Weiterführende Informationen zum Wort Butzenscheibe
| Entstehung:
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Butzen = 15. Jh. Klumpen, Verdickung, rundes Gebilde (oberdeutsch)
Butzenscheibe = 19. Jh. Glasscheibe mit verdicktem, rundem Mittelteil
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| Wortbildungen:
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Butzenfenster, Butzenglas,Butzenglasscheibe, Butzenscheibenfenster
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| Ableitungen:
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Butzen (Grundwort)
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| Interessantes:
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Butzenscheiben waren besonders im Mittelalter und in der frühen Neuzeit verbreitet, da große Glasscheiben schwer herzustellen waren. Die Herstellung erfolgte traditionell durch Glasblasen: Dabei entstand am Ende der Glasröhre eine Verdickung (Butzen), die als charakteristisches Merkmal sichtbar blieb.
Typisch sind sie heute noch in alten Häusern, Kirchen oder als dekoratives Element in Gaststätten. Das leicht unregelmäßige Glas erzeugt ein charakteristisches Lichtspiel.
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Ausführliche Informationen findest du bei Wikipedia. Wie werden (und wurden) Butzenscheiben hergestellt? Hierzu findest du eine gute Beschreibung und einen anschaulichen Film auf der Seite der Glashüllte Lamberts.
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| Abgrenzungen:
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Butzen (gelegentlich auch verkürzt Butz) = Klumpen, Unreinigkeit, auch Kerngehäuse von Obst. > Butzenscheibe, hierzu gehören auch die Verben putzen, verputzen und das Nomen Putz
Butz = kleines Kind > Butzemann (= Kobold ...), hierzu gehören auch das Adjektiv putzig und das Nomen Bützel.
Butze = kleine Bude, Verschlag aus Holz
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Unikales Morphem ?
| Das Morphem butzen kommt zwar heute nur noch selten vor, ist aber regional und in Fachsprache weiterhin belegt (z. B. Butzenglas). Das Morphem butzen kommt isoliert und in verschiedenen Wortbildungen vor.
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Das Morphem butzen ist daher in dieser Bedeutung kein unikales Morphem.
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Belege/Quellen
Butzen: DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (sh. Grimm-2), ZDL, Duden-online
Butzenscheibe: DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (sh. Grimm-2), ZDL, Wikipedia, Duden-online
Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen