Info - genesen

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Das Verb genesen geht auf eine sehr alte indogermanische Wortwurzel mit der Bedeutung „wohlbehalten an einen sicheren Ort gelangen“ zurück. Daraus entwickelten sich unter anderem genesen im Sinne von „gesund werden“ und – auf einem anderen Entwicklungsweg – nähren. Heute gehören zu genesen zahlreiche Wortbildungen

Auf dieser Seite erfährst du mehr zur Herkunft und Bedeutung des Wortes und zu Wortbildungen. Darüber hinaus wird der Frage nachgegangen, ob das Grundmorphem nes als unikales Morphem angesehen werden kann.

Weiterführende Informationen zum Wort genesen

Entstehung: ie. *nes- wohlbehalten wohin gelangen, das sichere Heim erreichen → germ. *nazjan genesen machen
⇒ ahd. nerien → mhd. neren, nerigen = genesen machen, (er)retten, am Leben erhalten → nähren = mit Nahrung versorgen
⇒ ahd. ginesan, mhd. genesen = gesund werden
Wortbildungen: genesen: wiedergenesen
Genesung (Erstglied): Genesungsbegleiter, Genesungschance, Genesungsheim, Genesungskompanie, Genesungskur, Genesungsnachweis, Genesungsprozess, Genesungsurlaub, Genesungswunsch, Genesungszeit
Genesung (Letztglied): Müttergenesung, Müttergenesungsheim, Müttergenesungskur, Müttergenesungswerk, Wiedergenesung
Genesene: Genesenennachweis, Genesenenstatus
Ableitungen: Genesung, die/der Genesene
Interessantes:
Quelle
Während der Corona-Pandemie (2019-2022) wurde das Wort Genesene sehr häufig verwendet. Damit bezeichnete man Menschen, die eine Corona-Erkrankung überstanden hatten. Auch Wörter wie Genesungsnachweis oder Genesenenstatus wurden damals oft benutzt.

Die rechte Grafik zeigt den Verlauf des Nomens Genesung. Nach dem zweiten Weltkrieg mit vielen verletzten Soldaten und Zivilisten ging die Verwendungskurve mit einiger Verzögerung (die für die Genesung gebraucht wurde) steil nach oben. Fast auf den gleichen Höchststand stieg die Kurve 2021 in Folge der Coronapandemie an.

Unikales Morphem ?

Das Morphem nes kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert sondern nur mit dem Präfix ge- im Wort genesen vor. Wortbildungen kommen ebenfalls nur zusammen mit dem Präfix ge- vor.
Auf den gleichen germanischen Worturspung kann auch das Verb nähren zurückgeführt werden. Allerdings hat sich hieraus ein Morphem mit völlig anderer Schreibung entwickelt sie sich bereits in althochdeutscher Zeit etabliert haben (ahd. nierien und ahd. ginesan).
Einen etymologischen und Bedeutungszusammenhang zur Wortfamilie Genese (= Entstehung, Ursprung) besteht nicht.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem nes ist daher ein unikales Morphem.

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Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, ZDL; Wikipedia, Duden-online (nicht werbefrei)

Wörterbuchnetz: Adelung, zu den alten Bedeutungen sh. vor allem: Grimm, hier 2. und 3., Goethe hier 2., Krünitz, Lexer

Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen



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