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Die Infoseite erläutert die Herkunft und sprachgeschichtliche Entwicklung des Pronomens jeglicher. Vorgestellt werden die beiden wichtigsten Erklärungsansätze zur Entstehung des Wortes aus althochdeutschen Formen, seine Bedeutung im heutigen Sprachgebrauch sowie seine Wortbildungen und Ableitungen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Frage, ob das Morphem jeg- als unikales Morphem angesehen werden kann und wie diese Einordnung sprachwissenschaftlich begründet werden kann.


Weiterführende Informationen zum Wort jeglicher

Entstehung: Unter Sprachwissenschaftlern werden zwei Möglichkeiten für die Entstehung des Pronomens diskutiert:
ie. *lē̌ig- bzw. *līg- = Gestalt; germ. *līka- = Körper, Gestalt
⇒ a) germ. *ga-līka- = dieselbe Gestalt habend
⇒ ahd. gilīh, mhd. gelīch = ähnlich, gleich
⇒ ahd. io + gilīh = ahd. iogilīh = jeder, jeglicher
⇒ später verkürzt zu jeglich und jeglicher
⇒ b) germ. *hwalīka-, *hwelīka- = was für eine Gestalt habend
⇒ ahd. wilīh, mhd. wilich = welcher, was für ein
⇒ ahd. io + gi + wilīh = ahd. iogiwilīh
⇒ daraus entwickelte sich später jeglich

Im heutigen Sprachgebrauch wird das Wort oft als Zusammensetzung aus jeg + -lich empfunden.

Wortbildungen: jeglich, jegliche, jeglicherseits
Ableitungen: Das ältere Wort jeglich wird heute nur noch selten verwendet.
Interessantes: Das Wort jeglicher wirkt heute oft gehoben oder altertümlich. Im Alltag benutzen die meisten Menschen stattdessen das Wort jeder.

Unikales Morphem ?

Das Morphem jeg kommt nicht isoliert vor. Es erscheint nur noch in der Wortbildung mit dem Suffix -lich.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem jeg ist daher ein unikales Morphem.
Ursprünglich ist das Morphem eine Verkürzung von ahd. io (= je) und ahd. gilīh (= gleich), verkürzt zu glich. Denkbar ist auch ahd. io, gi (=ge-) und welīh (= welch). Das Präfix gi wurde verkürzt zu g und das Stammwort welih verkürzt zu lich. In beiden Fällen war früher das g keine Ergänzung zu je sondern gehörte zum Wortstamm (glich oder giwelih) Auch die Endung lich in jeglich entsprach früher nicht dem Suffix lich der heutigen Sichtweise. Es war eine sprachliche Anpassung von lih (als Teil des Grundwortes) zu lich. Das Morphem jeg ist demnach eine Rückbildung, also eine sprachliche Anpassung verschiedener früherer Wortteile. Daher kann das Morphem jeg auch dann als unikal angesehen werden, wenn aus dem althochdeutschen Wortstamm sich andere Wörter entwickelt haben, wie z. B. aus gilih - gleich oder aus welih - welch. In beiden Fällen muss das heutige jeg als eigenständiges Morphem angesehen und als unikal betrachtet werden.

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Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (hier vor allem Adelung, Goethe), ZDL; Duden-online (nicht werbefrei)

Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen



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