| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Gekröse''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
Zeile 5.078: Zeile 4.053:
----
----


= Info - drollig =
=Info - Gekröse=
{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[drollig|'''zurück zur Wortgeschichte ''drollig''''']]
|[[Gekröse|'''zurück zur Wortgeschichte ''Gekröse''''']]
|}
|}
----
----
__TOC__
__TOC__


==Weiterführende Informationen zum Wort ''drollig''==
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Gekröse''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|niederländisch <abbr>nl.</abbr> drol = kleiner, dicker, etwas komisch aussehender Mann → nl. drollig = Spaßmacher, Knirps → mittelniederdeutsch ''drolle'' = Spaßmacher, lustige Figur → niederdeutsch ''drollig'' = lustig
|<abbr>germ.</abbr> *kruzla, <abbr>ahd.</abbr> krul, <abbr>mhd.</abbr> krol = kraus, lockig
möglicherweise verwandt mit engl. ''droll ←''  
 
mhd. ''krus'' = gedreht, gekrümmt, kraus
 
mhd. ''gekrœse'' = kleines Gedärm; ürsprünglich also ''das Gedrehte'' oder ''das Krause''
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|'''Wortbildungen:'''
|[https://www.dwds.de/wb/drolligerweise drolligerweise],  
|Darmgekröse, [https://www.dwds.de/wb/Kalbsgekr%C3%B6se Kalbsgekröse]
veraltet: [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=G06216 gekröselt], [https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=G00992 Gekrösader], [https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=G00993 Gekrösdrüse], [https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Campe&lemid=G02074 Gekrösentzündung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=G06217 Gekrösfell], [https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Campe&lemid=G02076 Gekrösgeflecht], [https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Campe&lemid=G02077 Gekröshaut], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=G06218 Gekrösmantel], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=G06219 Gekröspulsader], [https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Campe&lemid=G02079 Gekrösschlagader]
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|'''Grundwort:'''
|[https://www.dwds.de/wb/Drolligkeit Drolligkeit]
|[https://de.wiktionary.org/wiki/Kr%C3%B6se Kröse], [https://www.dwds.de/wb/kr%C3%B6seln kröseln]; [https://www.dwds.de/wb/Kr%C3%B6selzange Kröselzange], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Kroeseeisen Kröseeisen], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=K14836 Kröseldorn] (Krausbeere)
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|'''Interessantes:'''
|Das Wort ''drollig'' gehört zu einer Gruppe von Wörtern, die eine Mischung aus „lustig“ und „seltsam“ ausdrücken.
|Das Wort ''Gekröse'' wurde früher auch für die gefaltelte Halskrause verwendet, weil diese stark gekräuselt war.


Im Unterschied zu ''lustig'' wirkt ''drollig'' oft etwas ungewöhnlich oder leicht absurd.
In der heutigen Alltagssprache wird das Wort meist nur noch in der Medizin oder Fachsprache verwendet.
 
Solche Bedeutungsnuancen entstehen häufig aus Figurenbezeichnungen (z. B. Kobold → lustig → drollig).
|}
|}


==Unikales Morphem ?==
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das ursprüngliche niederländische Wort ''drol'' ist im Niederdeutschen und der deutschen Hochsprache nur in der Ableitung ''drollig'' übernommen worden. Das Morphem ''droll'' kommt nicht isoliert vor. Wortbildungen kommen nur in der Wortbildung ''drollig'' vor (''drolligerweise, Drolligkeit'').
| colspan="2" |Das Morphem ''kröse'' kommt im heutigen Sprachgebrauch als Nomen in einigen Dialekten, als Fachbegriff (Küfer, Glaser) und als Adjektiv ''kröseln'' vor. Demnach kommt das Morphem nicht isoliert und auch in verschiedenen Wortbildungen vor.
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
| colspan="2" |Es gibt keinen etymologischen- oder Bedeutungszusammenhang zum Verb [https://www.dwds.de/wb/dwb/krosen ''krosen''], dem Nomen [https://www.dwds.de/wb/dwb/kros ''Kros''/''Krös''] und dem Eigennamen [https://de.wikipedia.org/wiki/Kr%C3%B6sus ''Krösus''].
|Das Morphem ''droll'' in der Wortbildung ''drollig'' kann daher<span style="color:green"> '''als unikales Morphem'''</span> betrachtet werden.
|-
|-
| colspan="2" |Es besteht zwar eine Bedeutungsähnlichkeit zum französischen <abbr>frz.</abbr> drôle = Kobold, allerdings sehen Sprachwissenschaftler hier keinen etymologischen Zusammenhang zum niederländischen ''drol'' bzw. ''drollig''.
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|Das Morphem ''krös'' ist daher <span style="color:red">'''kein unikales Morphem'''</span>.
|-
|-
|}
|}
Zeile 5.120: Zeile 4.097:
==Belege/Quellen==
==Belege/Quellen==


[https://www.dwds.de/wb/drollig DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/drollig Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (siehe hier [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=D01140 Adelung] (Herkunft niedersächsisch ''drullig''), [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=D13733 Grimm-2] (nl drullig > ndd drullig), [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=D02289 Goethe]), [https://www.zdl.org/?q=drollig ZDL], [https://www.duden.de/rechtschreibung/drollig Duden-online]
Gekröse: [https://www.dwds.de/wb/Gekröse DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Gekröse Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] ([https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=G00991 Adelung], [https://bdo.badw.de/suche?lemma=Gekr%C3%B6se&stichwort=&options&#x5B;case&#x5D;=1&options&#x5B;exact&#x5D;=1 BDO], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=BMZ&lemid=K01671 BMZ], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=G06215 Grimm], [https://woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=K16970 RhWb], ), [https://www.zdl.org/?q=Gekröse ZDL], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Gekroese Duden-online]


Niederländisch: drol, drollig, drrollig, 16. Jh. [https://www.etymologiebank.nl/trefwoord/drollig Etymologiedatenbank.nl], [https://www.dbnl.org/zoek/solr/index.php?zoek=drollig&prefilter=&subform_values=&f_id=&size=10&sort=relevantie&weergave=lijst Digitale Bibliothek (DBNL)], Textbeispiele: [https://www.dbnl.org/tekst/else006lacc01_01/ Den lacchenden Apoll, uytbarstende in drollige rymen (1667)], [https://www.dbnl.org/tekst/hoff049ders02_01/ Der Struwwelpeter oder Lustige Geschichten und drrollige Bilder (1880)]
Kröse: [https://www.dwds.de/wb/Kröse DWDS],  [https://de.wiktionary.org/wiki/Kröse Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz],  ([https://bdo.badw.de/suche?lemma=Kr%C3%B6se&stichwort=&options&#x5B;case&#x5D;=1&options&#x5B;exact&#x5D;=1 BDO], [https://woerterbuchnetz.de/?sigle=BMZ&lemid=K01670 BMZ], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=K14831 Grimm]), [https://digital.idiotikon.ch/idtkn/id3.htm#!page/30859/mode/1up Idiotikon] (Chrȫs, Grȫsch, Chrȫsch), [https://www.kruenitz1.uni-trier.de/xxx/k/kk07368.htm Krünitz], [https://www.zdl.org/?q=Kr%C3%B6se ZDL], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Kroese Duden-online]


[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[drollig|'''zurück zur Wortgeschichte ''drollig''''']]
|[[Gekröse|'''zurück zur Wortgeschichte ''Gekröse''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
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= Damhirsch =
=Gelichter=
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__TOC__


Zeile 5.140: Zeile 4.117:
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|-
|-
| rowspan="2" style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Der ''Damhirsch'' ist eine Hirschart mit geflecktem Fell und schaufelförmigem Geweih. Er lebt heute in vielen Teilen Europas in Wäldern und Parks.
|Das Wort ''Gelichter'' bezeichnet heute meistens eine Gruppe von Menschen, über die man sich ärgert oder schlecht denkt. Gemeint ist oft Gesindel oder eine unangenehme Menschengruppe.
|-
|
|-
|'''Interessantes:'''
|Wenn du mehr über diese Damhirsche erfahren möchtest, dann findest du im [https://klexikon.zum.de/wiki/Damhirsch Kinderlexikon] interessante Bilder und Beschreibungen.  
Einen umfangreicheren Text und viele Bilder findest du im [https://www.zootier-lexikon.org/saeugetiere-mammalia/paarzeher/hirsche-hirschferkel-und-moschustiere-cervidae-tragulidae-moschidae/europaeischer-damhirsch-dama-dama Zootier-Lexikon.]
|-
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Das alte Wort für Wild lautete im Mittelalter ''tamo'' oder ''tame''. Daraus entwickelte sich ''Dam-''.  
|Das war früher ganz anders. Da hatte das Nomen ''Gelichter'' eine eher positive Bedeutung.
Im Mittelalter gab es das Wort ''lehtar''. Es bedeutete ''Lager, Bett''. Mit der Vorsilbe ''ge''- entstand hieraus ''gelihter.''


Dieses Wort wurde später mit Tierbezeichnungen kombiniert, z. B. ''Hirsch'', ''Bock'' oder ''Wild''. So entstand das zusammengesetzte Wort ''Damhirsch''.
Aus der Bedeutung ''Menschen, die aus dem gleichen Lager kommen'' entstand die Bedeutung ''Menschen mit übereinstimmender Art, Sippe, Geschlecht.'' Ab dem 17. Jahrhundert verschob sich die Bedeutung zunehmend ins negative. Heute bedeutete das Nomen ''Gesindel'' und wird umgangssprachlich eher als Schimpfwort und beleidigend verwendet.
|-
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|}
|Englisch: fallow deer; Französisch: daim; Lateinisch: dama
|-
|}


==Hinweise zum Wort ''Damhirsch''==
==Hinweise zum Wort ''Gelichter''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|mittelgroßer Hirsch mit meist geflecktem Fell und schaufelartigem Geweih
|abwertend: eine als schlecht oder unangenehm angesehene Gruppe von Menschen; Gesindel
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|'''Beispielsatz:'''
|''Im Wildpark konnten wir mehrere Damhirsche beobachten.''
|''Der alte Mann wollte mit diesem lauten Gelichter nichts zu tun haben.''
''Nachts treiben sich im Park allerlei Gelichter herum.''
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Nomen, maskulin
|'''Wortart:''' Nomen, Neutrum


'''Worttrennung:''' Dam-hirsch
'''Worttrennung:''' Ge·lich·ter


'''Aussprache:''' [ˈdamˌhɪʁʃ]
'''Aussprache:''' [ɡəˈlɪçtɐ]
|-
|-
|}
|}
Zeile 5.178: Zeile 4.148:
==Wortformen==
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
<div style="font-size:1.2em">
Das Wort ''Damhirsch'' ist ein Nomen und wird regelmäßig dekliniert.
Das Wort ''Gelichter'' wird meist nur im Singular verwendet. Es bezeichnet häufig eine Menschengruppe als Gesamtheit.
</div>
</div>


Zeile 5.189: Zeile 4.159:
!style="text-align:left"|1. Fall
!style="text-align:left"|1. Fall
!Nominativ
!Nominativ
|der Damhirsch
|das Gelichter
|die Damhirsch'''<u>e</u>'''
|die Gelichter
|-
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
!style="text-align:left"|2. Fall
!Genitiv
!Genitiv
|des Damhirsch'''<u>es</u>'''
|des Gelichters
|der Damhirsch'''<u>e</u>'''
|der Gelichter
|-
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
!style="text-align:left"|3. Fall
!Dativ
!Dativ
|dem Damhirsch
|dem Gelichter
|den Damhirsch'''<u>en</u>'''
|den Gelichtern
|-
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
!style="text-align:left"|4. Fall
!Akkusativ
!Akkusativ
|den Damhirsch
|das Gelichter
|die Damhirsche'''<u>e</u>'''
|die Gelichter
|-
|-
|}
|}
Zeile 5.212: Zeile 4.182:
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----
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
|[[Info - Damhirsch| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Damhirsch''''']]
|[[Info - Gelichter| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Gelichter''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
Zeile 5.219: Zeile 4.189:
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= Info - Damhirsch =
=Info - Gelichter=
{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Damhirsch|'''zurück zur Wortgeschichte ''Damhirsch''''']]
|[[Gelichter|'''zurück zur Wortgeschichte ''Gelichter''''']]
|}
|}
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__TOC__
__TOC__


==Weiterführende Informationen zum Wort ''Damhirsch''==
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Gelichter''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
| ie. *dem(ə)- = zähmen, bändigen → griech. damálēs (δαμάλης) = junger Stier → lat. damma, spätlat. dāma → 8. Jh. ahd. dām, tām; 9. Jh., dāmo, tāmo; 12. Jh. mhd. tāme, damme, bis ins 17. Jh. Dam = gezähmtes Horntier; ab dem 16. Jh. wird ''Dam'' zur Verdeutlichung zunehmend ergänzt mit den Domen ''Hirsch'' oder ''Bock'' = ''Damhirsch'', ''Dambock''.
|ie. *legh- = (sich) legen, liegen; lat. ''lectus'' = Lagerstatt, Bett
 
:⇒ ahd. ''lehtar'' = Lager (9. Jh.)
ahd. ''tamo'', ''tame'' = Wild → mhd. ''dam'' → nhd. ''Dam'' (Wildart)
::⇒ ahd. ''gilehtar'' = Gebärmutter, eigentlich: Ort, wo das Kind liegt (ca. 10. Jh.)
+ ''Hirsch'' (männliches Tier mit Geweih)
:::⇒ mhd. ''gelihter'' = Menschen übereinstimmender Art, Sippe, Geschlecht (ca. 14. Jh.)
 
::::⇒ nhd. ''Gelichter'' = Menschengruppe
''Damhirsch'' = „Hirsch aus der Gruppe des Damwilds“
:::::⇒ später abwertend: Gesindel (ab 17. Jh.)
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|'''Wortbildungen:'''
|Dam: [https://www.dwds.de/wb/Dambock Dambock], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Damleder Damleder], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Damtier Damtier], [https://www.dwds.de/wb/Damwild Damwild] ([https://www.dwds.de/wb/Damwildgehege Damwildgehege]);
|[https://www.dwds.de/wb/Diebsgelichter Diebsgelichter] / [https://www.dwds.de/wb/Diebsgelichter Diebesgelichter]
Damhirsch: Damhirschgeweih, Damhirschjagd, Damhirschkalb, Damhirschragout
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|'''Ableitungen:'''
| -
| -
|-
|'''Rechtschreibung:'''
|Das ''a'' im ersten Wortteil wird kurz und betont gesprochen, [ˈdam]. Das führt nicht selten dazu, dass das Wort ''Damhirsch'' fälschlich mit doppeltem ''m'' geschrieben wird (falsch: *''Dammhirsch'').
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|'''Interessantes:'''
|Der Damhirsch stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und wurde schon in der Antike als Jagdtier gehalten.
|Das Wort hatte ursprünglich keine negative Bedeutung. Erst im Laufe der Sprachgeschichte wurde daraus ein Schimpfwort für eine als unangenehm empfundene Menschengruppe.
 
Typisch ist sein schaufelförmiges Geweih, das ihn von anderen Hirscharten unterscheidet.
 
Das Wort zeigt eine klassische Zusammensetzung aus Tiergruppe (''Dam'') und genauer Bestimmung (''Hirsch'').
|}
|}
 
==Unikales Morphem ?==
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''licht(er)'' kommt in dieser Bedeutung im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und auch in keinen anderen Wortbildungen vor. Ein etymologischer oder Bedeutungszusammenhang zum Nomen ''Licht'' besteht nicht.
|-
|-
| colspan="2" |Das Morphem ''dam'' ist heute nur noch in Fach- oder Tierbezeichnungen gebräuchlich. im allgemeinen Sprachgebrauch kommt es nicht isoliert vor. Hiervon gibt es verschiedene Wortbildungen (sh. Tabelle oben).
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|-
|Das Morphem ''licht(er)'' ist daher <span style="color:green">'''ein unikales Morphem'''</span>.
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|Das Morphem ''dam'' ist in dieser Bedeutung daher<span style="color:red"> '''kein unikales Morphem'''</span>.
|-
|-
|}
|}
Zeile 5.268: Zeile 4.229:
==Belege/Quellen==
==Belege/Quellen==


[https://www.dwds.de/wb/Damhirsch DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Damhirsch Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (siehe [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=D00084 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=D00225 Goethe], [https://woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=D00306 Grimm-1], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=D01329 Grimm-2]), [https://www.zdl.org/?q=Damhirsch ZDL], [https://de.wikipedia.org/wiki/Damhirsch Wikipedia], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Damhirsch Duden-online]
[https://www.dwds.de/wb/Gelichter DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Gelichter Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=G01146 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=G07088 Grimm], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=G01707 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=PfWB&lemid=G01678 PfWb], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=L03826 RhWb]), [https://www.zdl.org/?q=Gelichter ZDL]; [https://de.wikipedia.org/wiki/Gelichter Wikipedia], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Gelichter Duden-online] (nicht werbefrei)


[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
Zeile 5.275: Zeile 4.236:
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Damhirsch|'''zurück zur Wortgeschichte ''Damhirsch''''']]
|[[Gelichter|'''zurück zur Wortgeschichte ''Gelichter''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
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=genesen=
=Dienstag=
{{DISPLAYTITLE:genesen}}
__TOC__
__TOC__


==Wortherkunft==
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|-
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Bei den Germanen nannte man eine Volksversammlung ''Thing''. Der germanische Gott ''Tyr'' war der Beschützer dieser Versammlung.
|Das Verb ''genesen'' ist schon sehr alt. Vor rund tausend Jahren schrieb man ''ginesan''. Das bedeutete ''überleben'' oder ''gerettet werden''. Mit der Zeit hat sich die Bedeutung eingeengt. Früher hatte das Verb auch die Bedeutung ''ein Kind gebären, zur Welt bringen''. Diese Bedeutung findest du heute aber nur noch in alten gehobenen Texten.
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Heute bedeutet ''genesen'' vor allem ''nach einer Krankheit wieder gesund werden''.
|-
|}
 
==Hinweise zum Wort ''genesen''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|nach einer Krankheit wieder gesund werden
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Nach einigen Wochen im Krankenhaus ist die Patientin wieder genesen.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Verb


Der Name ''Dienstag'' geht auf das alte Wort ''thingsus'' zurück. Diese bedeutete ''Beschützer des Things''. Aus dieser Form entwickelte sich später das heutige Wort ''Dienstag''.
'''Worttrennung:''' ge·ne·sen


Der Wortteil ''dien'' hat also nichts mit dem Verb ''dienen'' zu tun.
'''Aussprache:''' [ɡəˈneːzn̩]
|-
|-
|}
|}
== Fremdsprachen ==
 
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
==Wortformen==
| rowspan="2" style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
<div style="font-size:1.2em">
|In allen nordgermanischen Sprachen ist die Bezeichnung für den ''Dienstag'' vom Germanischen Gott ''Tyr'' bzw. ''thingsus'' abgeleitet. Hier einige Beispiele:
Das Verb ''genesen'' ist ein starkes Verb. Das Präteritum lautet ''genas''. Das Partizip II heißt ''genesen'', Hilfsverb ''sein''.
</div>
 
{| class="wikitable" style="width: 80%; vertical-align:top; font-size: 1.2em; margin:auto"
| colspan="2" |
!Gegenwart
(Präsens)
!1. Vergangenheit
(Präteritum)
!2. Vergangenheit
(Perfekt)
|-
|-
|
! rowspan="3" style="width:12%" |Einzahl
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto"
(Singular)
! Sprache
! style="width: 13%" |1. Person
! Wochentag
| style="width: 25%" |ich genese
! Aussprache
| style="width: 25%" |ich genas
| style="width: 25%" |ich bin genesen
|-
|-
!Deutsch
!2. Person
|Dienstag
|du genest
|[ˈdiːnstaːk]
|du genasest, genast
|du bist genesen
|-
|-
!Dänisch
!3. Person
|tirsdag
|er/sie/es genest
|[ˈtsʰiɐ̯sdæˀ]
|er/sie/es genas
|er/sie/es ist genesen
|-
|-
!Englisch
! rowspan="3" |Mehrzahl
|Tuesday
(Plural)
|[ˈtjuːzdeɪ]
!1. Person
|wir genesen
|wir genasen
|wir sind genesen
|-
|-
!Niederländisch
!2. Person
|dinsdag
|ihr genest
|[ˈdɪnz.dɑx]
|ihr genaset
|ihr seid genesen
|-
|-
!Norwegisch
!3. Person
|tirsdag
|sie genesen
|[ˈtiːʂdɑːɡ]
|sie genasen
|-
|sie sind genesen
!Schwedisch
|tisdag
|[ˈtiːsdaɡ]
|-
|-
|}
|}
|-
 
</br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Info - genesen| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''genesen''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__


==Hinweise zum Wort ''Dienstag''==
----
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
 
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
=Info - genesen=
|der zweite Tag der Woche
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[genesen|'''zurück zur Wortgeschichte ''genesen''''']]
|}
----
__TOC__
 
==Weiterführende Informationen zum Wort ''genesen''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 12%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|ie. *nes- ''wohlbehalten wohin gelangen, das sichere Heim erreichen'' → germ. *nazjan ''genesen machen''
:⇒ ahd. ''nerien'' → mhd. ''neren'', ''nerigen'' = genesen machen, (er)retten, am Leben erhalten → ''nähren'' = mit Nahrung versorgen
:⇒ ahd. ''ginesan'', mhd. ''genesen'' = gesund werden
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|[https://www.dwds.de/wb/genesen genesen]: [https://www.dwds.de/wb/wiedergenesen wiedergenesen]
|- style="vertical-align:top;"
|[https://www.dwds.de/wb/Genesung Genesung] (Erstglied):
|[https://www.dwds.de/wb/Genesungsbegleiter Genesungsbegleiter], [https://www.dwds.de/wb/Genesungschance Genesungschance], [https://www.dwds.de/wb/Genesungsheim Genesungsheim], [https://www.dwds.de/wb/Genesungskompanie Genesungskompanie], [https://www.dwds.de/wb/Genesungskur Genesungskur], [https://www.dwds.de/wb/Genesungsnachweis Genesungsnachweis], [https://www.dwds.de/wb/Genesungsprozess Genesungsprozess], [https://www.dwds.de/wb/Genesungsurlaub Genesungsurlaub], [https://www.dwds.de/wb/Genesungswunsch Genesungswunsch], [https://www.dwds.de/wb/Genesungszeit Genesungszeit]
|- style="vertical-align:top;"
|[https://www.dwds.de/wb/Genesung Genesung] (Letztglied):
|[https://www.dwds.de/wb/Müttergenesung Müttergenesung], [https://www.dwds.de/wb/Müttergenesungsheim Müttergenesungsheim], [https://www.dwds.de/wb/Müttergenesungskur Müttergenesungskur], [https://www.dwds.de/wb/Müttergenesungswerk Müttergenesungswerk], [https://www.dwds.de/wb/Wiedergenesung Wiedergenesung]
|- style="vertical-align:top;"
|[https://www.dwds.de/wb/Genesene Genesene]:
|[https://www.dwds.de/wb/Genesenennachweis Genesenennachweis], [https://www.dwds.de/wb/Genesenenstatus Genesenenstatus]
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|'''Ableitungen:'''
|''Am Dienstag gehe ich mit meiner Freundin ins Kino.''
|[https://www.dwds.de/wb/Genesung Genesung], die/der [https://www.dwds.de/wb/Genesene Genesene]
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Interessantes:'''
|'''Wortart:''' Nomen, der Dienstag; meist ohne Plural
|[[File:Be-W-G genesen.jpg|link=https://www.dwds.de/r/plot/?view=1&corpus=zeitungenxl&norm=date%2Bclass&smooth=spline&genres=0&grand=1&slice=1&prune=0&window=0&wbase=0&logavg=0&logscale=0&xrange=1946%3A2024&q1=Genesung|Quelle|right|250px]]Während der Corona-Pandemie wurde das Wort ''Genesene'' sehr häufig verwendet. Damit bezeichnete man Menschen, die eine Corona-Erkrankung überstanden hatten. Auch Wörter wie ''Genesungsnachweis'' oder ''Genesenenstatus'' wurden damals oft benutzt.


'''Worttrennung:''' Diens-tag
Die rechte Grafik zeigt den Verlauf des Nomens ''Genesung''. Nach dem zweiten Weltkrieg und vielen Verletzten Soldaten und Zivilisten ging die Verwendungskurve mit einiger Verzögerung (die für die Genesung gebraucht wurde) steil nach oben. Fast auf den gleichen Höchststand stieg die Kurve 2021 in Folge der Coronapandemie an.
|}


'''Aussprache:''' [ˈdiːnstaːk]
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''nes'' kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert sondern nur mit dem Präfix ''ge-'' im Wort ''genesen'' vor. Wortbildungen kommen zum Morphem ''nes'' nur zusammen mit dem Präfix ''ge''- vor.
|-
| colspan="2" |Auf den gleichen germanischen Worturspung kann auch das Verb ''nähren'' zurückgeführt werden. Allerdings hat sich hieraus ein Morphem mit völlig anderer Schreibung entwickelt.
|-
| colspan="2" |Einen etymologischen und Bedeutungszusammenhang zur Wortfamilie ''Genese'' besteht nicht.
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem ''nes'' ist daher <span style="color:green">'''ein unikales Morphem'''</span>.
|-
|-
|}
|}


==Wortformen==
[[#top | Seitenanfang]]<br>
<div style="font-size:1.2em">
 
Das Grundwort ''Dienstag'' wird fast immer nur in der Einzahl (Singular) verwendet. Eine Mehrzahl (Plural) kommt nur selten vor. Im 2. Fall (Genitiv) wird häufig ein ''s'' angehängt.
==Belege/Quellen==
</div>
 
[https://www.dwds.de/wb/genesen DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/genesen Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=G01323 Adelung], zu den alten Bedeutungen sh. vor allem:  [https://woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=G07918 Grimm], hier 2. und 3., [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=G02006 Goethe] hier 2., [https://www.kruenitz1.uni-trier.de/xxx/g/kg01452.htm Krünitz], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Lexer&lemid=G02107 Mittelhochdeutsch Wb]), [https://www.zdl.org/?q=genesen ZDL]; [https://de.wikipedia.org/wiki/Rekonvaleszenz Wikipedia], [https://www.duden.de/rechtschreibung/genesen Duden-online] (nicht werbefrei)
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]


{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
<br>
!style="width: 14%"|
!style="width: 20%"|
!style="width: 41%"|Singular
!style="width: 25%"|Plural (selten)
|-
!style="text-align:left"|1. Fall
!Nominativ
|der Dienstag
|die Dienstag'''<u>e</u>'''
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
!Genitiv
|des Dienstag'''<u>s</u>''', des Dienstag'''<u>es</u>'''
|der Dienstag'''<u>e</u>'''
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
!Dativ
|dem Dienstag
|den Dienstag'''<u>en</u>'''
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
!Akkusativ
|den Dienstag
|die Dienstag'''<u>e</u>'''
|-
|}
 
</br>
----
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Info - Dienstag| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Dienstag''''']]
|[[genesen|'''zurück zur Wortgeschichte ''genesen''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
__INDEX__
----


=Info - Dienstag=
=genug=
{| style="width: 100%; text-align:center;"
#REDIRECT [[genügen]] #REDIRECT [[genügend]] #REDIRECT [[Genüge]] #REDIRECT [[ungenügend]] - Weiterleitungen müssen noch angelegt werden
|[[Dienstag|'''zurück zur Wortgeschichte ''Dienstag''''']]
{{DISPLAYTITLE:genug}}
|}
<div style="font-size:1.2em>
----
Auf dieser Seite erfährst du etwas über das Wort ''genug''. Es wird meist als Adjektiv verwendet. Das Wort ''genug'' gehört zu einer alten germanischen Wortfamilie. Es bedeutet, dass etwas ''ausreichend'' oder ''in ausreichender Menge'' vorhanden ist.
</div>
__TOC__
__TOC__


==Weiterführende Informationen zum Wort ''Dienstag''==
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|-
|Bei den Römern hieß der Kriegsgott ''Mārs''. Danach ist auch der Planet ''Mars'' benannt. Die Germanen übernahmen von den Römern das System der Benennung der Wochentage. Der germanische Kriegsgott hieß *Þingsaz (latinisiert Thingsus).
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Das Wort ''genug'' gab es schon im Mittelalter, also vor über tausend Jahren. Damals hieß es zunächst ''ginuog'' oder ''ginuogi'', später dann ''genuoc'' und noch später ''genug''.
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Mit dem Wort ''genug'' sagen wir, dass etwas ausreichend vorhanden ist. Wir können zum Beispiel sagen:
:a) ''Wir haben genug Brot gekauft.''
:b) ''Jetzt habe ich genug gearbeitet.''
:c) ''Das ist gut genug.''
In allen Beispielen bedeutet das Wort: ''Es reicht aus.''
|-
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Das zugrunde liegende germanische Verb ''*nōga'' ist schon sehr früh verschwunden. Bereits im Mittelalter gab es dieses Verb nicht mehr.
|-
| rowspan="2" style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|Das ist ja interessant. Jetzt verstehe ich auch einige Übersetzungen unseres kleinen Wörtchens ''genug''.
|-
|
{| class="wikitable" style="width: 50%; vertical-align:top;margin:auto"
! style="width: 34% " |Sprache
! style="width: 33% " |genug
! style="width: 33% " |Aussprache
|-
!Deutsch
|genug
|[ɡəˈnuːk]
|-
!Dänisch
|nok
|[nʌɡ̊ˀ]
|-
!Isländisch
|nóg
|[nouːɣ]
|-
!Englisch
|enough
|[ɪˈnʌf]
|-
!Niederdeutsch
|noog
|[noːx]
|-
!Niederländisch
|genoeg
|[ɣəˈnux]
|-
!Norwegisch
|nok
|[nɔk]
|-
!Schwedisch
|nog, noga
|[nɔɡ], [ˈnuːɡa]
|-
|}
|-
|
|Nur in den Niederlanden und in der englischen Sprache gibt es die Ableitung von dem alten Wort mit der Vorsilbe (Präfix) ''ge-''. In allen anderen Nordeuropäischen Länder kann das Wort auf das alte germanische Verb ''*noug'' zurückgeführt werden.
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|vom Wort ''genug'' ist das Verb ''genügen'' abgeleitet. Es bedeutet ''etwas ist genug'' oder ''ausreichend'' vorhanden.  


Das Wort hängt mit dem germanischen ''Thing'' zusammen. So nannte man früher eine Volksversammlung oder ein Gericht. Der Gott ''Tyr'' (Thingsus) galt als Beschützer solcher Versammlungen. Der Tag wurde deshalb nach ihm benannt.
Von diesem Verb ist das Adjektiv ''genügend'' abgeleitet. Das bezeichnet meist, das von einer Sache eine ausreichende (= ''genügend'') eine Menge oder Qualität vorhanden ist.
|-
| rowspan="2" style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|In Österreich nennt man die Schulnote 4 = ''genügend'' und die Note 6 = ''ungenügend''
|-
|}


Daraus entwickelte sich im 12. Jh. <abbr>ahd.</abbr> ziestag, <abbr>mhd.</abbr> ziestac. Zunächst verbreitete sich der niederdeutsche Name ''dingesdach, dinstag'' am Niederrhein (13. Jh.) von dort verbreitete er sich bis zum 17. Jh. auf den gesamten deutschsprachigen Raum.
==Hinweise zur Wortgruppe ''genug''==
<div style="font-size: 1.3em">
'''''genug'''''
</div>
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|ausreichend; so viel wie nötig vorhanden
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|'''Beispielsatz:'''
| -
|''Für alle Kinder war genug Kuchen da.''
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|'''Wortinfo:'''
| -
|'''Wortart:''' Adverb, Pronomen, Adjektiv
|}


== Wochentage ==
'''Worttrennung:''' ge·nug
{{Wochentage}}


== Unikales Morphem ? ==
'''Aussprache:''' [ɡəˈnuːk]
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''dien'' kommt in dieser Bedeutung im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert vor.
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem ''dien'' in der Wortbildung ''Dienstag'' kann daher<span style="color:green"> '''als unikales Morphem'''</span> betrachtet werden.
|-
|-
|}
|}
<div style="font-size: 1.3em">
'''''genügen'''''
</div>


[[#top | Seitenanfang]]<br>
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|a) Maß, Menge - es ist ausreichend (genug) vorhanden


==Belege/Quellen==
b) etwas zufriedenstellend erledigen
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|a) ''Zwei Kuchen sollten für den Kindergeburtstag wohl genügen.''


[https://www.dwds.de/wb/Dienstag DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Dienstag Wiktionary],  [https://www.woerterbuchnetz.de/#0 Wörterbuchnetz],  [https://www.owid.de/suche/wort?wort=Dienstag OWID],  [https://www.zdl.org/?q=Dienstag ZDL]
b) ''Die Leistungen genügen nicht den Anforderungen, die vorher vereinbart waren.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Verb


'''Fremdsprachen:''' [https://de.wiktionary.org/wiki/Dienstag Dänisch], [[wikt:Tuesday|Englisch]], [https://nl.wiktionary.org/wiki/dinsdag Niederländisch], [https://no.wiktionary.org/wiki/tirsdag Norwegisch], [https://sv.wiktionary.org/wiki/tisdag Schwedisch]
'''Worttrennung:''' ge-nü-gen


[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
'''Aussprache:'''  [ɡəˈnyːɡn̩]
|-
|}


<br>
<div style="font-size: 1.3em">
----
'''''genügend'''''
{| style="width: 100%; text-align:center;"
</div>
|[[Dienstag|'''zurück zur Wortgeschichte ''Dienstag''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
----
=Duckdalbe=
__TOC__


==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| colspan="2" |Vermutlich stammt das Wort ''Duckdalbe'' aus den Niederlanden. Dort bedeutet das Verb ''duiken'' = tauchen. Einen Pfahl oder eingerammten Pfosten nennt man dort ''dalbe''.
|eine ausreichende Menge oder zufriedenstellende Qualität; etwas ist angemessen, befriedigend, gut
in Österreich: die Schulnote 4
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Mama hat genügend Kuchen gebacken. Es reicht für alle Geburtstagskinder.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Adverb, Pronomen, selten auch Adjektiv
 
'''Worttrennung:''' ge-nü-gend


Die ''Duckdalbe'' ist also ein Pfahl, der tief in den Boden des Hafens ''eingetaucht'' oder eingerammt ist.
'''Aussprache:''' [ɡəˈnyːɡn̩t]
|-
| rowspan="2" style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Herr Fremd|Herr Fremd]]
| colspan="2" |[[file:ChatGPT Duckdalbe 20260305.jpg | rechts | 320px]]Auch in anderen Sprachen rund um die Nordsee findet man ähnliche Wörter. Allen liegt das niederländische Wort ''dukdalve'' zugrunde.
|-
|-
|}
|}
<div style="font-size: 1.3em">
'''''ungenügend'''''
</div>


==Hinweise zum Wort ''Duckdalbe''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| style="width: 55%; vertical-align:top;"|Im Hafenboden eingerammte Pfähle, die der Markierung der Fahrrinne dienen oder an denen Schiffe festgemacht werden können.
|etwas weist deutliche Mängel auf, etwas ist bezogen auf die Vorgaben nicht ausreichend
| rowspan="3" style="width: 15%; |[[file:20260304 Dalben Oberhafenkanal Hamburg 06.jpg|right|x150px]]
 
| rowspan="3" style="width: 15%; |[[file:20260304 Dalbe 02 KMJ.jpg|right|x150px]]
in Deutschland: schlechteste Schulnote, Note 6 (Im Gebrauch als Schulnote kann das Adjektiv nicht gesteigert werden.)
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|'''Beispielsatz:'''
|''Die Duckdalben markieren die Fahrrinne für die Schiffe.''
|''Er hatte sich für die Klassenarbeit und ungenügend vorbereitet.''
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Nomen: die Duckdalbe, die Duckdalben
|'''Wortart:''' Adjektiv


'''Worttrennung:''' Duck-dal-be
'''Worttrennung:''' un-ge-nü-gend


'''Aussprache:''' [ˈdʊkˌdalbə]
'''Aussprache:''' [ɡəˈnyːɡn̩t]
|- style="vertical-align:top;"
|-
|'''Unterschied:'''
| colspan="3" |[[file:20260304 Dalben.jpg|right|x75px]]Meist wird ein einzelner Pfahl als ''Dalbe'' und eine Pfahlgruppe als ''Duckdalbe'' bezeichnet. Die oberen Bilder zeigen also ''Duckdalben''. Hier sind jeweils drei Pfähle miteinander verbunden. Das rechte Bild zeigt in der Mitte drei ''Dalben'', also einzelne Pfähle, an denen längere Schiffe festmachen können.
|}
|}


==Wortformen==
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
<div style="font-size:1.2em">
In der Einzahl (Singular) übernehmen alle vier Fälle das Grundwort. In der Mehrzahl (Plural) wird an das Grundwort ein ''n'' angehängt.
Das Wort ''genug'' wird meistens als Adverb (Umstandswort) oder Pronomen (Fürwort) verwendet. Als Adjektiv (Eigenschaftswort) bleibt es unverändert und wird normalerweise nicht gesteigert.
</div>
 
<div style="font-size: 1.2em">
Wenn das Wort ''genug'' als Adjektiv verwendet wird, dann ist es nicht steigerbar.
</div>
</div>


{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
{|class="wikitable" style="width: 50%; vertical-align:top;font-size: 1.2em; margin:auto"
!style="width: 14%"|
!style="width: 20%"|
!style="width: 33%"|Singular
!style="width: 33%"|Plural
|-
|-
!style="text-align:left"|1. Fall
!style="width: 30%"|Positiv
!Nominativ
!style="width: 30%"|Komparativ
|die Duckdalbe
!style="width: 40%"|Superlativ
|die Duckdalb'''<u>en</u>'''
|-
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
|genug
!Genitiv
| –
|der Duckdalbe
| –
|der Duckdalb'''<u>en</u>'''
|-
|}
<div style="font-size: 1.2em">
Vom Wort ''genug'' ist auch das Verb ''genügen'' abgeleitet. Die verschiedenen Wortformen werden regelhaft gebildet:
</div>
{| class="wikitable" style="width: 90%; font-size: 1.2em; vertical-align:top; margin:auto"
| colspan="2" |
!Präsens
!Präteritum
!Perfekt
!Futur
|-
! rowspan="3" style="width:10%" |Singular
! style="width: 12%" |1. Person
| style="width: 18%" |ich genüge
| style="width: 18%" |ich genügte
| style="width: 20%" |ich habe genügt
| style="width: 22%" |ich werde genügen
|-
!2. Person
|du genügst
|du genügtest
|du hast genügt
|du wirst genügen
|-
!3. Person
|er/sie/es genügt
|er/sie/es genügte
|er/sie/es hat genügt
|er/sie/es wird genügen
|-
! rowspan="3" |Plural
!1. Person
|wir genügen
|wir genügten
|wir haben genügt
|wir werden genügen
|-
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
!2. Person
!Dativ
|ihr genügt
|der Duckdalbe
|ihr genügtet
|den Duckdalb'''<u>en</u>'''
|ihr habt genügt
|ihr werdet genügen
|-
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
!3. Person
!Akkusativ
|sie genügen
|die Duckdalbe
|sie genügten
|die Duckdalb'''<u>en</u>'''
|sie haben genügt
|sie werden genügen
|-
|-
|}
|}
<div style="font-size: 1.2em">
Das Wort ''genügend'' kann als Adverb (Umstandswort) oder Pronomen (Fürwort) verwendet werden. Demnach kann auch das Wort ''genügend'' nicht gesteigert werden.


Das Gegenwort ''ungenügend'' ist ein Adjektiv, das regelhaft gesteigert werden kann:
</div>
{|class="wikitable" style="width: 50%; font-size:1.2em; vertical-align:top;font-size: 1.2em; margin:auto"
|-
!style="width: 30%"|Positiv
!style="width: 30%"|Komparativ
!style="width: 40%"|Superlativ
|-
|ungenügend
|ungenügender
|am ungenügendsten
|-
|}
</br>
</br>
----
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
|[[Info - Duckdalbe| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Duckdalbe''''']]
|siehe auch die Wortgeschichten [[begnügen|'''''begnügen''''']] und [[vergnügen|'''''vergnügen''''']]
|-
|siehe auch die weiterführenden Informationen zu [[Info - begnügen|'''''begnügen''''']] und [[Info - vergnügen|'''''vergnügen''''']]
|-
|[[Info - genug| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''genug''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
Zeile 5.523: Zeile 4.663:
----
----


=Info - Duckdalbe=
=Info - genug=
{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Duckdalbe|'''zurück zur Wortgeschichte ''Duckdalbe''''']]
|[[genug|'''zurück zur Wortgeschichte ''genug''''']]
|}
|}
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Auf dieser Seite findest du weiterführende Hinweise zum Wort ''genug''. Das Wort ''genug'' gehört zu einer alten Wortfamilie mit den Wörtern [[genügen|''genügen'']], [[begnügen|''begnügen'']] und [[vergnügen|''vergnügen'']]. In all diesen Wörtern ist das Morphem ''nug'' bzw. ''nüg'' enthalten. Wenn du mehr wissen möchtest, so findest du im letzten Kapitel interessante weitere [[genug# Belege/Quellen |Belege und Quellen]].
__TOC__
__TOC__


==Weiterführende Informationen zum Wort ''Duckdalbe''==
==Weiterführende Informationen zum Wort ''genug''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|Die Herkunft des Wortes ''Duckdalbe'' ist unklar. Es gibt drei verschiedene Erklärungsansätze:
|ie. *(e)nek̑- = erreichen, erlangen
|-
:⇒ germ. *ga-nōga- = ausreichend sein, genügen
::'''genug:''' 8. Jh. ahd. ''ginuog'', ''ginuogi'', mhd. ''genuoc'' = ausreichend
::'''genügen:''' ahd. ''ginuogen'', mhd. ''genüegen''
::hierzu gehören auch die Wortbildungen ''begnügen'' (mhd. ''begenüegen'' = zufrieden stellen) und ''vergnügen'' (mhd. ''vergenüegen'' = zufriedenstellen, erfreuen)
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|[https://www.dwds.de/wb/Genüge Genüge], [https://www.dwds.de/wb/genügen genügen], [https://www.dwds.de/wb/genügend genügend]
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|
|
|
[https://www.dwds.de/wb/genug '''genug:'''] [https://www.dwds.de/wb/genuggetan genuggetan], [https://www.dwds.de/wb/genugsam genugsam], [https://www.dwds.de/wb/genugtun genugtun], [https://www.dwds.de/wb/Genugtuung Genugtuung], [https://www.dwds.de/wb/übergenug übergenug]
# Das Wort ''Duckdalbe'' stammt aus dem Niederländischen. Dort bedeuten '''''duiken''''' = (ein)tauchen  und '''''dalbe''''' = eingerammter Pfahl im Wasser. Demnach ist die ''Duckdalbe'' ein Pfahl, der tief in den Boden eines Hafens eingerammt wird.
# Der spanische Feldherr und Herzog von Alba (spanisch [https://de.wikipedia.org/wiki/Fernando_%C3%81lvarez_de_Toledo,_Herzog_von_Alba#Statthalter_der_Niederlande '''Duque de Alba''']) war in der Mitte des 16. Jh. Stadthalter in den Niederlanden (die damals noch eine spanische Kolonie waren) und ließ dort den calvinistischen Aufstand ([https://de.wikipedia.org/wiki/Reformatorischer_Bildersturm#Niederlande Bildersturm]) brutal niederschlagen. Er soll in den niederländischen Häfen Pfähle anlegen lassen, damit auch größere (Kriegs)Schiffe dort anlegen konnten. In Spanien nennt man die Dalben ''duque de Alba.''  Auch in Dänemark ist die Bezeichnung ''duc d’albe'' geläufig. Möglich ist aber auch, dass diese Namensgebung eine spätere Umdeutung des niederländischen Begriffes (sh. 1.) ist.
# Als '''eher unwahrscheinlich''' gelten Ableitungen von niederdeutschen, westfriesischen oder englischen Wörtern, wie z. B. von engl. dock = Dock (Anlage zum Warten von Schiffen, nl. dokke). Ebenfalls unwahrscheinlich sind Ableitungen von den Verben ''(an)docken'' = etwas fest verbinden oder ''ducken'' = sich schnell nach unter beugen. Der zweite Teil (dalbe) könnte von niederländisch ''dalle/dallen'' = Balken, Schlucht, Tal abgeleitet sein. Auch dieser Erklärungsversuch wird heute eher als unwahrscheinlich angesehen.
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|Zum Bestandteil ''dalbe'' gibt es mehrere Wortbildungen:


[https://www.dwds.de/wb/Anlegedalbe Anlegedalbe],
[https://www.dwds.de/wb/genügen '''genügen:'''] [https://www.dwds.de/wb/Genüge Genüge], [https://www.dwds.de/wb/genügend genügend], [https://www.dwds.de/wb/Genügen Genügen], [https://www.dwds.de/wb/Genügsamkeit Genügsamkeit], [https://www.dwds.de/wb/selbstgenügsam selbstgenügsam], [https://www.dwds.de/wb/Selbstgenügsamkeit Selbstgenügsamkeit], [https://www.dwds.de/wb/Ungenügen Ungenügen], [https://www.dwds.de/wb/ungenügend ungenügend]
[https://www.dwds.de/wb/Eisbrecherdalbe Eisbrecherdalbe],
[https://www.dwds.de/wb/F%C3%BChrungsdalbe Führungsdalbe],
[https://www.dwds.de/wb/Leitdalbe Leitdalbe],
[https://www.dwds.de/wb/Leuchtfeuerdalbe Leuchtfeuerdalbe],
[https://www.dwds.de/wb/Schutzdalbe Schutzdalbe],
[https://www.dwds.de/wb/Streichdalbe Streichdalbe],
[https://www.dwds.de/wb/Vert%C3%A4uungsdalbe Vertäuungsdalbe]
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|'''Interessantes:'''
|Eine anschauliche Beschreibung von Dalben und ihrer Funktion in Häfen findest du bei Wikipedia zum Stichwort [https://de.wikipedia.org/wiki/Dalbe '''Dalbe'''].
|Das Wort ''genug'' gehört zu einer sehr alten germanischen Wortfamilie. Verwandte Wörter gibt es heute noch in vielen germanischen Sprachen. Das ursprüngliche Verb ist allerdings schon vor vielen Jahrhunderten verschwunden.
|}
|}


==Sprachvergleich==
==Unikales Morphem ?==
In fast allen europäischen Ländern wird der Begriff ''Duckdalbe'' vom niederländischen ''dukdalve'' abgeleitet. In einigen Ländern (z. B. Dänemark, Spanien) wird auch auf den Herzog von Alba Bezug genommen. Die genaue Bedeutung (Pfahlgruppe im Hafen zum Festmachen oder Abweisen von Schiffen) ist überall ähnlich. In einigen Ländern werden auch die Markierungen einer Fahrrinne mit dem Begriff ''Dalbe'' bezeichnet.
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto;"
| colspan="2" |Die Morpheme ''nug'' und mit Umlaut ''nüg'' kommen im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und nur zusammen mit der Vorsilbe ''ge-'' (bzw. der Verkürzung dieser Vorsilbe zu ''g-'' in ''begnügen'' und ''vergnügen'') in Wortbildungen vor.
!style="width: 25%; |Sprache
!style="width: 25%; |Dalbe
!style="width: 35%; |Duckdalbe
!style="width: 15%; |Quellen
|-
|-
|Deutsch
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Dalbe
|Das Morphem ''nug'' bzw. ''nüg'' ist daher <span style="color:green">'''ein unikales Morphem'''</span>.
|Duckdalbe
|[https://de.wikipedia.org/wiki/Dalbe Wikipedia]
|-
|-
|Niederländisch
| colspan="2" |Das Morphem ''gnüg'' in ''begnügen'' und ''vergnügen'' enthält das verkürzte Präfix ''ge-''. Die Wörter lassen sich also als ''be-'' + ''g(e)-'' + ''nüg'' bzw. ''ver-'' + ''g(e)-'' + ''nüg'' erklären. Das eigentliche Morphem bleibt daher ''nüg''.
|dalf
|dukdalf / dukdalve
|[https://nl.wikipedia.org/wiki/Dukdalf Wikipedia]
|-
|-
|Norwegisch
|}
|dalbe / pæle
 
|dykdalb
[[#top | Seitenanfang]]<br>
|[https://no.wikipedia.org/wiki/Dykdalb Wikipedia]
 
==Belege/Quellen==
 
'''genug:''' [https://www.dwds.de/wb/genug DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/genug Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=G01345 Adelung], [https://bdo.badw.de/suche?lemma=genug BDO], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=G08042 Grimm], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=G02051 Goethe]), [https://www.zdl.org/?q=genug ZDL]; [https://www.duden.de/rechtschreibung/genug Duden-online] (nicht werbefrei)
 
'''genügen:''' [https://www.dwds.de/wb/genügen DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/genügen Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=G01346 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=G08046 Grimm], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=G02053 Goethe]), [https://www.zdl.org/?q=gen%C3%BCgen ZDL]; [https://www.duden.de/rechtschreibung/genuegen Duden-online] (nicht werbefrei)
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
<br>
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
|siehe auch die Wortgeschichten [[begnügen|'''''begnügen''''']] und [[vergnügen|'''''vergnügen''''']]
|-
|-
|Dänisch
|[[genug|'''zurück zur Wortgeschichte ''genug''''']]
|dalbe
|}
|dukdalbe / duc d’albe
{{WörterABC-Tabelle}}
|[https://da.wikipedia.org/wiki/Duc_d%27albe Wikipedia]
__INDEX__
 
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=begnügen=
{{DISPLAYTITLE:begnügen}}
<div style="font-size:1.2em">
Wer sich mit etwas ''begnügt'', ist damit zufrieden und verlangt nicht mehr.  
 
Auf dieser Seite erfährst du etwas über das Verb ''begnügen'', was es bedeutet, wie es entstanden ist und wie die Wortformen im Satz gebildet werden.
</div>
__TOC__
 
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|-
|-
|Schwedisch
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
| colspan="2" style="text-align:center"|dykdalb
|Wenn du dich mit etwas ''begnügst'', dann bist du damit zufrieden. Du sagst also: Das reicht mir. Ich brauche nicht mehr.
|[https://sv.wikipedia.org/wiki/Dykdalb Wikipedia]
|-
|-
|Englisch
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
| colspan="2" style="text-align:center" |dolphin
|Das Wort ist von dem mittelhochdeutschen Verb ''begenüegen'' = zufriedenstellen abgeleitet. Darin steckt das Verb ''genügen'' und dies ist wiederum auf ''genug'' zurückzuführen.
|[[wikipedia:Dolphin_(structure)|Wikipedia]]
|-
|Französisch
| colspan="2" style="text-align:center" |duc-d’Albe
|[https://fr.wikipedia.org/wiki/Duc-d%27Albe Wikipedia]
|-
|-
|Spanisch
| colspan="2" style="text-align:center" |duque de Alba
|[https://es.wikipedia.org/wiki/Duque_de_Alba_(obra_mar%C3%ADtima) Wikipedia]
|}
|}


==Unikales Morphem ?==
==Hinweise zum Wort ''begnügen''==
Da das niederländische Wort an die deutsche Schreibung angepasst wurde (Lehnwort) wird es nicht als Fremdwort behandelt. Es gibt keinen etymologischen Zusammenhang zum Verb ''ducken''.
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| colspan="2" |Das Morphem ''duck'' kommt im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert vor und nur in der Wortbildung ''Duckdalbe''.
|mit etwas zufrieden sein; nicht mehr verlangen
|-
|- style="vertical-align:top;"
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|'''Beispielsatz:'''
|Das Morphem ''duck'' ist daher<span style="color:green"> '''ein unikales Morphem'''</span>.
|''Lena begnügte sich mit einem kleinen Stück Kuchen.''
|-
|- style="vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''dalbe'' kommt isoliert und in mehreren Wortbildungen vor.
|'''Wortinfo:'''
|-
|'''Wortart:''' Verb
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|Das Morphem ''dalbe'' ist daher<span style="color:red"> '''kein unikales Morphem'''</span>.
|}


[[#top | Seitenanfang]]<br>
'''Worttrennung:''' be·gnü·gen


==Belege/Quellen==
'''Aussprache:''' [bəˈɡnyːɡn̩]
'''Etymologie und Rechtschreibung:''' [https://www.dwds.de/wb/Duckdalbe DWDS], [https://www.owid.de/suche/wort?wort=Duckdalbe OWID], [https://www.zdl.org/?q=Duckdalbe ZDL], [https://de.wikipedia.org/wiki/Dalbe Wikipedia], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Duckdalbe Duden-online]
|-
 
Weitere Quellen wurden im Text verlinkt (sh. Tabelle in [[Info - Duckdalbe#Sprachvergleich|Kap. Sprachvergleich]]).
 
'''Landkarte:''' Die Landkarte wurde aus den Daten der Übersetzungen (sh. Tabelle in [[Info - Duckdalbe#Sprachvergleich|Kap. Sprachvergleich]]) mit Hilfe von [https://chatgpt.com/ ChatGPT] erstellt.
 
Abbildungen: Die Abbildungen von Dalben wurden von [https://de.wikipedia.org/wiki/Dalbe Wikipedia] und [http://www.elbetreff.de/Elbearchiv/elbe/flussbauwerke/f_flussbauwerke.htm elbetreff.de] (Herzlichen Dank an Andreas Glock für die Genehmigung für die Verwendung der Abbildung.) entnommen.
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Duckdalbe|'''zurück zur Wortgeschichte ''Duckdalbe''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__


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==Wortformen==
=dunnemals=
<div style="font-size:1.2em">
__TOC__
Das Wort ''begnügen'' ist ein regelmäßiges Verb. Es wird meistens reflexiv (auf sich selbst bezogen) gebraucht: ''sich begnügen''. Du kannst also nicht sagen: ''ich begnüge '''dich''''', sondern nur ''ich begnüge '''mich''''' ...
</div>


==Wortherkunft==
{| class="wikitable" style="width: 80%; vertical-align:top; font-size: 1.2em; margin:auto"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| colspan="2" |
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
!Gegenwart
|Das Wort stammt aus dem Niederdeutschen. Dort bedeutet ''dunn'' so viel wie ''dann'' oder ''damals''.
(Präsens)
!1. Vergangenheit
(Präteritum)
!2. Vergangenheit
(Perfekt)
|-
! rowspan="3" style="width:12%" |Einzahl
(Singular)
! style="width: 13%" |1. Person
| style="width: 25%" |ich begnüge mich
| style="width: 25%" |ich begnügte mich
| style="width: 25%" |ich habe mich begnügt
|-
!2. Person
|du begnügst dich
|du begnügtest dich
|du hast dich begnügt
|-
!3. Person
|er/sie/es begnügt sich
|er/sie/es begnügte sich
|er/sie/es hat sich begnügt
|-
! rowspan="3" |Mehrzahl
(Plural)
!1. Person
|wir begnügen uns
|wir begnügten uns
|wir haben uns begnügt
|-
!2. Person
|ihr begnügt euch
|ihr begnügtet euch
|ihr habt euch begnügt
|-
!3. Person
|sie begnügen sich
|sie begnügten sich
|sie haben sich begnügt
|-
|}


Das Wort ''dunnemals'' ist eine Verkürzung von ''anno dunnemals''
</br>
Diese Redewendung bedeutete ursprünglich: ''damals, vor langer Zeit''.
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|siehe auch die Wortgeschichten [[genug|'''''genug''''']], [[genügen|'''''genügen''''']] und [[vergnügen|'''''vergnügen''''']]
|-
|-
|[[Info - begnügen| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''begnügen''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
----


==Hinweise zum Wort ''dunnemals''==
=Info - begnügen=
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|[[begnügen|'''zurück zur Wortgeschichte ''begnügen''''']]
|damals
|}
|- style="vertical-align:top;"
----
|'''Beispielsatz:'''
|''Dunnemals gab es noch eine Volksschule.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Adverb
 
'''Worttrennung:''' dun-ne-mals
 
'''Aussprache:''' [ˈdʊnəmaːls]
|-
|}
 
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
<div style="font-size:1.2em">
Das Wort ''dunnemals'' ist ein '''Adverb'''.
Das Verb ''begnügen'' gehört zur Wortfamilie von ''genug'' und ''genügen''. Es zeigt, dass jemand mit dem zufrieden ist, was vorhanden ist.
Adverbien haben keine verschiedenen Wortformen.
</div>
</div>


</br>
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Info - dunnemals| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''dunnemals''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
----
= Info - dunnemals =
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[dunnemals|'''zurück zur Wortgeschichte ''dunnemals''''']]
|}
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__TOC__
__TOC__


==Weiterführende Informationen zum Wort ''dunnemals''==
==Weiterführende Informationen zum Wort ''begnügen''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|19. Jh. Das Wort stammt aus dem niederdeutschen ''dunn'' = dann, damals.
|ie. *(e)nek̑- = erreichen, erlangen
⇒ germ. *ga-nōga- = ausreichend sein, genügen
:⇒ genug: 8. Jh. ahd. ginuog, ginuogi, mhd. genuoc = ausreichend
::⇒ genügen: ahd. ginuogen, mhd. genüegen
:::⇒ mhd. benüegen, frühnhd. benügen = genug haben
:::⇒ parallel hierzu mhd. ''begenüegen'' = befriedigen, zufriedenstellen


Es entwickelte sich aus der Redewendung ''anno dunnemals''.
Fazit: Das Wort ist eine Verschmelzung von mhd. ''genüegen'' und mhd. ''benüegen'' = zufrieden sein. Das neuhochdeutsche ''benügen'' hält sich im deutschen Sprachraum bis Anfang des 18. Jahrhunderts, vereinzelt auch noch später. Es wird bereits ab dem 15. Jahrhundert zunehmend von der Form ''begnügen'' verdrängt.
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|'''Mehrwortausdrücken:'''
| -
|sich begnügen, sich damit begnügen, sich mit wenig begnügen
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|'''Ableitungen:'''
| -
|begnügsam, begnügt, Begnügung, Selbstbegnügung
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|'''Interessantes:'''
|Das lateinische Wort ''anno'' bedeutet ''im Jahre''. Seit dem 15. Jahrhundert stellte man es häufig vor Datierungen.
|Das Wort ''begnügen'' ist eng mit ''genug'' verwandt. Wer sich begnügt, sagt gewissermaßen: „Das ist genug für mich.
 
|- style="vertical-align:top;"
Daraus entstanden später verschiedene scherzhafte Redewendungen für ''vor langer Zeit'':
|
|Die Verkürzung des Präfix ''ge-'' zu ''g-'' finden wir auch in einigen wenigen weiteren Grundwörtern:
:begnügen - mhd. begenüegen
:eignen - mhd. eigenen
:Gnade - mhd. genāde
:leugnen - mhd. lougenen
:vergnügen - nhd. vergenügen
|-
|}
 
==Redensarten, Zitate==
Die Bedeutung von ''begnügen = sich mit etwas abfinden'' kann sowohl positiv (ich bin mit etwas zufrieden) als auch negativ (mit etwas unzufrieden sein) verwendet werden. Es gibt nur wenige Redensarten und Zitate, in denen ''begnügen'' vorkommt. In den meisten wird das Verb in einer eher negativen Konnotation benutzt. Eine Anregung zum Nachdenken oder Schmunzeln finden sich hier allemal. Hier einige Beispiele:


*''anno dazumal'' - damals, vor langer Zeit
:„Wenn du dich zu ''begnügen'' wüßtest, dann bräuchtest du den Tyrannen nicht zu schmeicheln.“ ― Diogenes von Sinope (413-323 v.Ch.) – [https://gutezitate.com/zitate/?q=begn%C3%BCgen&t=1 Quelle]
*''anno dunnemals'' - damals
:„Wenn die Pfaffen nicht Tyrannen der Fürsten sein können, ''begnügen'' sie sich damit, ihre Schmeichler zu werden.“ ― Charles de Montesquieu (1689-1755) – [https://gutezitate.com/zitat/105621 Quelle]
*''anno Tobak'' - vor langer Zeit, als man zu Tabak noch Tobak sagte. (Das Wort ''Tabak'' stammt von den Ureinwohnern Nordamerikas. Sie nannten ihre Pfeifen nach der Antilleninsel ''Tobago'', die in ihrer Form den Pfeifen ähnelt. Aus diesem Namen hat sich ''Tobak'' und hieraus unser heutiges Wort ''Tabak'' entwickelt.)
:„Sich mit wenigem begnügen ist schwer, sich mit vielem ''begnügen'' unmöglich.“ ― Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916) – [https://gutezitate.com/zitate/begn%C3%BCgen/2 Quelle]
*''anno pief'' - vor langer Zeit, als man noch nicht Tabak in Pfeifen (ahd. fîfâ, nd. pipe) rauchte
:„In der Kunst muss man sich mit den Entdeckungen ''begnügen'' und sich vor den Erklärungen hüten.“ ― Georges Braque (1882-1963) – [https://gutezitate.com/zitate/begn%C3%BCgen/ Quelle]
*''anno Tuck'' - damals, als es noch nicht Gewohnheit war (mhd. tuc = stoßen, schlagen, Tuck = Bewegung, Gewohnheit)
:„Warum sollen wir uns damit ''begnügen'', Kopien zu sein, wo Gott uns als Originale in die Welt gesetzt hat?“ ― Billy Graham (1918-2028) – [https://gutezitate.com/zitat/247308 Quelle]
*''anno Leipzig-einundleipzig'' - vor langer Zeit, vor dem deutsch-französischen Krieg von 1870/71 ([https://de.wikipedia.org/wiki/Leipzig#Trivia/Redewendung mehr])
:„Frauen ''begnügen'' sich nicht mehr mit der Hälfte des Himmels, sie wollen die Hälfte der Welt.“ ― Alice Schwarzer (1942-) [https://gutezitate.com/zitate/begn%C3%BCgen/2 Quelle]
|}
: ...


==Unikales Morphem ?==
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''dunn(e)'' kommt im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und auch in keinen anderen Wortbildungen vor.
| colspan="2" |Das Morphem ''nüg'' kommt im heutigen Deutsch nicht frei vor. Es erscheint aber in mehreren Wörtern derselben Wortfamilie, zum Beispiel in ''genügen'', ''begnügen'', ''vergnügen'', ''genügend'' und ''Genügsamkeit''.
 
Wenn wir beim Wort ''begnügen'' eine Zusammensetzung der Morpheme ''be-''+''ge-''+''nüg'' betrachten, dann kommt das Morphem ''nüg'' (und ohne Umlaut ''nug'') nicht isoliert und nur in der Bildung mit dem Präfix ''ge-'' vor. Demnach wäre das Morphem ''nüg'' bzw. ''nug'' unikal.
 
Betrachten wir hingegen ''begnügen'' als Zusammensetzung der Morpheme ''be-''+''gnüg'', dann kommt das Morphem ''gnüg'' nicht isoliert aber auch in der Wortbildung ''vergnügen'' vor, von der es viele weitere Wortbildungen gibt. Demnach ist das Morphem ''gnüg'' nicht unikal.
 
Betrechtet man die etymologische Entwicklung so ist das Grundverb ''nügen'' (ahd. nuegen, mhd. nuegen) spätestens seit dem 19. Jh. nicht mehr gebräuchlich und muss als ausgestorben getrachtet werden. Das ''g'' im Verb ''begnügen'' ist eine Verschmelzung (sh. [https://de.wikipedia.org/wiki/Kofferwort Kontamination]) (sh. mhd. ''begenüegen''). Demnach ist ''g'' in ''begnügen'' eine Allomorph zum Präfix ''ge-''. Das Verb ''begnügen'' muss daher als Zusammensetzung der Morpheme ''be-''+''ge-''+''nüg'' betrachtet werden und ''nüg'' (beziehungsweise ''nung'') ist demnach unikal, da es im heutigen Sprachgebrauch nur zusammen mit dem Präfix ''ge-'' vorkommt.
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem ''dunn(e)'' ist daher<span style="color:green"> '''ein unikales Morphem'''</span>.
|Das Morphem ''nüg'' ist daher <span style="color:green">'''ein unikales Morphem'''</span>.
|-
|-
|}
|}


[[#top | Seitenanfang]]<br>
[[#top |Seitenanfang]]<br>


==Belege/Quellen==
==Belege/Quellen==


[https://www.dwds.de/wb/dunnemals DWDS],
[https://www.dwds.de/wb/begnügen DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/begnügen Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier insbesondere: [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=B01062#0 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=B01156#0 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=B02587#0 Grimm-1, [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=B01497#0 Grumm-2]]), [https://www.zdl.org/?q=begnügen ZDL]; [https://www.duden.de/rechtschreibung/begnuegen Duden-online] (nicht werbefrei)
[https://de.wiktionary.org/wiki/dunnemals Wiktionary],
[https://www.woerterbuchnetz.de/#0 Wörterbuchnetz],
[https://www.zdl.org/?q=dunnemals ZDL]


[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]


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{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[dunnemals|'''zurück zur Wortgeschichte ''dunnemals''''']]
|[[begnügen|'''zurück zur Wortgeschichte ''begnügen''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
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=Eberesche=
 
=vergnügen=
<div style="font-size:1.2em">
Wer sich vergnügt, hat Spaß, freut sich oder verbringt eine schöne Zeit.
</div>
__TOC__
__TOC__


== Wortherkunft ==
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|-
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|In dem Wort ''vergnügen'' steckt das Wort ''genug''. Im Mittelalter hatte das Wort ''genuoc'' die Bedeutung ''es reicht'', ''es ist ausreichend'' oder ''es stellt zufrieden''. Aus ''genuoc'' entwickelten sich die Wörter ''genügen'' und ''vergenügen''. Die Vorsilbe ''ge-'' wurde später auf den Buchstaben ''g'' verkürzt. So entstand das heutige Verb ''vergnügen''.
Ähnlich entwickelte sich auch das Wort ''begnügen''. Es hieß früher ''begenügen''.
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
| Der erste Teil des Wortes (''eber'') hat seinen Namen von der Farbe der Blätter und Früchte. Das alte (gallische) Wort ''eburo'' bedeutete ''rötlich braun''.
|Das ist interessant. Aus ''zufriedenstellen'' (''genug'') wurde zunächst ''zufrieden sein'' (''vergenügen''). Daraus entwickelte sich die Bedeutung ''fröhlich sein'' und schließlich unsere heutige Bedeutung ''Spaß haben'' oder ''sich freuen''. So kann sich die Bedeutung eines Wortes im Laufe der Zeit Schritt für Schritt verändern.
Die Blätter der ''Eberesche'' ähneln den Blättern einer ''Esche.'' Daher stammt der zweite Teil des Wortes. Beide Bäume haben außer dem Namen sonst keine Gemeinsamkeiten.
|-
|-
|
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|Die rohen Beeren der ''Eberesche'' sind für Menschen zwar nicht giftig, können aber durch ihren bitteren Geschmack Bauchschmerzen verursachen. Wenn sie aber gekocht werden, dann verlieren sie ihre Bitterkeit.
|englisch: ''to amuse'', ''to enjoy oneself''<br>
Die Beeren der Eberesche werden von vielen Vogelarten als Nahrung geschätzt. Daher wird dieser Baum auch ''Vogelbeere'' genannt.
französisch: ''s'amuser''<br>
spanisch: ''divertirse''
|-
|-
|
|}
|Die folgenden Bilder zeigen links eine Allee mit Ebereschen.  Hier kannst du schön die rötlich braune Farbe der Blätter erkennen. Danach ist der Baum im ersten Wortteil benannt: eber = rötlich braun. Daneben siehst du die Blätter und Früchte der  Eberesche. Im Vergleich siehst du auf dem Bild daneben die Blätter einer Esche. Die Blätter der beiden Bäume sind sehr ähnlich. Daran kannst du erkennen, warum die Leute früher den zweiten Teil des Namens nach der Esche genannt haben.
|-
|
|
<gallery mode="nolines" perrow="4" widths="200px">
file:20260212_Vogelbeere_allee.jpg|Eberesche Baum-Allee
file:20260212_Werne-12-07-08_126a.jpg|Eberesche Blatt, Früchte
file:20260212_Fraxinus-excelsior-male-leaves.jpg|Esche Blatt
file:20260212_20121021Esche_Hockenheim.jpg|Esche im Herbst
</gallery>
|-
|
|Wenn du mehr über die ''Eberesche'' wissen möchtest, dann findest du auf der [[Info - Eberesche| Infoseite]] weitere Hinweise.
|-
|}


== Hinweise zum Wort ''Eberesche'' ==
==Hinweise zum Wort ''vergnügen''==
{|style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| Laubbaum mit rötlich braunen Früchten
|a) Freude bereiten<br>
|-style="vertical-align:top;"
b) Spaß haben<br>
c) sich amüsieren
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|'''Beispielsatz:'''
| ''Die Eberesche ist ein anderer Name für die Vogelbeere.''
|''Die Kinder vergnügten sich den ganzen Nachmittag im Schwimmbad.''
|-style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortinfo:'''
| '''Wortart:''' Nomen
|'''Wortart:''' Verb
'''Worttrennung:''' Eber-esche
 
'''Worttrennung:''' ver·gnü·gen


'''Aussprache:''' [ˈeːbɐˌʔɛʃə]
'''Aussprache:''' [fɛɐ̯ˈɡnyːɡn̩]
|-
|-
|}
|}
==Wortformen==
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em"> In allen vier Fällen ist die Endung für die Einzahl (Singular) ''e'' und für die Mehrzahl (Plural) ''en'':</div>
<div style="font-size:1.2em">
{|class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size: 1.2em"
Das Wort ''vergnügen'' wird heute meist reflexiv gebraucht: ''sich vergnügen''.
!style="width: 14%"|
</div>
!style="width: 20%"|
 
!style="width: 33%"|Singular
{| class="wikitable" style="width: 90%; vertical-align:top; font-size: 1.2em; margin:auto"
!style="width: 33%"|Plural
| colspan="2" |
!Gegenwart
(Präsens)
!1. Vergangenheit
(Präteritum)
!2. Vergangenheit
(Perfekt)
|-
|-
!style="width: 14%;text-align:left"|1. Fall
! rowspan="3" style="width:12%" |Einzahl
!style="width: 20%"|Nominativ
(Singular)
|die Eberesch'''<u>e</u>'''
! style="width: 13%" |1. Person
|die Eberesch'''<u>en</u>'''
| style="width: 22%" |ich vergnüge mich
| style="width: 25%" |ich vergnügte mich
| style="width: 28%" |ich habe mich vergnügt
|-
!2. Person
|du vergnügst dich
|du vergnügtest dich
|du hast dich vergnügt
|-
!3. Person
|er/sie/es vergnügt sich
|er/sie/es vergnügte sich
|er/sie/es hat sich vergnügt
|-
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
! rowspan="3" |Mehrzahl
!Genitiv
(Plural)
|der Eberesch'''<u>e</u>'''
!1. Person
|der Eberesch'''<u>en</u>'''
|wir vergnügen uns
|wir vergnügten uns
|wir haben uns vergnügt
|-
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
!2. Person
!Dativ
|ihr vergnügt euch
|der Eberesch'''<u>e</u>'''
|ihr vergnügtet euch
|den Eberesch'''<u>en</u>'''
|ihr habt euch vergnügt
|-
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
!3. Person
!Akkusativ
|sie vergnügen sich
|die Eberesch'''<u>e</u>'''
|sie vergnügten sich
|die Eberesch'''<u>en</u>'''
|sie haben sich vergnügt
|-
|-
|}
|}
Zeile 5.823: Zeile 5.008:
----
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{| style="width: 100%; text-align:center;"  
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
| [[Info - Eberesche|'''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Eberesche''''']]
|[[Info - vergnügen| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''vergnügen''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
__INDEX__


=Info - Eberesche=
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=Info - vergnügen=
{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Eberesche|'''zurück zur Wortgeschichte ''Eberesche''''']]
|[[vergnügen|'''zurück zur Wortgeschichte ''vergnügen''''']]
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|}
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<div style="font-size:1.2em">
Das Verb ''vergnügen'' gehört zur Wortfamilie von ''genug'' und ''genügen''. Seine heutige Bedeutung ''Spaß haben'' entwickelte sich aus der älteren Bedeutung ''zufrieden sein''.
</div>


== Weiterführende Informationen zum Wort ''Eberesche'' ==
__TOC__
{|style="width: 100%; vertical-align:top;"
 
|style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Entstehung:'''
==Weiterführende Informationen zum Wort ''vergnügen''==
| ie. *erb(h)-, *reb(h)- = dunkelrötlich, bräunlich; air. ibar = Eibe; <abbr>ahd.</abbr> asc, <abbr>mhd.</abbr> asch = Esche; <abbr>frühnhd.</abbr> eberboum, eberasch, hd. Eberesche
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
|-style="vertical-align:top;"
| style="width: 12%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|ie. *(e)nek̑- = erreichen, erlangen
⇒ germ. *ga-nōga- = ausreichend sein, genügen
 
:⇒ genug: 8. Jh. ahd. ''ginuog'', ''ginuogi'', mhd. ''genuoc'' = ausreichend
::⇒ mhd. ''vernüegen'', frühnhd. ''vernügen'' = zufrieden stellen, Genugtuung leisten
:::⇒ parallel hierzu frühnhd. ''vergenügen''
::::⇒ ab dem 17. Jh. Verschmelzung des Präfixes ''ge-'' zu ''g'' = ''vergnügen''
 
'''Bedeutungswandel:'''
 
:⇒ zunächst ''jemanden zufrieden stellen'', ''befriedigen'', ''entschädigen'', ''eine Schuld begleichen''
::⇒ später ''innere Zufriedenheit empfinden''
:::⇒ ''fröhlich stimmen'', ''erheitern''
::::⇒ heute meist: ''Spaß haben'', ''sich amüsieren'', ''sich freuen''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|'''Wortbildungen:'''
| -
|Vergnügen, Vergnügungspark, Vergnügungsreise, Vergnügungssteuer, Vergnügungssucht, Freizeitvergnügen
|-style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|'''Ableitungen:'''
| -
|vergnügt, vergnüglich, Vergnügen, vergnügungssüchtig
 
|- style="vertical-align:top;"
|-style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|'''Interessantes:'''
| Wenn du mehr über die Eberesche erfahren möchtest, so findest du leicht verständliche Beschreibung auf folgenden Internetseiten:[https://botanikus.de/informatives/giftpflanzen/alle-giftpflanzen/eberesche Botanikus], [https://www.oekolandbau.de/umwelt-und-gesellschaft/biodiversitaet/vielfalt-der-wildtiere-und-pflanzen/wir-stellen-vor-die-wildpflanze-des-monats/pflanze-des-monats-januar-2022-eberesche/ Ökolandbau], [https://nabu-leverkusen.de/natur-in-leverkusen/pflanzen/baeume/eberesche/ NABU]  
|Das heutige Nomen ''Vergnügen'' wird sehr häufig gebraucht. Das Verb ''vergnügen'' dagegen erscheint heute meist in der reflexiven Form ''sich vergnügen''.
|- style="vertical-align:top;"
|
|Die Verkürzung des Präfixes ''ge-'' zu ''g-'' finden wir auch in einigen wenigen weiteren Grundwörtern:
:begnügen – mhd. ''begenüegen''
:eignen – mhd. ''geeigenen''
:Gnade – mhd. ''genāde''
:leugnen – mhd. ''lougenen''
:vergnügen – frühnhd. ''vergenügen''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Vergnügen oder Freude'''
|Nicht nur für Psychologen interessant: [https://de.wikipedia.org/wiki/Erich_Fromm Erich Fromm] unterscheidet zwischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Freude#Vergn%C3%BCgen ''Vergnügen''] als kurzzeitiges Hochgefühl und [https://de.wikipedia.org/wiki/Freude ''Freude''] als ein Gefühl auf dem Weg zur Selbstverwirklichung. Beides kennzeichnet ein Lebensprinzip. ''Freude'' als langfristiges Lebensprinzip (Selbstverwirklichung) und ''Vergnügen'' als kurzfristiges Lebensprinzip (Kennzeichen der Konsumgesellschaft).
|-
|-
|
|Die Schutzgemeinschaft deutscher Wald (SDW) benennt jedes Jahr einen Baum zum ''Baum des Jahres''. Viele Bilder und eine umfangreiche Beschreibung findest du auf der Internetseite der Schutzgemeinschaft deutscher Wald: [https://www.sdw.de/fileadmin/Bundesverband/01_Dateien/Baum_des_Jahres/1997_Baum_des_Jahres_Eberesche.pdf Baum des Jahres 1997: die Eberesche].
|}
|}


== Unikales Morphem ? ==
== Wörterliste ==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
Das Nomen ''Vergnügen'' als Letztglied ist in Wortbildungen sehr produktiv. Im Prinzip kann vieles zu einem ''Vergnügen'' führen. Das ''baden'' zum ''Badevergnügen'', ''Ferien'' zu ''Ferienvergnügen'', ''fahren'' zu ''Fahrvergnügen'', ''Autofahren'' zu ''Autofahrvergnügen'',  ''Autorennen'' zu ''Autorennvergnügen'', ''Radfahren'' zu ''Radfahrvergnügen'', zu ''Mountainbikevergnügen'', zu ''Rennradvergnügen'', zu ''Radrennvergnügen'' usw. usf. All diese Wörter wirst du in keinem Wörterbuch finden.
| colspan="2" | Das Morphem ''eber'' kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert sondern nur in Verbindung mit ''Esche'' vor. Ein etymologischer Zusammenhang zum gleichlautenden Morphem ''Eber'' (= männliches Schwein, ahd. ebur, <abbr>mhd.</abbr> eber) besteht nicht.
 
Zur Nomenbildung ''Vergnügung'' gibt es deutlich weniger Wortbildungen. Es ist nicht sehr produktiv. ''Vergnügung'' steht in Wortbildungen (von sehr wenigen Ausnahmen abgesehen) als Erstglied.
 
Die folgende Tabelle enthält viele Wortbildungen mit ''Vergnügen'' als Erst- oder Letztglied.
 
{| class="wikitable mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 100%; vertical-align:top"
|+Wortbildungen zum Grundwort [https://www.dwds.de/wb/vergnügen vergnügen]
|-
! colspan="2" |[https://www.dwds.de/wb/Vergnügen Vergnügen]
|-
! style="width: 12%;vertical-align:top;text-align:left" |Letzglied
|[https://www.dwds.de/wb/Abendvergnügen Abendvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Badevergnügen Badevergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Ballvergnügen Ballvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Einkaufsvergnügen Einkaufsvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Eisvergnügen Eisvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Fahrvergnügen Fahrvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Feierabendvergnügen Feierabendvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Ferienvergnügen Ferienvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Fernsehvergnügen Fernsehvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Filmvergnügen Filmvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Freiluftvergnügen Freiluftvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Freizeitvergnügen Freizeitvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Gaumenvergnügen Gaumenvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Grillvergnügen Grillvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Hauptvergnügen Hauptvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Hörvergnügen Hörvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Jagdvergnügen Jagdvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Kindervergnügen Kindervergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Kinovergnügen Kinovergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Lesevergnügen Lesevergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Massenvergnügen Massenvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Missvergnügen Missvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Pistenvergnügen Pistenvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Privatvergnügen Privatvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Schneevergnügen Schneevergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Schwimmvergnügen Schwimmvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Sehvergnügen Sehvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Skivergnügen Skivergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Sommervergnügen Sommervergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Sonntagsvergnügen Sonntagsvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Spaßvergnügen Spaßvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Spielvergnügen Spielvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Tanzvergnügen Tanzvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Theatervergnügen Theatervergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Urlaubsvergnügen Urlaubsvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Volksvergnügen Volksvergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Wintervergnügen Wintervergnügen], [https://www.dwds.de/wb/Wochenendvergnügen Wochenendvergnügen]
|-
! colspan="2" |[https://www.dwds.de/wb/Vergnügung Vergnügung]
|-
! style="vertical-align:top;text-align:left" |Erstglied
|[https://www.dwds.de/wb/Freizeitvergnügung Freizeitvergnügung], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsangebot Vergnügungsangebot], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsanlage Vergnügungsanlage], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsausflug Vergnügungsausflug], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsausschuss Vergnügungsausschuss], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsbetrieb Vergnügungsbetrieb], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsdampfer Vergnügungsdampfer], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsetablissement Vergnügungsetablissement], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsfahrt Vergnügungsfahrt], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsindustrie Vergnügungsindustrie], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungskommission Vergnügungskommission], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungslokal Vergnügungslokal], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsmeile Vergnügungsmeile], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsmöglichkeit Vergnügungsmöglichkeit], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungspalast Vergnügungspalast], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungspark Vergnügungspark], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsreise Vergnügungsreise], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsreisende Vergnügungsreisende], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsschiff Vergnügungsschiff], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsstätte Vergnügungsstätte], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungssteuer Vergnügungssteuer], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungssucht Vergnügungssucht], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungssüchtige Vergnügungssüchtige], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungstempel Vergnügungstempel], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungsviertel Vergnügungsviertel], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungswart Vergnügungswart], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungswartin Vergnügungswartin], [https://www.dwds.de/wb/Vergnügungszentrum Vergnügungszentrum], [https://www.dwds.de/wb/Volksvergnügung Volksvergnügung]
|-
! colspan="2" |''Adjektive''
|-
! style="vertical-align:top;text-align:left" |[https://www.dwds.de/wb/vergnügt -vergnügt]
|[https://www.dwds.de/wb/missvergnügt missvergnügt], [https://www.dwds.de/wb/quietschvergnügt quietschvergnügt], [https://www.dwds.de/wb/seelenvergnügt seelenvergnügt], [https://www.dwds.de/wb/stillvergnügt stillvergnügt]; ([https://www.dwds.de/wb/Vergnügtheit Vergnügtheit])
|-
! style="vertical-align:top;text-align:left" |vergnügung-
|[https://www.dwds.de/wb/vergnügenshalber vergnügenshalber], [https://www.dwds.de/wb/vergnügungslustig vergnügungslustig], [https://www.dwds.de/wb/vergnügungssteuerpflichtig vergnügungssteuerpflichtig], [https://www.dwds.de/wb/vergnügungssüchtig vergnügungssüchtig], [https://www.dwds.de/wb/vergnügungswillig vergnügungswillig]
|-
|-
|style="width: 3%;text-align:left;"|[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
! style="vertical-align:top;text-align:left" |sonstige
|Das Morphem ''eber'' ist in dieser Bedeutung <span style="color:green">'''ein unikales Morphem'''</span>.
|[https://www.dwds.de/wb/vergnüglich vergnüglich] ([https://www.dwds.de/wb/Vergnüglichkeit Vergnüglichkeit]), [https://www.dwds.de/wb/vergnügsam vergnügsam]
|-
|-
|}
|}


[[#top | Seitenanfang]]</br>
==Unikales Morphem ?==
== Belege/Quellen ==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''nüg'' kommt im heutigen Deutsch nicht frei vor. Es erscheint aber in mehreren Wörtern derselben Wortfamilie, zum Beispiel in ''genügen'', ''begnügen'', ''vergnügen'', ''genügend'' und ''Genügsamkeit''.


[https://www.dwds.de/wb/Eberesche DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Eberesche Wiktionary], [https://www.owid.de/suche/wort?wort=Eberesche OWID], [https://www.zdl.org/?q=Eberesche ZDL] sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: [https://www.duden.de/rechtschreibung/Eberesche Duden Online-Wörterbuch], [https://www.wissen.de/search/all?keyword=Eberesche wissen.de], [https://www.wortbedeutung.info/Eberesche Wortbedeutung.info]
Wenn wir beim Wort ''vergnügen'' eine Zusammensetzung der Morpheme ''ver-''+''ge-''+''nüg'' betrachten, dann kommt das Morphem ''nüg'' (und ohne Umlaut ''nug'') nicht isoliert und nur in der Bildung mit dem Präfix ''ge-'' vor. Demnach wäre das Morphem ''nüg'' bzw. ''nug'' unikal.


'''Abbildungen:''' Wikipedia: [https://de.wikipedia.org/wiki/Vogelbeere Eberesche]: 1 a) [https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4407020 Von Mbdortmund - Eigenes Werk, GFDL 1.2], 1 b) [https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=28748507 Von Straktur - Eigenes Werk, CC BY 3.0], Wikipedia: [https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeine_Esche Esche]: 2 a) [https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=22300978 Von AnRo0002 - Eigenes Werk, CC0],  2 b) [https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=232790 CC BY-SA 3.0]
Betrachten wir hingegen ''begnügen'' als Zusammensetzung der Morpheme ''be-''+''gnüg'', dann kommt das Morphem ''gnüg'' nicht isoliert aber auch in der Wortbildung ''begnügen'' vor, von der es weitere Wortbildungen gibt. Demnach ist das Morphem ''gnüg'' nicht unikal.


[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
Betrechtet man die etymologische Entwicklung so ist das Grundverb ''nügen'' (ahd. nuegen, mhd. nuegen) spätestens seit dem 19. Jh. nicht mehr gebräuchlich und muss als ausgestorben betrachtet werden. Das ''g'' im Verb ''vergnügen'' ist eine Verschmelzung (sh. [https://de.wikipedia.org/wiki/Kofferwort Kontamination]) (sh. frühnhd. ''vergenüegen''). Demnach ist ''g'' in ''vergnügen'' eine Allomorph zum Präfix ''ge-''. Das Verb ''vergnügen'' muss daher als Zusammensetzung der Morpheme ''be-''+''ge-''+''nüg'' betrachtet werden und ''nüg'' (beziehungsweise ''nung'') ist demnach unikal, da es im heutigen Sprachgebrauch nur zusammen mit dem Präfix ''ge-'' vorkommt.
 
|-
<br>
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
----
|Das Morphem ''nüg'' ist daher <span style="color:green">'''ein unikales Morphem'''</span>.
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Eberesche|'''zurück zur Wortgeschichte ''Eberesche''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
----
 
=Eierschecke=
__TOC__
 
== Wortherkunft ==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| rowspan="2" style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
| Aus Eiern, Quark, Rosinen und Mandelsplittern bestehende Überzugmasse für einen Blechkuchen. In manchen Gegenden werden auch Äpfel, Quark und Mohn verwendet. Der Ursprung des Grundwortes ist unklar.
|-
|
|-
|}
 
== Hinweise zum Wort ''Eierschecke'' ==
{|style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| Die Eierschecke ist eine Kuchenspezialität. Diese kommt ursprünglich aus Sachsen und Thüringen.
|-style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
| ''Ich mag vor allem die Dresdener Eierschecke.''
|-style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
| '''Wortart:''' Nomen
'''Worttrennung:''' Ei-er-sche-cke
 
'''Aussprache:''' [ˈaɪ̯ɐˈʃɛkə]
|-
|}
 
== Wortformen ==
<div style="font-size:1.2em"> In fast allen vier Fällen wird in der Einzahl (Singular) das Grundwort ''Eierschecke'' und in der Mehrzahl (Plural) ''Eierschecken'' verwendet.</div>
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size: 1.2em"
! style="width: 14%" |
! style="width: 20%" |
! style="width: 33%" |Singular
! style="width: 33%" |Plural
|-
! style="width: 14%;text-align:left" |1. Fall
! style="width: 20%" |Nominativ
|die Eierschecke
|die Eierschecke'''<u>n</u>'''
|-
! style="text-align:left" |2. Fall
!Genitiv
|der Eierschecke
|der Eierschecke'''<u>n</u>'''
|-
! style="text-align:left" |3. Fall
!Dativ
|der Eierschecke
|den Eierschecke'''<u>n</u>'''
|-
! style="text-align:left" |4. Fall
!Akkusativ
|die Eierschecke
|die Eierschecke'''<u>n</u>'''
|-
|}
 
<br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
| '''[[Info - Eierschecke|Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Eierschecke'']]'''
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
= Info - Eierschecke =
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|'''[[Eierschecke|zurück zur Wortgeschichte ''Eierschecke'']]'''
|}
----
 
__TOC__
== Weiterführende Informationen zum Wort ''Eierschecke'' ==
{|style="width: 100%; vertical-align:top;"
|style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Entstehung:'''
| '''Schecke:''' ahd. schecho, mhd. schëcke, schëgge - ''eng anschliessender durchsteppter leibrock, der auch als panzer gebraucht wurde'' (sh. [[Eierschecke#Belege/Quellen|Quelle]]). Eierschecke: Im 14. Jh. war ''Schecke'' die Bezeichnung für einen Männerrock, der an der Taille mit einem breiten Gürtel eng geschnürt wurde. Diese Dreiteilung des Rocks war vermutlich Namensgeber für das Wort Eierschecke (sh. [https://de.wikipedia.org/wiki/Eierschecke Quelle]).
|-style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
| -
|-style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
| -
 
|-style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
| Kochrezepte (nicht werbefrei): [https://eierschecken.de/ Die Eierschecke], [https://www.ddr-rezepte.de/suess/dresdner-eierschecke/ Dresdener Eierschecke], [https://de.wikibooks.org/wiki/Kochbuch/_Freiberger_Eierschecke Freiberger Eierschecke],
|}
 
== Unikales Morphem ? ==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" | Das Morphem ''scheck(e)'' kommt in dieser Bedeutung im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und auch in keinen anderen Wortbildungen vor.
|-
|style="width: 3%;text-align:left;"|[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem ''scheck(e)'' ist daher<span style="color:green"> '''ein unikales Morphem'''</span>.
|-
|}
 
[[#top | Seitenanfang]]</br>
== Belege/Quellen ==
 
[https://www.dwds.de/wb/Eierschecke DWDS], [https://www.owid.de/suche/wort?wort=Eierschecke OWID], [https://www.zdl.org/?q=Eierschecke ZDL] sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: [https://www.duden.de/rechtschreibung/Eierschecke Duden Online-Wörterbuch], [https://www.wissen.de/search/all?keyword=Eierschecke wissen.de], [https://www.wortbedeutung.info/Eierschecke Wortbedeutung.info]
 
'''Entstehung:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Eierschecke Wikipedia], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=BMZ&lemid=S00990 Mittelhochdeutsches Wörterbuch] (BMZ), [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Lexer&lemid=S01227#0 Mittelhochdeutsches Handwörterbuch] (Lexer),
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
<br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|'''[[Eierschecke|zurück zur Wortgeschichte ''Eierschecke'']]'''
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
----
=Elfenbein=
__TOC__
 
== Wortherkunft ==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| rowspan="2" style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
| Aus dem althochdeutschen Wort für ''helfant'' (= Elefant) entwickelte sich schon früh das Wort ''helfenbein''. Das althochdeutsche Wort bein hatte früher auch die Bedeutung Knochen. Das ''helfenbein'' war also ein ''Knochen des Elefanten''.
|-
|
|-
|}
 
== Hinweise zum Wort ''Elfenbein'' ==
{|style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| Material von Tierzähnen, Stoßzähne vor allem von Elefanten, Mammut und Walen
|-style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
| ''Die Stoßzähne der Elefanten sind aus Elfenbein.''
|-style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
| '''Wortart:''' Nomen
'''Worttrennung:''' El-fen-bein
 
'''Aussprache:''' [ˈɛlfn̩ˌbaɪ̯n]
|-
|}
== Wortformen ==
<div style="font-size:1.2em"> In fast allen vier Fällen wird das Grundwort ''Elfenbein'' verwendet. Im 2. und 3. Fall Einzahl (Genetiv, Singular) gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten. In der Mehrzahl (Plural) wird ein ''e'' an das Grundwort angehängt. Im 3. Fall Mehrzahl (Dativ, Plural) wird ''n'' ergänzt.:</div>
{| class="wikitable" style="width: 75%; vertical-align:top;margin:auto; font-size: 1.2em"
! style="width: 12%" |
! style="width: 15%" |
! style="width: 40%" |Singular
! style="width: 33%" |Plural
|-
! style="width: 14%;text-align:left" |1. Fall
! style="width: 20%" |Nominativ
|das Elfenbein
|die Elfenbein'''e'''
|-
! style="text-align:left" |2. Fall
!Genitiv
|des Elfenbein'''s''', des Elfenbein'''es'''
|der Elfenbein'''e'''
|-
! style="text-align:left" |3. Fall
!Dativ
|dem Elfenbein, dem Elfenbein'''e'''
|den Elfenbein'''en'''
|-
! style="text-align:left" |4. Fall
!Akkusativ
|das Elfenbein
|die Elfenbein'''e'''
|-
|}
 
{| style="width: 100%; text-align:center;"
| '''[[Info - Elfenbein|Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Elfenbein'']]'''
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
= Info - Elfenbein =
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|'''[[Elfenbein|zurück zur Wortgeschichte ''Elfenbein'']]'''
|}
----
== Weiterführende Informationen zum Wort ''Elfenbein'' ==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
|-
|style="text-align:left;vertical-align:top" |'''Entstehung:'''
| '''Elefant:''' griech. ἐλέφας (eléphās) > ahd. helfant; ahd. helfantbein = Elefantenknochen, Elfenbein, mhd. helfenbein; ab 16. Jh. auch ''elfenbein'' (in Angleichung an  griech. und lat. ohne ''h'')
|-
|style="text-align:left;vertical-align:top" |'''Wortbildungen:'''
[https://de.wiktionary.org/wiki/Elfenbein Elfenbein]:
|'''Adjektive:''' [https://www.dwds.de/wb/elfenbeinartig?o=Elfenbeinartig elfenbeinartig], [https://de.wiktionary.org/wiki/elfenbeinern elfenbeinern], [https://de.wiktionary.org/wiki/elfenbeinfarben elfenbeinfarben]
'''Nomen:''' [https://www.dwds.de/wb/Elfenbeinarbeit Elfenbeinarbeit], [https://de.wiktionary.org/wiki/Elfenbeinbüste Elfenbeinbüste], [https://de.wiktionary.org/wiki/Elfenbeinexport Elfenbeinexport], [https://www.dwds.de/wb/Elfenbeinfächer Elfenbeinfächer], [https://www.dwds.de/wb/Elfenbeinfarbe Elfenbeinfarbe], [https://de.wiktionary.org/wiki/Elfenbeinfigur Elfenbeinfigur], [https://www.dwds.de/wb/Elfenbeingegenstand Elfenbeingegenstand], [https://de.wiktionary.org/wiki/Elfenbeingriff Elfenbeingriff], [https://www.dwds.de/wb/Elfenbeinhandel Elfenbeinhandel], [https://www.dwds.de/wb/Elfenbeinhändler Elfenbeinhändler], [https://www.dwds.de/wb/Elfenbeinimitation Elfenbeinimitation], [https://de.wiktionary.org/wiki/Elfenbeinjäger Elfenbeinjäger], [https://www.dwds.de/wb/Elfenbeinkamm Elfenbeinkamm], [https://www.dwds.de/wb/Elfenbeinkästchen Elfenbeinkästchen], [https://www.dwds.de/wb/Elfenbeinknopf Elfenbeinknopf], [https://de.wiktionary.org/wiki/Elfenbeinkopf Elfenbeinkopf], [https://de.wiktionary.org/wiki/Elfenbeinkugel Elfenbeinkugel],[https://de.wiktionary.org/wiki/Elfenbeinlöffel Elfenbeinlöffel],[https://de.wiktionary.org/wiki/Elfenbeinpalast Elfenbeinpalast], [https://www.dwds.de/wb/Elfenbeinporzellan Elfenbeinporzellan], [https://www.dwds.de/wb/Elfenbeinschnitzerei Elfenbeinschnitzerei],  [https://de.wiktionary.org/wiki/Elfenbeinthron Elfenbeinthron], [https://de.wiktionary.org/wiki/Elfenbeinturm Elfenbeinturm] (Redensart), [https://www.dwds.de/wb/Elfenbeinturm Elfenbeinturm] , [https://de.wiktionary.org/wiki/Mammutelfenbein Mammutelfenbein], ...
|-
|style="text-align:left;vertical-align:top" |'''Namen:'''
|Länder: [https://de.wikipedia.org/wiki/Elfenbeink%C3%BCste Elfenbeinküste] (Land in Afrika)
Pflanzen: [https://de.wikipedia.org/wiki/Elfenbein-Mannstreu Elfenbein-Mannstreu] (Pflanze), [https://de.wikipedia.org/wiki/Elfenbein-R%C3%B6hrling Elfenbeinröhrling] (Pilzart), [https://de.wikipedia.org/wiki/Elfenbein-Schneckling Elfenbeinschneckling] (Pilzart),
 
Tiere: [https://de.wikipedia.org/wiki/Elfenbein-Federlibelle Elfenbein-Federlibelle] (Libellenart), [https://de.wikipedia.org/wiki/Elfenbein-Flechtenb%C3%A4rchen Elfenbein-Flechtenbärchen] (Schmetterling), [https://de.wikipedia.org/wiki/Elfenbeinm%C3%B6we Elfenbeinmöwe] (Mövenart), [https://de.wikipedia.org/wiki/Elfenbeinspecht Elfenbeinspecht] (Vogelart), ...
|-
|style="text-align:left;vertical-align:top" |'''sonstiges:'''
|[https://de.wikipedia.org/wiki/Elfenbeinturm Elfenbeinturm] (Metapher), Elfenbeinmuseum in [https://www.schloesser-hessen.de/de/schloss-erbach/elfenbeinmuseum Schloss Erbach]
|-
|style="text-align:left;vertical-align:top" |'''Ableitungen:'''
| -
|-
|style="text-align:left;vertical-align:top" |'''Interessantes:'''
| Interessante Artikel für Kinder findest du im Klexikon ([https://klexikon.zum.de/wiki/Elefanten Elefant], [https://klexikon.zum.de/wiki/Elfenbein Elfenbein]) und im Mini-Klexikon ([https://miniklexikon.zum.de/wiki/Elefanten Elefant], [https://miniklexikon.zum.de/wiki/Elfenbein Elfenbein]). eine interessante Sendung für Kinder über Elefanten, Elfenbein und Elfenbeinschmuggel findest du in der Sendereihe [https://www.kika.de/loewenzahn/videos/suedafrika-elefanten-zwei-100 Löwenzahn].
|}
 
== Unikales Morphem ? ==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" | Das Morphem ''elfen'' kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert vor. Wortbildungen sind nur zusammen mit dem Nomen ''bein'' bekannt. Einen etymologischen Zusammenhang des Wortes mit dem Zahlwort ''elf'' oder ''den'' ''Elfen'' (Fabelwesen) gibt es nicht.
|-
|style="width: 3%;text-align:left;"|[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem ''elfen'' ist daher<span style="color:green"> '''ein unikales Morphem'''</span>.
|-
|}
 
[[#top | Seitenanfang]]</br>
== Belege/Quellen ==
 
[https://www.dwds.de/wb/Elfenbein DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Elfenbein Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de/#0 Wörterbuchnetz] (versch. Wörterbücher, vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=E01152 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=E01616 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=E03854 Grimm]), [https://www.owid.de/suche/wort?wort=Elfenbein OWID], [https://www.zdl.org/?q=Elfenbein ZDL] sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: [https://www.duden.de/rechtschreibung/Elfenbein Duden Online-Wörterbuch], [https://www.wissen.de/search/all?keyword=Elfenbein wissen.de], [https://www.wortbedeutung.info/Elfenbein Wortbedeutung.info]
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
<br>
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
|'''[[Elfenbein|zurück zur Wortgeschichte ''Elfenbein'']]'''
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
----
=emsig=
<nowiki>{{DISPLAYTITLE:emsig}}</nowiki>
 
----
__TOC__
== Wortherkunft ==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| rowspan="2" style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
| Aus dem alten Adjektiv ''emiʒ'' (= fortwährend, ständig, immer) entwickelte sich schon im frühen Mittelalter die Adjektivform mit der Nachsilbe (Suffix) -''ig'', zunächst ''emiʒʒig'', später  ''emʒic''. in der Bedeutung ''häufig, eifrig''.
|-
| Das Wort kommt nur im deutschsprachigen Raum vor.
|-
|}
== Hinweise zum Wort ''emsig'' ==
{|style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| ausdauernd, mit großem Eifer und fleiß arbeiten; unermüdlich, tüchtig
|-style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
| ''Die Bienen sammeln emsig Pollen und fliegen von Blüte zu Blüte.''
|-style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
| '''Wortart:''' Adjektiv
'''Worttrennung:''' em-sig
 
'''Aussprache:''' [ˈɛmzɪç]
|-
|}
== Wortformen ==
<div style="font-size:1.2em"> Das Adjektiv ''emsig'' wird regelhaft gesteigert.:</div>
{| class="wikitable" style="width: 50%; vertical-align:top;margin:auto; font-size: 1.2em"
! style="width: 30%" |Grundstufe (Positiv)
! style="width: 30%" |Vergleichsstufe (Komparativ)
! style="width: 40%" |Höchststufe (Superlativ)
|-
|emsig
|emsiger
|am emsigsten
|-
|}
 
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
| '''[[Info - emsig|Weiterführende Informationen zum Grundwort ''emsig'']]'''
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
= Info - emsig =
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|'''[[Emsig|zurück zur Wortgeschichte ''emsig'']]'''
|}
----
__TOC__
== Weiterführende Informationen zum Wort ''emsig'' ==
{|style="width: 100%; vertical-align:top;"
|style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Entstehung:'''
| <abbr>ahd.</abbr> emiʒʒīg, emeʒʒīg, <abbr>mhd.</abbr> emʒec, emʒic = beständig, fortwährend, beharrlich
|-style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
| -
|-style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
| Emsigkeit
|}
 
== Unikales Morphem ? ==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" | Das Morphem ''ems'' im Adjektiv ''emsig'' kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert vor. Von diesem Morphem gibt es nur eine Ableitung/Wortbildung (= ''Emsigkeit''). Die Grundlage ist die Wortbildung ''ems + ig''. Einen etymologischen Zusammenhang mit anderen gleichlautenden Morphemen oder Namen gibt es nicht.
|-
|style="width: 3%;text-align:left;"|[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem ''ems'' ist daher in dieser Bedeutung<span style="color:green"> '''ein unikales Morphem'''</span>.
|-
|}
 
[[#top | Seitenanfang]]</br>
== Belege/Quellen ==
[https://www.dwds.de/wb/emsig DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/emsig Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de/#0 Wörterbuchnetz] (versch. Wörterbücher, vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=E01209 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=E01890 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=E04194 Grimm]), [https://www.owid.de/suche/wort?wort=emsig OWID], [https://www.zdl.org/?q=emsig ZDL] sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: [https://www.duden.de/rechtschreibung/emsig Duden Online-Wörterbuch], [https://www.wissen.de/search/all?keyword=emsig wissen.de], [https://www.wortbedeutung.info/emsig Wortbedeutung.info]
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
<br>
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
|'''[[Emsig|zurück zur Wortgeschichte ''emsig'']]'''
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
----
=Engerling=
__TOC__
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Aus dem althochdeutschen Wort ''angar'' = ''Made, Larve'' wurde später ''enger'' und dann die Verkleinerungsform ''Engerling''.
|-
|}
==Hinweise zum Wort ''Engerling''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|Der ''Engerling'' ist die Larve eines Maikäfert
|
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Die Engerlinge fressen die Wurzeln von unterschiedlichen Pflanzen.''
|-
| style="vertical-align:top;"|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Nomen
'''Worttrennung:''' En-ger-ling, En-ger-lin-ge
 
'''Aussprache:''' [ˈɛŋɐlɪŋ]
|
|-
| rowspan="2" style="vertical-align:top;" |'''Interessantes:'''
| style="vertical-align:top;"|Zu den Maikäfern gibt es eine interessante Seite im [https://klexikon.zum.de/wiki/Maik%C3%A4fer Klexikon]. Dort findest du auch eine Beschreibung der Entwicklung von der Larve (Engerling) bis zum Käfer.
| rowspan="2" style="width:15%; vertical-align:top" |[[file:20260303 Engerling Maikäfer melolontha 08.JPG|right|150px]]
|-
|Die Engerlinge unterscheiden sich von anderen Larven unter anderem durch ihre Form. Sie sehen fast wie der Buchstabe "C" aus.
|-
|}
 
== Wortformen ==
<div style="font-size:1.2em"> In fast allen vier Fällen wird das Grundwort ''Engerling'' verwendet. Im 2. Fall Einzahl (Genetiv, Singular) wird ein ''s'' angehängt. In der Mehrzahl (Plural) wird ein ''e'' angehängt und im 3. Fall Mehrzahl (Dativ, Plural) zusätzlich ein ''n'' ergänzt.:</div>
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size: 1.2em"
! style="width: 14%" |
! style="width: 20%" |
! style="width: 33%" |Singular
! style="width: 33%" |Plural
|-
! style="width: 14%;text-align:left" |1. Fall
! style="width: 20%" |Nominativ
|der Engerling
|die Engerling'''<u>e</u>'''
|-
! style="text-align:left" |2. Fall
!Genitiv
|des Engerling'''<u>s</u>'''
|der Engerling'''<u>e</u>'''
|-
! style="text-align:left" |3. Fall
!Dativ
|dem Engerling
|den Engerling'''<u>en</u>'''
|-
! style="text-align:left" |4. Fall
!Akkusativ
|den Engerling
|die Engerling'''<u>e</u>'''
|-
|}
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
| [[Info - Engerling|'''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Engerling''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
= Info - Engerling =
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|'''[[Engerling|zurück zur Wortgeschichte ''Engerling'']]'''
|}
----
__TOC__
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Engerling''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Entstehung:'''
|<abbr>ie.</abbr> *angu̯(h)- = Schlange, <abbr>ahd.</abbr> angar, <abbr>mhd.</abbr> anger, enger = Enger; bereits im 10. Jh. auch mit dem Suffix -ring und später -ling; <abbr>ahd.</abbr> engiring, engirling, <abbr>mhd.</abbr> engerlinc.
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
| -
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
| -
 
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|Als Engerling wird nicht nur die Larve des Maikäfers genannt. In der Biologie zählen hierzu alle Larven der Familie der [https://de.wikipedia.org/wiki/Scarabaeoidea Scarabaeoidea], also auch die Larven [https://de.wikipedia.org/wiki/Blatthornk%C3%A4fer Blatthornkäfer], [https://de.wikipedia.org/wiki/Erdk%C3%A4fer Erdkäfer], [https://de.wikipedia.org/wiki/Hirschk%C3%A4fer Hirschkäfer], [https://de.wikipedia.org/wiki/Mistk%C3%A4fer Mistkäfer], [https://de.wikipedia.org/wiki/Rosenk%C3%A4fer Rosenkäfer] und weltweit über 35.000 weitere Arten. ([https://de.wikipedia.org/wiki/Scarabaeoidea Quelle]).
|}
 
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''enger'' kommt nicht isoliert vor und hiervon gibt es auch keine Wortbildungen. Die Bezeichnung für die Maikäfer Larven als ''Engerling'' ist nicht verwandt mit dem Adjektiv ''eng''.
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem ''enger'' ist in dieser Bedeutung daher<span style="color:green"> '''ein unikales Morphem'''</span>.
|-
|}
 
[[#top | Seitenanfang]]<br>
==Belege/Quellen==
[https://www.dwds.de/wb/Engerling DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Engerling Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de/#0 Wörterbuchnetz] (versch. Wörterbücher, vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=E01252 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=E02069 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=E04446 Grimm]), [https://www.owid.de/artikel/184464 OWID], [https://www.zdl.org/?q=Engerling ZDL] sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: [https://www.duden.de/rechtschreibung/Engerling Duden Online-Wörterbuch], [https://www.wissen.de/search/all?keyword=Engerling wissen.de], [https://www.wortbedeutung.info/Engerling/ Wortbedeutung.info]
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
<br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|'''[[Engerling|zurück zur Wortgeschichte ''Engerling'']]'''
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
----
=entbehren=
<nowiki>{{DISPLAYTITLE:entbehren}}</nowiki>
entbehrlich, Entbehrung <nowiki>#REDIRECT [[entbehren]]</nowiki>
----
__TOC__
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
| Das mittelhochdeutsche Verb ''enbern'' ist eine Verneinung des untergegangenen Verbs ''beran, bern = tragen.'' Die erste Silbe ''en'' ist die Verneinung. Ursprünglich bedeutete das Wort also ''etwas'' ''nicht tragen'' oder ''etwas nicht bei sich tragen.'' Das, was man ''nicht bei sich tragen'' kann, das braucht man auch nicht. So hat sich aus ''enbern = nicht tragen'' die Bedeutung ''ermangeln'' und ''vermissen'' entwickelt.
|-
| rowspan="2" style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Das untergegangene Verb ''beran'' (''bern'') ist auch noch in anderen Wörtern zu finden, zum Beispiel:
|-
|
*'''''gebären''''', mittelhochdeutsch ''gebern'' = ''zu Ende '''getragen''''', dazu gehört auch das Nomen ''[https://klexikon.zum.de/wiki/Geburt Geburt]''
*'''''Eimer''''', mittelhochdeutsch ''einber'' = ein Behälter, den man mit '''''ein'''er'' Hand '''''tragen''''' kann
*'''''Zuber''', '''zu''' ='' zwei, also ein Behälter, den man mit ''zwei'' Händen '''''tragen''''' muss
|-
|}
==Hinweise zum Wort ''entbehren''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|etwas oder jemanden vermissen
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispiel:'''
|''Ich habe als Kind früher vieles entbehren müssen.''
 
''Ich möchte dich für keinen Tag in meinem Leben entbehren.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Verb
'''Worttrennung:''' ent-beh-ren
 
'''Aussprache:''' [ɛntˈbeːʁən]
|-
|}
 
== Wortformem (Flexion) ==
{| class="wikitable" style="width: 80%; vertical-align:top; font-size: 1.2em; margin:auto"
| colspan="2" |
!Gegenwart
(Präsens)
!1. Vergangenheit
(Präteritum)
!2. Vergangenheit
(Perfekt)
|-
! rowspan="3" style="width:12%" |Einzahl
(Singular)
! style="width: 13%" |1. Person
| style="width: 25%" |ich entbehre
| style="width: 25%" |ich entbehrte
| style="width: 25%" |ich habe entbehrt
|-
!2. Person
|du entbehrst
|du entbehrtest
|du hast entbehrt
|-
!3. Person
|er/sie/es entbehrt
|er/sie/es entbehrte
|er/sie/es hat entbehrt
|-
! rowspan="3" |Mehrzahl
(Plural)
!1. Person
|wir entbehren
|wir entbehrten
|wir haben entbehrt
|-
!2. Person
|ihr entbehrt
|ihr entbehrtet
|ihr habt entbehrt
|-
!3. Person
|sie entbehren
|sie entbehrten
|sie haben entbehrt
|-
|}
 
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
| [[Info - entbehren|'''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''entbehren''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
= Info - entbehren =
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[entbehren|'''zurück zur Wortgeschichte ''entbehren''''']]
|}
----
__TOC__
==Weiterführende Informationen zum Wort ''entbehren''==
{| style="width: 100%; "
|-
| style="text-align:left; vertical-align:top;" |'''Entstehung:'''
|Aus dem Verb ahd. ''beran'', mhd. ''bern'' = tragen, hervorbringen hat sich mit dem altdeutschen Präfix in- = ''nein, nicht'' (als Negation ahd. inberan (9. Jh.), mhd. enbern = ''nicht tragen'' entwickelt. Das ursprüngliche Verb (''beran, bern'') ist schon früh untergegangen und kommt nur noch in einigen Regiolekten vor. Das Präfix ahd. ''in''- und mittelhochdeutsch ''en''- ist in späterer Zeit an das verbreitete Präfix ''ent''- angepasst worden.
|-
| style="text-align:left; vertical-align:top;" |'''Wortbildungen:'''
([https://de.wiktionary.org/wiki/entbehren entbehren]):
| Nomen: [https://de.wiktionary.org/wiki/Entbehrung Entbehrung], [https://www.dwds.de/wb/Entbehrlichkeit Entbehrlichkeit], [https://www.dwds.de/wb/Unentbehrlichkeit Unentbehrlichkeit]
Adjektive: [https://de.wiktionary.org/wiki/entbehrlich entbehrlich], [https://www.dwds.de/wb/entbehrt entbehrt], [https://www.dwds.de/wb/entbehrungsreich entbehrungsreich], [https://www.dwds.de/wb/entbehrungsvoll entbehrungsvoll], [https://www.dwds.de/wb/langentbehrt langentbehrt], [https://www.dwds.de/wb/unentbehrlich unentbehrlich]
|-
| style="text-align:left; vertical-align:top;" |'''verwandte Wörter:'''
|Es gibt einige Wörter, die mit dem untergegangenen Verb mhd. bern (= tragen) verwandt bzw. hiervon abgeleitet sind. Dazu gehören die oben genannten Wörter ''gebären, Geburt, Eimer'' und ''Zuber''. Hier sind weitere Wörter, denen man diesen Zusammenhang nicht auf den ersten Blick ansehen kann:
|-
!
|
*'''Bürde''' = im übertragenen Sinn ''eine Last tragen'' -  ie. *bher(ə), germ. *burþīn, ahd. burdī, mhd. bürde
*'''Bahre''' = Trage, Gestell, auf der ein Toter getragen wird - ie. *bher(ə), germ. *bērō, ahd. bāra (8./9. Jh.), mhd. bāre
*'''Gebärde''' = ie. *bher(ə), ahd. gibārida, mhd. gebærde
*'''gebaren''' = ie. *bher(ə), ahd. gibārōn, mhd. gebāren
*'''gebühren''' (Gebühr) = sich zutragen, zufallen - * bher(ə), germ. *(gi)burjan, ahd. giburien, giburren, mhd. gebürn
|-
!
|Das mittelhochdeutsche Präfix ''en''- (ahd. ''in''-) führt zusammen mit dem mittelhochdeutschen Verb ''bern'' in der Bedeutung ''heben, erhaben'' auch zu weiteren Verwandtschaften, zum Beispiel: '''''empor''''' (ahd. in bore, mhd. enbore = in die Höhe), '''''empören''''' (ahd. irbōren, mhd. enbœ̅ren = erheben). Die gleiche germanische Wurzel haben auch die Wörter '''''Berg''''' (* bherg̑os-, <abbr>germ.</abbr> *berga-, mhd. berc = hoch erhaben) und '''''Burg''''' (<abbr>germ.</abbr> *burg-, mhd. burc = befestigte Höhe). Damit sind auch viele Vor- und Ortsnamen mit dem untergegangenen althochdeutschen Verb ''beran'' verwandt, von '''''Birgit''''' (die Erhabene) und '''''Ingeborg''''' (die Hüterin) bis '''''Augsburg''''' und '''''Wittenberg'''''.
|}
 
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" | Das zugrunde liegende gemeingermanische Verb ''beran, ber'' ist ausgestorben. Erhalten geblieben ist das Morphem ''ber'' nur in der ursprünglich verneinenden Bedeutung mit dem Präfix ''ent-''. Hiervon sind auch alle Wortbildungen mit dem Morphem ''ent-'' + ''behr'' abgeleitet.
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem ''behr'' ist in dieser Bedeutung daher<span style="color:green"> '''ein unikales Morphem'''</span>.
|-
|}
 
[[#top | Seitenanfang]]<br>
==Belege/Quellen==
[https://www.dwds.de/wb/entbehren DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/entbehren Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de/#0 Wörterbuchnetz] (versch. Wörterbücher, vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=E01271 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=E02069 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=E04551 Grimm]), [https://www.owid.de/artikel/125066 OWID], [https://www.zdl.org/?q=entbehren ZDL] sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: [https://www.duden.de/rechtschreibung/entbehren Duden Online-Wörterbuch], [https://www.wissen.de/search/all?keyword=entbehren wissen.de], [https://www.wortbedeutung.info/entbehren/ Wortbedeutung.info]
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
<br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[entbehren|'''zurück zur Wortgeschichte ''entbehren''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
----
 
=erwähnen=
__TOC__
==Wortherkunft ==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| rowspan="2" style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
| Das Wort ist von dem ausgestorbenen mittelhochdeutschen Wort ''ge-wähenen'' = ''sagen, berichten, gedenken'' abgeleitet. Hieraus entwickelte sich später unsere heutige Bedeutung.
|-
| Das Verb ''erwähnen'' ist nicht verwandt mit dem Nomen ''Wahn'' und dem hiervon abgeleiteten Verb ''wähnen''.
|-
|}
==Hinweise zum Wort ''erwähnen'' ==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| a) etwas beiläufig anmerken
 
b) etwas urkundlich nennen, anführen
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''a) Er hat in unserem Gespräch gestern gar nicht erwähnt, dass er vor drei Wochen operiert wurde.''
 
b) ''Der Name unserer Stadt wurde bereits im 12. Jahrhundert in einer Urkunde erwähnt.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Verb
<nowiki>;</nowiki> ich erwähne, du erwähnst, er/sie/es erwähnt, wir erwähnen; wir haben erwähnt
 
'''Worttrennung:''' er-wäh-nen
 
'''Aussprache:''' [ɛɐ̯ˈvɛːnən]
|-
|}
 
== Wortformem (Flexion) ==
{| class="wikitable" style="width: 80%; vertical-align:top; font-size: 1.2em; margin:auto"
| colspan="2" |
!Gegenwart
(Präsens)
!1. Vergangenheit
(Präteritum)
!2. Vergangenheit
(Perfekt)
|-
! rowspan="3" style="width:12%" |Einzahl
(Singular)
! style="width: 13%" |1. Person
| style="width: 25%" |ich erwähne
| style="width: 25%" |ich erwähnte
| style="width: 25%" |ich habe erwähnt
|-
!2. Person
|du erwähnst
|du erwähntest
|du hast erwähnt
|-
!3. Person
|er/sie/es erwähnt
|er/sie/es erwähnte
|er/sie/es hat erwähnt
|-
! rowspan="3" |Mehrzahl
(Plural)
!1. Person
|wir erwähnen
|wir erwähnten
|wir haben erwähnt
|-
!2. Person
|ihr erwähnt
|ihr erwähntet
|ihr habt erwähnt
|-
!3. Person
|sie erwähnen
|sie erwähnten
|sie haben erwähnt
|-
|}
 
<br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
| '''[[Info - erwähnen|Weiterführende Informationen zum Grundwort ''erwähnen'']]'''
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
=Info - erwähnen=
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|'''[[Erwähnen|zurück zur Wortgeschichte ''erwähnen'']]'''
|}
----
__TOC__
==Weiterführende Informationen zum Wort ''erwähnen''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
|-
| style="width:15%; text-align:left; vertical-align:top;" |'''Entstehung:'''
|<abbr>ahd.</abbr> giwahanen neben giwahan, <abbr>mhd.</abbr> gewähenen, seit 16. Jh. als erwähnen im heutigen Sinne belegt
in Abgrenzung hierzu und nicht verwandt: ahd. mhd. wān, wōn = Vermutung, Meinung, Hoffnung, Erwartung, Vorstellung, Scheu (sh. [https://www.dwds.de/wb/Wahn#etymwb-1 DWDS]); ab 16. Jh. = Selbsttäuschung, ab 18. Jh. trügerische Vorstellung, Medizin: krankhafte Erscheinung, zwanghafte Einbildung
|-
| style="text-align:left; vertical-align:top;" |'''Bedeutungs-'''
 
'''Unterschied:'''
|''Die Stadt Soest wurde bereits 836 urkundlich erwähnt.'' ''In einer alten Urkunde steht, dass die Stadt Lübeck bereits 1160 das Stadtrecht erhalten hat.'' Im ersten Beispiel bedeutet ''erwähnen'', dass Soest möglicherweise schon sehr viel früher das Stadtrecht verlieben bekommen hat. Es bedeutet nicht, dass Soest 836 das Stadtrecht erhalten hat.
|-
|  style="text-align:left; vertical-align:top;" |'''Wortbildungen:'''
|Adjektivbildungen: [https://www.dwds.de/wb/ersterwähnt ersterwähnt], [https://de.wiktionary.org/wiki/erwähnenswert erwähnenswert], [https://www.dwds.de/wb/erwähntermaßen erwähntermaßen], [https://www.dwds.de/wb/obenerwähnt obenerwähnt], [https://www.dwds.de/wb/vorerwähnt vorerwähnt], [https://de.wiktionary.org/wiki/unerwähnt unerwähnt], ...
Nomenbildungen: [https://www.dwds.de/wb/Ersterwähnung Ersterwähnung],  [https://www.dwds.de/wb/Nichterwähnung Nichterwähnung], [https://www.dwds.de/wb/Obenerwähnte Obenerwähnte], ...
|-
| style="text-align:left; vertical-align:top;" |'''Ableitungen:'''
|Grundwort: [https://de.wiktionary.org/wiki/erwähnen erwähnen], Adjektiv: [https://de.wiktionary.org/wiki/erwähnt erwähnt], Nomen: [https://de.wiktionary.org/wiki/Erwähnung Erwähnung]
|}
 
== Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''wähn'' kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert vor. Wortbildungen kommen nur zusammen mit dem Präfix ''er''- vor. Es gibt keinen Bedeutungszusammenhang zwischen dem Morphem ''wähn'' in ''erwähnen'' und ''wähn'' im Verb ''wähnen'' (Grundwort ''Wahn'').
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem ''wähn'' ist daher<span style="color:green"> '''ein unikales Morphem'''</span>.
|-
|}
 
[[#top | Seitenanfang]]<br>
==Belege/Quellen ==
[https://www.dwds.de/wb/erwähnen DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/erw%C3%A4hnen Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de/#0 Wörterbuchnetz] (versch. Wörterbücher, vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=E02122 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=E03726 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=E08969 Grimm]), [https://www.owid.de/suche/wort?wort=erwähnen OWID], [https://www.zdl.org/?q=erwähnen ZDL] sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: [https://www.duden.de/rechtschreibung/erwähnen Duden Online-Wörterbuch], [https://www.wissen.de/search/all?keyword=erwähnen wissen.de], [https://www.wortbedeutung.info/erwähnen Wortbedeutung.info]
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]<br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|'''[[Erwähnen|zurück zur Wortgeschichte ''erwähnen'']]'''
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
----
=Flederwisch=
__TOC__
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|[[file:20260226_Plumeau.jpg|right|x150px]]Das Wort ist zusammengesetzt aus den mittelhochdeutschen Verben ''vlederen'' (= flattern) und ''wischen''.
 
Früher nannte man den aus Gänsefedern zusammengebundenen Staubbesen auch ''federwisch''.
 
In der Abbildung rechts findest du einige Beispiele wie diese Federwische früher ausgesehen haben.
|-
|}
==Hinweise zum Wort ''Flederwisch''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|a) Wisch aus Gänsefedern zum Abstauben
 
früher auch Handfeger, der aus Gänseflügeln hergestellt wurde.
 
b) Scherzhafte Bezeichnung für ein unruhiges, lebhaftes Kind.
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|a) ''Das Stubenmädchen fegt mit dem Flederwisch den Staub vom Schrank.''
 
b) ''Rita ist ein richtiger wilder Flederwisch''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|Nomen: der Flederwisch, die Flederwische; Worttrennung: Fle-der-wisch; Aussprache:  [ˈfleːdɐˌvɪʃ]
|- style="vertical-align:top;"
|}
 
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em"> Das Grundwort kommt nur im 1. (Nominativ) und 4. Fall (Akkusativ) in der Einzahl (Singular) vor. Für den 2. (Genitiv) und 3. Fall (Dativ) können zwei verschiedene Formen gebildet werden. In der Mehrzahl (Plural) wird an das Grundwort ein ''e'' ergänzt, im 3. Fall (Dativ) ''en''.</div>
{| class="wikitable" style="width: 75%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
!style="width: 12%"|
!style="width: 20%"|
!style="width: 42%"|Singular
!style="width: 26%"|Plural
|-
!style="text-align:left"|1. Fall
!Nominativ
|der Flederwisch
|die Flederwisch'''<u>e</u>'''
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
!Genitiv
|des Flederwisch'''<u>s</u>''', des Flederwisch'''<u>es</u>'''
|der Flederwisch'''<u>e</u>'''
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
!Dativ
| dem Flederwisch, dem Flederwisch<u>'''e'''</u>
|den Flederwisch'''<u>en</u>'''
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
!Akkusativ
|den Flederwisch
|die Flederwisch'''<u>e</u>'''
|-
|}
 
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Info - Flederwisch| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Flederwisch''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
----
 
=Info - Flederwisch =
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Flederwisch|'''zurück zur Wortgeschichte ''Flederwisch''''']]
|}
----
__TOC__
 
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Flederwisch''==
{| style="width: 100%;"
|-
| style="width: 15%; text-align:left; vertical-align:top;" |'''Entstehung:'''
|'''[https://www.dwds.de/wb/fledern fledern]:''' mhd. vlederen, vledern = flattern; mhd. vederwisch = Federwisch, seit 15. Jh. dann vlederwisch
'''[https://www.dwds.de/wb/wischen wischen]:''' ahd. ''wisken,'' mhd. wischen, wüschen
|- style="vertical-align:top;"
| style="text-align:left; vertical-align:top;" |'''Ableitungen und Wortbildungen:'''
|'''[https://www.dwds.de/wb/fledern fledern]:''' hierzu [https://www.dwds.de/wb/Flederbeer Flederbeer], [[Fledermaus]],  [https://www.dwds.de/wb/Fledertier Fledertier], [https://www.dwds.de/wb/zerfledern zerfledern]
'''[https://de.wiktionary.org/wiki/fleddern fleddern]:''' (rotw. fladern = waschen; vermutlich von mhd. ''vlederen'' abgeleitet), [https://www.dwds.de/wb/zerfleddern zerfleddern], [https://de.wiktionary.org/wiki/Leichenfledderer Leichenfledderer], ...
|-
| style="text-align:left; vertical-align:top;" |'''Interessantes:'''
|Bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Flederwisch Wikipedia] ist ein interessanter Artikel, der die Herstellung und Funktion der aus Gänsefedern gebundenen ''Handfeger'' oder ''Staubwedel'' beschreibt.
|}
 
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''fleder'' kommt isoliert im Verb ''fledern'' vor. Von diesem Verb gibt es weitere Wortbildungen, z. B. Flederhund, Fledermaus usw.
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|Das Morphem ''fleder'' ist daher<span style="color:red"> '''kein unikales Morphem'''</span>.
|-
|}
 
[[#top | Seitenanfang]]<br>
 
==Belege/Quellen==
[https://www.dwds.de/wb/Flederwisch DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Flederwisch Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de/#0 Wörterbuchnetz] (versch. Wörterbücher, vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=F02259 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=F05453 Grimm]), [https://www.owid.de/service/cosmas/suche/kw?query=Flederwisch OWID], [https://www.zdl.org/?q=Flederwisch ZDL] sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: [https://www.duden.de/rechtschreibung/Flederwisch Duden Online-Wörterbuch], [https://www.wissen.de/search/all?keyword=Flederwisch wissen.de], [https://www.wortbedeutung.info/Flederwisch/ Wortbedeutung.info], [https://de.wikipedia.org/wiki/Flederwisch Flederwisch]
 
'''Abbildung:''' [https://de.wiktionary.org/wiki/Flederwisch#/media/Datei:Plumeau.jpg Flederwisch]
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
<br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Flederwisch|'''zurück zur Wortgeschichte ''Flederwisch''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
----
 
=Firlefanz=
__TOC__
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Früher nannte man in Frankreich einen lustigen Tanz, in dem viel gehüpft und gesprungen wurde ''virelai''. Daraus ist im späten Mittelalter das Wort ''firlifanz'' entstanden. Die Bedeutung ''überflüssiges Zeug'' und ''Unsinn'' hat sich hieraus erst später entwickelt.
|-
|}
==Hinweise zum Wort ''Firlefanz''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|überflüssiges, wertloses unnützes Zeug; törichtes Gerede; Unsinn
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Nehmt keinen Firlefanz mit auf die Reise. Macht nicht so einen Firlefanz um die kleine Feier.''
|- style="vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Nomen
 
'''Worttrennung:''' Fir-le-fanz
 
'''Aussprache:''' [ˈfɪʁləˌfants]
|-
|}
== Wortformen ==
<div style="font-size:1.2em"> In der Einzahl (Singular) wird im 1., 3. und 4. Fall das Grundwort verwendet. Im 2. Fall Einzahl (Genetiv, Singular) wird ein ''es'' angehängt. In der Mehrzahl (Plural) wird im 1., 2. und 4. Fall ein ''e'' an das Grundwort ergänzt. Im 3. Fall Mehrzahl (Dativ, Plural) wird ''e'' durch ''en'' ersetzt.:</div>
{|class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size: 1.2em"
!style="width: 14%"|
!style="width: 20%"|
!style="width: 33%"|Singular
!style="width: 33%"|Plural
|-
!style="width: 14%;text-align:left"|1. Fall
!style="width: 20%"|Nominativ
|der Firlefanz
|die Firlefanz'''<u>e</u>'''
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
!Genitiv
|des Firlefanz'''<u>es</u>'''
|der Firlefanz'''<u>e</u>'''
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
!Dativ
|dem Firlefanz
|den Firlefanz'''<u>en</u>'''
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
!Akkusativ
|den Firlefanz
|die Firlefanz'''<u>e</u>'''
|-
|}
 
</br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Info - Firlefanz| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Firlefanz''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
----
 
=Info - Firlefanz=
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Firlefanz|'''zurück zur Wortgeschichte ''Firlefanz''''']]
|}
----
__TOC__
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Firlefanz''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|Die genaue Herkunft ist unklar. Vermutlich liegt dem Wort das  afrz. lai = ''Gedicht'' und afrz. virelai = ''Ringel-, Reigenlied'' zugrunde. Der zweite Teil des Wortes ''fanz'' könnte von mhd. ''tanz'' abgeleitet sein. Möglich ist aber auch, dass der Ursprung in dem  mhd. Wort ''alefanz'' = ''Schalk, Possen'' liegt.
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
| [https://www.dwds.de/wb/Firlefanzerei Firlefanzerei], veraltet und heute nicht mehr gebräuchlich: firlefanzen, Firlefanzer
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
| -
|}
 
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Die Morpheme ''firle'' und ''fanz'' kommen im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und auch in keinen anderen Wortbildungen vor.
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Die Morpheme ''firle'' und ''fanz'' sind daher<span style="color:green"> '''unikale Morpheme'''</span>.
|-
|}
 
[[#top | Seitenanfang]]<br>
==Belege/Quellen==
 
[https://www.dwds.de/wb/Firlefanz DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Firlefanz Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de/#0 Wörterbuchnetz] (versch. Wörterbücher, vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=F01441 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=F02013 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=F04549 Grimm]), [https://www.owid.de/service/cosmas/suche/kw?query=Firlefanz OWID], [https://www.zdl.org/?q=Firlefanz ZDL] sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: [https://www.duden.de/rechtschreibung/Firlefanz Duden Online-Wörterbuch], [https://www.wissen.de/search/all?keyword=Firlefanz wissen.de], [https://www.wortbedeutung.info/Firlefanz/ Wortbedeutung.info], [https://de.wikipedia.org/wiki/Firlefanz Wikipedia]
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
<br>
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Firlefanz|'''zurück zur Wortgeschichte ''Firlefanz''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
----
= garstig =
{{DISPLAYTITLE:garstig}}
__TOC__
 
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|-
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Das Wort ''garstig'' beschreibt etwas, das unangenehm, widerlich oder böse wirkt. Das kann sich sowohl auf das Verhalten einer Person beziehen, als auch auf Gerüche oder Situationen.
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Das Wort geht auf mittelhochdeutsch ''garst'' zurück, das „ranzig, schlecht riechend“ bedeutete.
 
Verwandt ist althochdeutsch ''gerstī'' = Hass, Groll.
 
Ursprünglich bezeichnete ''garstig'' also etwas, das Ekel oder Abscheu hervorruft. Die Bedeutung wurde später auf Verhalten von Menschen übertragen.
|-
|}
 
==Hinweise zum Wort ''garstig''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|1. widerlich, ekelerregend 
2. böse, gemein, unangenehm im Verhalten
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Er war heute besonders garstig zu seinen Mitschülern.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Adjektiv
 
'''Worttrennung:''' gars-tig
 
'''Aussprache:''' [ˈɡaʁstɪç]
|-
|}
 
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
Das Wort ''garstig'' ist ein Adjektiv. Die Vergleichsformen werden regelmäßig gebildet.
</div>
 
{|class="wikitable" style="width: 50%; vertical-align:top;font-size: 1.2em; margin:auto"
|-
!style="width: 30%"|Positiv
!style="width: 30%"|Komparativ
!style="width: 40%"|Superlativ
|-
|garstig
|garstiger
|am garstigsten
|-
|}
 
</br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Info - garstig| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''garstig''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
----
 
= Info - garstig =
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[garstig|'''zurück zur Wortgeschichte ''garstig''''']]
|}
----
__TOC__
 
==Weiterführende Informationen zum Wort ''garstig''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|ie. *ghers-, *ghres- = Widerwille, Abscheu, Ekel → ahd. ''gerstī'' = Hass, Groll 
→ mhd. ''garst'' = ranzig, übel riechend 
→ nhd. ''garstig''
 
Bedeutungsentwicklung: Ekel, Gestank → unangenehm → böse, gemein
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|[https://www.dwds.de/wb/Garstigkeit Garstigkeit]
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|Das Wort zeigt eine typische Bedeutungsverschiebung:
: körperliche Wahrnehmung (Geruch) → moralische Bewertung (Charakter)
 
Ähnliche Entwicklungen gibt es bei Wörtern wie:
: „faul“ (Geruch → Verhalten) 
: „stinkig“ (Geruch → Stimmung)
 
Das ältere Wort ''garst'' ist heute nicht mehr gebräuchlich.
|}
 
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''garst'' im Wort ''garstig'' kommt heute nicht mehr isoliert und nur in der Wortbildung ''garstig'' vor. Die einzige weitere Wortbildung (Garstigkeit) ist vom Adjektiv ''garstig'' abgeleitet.
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem ''garst'' ist daher ein<span style="color:green"> '''unikales Morphem'''</span>.
|-
|}
 
[[#top | Seitenanfang]]<br>
 
==Belege/Quellen==
 
[https://www.dwds.de/wb/garstig DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/garstig Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=G00307 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=G00271 Goethe]), [https://www.zdl.org/?q=garstig ZDL], [https://www.duden.de/rechtschreibung/garstig Duden-online]
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[garstig|'''zurück zur Wortgeschichte ''garstig''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
----
= Garaus =
__TOC__
 
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Das Adjektiv ''gar'' bedeutete im Mittelhochdeutschen „ganz, vollständig“, ''aus'' bedeutete „zu Ende“.
Das Nomen ''Garaus'' entstand aus dem Ausruf ''gar aus''. Das riefen die Wachen Anfang des 16. Jahrhunderts in den Städten Nürnberg und Regensburg, wenn abends die Stadttore geschlossen wurden. Dieser Ausruf wurde später auf das Tagesende und den Glockenschlag übertragen, der das Ende des Tages „einläutete“.
 
Die Verbindung ''gar aus'' bedeutete also zunächst: „vollständig zu Ende“. Daraus entwickelte sich später das Nomen ''Garaus'' in der Bedeutung ''Ende''.
|-
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Das Nomen wird heute nicht mehr isoliert verwendet. Es kommt nur noch in der Redewendung ''jemanden den Garaus machen vor'' und bedeutet ''jemanden töten'', also das Leben eines Menschen absichtlich (mit Gewalt) beenden.
Diese Redewendung wird manchmal auch scherzhaft gemeint, z. B. „Kannst du nicht endlich der surrenden Mücke an der Fensterscheibe den Garaus machen." (freundliche Umschreibung für das Töten der Mücke).
|-
|}
 
==Hinweise zum Wort ''Garaus''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|Ende, vollständige Vernichtung (meist in festen Wendungen)
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Der Sturm machte dem alten Baum den Garaus.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Nomen, Neutrum
 
'''Worttrennung:''' Gar-aus
 
'''Aussprache:''' [ˈɡaːɐ̯ˌʔaʊ̯s]
|-
|}
 
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
Das Wort ''Garaus'' wird meist nur im Singular verwendet und tritt überwiegend in festen Wendungen auf.
</div>
 
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
!style="width: 14%"|
!style="width: 20%"|
!style="width: 33%"|Singular
!style="width: 33%"|Plural
|-
!style="text-align:left"|1. Fall
!Nominativ
|das Garaus
|–
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
!Genitiv
|des Garaus
|–
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
!Dativ
|dem Garaus
|–
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
!Akkusativ
|das Garaus
|–
|-
|}
 
</br>
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Info - Garaus| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Garaus''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
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= Info - Garaus =
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Garaus|'''zurück zur Wortgeschichte ''Garaus''''']]
|}
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__TOC__
 
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Garaus''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|germ. *garwa- → ahd. ''garo'' = fertig, vollständig → mhd. ''gar'' = bereit, vollständig, ganz ; ''gar'' + ''aus'' = zu Ende
Ausruf: ''gar aus'' = vollständig vorbei → Substantivierung: ''das Garaus''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|den Garaus machen (feste Redewendung)
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
| -
|- style="vertical-align:top;"
|'''Bedeutungs-'''
'''entwicklung:'''
|Das Wort ''Garaus'' ist ein Beispiel für die sogenannte „Zusammenrückung“:
: eine Wortgruppe („gar aus“) wird zu einem festen Wort.
 
Heute wird es fast ausschließlich in festen Wendungen verwendet, besonders:
: „jemandem den Garaus machen“ 
 
Die ursprüngliche wörtliche Bedeutung („ganz aus“) ist im heutigen Sprachgefühl nicht mehr unmittelbar erkennbar.
 
Bei dem Adjektiv ''gar'' hat sich von der ursprünglichen Bedeutung ahd. garo = fertig eine Bedeutungsverengung auf den gastronomischen Bereich im Sinne von ''fertig'' ''gegart'' verengt.
|}
 
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Wort ''Garaus'' ist zusammengesetzt aus dem Adjektiv ''gar'' und dem Adverb ''aus''. Das Adjektiv ''gar'' wird heute nur in der eingeschränkten gastronomischen Bedeutung verwendet. In der Wortbildung Garaus wird heute kein Bedeutungszusammenhang zum Adjektiv ''gar'' gesehen.
'''Einerseits''': Das Morphem ''gar'' (als Adjektiv ''gar'') kommt auch isoliert und in anderen Wortbildungen (z. B. Garküche, Garkoch, halbgar) vor. Es handelt sich daher nicht um ein unikales Morphem.
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|Das Morphem gar ist demnach <span style="color:red">'''kein unikales Morphem'''</span>.
|-
| colspan="2" |'''Andererseits:''' Heute wird kaum noch ein Zusammenhang zwischen dem Adjektiv ''gar'' (im gastronomischen Sinne) und dem Morphem ''gar'' im Nomen ''Garaus'' gesehen, zumal das Nomen nur noch in der Redewendung ''jemandem oder etwas den Garaus machen'' (im Sinne von töten, beenden) vorkommt. Aus diesem Grunde kann auch garaus als ein Morphem (= kleinste bedeutungstragende Einheit) betrachtet werden.
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem garaus kann daher auch als <span style="color:green">'''ein unikales Morphem'''</span> betrachtet werden.
|-
| colspan="2" |Das Adjektiv ''gar'' (ahd. garo) hat zudem einen Bedeutungswandel erlebt, von ursprünglich ahd. garo = ''vollständig, gerüstet, bereit gemacht'' hin zur heutigen(eingeschränkten) Bedeutung gar = ''fertig gekocht, gebraten, gebacken'' etc.
Auch das Morphem ''gar'' in ''Garaus'' hat einen Bedeutungswandel vollzogen. Aus der ursprünglichen Bedeutung ''vollständig, vorbei'' in der Wortgruppe ''gar aus'' ist eine Redewendung entstanden, die auf ''jmdn. oder etw. töten, vernichten'' eingeschränkt ist.
|-
|[[File:Pik-Kreis-blau.jpg]]
|Wenn nur das Morphem ''gar'' isoliert betrachtet wird, so bleibt zunächst offen, ob es aufgrund der Bedeutungsverschiebungen als unikales Morphem betrachtet werden kann. Daher wird das Morphem ''gar'' bis zur Klärung zunächst als <span style="color:blue">'''unklar'''</span> eingestuft.
|-
|}
 
[[#top | Seitenanfang]]<br>
 
==Belege/Quellen==
 
[https://www.dwds.de/wb/Garaus DWDS],  [https://de.wiktionary.org/wiki/Garaus Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] sh. [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=G00218 Adelung], vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=G01053 Grimm-1], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Wander&lemid=G00113 Wander] ([https://de.wikipedia.org/wiki/Wanders_Deutsches_Sprichw%C3%B6rter-Lexikon Sprichwörterlexikon] Anfang 19. Jh. zeigt noch eine große Vielfalt der Redewendungen mit dem Nomen ''Garaus''), [https://www.zdl.org/?q=Garaus ZDL], [https://de.wikipedia.org/wiki/Garaus Wikipedia], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Garaus Duden-online]
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
<br>
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Garaus|'''zurück zur Wortgeschichte ''Garaus''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
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=gediegen=
{{DISPLAYTITLE:gediegen}}
__TOC__
 
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|-
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Das Adjektiv hat sich bereits im Mittelalter aus dem Wort ''gedeihen'' (althochdeutsch ''githīhan'') entwickelt. Gleichzeitig gab es schon sehr früh (8. Jahrhundert) das Wort ''gidigan'', woraus später ''gediegen'' entstand.
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Das Adjektiv kann ''gut und solide'', ''wertvoll'' oder ''sorgfältig bearbeitet'' bedeuten.
 
In Norddeutschland wird ''gediegen'' umgangssprachlich auch in der Bedeutung ''seltsam'' oder ''eigenartig'' verwendet.
 
In der Bergmannssprache bezeichnet man mit ''gediegen'' Metalle, die keine fremden Bestandteile enthalten, also ''rein'' sind.
|-
|}
 
==Hinweise zum Wort ''gediegen''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|hochwertig, sorgfältig gemacht, geschmackvoll
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Das Restaurant war sehr gediegen eingerichtet.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Adjektiv
 
'''Worttrennung:''' ge-die-gen
 
'''Aussprache:''' [ɡəˈdiːɡn̩]
|-
|}
 
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
Das Wort ''gediegen'' ist ein Adjektiv. Die Vergleichsformen werden regelmäßig gebildet.
</div>
 
{|class="wikitable" style="width: 50%; vertical-align:top;font-size: 1.2em; margin:auto"
|-
!style="width: 30%"|Positiv
!style="width: 30%"|Komparativ
!style="width: 40%"|Superlativ
|-
|style="width: 26%"|gediegen
|style="width: 37%"|gediegener
|style="width: 37%"|am gediegensten
|-
|}
 
</br>
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Info - gediegen| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''gediegen''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
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=Info - gediegen=
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[gediegen|'''zurück zur Wortgeschichte ''gediegen''''']]
|}
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__TOC__
 
==Weiterführende Informationen zum Wort ''gediegen''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|ahd. ''gidigan'', mhd. ''gedigen''; ursprünglich das Partizip Perfekt von ahd. ''githīhan'', mhd. ''gedīhen'' = gedeihen
 
Das Adjektiv bedeutete ursprünglich „gut geraten“ oder „gut entwickelt“.
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|Gediegenheit, gediegenerweise
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
| -
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|In der Bergmannssprache spricht man von ''gediegenem Gold'' oder ''gediegenem Silber'', wenn das Metall in reiner Form vorkommt.
 
Regional kann ''gediegen'' auch „merkwürdig“ oder „eigenartig“ bedeuten.
|}
 
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''dieg'' kommt im heutigen Sprachgebrauch nicht selbstständig vor. Es erscheint nur noch mit dem Präfix ''ge''- im Adjektiv ''gediegen.''
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem ''dieg'' ist daher <span style="color:green">'''ein unikales Morphem'''</span>.
|-
|}
 
[[#top | Seitenanfang]]<br>
 
==Belege/Quellen==
 
[https://www.dwds.de/wb/gediegen DWDS],  [https://de.wiktionary.org/wiki/gediegen Wiktionary],  [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=G00649 Adelung], [https://ewa.saw-leipzig.de/articles/53390/de#84470 EWA], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=G00867 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=G03551 Grimm]),  [https://www.zdl.org/?q=gediegen ZDL],  [https://de.wikipedia.org/wiki/gediegen Wikipedia],  [https://www.duden.de/rechtschreibung/gediegen Duden-online]
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
<br>
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[gediegen|'''zurück zur Wortgeschichte ''gediegen''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
----
 
=gedunsen=
{{DISPLAYTITLE:gedunsen}}
Weiterleitung einrichten #Redirekt[[aufgedunsen]]
__TOC__
 
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|-
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Das Adjektiv ist vom ausgestorbenen althochdeutschen Verb ''dinsan'' = ''ziehen, zerren, schleppen'' abgeleitet.
 
Aus der Wortgruppe ''sich dinsen'' entwickelte sich die Bedeutung ''sich ausdehnen''. Daraus entstand später das heute selten gebrauchte Wort ''gedunsen''.
 
Im Mittelalter lautete die Form zunächst ''githinsan''. Später entwickelte sich daraus ''gedunsen''.
 
Wenn etwas ''aufgedunsen'' ist, dann ist es geschwollen oder ausgedehnt.
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Das Grundwort ''dinsen'' wird heute nicht mehr gebraucht. Man sagt auch: ''Das Wort ist ausgestorben.''
 
Auch die Ableitung ''gedunsen'' kommt heute nur noch selten vor. Häufiger verwendet man das Wort ''aufgedunsen''.
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|Englisch: swollen, puffed up
 
Französisch: gonflé
 
Lateinisch: tumidus
|-
|}
 
==Hinweise zum Wort ''gedunsen''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|geschwollen, ausgedehnt, aufgetrieben
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Nach dem Stich war seine Hand ganz gedunsen.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Adjektiv
 
'''Worttrennung:''' ge-dun-sen
 
'''Aussprache:''' [ɡəˈdʊnzən]
|-
|}
 
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
Das Wort ''gedunsen'' ist ein Adjektiv. Die Vergleichsformen werden heute kaum verwendet.
</div>
 
{|class="wikitable" style="width: 50%; vertical-align:top;font-size: 1.2em; margin:auto"
|-
!style="width: 30%"|Positiv
!style="width: 30%"|Komparativ
!style="width: 40%"|Superlativ
|-
|style="width: 26%"|gedunsen
|style="width: 37%"|gedunsener
|style="width: 37%"|am gedunsensten
|-
|}
 
</br>
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Info - gedunsen| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''gedunsen''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
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=Info - gedunsen=
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[gedunsen|'''zurück zur Wortgeschichte ''gedunsen''''']]
|}
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__TOC__
 
==Weiterführende Informationen zum Wort ''gedunsen''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|ie. *tens = hin und herziehen
 
got. ''at-þinsan'' = heranziehen
 
ahd. ''thinsan'', ''dinsan'', mhd. ''dinsen'' = ziehen, zerren, schleppen
 
8. Jh. ahd. ''thinsan''; 9. Jh. ''githinsan'', später ''gedunsen''
 
15. Jh. ''aufdinsen'', ''aufdunsen'', später ''aufgedunsen''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|aufgedunsen
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|Dunst, gedunsen wirken
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|Das ursprüngliche Verb ''dinsen'' ist ausgestorben. Erhalten blieb das alte Morphem nur noch in wenigen Wörtern wie ''gedunsen'' oder ''aufgedunsen''.
|}
 
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''duns'' beziehungsweise die ältere Form ''dins'' kommt heute nicht mehr selbstständig vor. Es erscheint fast nur noch in den Wörtern ''gedunsen'' und ''aufgedunsen''.
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem ''duns'' ist daher <span style="color:green">'''ein unikales Morphem'''</span>.
|-
| colspan="2" |Das Präfix ''ge-'' kommt dagegen in vielen deutschen Wörtern vor.
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|Das Morphem ''ge-'' ist daher <span style="color:red">'''kein unikales Morphem'''</span>.
|-
|}
 
[[#top | Seitenanfang]]<br>
 
==Belege/Quellen==
 
[https://www.dwds.de/wb/gedunsen DWDS], 
[https://de.wiktionary.org/wiki/gedunsen Wiktionary], 
[https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz], 
[https://www.zdl.org/?q=gedunsen ZDL], 
[https://www.duden.de/rechtschreibung/gedunsen Duden-online]
 
gedunsen: 
[https://awb.saw-leipzig.de/?sigle=AWB&lemid=D00825 AWb], 
[https://awb.saw-leipzig.de/?sigle=AWB&lemid=D00829 AWb-2], 
[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=BMZ&lemid=D00448 BMZ], 
[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=G00667 Adelung], 
[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=G03660 Grimm]
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
<br>
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[gedunsen|'''zurück zur Wortgeschichte ''gedunsen''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
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=Gefahr=
<div style="color:red">Frage: Autofahren ist gefährlich - Stimmt das? Was hat Gefahr / gefährlich mit fahren zu tun?</div>
 
----
= geheuer (Wortgruppe) =
{{DISPLAYTITLE:geheuer (Wortgruppe)}}
 
__TOC__
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|-
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Das Adjektiv ''geheuer'' geht zurück auf das althochdeutsche Wort ''hiuri'' = freundlich, lieblich. Dieses alte Adjektiv gibt es heute nicht mehr. Man sagt auch es ist ausgestorben. Dagegen ist das hiervon abgeleitete Adjektiv mit der Vorsilbe ge- (althochdeutsch ''gihiuri'') bis heute erhalten.
|-
| rowspan="2" style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Von dem Adjektiv ''geheuer'' sind die Adjektive ''ungeheuer'' und ''ungeheuerlich'' sowie das Nomen ''Ungeheuer'' abgeleitet.
|-
|Auf dieser Seite erfährst du etwas über diese vier Wörter, wie sie entstanden sind und was sie heute bedeuten.
|-
|}
== geheuer ==
 
===Wortherkunft===
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Das Adjektiv ''geheuer'' bedeutet heute meist ''vertraut'' oder ''nicht bedrohlich''. Häufig verwendet man es in der Verneinung: ''Das ist mir nicht geheuer.'' Gemeint ist dann: ''Das erscheint mir unheimlich oder verdächtig.''
 
Von ''geheuer'' ist auch das Gegenwort ''ungeheuer'' abgeleitet.
|-
|}
 
=== Hinweise zum Wort ''geheuer'' ===
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|vertraut, sicher, angenehm; meist in der Verneinung: unheimlich oder verdächtig
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Der dunkle Keller war mir nicht geheuer.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Adjektiv
 
'''Worttrennung:''' ge-heu-er
 
'''Aussprache:''' [ɡəˈhɔɪ̯ɐ]
|-
|}
 
===Wortformen===
<div style="font-size:1.2em">
Das Wort '''''geheuer''''' ist ein Adjektiv. Hiervon werden keine Vergleichsformen gebildet.
</div>
 
{|class="wikitable" style="width: 50%; vertical-align:top;font-size: 1.2em; margin:auto"
|-
!style="width: 33%"|Positiv
!style="width: 33%"|Komparativ
!style="width: 34%"|Superlativ
|-
|geheuer
| -
| -
|-
|}
 
==ungeheuer==
__TOC__
 
===Wortherkunft===
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|-
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Das Adjektiv ''ungeheuer'' kann sehr verschiedene Bedeutungen haben. Es kann ''riesig'', ''außerordentlich groß'' oder ''sehr stark'' bedeuten. Früher bedeutete es auch ''unheimlich'' oder ''grauenhaft''. Diese ältere Bedeutung steckt noch im Nomen ''das Ungeheuer''.
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Im Mittelater hieß das Wort ''ungihiuri''. Später entwickelte sich daraus das mittelhochdeutsche ''ungehiure'' und schließlich unser heutiges ''ungeheuer''.
Das Wort ''ungeheuer'' ist aus dem älteren Adjektiv ''geheuer'' entstanden. Dieses bedeutete ursprünglich ''vertraut'', ''freundlich'' oder ''anheimelnd''.
 
Durch die Vorsilbe ''un-'' entstand daraus das Gegenteil: ''nicht geheuer'', also ''unheimlich'', ''fremd'' oder ''bedrohlich''.
|-
|}
 
===Hinweise zum Wort ''ungeheuer''===
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|sehr groß, gewaltig; früher auch: unheimlich oder schrecklich
 
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsätze:'''
|''Der Sturm richtete ungeheuren Schaden an.''
''Durch die Verfassungsreform hat der Präsident nun ungeheure Macht.''
 
''Er übte mit ungeheurem Fleiß, um am internationalen Wettbewerb teilnehmen zu können.''
 
''Die Schneelawine zerstörte mit ungeheurer Wucht das kleine Dorf.''
 
''Der neue Bahnhof verschlang eine ungeheure Menge Geld.''
|-
|
|In Verbindung mit Verben und Adjektiven hat ''ungeheuer'' auch eine verstärkende Funktion im Sinne von ''sehr''.
 
''Die Aufgabe ist ungeheuer schwierig.'' ''Er ist ungeheuer fleißig.''
 
''Über dieses Geschenk wird sie sich ungeheuer freuen.''
 
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Adjektiv
 
'''Worttrennung:''' un-ge-heu-er
 
'''Aussprache:''' [ˌʊnɡəˈhɔɪ̯ɐ]
|-
|}
 
===Wortformen===
<div style="font-size:1.2em">
Das Wort ''ungeheuer'' ist ein Adjektiv. Die Vergleichsformen werden regelhaft gebildet.
</div>
 
{|class="wikitable" style="width: 50%; vertical-align:top;font-size: 1.2em; margin:auto"
|-
!style="width: 30%"|Positiv
!style="width: 30%"|Komparativ
!style="width: 40%"|Superlativ
|-
|style="width: 26%"|ungeheuer
|style="width: 37%"|ungeheurer
|style="width: 37%"|am ungeheuersten
|-
|}
 
==ungeheuerlich==
 
===Wortherkunft===
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|-
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Das Adjektiv ''ungeheuerlich'' bedeutet ''schrecklich'', ''empörend'' oder ''kaum vorstellbar''. Oft beschreibt man damit etwas, das Menschen als sehr schlimm oder unerhört empfinden.
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Das Wort ''ungeheuerlich'' ist vom älteren Adjektiv ''ungeheuer'' abgeleitet. Dieses bedeutete ursprünglich ''unheimlich'', ''fremd'' oder ''bedrohlich''.
 
Schon im Mittelhochdeutschen gab es die Form ''ungehiurlīche''. Daraus entwickelte sich unser heutiges Wort ''ungeheuerlich''.
 
Die Endung ''-lich'' bildet im Deutschen häufig Adjektive.
|-
|}
 
===Hinweise zum Wort ''ungeheuerlich''===
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|schrecklich, empörend, unfassbar
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Das war eine ungeheuerliche Behauptung.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Adjektiv
 
'''Worttrennung:''' un-ge-heu-er-lich
 
'''Aussprache:''' [ˌʊnɡəˈhɔɪ̯ɐlɪç]
|-
|}
 
===Wortformen===
<div style="font-size:1.2em">
Das Wort ''ungeheuerlich'' ist ein Adjektiv. Die Vergleichsformen werden regelhaft gebildet.
</div>
 
{|class="wikitable" style="width: 50%; vertical-align:top;font-size: 1.2em; margin:auto"
|-
!style="width: 30%"|Positiv
!style="width: 30%"|Komparativ
!style="width: 40%"|Superlativ
|-
|style="width: 26%"|ungeheuerlich
|style="width: 37%"|ungeheuerlicher
|style="width: 37%"|am ungeheuerlichsten
|-
|}
 
==Ungeheuer==
 
===Wortherkunft===
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|-
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Ein ''Ungeheuer'' ist ein schreckliches oder riesiges Wesen. In Märchen und Sagen sind Ungeheuer oft gefährliche Monster oder Drachen.
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Im Mittelalter hieß das Wort ''ungihiuri''. Daraus entwickelte sich später das mittelhochdeutsche ''ungehiure'' und schließlich unser heutiges Wort ''Ungeheuer''. Das Wort ''Ungeheuer'' gehört zur Wortfamilie von ''geheuer''. Dieses alte Wort bedeutete ursprünglich ''vertraut'', ''freundlich'' oder ''anheimelnd''.
 
Durch die Vorsilbe ''un-'' entstand die gegenteilige Bedeutung: ''nicht geheuer'', also ''fremd'', ''unheimlich'' oder ''bedrohlich''.
|-
|}
 
===Hinweise zum Wort ''Ungeheuer''===
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|ein schreckliches, bedrohliches oder riesiges Wesen
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Im Märchen bewachte ein Ungeheuer den Schatz.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Nomen
 
'''Worttrennung:''' Un-ge-heu-er
 
'''Aussprache:''' [ˈʊnɡəˌhɔɪ̯ɐ]
|-
|}
 
===Wortformen===
<div style="font-size:1.2em">
Das Wort ''Ungeheuer'' ist ein Nomen sächlichen Geschlechts.
</div>
 
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
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!style="width: 33%"|Singular
!style="width: 33%"|Plural
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!style="text-align:left"|1. Fall
!Nominativ
|das Ungeheuer
|die Ungeheuer
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!style="text-align:left"|2. Fall
!Genitiv
|des Ungeheuers
|der Ungeheuer
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!style="text-align:left"|3. Fall
!Dativ
|dem Ungeheuer
|den Ungeheuern
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!style="text-align:left"|4. Fall
!Akkusativ
|das Ungeheuer
|die Ungeheuer
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</br>
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|[[Info - geheuer (Wortgruppe)| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''geheuer (Wortgruppe)''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
=Info - geheuer (Wortgruppe)=
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[geheuer (Wortgruppe)|'''zurück zur ''Wortgruppe geheuer''''']]
|}
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__TOC__
==Weiterführende Informationen zur Wortgruppe ''geheuer''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|ie. *k̑(e)iu̯, germ. *hī̌w-, ahd. ''hīrāt'' =''Hausstand''; davon abgeleitet auch ''Heirat'' und ''Heim''.
Heirat: ahd. hīrāt, mhd. hīrāt, zuerst ''Hausstand'', danach (11. Jh.) ''Vermählung''
Heim: ahd. heima, mhd. heim = ursprünglich ''Lager'', nach dem Mittelalter in der heutigen Bedeutung: ''Wohnstätte, Haus''
heuer: ahd. ''hiuri'' = freundlich, lieblich
geheuer: mhd. ''gehiure'' = ursprünglich bedeutete das Adjektiv: ''zum Haushalt, Hauswesen gehörig''; daraus entwickelte sich dann zunächst die Bedeutung ''vertraut, angenehm'' und hieraus später ''angenehm, lieblich, trefflich''; heute wird ''geheuer'' in der Regel verneinend gebraucht, also ''nicht geheuer'' = ''nicht angenehm, nicht lieblich, nicht zutreffend''
ungeheuer: 8. Jh. ahd. ''ungihiuri'', mhd. ''ungehiure'' = unnatürlich, missgestaltet
das Ungeheuer: 8. Jh. ahd. ''ungihiuri'', mhd. ''ungehiure'' = Unhold, Scheusal
ungeheuerlich: 11. Jh. mhd. ''ungehiurlīche'' = schrecklich, fremd, unvorstellbar
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|[https://de.wiktionary.org/wiki/Fischungeheuer Fischungeheuer], [https://www.dwds.de/wb/Flugungeheuer Flugungeheuer], [https://www.dwds.de/wb/Kopfballungeheuer Kopfballungeheuer], [https://www.dwds.de/wb/Landungeheuer Landungeheuer], [https://www.dwds.de/wb/Luftungeheuer Luftungeheuer], [https://www.dwds.de/wb/Meeresungeheuer Meeresungeheuer], [https://www.dwds.de/wb/Meerungeheuer Meerungeheuer], [https://www.dwds.de/wb/Riesenungeheuer Riesenungeheuer], [https://www.dwds.de/wb/Satzungeheuer Satzungeheuer], [https://www.dwds.de/wb/Seeungeheuer Seeungeheuer], [https://de.wiktionary.org/wiki/Sumpfungeheuer Sumpfungeheuer], [https://www.dwds.de/wb/Tierungeheuer Tierungeheuer], [https://www.dwds.de/wb/Waldungeheuer Waldungeheuer], [https://www.dwds.de/wb/Wasserungeheuer Wasserungeheuer], [https://www.dwds.de/wb/Wortungeheuer Wortungeheuer], [https://de.wiktionary.org/wiki/Ungeheuerlichkeit Ungeheuerlichkeit]
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|Das zugrunde liegende Adjektiv ''hiuri'' ist nicht verwandt mit dem süddeutschen, österreichischen und schweizerischen Adverb ''heuer'' = ''in diesem Jahr''.
Auch das Nomen ''Heuer'' = ''Lohn der Seeleute'' gehört nicht zu dieser Wortfamilie.
|}
|}


==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''heuer'' kommt in dieser Bedeutung im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert vor. Wortbildungen erscheinen fast nur zusammen mit dem Präfix ''ge-'' oder ''unge-''.
|-
| colspan="2" |Das zugrunde liegende Adjektiv ''hiuri'' ist nicht verwandt mit dem süddeutschen, österreichischen und schweizerischen Adverb ''heuer'' = ''in diesem Jahr''.
Auch das Nomen ''Heuer'' = ''Lohn der Seeleute'' gehört nicht zu dieser Wortfamilie.
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem ''heuer'' ist daher in der Bedeutung ''geheuer'' <span style="color:green">'''ein unikales Morphem'''</span>.
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[[#top | Seitenanfang]]<br>
[[#top |Seitenanfang]]<br>


==Belege/Quellen==
==Belege/Quellen==
[https://www.dwds.de/wb/Ungeheuer Ungeheuer], [https://www.dwds.de/wb/ungeheuer ungeheuer], [https://www.dwds.de/wb/ungeheuerlich ungeheuerlich]


'''geheuer:''' [https://www.dwds.de/wb/geheuer DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/geheuer Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=G00867 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=G01189 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=G04963 Grimm]), [https://fwb-online.de/lemma/geheuer.s.4adj Frühneuhochdeutsch], [https://www.zdl.org/?q=geheuer ZDL], [https://www.duden.de/rechtschreibung/geheuer Duden-online]
[https://www.dwds.de/wb/vergnügen DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/vergnügen Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=V00357 Adelung], [https://bdo.badw.de/suche?lemma=Vergn%C3%BCgen BDO], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=V01535 Grimm], [https://www.kruenitz1.uni-trier.de/xxx/v/kv02321.htm Krünitz]), [https://www.zdl.org/?q=vergnügen ZDL]; [https://www.duden.de/rechtschreibung/vergnuegen Duden-online] (nicht werbefrei)
 
'''ungeheuer:''' [https://www.dwds.de/wb/ungeheuer DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/ungeheuer Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=U00801 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=U06944 Grimm]), [https://www.zdl.org/?q=ungeheuer ZDL], [https://www.duden.de/rechtschreibung/ungeheuer Duden-online]
 
'''Ungeheuer:''' [https://www.dwds.de/wb/Ungeheuer DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Ungeheuer Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=U00802 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=U06945 Grimm]), [https://www.zdl.org/?q=Ungeheuer ZDL], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Ungeheuer Duden-online]
 
'''ungeheuerlich:''' [https://www.dwds.de/wb/ungeheuerlich DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/ungeheuerlich Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=U06952 Grimm]), [https://www.zdl.org/?q=ungeheuerlich ZDL], [https://www.duden.de/rechtschreibung/ungeheuerlich Duden-online]


[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
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|[[geheuer (Wortgruppe)|'''zurück zur ''Wortgruppe geheuer''''']]
|[[vergnügen|'''zurück zur Wortgeschichte ''vergnügen''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
=Hagebutte=
__TOC__
 
==Wortherkunft==
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|-
| rowspan="2" style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Der erste Teil des Wortes ''Hag'' ist vom mittelhochdeutschen Wort ''hac'' abgeleitet. So nannte man früher eine Umzäunung, ein Gehege oder einen mit Gebüsch umzäunten Ort. Zur Einfriedung wurden oft ''Hagebutten'' oder ''Hagedorn'' verwendet.
|-
|Die Herkunft des zweiten Wortteils (''butt'') ist nicht eindeutig geklärt. Einige Sprachwissenschaftler leiten ''butte'' vom mittelhochdeutschen ''butz'' = Knoten, Klumpen ab. Andere sehen einen Zusammenhang mit dem niederländischen Wort ''but'' = stumpf.
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Als ''Hagebutte'' bezeichnet man die roten Sammelnussfrüchte verschiedener Rosenarten, besonders der Heckenrose.
|-
|}
 
==Hinweise zum Wort ''Hagebutte''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|Rote Scheinfrucht verschiedener Rosenarten
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Im Herbst leuchten die roten Hagebutten an den Hecken.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Nomen, feminin
 
'''Worttrennung:''' Ha-ge-but-te
 
'''Aussprache:''' [ˈhaːɡəˌbʊtə]
|-
|}
 
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
</div>
 
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
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!style="width: 33%"|Singular
!style="width: 33%"|Plural
|-
!style="text-align:left"|1. Fall
!Nominativ
|die Hagebutte
|die Hagebutten
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
!Genitiv
|der Hagebutte
|der Hagebutten
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
!Dativ
|der Hagebutte
|den Hagebutten
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
!Akkusativ
|die Hagebutte
|die Hagebutten
|-
|}
 
</br>
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Info - Hagebutte| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Hagebutte''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
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=Info - Hagebutte=
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Hagebutte|'''zurück zur Wortgeschichte ''Hagebutte''''']]
|}
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__TOC__
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Hagebutte''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|ahd. ''haganbutta'', mhd. ''hagenbutz''
''butte'' möglicherweise aus dem niederländischen ''but'' = stumpf abgeleitet.
Einige Autoren sehen auch einen Zusammenhang mit ''butz'' = Klumpen, Knoten, Kerngehäuse.
Der erste Wortteil ''hag'' bedeutete ursprünglich: Umzäunung, Hecke, eingehegter Ort.
Von ''hag'' sind auch die Wörter ''Hecke'', ''Hain'', ''Gehege'' und ''Hagedorn'' abgeleitet.
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|Hagebuttenmarmelade, Hagebuttentee, Hagebuttenkern, Hagebuttenstrauch
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|Hagedorn, Hecke, Gehege
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|Die Hagebutte ist botanisch keine echte Beere, sondern eine sogenannte Sammelnussfrucht.
Die Früchte enthalten sehr viel Vitamin C und werden häufig zu Tee oder Marmelade verarbeitet.
|}
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Morphem ''butt(e)'' kommt in dieser Bedeutung im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und nur in wenigen anderen Wortbildungen vor.
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem ''butt(e)'' ist daher <span style="color:green">'''ein unikales Morphem'''</span>.
|-
| colspan="2" |Das Morphem ''hag(e)'' kommt auch isoliert und in anderen Wortbildungen vor.
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|Das Morphem ''hag(e)'' ist daher <span style="color:red">'''kein unikales Morphem'''</span>.
|-
|}
[[#top | Seitenanfang]]<br>
==Belege/Quellen==
[https://www.dwds.de/wb/Hagebutte DWDS],  [https://de.wiktionary.org/wiki/Hagebutte Wiktionary],  [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=H00231 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=H00102 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=H00688 Grimm]), [https://bdo.badw.de/suche?lemma=Hagebutte&stichwort BDO], [https://www.zdl.org/?q=Hagebutte ZDL],  [https://de.wikipedia.org/wiki/Hagebutte Wikipedia],  [https://www.duden.de/rechtschreibung/Hagebutte Duden-online]
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
<br>
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Hagebutte|'''zurück zur Wortgeschichte ''Hagebutte''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
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Aktuelle Version vom 9. Juni 2026, 12:20 Uhr

Die bereits erstellen Seiten billig und putzig müssen korrigiert werden. Beide Wörter sind keine unikalen Morpheme

Zu Buchsbaum müssen noch die Seiten Buchse und Büchse erstellt werden. Siehe hierzu die Excel-Tabelle.

Die bereits erstelle Seite billig muss korrigiert werden. Das Wort ist kein unikales Morphem

Die Seiten Aschenputtel und Aschenbrödel müssen aktualisiert werden (Wörterseiten ersetzen durch neue Wörterseiten und Infoseiten).

sh. behelligen, bräsig, Bräuigam, Brombeere, Brösel, Brosame, Butzemann, Butzenscheibe

sh. drollig, Damhirsch, Dienstag, Duckdalbe, dunnemals,

sh. Eberesche, Eierschecke, Elfenbein, emsig, Engerling, entbehren, erwähnen

sh. Flederwisch, Firlefanz,

sh. garstig, Garaus, gebaren, gebären, Gebärde, gebühren, Geburt, gediegen, gedunsen, Gekröse, Gelichter, genesen, genug, begnügen, vergnügen



bräsig

Wortherkunft

Herr Alt Das Wort kommt aus der niederdeutschen Sprache und bedeutete ursprünglich kräftig, wohlgenährt.
Herr Wort Das Wort bräsig galt lange Zeit als veraltet. Seit Ende des 20. Jahrhunderts wird es in Norddeutschland wieder verstärkt benutzt. Es drückt ein langweiliges, wenig flexibles und schwerfälliges Verhalten einer Person aus.
Frau Fremd Vergleichbare Bedeutungen finden sich auch in norddeutschen Dialekten, z. B. mecklenburgisch brœsig, westfälisch: bræsig. In den meisten Fremdwörterbüchern wird bräsig mit träge übersetzt, z. B. niederländisch: traag, schwedisch trög, norwegisch: treg oder dänisch træg.

Hinweise zum Wort bräsig

Bedeutung: schwerfällig, träge; begriffsstutzig, langweilig
Beispielsatz: Sie saßen stundenlang auf der Bank und starrten bräsig auf das Treiben im Park.

Die Kinder hockten den ganzen Nachmittag bräsig auf dem Sofa und starrten auf ihr Handy.

Wortinfo: Wortart: Adjektiv

Worttrennung: brä·sig

Aussprache: [ˈbrɛːzɪç]

Wortformen

Das Wort bräsig ist ein Adjektiv. Die Vergleichsformen werden regelmäßig gebildet.

Positiv Komparativ Superlativ
bräsig bräsiger am bräsigsten



Weiterführende Informationen zum Grundwort bräsig
Wörter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z



Info - bräsig

zurück zur Wortgeschichte bräsig


Weiterführende Informationen zum Wort bräsig

Entstehung: niederdeutsch bräsig = wohlgenährt, kräftig, in einigen Regionen (Berlin, Mecklenburg auch in der Bedeutung träge, schwerfällig, faul; vermutlich zu einem niederdeutschen Wortstamm brās/bras mit der Bedeutung „schwer, voll, massig“; Eigenschaften wie „wohlgenährt“ oder „kräftig“ wurden später negativ bewertet und mit „träge“ oder „schwerfällig“ verbunden; heute wird bräsig vor allem umgangssprachlich und regional (Norddeutschland) verwendet.
Wortbildungen: norddeutsch: blusterbräsig = bauchig, dick, aufgeblasen, stuurbräsig = stur, hartnäckig
Ableitungen:
Interessantes: 1978 bis 1980 lief im NDR bzw. ARD eine Fernsehserie nach einer Romanvorlage von Fritz Reuter mit dem Namen Onkel Bräsig.

Unikales Morphem ?

Der Morphem bräs im Adjektiv bräsig kommt nicht isoliert vor. Hiervon gib es auch nur regional gebräuchliche Wortbildungen immer zusammen mit dem Suffix -ig.
Pik-Kreis-gruen.jpg Der Bestandteil bräs kann daher als unikales Morphem betrachtet werden.

Seitenanfang

Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, Duden-online (nicht werbefrei), ZDL; Wörterbuchnetz hier vor allem Grimmm, MeckWb, WWb, WWb bras. Plattdeutsch.de,

Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen



zurück zur Wortgeschichte bräsig
Wörter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z



Bräutigam

Wortherkunft

Herr Alt Im frühen Mittelalter hieß der zukünftige Ehemann brūtigomo. Im ersten Teil des Wortes brut kannst du unser heutiges Wort Braut wiederfinden. Der zweite Teil ist auf das althochdeutsche Wort für Mann = gomo zurückzuführen. Dieses Wort ist mit dem lateinischen Wort homo (= Mensch, Mann) verwandt.

Das alte Wort gome gibt es heute nicht mehr. Es wurde schon früh im deutschsprachigen Raum durch Mann ersetzt.

Fremdsprachen

Frau Fremd Das alte Wort brūtigomo findest du auch in anderen germanischen Sprachen wieder.
Sprache Wort Aussprache Quelle
Dänisch brudgom [ˈbʁuðˌkʌm] Den Danske Ordbog
Isländisch brúðgumi [ˈpruːðkʏmɪ] Íslensk orðabók
Englisch bridegroom [ˈbɹaɪdɡɹuːm] Oxford Learner’s
Niederländisch bruidegom [ˈbrœy̯dəɣɔm] Van Dale
Norwegisch brudgom [ˈbrʉːdɡʊm] Bokmålsordboka
Schwedisch brudgum [ˈbrʉːdɡɵm] Svensk Ordbok

Hinweise zum Wort Bräutigam

Bedeutung: zukünftiger Ehemann
Beispielsatz: Die Braut und der Bräutigam gehen gemeinsam zum Altar.
Wortinfo: Wortart: Nomen: der Bräutigam

Worttrennung: Bräu-ti-gam

Aussprache: [ˈbʁɔʏ̯tɪɡaːm]

Wortformen

Das Grundwort Bräutigam bezeichnet einen Mann kurz vor oder während der Hochzeit. In der Mehrzahl (Plural) wird an das Grundwort ein e angehängt. Für den Dativ sind im Singular zwei Varianten möglich. Im Plural wird en ergänzt

Singular Plural
1. Fall Nominativ der Bräutigam die Bräutigame
2. Fall Genitiv des Bräutigams der Bräutigame
3. Fall Dativ dem Bräutigam, dem Bräutigame den Bräutigamen
4. Fall Akkusativ den Bräutigam die Bräutigame



Weiterführende Informationen zum Grundwort Bräutigam
Wörter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z



Info - Bräutigam

zurück zur Wortgeschichte Bräutigam


Weiterführende Informationen zum Wort Bräutigam

Entstehung:
  • Braut: germ. *brudi–, ahd. mhd. brūt
  • Mann/-gam: ie. *dhghem = Erde, germ. *guman-, ahd. gomo, mhd. gome; verwandt mit lat. homo
  • Bräutigam: germ. *brūdigumōn, ahd. brūtigomo, mhd. bruitegume
Wortbildungen: Jubelbräutigam, Seelenbräutigam, Silberbräutigam; veraltet: Bräutigamsabend, Bräutigamsgabe, Bräutigamsliebe, Bräutigamsprobe, Bräutigamsthaler,
Ableitungen: -
Interessantes: Wenn du mehr über die Heirat erfahren möchtest, wie die Hochzeitszeremonie in den verschiedenen Religionen abläuft? Viele Antworten auf diese Fragen findest du auf der Internetseite Religionen entdecken.

Unikales Morphem ?

Das Morphem bräut ist eine Umlautableitung von Braut (Allomorphie). Das Morphem braut kommt isoliert und in vielen Wortbildungen vor.
Pik-Kreis-rot.jpg Das Morphem bräut/braut ist daher kein unikales Morphem.
Das Morphem gam kommt im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert vor. In Wortbildungen kommt das Wort nur gemeinsam mit dem Erstglied bräut vor.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem gam ist daher ein unikales Morphem.

Seitenanfang

Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (hier vor allem Adelung, Grimm-2, Goethe; für Regiolekte: Rheinisches WB, Mecklenburgisches WB, Pfälzisches WB, Südhessisches WB; veraltete Wörter: Campe ), ZDL

Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen



zurück zur Wortgeschichte Bräutigam
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Brombeere

Wortherkunft

Herr Alt Die Brombeere hieß im Mittelalter brāmberi. Im ersten Teil des Wortes steckt das althochdeutsche Wort brāmo. Das bedeutete „Dornenstrauch“. Der zweite Teil des Wortes (beri) ist die Beere. Die brāmberi ist demnach die Beere, die an einem Dornenstrauch wächst.
Herr Wort Die Brombeere ist keine richtige Beere. In der Biologie gehört diese Frucht zur Gruppe der Steinfrüchte. Wenn du genau wissen willst, warum das so ist, dann findest du im Kinderlexikon eine verständliche Beschreibung.
Frau Fremd Das Wort ist auch in anderen germanischen Sprachen verbreitet, z. B. englisch bramble (Dornenstrauch) und niederländisch braam.

Hinweise zum Wort Brombeere

Bedeutung: Brombeeren sind blau-schwarze Früchte, die an einem stacheligen Strauch wachsen.
Beispielsatz: Ich esse gerne Brombeeren mit Sahne.
Wortinfo: Wortart: Substantiv, Femininum

Worttrennung: Brom·bee·re

Aussprache: [ˈbʁɔmˌbeːʁə]

Wortformen

Das Substantiv Brombeere ist weiblich. Alle Wortformen in der Einzahl entsprechen dem Grundwort. Alle Pluralformen haben als Zusatz am Ende den Buchstaben n.

Singular Plural
1. Fall Nominativ die Brombeere die Brombeeren
2. Fall Genitiv der Brombeere der Brombeeren
3. Fall Dativ der Brombeere den Brombeeren
4. Fall Akkusativ die Brombeere die Brombeeren



weitere Beeren und Früchte auf rechtschreibwiki.de: Himbeere, Moltebeere

Weiterführende Informationen zum Grundwort Brombeere

Wörter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z



Info - Brombeere

zurück zur Wortgeschichte Brombeere


Weiterführende Informationen zum Wort Brombeere

Entstehung:
ie. *bhrem-, *bhrom- = borstig, Dorn → ahd. brāmo, brāma → mhd. brāme = Dornenstrauch
ie. *bhā-, *bhō- = glänzen → ahd. beri → nhd. Beere
10. Jh. ahd. brāmberi, mhd. brāmber
Wortbildungen: sh. Wörterliste
Ableitungen:
Interessantes: Die Brombeere ist keine echte Beere, sondern – wie die Himbeere, die Kratzbeere und die Moltebeere – eine Sammelsteinfrucht.

Viele Bilder zur Brombeere findest du z. B. auf grundschulmaterial.de. Dort sind auch Unterrichtsmaterialien, Bilder und Arbeitsblätter von Beeren und Früchten

Wörterliste

Wortbildungen mit Brombeere als Erstglied (Bestimmungswort)
Pflanze und Pflanzenteile
Brombeerblatt, Brombeerbusch, Brombeergerank, Brombeergesträuch, Brombeergestrüpp, Brombeerhecke, Brombeerpflanze, Brombeerranke, Brombeerstrauch
Tiere (leben an/mit der Pflanze)
Brombeergallmilbe, Brombeerperlmuttfalter, Brombeer-Perlmuttfalter, Brombeerspinner, Brombeerzipfelfalter, Brombeer-Zipfelfalter
Lebensmittel und Produkte aus der Frucht
Brombeercreme, Brombeereis, Brombeerfruchtsaft, Brombeergelee, Brombeerkompott, Brombeerkonfitüre, Brombeerkuchen, Brombeerlikör, Brombeermarmelade, Brombeermilch, Brombeersaft, Brombeerscherbett, Brombeerschnee, Brombeersirup, Brombeerwein
sonstiges (Eigenschaften, übertragene Bedeutung)
Brombeeraroma, Brombeerton, Brombeerkoalition

Unikales Morphem ?

Das Morphem brom (aus ahd. brāmo = Dornenstrauch) kommt nicht isoliert und in Wortbildungen nur zusammen mit dem Letztglied Beere (Brombeere).
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem brom muss daher als unikales Morphem betrachtet werden.

Seitenanfang

Belege/Quellen

DWDS Wiktionary Wörterbuchnetz (hier vor allem Grimm-Wörterbuch) ZDL Wikipedia Duden-online (nicht werbefrei)

Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen



zurück zur Wortgeschichte Brombeere
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Brösel

Wortherkunft

Herr Alt Das Wort geht auf das althochdeutsche brōs(a)ma zurück und gehört zur gleichen Wortfamilie wie Brosame. Es bezeichnet ursprünglich etwas „Zerkrümeltes“ oder „Zerriebenes“.
Herr Wort Brösel wird vor allem umgangssprachlich verwendet und bezeichnet kleine Stückchen von Brot, Kuchen oder anderen trockenen Lebensmitteln. Häufig wird auch das Verb bröseln verwendet.

Hinweise zum Wort Brösel

Bedeutung: kleines, trockenes Stückchen von Brot, Kuchen oder Gebäck; Krümel
Beispielsatz: Auf dem Tisch lagen noch einige Brösel vom Kuchen.
Wortinfo: Wortart: Substantiv, Maskulinum

Worttrennung: Brö·sel

Aussprache: [ˈbrøːzl̩]

Wortformen

Das Substantiv Brösel ist männlich und wird häufig im Plural verwendet.

Singular Plural
1. Fall Nominativ der Brösel die Brösel
2. Fall Genitiv des Brösels der Brösel
3. Fall Dativ dem Brösel den Bröseln
4. Fall Akkusativ den Brösel die Brösel



weitere Informationen findest du beim Stichwort Brosame
Wörter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z



Brosame

Wortherkunft

Herr Alt Ursprünglich bedeutete das althochdeutsche Wort brōsme „das Zerriebene, das Zerkrümelte“.

Das Wort hat geschichtlich nichts mit dem Wort Brot zu tun, auch wenn später die Bedeutung auf zerbröckeltes Brot eingeengt wurde.

Herr Wort Heute wird das Wort fast nur noch im Plural Brosamen verwendet. Es kommt häufig in festen Wendungen vor, z. B. die Brosamen aufsammeln oder mit Brosamen abgespeist werden.

Hinweise zum Wort Brosame

Bedeutung: winziges Stück von zerbröckeltem Brot oder Gebäck; Krümel

Das Wort wird meist im Plural (Brosamen) und oft im übertragenen Sinn gebraucht.

Beispielsatz: Für mich bleiben nur die Brosamen übrig.
Wortinfo: Wortart: Substantiv, Maskulinum

Worttrennung: Bro·sa·me

Aussprache: [ˈbroːzamə]

Wortformen

Das Substantiv Brosame ist männlich und wird meist im Plural verwendet.

Singular Plural
1. Fall Nominativ der Brosame die Brosamen
2. Fall Genitiv des Brosamens der Brosamen
3. Fall Dativ dem Brosamen den Brosamen
4. Fall Akkusativ den Brosamen die Brosamen



zur Wortgeschichte Brösel
Weiterführende Informationen zum Grundwort Brosame
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Info - Brosame

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Weiterführende Informationen zum Wort Brosame

Entstehung: ie. *bhrē̌us- = zerbrechen, zerschlagen, zerkrümeln → 8. Jh. ahd. brōs(a)ma → mhd. brosem(e), brosme → nhd. Brosame

16. Jh. Verkürzung von spätmhd. brosemlīn, frühnhd. bröslein → nhd. Brösel

Wortbildungen: Bosame -

Brösel: bröselig, Brotbrösel, Kuchenbrösel, Semmelbrösel, Speckbrösel, Tabakbrösel, Zwiebackbrösel

Ableitungen: Brösel, broseln
Interessantes: Eine gute Beschreibung zu Brösel und Brosamen findest du bei Wikipedia.

Martin Luther verwendet den Begriff Brosamen in seiner Bibelübersetzung: Neues Testament, Mathäus 15,27. In anderen Übersetzungen finden wir Brotkrumen, Brosamlein, Krümel, Brootbrocken,

Die Stelle im Matthäus Evangelium in der Luther den hebräischen Begriff mit Brosame übersetzt ist aus verschiedenen Gründen interessant und für viele unverständlich und verwirrend: Jesus, der sich nur für an sein Volk, die Juden wendet und die andern, Heiden mit Hunden vergleicht?!. Wer mehr zu dieser Bibelstelle und verschiedenen Erklärungen interessiert finden bei gutefrage.net oder auf YouTube in der Scetch-Bibel interessante Interpretationen.

-

Unikales Morphem ?

Das Wort Brosame lässt sich historisch in mehrere Bestandteile zerlegen (bros + -ame). Diese Bestandteile kommen heute nicht mehr als selbstständige Wörter vor. Das Morphem bros kommt mit Umlaut im Wort Brösel vor (Allomorphie).
Pik-Kreis-rot.jpg Das Morphem bros kommt nicht isoliert (wegen Bösel) vor. Es ist daher kein nikales Morphem.
Das Morphem ame ist Bestandteil des Wortes Brosame. Es kommt nicht isoliert und nur in diesem Wort vor. Im Wort Brösel (mhd. brosemlin) ist dieses Morphem nicht mehr enthalten.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem ame kann daher als unikales Morphem betrachtet werden.

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Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (hier vor allem Adelung, Goethe, Grimm-2), ZDL, Wikipedia, Duden-online (nicht werbefrei)

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drollig

drollig und Info - drollig müssen noch bearbeitet werden. Ebenso die Texte zum Damhirsch


Wortherkunft

Herr Wort Das Wort drollig wird ganz unterschiedlich verwendet. Es kann bedeuten:
  • niedlich, süß, knuddelig - Du hast aber sehr drollige Puppen.
  • spaßig, witzig, lustig - Er verhielt sich so drollig, dass alle lachen mussten.
  • eigenartig, merkwürdig, seltsam - Das ist schon drollig, dass du dich ausgerechnet heute "krank gemeldet" hast.
Herr Alt Das Wort stammt aus dem Niederdeutschen drollig = lustig, possenhaft.

Dieses geht wahrscheinlich auf das mittelniederdeutsche drolle zurück, das eine lustige Figur oder einen Kobold bezeichnete.

Verwandt ist möglicherweise auch das englische Wort droll (= spaßig, komisch).

Hinweise zum Wort drollig

Bedeutung: auf eine eigenartige oder ungewöhnliche Weise lustig; komisch, possierlich
Beispielsatz: Der kleine Hund sah mit seinem schiefen Kopf ganz drollig aus.
Wortinfo: Wortart: Adjektiv

Worttrennung: drol-lig

Aussprache: [ˈdʁɔlɪç]

Adjektiv / Adverb Das Wort drollig kann als Adjektiv oder Adverb verwendet werden. Im Kinderlexikon wird dir am Beispiel von drollig der Unterschied erklärt.

Wortformen

Das Wort drollig ist ein Adjektiv. Die Vergleichsformen werden regelmäßig gebildet.

Positiv Komparativ Superlativ
drollig drolliger am drolligsten



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Info - drollig

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Weiterführende Informationen zum Wort drollig

Entstehung: niederländisch nl. drol = kleiner, dicker, etwas komisch aussehender Mann → nl. drollig = Spaßmacher, Knirps → mittelniederdeutsch drolle = Spaßmacher, lustige Figur → niederdeutsch drollig = lustig

möglicherweise verwandt mit engl. droll ←

Wortbildungen: drolligerweise,
Ableitungen: Drolligkeit
Interessantes: Das Wort drollig gehört zu einer Gruppe von Wörtern, die eine Mischung aus „lustig“ und „seltsam“ ausdrücken.

Im Unterschied zu lustig wirkt drollig oft etwas ungewöhnlich oder leicht absurd.

Solche Bedeutungsnuancen entstehen häufig aus Figurenbezeichnungen (z. B. Kobold → lustig → drollig).

Unikales Morphem ?

Das ursprüngliche niederländische Wort drol ist im Niederdeutschen und der deutschen Hochsprache nur in der Ableitung drollig übernommen worden. Das Morphem droll kommt nicht isoliert vor. Wortbildungen kommen nur in der Wortbildung drollig vor (drolligerweise, Drolligkeit).
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem droll in der Wortbildung drollig kann daher als unikales Morphem betrachtet werden.
Es besteht zwar eine Bedeutungsähnlichkeit zum französischen frz. drôle = Kobold, allerdings sehen Sprachwissenschaftler hier keinen etymologischen Zusammenhang zum niederländischen drol bzw. drollig.

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Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (siehe hier Adelung (Herkunft niedersächsisch drullig), Grimm-2 (nl drullig > ndd drullig), Goethe), ZDL, Duden-online

Niederländisch: drol, drollig, drrollig, 16. Jh. Etymologiedatenbank.nl, Digitale Bibliothek (DBNL), Textbeispiele: Den lacchenden Apoll, uytbarstende in drollige rymen (1667), Der Struwwelpeter oder Lustige Geschichten und drrollige Bilder (1880)

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Damhirsch

Wortherkunft

Herr Wort Der Damhirsch ist eine Hirschart mit geflecktem Fell und schaufelförmigem Geweih. Er lebt heute in vielen Teilen Europas in Wäldern und Parks.
Interessantes: Wenn du mehr über diese Damhirsche erfahren möchtest, dann findest du im Kinderlexikon interessante Bilder und Beschreibungen.

Einen umfangreicheren Text und viele Bilder findest du im Zootier-Lexikon.

Herr Alt Das alte Wort für Wild lautete im Mittelalter tamo oder tame. Daraus entwickelte sich Dam-.

Dieses Wort wurde später mit Tierbezeichnungen kombiniert, z. B. Hirsch, Bock oder Wild. So entstand das zusammengesetzte Wort Damhirsch.

Frau Fremd Englisch: fallow deer; Französisch: daim; Lateinisch: dama

Hinweise zum Wort Damhirsch

Bedeutung: mittelgroßer Hirsch mit meist geflecktem Fell und schaufelartigem Geweih
Beispielsatz: Im Wildpark konnten wir mehrere Damhirsche beobachten.
Wortinfo: Wortart: Nomen, maskulin

Worttrennung: Dam-hirsch

Aussprache: [ˈdamˌhɪʁʃ]

Wortformen

Das Wort Damhirsch ist ein Nomen und wird regelmäßig dekliniert.

Singular Plural
1. Fall Nominativ der Damhirsch die Damhirsche
2. Fall Genitiv des Damhirsches der Damhirsche
3. Fall Dativ dem Damhirsch den Damhirschen
4. Fall Akkusativ den Damhirsch die Damhirschee



Weiterführende Informationen zum Grundwort Damhirsch
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Info - Damhirsch

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Weiterführende Informationen zum Wort Damhirsch

Entstehung: ie. *dem(ə)- = zähmen, bändigen → griech. damálēs (δαμάλης) = junger Stier → lat. damma, spätlat. dāma → 8. Jh. ahd. dām, tām; 9. Jh., dāmo, tāmo; 12. Jh. mhd. tāme, damme, bis ins 17. Jh. Dam = gezähmtes Horntier; ab dem 16. Jh. wird Dam zur Verdeutlichung zunehmend ergänzt mit den Domen Hirsch oder Bock = Damhirsch, Dambock.

ahd. tamo, tame = Wild → mhd. dam → nhd. Dam (Wildart) + Hirsch (männliches Tier mit Geweih)

Damhirsch = „Hirsch aus der Gruppe des Damwilds“

Wortbildungen: Dam: Dambock, Damleder, Damtier, Damwild (Damwildgehege);

Damhirsch: Damhirschgeweih, Damhirschjagd, Damhirschkalb, Damhirschragout

Ableitungen: -
Rechtschreibung: Das a im ersten Wortteil wird kurz und betont gesprochen, [ˈdam]. Das führt nicht selten dazu, dass das Wort Damhirsch fälschlich mit doppeltem m geschrieben wird (falsch: *Dammhirsch).
Interessantes: Der Damhirsch stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und wurde schon in der Antike als Jagdtier gehalten.

Typisch ist sein schaufelförmiges Geweih, das ihn von anderen Hirscharten unterscheidet.

Das Wort zeigt eine klassische Zusammensetzung aus Tiergruppe (Dam) und genauer Bestimmung (Hirsch).

Unikales Morphem ?

Das Morphem dam ist heute nur noch in Fach- oder Tierbezeichnungen gebräuchlich. im allgemeinen Sprachgebrauch kommt es nicht isoliert vor. Hiervon gibt es verschiedene Wortbildungen (sh. Tabelle oben).
Pik-Kreis-rot.jpg Das Morphem dam ist in dieser Bedeutung daher kein unikales Morphem.

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Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (siehe Adelung, Goethe, Grimm-1, Grimm-2), ZDL, Wikipedia, Duden-online

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Dienstag

Wortherkunft

Herr Alt Bei den Germanen nannte man eine Volksversammlung Thing. Der germanische Gott Tyr war der Beschützer dieser Versammlung.

Der Name Dienstag geht auf das alte Wort thingsus zurück. Diese bedeutete Beschützer des Things. Aus dieser Form entwickelte sich später das heutige Wort Dienstag.

Der Wortteil dien hat also nichts mit dem Verb dienen zu tun.

Fremdsprachen

Frau Fremd In allen nordgermanischen Sprachen ist die Bezeichnung für den Dienstag vom Germanischen Gott Tyr bzw. thingsus abgeleitet. Hier einige Beispiele:
Sprache Wochentag Aussprache
Deutsch Dienstag [ˈdiːnstaːk]
Dänisch tirsdag [ˈtsʰiɐ̯sdæˀ]
Englisch Tuesday [ˈtjuːzdeɪ]
Niederländisch dinsdag [ˈdɪnz.dɑx]
Norwegisch tirsdag [ˈtiːʂdɑːɡ]
Schwedisch tisdag [ˈtiːsdaɡ]

Hinweise zum Wort Dienstag

Bedeutung: der zweite Tag der Woche
Beispielsatz: Am Dienstag gehe ich mit meiner Freundin ins Kino.
Wortinfo: Wortart: Nomen, der Dienstag; meist ohne Plural

Worttrennung: Diens-tag

Aussprache: [ˈdiːnstaːk]

Wortformen

Das Grundwort Dienstag wird fast immer nur in der Einzahl (Singular) verwendet. Eine Mehrzahl (Plural) kommt nur selten vor. Im 2. Fall (Genitiv) wird häufig ein s angehängt.

Singular Plural (selten)
1. Fall Nominativ der Dienstag die Dienstage
2. Fall Genitiv des Dienstags, des Dienstages der Dienstage
3. Fall Dativ dem Dienstag den Dienstagen
4. Fall Akkusativ den Dienstag die Dienstage



Weiterführende Informationen zum Grundwort Dienstag
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Info - Dienstag

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Weiterführende Informationen zum Wort Dienstag

Entstehung: Bei den Römern hieß der Kriegsgott Mārs. Danach ist auch der Planet Mars benannt. Die Germanen übernahmen von den Römern das System der Benennung der Wochentage. Der germanische Kriegsgott hieß *Þingsaz (latinisiert Thingsus).

Das Wort hängt mit dem germanischen Thing zusammen. So nannte man früher eine Volksversammlung oder ein Gericht. Der Gott Tyr (Thingsus) galt als Beschützer solcher Versammlungen. Der Tag wurde deshalb nach ihm benannt.

Daraus entwickelte sich im 12. Jh. ahd. ziestag, mhd. ziestac. Zunächst verbreitete sich der niederdeutsche Name dingesdach, dinstag am Niederrhein (13. Jh.) von dort verbreitete er sich bis zum 17. Jh. auf den gesamten deutschsprachigen Raum.

Wortbildungen: -
Ableitungen: -

Wochentage

Die Römer nannten die Wochentage nach den damals bekannten Planeten der Erde. Die einzelnen Planeten waren für die Römer zugleich Götter. Die Germanen übernahmen dieses System. Sie änderten die Namen und benannten die Wochentage nach ihren Göttern. Als die Christen die germanischen Länder missionierten versuchten sie, diese heidnischen Namen der Wochentage umzubenennen. Dies konnten sie jedoch nur bei dem Mittwoch (Mitte der Woche) und dem Samstag (Ableitung vom hebräischen Sabbat = Ruhetag) durchsetzen.
Die Zählung der Wochentage begann bei den Römern mit dem Sonnengot (Sonntag). Erst mit Beschluss der UNO 1978 setzte sich weltweit die heute gebräuchliche Zählung mit dem Montag als ersten Tag der Woche durch.

röm. Zählung Römische Planeten Germanische Götter germanisch Mythologie seit 1978 UNO Tag Wochentag heute
2 Mond Mani Gott des Mondes 1 Montag germ. Gott
3 Mars Tyr/Tiu/ Ziu, Thingsus Gott des Krieges und des Rechts 2 Dienstag germ. Gott
4 Merkur Wodan, Odin, Futhark Hauptgott der Germanen 3 Mittwoch Mitte der Woche
5 Jupiter Donar, Thor Gott des Donners 4 Donnerstag germ. Gott
6 Venus Frija/Frigg Schutzgöttin der Ehe und des Lebens 5 Freitag germ. Gott
7 Saturn Saturn; Sabbat Gott der Aussaat; Ruhetag (Judentum) 6 Samstag hebr. Sabbat
1 Sonne Sonne, Sol Sonnengott (lat. männl. / germ. weibl.) 7 Sonntag röm./germ. Gott

Unikales Morphem ?

Das Morphem dien kommt in dieser Bedeutung im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert vor.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem dien in der Wortbildung Dienstag kann daher als unikales Morphem betrachtet werden.

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Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz, OWID, ZDL

Fremdsprachen: Dänisch, Englisch, Niederländisch, Norwegisch, Schwedisch

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Duckdalbe

Wortherkunft

Herr Alt Vermutlich stammt das Wort Duckdalbe aus den Niederlanden. Dort bedeutet das Verb duiken = tauchen. Einen Pfahl oder eingerammten Pfosten nennt man dort dalbe.

Die Duckdalbe ist also ein Pfahl, der tief in den Boden des Hafens eingetaucht oder eingerammt ist.

Herr Fremd
ChatGPT Duckdalbe 20260305.jpg
Auch in anderen Sprachen rund um die Nordsee findet man ähnliche Wörter. Allen liegt das niederländische Wort dukdalve zugrunde.

Hinweise zum Wort Duckdalbe

Bedeutung: Im Hafenboden eingerammte Pfähle, die der Markierung der Fahrrinne dienen oder an denen Schiffe festgemacht werden können.
20260304 Dalben Oberhafenkanal Hamburg 06.jpg
20260304 Dalbe 02 KMJ.jpg
Beispielsatz: Die Duckdalben markieren die Fahrrinne für die Schiffe.
Wortinfo: Wortart: Nomen: die Duckdalbe, die Duckdalben

Worttrennung: Duck-dal-be

Aussprache: [ˈdʊkˌdalbə]

Unterschied:
20260304 Dalben.jpg
Meist wird ein einzelner Pfahl als Dalbe und eine Pfahlgruppe als Duckdalbe bezeichnet. Die oberen Bilder zeigen also Duckdalben. Hier sind jeweils drei Pfähle miteinander verbunden. Das rechte Bild zeigt in der Mitte drei Dalben, also einzelne Pfähle, an denen längere Schiffe festmachen können.

Wortformen

In der Einzahl (Singular) übernehmen alle vier Fälle das Grundwort. In der Mehrzahl (Plural) wird an das Grundwort ein n angehängt.

Singular Plural
1. Fall Nominativ die Duckdalbe die Duckdalben
2. Fall Genitiv der Duckdalbe der Duckdalben
3. Fall Dativ der Duckdalbe den Duckdalben
4. Fall Akkusativ die Duckdalbe die Duckdalben



Weiterführende Informationen zum Grundwort Duckdalbe
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Info - Duckdalbe

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Weiterführende Informationen zum Wort Duckdalbe

Entstehung: Die Herkunft des Wortes Duckdalbe ist unklar. Es gibt drei verschiedene Erklärungsansätze:
  1. Das Wort Duckdalbe stammt aus dem Niederländischen. Dort bedeuten duiken = (ein)tauchen und dalbe = eingerammter Pfahl im Wasser. Demnach ist die Duckdalbe ein Pfahl, der tief in den Boden eines Hafens eingerammt wird.
  2. Der spanische Feldherr und Herzog von Alba (spanisch Duque de Alba) war in der Mitte des 16. Jh. Stadthalter in den Niederlanden (die damals noch eine spanische Kolonie waren) und ließ dort den calvinistischen Aufstand (Bildersturm) brutal niederschlagen. Er soll in den niederländischen Häfen Pfähle anlegen lassen, damit auch größere (Kriegs)Schiffe dort anlegen konnten. In Spanien nennt man die Dalben duque de Alba. Auch in Dänemark ist die Bezeichnung duc d’albe geläufig. Möglich ist aber auch, dass diese Namensgebung eine spätere Umdeutung des niederländischen Begriffes (sh. 1.) ist.
  3. Als eher unwahrscheinlich gelten Ableitungen von niederdeutschen, westfriesischen oder englischen Wörtern, wie z. B. von engl. dock = Dock (Anlage zum Warten von Schiffen, nl. dokke). Ebenfalls unwahrscheinlich sind Ableitungen von den Verben (an)docken = etwas fest verbinden oder ducken = sich schnell nach unter beugen. Der zweite Teil (dalbe) könnte von niederländisch dalle/dallen = Balken, Schlucht, Tal abgeleitet sein. Auch dieser Erklärungsversuch wird heute eher als unwahrscheinlich angesehen.
Wortbildungen: Zum Bestandteil dalbe gibt es mehrere Wortbildungen:

Anlegedalbe, Eisbrecherdalbe, Führungsdalbe, Leitdalbe, Leuchtfeuerdalbe, Schutzdalbe, Streichdalbe, Vertäuungsdalbe

Interessantes: Eine anschauliche Beschreibung von Dalben und ihrer Funktion in Häfen findest du bei Wikipedia zum Stichwort Dalbe.

Sprachvergleich

In fast allen europäischen Ländern wird der Begriff Duckdalbe vom niederländischen dukdalve abgeleitet. In einigen Ländern (z. B. Dänemark, Spanien) wird auch auf den Herzog von Alba Bezug genommen. Die genaue Bedeutung (Pfahlgruppe im Hafen zum Festmachen oder Abweisen von Schiffen) ist überall ähnlich. In einigen Ländern werden auch die Markierungen einer Fahrrinne mit dem Begriff Dalbe bezeichnet.

Sprache Dalbe Duckdalbe Quellen
Deutsch Dalbe Duckdalbe Wikipedia
Niederländisch dalf dukdalf / dukdalve Wikipedia
Norwegisch dalbe / pæle dykdalb Wikipedia
Dänisch dalbe dukdalbe / duc d’albe Wikipedia
Schwedisch dykdalb Wikipedia
Englisch dolphin Wikipedia
Französisch duc-d’Albe Wikipedia
Spanisch duque de Alba Wikipedia

Unikales Morphem ?

Da das niederländische Wort an die deutsche Schreibung angepasst wurde (Lehnwort) wird es nicht als Fremdwort behandelt. Es gibt keinen etymologischen Zusammenhang zum Verb ducken.

Das Morphem duck kommt im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert vor und nur in der Wortbildung Duckdalbe.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem duck ist daher ein unikales Morphem.
Das Morphem dalbe kommt isoliert und in mehreren Wortbildungen vor.
Pik-Kreis-rot.jpg Das Morphem dalbe ist daher kein unikales Morphem.

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Belege/Quellen

Etymologie und Rechtschreibung: DWDS, OWID, ZDL, Wikipedia, Duden-online

Weitere Quellen wurden im Text verlinkt (sh. Tabelle in Kap. Sprachvergleich).

Landkarte: Die Landkarte wurde aus den Daten der Übersetzungen (sh. Tabelle in Kap. Sprachvergleich) mit Hilfe von ChatGPT erstellt.

Abbildungen: Die Abbildungen von Dalben wurden von Wikipedia und elbetreff.de (Herzlichen Dank an Andreas Glock für die Genehmigung für die Verwendung der Abbildung.) entnommen.

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dunnemals

Wortherkunft

Herr Alt Das Wort stammt aus dem Niederdeutschen. Dort bedeutet dunn so viel wie dann oder damals.

Das Wort dunnemals ist eine Verkürzung von anno dunnemals. Diese Redewendung bedeutete ursprünglich: damals, vor langer Zeit.

Hinweise zum Wort dunnemals

Bedeutung: damals
Beispielsatz: Dunnemals gab es noch eine Volksschule.
Wortinfo: Wortart: Adverb

Worttrennung: dun-ne-mals

Aussprache: [ˈdʊnəmaːls]

Wortformen

Das Wort dunnemals ist ein Adverb. Adverbien haben keine verschiedenen Wortformen.



Weiterführende Informationen zum Grundwort dunnemals
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Info - dunnemals

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Weiterführende Informationen zum Wort dunnemals

Entstehung: 19. Jh. Das Wort stammt aus dem niederdeutschen dunn = dann, damals.

Es entwickelte sich aus der Redewendung anno dunnemals.

Wortbildungen: -
Ableitungen: -
Interessantes: Das lateinische Wort anno bedeutet im Jahre. Seit dem 15. Jahrhundert stellte man es häufig vor Datierungen.

Daraus entstanden später verschiedene scherzhafte Redewendungen für vor langer Zeit:

  • anno dazumal - damals, vor langer Zeit
  • anno dunnemals - damals
  • anno Tobak - vor langer Zeit, als man zu Tabak noch Tobak sagte. (Das Wort Tabak stammt von den Ureinwohnern Nordamerikas. Sie nannten ihre Pfeifen nach der Antilleninsel Tobago, die in ihrer Form den Pfeifen ähnelt. Aus diesem Namen hat sich Tobak und hieraus unser heutiges Wort Tabak entwickelt.)
  • anno pief - vor langer Zeit, als man noch nicht Tabak in Pfeifen (ahd. fîfâ, nd. pipe) rauchte
  • anno Tuck - damals, als es noch nicht Gewohnheit war (mhd. tuc = stoßen, schlagen, Tuck = Bewegung, Gewohnheit)
  • anno Leipzig-einundleipzig - vor langer Zeit, vor dem deutsch-französischen Krieg von 1870/71 (mehr)

Unikales Morphem ?

Das Morphem dunn(e) kommt im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und auch in keinen anderen Wortbildungen vor.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem dunn(e) ist daher ein unikales Morphem.

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Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz, ZDL

Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen



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Eberesche

Wortherkunft

Herr Wort Der erste Teil des Wortes (eber) hat seinen Namen von der Farbe der Blätter und Früchte. Das alte (gallische) Wort eburo bedeutete rötlich braun.

Die Blätter der Eberesche ähneln den Blättern einer Esche. Daher stammt der zweite Teil des Wortes. Beide Bäume haben außer dem Namen sonst keine Gemeinsamkeiten.

Die rohen Beeren der Eberesche sind für Menschen zwar nicht giftig, können aber durch ihren bitteren Geschmack Bauchschmerzen verursachen. Wenn sie aber gekocht werden, dann verlieren sie ihre Bitterkeit.

Die Beeren der Eberesche werden von vielen Vogelarten als Nahrung geschätzt. Daher wird dieser Baum auch Vogelbeere genannt.

Die folgenden Bilder zeigen links eine Allee mit Ebereschen. Hier kannst du schön die rötlich braune Farbe der Blätter erkennen. Danach ist der Baum im ersten Wortteil benannt: eber = rötlich braun. Daneben siehst du die Blätter und Früchte der Eberesche. Im Vergleich siehst du auf dem Bild daneben die Blätter einer Esche. Die Blätter der beiden Bäume sind sehr ähnlich. Daran kannst du erkennen, warum die Leute früher den zweiten Teil des Namens nach der Esche genannt haben.
Wenn du mehr über die Eberesche wissen möchtest, dann findest du auf der Infoseite weitere Hinweise.

Hinweise zum Wort Eberesche

Bedeutung: Laubbaum mit rötlich braunen Früchten
Beispielsatz: Die Eberesche ist ein anderer Name für die Vogelbeere.
Wortinfo: Wortart: Nomen

Worttrennung: Eber-esche

Aussprache: [ˈeːbɐˌʔɛʃə]

Wortformen

In allen vier Fällen ist die Endung für die Einzahl (Singular) e und für die Mehrzahl (Plural) en:
Singular Plural
1. Fall Nominativ die Eberesche die Ebereschen
2. Fall Genitiv der Eberesche der Ebereschen
3. Fall Dativ der Eberesche den Ebereschen
4. Fall Akkusativ die Eberesche die Ebereschen



Weiterführende Informationen zum Grundwort Eberesche
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Info - Eberesche

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Weiterführende Informationen zum Wort Eberesche

Entstehung: ie. *erb(h)-, *reb(h)- = dunkelrötlich, bräunlich; air. ibar = Eibe; ahd. asc, mhd. asch = Esche; frühnhd. eberboum, eberasch, hd. Eberesche
Wortbildungen: -
Ableitungen: -
Interessantes: Wenn du mehr über die Eberesche erfahren möchtest, so findest du leicht verständliche Beschreibung auf folgenden Internetseiten:Botanikus, Ökolandbau, NABU
Die Schutzgemeinschaft deutscher Wald (SDW) benennt jedes Jahr einen Baum zum Baum des Jahres. Viele Bilder und eine umfangreiche Beschreibung findest du auf der Internetseite der Schutzgemeinschaft deutscher Wald: Baum des Jahres 1997: die Eberesche.

Unikales Morphem ?

Das Morphem eber kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert sondern nur in Verbindung mit Esche vor. Ein etymologischer Zusammenhang zum gleichlautenden Morphem Eber (= männliches Schwein, ahd. ebur, mhd. eber) besteht nicht.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem eber ist in dieser Bedeutung ein unikales Morphem.

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Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, OWID, ZDL sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: Duden Online-Wörterbuch, wissen.de, Wortbedeutung.info

Abbildungen: Wikipedia: Eberesche: 1 a) Von Mbdortmund - Eigenes Werk, GFDL 1.2, 1 b) Von Straktur - Eigenes Werk, CC BY 3.0, Wikipedia: Esche: 2 a) Von AnRo0002 - Eigenes Werk, CC0, 2 b) CC BY-SA 3.0

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Eierschecke

Wortherkunft

Herr Alt Aus Eiern, Quark, Rosinen und Mandelsplittern bestehende Überzugmasse für einen Blechkuchen. In manchen Gegenden werden auch Äpfel, Quark und Mohn verwendet. Der Ursprung des Grundwortes ist unklar.

Hinweise zum Wort Eierschecke

Bedeutung: Die Eierschecke ist eine Kuchenspezialität. Diese kommt ursprünglich aus Sachsen und Thüringen.
Beispielsatz: Ich mag vor allem die Dresdener Eierschecke.
Wortinfo: Wortart: Nomen

Worttrennung: Ei-er-sche-cke

Aussprache: [ˈaɪ̯ɐˈʃɛkə]

Wortformen

In fast allen vier Fällen wird in der Einzahl (Singular) das Grundwort Eierschecke und in der Mehrzahl (Plural) Eierschecken verwendet.
Singular Plural
1. Fall Nominativ die Eierschecke die Eierschecken
2. Fall Genitiv der Eierschecke der Eierschecken
3. Fall Dativ der Eierschecke den Eierschecken
4. Fall Akkusativ die Eierschecke die Eierschecken



Weiterführende Informationen zum Grundwort Eierschecke
Wörter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z


Info - Eierschecke

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Weiterführende Informationen zum Wort Eierschecke

Entstehung: Schecke: ahd. schecho, mhd. schëcke, schëgge - eng anschliessender durchsteppter leibrock, der auch als panzer gebraucht wurde (sh. Quelle). Eierschecke: Im 14. Jh. war Schecke die Bezeichnung für einen Männerrock, der an der Taille mit einem breiten Gürtel eng geschnürt wurde. Diese Dreiteilung des Rocks war vermutlich Namensgeber für das Wort Eierschecke (sh. Quelle).
Wortbildungen: -
Ableitungen: -
Interessantes: Kochrezepte (nicht werbefrei): Die Eierschecke, Dresdener Eierschecke, Freiberger Eierschecke,

Unikales Morphem ?

Das Morphem scheck(e) kommt in dieser Bedeutung im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und auch in keinen anderen Wortbildungen vor.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem scheck(e) ist daher ein unikales Morphem.

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Belege/Quellen

DWDS, OWID, ZDL sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: Duden Online-Wörterbuch, wissen.de, Wortbedeutung.info

Entstehung: Wikipedia, Mittelhochdeutsches Wörterbuch (BMZ), Mittelhochdeutsches Handwörterbuch (Lexer),

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Elfenbein

Wortherkunft

Herr Alt Aus dem althochdeutschen Wort für helfant (= Elefant) entwickelte sich schon früh das Wort helfenbein. Das althochdeutsche Wort bein hatte früher auch die Bedeutung Knochen. Das helfenbein war also ein Knochen des Elefanten.

Hinweise zum Wort Elfenbein

Bedeutung: Material von Tierzähnen, Stoßzähne vor allem von Elefanten, Mammut und Walen
Beispielsatz: Die Stoßzähne der Elefanten sind aus Elfenbein.
Wortinfo: Wortart: Nomen

Worttrennung: El-fen-bein

Aussprache: [ˈɛlfn̩ˌbaɪ̯n]

Wortformen

In fast allen vier Fällen wird das Grundwort Elfenbein verwendet. Im 2. und 3. Fall Einzahl (Genetiv, Singular) gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten. In der Mehrzahl (Plural) wird ein e an das Grundwort angehängt. Im 3. Fall Mehrzahl (Dativ, Plural) wird n ergänzt.:
Singular Plural
1. Fall Nominativ das Elfenbein die Elfenbeine
2. Fall Genitiv des Elfenbeins, des Elfenbeines der Elfenbeine
3. Fall Dativ dem Elfenbein, dem Elfenbeine den Elfenbeinen
4. Fall Akkusativ das Elfenbein die Elfenbeine
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Info - Elfenbein

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Entstehung: Elefant: griech. ἐλέφας (eléphās) > ahd. helfant; ahd. helfantbein = Elefantenknochen, Elfenbein, mhd. helfenbein; ab 16. Jh. auch elfenbein (in Angleichung an griech. und lat. ohne h)
Wortbildungen:

Elfenbein:

Adjektive: elfenbeinartig, elfenbeinern, elfenbeinfarben

Nomen: Elfenbeinarbeit, Elfenbeinbüste, Elfenbeinexport, Elfenbeinfächer, Elfenbeinfarbe, Elfenbeinfigur, Elfenbeingegenstand, Elfenbeingriff, Elfenbeinhandel, Elfenbeinhändler, Elfenbeinimitation, Elfenbeinjäger, Elfenbeinkamm, Elfenbeinkästchen, Elfenbeinknopf, Elfenbeinkopf, Elfenbeinkugel,Elfenbeinlöffel,Elfenbeinpalast, Elfenbeinporzellan, Elfenbeinschnitzerei, Elfenbeinthron, Elfenbeinturm (Redensart), Elfenbeinturm , Mammutelfenbein, ...

Namen: Länder: Elfenbeinküste (Land in Afrika)

Pflanzen: Elfenbein-Mannstreu (Pflanze), Elfenbeinröhrling (Pilzart), Elfenbeinschneckling (Pilzart),

Tiere: Elfenbein-Federlibelle (Libellenart), Elfenbein-Flechtenbärchen (Schmetterling), Elfenbeinmöwe (Mövenart), Elfenbeinspecht (Vogelart), ...

sonstiges: Elfenbeinturm (Metapher), Elfenbeinmuseum in Schloss Erbach
Ableitungen: -
Interessantes: Interessante Artikel für Kinder findest du im Klexikon (Elefant, Elfenbein) und im Mini-Klexikon (Elefant, Elfenbein). eine interessante Sendung für Kinder über Elefanten, Elfenbein und Elfenbeinschmuggel findest du in der Sendereihe Löwenzahn.

Unikales Morphem ?

Das Morphem elfen kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert vor. Wortbildungen sind nur zusammen mit dem Nomen bein bekannt. Einen etymologischen Zusammenhang des Wortes mit dem Zahlwort elf oder den Elfen (Fabelwesen) gibt es nicht.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem elfen ist daher ein unikales Morphem.

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Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (versch. Wörterbücher, vor allem Adelung, Goethe, Grimm), OWID, ZDL sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: Duden Online-Wörterbuch, wissen.de, Wortbedeutung.info

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emsig

{{DISPLAYTITLE:emsig}}


Wortherkunft

Herr Alt Aus dem alten Adjektiv emiʒ (= fortwährend, ständig, immer) entwickelte sich schon im frühen Mittelalter die Adjektivform mit der Nachsilbe (Suffix) -ig, zunächst emiʒʒig, später emʒic. in der Bedeutung häufig, eifrig.
Das Wort kommt nur im deutschsprachigen Raum vor.

Hinweise zum Wort emsig

Bedeutung: ausdauernd, mit großem Eifer und fleiß arbeiten; unermüdlich, tüchtig
Beispielsatz: Die Bienen sammeln emsig Pollen und fliegen von Blüte zu Blüte.
Wortinfo: Wortart: Adjektiv

Worttrennung: em-sig

Aussprache: [ˈɛmzɪç]

Wortformen

Das Adjektiv emsig wird regelhaft gesteigert.:
Grundstufe (Positiv) Vergleichsstufe (Komparativ) Höchststufe (Superlativ)
emsig emsiger am emsigsten

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Info - emsig

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Entstehung: ahd. emiʒʒīg, emeʒʒīg, mhd. emʒec, emʒic = beständig, fortwährend, beharrlich
Wortbildungen: -
Ableitungen: Emsigkeit

Unikales Morphem ?

Das Morphem ems im Adjektiv emsig kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert vor. Von diesem Morphem gibt es nur eine Ableitung/Wortbildung (= Emsigkeit). Die Grundlage ist die Wortbildung ems + ig. Einen etymologischen Zusammenhang mit anderen gleichlautenden Morphemen oder Namen gibt es nicht.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem ems ist daher in dieser Bedeutung ein unikales Morphem.

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Engerling

Wortherkunft

Herr Alt Aus dem althochdeutschen Wort angar = Made, Larve wurde später enger und dann die Verkleinerungsform Engerling.

Hinweise zum Wort Engerling

Bedeutung: Der Engerling ist die Larve eines Maikäfert
Beispielsatz: Die Engerlinge fressen die Wurzeln von unterschiedlichen Pflanzen.
Wortinfo: Wortart: Nomen

Worttrennung: En-ger-ling, En-ger-lin-ge

Aussprache: [ˈɛŋɐlɪŋ]

Interessantes: Zu den Maikäfern gibt es eine interessante Seite im Klexikon. Dort findest du auch eine Beschreibung der Entwicklung von der Larve (Engerling) bis zum Käfer.
20260303 Engerling Maikäfer melolontha 08.JPG
Die Engerlinge unterscheiden sich von anderen Larven unter anderem durch ihre Form. Sie sehen fast wie der Buchstabe "C" aus.

Wortformen

In fast allen vier Fällen wird das Grundwort Engerling verwendet. Im 2. Fall Einzahl (Genetiv, Singular) wird ein s angehängt. In der Mehrzahl (Plural) wird ein e angehängt und im 3. Fall Mehrzahl (Dativ, Plural) zusätzlich ein n ergänzt.:
Singular Plural
1. Fall Nominativ der Engerling die Engerlinge
2. Fall Genitiv des Engerlings der Engerlinge
3. Fall Dativ dem Engerling den Engerlingen
4. Fall Akkusativ den Engerling die Engerlinge

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Info - Engerling

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Entstehung: ie. *angu̯(h)- = Schlange, ahd. angar, mhd. anger, enger = Enger; bereits im 10. Jh. auch mit dem Suffix -ring und später -ling; ahd. engiring, engirling, mhd. engerlinc.
Wortbildungen: -
Ableitungen: -
Interessantes: Als Engerling wird nicht nur die Larve des Maikäfers genannt. In der Biologie zählen hierzu alle Larven der Familie der Scarabaeoidea, also auch die Larven Blatthornkäfer, Erdkäfer, Hirschkäfer, Mistkäfer, Rosenkäfer und weltweit über 35.000 weitere Arten. (Quelle).

Unikales Morphem ?

Das Morphem enger kommt nicht isoliert vor und hiervon gibt es auch keine Wortbildungen. Die Bezeichnung für die Maikäfer Larven als Engerling ist nicht verwandt mit dem Adjektiv eng.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem enger ist in dieser Bedeutung daher ein unikales Morphem.

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entbehren

{{DISPLAYTITLE:entbehren}} entbehrlich, Entbehrung #REDIRECT [[entbehren]]


Wortherkunft

Herr Alt Das mittelhochdeutsche Verb enbern ist eine Verneinung des untergegangenen Verbs beran, bern = tragen. Die erste Silbe en ist die Verneinung. Ursprünglich bedeutete das Wort also etwas nicht tragen oder etwas nicht bei sich tragen. Das, was man nicht bei sich tragen kann, das braucht man auch nicht. So hat sich aus enbern = nicht tragen die Bedeutung ermangeln und vermissen entwickelt.
Herr Wort Das untergegangene Verb beran (bern) ist auch noch in anderen Wörtern zu finden, zum Beispiel:
  • gebären, mittelhochdeutsch gebern = zu Ende getragen, dazu gehört auch das Nomen Geburt
  • Eimer, mittelhochdeutsch einber = ein Behälter, den man mit einer Hand tragen kann
  • Zuber, zu = zwei, also ein Behälter, den man mit zwei Händen tragen muss

Hinweise zum Wort entbehren

Bedeutung: etwas oder jemanden vermissen
Beispiel: Ich habe als Kind früher vieles entbehren müssen.

Ich möchte dich für keinen Tag in meinem Leben entbehren.

Wortinfo: Wortart: Verb

Worttrennung: ent-beh-ren

Aussprache: [ɛntˈbeːʁən]

Wortformem (Flexion)

Gegenwart

(Präsens)

1. Vergangenheit

(Präteritum)

2. Vergangenheit

(Perfekt)

Einzahl

(Singular)

1. Person ich entbehre ich entbehrte ich habe entbehrt
2. Person du entbehrst du entbehrtest du hast entbehrt
3. Person er/sie/es entbehrt er/sie/es entbehrte er/sie/es hat entbehrt
Mehrzahl

(Plural)

1. Person wir entbehren wir entbehrten wir haben entbehrt
2. Person ihr entbehrt ihr entbehrtet ihr habt entbehrt
3. Person sie entbehren sie entbehrten sie haben entbehrt

Weiterführende Informationen zum Grundwort entbehren
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Info - entbehren

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Weiterführende Informationen zum Wort entbehren

Entstehung: Aus dem Verb ahd. beran, mhd. bern = tragen, hervorbringen hat sich mit dem altdeutschen Präfix in- = nein, nicht (als Negation ahd. inberan (9. Jh.), mhd. enbern = nicht tragen entwickelt. Das ursprüngliche Verb (beran, bern) ist schon früh untergegangen und kommt nur noch in einigen Regiolekten vor. Das Präfix ahd. in- und mittelhochdeutsch en- ist in späterer Zeit an das verbreitete Präfix ent- angepasst worden.
Wortbildungen:

(entbehren):

Nomen: Entbehrung, Entbehrlichkeit, Unentbehrlichkeit

Adjektive: entbehrlich, entbehrt, entbehrungsreich, entbehrungsvoll, langentbehrt, unentbehrlich

verwandte Wörter: Es gibt einige Wörter, die mit dem untergegangenen Verb mhd. bern (= tragen) verwandt bzw. hiervon abgeleitet sind. Dazu gehören die oben genannten Wörter gebären, Geburt, Eimer und Zuber. Hier sind weitere Wörter, denen man diesen Zusammenhang nicht auf den ersten Blick ansehen kann:
  • Bürde = im übertragenen Sinn eine Last tragen - ie. *bher(ə), germ. *burþīn, ahd. burdī, mhd. bürde
  • Bahre = Trage, Gestell, auf der ein Toter getragen wird - ie. *bher(ə), germ. *bērō, ahd. bāra (8./9. Jh.), mhd. bāre
  • Gebärde = ie. *bher(ə), ahd. gibārida, mhd. gebærde
  • gebaren = ie. *bher(ə), ahd. gibārōn, mhd. gebāren
  • gebühren (Gebühr) = sich zutragen, zufallen - * bher(ə), germ. *(gi)burjan, ahd. giburien, giburren, mhd. gebürn
Das mittelhochdeutsche Präfix en- (ahd. in-) führt zusammen mit dem mittelhochdeutschen Verb bern in der Bedeutung heben, erhaben auch zu weiteren Verwandtschaften, zum Beispiel: empor (ahd. in bore, mhd. enbore = in die Höhe), empören (ahd. irbōren, mhd. enbœ̅ren = erheben). Die gleiche germanische Wurzel haben auch die Wörter Berg (* bherg̑os-, germ. *berga-, mhd. berc = hoch erhaben) und Burg (germ. *burg-, mhd. burc = befestigte Höhe). Damit sind auch viele Vor- und Ortsnamen mit dem untergegangenen althochdeutschen Verb beran verwandt, von Birgit (die Erhabene) und Ingeborg (die Hüterin) bis Augsburg und Wittenberg.

Unikales Morphem ?

Das zugrunde liegende gemeingermanische Verb beran, ber ist ausgestorben. Erhalten geblieben ist das Morphem ber nur in der ursprünglich verneinenden Bedeutung mit dem Präfix ent-. Hiervon sind auch alle Wortbildungen mit dem Morphem ent- + behr abgeleitet.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem behr ist in dieser Bedeutung daher ein unikales Morphem.

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erwähnen

Wortherkunft

Herr Alt Das Wort ist von dem ausgestorbenen mittelhochdeutschen Wort ge-wähenen = sagen, berichten, gedenken abgeleitet. Hieraus entwickelte sich später unsere heutige Bedeutung.
Das Verb erwähnen ist nicht verwandt mit dem Nomen Wahn und dem hiervon abgeleiteten Verb wähnen.

Hinweise zum Wort erwähnen

Bedeutung: a) etwas beiläufig anmerken

b) etwas urkundlich nennen, anführen

Beispielsatz: a) Er hat in unserem Gespräch gestern gar nicht erwähnt, dass er vor drei Wochen operiert wurde.

b) Der Name unserer Stadt wurde bereits im 12. Jahrhundert in einer Urkunde erwähnt.

Wortinfo: Wortart: Verb

; ich erwähne, du erwähnst, er/sie/es erwähnt, wir erwähnen; wir haben erwähnt

Worttrennung: er-wäh-nen

Aussprache: [ɛɐ̯ˈvɛːnən]

Wortformem (Flexion)

Gegenwart

(Präsens)

1. Vergangenheit

(Präteritum)

2. Vergangenheit

(Perfekt)

Einzahl

(Singular)

1. Person ich erwähne ich erwähnte ich habe erwähnt
2. Person du erwähnst du erwähntest du hast erwähnt
3. Person er/sie/es erwähnt er/sie/es erwähnte er/sie/es hat erwähnt
Mehrzahl

(Plural)

1. Person wir erwähnen wir erwähnten wir haben erwähnt
2. Person ihr erwähnt ihr erwähntet ihr habt erwähnt
3. Person sie erwähnen sie erwähnten sie haben erwähnt



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Info - erwähnen

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Entstehung: ahd. giwahanen neben giwahan, mhd. gewähenen, seit 16. Jh. als erwähnen im heutigen Sinne belegt

in Abgrenzung hierzu und nicht verwandt: ahd. mhd. wān, wōn = Vermutung, Meinung, Hoffnung, Erwartung, Vorstellung, Scheu (sh. DWDS); ab 16. Jh. = Selbsttäuschung, ab 18. Jh. trügerische Vorstellung, Medizin: krankhafte Erscheinung, zwanghafte Einbildung

Bedeutungs-

Unterschied:

Die Stadt Soest wurde bereits 836 urkundlich erwähnt. In einer alten Urkunde steht, dass die Stadt Lübeck bereits 1160 das Stadtrecht erhalten hat. Im ersten Beispiel bedeutet erwähnen, dass Soest möglicherweise schon sehr viel früher das Stadtrecht verlieben bekommen hat. Es bedeutet nicht, dass Soest 836 das Stadtrecht erhalten hat.
Wortbildungen: Adjektivbildungen: ersterwähnt, erwähnenswert, erwähntermaßen, obenerwähnt, vorerwähnt, unerwähnt, ...

Nomenbildungen: Ersterwähnung, Nichterwähnung, Obenerwähnte, ...

Ableitungen: Grundwort: erwähnen, Adjektiv: erwähnt, Nomen: Erwähnung

Unikales Morphem ?

Das Morphem wähn kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert vor. Wortbildungen kommen nur zusammen mit dem Präfix er- vor. Es gibt keinen Bedeutungszusammenhang zwischen dem Morphem wähn in erwähnen und wähn im Verb wähnen (Grundwort Wahn).
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem wähn ist daher ein unikales Morphem.

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Flederwisch

Wortherkunft

Herr Alt
20260226 Plumeau.jpg
Das Wort ist zusammengesetzt aus den mittelhochdeutschen Verben vlederen (= flattern) und wischen.

Früher nannte man den aus Gänsefedern zusammengebundenen Staubbesen auch federwisch.

In der Abbildung rechts findest du einige Beispiele wie diese Federwische früher ausgesehen haben.

Hinweise zum Wort Flederwisch

Bedeutung: a) Wisch aus Gänsefedern zum Abstauben

früher auch Handfeger, der aus Gänseflügeln hergestellt wurde.

b) Scherzhafte Bezeichnung für ein unruhiges, lebhaftes Kind.

Beispielsatz: a) Das Stubenmädchen fegt mit dem Flederwisch den Staub vom Schrank.

b) Rita ist ein richtiger wilder Flederwisch

Wortinfo: Nomen: der Flederwisch, die Flederwische; Worttrennung: Fle-der-wisch; Aussprache: [ˈfleːdɐˌvɪʃ]

Wortformen

Das Grundwort kommt nur im 1. (Nominativ) und 4. Fall (Akkusativ) in der Einzahl (Singular) vor. Für den 2. (Genitiv) und 3. Fall (Dativ) können zwei verschiedene Formen gebildet werden. In der Mehrzahl (Plural) wird an das Grundwort ein e ergänzt, im 3. Fall (Dativ) en.
Singular Plural
1. Fall Nominativ der Flederwisch die Flederwische
2. Fall Genitiv des Flederwischs, des Flederwisches der Flederwische
3. Fall Dativ dem Flederwisch, dem Flederwische den Flederwischen
4. Fall Akkusativ den Flederwisch die Flederwische

Weiterführende Informationen zum Grundwort Flederwisch
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Info - Flederwisch

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Weiterführende Informationen zum Wort Flederwisch

Entstehung: fledern: mhd. vlederen, vledern = flattern; mhd. vederwisch = Federwisch, seit 15. Jh. dann vlederwisch

wischen: ahd. wisken, mhd. wischen, wüschen

Ableitungen und Wortbildungen: fledern: hierzu Flederbeer, Fledermaus, Fledertier, zerfledern

fleddern: (rotw. fladern = waschen; vermutlich von mhd. vlederen abgeleitet), zerfleddern, Leichenfledderer, ...

Interessantes: Bei Wikipedia ist ein interessanter Artikel, der die Herstellung und Funktion der aus Gänsefedern gebundenen Handfeger oder Staubwedel beschreibt.

Unikales Morphem ?

Das Morphem fleder kommt isoliert im Verb fledern vor. Von diesem Verb gibt es weitere Wortbildungen, z. B. Flederhund, Fledermaus usw.
Pik-Kreis-rot.jpg Das Morphem fleder ist daher kein unikales Morphem.

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Abbildung: Flederwisch

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Firlefanz

Wortherkunft

Herr Alt Früher nannte man in Frankreich einen lustigen Tanz, in dem viel gehüpft und gesprungen wurde virelai. Daraus ist im späten Mittelalter das Wort firlifanz entstanden. Die Bedeutung überflüssiges Zeug und Unsinn hat sich hieraus erst später entwickelt.

Hinweise zum Wort Firlefanz

Bedeutung: überflüssiges, wertloses unnützes Zeug; törichtes Gerede; Unsinn
Beispielsatz: Nehmt keinen Firlefanz mit auf die Reise. Macht nicht so einen Firlefanz um die kleine Feier.
Wortinfo: Wortart: Nomen

Worttrennung: Fir-le-fanz

Aussprache: [ˈfɪʁləˌfants]

Wortformen

In der Einzahl (Singular) wird im 1., 3. und 4. Fall das Grundwort verwendet. Im 2. Fall Einzahl (Genetiv, Singular) wird ein es angehängt. In der Mehrzahl (Plural) wird im 1., 2. und 4. Fall ein e an das Grundwort ergänzt. Im 3. Fall Mehrzahl (Dativ, Plural) wird e durch en ersetzt.:
Singular Plural
1. Fall Nominativ der Firlefanz die Firlefanze
2. Fall Genitiv des Firlefanzes der Firlefanze
3. Fall Dativ dem Firlefanz den Firlefanzen
4. Fall Akkusativ den Firlefanz die Firlefanze



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Info - Firlefanz

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Weiterführende Informationen zum Wort Firlefanz

Entstehung: Die genaue Herkunft ist unklar. Vermutlich liegt dem Wort das  afrz. lai = Gedicht und afrz. virelai = Ringel-, Reigenlied zugrunde. Der zweite Teil des Wortes fanz könnte von mhd. tanz abgeleitet sein. Möglich ist aber auch, dass der Ursprung in dem  mhd. Wort alefanz = Schalk, Possen liegt.
Wortbildungen: Firlefanzerei, veraltet und heute nicht mehr gebräuchlich: firlefanzen, Firlefanzer
Ableitungen: -

Unikales Morphem ?

Die Morpheme firle und fanz kommen im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und auch in keinen anderen Wortbildungen vor.
Pik-Kreis-gruen.jpg Die Morpheme firle und fanz sind daher unikale Morpheme.

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garstig

Wortherkunft

Herr Wort Das Wort garstig beschreibt etwas, das unangenehm, widerlich oder böse wirkt. Das kann sich sowohl auf das Verhalten einer Person beziehen, als auch auf Gerüche oder Situationen.
Herr Alt Das Wort geht auf mittelhochdeutsch garst zurück, das „ranzig, schlecht riechend“ bedeutete.

Verwandt ist althochdeutsch gerstī = Hass, Groll.

Ursprünglich bezeichnete garstig also etwas, das Ekel oder Abscheu hervorruft. Die Bedeutung wurde später auf Verhalten von Menschen übertragen.

Hinweise zum Wort garstig

Bedeutung: 1. widerlich, ekelerregend

2. böse, gemein, unangenehm im Verhalten

Beispielsatz: Er war heute besonders garstig zu seinen Mitschülern.
Wortinfo: Wortart: Adjektiv

Worttrennung: gars-tig

Aussprache: [ˈɡaʁstɪç]

Wortformen

Das Wort garstig ist ein Adjektiv. Die Vergleichsformen werden regelmäßig gebildet.

Positiv Komparativ Superlativ
garstig garstiger am garstigsten



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Info - garstig

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Weiterführende Informationen zum Wort garstig

Entstehung: ie. *ghers-, *ghres- = Widerwille, Abscheu, Ekel → ahd. gerstī = Hass, Groll

→ mhd. garst = ranzig, übel riechend → nhd. garstig

Bedeutungsentwicklung: Ekel, Gestank → unangenehm → böse, gemein

Wortbildungen:
Ableitungen: Garstigkeit
Interessantes: Das Wort zeigt eine typische Bedeutungsverschiebung:
körperliche Wahrnehmung (Geruch) → moralische Bewertung (Charakter)

Ähnliche Entwicklungen gibt es bei Wörtern wie:

„faul“ (Geruch → Verhalten)
„stinkig“ (Geruch → Stimmung)

Das ältere Wort garst ist heute nicht mehr gebräuchlich.

Unikales Morphem ?

Das Morphem garst im Wort garstig kommt heute nicht mehr isoliert und nur in der Wortbildung garstig vor. Die einzige weitere Wortbildung (Garstigkeit) ist vom Adjektiv garstig abgeleitet.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem garst ist daher ein unikales Morphem.

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Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (vor allem Adelung, Goethe), ZDL, Duden-online

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Garaus

Wortherkunft

Herr Alt Das Adjektiv gar bedeutete im Mittelhochdeutschen „ganz, vollständig“, aus bedeutete „zu Ende“.

Das Nomen Garaus entstand aus dem Ausruf gar aus. Das riefen die Wachen Anfang des 16. Jahrhunderts in den Städten Nürnberg und Regensburg, wenn abends die Stadttore geschlossen wurden. Dieser Ausruf wurde später auf das Tagesende und den Glockenschlag übertragen, der das Ende des Tages „einläutete“.

Die Verbindung gar aus bedeutete also zunächst: „vollständig zu Ende“. Daraus entwickelte sich später das Nomen Garaus in der Bedeutung Ende.

Herr Wort Das Nomen wird heute nicht mehr isoliert verwendet. Es kommt nur noch in der Redewendung jemanden den Garaus machen vor und bedeutet jemanden töten, also das Leben eines Menschen absichtlich (mit Gewalt) beenden.

Diese Redewendung wird manchmal auch scherzhaft gemeint, z. B. „Kannst du nicht endlich der surrenden Mücke an der Fensterscheibe den Garaus machen." (freundliche Umschreibung für das Töten der Mücke).

Hinweise zum Wort Garaus

Bedeutung: Ende, vollständige Vernichtung (meist in festen Wendungen)
Beispielsatz: Der Sturm machte dem alten Baum den Garaus.
Wortinfo: Wortart: Nomen, Neutrum

Worttrennung: Gar-aus

Aussprache: [ˈɡaːɐ̯ˌʔaʊ̯s]

Wortformen

Das Wort Garaus wird meist nur im Singular verwendet und tritt überwiegend in festen Wendungen auf.

Singular Plural
1. Fall Nominativ das Garaus
2. Fall Genitiv des Garaus
3. Fall Dativ dem Garaus
4. Fall Akkusativ das Garaus



Weiterführende Informationen zum Grundwort Garaus
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Info - Garaus

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Weiterführende Informationen zum Wort Garaus

Entstehung: germ. *garwa- → ahd. garo = fertig, vollständig → mhd. gar = bereit, vollständig, ganz ; gar + aus = zu Ende

Ausruf: gar aus = vollständig vorbei → Substantivierung: das Garaus

Wortbildungen: den Garaus machen (feste Redewendung)
Ableitungen: -
Bedeutungs-

entwicklung:

Das Wort Garaus ist ein Beispiel für die sogenannte „Zusammenrückung“:
eine Wortgruppe („gar aus“) wird zu einem festen Wort.

Heute wird es fast ausschließlich in festen Wendungen verwendet, besonders:

„jemandem den Garaus machen“

Die ursprüngliche wörtliche Bedeutung („ganz aus“) ist im heutigen Sprachgefühl nicht mehr unmittelbar erkennbar.

Bei dem Adjektiv gar hat sich von der ursprünglichen Bedeutung ahd. garo = fertig eine Bedeutungsverengung auf den gastronomischen Bereich im Sinne von fertig gegart verengt.

Unikales Morphem ?

Das Wort Garaus ist zusammengesetzt aus dem Adjektiv gar und dem Adverb aus. Das Adjektiv gar wird heute nur in der eingeschränkten gastronomischen Bedeutung verwendet. In der Wortbildung Garaus wird heute kein Bedeutungszusammenhang zum Adjektiv gar gesehen.

Einerseits: Das Morphem gar (als Adjektiv gar) kommt auch isoliert und in anderen Wortbildungen (z. B. Garküche, Garkoch, halbgar) vor. Es handelt sich daher nicht um ein unikales Morphem.

Pik-Kreis-rot.jpg Das Morphem gar ist demnach kein unikales Morphem.
Andererseits: Heute wird kaum noch ein Zusammenhang zwischen dem Adjektiv gar (im gastronomischen Sinne) und dem Morphem gar im Nomen Garaus gesehen, zumal das Nomen nur noch in der Redewendung jemandem oder etwas den Garaus machen (im Sinne von töten, beenden) vorkommt. Aus diesem Grunde kann auch garaus als ein Morphem (= kleinste bedeutungstragende Einheit) betrachtet werden.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem garaus kann daher auch als ein unikales Morphem betrachtet werden.
Das Adjektiv gar (ahd. garo) hat zudem einen Bedeutungswandel erlebt, von ursprünglich ahd. garo = vollständig, gerüstet, bereit gemacht hin zur heutigen(eingeschränkten) Bedeutung gar = fertig gekocht, gebraten, gebacken etc.

Auch das Morphem gar in Garaus hat einen Bedeutungswandel vollzogen. Aus der ursprünglichen Bedeutung vollständig, vorbei in der Wortgruppe gar aus ist eine Redewendung entstanden, die auf jmdn. oder etw. töten, vernichten eingeschränkt ist.

Pik-Kreis-blau.jpg Wenn nur das Morphem gar isoliert betrachtet wird, so bleibt zunächst offen, ob es aufgrund der Bedeutungsverschiebungen als unikales Morphem betrachtet werden kann. Daher wird das Morphem gar bis zur Klärung zunächst als unklar eingestuft.

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Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz sh. Adelung, vor allem Grimm-1, Wander (Sprichwörterlexikon Anfang 19. Jh. zeigt noch eine große Vielfalt der Redewendungen mit dem Nomen Garaus), ZDL, Wikipedia, Duden-online

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Gebaren

Wortherkunft

Herr Wort Das Nomen Gebaren bezeichnet die Art und Weise, wie sich jemand verhält oder benimmt.
Herr Alt Das Wort geht auf das althochdeutsche gibāren zurück, das „Betragen, Verhalten“ bedeutete. Hieraus wurde dann bereits im Mittelalter unsere heutige Form gebāren entwickelt.

Entstanden ist das Nomen aus dem Verb gibārōn. Dieses Verb ist veraltet und wird heute nur noch sehr selten benutzt.

Frau Fremd Englisch: behavior, conduct

Französisch: comportement Lateinisch: mores

Hinweise zum Wort Gebaren

Bedeutung: Verhalten, Benehmen (meist auffällig oder kritisch gemeint)
Beispielsatz: Sein arrogantes Gebaren fiel allen sofort auf.

Das geschäftliche Gebaren dieser Firma ist nicht seriös.

Er legte ein sehr auffälliges Gebaren an den Tag.

Wortinfo: Wortart: Nomen, Neutrum

Worttrennung: Ge-ba-ren

Aussprache: [ɡəˈbaːʁən]

Wortformen

Das Nomen Gebaren wird meist nur im Singular verwendet.

Singular Plural
1. Fall Nominativ das Gebaren
2. Fall Genitiv des Gebarens
3. Fall Dativ dem Gebaren
4. Fall Akkusativ das Gebaren

Das Verb gebaren ist ein starkes Verb. Es wird heute kaum noch verwendet.

Gegenwart

(Präsens)

1. Vergangenheit

(Präteritum)

2. Vergangenheit

(Perfekt)

Einzahl

(Singular)

1. Person ich gebare ich gebarte ich habe gebart
2. Person du gebarst du gebartest du hast gebart
3. Person er/sie/es gebart er/sie/es gebate er/sie/es hat gebart
Mehrzahl

(Plural)

1. Person wir gebaren wir gebarten wir haben gebart
2. Person ihr gebart ihr gebartet ihr habt gebart
3. Person sie gebaren sie gebarten sie haben gebart



Weiterführende Informationen zum Grundwort Gebaren
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Info - Gebaren

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Weiterführende Informationen zum Wort Gebaren

Entstehung: Verb: ahd. beran → mhd. bern = tragen, bringen, hervorbringen

→ Verb: ahd. gibārōn → mhd. mnd. gebāren

→ Nomen: ahd. gibāren → mhd. gebāren

Wortbildungen: Ausgabengebaren, Bühnengebaren, Finanzgebaren, Geschäftsgebaren, Haushaltsgebaren, Herrschaftsgebaren, Machtgebaren
Ableitungen: gebaren (Grundwort), Gebaren (Konversion), Gebarung (Ableitung)
Wortgruppen: Das Wort Gebaren wird häufig mit negativer oder kritischer Bedeutung verwendet:
„sein seltsames Gebaren“
„ein unangemessenes Gebaren“
Zitate: „Feingedrechselte Worte und ein wohlgefälliges Gebaren sind selten Zeichen wahrer Menschlichkeit.“ (Quelle)

„An dem Tag, an dem die Manager vergessen, daß eine Unternehmung nicht weiter bestehen kann, wenn die Gesellschaft ihre Nützlichkeit nicht mehr empfindet oder ihr Gebaren als unmoralisch betrachtet, wird die Unternehmung zu sterben beginnen.“ (Quelle)

Wortvergleich

Die Wörter gebaren, gebären, Gebärde, Geburt und gebühren haben ihren Ursprung im indoeuropäischen Wort *bher(ə) = heben, tragen. Auf die Bedeutung *bher(ə) = tragen dieser Wurzel können viele weitere deutsche Wörter zurückgeführt werden, zum Beispiel: Bahre (= Trage), Bürde (= was getragen wird), entbehren (= nicht tragen) und auch das Suffix -bar (= tragend, z. B. heilbar = Heilung tragend) . All diese Wörter enthalten das Morphem behr. Auch die andere Bedeutung der indogermanischen Wurzel (*bher(ə) = heben) findest du in vielen deutschen Wörtern wieder, so zum Beispiel in empor und empören, aber auch in Berg.

Die folgende Tabelle enthält eine Übersicht über die Ableitungen der deutschen Wörter vom indoeuropäischen *bher. Die mit ⚠️ versehenen Wörter sind sprachwissenschaftlich umstritten.

Herkunft und Entwicklung von von Grundwörtern zu indoeuropäisch *bher(ə)
Grundwort ie. germ. Verb (ohne Präfix) ahd. mhd. ursprüngliche Bedeutung
gebaren, Gebaren *bher- = tragen, heben *beraną alt: ahd. beran, mhd. bern = tragen, Frucht tragen, hervorbringen, gebären gibārōn, gibāra gebāren sich betragen
gebären gibāran gebāren hervortragen → zur Welt bringen
Gebärde, gebärden gibārida, gibārōn gebærde, gebæren Benehmen, sichtbarer Ausdruck
entbehren inbēran enbern nicht tragen → entbehren
-bar *beraz -bāri -bære tragbar → möglich
Geburt *burþiz *burdi- - giburt geburt Leibesfrucht tragen
Bahre *berō - bāra bāre Tragegestell
Bürde *burþi- - burdi bürde das Getragene
empor *bher- = heben ⚠️ *(ga)bur- ⚠️ alt: ahd. bor = Höhe, Spitze; alt: ahd. in bore = in der Höhe empōr empōr emporheben
empören *(ga)burjan⚠️ alt: mhd. bōr empōren empōren emporheben → aufregen
gebühren, Gebühr *burjaną ⚠️ alt: ahd. burien, mhd. bürn = heben, in die Höhe halten gibūren, giburī gebürn, gebüre heben, zuteilen
Berg * bhereg̑h-, * bherg̑os-

Erweiterung zu *bher

*berga - berg berc hoch, erhaben, das erhobene

Unikales Morphem ?

Der Wortstamm bar (ahd. bār) kommt in dieser Bedeutung („tragen, sich verhalten“) auch in verwandten Wörtern vor. Die ursprüngliche Bedeutung des Wortstamms ist für die meisten nicht mehr erkennbar.
Pik-Kreis-rot.jpg Das Morphem bar ist daher kein unikales Morphem.

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Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (vor allem: Adelung, Goethe, Grimm, MWb), ZDL, Duden-online

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Die folgenden Wörter müssen noch überarbeitet und an die neue Version von </nowiki>gebaren angepasst werden.

gebären

Wortherkunft

Herr Wort Das Verb gebären bedeutet „ein Kind zur Welt bringen“. Es gehört zum Wortfeld von Geburt und gebären.
Herr Alt Das Wort geht auf das althochdeutsche gibāran zurück.

Es gehört zu einer alten Wortfamilie mit der Grundbedeutung „tragen, hervorbringen“.

Verwandt sind u. a.: gebären, Geburt, gebürtig.

Frau Fremd Englisch: to give birth, to bear

Französisch: enfanter Lateinisch: parere

Hinweise zum Wort gebären

Bedeutung: ein Kind zur Welt bringen
Beispielsatz: Die Frau gebar ein gesundes Kind.
Wortinfo: Wortart: Verb

Worttrennung: ge-bä-ren

Aussprache: [ɡəˈbɛːʁən]

Wortformen

Das Verb gebären ist ein starkes Verb.

Gegenwart

(Präsens)

1. Vergangenheit

(Präteritum)

2. Vergangenheit

(Perfekt)

Einzahl

(Singular)

1. Person ich gebäre ich gebar ich habe geboren
2. Person du gebierst du gebarst du hast geboren
3. Person er/sie/es gebiert er/sie/es gebar er/sie/es hat geboren
Mehrzahl

(Plural)

1. Person wir gebären wir gebaren wir haben geboren
2. Person ihr gebärt ihr gebart ihr habt geboren
3. Person sie gebären sie gebaren sie haben geboren



Weiterführende Informationen zum Grundwort gebären
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Info - gebären

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Weiterführende Informationen zum Wort gebären

Entstehung: ahd. gibāran → mhd. gebāren

Grundbedeutung: „tragen, hervorbringen“

→ Spezialisierung: „ein Kind zur Welt bringen“

Wortbildungen: Gebärende, gebären, Gebärfähigkeit
Ableitungen: Geburt, gebürtig, Gebärde (verwandt, aber andere Bedeutungsentwicklung)
Interessantes: Das Verb gebären ist eng verwandt mit gebaren, hat aber eine andere Bedeutungsentwicklung:
gebären → körperlicher Vorgang (Kind zur Welt bringen)
gebaren → Verhalten, Benehmen

Beide Wörter gehen jedoch auf denselben alten Wortstamm zurück.

Unikales Morphem ?

Das Wort gebären enthält kein unikales Morphem.
Pik-Kreis-gruen.jpg Der Wortstamm bär (ahd. bār) bedeutet „tragen, hervorbringen“ und ist auch in anderen Wörtern erhalten (z. B. Geburt).
Die Struktur ist historisch erklärbar.
Pik-Kreis-rot.jpg Für heutige Sprecher ist der Zusammenhang oft nicht mehr transparent, sodass der Wortaufbau nicht mehr erkannt wird.

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Belege/Quellen

https://www.dwds.de/wb/gebären https://de.wiktionary.org/wiki/gebären https://www.woerterbuchnetz.de (Adelung, Grimm) https://www.zdl.org/?q=gebären https://de.wikipedia.org/wiki/Geburt https://www.duden.de/rechtschreibung/gebären

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Gebärde

Wortherkunft

Herr Wort Eine Gebärde ist eine Bewegung des Körpers, besonders der Hände oder des Gesichts, mit der etwas ausgedrückt wird.
Herr Alt Das Wort geht auf das althochdeutsche gibāra zurück, das „Betragen, Verhalten“ bedeutete.

Im Mittelhochdeutschen lautete die Form gebār.

Das Wort gehört zur gleichen Wortfamilie wie gebaren (= sich verhalten).

Frau Fremd Englisch: gesture

Französisch: geste Lateinisch: gestus

Hinweise zum Wort Gebärde

Bedeutung: bewusste oder unbewusste Körperbewegung als Ausdruck von Gefühlen oder Gedanken
Beispielsatz: Mit einer freundlichen Gebärde begrüßte sie die Gäste.
Wortinfo: Wortart: Nomen, Feminin

Worttrennung: Ge-bär-de

Aussprache: [ɡəˈbɛːʁdə]

Wortformen

Singular Plural
1. Fall Nominativ die Gebärde die Gebärden
2. Fall Genitiv der Gebärde der Gebärden
3. Fall Dativ der Gebärde den Gebärden
4. Fall Akkusativ die Gebärde die Gebärden



Weiterführende Informationen zum Grundwort Gebärde
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Info - Gebärde

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Weiterführende Informationen zum Wort Gebärde

Entstehung: ahd. gibāra → mhd. gebār = Verhalten, Benehmen

→ nhd. Gebärde = sichtbarer Ausdruck des Verhaltens

Wortbildungen: Gebärdensprache, Gebärdenzeichen, Gebärdendolmetscher
Ableitungen: gebaren (sich verhalten), Gebaren
Interessantes: Das Wort Gebärde zeigt eine typische Bedeutungsentwicklung:
Verhalten → sichtbares Verhalten → Körperbewegung

Heute ist das Wort besonders wichtig im Zusammenhang mit der Gebärdensprache, einer eigenständigen Sprache für gehörlose Menschen.

Unikales Morphem ?

Das Wort Gebärde enthält kein unikales Morphem.
Pik-Kreis-gruen.jpg Der Wortstamm bär (ahd. bār) ist bedeutungstragend („tragen, hervorbringen, sich verhalten“) und auch in verwandten Wörtern erhalten.
Die Struktur ist historisch nachvollziehbar.
Pik-Kreis-rot.jpg Für heutige Sprecher ist die ursprüngliche Bedeutung („Verhalten“) jedoch nicht mehr direkt erkennbar.

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Belege/Quellen

https://www.dwds.de/wb/Gebärde https://de.wiktionary.org/wiki/Gebärde https://www.woerterbuchnetz.de (Adelung, Grimm) https://www.zdl.org/?q=Gebärde https://de.wikipedia.org/wiki/Gebärde https://www.duden.de/rechtschreibung/Gebärde

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gebühren

Wortherkunft

Herr Wort Das Verb gebühren wird heute vor allem in der Bedeutung „zustehen“ oder „angemessen sein“ verwendet, meist in gehobener Sprache.
Herr Alt Das Wort geht auf das althochdeutsche gibūrēn zurück.

Dieses bedeutete „sich gehören, zukommen, passend sein“.

Es gehört zur Wortfamilie von gebühren (Substantiv: die Gebühr).

Frau Fremd Englisch: to be due, to befit

Französisch: convenir, être dû

Hinweise zum Wort gebühren

Bedeutung: 1. jemandem zustehen

2. angemessen sein, sich gehören (gehoben)

Beispielsatz: Ihm gebührt großer Dank.

So viel Respekt gebührt dir.

Wortinfo: Wortart: Verb

Worttrennung: ge-büh-ren

Aussprache: [ɡəˈbyːʁən]

Wortformen

Das Verb gebühren wird meist unpersönlich oder nur in bestimmten Formen verwendet.

Gegenwart

(Präsens)

1. Vergangenheit

(Präteritum)

2. Vergangenheit

(Perfekt)

Einzahl

(Singular)

1. Person ich gebühre ich gebührte ich habe gebührt
2. Person du gebührst du gebührtest du hast gebührt
3. Person er/sie/es gebührt er/sie/es gebührte er/sie/es hat gebührt
Mehrzahl

(Plural)

1. Person wir gebühren wir gebührten wir haben gebührt
2. Person ihr gebührt ihr gebührtet ihr habt gebührt
3. Person sie gebühren sie gebührten sie haben gebührt



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Info - gebühren

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Weiterführende Informationen zum Wort gebühren

Entstehung: ahd. gibūrēn → mhd. gebüeren

Grundbedeutung: „passen, zukommen, gehören“

→ nhd. gebühren = „zustehen“

Wortbildungen: Gebühr, gebührend, gebührendermaßen
Ableitungen: Gebühr (Substantiv), gebührend (Adjektiv)
Interessantes: Das Wort gebühren wird heute meist in festen Wendungen verwendet, z. B.:
„Ehre, wem Ehre gebührt“

Die ursprüngliche Bedeutung „passen“ oder „sich gehören“ ist noch erkennbar, aber stilistisch gehoben.

Unikales Morphem ?

Das Wort gebühren enthält kein unikales Morphem.
Pik-Kreis-gruen.jpg Der Wortstamm bühr ist historisch bedeutungstragend („passen, zukommen“) und mit Gebühr verwandt.
Die Struktur ist historisch erklärbar.
Pik-Kreis-rot.jpg Für heutige Sprecher ist der Zusammenhang zwischen gebühren und Gebühr oft nicht mehr unmittelbar erkennbar.

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Belege/Quellen

https://www.dwds.de/wb/gebühren https://de.wiktionary.org/wiki/gebühren https://www.woerterbuchnetz.de (Adelung, Grimm) https://www.zdl.org/?q=gebühren https://de.wikipedia.org/wiki/Gebühr https://www.duden.de/rechtschreibung/gebühren

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Geburt

Wortherkunft

Herr Wort Das Wort Geburt bezeichnet das Zur-Welt-Kommen eines Menschen oder Tieres sowie den Beginn eines neuen Lebens.
Herr Alt Das Wort geht auf das althochdeutsche giburt zurück, das „Geborenwerden, Abstammung“ bedeutete.

Es gehört zur Wortfamilie von gebären und geht auf eine alte Bedeutung „tragen, hervorbringen“ zurück.

Frau Fremd Englisch: birth

Französisch: naissance Lateinisch: nativitas

Hinweise zum Wort Geburt

Bedeutung: 1. das Zur-Welt-Kommen eines Kindes oder Lebewesens

2. Herkunft, Abstammung (gehoben)

Beispielsatz: Die Geburt des Kindes verlief ohne Komplikationen.

Er ist von adeliger Geburt.

Wortinfo: Wortart: Nomen, Feminin

Worttrennung: Ge-burt

Aussprache: [ɡəˈbʊʁt]

Wortformen

Singular Plural
1. Fall Nominativ die Geburt die Geburten
2. Fall Genitiv der Geburt der Geburten
3. Fall Dativ der Geburt den Geburten
4. Fall Akkusativ die Geburt die Geburten



Weiterführende Informationen zum Grundwort Geburt
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Info - Geburt

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Weiterführende Informationen zum Wort Geburt

Entstehung: ahd. giburt → mhd. geburt

Grundbedeutung: „Geborenwerden, Herkunft“

→ nhd. Geburt = Vorgang des Geborenwerdens

Wortbildungen: Geburtstag, Geburtsort, Geburtsjahr, Geburtsdatum, Geburtsurkunde
Ableitungen: gebären, gebürtig, Gebärende
Interessantes: Das Wort Geburt zeigt eine typische Bedeutungsentwicklung:
hervorbringen → geboren werden → Ursprung

Neben der konkreten Bedeutung wird es auch übertragen verwendet, z. B.:

„die Geburt einer Idee“

Damit kann Geburt auch den Beginn von etwas Neuem bezeichnen.

Unikales Morphem ?

Das Wort Geburt enthält kein unikales Morphem.
Pik-Kreis-gruen.jpg Der Wortstamm burt (ahd. burt) gehört zur Wortfamilie von gebären und bedeutet „hervorbringen, geboren werden“.
Die Wortstruktur ist historisch erklärbar.
Pik-Kreis-rot.jpg Für heutige Sprecher ist der Zusammenhang mit gebären oft nicht mehr unmittelbar erkennbar.

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Belege/Quellen

https://www.dwds.de/wb/Geburt https://de.wiktionary.org/wiki/Geburt https://www.woerterbuchnetz.de (Adelung, Grimm) https://www.zdl.org/?q=Geburt https://de.wikipedia.org/wiki/Geburt https://www.duden.de/rechtschreibung/Geburt

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gediegen

Wortherkunft

Herr Alt Das Adjektiv hat sich bereits im Mittelalter aus dem Wort gedeihen (althochdeutsch githīhan) entwickelt. Gleichzeitig gab es schon sehr früh (8. Jahrhundert) das Wort gidigan, woraus später gediegen entstand.
Herr Wort Das Adjektiv kann gut und solide, wertvoll oder sorgfältig bearbeitet bedeuten.

In Norddeutschland wird gediegen umgangssprachlich auch in der Bedeutung seltsam oder eigenartig verwendet.

In der Bergmannssprache bezeichnet man mit gediegen Metalle, die keine fremden Bestandteile enthalten, also rein sind.

Hinweise zum Wort gediegen

Bedeutung: hochwertig, sorgfältig gemacht, geschmackvoll
Beispielsatz: Das Restaurant war sehr gediegen eingerichtet.
Wortinfo: Wortart: Adjektiv

Worttrennung: ge-die-gen

Aussprache: [ɡəˈdiːɡn̩]

Wortformen

Das Wort gediegen ist ein Adjektiv. Die Vergleichsformen werden regelmäßig gebildet.

Positiv Komparativ Superlativ
gediegen gediegener am gediegensten



Weiterführende Informationen zum Grundwort gediegen
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Info - gediegen

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Weiterführende Informationen zum Wort gediegen

Entstehung: ahd. gidigan, mhd. gedigen; ursprünglich das Partizip Perfekt von ahd. githīhan, mhd. gedīhen = gedeihen

Das Adjektiv bedeutete ursprünglich „gut geraten“ oder „gut entwickelt“.

Wortbildungen: Gediegenheit, gediegenerweise
Ableitungen: -
Interessantes: In der Bergmannssprache spricht man von gediegenem Gold oder gediegenem Silber, wenn das Metall in reiner Form vorkommt.

Regional kann gediegen auch „merkwürdig“ oder „eigenartig“ bedeuten.

Unikales Morphem ?

Das Morphem dieg kommt im heutigen Sprachgebrauch nicht selbstständig vor. Es erscheint nur noch mit dem Präfix ge- im Adjektiv gediegen.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem dieg ist daher ein unikales Morphem.

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Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (vor allem Adelung, EWA, Goethe, Grimm), ZDL, Wikipedia, Duden-online

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gedunsen

Weiterleitung einrichten #Redirektaufgedunsen


Wortherkunft

Herr Alt Das Adjektiv ist vom ausgestorbenen althochdeutschen Verb dinsan = ziehen, zerren, schleppen abgeleitet.

Aus der Wortgruppe sich dinsen entwickelte sich die Bedeutung sich ausdehnen. Daraus entstand später das heute selten gebrauchte Wort gedunsen.

Im Mittelalter lautete die Form zunächst githinsan. Später entwickelte sich daraus gedunsen.

Wenn etwas aufgedunsen ist, dann ist es geschwollen oder ausgedehnt.

Herr Wort Das Grundwort dinsen wird heute nicht mehr gebraucht. Man sagt auch: Das Wort ist ausgestorben.

Auch die Ableitung gedunsen kommt heute nur noch selten vor. Häufiger verwendet man das Wort aufgedunsen.

Frau Fremd Englisch: swollen, puffed up

Französisch: gonflé

Lateinisch: tumidus

Hinweise zum Wort gedunsen

Bedeutung: geschwollen, ausgedehnt, aufgetrieben
Beispielsatz: Nach dem Stich war seine Hand ganz gedunsen.
Wortinfo: Wortart: Adjektiv

Worttrennung: ge-dun-sen

Aussprache: [ɡəˈdʊnzən]

Wortformen

Das Wort gedunsen ist ein Adjektiv. Die Vergleichsformen werden heute kaum verwendet.

Positiv Komparativ Superlativ
gedunsen gedunsener am gedunsensten



Weiterführende Informationen zum Grundwort gedunsen
Wörter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z



Info - gedunsen

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Weiterführende Informationen zum Wort gedunsen

Entstehung: ie. *tens = hin und herziehen

got. at-þinsan = heranziehen

ahd. thinsan, dinsan, mhd. dinsen = ziehen, zerren, schleppen

8. Jh. ahd. thinsan; 9. Jh. githinsan, später gedunsen

15. Jh. aufdinsen, aufdunsen, später aufgedunsen

Wortbildungen: aufgedunsen
Ableitungen: Dunst, gedunsen wirken
Interessantes: Das ursprüngliche Verb dinsen ist ausgestorben. Erhalten blieb das alte Morphem nur noch in wenigen Wörtern wie gedunsen oder aufgedunsen.

Unikales Morphem ?

Das Morphem duns beziehungsweise die ältere Form dins kommt heute nicht mehr selbstständig vor. Es erscheint fast nur noch in den Wörtern gedunsen und aufgedunsen.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem duns ist daher ein unikales Morphem.
Das Präfix ge- kommt dagegen in vielen deutschen Wörtern vor.
Pik-Kreis-rot.jpg Das Morphem ge- ist daher kein unikales Morphem.

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Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz, ZDL, Duden-online

gedunsen: AWb, AWb-2, BMZ, Adelung, Grimm

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Gefahr

Frage: Autofahren ist gefährlich - Stimmt das? Was hat Gefahr / gefährlich mit fahren zu tun?

Gekröse

Wortherkunft

Herr Alt Das mittelhochdeutsche Wort gekrœse bedeutete kleines Gedärm. Es ist vom mittelhochdeutschen Adjektiv krus = gedreht, gekrümmt abgeleitet und bedeutete ursprünglich also das Krause oder das Gedrehte.
Herr Wort Das Wort bedeutete also ursprünglich kraus oder gedreht. Deshalb konnte es später verschiedene Dinge bezeichnen:

a) In der Anatomie nennt man die Falten im Bauchraum Gekröse. Diese umgeben die inneren Organe und halten halten sie zusammen. Diese Falten sehen auf den ersten Eindruck ziemlich kraus und wirr aus.

b) In der Medizin bezeichnet Gekröse die Eingeweide oder Innereien von Menschen und Tieren. Der Darm ist stark gewunden und gedreht, daher dieser Name.

Bi-W-G Portrait Confused With Johannes Kepler 1610.jpg

c) In der Gastronomie nennt man essbare Innereien, besonders von Rindern oder Lämmern, ebenfalls Gekröse.

d) Früher bezeichnete man auch eine kraus gefaltete Halskrause als Gekröse. Auch diese sieht kraus und gedreht aussah. Dieses Kleidungsstück ist aus der Mode gekommen. Du findest es nur noch auf alten Bildern. Auf dem rechten Bild siehst du eine solche Halskrause.

Hinweise zum Wort Gekröse

Bedeutung: Eingeweide, Darmgekröse oder Innereien
Beispielsatz: Der Arzt untersuchte das Gekröse des Patienten.
Wortinfo: Wortart: Nomen

Worttrennung: Ge-krö-se

Aussprache: [ɡəˈkʁøːzə]

Wortformen

Das Wort Gekröse ist ein Nomen sächlichen Geschlechts. Es wird meist nur im Singular verwendet.

Singular Plural
1. Fall Nominativ das Gekröse die Gekröse
2. Fall Genitiv des Gekröses der Gekröse
3. Fall Dativ dem Gekröse den Gekrösen
4. Fall Akkusativ das Gekröse die Gekröse



Weiterführende Informationen zum Grundwort Gekröse
Wörter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z



Info - Gekröse

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Weiterführende Informationen zum Wort Gekröse

Entstehung: germ. *kruzla, ahd. krul, mhd. krol = kraus, lockig

mhd. krus = gedreht, gekrümmt, kraus

mhd. gekrœse = kleines Gedärm; ürsprünglich also das Gedrehte oder das Krause

Wortbildungen: Darmgekröse, Kalbsgekröse

veraltet: gekröselt, Gekrösader, Gekrösdrüse, Gekrösentzündung, Gekrösfell, Gekrösgeflecht, Gekröshaut, Gekrösmantel, Gekröspulsader, Gekrösschlagader

Grundwort: Kröse, kröseln; Kröselzange, Kröseeisen, Kröseldorn (Krausbeere)
Interessantes: Das Wort Gekröse wurde früher auch für die gefaltelte Halskrause verwendet, weil diese stark gekräuselt war.

In der heutigen Alltagssprache wird das Wort meist nur noch in der Medizin oder Fachsprache verwendet.

Unikales Morphem ?

Das Morphem kröse kommt im heutigen Sprachgebrauch als Nomen in einigen Dialekten, als Fachbegriff (Küfer, Glaser) und als Adjektiv kröseln vor. Demnach kommt das Morphem nicht isoliert und auch in verschiedenen Wortbildungen vor.
Es gibt keinen etymologischen- oder Bedeutungszusammenhang zum Verb krosen, dem Nomen Kros/Krös und dem Eigennamen Krösus.
Pik-Kreis-rot.jpg Das Morphem krös ist daher kein unikales Morphem.

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Belege/Quellen

Gekröse: DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (Adelung, BDO, BMZ, Grimm, RhWb, ), ZDL, Duden-online

Kröse: DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz, (BDO, BMZ, Grimm), Idiotikon (Chrȫs, Grȫsch, Chrȫsch), Krünitz, ZDL, Duden-online

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Gelichter

Wortherkunft

Herr Wort Das Wort Gelichter bezeichnet heute meistens eine Gruppe von Menschen, über die man sich ärgert oder schlecht denkt. Gemeint ist oft Gesindel oder eine unangenehme Menschengruppe.
Herr Alt Das war früher ganz anders. Da hatte das Nomen Gelichter eine eher positive Bedeutung.

Im Mittelalter gab es das Wort lehtar. Es bedeutete Lager, Bett. Mit der Vorsilbe ge- entstand hieraus gelihter.

Aus der Bedeutung Menschen, die aus dem gleichen Lager kommen entstand die Bedeutung Menschen mit übereinstimmender Art, Sippe, Geschlecht. Ab dem 17. Jahrhundert verschob sich die Bedeutung zunehmend ins negative. Heute bedeutete das Nomen Gesindel und wird umgangssprachlich eher als Schimpfwort und beleidigend verwendet.

Hinweise zum Wort Gelichter

Bedeutung: abwertend: eine als schlecht oder unangenehm angesehene Gruppe von Menschen; Gesindel
Beispielsatz: Der alte Mann wollte mit diesem lauten Gelichter nichts zu tun haben.

Nachts treiben sich im Park allerlei Gelichter herum.

Wortinfo: Wortart: Nomen, Neutrum

Worttrennung: Ge·lich·ter

Aussprache: [ɡəˈlɪçtɐ]

Wortformen

Das Wort Gelichter wird meist nur im Singular verwendet. Es bezeichnet häufig eine Menschengruppe als Gesamtheit.

Singular Plural
1. Fall Nominativ das Gelichter die Gelichter
2. Fall Genitiv des Gelichters der Gelichter
3. Fall Dativ dem Gelichter den Gelichtern
4. Fall Akkusativ das Gelichter die Gelichter



Weiterführende Informationen zum Grundwort Gelichter
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Info - Gelichter

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Weiterführende Informationen zum Wort Gelichter

Entstehung: ie. *legh- = (sich) legen, liegen; lat. lectus = Lagerstatt, Bett
⇒ ahd. lehtar = Lager (9. Jh.)
⇒ ahd. gilehtar = Gebärmutter, eigentlich: Ort, wo das Kind liegt (ca. 10. Jh.)
⇒ mhd. gelihter = Menschen übereinstimmender Art, Sippe, Geschlecht (ca. 14. Jh.)
⇒ nhd. Gelichter = Menschengruppe
⇒ später abwertend: Gesindel (ab 17. Jh.)
Wortbildungen: Diebsgelichter / Diebesgelichter
Ableitungen: -
Interessantes: Das Wort hatte ursprünglich keine negative Bedeutung. Erst im Laufe der Sprachgeschichte wurde daraus ein Schimpfwort für eine als unangenehm empfundene Menschengruppe.

Unikales Morphem ?

Das Morphem licht(er) kommt in dieser Bedeutung im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und auch in keinen anderen Wortbildungen vor. Ein etymologischer oder Bedeutungszusammenhang zum Nomen Licht besteht nicht.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem licht(er) ist daher ein unikales Morphem.

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Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (hier vor allem Adelung, Grimm, Goethe, PfWb, RhWb), ZDL; Wikipedia, Duden-online (nicht werbefrei)

Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen



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genesen

Wortherkunft

Herr Alt Das Verb genesen ist schon sehr alt. Vor rund tausend Jahren schrieb man ginesan. Das bedeutete überleben oder gerettet werden. Mit der Zeit hat sich die Bedeutung eingeengt. Früher hatte das Verb auch die Bedeutung ein Kind gebären, zur Welt bringen. Diese Bedeutung findest du heute aber nur noch in alten gehobenen Texten.
Herr Wort Heute bedeutet genesen vor allem nach einer Krankheit wieder gesund werden.

Hinweise zum Wort genesen

Bedeutung: nach einer Krankheit wieder gesund werden
Beispielsatz: Nach einigen Wochen im Krankenhaus ist die Patientin wieder genesen.
Wortinfo: Wortart: Verb

Worttrennung: ge·ne·sen

Aussprache: [ɡəˈneːzn̩]

Wortformen

Das Verb genesen ist ein starkes Verb. Das Präteritum lautet genas. Das Partizip II heißt genesen, Hilfsverb sein.

Gegenwart

(Präsens)

1. Vergangenheit

(Präteritum)

2. Vergangenheit

(Perfekt)

Einzahl

(Singular)

1. Person ich genese ich genas ich bin genesen
2. Person du genest du genasest, genast du bist genesen
3. Person er/sie/es genest er/sie/es genas er/sie/es ist genesen
Mehrzahl

(Plural)

1. Person wir genesen wir genasen wir sind genesen
2. Person ihr genest ihr genaset ihr seid genesen
3. Person sie genesen sie genasen sie sind genesen



Weiterführende Informationen zum Grundwort genesen
Wörter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z



Info - genesen

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Weiterführende Informationen zum Wort genesen

Entstehung: ie. *nes- wohlbehalten wohin gelangen, das sichere Heim erreichen → germ. *nazjan genesen machen
⇒ ahd. nerien → mhd. neren, nerigen = genesen machen, (er)retten, am Leben erhalten → nähren = mit Nahrung versorgen
⇒ ahd. ginesan, mhd. genesen = gesund werden
Wortbildungen: genesen: wiedergenesen
Genesung (Erstglied): Genesungsbegleiter, Genesungschance, Genesungsheim, Genesungskompanie, Genesungskur, Genesungsnachweis, Genesungsprozess, Genesungsurlaub, Genesungswunsch, Genesungszeit
Genesung (Letztglied): Müttergenesung, Müttergenesungsheim, Müttergenesungskur, Müttergenesungswerk, Wiedergenesung
Genesene: Genesenennachweis, Genesenenstatus
Ableitungen: Genesung, die/der Genesene
Interessantes:
Quelle
Während der Corona-Pandemie wurde das Wort Genesene sehr häufig verwendet. Damit bezeichnete man Menschen, die eine Corona-Erkrankung überstanden hatten. Auch Wörter wie Genesungsnachweis oder Genesenenstatus wurden damals oft benutzt.

Die rechte Grafik zeigt den Verlauf des Nomens Genesung. Nach dem zweiten Weltkrieg und vielen Verletzten Soldaten und Zivilisten ging die Verwendungskurve mit einiger Verzögerung (die für die Genesung gebraucht wurde) steil nach oben. Fast auf den gleichen Höchststand stieg die Kurve 2021 in Folge der Coronapandemie an.

Unikales Morphem ?

Das Morphem nes kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert sondern nur mit dem Präfix ge- im Wort genesen vor. Wortbildungen kommen zum Morphem nes nur zusammen mit dem Präfix ge- vor.
Auf den gleichen germanischen Worturspung kann auch das Verb nähren zurückgeführt werden. Allerdings hat sich hieraus ein Morphem mit völlig anderer Schreibung entwickelt.
Einen etymologischen und Bedeutungszusammenhang zur Wortfamilie Genese besteht nicht.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem nes ist daher ein unikales Morphem.

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Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (hier vor allem Adelung, zu den alten Bedeutungen sh. vor allem: Grimm, hier 2. und 3., Goethe hier 2., Krünitz, Mittelhochdeutsch Wb), ZDL; Wikipedia, Duden-online (nicht werbefrei)

Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen



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genug

  1. REDIRECT genügen #REDIRECT genügend #REDIRECT Genüge #REDIRECT ungenügend - Weiterleitungen müssen noch angelegt werden

Auf dieser Seite erfährst du etwas über das Wort genug. Es wird meist als Adjektiv verwendet. Das Wort genug gehört zu einer alten germanischen Wortfamilie. Es bedeutet, dass etwas ausreichend oder in ausreichender Menge vorhanden ist.


Wortherkunft

Herr Alt Das Wort genug gab es schon im Mittelalter, also vor über tausend Jahren. Damals hieß es zunächst ginuog oder ginuogi, später dann genuoc und noch später genug.
Herr Wort Mit dem Wort genug sagen wir, dass etwas ausreichend vorhanden ist. Wir können zum Beispiel sagen:
a) Wir haben genug Brot gekauft.
b) Jetzt habe ich genug gearbeitet.
c) Das ist gut genug.

In allen Beispielen bedeutet das Wort: Es reicht aus.

Herr Alt Das zugrunde liegende germanische Verb *nōga ist schon sehr früh verschwunden. Bereits im Mittelalter gab es dieses Verb nicht mehr.
Frau Fremd Das ist ja interessant. Jetzt verstehe ich auch einige Übersetzungen unseres kleinen Wörtchens genug.
Sprache genug Aussprache
Deutsch genug [ɡəˈnuːk]
Dänisch nok [nʌɡ̊ˀ]
Isländisch nóg [nouːɣ]
Englisch enough [ɪˈnʌf]
Niederdeutsch noog [noːx]
Niederländisch genoeg [ɣəˈnux]
Norwegisch nok [nɔk]
Schwedisch nog, noga [nɔɡ], [ˈnuːɡa]
Nur in den Niederlanden und in der englischen Sprache gibt es die Ableitung von dem alten Wort mit der Vorsilbe (Präfix) ge-. In allen anderen Nordeuropäischen Länder kann das Wort auf das alte germanische Verb *noug zurückgeführt werden.
Herr Wort vom Wort genug ist das Verb genügen abgeleitet. Es bedeutet etwas ist genug oder ausreichend vorhanden.

Von diesem Verb ist das Adjektiv genügend abgeleitet. Das bezeichnet meist, das von einer Sache eine ausreichende (= genügend) eine Menge oder Qualität vorhanden ist.

Frau Fremd In Österreich nennt man die Schulnote 4 = genügend und die Note 6 = ungenügend

Hinweise zur Wortgruppe genug

genug

Bedeutung: ausreichend; so viel wie nötig vorhanden
Beispielsatz: Für alle Kinder war genug Kuchen da.
Wortinfo: Wortart: Adverb, Pronomen, Adjektiv

Worttrennung: ge·nug

Aussprache: [ɡəˈnuːk]

genügen

Bedeutung: a) Maß, Menge - es ist ausreichend (genug) vorhanden

b) etwas zufriedenstellend erledigen

Beispielsatz: a) Zwei Kuchen sollten für den Kindergeburtstag wohl genügen.

b) Die Leistungen genügen nicht den Anforderungen, die vorher vereinbart waren.

Wortinfo: Wortart: Verb

Worttrennung: ge-nü-gen

Aussprache: [ɡəˈnyːɡn̩]

genügend

Bedeutung: eine ausreichende Menge oder zufriedenstellende Qualität; etwas ist angemessen, befriedigend, gut

in Österreich: die Schulnote 4

Beispielsatz: Mama hat genügend Kuchen gebacken. Es reicht für alle Geburtstagskinder.
Wortinfo: Wortart: Adverb, Pronomen, selten auch Adjektiv

Worttrennung: ge-nü-gend

Aussprache: [ɡəˈnyːɡn̩t]

ungenügend

Bedeutung: etwas weist deutliche Mängel auf, etwas ist bezogen auf die Vorgaben nicht ausreichend

in Deutschland: schlechteste Schulnote, Note 6 (Im Gebrauch als Schulnote kann das Adjektiv nicht gesteigert werden.)

Beispielsatz: Er hatte sich für die Klassenarbeit und ungenügend vorbereitet.
Wortinfo: Wortart: Adjektiv

Worttrennung: un-ge-nü-gend

Aussprache: [ɡəˈnyːɡn̩t]

Wortformen

Das Wort genug wird meistens als Adverb (Umstandswort) oder Pronomen (Fürwort) verwendet. Als Adjektiv (Eigenschaftswort) bleibt es unverändert und wird normalerweise nicht gesteigert.

Wenn das Wort genug als Adjektiv verwendet wird, dann ist es nicht steigerbar.

Positiv Komparativ Superlativ
genug

Vom Wort genug ist auch das Verb genügen abgeleitet. Die verschiedenen Wortformen werden regelhaft gebildet:

Präsens Präteritum Perfekt Futur
Singular 1. Person ich genüge ich genügte ich habe genügt ich werde genügen
2. Person du genügst du genügtest du hast genügt du wirst genügen
3. Person er/sie/es genügt er/sie/es genügte er/sie/es hat genügt er/sie/es wird genügen
Plural 1. Person wir genügen wir genügten wir haben genügt wir werden genügen
2. Person ihr genügt ihr genügtet ihr habt genügt ihr werdet genügen
3. Person sie genügen sie genügten sie haben genügt sie werden genügen

Das Wort genügend kann als Adverb (Umstandswort) oder Pronomen (Fürwort) verwendet werden. Demnach kann auch das Wort genügend nicht gesteigert werden.

Das Gegenwort ungenügend ist ein Adjektiv, das regelhaft gesteigert werden kann:

Positiv Komparativ Superlativ
ungenügend ungenügender am ungenügendsten



siehe auch die Wortgeschichten begnügen und vergnügen
siehe auch die weiterführenden Informationen zu begnügen und vergnügen
Weiterführende Informationen zum Grundwort genug
Wörter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z



Info - genug

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Auf dieser Seite findest du weiterführende Hinweise zum Wort genug. Das Wort genug gehört zu einer alten Wortfamilie mit den Wörtern genügen, begnügen und vergnügen. In all diesen Wörtern ist das Morphem nug bzw. nüg enthalten. Wenn du mehr wissen möchtest, so findest du im letzten Kapitel interessante weitere Belege und Quellen.


Weiterführende Informationen zum Wort genug

Entstehung: ie. *(e)nek̑- = erreichen, erlangen
⇒ germ. *ga-nōga- = ausreichend sein, genügen
genug: 8. Jh. ahd. ginuog, ginuogi, mhd. genuoc = ausreichend
genügen: ahd. ginuogen, mhd. genüegen
hierzu gehören auch die Wortbildungen begnügen (mhd. begenüegen = zufrieden stellen) und vergnügen (mhd. vergenüegen = zufriedenstellen, erfreuen)
Ableitungen: Genüge, genügen, genügend
Wortbildungen:

genug: genuggetan, genugsam, genugtun, Genugtuung, übergenug

genügen: Genüge, genügend, Genügen, Genügsamkeit, selbstgenügsam, Selbstgenügsamkeit, Ungenügen, ungenügend

Interessantes: Das Wort genug gehört zu einer sehr alten germanischen Wortfamilie. Verwandte Wörter gibt es heute noch in vielen germanischen Sprachen. Das ursprüngliche Verb ist allerdings schon vor vielen Jahrhunderten verschwunden.

Unikales Morphem ?

Die Morpheme nug und mit Umlaut nüg kommen im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und nur zusammen mit der Vorsilbe ge- (bzw. der Verkürzung dieser Vorsilbe zu g- in begnügen und vergnügen) in Wortbildungen vor.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem nug bzw. nüg ist daher ein unikales Morphem.
Das Morphem gnüg in begnügen und vergnügen enthält das verkürzte Präfix ge-. Die Wörter lassen sich also als be- + g(e)- + nüg bzw. ver- + g(e)- + nüg erklären. Das eigentliche Morphem bleibt daher nüg.

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Belege/Quellen

genug: DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (hier vor allem Adelung, BDO, Grimm, Goethe), ZDL; Duden-online (nicht werbefrei)

genügen: DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (hier vor allem Adelung, Grimm, Goethe), ZDL; Duden-online (nicht werbefrei)

Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen



siehe auch die Wortgeschichten begnügen und vergnügen
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begnügen

Wer sich mit etwas begnügt, ist damit zufrieden und verlangt nicht mehr.

Auf dieser Seite erfährst du etwas über das Verb begnügen, was es bedeutet, wie es entstanden ist und wie die Wortformen im Satz gebildet werden.


Wortherkunft

Herr Wort Wenn du dich mit etwas begnügst, dann bist du damit zufrieden. Du sagst also: Das reicht mir. Ich brauche nicht mehr.
Herr Alt Das Wort ist von dem mittelhochdeutschen Verb begenüegen = zufriedenstellen abgeleitet. Darin steckt das Verb genügen und dies ist wiederum auf genug zurückzuführen.

Hinweise zum Wort begnügen

Bedeutung: mit etwas zufrieden sein; nicht mehr verlangen
Beispielsatz: Lena begnügte sich mit einem kleinen Stück Kuchen.
Wortinfo: Wortart: Verb

Worttrennung: be·gnü·gen

Aussprache: [bəˈɡnyːɡn̩]

Wortformen

Das Wort begnügen ist ein regelmäßiges Verb. Es wird meistens reflexiv (auf sich selbst bezogen) gebraucht: sich begnügen. Du kannst also nicht sagen: ich begnüge dich, sondern nur ich begnüge mich ...

Gegenwart

(Präsens)

1. Vergangenheit

(Präteritum)

2. Vergangenheit

(Perfekt)

Einzahl

(Singular)

1. Person ich begnüge mich ich begnügte mich ich habe mich begnügt
2. Person du begnügst dich du begnügtest dich du hast dich begnügt
3. Person er/sie/es begnügt sich er/sie/es begnügte sich er/sie/es hat sich begnügt
Mehrzahl

(Plural)

1. Person wir begnügen uns wir begnügten uns wir haben uns begnügt
2. Person ihr begnügt euch ihr begnügtet euch ihr habt euch begnügt
3. Person sie begnügen sich sie begnügten sich sie haben sich begnügt



siehe auch die Wortgeschichten genug, genügen und vergnügen
Weiterführende Informationen zum Grundwort begnügen
Wörter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z



Info - begnügen

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Das Verb begnügen gehört zur Wortfamilie von genug und genügen. Es zeigt, dass jemand mit dem zufrieden ist, was vorhanden ist.


Weiterführende Informationen zum Wort begnügen

Entstehung: ie. *(e)nek̑- = erreichen, erlangen

⇒ germ. *ga-nōga- = ausreichend sein, genügen

⇒ genug: 8. Jh. ahd. ginuog, ginuogi, mhd. genuoc = ausreichend
⇒ genügen: ahd. ginuogen, mhd. genüegen
⇒ mhd. benüegen, frühnhd. benügen = genug haben
⇒ parallel hierzu mhd. begenüegen = befriedigen, zufriedenstellen

Fazit: Das Wort ist eine Verschmelzung von mhd. genüegen und mhd. benüegen = zufrieden sein. Das neuhochdeutsche benügen hält sich im deutschen Sprachraum bis Anfang des 18. Jahrhunderts, vereinzelt auch noch später. Es wird bereits ab dem 15. Jahrhundert zunehmend von der Form begnügen verdrängt.

Mehrwortausdrücken: sich begnügen, sich damit begnügen, sich mit wenig begnügen
Ableitungen: begnügsam, begnügt, Begnügung, Selbstbegnügung
Interessantes: Das Wort begnügen ist eng mit genug verwandt. Wer sich begnügt, sagt gewissermaßen: „Das ist genug für mich.“
Die Verkürzung des Präfix ge- zu g- finden wir auch in einigen wenigen weiteren Grundwörtern:
begnügen - mhd. begenüegen
eignen - mhd. eigenen
Gnade - mhd. genāde
leugnen - mhd. lougenen
vergnügen - nhd. vergenügen

Redensarten, Zitate

Die Bedeutung von begnügen = sich mit etwas abfinden kann sowohl positiv (ich bin mit etwas zufrieden) als auch negativ (mit etwas unzufrieden sein) verwendet werden. Es gibt nur wenige Redensarten und Zitate, in denen begnügen vorkommt. In den meisten wird das Verb in einer eher negativen Konnotation benutzt. Eine Anregung zum Nachdenken oder Schmunzeln finden sich hier allemal. Hier einige Beispiele:

„Wenn du dich zu begnügen wüßtest, dann bräuchtest du den Tyrannen nicht zu schmeicheln.“ ― Diogenes von Sinope (413-323 v.Ch.) – Quelle
„Wenn die Pfaffen nicht Tyrannen der Fürsten sein können, begnügen sie sich damit, ihre Schmeichler zu werden.“ ― Charles de Montesquieu (1689-1755) – Quelle
„Sich mit wenigem begnügen ist schwer, sich mit vielem begnügen unmöglich.“ ― Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916) – Quelle
„In der Kunst muss man sich mit den Entdeckungen begnügen und sich vor den Erklärungen hüten.“ ― Georges Braque (1882-1963) – Quelle
„Warum sollen wir uns damit begnügen, Kopien zu sein, wo Gott uns als Originale in die Welt gesetzt hat?“ ― Billy Graham (1918-2028) – Quelle
„Frauen begnügen sich nicht mehr mit der Hälfte des Himmels, sie wollen die Hälfte der Welt.“ ― Alice Schwarzer (1942-) – Quelle
...

Unikales Morphem ?

Das Morphem nüg kommt im heutigen Deutsch nicht frei vor. Es erscheint aber in mehreren Wörtern derselben Wortfamilie, zum Beispiel in genügen, begnügen, vergnügen, genügend und Genügsamkeit.

Wenn wir beim Wort begnügen eine Zusammensetzung der Morpheme be-+ge-+nüg betrachten, dann kommt das Morphem nüg (und ohne Umlaut nug) nicht isoliert und nur in der Bildung mit dem Präfix ge- vor. Demnach wäre das Morphem nüg bzw. nug unikal.

Betrachten wir hingegen begnügen als Zusammensetzung der Morpheme be-+gnüg, dann kommt das Morphem gnüg nicht isoliert aber auch in der Wortbildung vergnügen vor, von der es viele weitere Wortbildungen gibt. Demnach ist das Morphem gnüg nicht unikal.

Betrechtet man die etymologische Entwicklung so ist das Grundverb nügen (ahd. nuegen, mhd. nuegen) spätestens seit dem 19. Jh. nicht mehr gebräuchlich und muss als ausgestorben getrachtet werden. Das g im Verb begnügen ist eine Verschmelzung (sh. Kontamination) (sh. mhd. begenüegen). Demnach ist g in begnügen eine Allomorph zum Präfix ge-. Das Verb begnügen muss daher als Zusammensetzung der Morpheme be-+ge-+nüg betrachtet werden und nüg (beziehungsweise nung) ist demnach unikal, da es im heutigen Sprachgebrauch nur zusammen mit dem Präfix ge- vorkommt.

Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem nüg ist daher ein unikales Morphem.

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Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (hier insbesondere: Adelung, Goethe, Grimm-1, [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=B01497#0 Grumm-2]), ZDL; Duden-online (nicht werbefrei)

Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen



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vergnügen

Wer sich vergnügt, hat Spaß, freut sich oder verbringt eine schöne Zeit.


Wortherkunft

Herr Alt In dem Wort vergnügen steckt das Wort genug. Im Mittelalter hatte das Wort genuoc die Bedeutung es reicht, es ist ausreichend oder es stellt zufrieden. Aus genuoc entwickelten sich die Wörter genügen und vergenügen. Die Vorsilbe ge- wurde später auf den Buchstaben g verkürzt. So entstand das heutige Verb vergnügen.

Ähnlich entwickelte sich auch das Wort begnügen. Es hieß früher begenügen.

Herr Wort Das ist interessant. Aus zufriedenstellen (genug) wurde zunächst zufrieden sein (vergenügen). Daraus entwickelte sich die Bedeutung fröhlich sein und schließlich unsere heutige Bedeutung Spaß haben oder sich freuen. So kann sich die Bedeutung eines Wortes im Laufe der Zeit Schritt für Schritt verändern.
Frau Fremd englisch: to amuse, to enjoy oneself

französisch: s'amuser
spanisch: divertirse

Hinweise zum Wort vergnügen

Bedeutung: a) Freude bereiten

b) Spaß haben
c) sich amüsieren

Beispielsatz: Die Kinder vergnügten sich den ganzen Nachmittag im Schwimmbad.
Wortinfo: Wortart: Verb

Worttrennung: ver·gnü·gen

Aussprache: [fɛɐ̯ˈɡnyːɡn̩]

Wortformen

Das Wort vergnügen wird heute meist reflexiv gebraucht: sich vergnügen.

Gegenwart

(Präsens)

1. Vergangenheit

(Präteritum)

2. Vergangenheit

(Perfekt)

Einzahl

(Singular)

1. Person ich vergnüge mich ich vergnügte mich ich habe mich vergnügt
2. Person du vergnügst dich du vergnügtest dich du hast dich vergnügt
3. Person er/sie/es vergnügt sich er/sie/es vergnügte sich er/sie/es hat sich vergnügt
Mehrzahl

(Plural)

1. Person wir vergnügen uns wir vergnügten uns wir haben uns vergnügt
2. Person ihr vergnügt euch ihr vergnügtet euch ihr habt euch vergnügt
3. Person sie vergnügen sich sie vergnügten sich sie haben sich vergnügt



Weiterführende Informationen zum Grundwort vergnügen
Wörter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z



Info - vergnügen

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Das Verb vergnügen gehört zur Wortfamilie von genug und genügen. Seine heutige Bedeutung Spaß haben entwickelte sich aus der älteren Bedeutung zufrieden sein.


Weiterführende Informationen zum Wort vergnügen

Entstehung: ie. *(e)nek̑- = erreichen, erlangen

⇒ germ. *ga-nōga- = ausreichend sein, genügen

⇒ genug: 8. Jh. ahd. ginuog, ginuogi, mhd. genuoc = ausreichend
⇒ mhd. vernüegen, frühnhd. vernügen = zufrieden stellen, Genugtuung leisten
⇒ parallel hierzu frühnhd. vergenügen
⇒ ab dem 17. Jh. Verschmelzung des Präfixes ge- zu g = vergnügen

Bedeutungswandel:

⇒ zunächst jemanden zufrieden stellen, befriedigen, entschädigen, eine Schuld begleichen
⇒ später innere Zufriedenheit empfinden
fröhlich stimmen, erheitern
⇒ heute meist: Spaß haben, sich amüsieren, sich freuen
Wortbildungen: Vergnügen, Vergnügungspark, Vergnügungsreise, Vergnügungssteuer, Vergnügungssucht, Freizeitvergnügen
Ableitungen: vergnügt, vergnüglich, Vergnügen, vergnügungssüchtig
Interessantes: Das heutige Nomen Vergnügen wird sehr häufig gebraucht. Das Verb vergnügen dagegen erscheint heute meist in der reflexiven Form sich vergnügen.
Die Verkürzung des Präfixes ge- zu g- finden wir auch in einigen wenigen weiteren Grundwörtern:
begnügen – mhd. begenüegen
eignen – mhd. geeigenen
Gnade – mhd. genāde
leugnen – mhd. lougenen
vergnügen – frühnhd. vergenügen
Vergnügen oder Freude Nicht nur für Psychologen interessant: Erich Fromm unterscheidet zwischen Vergnügen als kurzzeitiges Hochgefühl und Freude als ein Gefühl auf dem Weg zur Selbstverwirklichung. Beides kennzeichnet ein Lebensprinzip. Freude als langfristiges Lebensprinzip (Selbstverwirklichung) und Vergnügen als kurzfristiges Lebensprinzip (Kennzeichen der Konsumgesellschaft).

Wörterliste

Das Nomen Vergnügen als Letztglied ist in Wortbildungen sehr produktiv. Im Prinzip kann vieles zu einem Vergnügen führen. Das baden zum Badevergnügen, Ferien zu Ferienvergnügen, fahren zu Fahrvergnügen, Autofahren zu Autofahrvergnügen, Autorennen zu Autorennvergnügen, Radfahren zu Radfahrvergnügen, zu Mountainbikevergnügen, zu Rennradvergnügen, zu Radrennvergnügen usw. usf. All diese Wörter wirst du in keinem Wörterbuch finden.

Zur Nomenbildung Vergnügung gibt es deutlich weniger Wortbildungen. Es ist nicht sehr produktiv. Vergnügung steht in Wortbildungen (von sehr wenigen Ausnahmen abgesehen) als Erstglied.

Die folgende Tabelle enthält viele Wortbildungen mit Vergnügen als Erst- oder Letztglied.

Wortbildungen zum Grundwort vergnügen
Vergnügen
Letzglied Abendvergnügen, Badevergnügen, Ballvergnügen, Einkaufsvergnügen, Eisvergnügen, Fahrvergnügen, Feierabendvergnügen, Ferienvergnügen, Fernsehvergnügen, Filmvergnügen, Freiluftvergnügen, Freizeitvergnügen, Gaumenvergnügen, Grillvergnügen, Hauptvergnügen, Hörvergnügen, Jagdvergnügen, Kindervergnügen, Kinovergnügen, Lesevergnügen, Massenvergnügen, Missvergnügen, Pistenvergnügen, Privatvergnügen, Schneevergnügen, Schwimmvergnügen, Sehvergnügen, Skivergnügen, Sommervergnügen, Sonntagsvergnügen, Spaßvergnügen, Spielvergnügen, Tanzvergnügen, Theatervergnügen, Urlaubsvergnügen, Volksvergnügen, Wintervergnügen, Wochenendvergnügen
Vergnügung
Erstglied Freizeitvergnügung, Vergnügungsangebot, Vergnügungsanlage, Vergnügungsausflug, Vergnügungsausschuss, Vergnügungsbetrieb, Vergnügungsdampfer, Vergnügungsetablissement, Vergnügungsfahrt, Vergnügungsindustrie, Vergnügungskommission, Vergnügungslokal, Vergnügungsmeile, Vergnügungsmöglichkeit, Vergnügungspalast, Vergnügungspark, Vergnügungsreise, Vergnügungsreisende, Vergnügungsschiff, Vergnügungsstätte, Vergnügungssteuer, Vergnügungssucht, Vergnügungssüchtige, Vergnügungstempel, Vergnügungsviertel, Vergnügungswart, Vergnügungswartin, Vergnügungszentrum, Volksvergnügung
Adjektive
-vergnügt missvergnügt, quietschvergnügt, seelenvergnügt, stillvergnügt; (Vergnügtheit)
vergnügung- vergnügenshalber, vergnügungslustig, vergnügungssteuerpflichtig, vergnügungssüchtig, vergnügungswillig
sonstige vergnüglich (Vergnüglichkeit), vergnügsam

Unikales Morphem ?

Das Morphem nüg kommt im heutigen Deutsch nicht frei vor. Es erscheint aber in mehreren Wörtern derselben Wortfamilie, zum Beispiel in genügen, begnügen, vergnügen, genügend und Genügsamkeit.

Wenn wir beim Wort vergnügen eine Zusammensetzung der Morpheme ver-+ge-+nüg betrachten, dann kommt das Morphem nüg (und ohne Umlaut nug) nicht isoliert und nur in der Bildung mit dem Präfix ge- vor. Demnach wäre das Morphem nüg bzw. nug unikal.

Betrachten wir hingegen begnügen als Zusammensetzung der Morpheme be-+gnüg, dann kommt das Morphem gnüg nicht isoliert aber auch in der Wortbildung begnügen vor, von der es weitere Wortbildungen gibt. Demnach ist das Morphem gnüg nicht unikal.

Betrechtet man die etymologische Entwicklung so ist das Grundverb nügen (ahd. nuegen, mhd. nuegen) spätestens seit dem 19. Jh. nicht mehr gebräuchlich und muss als ausgestorben betrachtet werden. Das g im Verb vergnügen ist eine Verschmelzung (sh. Kontamination) (sh. frühnhd. vergenüegen). Demnach ist g in vergnügen eine Allomorph zum Präfix ge-. Das Verb vergnügen muss daher als Zusammensetzung der Morpheme be-+ge-+nüg betrachtet werden und nüg (beziehungsweise nung) ist demnach unikal, da es im heutigen Sprachgebrauch nur zusammen mit dem Präfix ge- vorkommt.

Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem nüg ist daher ein unikales Morphem.


Seitenanfang

Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (hier vor allem Adelung, BDO, Grimm, Krünitz), ZDL; Duden-online (nicht werbefrei)

Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen



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Wörter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z