Das heute seltene Adjektiv gedunsen geht auf das ausgestorbene Verb dinsen zurück, das ursprünglich ziehen, zerren oder schleppen bedeutete. Aus älteren Formen wie githinsan entwickelte sich später gedunsen; daneben entstand aufgedunsen, das heute gebräuchlicher ist. Das alte Morphem duns kommt nicht mehr selbstständig sondern nur noch mit dem Präfix ge- vor. Es gehört daher in die Wörtergruppe der unikalen Morpheme.
Weiterführende Informationen zum Wort gedunsen
| Entstehung:
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ie. *tens = hin und herziehen
- → got. at-þinsan = heranziehen
- → ahd. thinsan, dinsan, mhd. dinsen = ziehen, zerren, schleppen
- (dinsen wird nach dem Mittelalter nicht mehr verwendet)
- → 8. Jh. ahd. thinsan; 9. Jh. githinsan, später gedunsen
- → 15. Jh. aufdinsen, aufdunsen, später aufgedunsen
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| Entwicklung:
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Das Adjektiv gedunsen entstand aus dem Partizip Perfekt des starken Verbs ahd. dinsan. Beispiel: ich dinse - ich dans - ich habe gidunsen (analog zu ich binde - ich band - ich habe gebunden); hieraus entwickelte sind zunächst das Adjektiv githinsan und gedinsen und noch später gedunsen.
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| Wortbildungen:
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Das ursprüngliche Verb dinsen ist ausgestorben. Erhalten blieb das alte Morphem dins nur noch mit Ablaut u in dem Adjektiv gedunsen und dem Nomen Gedunsenheit. Hieraus sind dann die heute gebräuchliche Wortbildung aufgedunsen und die selten verwendete Nominalisierung die Aufgedunsenheit entstanden.
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Unikales Morphem ?
| Das Morphem duns beziehungsweise die ältere Form dins kommt heute nicht mehr selbstständig vor. Es erscheint nur noch mit dem Präfix ge- in den Wörtern gedunsen und der Wortbildung aufgedunsen.
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Das Morphem duns ist daher ein unikales Morphem.
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Belege/Quellen
DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz, ZDL, Duden-online
gedunsen: AWb, AWb-2, EWA, BMZ, Adelung, Grimm
Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen