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garstig
Mit dem Adjektiv garstig beschreiben wir etwas, das unangenehm, widerlich oder gemein ist. Früher hatte das Wort vor allem mit Ekel und schlechtem Geruch zu tun. Das mittelhochdeutsche Wort garst bedeutete ranzig oder schlecht riechend. Später wurde garstig auch auf das Verhalten von Menschen übertragen. Wer sich garstig verhält, ist also böse, gemein oder besonders unangenehm.
Wortherkunft
Hinweise zum Wort garstig
| Bedeutung: | 1. widerlich, ekelerregend
2. böse, gemein, unangenehm im Verhalten |
| Beispielsatz: | Er war heute besonders garstig zu seinen Mitschülern. |
| Wortinfo: | Wortart: Adjektiv
Worttrennung: gars-tig Aussprache: [ˈɡaʁstɪç] |
Wortformen
Das Wort garstig ist ein Adjektiv. Die Vergleichsformen werden regelmäßig gebildet.
| Positiv | Komparativ | Superlativ |
|---|---|---|
| garstig | garstiger | am garstigsten |
| Weiterführende Informationen zum Grundwort garstig |
| Wörter: | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z |
Info - garstig
| zurück zur Wortgeschichte garstig |
Das Adjektiv garstig geht auf ältere Wörter zurück, die Widerwille, Abscheu und Ekel ausdrückten. Mittelhochdeutsch garst bezeichnete etwas Ranziges oder übel Riechendes. Von dieser körperlichen Wahrnehmung entwickelte sich die Bedeutung weiter zu unangenehm und schließlich zur moralischen Bewertung eines Menschen als böse oder gemein. Das ältere Wort garst ist heute nicht mehr gebräuchlich.
Auf diester Seite kannst du mehr über das Adjektiv gartig erfahren. Hier wird auch der Frage nachgegangen, ob das Morphem garst als unikales Morphem angesehen werden kann.
Weiterführende Informationen zum Wort garstig
| Entstehung: | ie. *ghers-, *ghres- = Widerwille, Abscheu, Ekel → ahd. gerstī = Hass, Groll
→ mhd. garst = ranzig, übel riechend → nhd. garstig Bedeutungsentwicklung: Ekel, Gestank → unangenehm → böse, gemein |
| Wortbildungen: | |
| Ableitungen: | Garstigkeit |
| Interessantes: | Das Wort zeigt eine typische Bedeutungsverschiebung:
Ähnliche Entwicklungen gibt es bei Wörtern wie:
Das ältere Wort garst ist heute nicht mehr gebräuchlich. |
Unikales Morphem ?
Belege/Quellen
DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (vor allem Adelung, Goethe), ZDL, Duden-online
Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen
| zurück zur Wortgeschichte garstig |
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Garaus
Das Wort Garaus bedeutete früher einfach Ende. Es entstand aus dem Ausruf gar aus, also „ganz zu Ende“. Diesen Ruf sollen früher Stadtwachen benutzt haben, wenn am Abend die Stadttore geschlossen wurden. Heute verwenden wir Garaus fast nur noch in der Redewendung jemandem oder etwas den Garaus machen. Damit meinen wir, dass jemand oder etwas getötet, zerstört oder vollständig beseitigt wird.
Wortherkunft
Hinweise zum Wort Garaus
| Bedeutung: | Ende, vollständige Vernichtung (meist in festen Wendungen) |
| Beispielsatz: | Der Sturm machte dem alten Baum den Garaus. |
| Wortinfo: | Wortart: Nomen, Neutrum
Worttrennung: Gar-aus Aussprache: [ˈɡaːɐ̯ˌʔaʊ̯s] |
Wortformen
Das Wort Garaus wird meist nur im Singular verwendet und tritt überwiegend in festen Wendungen auf.
| Singular | Plural | ||
|---|---|---|---|
| 1. Fall | Nominativ | das Garaus | – |
| 2. Fall | Genitiv | des Garaus | – |
| 3. Fall | Dativ | dem Garaus | – |
| 4. Fall | Akkusativ | das Garaus | – |
| Weiterführende Informationen zum Grundwort Garaus |
| Wörter: | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z |
Info - Garaus
| zurück zur Wortgeschichte Garaus |
Das Nomen Garaus entstand durch Zusammenrückung der Wortgruppe gar aus im Sinne von „vollständig zu Ende“. Der Bestandteil gar geht auf althochdeutsch garo „fertig, vollständig, bereit“ zurück. Heute kommt Garaus fast nur noch in der festen Wendung jemandem oder etwas den Garaus machen mit der Bedeutung „töten, vernichten, beenden“ vor.
Auf dieser Seite erhältst du weiterführende Informationen zum Nomen Garaus. Außerdem wird der Frage nachgegangen, ob die Morpheme gar und aus in diesem Zusammenhang als unikale Morpheme anzusehen sind.
Weiterführende Informationen zum Wort Garaus
| Entstehung: | germ. *garwa- → ahd. garo = fertig, vollständig → mhd. gar = bereit, vollständig, ganz ; gar + aus = zu Ende
Ausruf: gar aus = vollständig vorbei → Substantivierung: das Garaus |
| Wortbildungen: | den Garaus machen (feste Redewendung) |
| Ableitungen: | - |
| Bedeutungs-
entwicklung: |
Das Wort Garaus ist ein Beispiel für die sogenannte „Zusammenrückung“:
Heute wird es fast ausschließlich in festen Wendungen verwendet, besonders:
Die ursprüngliche wörtliche Bedeutung („ganz aus“) ist im heutigen Sprachgefühl nicht mehr unmittelbar erkennbar. Bei dem Adjektiv gar hat sich von der ursprünglichen Bedeutung ahd. garo = fertig eine Bedeutungsverengung auf den gastronomischen Bereich im Sinne von fertig gegart verengt. |
Unikales Morphem ?
Belege/Quellen
DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz sh. Adelung, vor allem Grimm-1, Wander (Sprichwörterlexikon Anfang 19. Jh. zeigt noch eine große Vielfalt der Redewendungen mit dem Nomen Garaus), ZDL, Wikipedia, Duden-online
Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen
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gediegen
Das Adjektiv gediegen ist schon sehr alt und mit dem Verb gedeihen verwandt. Es kann etwas beschreiben, das hochwertig, solide und sorgfältig gemacht ist. In der Bergmannssprache bedeutet gediegen, dass ein Metall rein und nicht mit anderen Stoffen verbunden vorkommt. In Norddeutschland kann das Wort umgangssprachlich auch „seltsam“ oder „eigenartig“ bedeuten.
Wortherkunft
Hinweise zum Wort gediegen
| Bedeutung: | hochwertig, sorgfältig gemacht, geschmackvoll |
| Beispielsatz: | Das Restaurant war sehr gediegen eingerichtet. |
| Wortinfo: | Wortart: Adjektiv
Worttrennung: ge-die-gen Aussprache: [ɡəˈdiːɡn̩] |
Wortformen
Das Wort gediegen ist ein Adjektiv. Die Vergleichsformen werden regelmäßig gebildet.
| Positiv | Komparativ | Superlativ |
|---|---|---|
| gediegen | gediegener | am gediegensten |
| Weiterführende Informationen zum Grundwort gediegen |
| Wörter: | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z |
Info - gediegen
| zurück zur Wortgeschichte gediegen |
Das Adjektiv gediegen geht auf althochdeutsch gidigan und mittelhochdeutsch gedigen zurück. Es war ursprünglich das Partizip Perfekt des Verbs gedeihen und bedeutete zunächst „gut geraten“ oder „gut entwickelt“. Daraus entstanden die heutigen Bedeutungen hochwertig, solide und sorgfältig gearbeitet. In der Bergmannssprache bezeichnet gediegen ein Metall, das in reiner Form vorkommt.
Auf dieser Seite erfährst du mehr über das Adjektiv gediegen. Außerdem wird hier der Frage nachgegangen, ob das Morphem dieg als universales Morphem angesehen werden kann.
Weiterführende Informationen zum Wort gediegen
| Entstehung: | ahd. gidigan, mhd. gedigen; ursprünglich das Partizip Perfekt von ahd. githīhan, mhd. gedīhen = gedeihen
Das Adjektiv bedeutete ursprünglich „gut geraten“ oder „gut entwickelt“. |
| Wortbildungen: | Gediegenheit, gediegenerweise |
| Ableitungen: | - |
| Interessantes: | In der Bergmannssprache spricht man von gediegenem Gold oder gediegenem Silber, wenn das Metall in reiner Form vorkommt.
Regional kann gediegen auch „merkwürdig“ oder „eigenartig“ bedeuten. |
Unikales Morphem ?
| Das Morphem dieg kommt im heutigen Sprachgebrauch nicht selbstständig vor. Es erscheint nur noch mit dem Präfix ge- im Adjektiv gediegen. | |
| Das Morphem dieg ist daher ein unikales Morphem. | |
Belege/Quellen
DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (vor allem Adelung, EWA, Goethe, Grimm), ZDL, Wikipedia, Duden-online
Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen
| zurück zur Wortgeschichte gediegen |
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gedunsen
Weiterleitung einrichten #Redirektaufgedunsen
Das Wort gedunsen bedeutet geschwollen oder aufgetrieben. Es ist von dem alten Verb dinsen abgeleitet. Dieses Verb wird heute nicht mehr verwendet. Auch gedunsen kommt nur noch selten vor; häufiger sagen wir aufgedunsen.
Wortherkunft
Hinweise zum Wort gedunsen
| Bedeutung: | geschwollen, ausgedehnt, aufgetrieben |
| Beispielsatz: | Nach dem Stich war seine Hand ganz gedunsen. |
| Wortinfo: | Wortart: Adjektiv
Worttrennung: ge-dun-sen Aussprache: [ɡəˈdʊnzən] |
Wortformen
Das Wort gedunsen ist ein Adjektiv. Die Vergleichsformen werden heute kaum verwendet.
| Positiv | Komparativ | Superlativ |
|---|---|---|
| gedunsen | gedunsener | am gedunsensten |
| Weiterführende Informationen zum Grundwort gedunsen |
| Wörter: | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z |
Info - gedunsen
| zurück zur Wortgeschichte gedunsen |
Das heute seltene Adjektiv gedunsen geht auf das ausgestorbene Verb dinsen zurück, das ursprünglich ziehen, zerren oder schleppen bedeutete. Aus älteren Formen wie githinsan entwickelte sich später gedunsen; daneben entstand aufgedunsen, das heute gebräuchlicher ist. Das alte Morphem duns kommt nicht mehr selbstständig sondern nur noch mit dem Präfix ge- vor. Es gehört daher in die Wörtergruppe der unikalen Morpheme.
Weiterführende Informationen zum Wort gedunsen
| Entstehung: | ie. *tens = hin und herziehen
got. at-þinsan = heranziehen ahd. thinsan, dinsan, mhd. dinsen = ziehen, zerren, schleppen 8. Jh. ahd. thinsan; 9. Jh. githinsan, später gedunsen 15. Jh. aufdinsen, aufdunsen, später aufgedunsen |
| Wortbildungen: | Das ursprüngliche Verb dinsen ist ausgestorben. Erhalten blieb das alte Morphem nur noch in gedunsen und aufgedunsen. |
| Ableitungen: | - |
Unikales Morphem ?
Belege/Quellen
DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz, ZDL, Duden-online
gedunsen: AWb, AWb-2, BMZ, Adelung, Grimm
Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen
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Gekröse
Das Wort Gekröse bezeichnet heute vor allem die Eingeweide oder bestimmte Falten im Bauchraum. Es geht auf das mittelhochdeutsche Wort gekrœse zurück. Das Wort ist mit dem Adjektiv kraus verwandt. Ursprünglich bezeichnete das Wort etwas Gedrehtes oder Gekrümmtes.
Wortherkunft
Hinweise zum Wort Gekröse
| Bedeutung: | Eingeweide, Darmgekröse oder Innereien |
| Beispielsatz: | Der Arzt untersuchte das Gekröse des Patienten. |
| Wortinfo: | Wortart: Nomen
Worttrennung: Ge-krö-se Aussprache: [ɡəˈkʁøːzə] |
Wortformen
Das Wort Gekröse ist ein Nomen sächlichen Geschlechts. Es wird meist nur in der Einzahl (Singular) verwendet.
| Singular | Plural | ||
|---|---|---|---|
| 1. Fall | Nominativ | das Gekröse | die Gekröse |
| 2. Fall | Genitiv | des Gekröses | der Gekröse |
| 3. Fall | Dativ | dem Gekröse | den Gekrösen |
| 4. Fall | Akkusativ | das Gekröse | die Gekröse |
| Weiterführende Informationen zum Grundwort Gekröse |
| Wörter: | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z |
Info - Gekröse
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Das Wort Gekröse geht auf eine alte Wortfamilie mit der Bedeutung „kraus, gedreht, gekrümmt“ zurück. Das mittelhochdeutsche gekrœse bezeichnete ursprünglich das „Gedrehte“ oder „Krause“ und wurde für das kleine Gedärm verwendet. Verwandte Formen haben sich in Kröse, kröseln und verschiedenen Fach- und Dialektwörtern erhalten. Das Morphem krös ist daher kein unikales Morphem.
Weiterführende Informationen zum Wort Gekröse
| Entstehung: | germ. *kruzla, ahd. krul, mhd. krol = kraus, lockig
|
| Wortbildungen: | Darmgekröse, Kalbsgekröse
veraltet: gekröselt, Gekrösader, Gekrösdrüse, Gekrösentzündung, Gekrösfell, Gekrösgeflecht, Gekröshaut, Gekrösmantel, Gekröspulsader, Gekrösschlagader |
| Grundwort: | Kröse, kröseln; Kröselzange, Kröseeisen, Kröseldorn (Krausbeere) |
| Interessantes: | Das Wort Gekröse wurde früher auch für die gefaltelte Halskrause verwendet, weil diese stark gekräuselt war.
In der heutigen Alltagssprache wird das Wort meist nur noch in der Medizin oder Fachsprache verwendet. |
Unikales Morphem ?
| Das Morphem kröse kommt im heutigen Sprachgebrauch als Nomen in einigen Dialekten, als Fachbegriff (Küfer, Glaser) und als Adjektiv kröseln vor. Demnach kommt das Morphem nicht isoliert und auch in verschiedenen Wortbildungen vor. | |
| Es gibt keinen etymologischen- oder Bedeutungszusammenhang zum Verb krosen, dem Nomen Kros/Krös und dem Eigennamen Krösus. | |
| Das Morphem krös ist daher kein unikales Morphem. | |
Belege/Quellen
Gekröse: DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (Adelung, BDO, BMZ, Grimm, RhWb, ), ZDL, Duden-online
Kröse: DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz, (BDO, BMZ, Grimm), Idiotikon (Chrȫs, Grȫsch, Chrȫsch), Krünitz, ZDL, Duden-online
Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen
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Gelichter
Das Wort Gelichter bezeichnet heute abwertend eine Gruppe von Menschen, die man für unangenehm oder schlecht hält. Im Mittelalter hatte das Wort noch keine negative Bedeutung. Es entstand aus einem alten Wort für Lager oder Bett. Zunächst bezeichnete man mit Gelichter Menschen, die zusammengehörten oder der gleichen Gruppe angehörten. Erst später entwickelte sich daraus die heutige negative Bedeutung.
Wortherkunft
Hinweise zum Wort Gelichter
| Bedeutung: | abwertend: eine als schlecht oder unangenehm angesehene Gruppe von Menschen; Gesindel |
| Beispielsatz: | Der alte Mann wollte mit diesem lauten Gelichter nichts zu tun haben.
Nachts treiben sich im Park allerlei Gelichter herum. |
| Wortinfo: | Wortart: Nomen, Neutrum
Worttrennung: Ge·lich·ter Aussprache: [ɡəˈlɪçtɐ] |
Wortformen
Das Wort Gelichter wird meist nur im Singular verwendet. Es bezeichnet häufig eine Menschengruppe als Gesamtheit.
| Singular | Plural | ||
|---|---|---|---|
| 1. Fall | Nominativ | das Gelichter | die Gelichter |
| 2. Fall | Genitiv | des Gelichters | der Gelichter |
| 3. Fall | Dativ | dem Gelichter | den Gelichtern |
| 4. Fall | Akkusativ | das Gelichter | die Gelichter |
| Weiterführende Informationen zum Grundwort Gelichter |
| Wörter: | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z |
Info - Gelichter
| zurück zur Wortgeschichte Gelichter |
Das Wort Gelichter geht auf die indogermanische Wurzel für „liegen“ und „sich legen“ zurück. Über die Bedeutungen „Lager“, „Gebärmutter“ und „Menschen gleicher Herkunft oder Art“ entwickelte sich die heutige abwertende Bedeutung „Gesindel“.
Auf dieser Seite erfährst du mehr über dieses heute nur noch selten verwendete Wort. Darüber hinaus wird hier der Frage nachgegangen, ob das Morphem licht(er) als unikales Morphem angesehen werden muss.
Weiterführende Informationen zum Wort Gelichter
| Entstehung: | ie. *legh- = (sich) legen, liegen; lat. lectus = Lagerstatt, Bett
|
| Wortbildungen: | Diebsgelichter / Diebesgelichter |
| Ableitungen: | - |
| Interessantes: | Das Wort hatte ursprünglich keine negative Bedeutung. Erst im Laufe der Sprachgeschichte wurde daraus ein Schimpfwort für eine als unangenehm empfundene Menschengruppe. |
Unikales Morphem ?
Belege/Quellen
DWDS, Wiktionary, ZDL; Wikipedia, Duden-online (nicht werbefrei)
Wörterbuchnetz: Adelung, Grimm, Goethe, PfWb, RhWb),
Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen
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genesen
Das Verb genesen ist schon über tausend Jahre alt. Früher bedeutete es „überleben“ oder „gerettet werden“. Heute verwenden wir genesen vor allem, wenn jemand nach einer Krankheit wieder gesund wird. Das Wort genesen ist ein starkes Verb: In der Vergangenheit heißt es genas.
Wortherkunft
Hinweise zum Wort genesen
| Bedeutung: | nach einer Krankheit wieder gesund werden |
| Beispielsatz: | Nach einigen Wochen im Krankenhaus ist die Patientin wieder genesen. |
| Wortinfo: | Wortart: Verb
Worttrennung: ge·ne·sen Aussprache: [ɡəˈneːzn̩] |
Wortformen
Das Verb genesen ist ein starkes Verb. Das Präteritum lautet genas. Das Partizip II heißt genesen, Hilfsverb sein.
Schau dir noch einmal das althochdeutsche Wort ginesan an. Hier findest du am Wortende -san ein a. Diesen Vokal findest du auch in der 1. Vergangenheit (Präteritum) wieder: ich genas, wir genasen usw. Deshalb nennen wir dieses Verb auch unregelhaftes oder starkes Verb.
Da das Grundwort bereits die Vorsilbe (Präfix) ge- enthält, bleibt das Verb in der 2. Vergangenheit (Perfekt) unverändert. Hier wird nur das Hilfsverb sein davor gesetzt (ich bin, du bist, er ist usw.).
| Gegenwart
(Präsens) |
1. Vergangenheit
(Präteritum) |
2. Vergangenheit
(Perfekt) | ||
|---|---|---|---|---|
| Einzahl
(Singular) |
1. Person | ich genese | ich genas | ich bin genesen |
| 2. Person | du genest | du genasest, genast | du bist genesen | |
| 3. Person | er/sie/es genest | er/sie/es genas | er/sie/es ist genesen | |
| Mehrzahl
(Plural) |
1. Person | wir genesen | wir genasen | wir sind genesen |
| 2. Person | ihr genest | ihr genaset | ihr seid genesen | |
| 3. Person | sie genesen | sie genasen | sie sind genesen | |
| Weiterführende Informationen zum Grundwort genesen |
| Wörter: | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z |
Info - genesen
| zurück zur Wortgeschichte genesen |
Das Verb genesen geht auf eine sehr alte indogermanische Wortwurzel mit der Bedeutung „wohlbehalten an einen sicheren Ort gelangen“ zurück. Daraus entwickelten sich unter anderem genesen „gesund werden“ und – auf einem anderen Entwicklungsweg – nähren. Heute gehören zu genesen zahlreiche Wortbildungen
Auf dieser Seite erfährst du mehr zur Herkunft und Bedeutung des Wortes und zu Wortbildungen. Darüber hinaus wird der Frage nachgegangen, ob das Grundmorphem nes als unikales Morphem angesehen werden kann.
Weiterführende Informationen zum Wort genesen
| Entstehung: | ie. *nes- wohlbehalten wohin gelangen, das sichere Heim erreichen → germ. *nazjan genesen machen
|
| Wortbildungen: | genesen: wiedergenesen |
| Genesung (Erstglied): | Genesungsbegleiter, Genesungschance, Genesungsheim, Genesungskompanie, Genesungskur, Genesungsnachweis, Genesungsprozess, Genesungsurlaub, Genesungswunsch, Genesungszeit |
| Genesung (Letztglied): | Müttergenesung, Müttergenesungsheim, Müttergenesungskur, Müttergenesungswerk, Wiedergenesung |
| Genesene: | Genesenennachweis, Genesenenstatus |
| Ableitungen: | Genesung, die/der Genesene |
| Interessantes: | Während der Corona-Pandemie (2019-2022) wurde das Wort Genesene sehr häufig verwendet. Damit bezeichnete man Menschen, die eine Corona-Erkrankung überstanden hatten. Auch Wörter wie Genesungsnachweis oder Genesenenstatus wurden damals oft benutzt.
Die rechte Grafik zeigt den Verlauf des Nomens Genesung. Nach dem zweiten Weltkrieg mit vielen verletzten Soldaten und Zivilisten ging die Verwendungskurve mit einiger Verzögerung (die für die Genesung gebraucht wurde) steil nach oben. Fast auf den gleichen Höchststand stieg die Kurve 2021 in Folge der Coronapandemie an. |
Unikales Morphem ?
| Das Morphem nes kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert sondern nur mit dem Präfix ge- im Wort genesen vor. Wortbildungen kommen ebenfalls nur zusammen mit dem Präfix ge- vor. | |
| Auf den gleichen germanischen Worturspung kann auch das Verb nähren zurückgeführt werden. Allerdings hat sich hieraus ein Morphem mit völlig anderer Schreibung entwickelt sie sich bereits in althochdeutscher Zeit etabliert haben (ahd. nierien und ahd. ginesan). | |
| Einen etymologischen und Bedeutungszusammenhang zur Wortfamilie Genese (= Entstehung, Ursprung) besteht nicht. | |
| Das Morphem nes ist daher ein unikales Morphem. | |
Belege/Quellen
DWDS, Wiktionary, ZDL; Wikipedia, Duden-online (nicht werbefrei)
zu den alten Bedeutungen sh. vor allem: Grimm, hier 2. und 3., Goethe hier 2., Krünitz, Lexer
Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen
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