Info - Fett
Auf dieser Seite erfährst du etwas mehr über das Stichwort Fett. Im Kapitel Wörterlisten findest du einige Beispiele zu den unterschiedlichen Bedeutungen des Stichwortes. Dieses Wort kommt in vielen Redensarten vor. Einige Beispiele findest du im Kapitel Redensarten.
Weiterführende Informationen zum Nomen Fett
Modellwortschatz
Das Wort Stichwort gehört zum Modellwortschatz (siehe Karteikarte: Vorderseite, Rückseite). Du kannst dir zu diesem Wort auch einige Fremdsprachen anhören.
Wortherkunft
Ursprünglich bedeuteten die germanische Wörter *faitiða (Verb) und *faita- (Adjektiv) = ein Tier mästen, fett machen. Hierauf ist das Verb veiʒen = fett machen zurückzuführen. Von diesem Verb ist das Adjektiv ahd. feiʒit, feiʒʒit (8. Jh.) und später mhd. veiʒt, veiʒet abgeleitet. Daraus hat sich schließlich das neuhochdeutsche feist entwickelt.
In der niederdeutschen Sprache dominierte mnd. vet und später nd. fett. Seit dem 14. Jh. ist diese Variante auch in mitteldeutschen Dialekten zu finden. Beide Adjektive bedeuteten gemästet, beleibt, fett sein und das Verb veiʒen = fett machen, mästen.
Martin Luther verwendete in seinen Bibelübersetzungen zunächst sowohl die hochdeutsche (feist) als auch die niederdeutsche (fett) Variante. In späteren Bibellausgaben (Ende 16. Jh.) dominiert dann das Adjektiv fett. Danach setzte sich im deutschsprachigen Raum fett an Stelle von feist durch. Heute wird feist nur noch umgangssprachlich und meist abwertend im Sinne von unangenehm fett / dick verwendet.
Wörterlisten
Es gibt über 250 Wortbildungen zum Grundwort Fett/fett. Die folgenden Tabellen enthalten einige Beispielwörter. In den ersten Tabellen werden die Beispiele nach der Wortart (Adjektive, Nomen, Verben) sortiert. Die darauf folgende Tabelle gibt Beispiele sortiert nach der Bedeutung des Wortes.
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| Die Wortbildungen zum Grundwort Fett sind zum Teil davon abgeleitet woraus das Fett hergestellt wird. Fette können hergestellt werden aus: | |
| A Pflanzen | z. B. Raps, Soja, aus Oliven oder Nüssen. |
| Erdnussfett, Kakaofett, Kokosfett, Palmfett, Pflanzenfett | |
| B Tiere | z. B. aus Milch von Kühen, Schafen, Ziegen usw. oder direkt aus dem Fett von Schweinen, Rindern (Speck) oder von Fischen wie z. B. Makrelen, Aalen oder Haien. |
| Bärenfett, Entenfett, Fettfisch, Gänsefett, Heringsfett, Milchfett, Schweinefett, Tierfett | |
| C Erdöl | Durch weitere Verarbeitung kann auch aus Erdöl Fett hergestellt werden. |
| Fettsäure, Schmierfett | |
| Weitere Wortbildungen können auf die unterschiedlichen Bedeutungen des Grundwortes Fett zurückgeführt werden. | |
| A Stoffliche Bedeutung | Fett als Stoff oder Substanz – etwas, das man anfassen oder sehen kann. |
| Butterfett, Pflanzenfett, Milchfett, Speisefett, Tierfett | |
| B Lebensmittel | Fett als Teil von Essen, beim Kochen oder Braten. |
| Bratfett, Backfett, Pommesfett, Schweinefett, Schmalzfett, Speisefett | |
| C Körpergewebe | Fett im Körper – als Polster oder Schutz. |
| Körperfett, Bauchfett, Fettpolster, Fettzelle, Fettgewebe, Fettreserve | |
| D technische Verwendung | Fett als Schmiermittel oder Pflegestoff. |
| Maschinenfett, Schmierfett, Fahrradfett, Motorfett, Lederfett, Schuhfett | |
| E Umgangssprachlich | Fett in Redewendungen oder übertragenem Sinn. |
| Fettnäpfchen, Fettschrift (Schrift mit dicken Buchstaben), Fettfinger (umgangssprachlich für schmierige Finger), Fette Jahre (Redewendung) | |
Wenn du wissen möchtest, was ein Wort bedeutet, dann klicke auf das Wort. Du gelangst dann zum Online Wörterbuch Wiktionary. Wörter die in diesem Wörterbuch nicht vorkommen sind mit dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) verlinkt. Dort findest du Informationen zum Wort, zur Wortart, Bedeutung, Herkunft und Beispielsätze. Zu Wörtern die im Stammverzeichnis dieses Wörterbuches nicht eingetragen sind findest du im DWDS Beispielsätze und Informationen zur Häufigkeit dieses Wortes in verschiedenen Textkorpora.
Redensarten
Die Wörter Fett und fett werden in einigen Redensarten verwendet. In den meisten Mehrwortausdrücken werden diese Wörter in einem übertragenen Sinn verwendet. Lediglich das 4. Zitat bezieht sich auf die technische Funktion des Schmierfetts. Die Redensarten sind mit dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS), dem Online-Wörterbuch Wiktionary, Wikiquote oder der Internetseite Aphorismen verlinkt.
| Nr. | Redensart / Ausdruck | Kurzbeschreibung / Bedeutung |
|---|---|---|
| 1 | das Fett abschöpfen | Den besten oder lohnendsten Teil für sich behalten; den größten Vorteil ziehen. |
| 2 | das Kraut nicht fett machen | Eine Kleinigkeit, die keinen großen Unterschied macht; eine unbedeutende Verbesserung. |
| 3 | das macht den Kohl nicht fett | Eine geringe Zugabe oder Änderung verbessert die Lage kaum; es bleibt unerheblich. |
| 4 | Das Rad, das am lautesten quietscht, bekommt das meiste Fett. | Wer sich am lautesten beschwert, bekommt am meisten Aufmerksamkeit oder Hilfe. (engl. Sprichwort) |
| 5 | den Bock nicht fett machen | Eine Handlung, die nichts verbessert; eine nutzlose oder erfolglose Aktion. |
| 6 | den Braten nicht fett machen | Keine spürbare Verbesserung bewirken; nichts Entscheidendes beitragen. |
| 7 | des Wahnsinns fette Beute | Ironisch: Ausdruck für etwas völlig Verrücktes oder Absurdes (du bist ja des Wahnsinns fette Beute!). |
| 8 | des Wahnsinns fette Beute sein | Verrückt, überdreht oder unrealistisch handeln; nicht bei Verstand sein. |
| 9 | ein fetter Happen | Ein besonders lohnendes Stück / eine große Chance / ein ergiebiges Geschäft. |
| 10 | ein guter Hahn wird selten fett | Wer tüchtig ist oder viel arbeitet, gönnt sich wenig Genuss und legt daher kein Fett an. |
| 11 | hinten ist die Ente fett | Es ist erst vorbei, wenn es wirklich vorbei ist; das Ergebnis steht erst am Ende fest. |
| 12 | leck mich fett | Derb-umgangssprachlich: Ausdruck von Erstaunen, Ärger oder Überraschung („unglaublich!“ / „ich fass es nicht!“). |
| 13 | sein Fett abbekommen / abkriegen / wegbekommen / wegkriegen | Kritik, Strafe oder Ärger abbekommen; zur Rechenschaft gezogen werden. |
| 16 | selber essen macht fett | Ironisch-scherzhaft: Wer alles für sich behält, wird dick; Kritik an Egoismus. |
| 17 | sieben fette Jahre | Zeit des Wohlstands oder Erfolgs (biblisches Bild: sieben fette und sieben magere Jahre). |
| 18 | vom Wiegen wird die Sau nicht fett | Reines Kontrollieren oder Messen bringt keinen Fortschritt; man muss aktiv handeln. |
Belege/Quellen
Modellwortschatz: Sommer-Stumpenhorst: Modellwortschatz
Wortschatz: Sommer-Stumpenhorst: Gesamtwortschatz, Gerhard Augst: Wortfamilienwörterbuch, Korpus basierte Wortgrundformenliste DeReWo
Wörterliste: Die Bedeutungsgruppen, Beispielwörter und -sätze wurden mit Unterstützung von ChatGPT-5 erstellt.
Rechtschreibung: Wiktionary, Duden, DWDS, IDS
Etymologie: DWDS, educalingo, Wörterbuchnetz, Adelung, Herders CL, Mecklenburgisches WB, Rheinisches WB, WB bayrischer Mundart, Wortbedeutung.info, Wiktionary, Wikipedia
Redensarten: Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS), Wiktionary, Wikiquote, Aphorismen
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