Info - abgefeimt

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Weiterführende Informationen zum Wort abgefeimt

Entstehung: abgefeimt – kommt ab ca. 15. Jh. vor.

feimen – ahd. feimen, mhd. veimen = (ab)schäumen, reinigen

Veim – ahd. feim (um 800), mhd. veim = Schaum

Bei Goethe findet sich noch die ältere Form abfäumen = vom Schaum befreien, etwas rein und vollkommen machen. Das Verb ist später untergegangen.

Lediglich das Adjektiv abgefeimt ist erhalten geblieben. Es hatte zunächst die Bedeutung wertlos, später durchtrieben und schließlich die heutige Bedeutung gerissen, raffiniert übernommen.

Heute wird das Adjektiv nur noch selten gebraucht. Das Verb wird nur noch fachsprachlich in der Glasindustrie verwendet.

Wortbildungen:
Ableitungen: abfeimen (Verb)
Interessantes: Das Wort abgefeimt zeigt eine typische Entwicklung der Bedeutungsübertragung: Etwas, das „gereinigt“ oder „von Schaum befreit“ ist, gilt als vollständig oder ausgearbeitet. Daraus entwickelte sich im übertragenen Sinn die Bedeutung „raffiniert“ oder „durchtrieben“.

Unikales Morphem ?

Das Morphem feim kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert und auch in keiner anderen Wortverbindung vor.

Einen sprachlichen Zusammenhang zu den niederdeutschen Wörtern feimen, Feime, Feimen (mndd. vime = aufschichten, aufgeschichteter Haufen Stroh, Heu oder Holz) gibt es nicht.

Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem feim ist daher ein unikales Morphem.

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Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (hier vor allem Grimm-2), Goethe), ZDL, Wikipedia Duden-online (nicht werbefrei)

Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen



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