Info - Gelichter

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Das Wort Gelichter geht auf die indogermanische Wurzel für „liegen“ und „sich legen“ zurück. Über die Bedeutungen „Lager“, „Gebärmutter“ und „Menschen gleicher Herkunft oder Art“ entwickelte sich die heutige abwertende Bedeutung „Gesindel“.

Auf dieser Seite erfährst du mehr über dieses heute nur noch selten verwendete Wort. Darüber hinaus wird hier der Frage nachgegangen, ob das Morphem licht(er) als unikales Morphem angesehen werden muss.


Weiterführende Informationen zum Wort Gelichter

Entstehung: ie. *legh- = (sich) legen, liegen; lat. lectus = Lagerstatt, Bett
⇒ ahd. lehtar = Lager (9. Jh.)
⇒ ahd. gilehtar = Gebärmutter, eigentlich: Ort, wo das Kind liegt (ca. 10. Jh.)
⇒ mhd. gelihter = Menschen übereinstimmender Art, Sippe, Geschlecht (ca. 14. Jh.)
⇒ nhd. Gelichter = Menschengruppe
⇒ später abwertend: Gesindel (ab 17. Jh.)
Wortbildungen: Diebsgelichter / Diebesgelichter
Ableitungen: -
Interessantes: Das Wort hatte ursprünglich keine negative Bedeutung. Erst im Laufe der Sprachgeschichte wurde daraus ein Schimpfwort für eine als unangenehm empfundene Menschengruppe.

Unikales Morphem ?

Das Morphem licht(er) kommt in dieser Bedeutung im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert sondern immer nur gemeinsam mit dem räfix ge- vor. Das gilt auch für Wortbildungen. Ein etymologischer oder Bedeutungszusammenhang zum Nomen Licht besteht nicht.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem licht(er) ist daher ein unikales Morphem.

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Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, ZDL; Wikipedia, Duden-online (nicht werbefrei)

Wörterbuchnetz: Adelung, Grimm, Goethe, PfWb, RhWb),

Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen



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