Info - genießen (Wortgruppe)
| zurück zu den Wortgeschichten genießen, Nutzen, Genosse und Genuss |
Flexionen zu den Grundwörtern
Wortformen zu genießen
Das Wort genießen ist ein starkes Verb.
| Präsens | Präteritum | Perfekt | Futur | ||
|---|---|---|---|---|---|
| Singular | 1. Person | ich genieße | ich genoss | ich habe genossen | ich werde genießen |
| 2. Person | du genießt | du genossest | du hast genossen | du wirst genießen | |
| 3. Person | er/sie/es genießt | er/sie/es genoss | er/sie/es hat genossen | er/sie/es wird genießen | |
| Plural | 1. Person | wir genießen | wir genossen | wir haben genossen | wir werden genießen |
| 2. Person | ihr genießt | ihr genosst | ihr habt genossen | ihr werdet genießen | |
| 3. Person | sie genießen | sie genossen | sie haben genossen | sie werden genießen | |
Wortformen zu nutzen/nützen
Die Wortformen zu den Verben nutzen und nützen werden regelhaft gebildet.
| Präsens | Präteritum | Perfekt | Futur | ||
|---|---|---|---|---|---|
| Singular | 1. Person | ich nutze | ich nutzte | ich habe genutzt | ich werde nutzen |
| 2. Person | du nutzt | du nutztest | du hast genutzt | du wirst nutzen | |
| 3. Person | er/sie/es nutzt | er/sie/es nutzte | er/sie/es hat genutzt | er/sie/es wird nutzen | |
| Plural | 1. Person | wir nutzen | wir nutzten | wir haben genutzt | wir werden nutzen |
| 2. Person | ihr nutzt | ihr nutztet | ihr habt genutzt | ihr werdet nutzen | |
| 3. Person | sie nutzen | sie nutzten | sie haben genutzt | sie werden nutzen | |
Wortformen zu Nutzen
Das Wort Nutzen kann auch als Nomen verwendet werden. Die Grundform (Nominativ, Singular) wird mit dem Artikel der gebildet. Mit Ausnahme des Genitivs Singular sind alle Wortformen identisch mit dem Grundwort Nutzen
| Singular | Plural | |
|---|---|---|
| Nominativ | der Nutzen | die Nutzen |
| Genitiv | des Nutzens | der Nutzen |
| Dativ | dem Nutzen | den Nutzen |
| Akkusativ | den Nutzen | die Nutzen |
Wortformen zu Genuss
Das Wort Genuss ist ein Nomen.
| Singular | Plural | |
|---|---|---|
| Nominativ | der Genuss | die Genüsse |
| Genitiv | des Genusses | der Genüsse |
| Dativ | dem Genuss | den Genüssen |
| Akkusativ | den Genuss | die Genüsse |
Wortformen zu Genosse
Das Wort Genosse ist ein schwach gebeugtes Nomen. Das bedeutet: In fast allen Fällen außer dem Nominativ Singular endet es auf -n.
| Singular | Plural | |
|---|---|---|
| Nominativ | der Genosse | die Genossen |
| Genitiv | des Genossen | der Genossen |
| Dativ | dem Genossen | den Genossen |
| Akkusativ | den Genossen | die Genossen |
Wortformen zu Genossenschaft
In allen vier Fällen wird in der Einzahl (Singular) das Grundwort Genossenschaft und in der Mehrzahl (Plural) Genossenschaften verwendet.
| Singular | Plural | |
|---|---|---|
| Nominativ | die Genossenschaft | die Genossenschaften |
| Genitiv | der Genossenschaft | der Genossenschaften |
| Dativ | der Genossenschaft | den Genossenschaften |
| Akkusativ | die Genossenschaft | die Genossenschaften |
Begriffsentwicklung/Etymologie
ie. *neṷd- = etwas ergreifen, in Nutzung nehmen, nutzen
- Von dieser indoeuropäische Wurzel *neṷd lassen sich viele verschiedene heute noch gebräuchliche Wörter zurückführen:
- ⇒ a) Nutz: germ. *nauta- = Vieh, wertvolle Habe, Nutzvieh
- ⇒ ahd., mhd. nōʒ = Nutz-, Zug-, Lasttier - später auch verallgemeinert und übertragen im Sinne von Vorteil haben, Nutzen Dieses Nomen ist ausgestorben; es wurde im 17., 18. Jh. zunehmend vom Nomen Nutzen verdrängt. Erhalten geblieben ist das Adjektiv obd. nutz, das im norddeutschen Sprachraum mit Umlaut (nütze) verwendet wird.
- ⇒ nütze: germ. *nutja-, ahd. nuzzi, mhd. nütze, obd. nutz = brauchbar
- ⇒ Ableitungen: unnütz, Nichtsnutz, ...
- ⇒ Nutzen: ahd. nuz, nuzza, mhd. nuz = Gebrauch, Ertrag, Gewinn, Vorteil
- ⇒ Ableitungen: nutzen, nützen, nützlich, ...
- ⇒ b) genießen: germ. *neutan = etwas in Nutzung nehmen
- ⇒ ahd. nioʒan, ginioʒan, mhd. (ge)nieʒen = etw. benutzen, genießen
- ⇒ mhd. nieʒ, frühnhd. Nieß = Benutzung, Nutznießung; dieses Nomen ist ausgestorben; die Bedeutung ist noch erhalten in:
- ⇒ Ableitung: Nießbrauch = Recht auf Nutzung fremden Eigentums
- ⇒ Genuss: mhd. genieʒ, nhd. Genieß später auch Genüß (hiervon abgeleitet genüsslich);
- dieses Nomen wurde im 18./19. Jh. zunehmend von der parallel Form verdrängt und ist ausgestorben:
- mhd. genuʒ, hd. Genuß mit gleicher Bedeutung: zunächst Nutznießung, Gewinn, ab dem 18. Jh. dann Freude, Wohlbefinden (beim Essen etc. bei Dingen die als schön empfunden werden)
- ⇒ Ableitung: genüsslich
- ⇒ c) Genosse/Genossin: germ. *ga-nauta- = jemand, der dasselbe Vieh oder denselben Besitz gemeinsam hat
- ⇒ ahd. ginōʒ, ginōʒo, mhd. genōʒ(e) = jemand, der mit anderen etwas gemeinschaftlich hat (z. B. Wesen, Stand, Herkunft), Gleichgestellter, Gefährte
- ⇒ nhd. Genosse = Gefährte; politisch (ab Mitte 19. Jh.) = Mitglied oder Anhänger einer linksgerichteten Partei
- ⇒ Wortbildung: Genossenschaft, weitere Wortbildungen sh. Kap. Wortbildungen
- ⇒ ahd. ginōʒ, ginōʒo, mhd. genōʒ(e) = jemand, der mit anderen etwas gemeinschaftlich hat (z. B. Wesen, Stand, Herkunft), Gleichgestellter, Gefährte
Beispiel:
Das Wort Genosse hängt mit genießen zusammen. Früher bedeutete genießen nicht nur „Freude an etwas haben“, sondern auch „etwas nutzen“. Ein Genosse war also ursprünglich jemand, der mit anderen etwas gemeinsam nutzte.
Ein Beispiel: Eine Gemeinde an der Nordseeküste hat einen Deich gebaut. Um ihn zu schützen wurde der Deich mit einer Wildwiese bepflanzt. Diese Weide stell sie verschiedenen Bauer zur Nutzung zur Verfügung.
Diese Bauern genossen also den Vorteil, die Weide gemeinsam zu nutzen zu dürfen. Sie waren Genossen und Nutznießer der Weide. Man könnte auch sagen, dass die in den Genuss gekommen sind, die Weide benutzen zu dürfen, obwohl sie ihnen nicht gehört.
Heute ist die ursprüngliche Bedeutung des Verbs genießen (= Benutzung) noch in der Wortbildung Nießbrauch (Recht auf Nutzung fremden Eigentums) enthalten.
Wortbildungen
genießen
Das althochdeutsche nioʒan (8. Jh.) wurde in mittelhochdeutscher Zeit (11. Jh.) zu nieʒ und führte später (frühnhd. 14./15.Jh.) zum Nomen Nieß. Sowohl das Verb (nießen) als auch das Nomen (Nieß) sind ausgestorben. Das Nomen finden wir noch in verschiedenen Ableitungen, z. B. Nießnutz, Nutznießer. Das Verb kommt nur noch zusammen mit dem Präfix ge- als genießen und in einigen wenigen Wortbeldungen vor.
Die folgende Tabelle enthält die heute noch gebräuchlichen Wortbildungen zu Nieß und genießen. Die Wörter sind mit dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) verlinkt.
| Wortbildungen zu Nieß | |
|---|---|
| Nießbrauch | Nießbraucher, nießbrauchen |
| Nießnutz | nießnutzen |
| nutznießen | Nutznießer, Nutznießerin, Hauptnutznießer, Nutznießung |
| Wortbildungen zu genießen | |
| genießen | Genießer, Genießerin, Genießen |
| genießbar | Genießbarkeit, ungenießbar, Ungenießbarkeit |
| sonst. | genießerisch, mitgenießen |
| Mehrwortausdruck | mit Vorsicht zu genießen |
nütze, nützen
Das Morphem nütz kommt in unterschiedlichen Bedeutungen vor. Im Adjektiv nütze ist es auf ahd. nuzzi, mhd. nütze zurückzuführen. Im süddeutschen Sprachraum sowie in Österreich und der Schweiz wird hierfür meist nutz verwendet.
Das Morphem kommt auch im Verb nützen und der Adjektivableitung nützlich sowie in Wortbildungen mit der Adjektivendung -ig vor. In diesem Falle ist es vom Nomen Nutzen (ahd. nuz, nuzza) und dem hiervon abgeleiteten Verb ahd. nuzzōn, mhd. nutzen abgeleitet. Im süddeutschen Raum bzw. Österreich und der Schweiz wird die Variante mit Umlaut nützen häufig für das Verb nutzen verwendet.
Daraus folgt, dass es zu Wortbildungen vom Verb nützen in der Regel auch die Form ohne Umlaut, also nutzen existiert, die vornehmlich im mittel- und norddeutschen Raum gebräuchlich ist. Das gilt vor allem für Verben mit den Präfixen ab, aus, be- und ge-. Beispiele: abnützen/abnutzen, ausnützen/ausnutzen, benützen/benutzen, genützt/genutzt.
Nutzen
Die mit Abstand größte Anzahl an Wortbildungen aus der Wortgruppe genießen können vom Grundwort Nutz gebildet werden. Hierzu gibt es über 500 Wortbildungen In den folgenden Tabellen werden die Wortbildungen gruppiert nach den Wortarten der Ausgangswörter: a) Nomen (nutz, Nutzer, Nutzung), b) Verben (nutzen) sowie den verschiedenen Adjektivbildungen.
Die ersten Tabelle enthält das Grundwort nutzen sowie Nomen- Adjektiv- und Verb-Ableitungen. Die einzelnen Wörter sind mit dem Online Wörterbuch Wiktionary verlinkt.
| nutzen | Aussprache: [ˈnʊt͡sn̩]; Verb: ich nutze, du nutzt, er nutzt, wir nutzen, ihr nutzt, sie nutzen; Partizip: genutzt; Hilfsverb: haben |
| Nomen: | der Nutzer, die Nutzerin |
| Adjektive: | nutzbar, nutzlos, nützlich; nutzbringend, nutzerfreundlich |
| Vorsilben: | abnutzen, ausnutzen, benutzen, mitbenutzen, mitnutzen, nachnutzen, nutzen, übernutzen, umnutzen, vernutzen |
In den folgenden drei Tabellen findest du Beispielwörter zum Nomen Nutzen, dem Verb nutzen sowie dem Adjektiv nutz(en). Die Einzelwörter sind mit dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) verlinkt.
| nutzen | |
|---|---|
| Erstglied | Nutzenaufbau, Nutzenbewertung, Nutzenerwartung, Nutzenfunktion, Nutzenkalkül, Nutzen-Kosten-Analyse, Nutzenmaximierung, Nutzenniveau, Nutzenpotential, Nutzenpotenzial, Nutzentrenner, Nutzenwert, ... |
| Leztglied | Doppelnutzen, Dreifachnutzen, Fertigungsnutzen, Gesamtnutzen, Grenznutzen, Grenznutzenschule, Hauptnutzen, Kollateralnutzen, Kosten-Nutzen-Verhältnis, Kundennutzen, Mehrfachnutzen, Mehrnutzen, Mindernutzen, Nettonutzen, Privatnutzen, Umweltnutzen, Vierfachnutzen, Zusatznutzen, Zusatznutzen , ... |
| Präfixe | nutzen, abnutzen, ausnutzen, benutzen, mitbenutzen, mitnutzen, nachnutzen, übernutzen, umnutzen, vernutzen, vernutzen , weiterbenutzen, weiternutzen, ... |
| Adjektive | nichtsnutzig, nutzbringend, nutzenorientiert, nutzerfreundlich, nutzergetrieben, nutzerunabhängig, nutzlos, nutzungsabhängig, nutzungsberechtigt, nutzwertig, zunutze, ... |
|---|---|
| Präfix be- | benutzerdefiniert, benutzerfreundlich, benutzungspflichtig, ... |
| benutzt, meistbenutzt, mitbenutzt, unbenutzt, vielbenutzt, | |
| Präfix ge- | genutzt, abgenutzt, ausgenutzt, eigengenutzt, fremdgenutzt, meistgenutzt, mitgenutzt, nichtgenutzt, selbstgenutzt, umgenutzt, unausgenutzt, ungenutzt, untergenutzt, vielgenutzt, weitergenutzt, ... |
| Suffix -bar | nutzbar, ausnutzbar, benutzbar, unbenutzbar, ... |
Die letzte Tabelle listet die Wortbildungen mit dem Morphem nutz in alphabetischer Sortierung auf. Die einzelnen Wörter sind mit dem Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) verlinkt.
Genuss
Das Letztglied der Wortbildungen zum Grundwort Genuss beschreibt, was bei jemandem zum Genussgefühl führen kann. Diese Wortbildungen sind von Mensch zu Mensch verschieden und die Wortbildungen hierzu produktiv. Das zeigt sich auch in der Analyse verschiedener Wörterbücher und Wortschätze. So findet der Duden beispielsweise, dass Hören genussvoll sein kann (Hörgenuss). In anderen Wortschätzen (z. B. Wiktionary) finden wir den Drogengenuss, Kulturgenuss oder Lesegenuss. In der umfangreichen Gegenwartskorpora des DWDS ist der Musikgenuss ein Vollgenuss.So hat jedes Wörterverzeichnis seine eigenen Vorlieben, so wie die Macher(innen) der Wörterbücher.
Interessant ist das Wort genüsslich. Früher gab es das Nomen Genieß und dazu das Adjektiv genießlich. Ab dem 17. Jahrhundert setzte sich die schon im Mittelalter vorhandene Substantivierung Genuß (mhd. genuʒ) und vereinzelt auch Genüß durch. Zur gleichen Zeit verschwand auch genießlich zugunsten von genüßlich. Es ist die einzige Adjektivableitung, die den Umlaut aus dem Plural Genüsse übernimmt. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts standen die Nomenbildungen Genießling und Genüßling noch gleichberechtigt nebeneinander in den Wörterbüchern (Duden, Wahring).
Genosse
Fast alle Bildungen mit -genosse gehen auf dieselbe Grundbedeutung zurück, jemand, der etwas gemeinsam mit anderen hat oder erlebt. Die Unterschiede entstehen erst durch das Erstglied:
- Berufsgenosse → gemeinsamer Beruf
- Leidensgenosse → gemeinsames Leiden
- Tischgenosse → gemeinsames Essen
- Volksgenosse → Zugehörigkeit zu einem Volk
Die Wortbildungen zum Grundwort Genosse können inhaltlich fünf Bedeutungsgruppen zugeordnet werden:
1. Gemeinschaft nach sozialer Zugehörigkeit
- Menschen gehören aufgrund von Herkunft, Stand, Beruf, Ausbildung oder politischer/religiöser Haltung zusammen, z. B. Eidgenosse, Parteigenosse, ...
2. Gemeinschaft durch gemeinsames Leben oder Handeln
- Menschen erleben, tun oder erleiden etwas gemeinsam, z. B. Leidensgenosse, Weggenosse, ...
3. Natürliche oder biologische Zugehörigkeit
- Gemeinsamkeit aufgrund natürlicher Merkmale, z. B. Artgenosse, Zeitgenosse, ...
4. Rechtlich-wirtschaftliche Gemeinschaft
- Gemeinschaft durch Besitz, Schutz oder rechtliche Ordnung, z. B. Jagdgenosse, Bundesgenosse, ...
5. Sonder- und Einzelbildungen
- Lexikalisierte oder historisch spezielle Bildungen, z. B. Altgenosse, Lebensgenosse, ...
In der folgenden Tabelle wird in der 1. Spalte beispielhaft diese Bedeutungsgruppe angegeben (bei einigen Wörtern sind auch verschiedene Gruppenzuordnungen möglich). Die Spalte 3 enthält die Weiblichkeitsform Genossin, wenn diese in Online-Wörterbüchern aufgeführt ist. Die Spalten 2 und 3 sind mit verschiedenen Quellen verlinkt.
| Bedeutung | männlich | weiblich | Bedeutung |
|---|---|---|---|
| 3 | Artgenosse | Artgenossin | Lebewesen derselben Art |
| 2 | Bettgenosse | Bettgenossin | Person, mit der man ein Bett teilt |
| 4 | Bundesgenosse | Bundesgenossin | Verbündeter Staat oder Verbündeter |
| 1 | Eidgenosse | Eidgenossin | Angehöriger der Schweizer Eidgenossenschaft |
| 3 | Geschlechtsgenosse | Geschlechtsgenossin | Lebewesen gleichen Geschlechts |
| 4 | Gesinnungsgenosse | Gesinnungsgenossin | Person gleicher politischer oder weltanschaulicher Haltung |
| 4 | Glaubensgenosse | Glaubensgenossin | Person gleichen Glaubens |
| 2 | Hausgenosse | Hausgenossin | Mitbewohner |
| 2 | Leidensgenosse | Leidensgenossin | Person mit gleichem Leid oder Schicksal |
| 4 | Parteigenosse | Parteigenossin | Mitglied derselben Partei |
| 2 | Schicksalsgenosse | Schicksalsgenossin | Person mit gleichem Schicksal |
| 2 | Tischgenosse | Tischgenossin | Person, mit der man gemeinsam isst |
| 3 | Zeitgenosse | Zeitgenossin | Mensch derselben Zeit |
| 2 | Zellengenosse | Zellengenossin | Mitgefangener in derselben Zelle |
| 2 | Zimmergenosse | Zimmergenossin | Mitbewohner desselben Zimmers |
| 3 | Altersgenosse | Altersgenossin | Person gleichen Alters |
| 5 | Altgenosse | Altgenossin | älteres Mitglied einer Gemeinschaft oder Partei |
| 1 | Amtsgenosse | Amtsgenossin | Person im gleichen Amt |
| 2 | Arbeitsgenosse | Arbeitsgenossin | Person, mit der man zusammen arbeitet |
| 1 | Berufsgenosse | Berufsgenossin | Person desselben Berufs |
| 1 | Dorfgenosse | Dorfgenossin | Mitglied derselben Dorfgemeinschaft |
| 1 | Fachgenosse | Fachgenossin | Person desselben Fachgebiets |
| 2 | Fahrtgenosse | Fahrtgenossin | Mitreisender |
| 4 | Jagdgenosse | Jagdgenossin | Mitglied einer Jagdgenossenschaft |
| 2 | Kampfgenosse | Kampfgenossin | Mitstreiter im Kampf |
| 1 | Klassengenosse | Klassengenossin | Mitschüler derselben Klasse |
| 2 | Lebensgenosse | Lebensgenossin | Lebensgefährte |
| 4 | Markgenosse | Markgenossin | Mitglied einer Markgenossenschaft |
| 2 | Reisegenosse | Reisegenossin | Mitreisender |
| 2 | Schlafgenosse | Schlafgenossin | Person, die gemeinsam schläft oder ein Bett teilt |
| 4 | Schutzgenosse | Schutzgenossin | Person unter gemeinsamem Schutzverhältnis |
| 4 | SED-Genosse | SED-Genossin | Mitglied der SED |
| 4 | Sinnesgenosse | Sinnesgenossin | Person gleicher Gesinnung oder Einstellung |
| 1 | Stammesgenosse | Stammesgenossin | Mitglied desselben Stammes |
| 1 | Standesgenosse | Standesgenossin | Angehöriger desselben Standes |
| 1 | Studiengenosse | Studiengenossin | Mitstudent |
| 1 | Volksgenosse | Volksgenossin | Angehöriger desselben Volkes; historisch politisch belastet |
| 2 | Weggenosse | Weggenossin | Begleiter auf einem gemeinsamen Weg |
| 4 | Weidgenosse | Weidgenossin | Mitglied einer Weidegenossenschaft |
| 2 | Zechgenosse | Zechgenossin | Trinkgefährte |
| 1 | Zunftgenosse | Zunftgenossin | Mitglied derselben Zunft |
Genossenschaft
Die am häufigsten vorkommende Wortbildung mit dem Grundwort Genosse ergibt sich aus der Erweiterung mit dem Suffix -schaft, also Genossenschaft. Weit über einhundertzwanzig Wortbildungen sind in den Textkorpora des DWDS aufgeführt. Die Wortbildung mit Genossenschaft als Letztglied ist produktiv, da mit einer Genossenschaftsgründung oft auch eine neue Wortbildung verbunden ist, z. B. Fleischergenossenschaft, Emschergenossenschaft, Winzergenossenschaft.
Nicht alle in der folgenden Tabelle aufgeführten Wortbildungen sind in klassischen oder Online-Wörterbüchern gelistet. Um die Produktivität des Grundwortes aufzuzeigen wurden daher die folgenden Beispielwörter mit dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache verlinkt. Dort findest du zu nicht gelisteten Wortbildungen entsprechende Textbeispiele. Hier sind durchaus überraschende Wortbildungen versteckt. So klingt beispielsweise das Wort Genossinnenschaft recht ungewöhnlich und jedes Textkorrekturprogramm wird es als falsch markieren. Wenn du allerdings das Wort in den Textbeispielen nachliest, macht es durchaus Sinn. Ein Beispiel, warum man sich auf die Textkorrekturen nicht unbedingt verlassen sollte.
Unikales Morphem ?
Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen
Belege/Quellen
genießen: DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (hier vor allem BDO, Adelung, Goethe), ZDL; Duden-online (nicht werbefrei = n.wf.)
nutzen: DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (hier vor allem Adelung, BDO, Goethe, Grimm,), ZDL; Duden-online (n.wf.)
nützen: DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (hier vor allem Adelung, BDO, Goethe, Grimm,), ZDL; Duden-online (n.wf.)
Genuss: DWDS, Genuss Wiktionary, Wörterbuchnetz (hier vor allem Adelung, Genuss BDO, Goethe), Genuss ZDL; Duden-online (n.wf.)
Genosse: DWDS, Genosse Wiktionary, Wörterbuchnetz (hier vor allem Genosse BDO, Goethe, Grimm,), Genosse ZDL; Duden-online (n.wf.)
Genossenschaft: DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (hier vor allem Adelung, Genossenschaft BDO, Goethe, Grimm,), Genossenschaft ZDL; Duden-online (n.wf.)
Diskussionsseite: Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS); Wiktionary, Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, Verlag de Gruyter, 2011; Hanisauland (Stichwort Genossenschaft)
Wörterlisten:
- Wortfamilienwörterbuch der deutschen Gegenwartssprache von Gerhard Augst, (1998)/ (2009)
Wortschatzanalyse: Korpus basierte Wortgrundformenliste DeReWo des Instituts für deutsche Sprache (IDS) mit rd. 326.946 Wörtern (Stand 12.2022).
- Verlinkungen: Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS); Online-Wörterbuch Wiktionary
Alle Internetquellen wurden zwischen dem 12. und 15.11.2023 abgerufen.
| zurück zu den Wortgeschichten genießen, Nutzen, Genosse und Genuss |
| Wörter: | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z |