Info - gediegen

Aus Fragen an Graf Ortho
Version vom 9. September 2026, 08:16 Uhr von CV (Diskussion | Beiträge) (→‎Unikales Morphem ?)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Zur Navigation springen Zur Suche springen
zurück zur Wortgeschichte gediegen

Das Adjektiv gediegen geht auf althochdeutsch gidigan und mittelhochdeutsch gedigen zurück. Es war ursprünglich das Partizip Perfekt des Verbs gedeihen und bedeutete zunächst „gut geraten“ oder „gut entwickelt“. Daraus entstanden die heutigen Bedeutungen hochwertig, solide und sorgfältig gearbeitet. In der Bergmannssprache bezeichnet gediegen ein Metall, das in reiner Form vorkommt.

Auf dieser Seite erfährst du mehr über das Adjektiv gediegen. Außerdem wird hier der Frage nachgegangen, ob das Morphem dieg als universales Morphem angesehen werden kann.


Weiterführende Informationen zum Wort gediegen

Entstehung: ie.*tenk- = (sich) zusammenziehen, fest, dicht werden
→ germ. *þenhan, *þinhan = gedeihen
→ ahd. dīhan, thīhan = deihen, wachsen, geraten, zunehmen, gedeihen
→ ahd. gidigan, mhd. gedigen; ursprünglich das Partizip Perfekt von ahd. thīhan, mhd. dīhen
Das Adjektiv bedeutete ursprünglich „gut geraten“ oder „gut entwickelt“.
Wortbildungen: Gediegenheit, gediegenerweise
Ableitungen: -
Interessantes: In der Bergmannssprache spricht man von gediegenem Gold oder gediegenem Silber, wenn das Metall in reiner Form vorkommt.

Regional kann gediegen auch „merkwürdig“ oder „eigenartig“ bedeuten.

Unikales Morphem ?

Das Morphem dieg kommt im heutigen Sprachgebrauch nicht selbstständig vor. Es erscheint nur noch mit dem Präfix ge- im Adjektiv gediegen.

Das Morphem dieg ist verwandt mit dem Morphem deih in gedeihen. Beides muss zusammen als verschiedene Schreibungen des gleichen Morphems betrachtet werden. Auch das Morphem deih kommt nur gemeinsam mit dem Präfix ge- vor.

Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem dieg bzw. deih ist daher ein unikales Morphem.

Seitenanfang

Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, ZDL, Duden-online (nicht werbefrei)

Wörterbuchnetz: Adelung, EWA, Goethe, Grimm

Wikipedia

Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen



siehe auch Info - gedeihen
zurück zur Wortgeschichte gediegen
Wörter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z