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Aus Fragen an Graf Ortho
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__TOC__
===
----
==fallen==
= gebaren =
{{DISPLAYTITLE:fallen}}
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffff00;font-size: 1.2em"
|Bei den Wörtern ''Zufall'' und ''jemandem einen Gefallen'' tun, da ''fällt'' doch gar keiner. Was haben diese Wörter mit dem Verb ''fallen'' zu tun?
|}
{| style="width: 100%; text-align: right"
|Fatima, Klasse 5, Offenbach
|-
|}
__TOC__
__TOC__
==Diskussion==
 
{| style="width: 100%; vertical-align:center; font-size: 1.2em"
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|-
|-
| style="width: 15%" |[[file:Bi-GO-Ortho.jpg | 120px | link=Graf Ortho|Graf Ortho]]
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Das Wort ''fallen'' wurde schon früh in der Bedeutung ''runterfallen'' und ''zufallen'' gebraucht.  
|Das Verb ''gebaren'' hat heute zwei Hauptbedeutungen: 
Wenn jemand bei einem Streit für eine Seite Partei ergreift (dieser Seite zufällt), spendet er ''Beifall'' und tut dieser Seite damit einen ''Gefallen''. Dieser ''Vorfall'' ist für die andere Seite ein richtiger ''Unfall''. Es ''fällt'' allen ''auf'', dass dieses Verhalten kein ''Zufall'' sein kann.
1. „ein Kind zur Welt bringen“ 
2. „sich auf eine bestimmte Weise verhalten“
|-
|-
| rowspan="2" style="width: 10%; vertical-align:top" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Lieber Graf Ortho, das haben Sie wirklich nett gesagt. Ihre Beispielwörter zeigen sehr schön, die große Bandbreite an Bedeutungen, den das Verb fallen einnehmen kann.
|Das Wort ist vom althochdeutschen ''gibārōn'' abgeleitet. 
Das dazugehörige Nomen ''gibāra'' (mhd. ''gebār'') bedeutete „Betragen, Verhalten“.
 
Ursprünglich bedeutete das Verb also „sich verhalten“ und wurde später auch im Sinne von „hervorbringen, gebären“ verwendet.
|-
|-
|Schon die alten Germanen kannten das Verb ''fallen''. Bereits im Mittelalter wurde das Verb in sehr vielen Bedeutungen verwendet. Es konnte ''stürzen (einstürzen, herabstürzen), zu Fall kommen, sinken,'' aber auch ''zuteil werden, umfallen'' oder ''verfallen'' bedeuten.
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|Englisch: to bear, to give birth; to behave 
Französisch: enfanter; se comporter 
Lateinisch: parere (gebären)
|-
|-
|
|}
|Schon früh wurde das Verb zusammen mit Funktionswörtern (Partikel) und Vorsilben (Präfixe) verwendet.
 
==Hinweise zum Wort ''gebaren''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|1. ein Kind zur Welt bringen 
2. sich in bestimmter Weise verhalten (gehoben, oft kritisch)
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Sie gebar ein gesundes Kind.'' 
''Er gebärdete sich wie ein König.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Verb
 
'''Worttrennung:''' ge-ba-ren
 
'''Aussprache:''' [ɡəˈbaːʁən]
|-
|-
|
|}
|Hier ein Beispiel:
 
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
Das Verb ''gebaren'' ist ein starkes Verb.
</div>
 
{| class="wikitable" style="width: 80%; vertical-align:top; font-size: 1.2em; margin:auto"
| colspan="2" |
!Gegenwart
(Präsens)
!1. Vergangenheit
(Präteritum)
!2. Vergangenheit
(Perfekt)
|-
|-
|
! rowspan="3" style="width:12%" |Einzahl
|„''Die Kastanien <u>fallen auf</u> den Boden und öffnen sich''.“ Aus ''auf etwas fallen'' wurde ''<u>auffallen</u>'' im Sinne von ''sich öffnen'' und daraus wurde ''auffallen'' im Sinne von ''ins Auge springen'' (die Augen öffnen), ''hervorstechen''. Schließlich wurde von dem Verb das Adjektiv ''<u>auffällig</u>'' abgeleitet.
(Singular)
! style="width: 13%" |1. Person
|ich gebäre
|ich gebar
|ich habe geboren
|-
|-
|
!2. Person
|„''Mir <u>fiel</u> sofort <u>auf</u>, dass er sehr nervös war.''“ „''Es war <u>auffallend</u>, wie schnell er wieder ruhig wurde.''“ „''Er war interessant und <u>auffällig</u> gekleidet''.“
|du gebierst
|du gebarst
|du hast geboren
|-
|-
|
!3. Person
|So entwickelten sich mit der Zeit aus dem Verb ''fallen'' eine Vielzahl neuer Wörter.
|er/sie/es gebiert
|er/sie/es gebar
|er/sie/es hat geboren
|-
|-
| style="vertical-align:top" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
! rowspan="3" |Mehrzahl
|Da kenn ich auch einige Wörter: ''auffallen, ausfallen, durchfallen, einfallen, gefallen, hinfallen, überfallen, umfallen ..''. Und natürlich auch noch die dazu passenden Nomen:
(Plural)
!1. Person
|wir gebären
|wir gebaren
|wir haben geboren
|-
|-
| style="vertical-align:top" |[[file:Bi-GO-Kurz.jpg | 120px | link=Frau Kurz|Frau Kurz]]
!2. Person
|Hallo!!! Könnt ihr beiden endlich zur Frage von Fatima kommen?
|ihr gebärt
|ihr gebart
|ihr habt geboren
|-
|-
| rowspan="2" style="vertical-align:top" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
!3. Person
|Schade! Es gibt noch so viel zum Verb ''fallen'' zu erzählen, wie zum Beispiel die hiervon abgeleiteten Nomen: ''Ausfall, Durchfall, Einfall'' ...
|sie gebären
|sie gebaren
|sie haben geboren
|-
|-
|Also gut: Kommen wir zur Frage von Fatima: ''Was haben die Nomen <u>Zufall</u> und <u>Gefallen</u> mit dem Verb <u>fallen</u> zu tun?'' Dieses Wort ist ein gutes Beispiel für die Vielfalt der Bedeutung, die in einem Wort stecken kann.
|}
 
</br>
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Info - gebaren| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''gebaren''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
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= Info - gebaren =
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[gebaren|'''zurück zur Wortgeschichte ''gebaren''''']]
|}
----
__TOC__
 
==Weiterführende Informationen zum Wort ''gebaren''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|Verb: 8. Jh. ahd. ''gibārōn'', mhd. ''gebāren'' 
 
Nomen: ahd. ''gibāra'', mhd. ''gebār'' = Betragen, Verhalten 
 
Ursprünglich bedeutete das Wort „sich verhalten“ und entwickelte zusätzlich die Bedeutung „hervorbringen, gebären“.
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|Gebaren, Gebärde, Gebärde(n), Gebärdensprache
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|Geburt, gebären, gebürtig (verwandt im Wortfeld)
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|Das Wort zeigt eine interessante Bedeutungsentwicklung: 
: von „Verhalten“ → „Hervorbringen“ → „ein Kind zur Welt bringen“
 
Die Bedeutung „sich gebärden“ ist heute oft gehoben oder ironisch gebraucht.
|}
 
== Wortvergleich ==
Die Wörter gebaren, gebären
{| class="wikitable" style="width: 80%; vertical-align:top; margin:auto"
|+ xxx
! style="width: 20%" |Grundwort
! style="width: 16%" |ie.
! style="width: 16%" |germ.
!
! style="width: 16%" |ahd
! style="width: 16%" |mhd
|-
|-
| colspan="2" |Eine vollständige Lister aller Vorsilben findest du auf der Seite [[Info - fallen|Infoseite zum Grundwort fallen]].
!gebaren, Gebaren
| rowspan="5" |*bher(ə)
(= heben, tragen)
| rowspan="3" |*beraną
| rowspan="2" |ahd. beran, mhd. bern
|gibārōn, ''gibāra''
|gebāren, gebāren
|-
|-
| style="vertical-align:top" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
!gebären
|Im Mittelalter konnte das Verb ''zuovallen'' sowohl ''hinzukommen'' (das, was einem zufällt), ''zuteilwerden'' und auch ''sich ereignen''.
|giberan
|gebern
|-
|-
| style="vertical-align:top" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
!Gebärde, gebärden
|Einiges ist bis heute erhalten geblieben, z. B. die Bedeutung sich ereignen: „''Die Tür fiel von einem Windstoß plötzlich zu''.“ Oder ''zuteilwerden'': „''Im neuen Stundenplan sind mir wieder die Vertretungsstunden in der Klasse 2 zugefallen''.“
|ahd. bāren
|gibārida, gibāren
|gebærde, gebæren
|-
|-
| style="vertical-align:top;text-align:right" |'''Zufall'''
!Geburt
|Bei dem zugehörigen Nomen ''Zufall'' hat sich später die Bedeutung eingeengt auf ''etwas, das unerwartete eintritt oder geschieht''. „''Das war ein glücklicher Zufall, dass wir uns im Urlaub getroffen haben.''“ „''Ich habe nur durch Zufall erfahren, dass die Unterrichtsstunde morgen ausfällt.''“
|*-burdi-
|
|giburt
|geburt
|-
|-
| style="vertical-align:top;text-align:right" |'''zufällig'''
!gebühren, Gebühr
|Auch das Adjektiv ''zufällig'' (früher ''zuovellic'') hat sich an diese Bedeutung angepasst. „''Unser zufälliges Treffen im Urlaub hat mir richtig gut gefallen.''“ „''Diese neue Entdeckung konnte er nicht zufällig gemacht haben.''“
|*(gi)burjan
|ahd. buien, mhd. bürn = heben, in die Höhe halten
|giburien, giburī
|gebürn, gebüre
|-
|-
| style="vertical-align:top" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|}
|Das Verb ''gefallen'' gab es auch schon im Mittelalter. Damals hieß es noch ''gifallan''. Es hatte damals die Bedeutung ''zufallen, zusagen'' oder ''zuteilwerden'' oder auch ''zutreffen''. Später wurde aus zuteilwerden die Bedeutung: das, ''was einem zufällt'' (ohne etwas hierfür getan zu haben).
 
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Wort ''gebaren'' besteht nicht aus einem unikalen Morphem.
|-
|-
| style="vertical-align:top;text-align:right" |'''Vergangenheits-form''' (Perfekt)
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Wenn du sagst: ''„Der Apfel ist (herunter)gefallen.“'' dann ist ''gefallen'' die Vergangenheitsform des Verbs ''fallen''.
|Der Wortstamm ''bar'' bzw. ''bār'' ist historisch bedeutungstragend („tragen, hervorbringen“).   
Auch das Präfix ''ge-'' ist ein häufiges Bildungselement im Deutschen.
|-
|-
| style="vertical-align:top;text-align:right" |'''Adjektiv gefallen'''
| colspan="2" |Die Bestandteile sind heute jedoch nicht mehr transparent.
|Aus der Vergangenheitsform hat sich auch das Adjektiv ''gefallen (sein)'' entwickelt. ''Es wurde am Kriegerdenkmal an die gefallenen Soldaten im gedacht.'' Dieses Adjektiv kann nicht gesteigert werden.
|-
|-
| style="vertical-align:top;text-align:right" |'''der/die Gefallene'''
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|Aus dem gefallenen Soldaten wurde das Nomen ''der Gefallene'' (Einzahl, Singular), ''die Gefallenen'' (Mehrzahl, Plural) und mit unbestimmtem Artikel ''ein Gefallener''. Die Weiblichkeitsform hierzu ist ''die/eine/zwei Gefallene''.  
|Für viele Sprecher ist die innere Struktur des Wortes nicht mehr erkennbar, sodass es wie ein einfaches, nicht zerlegbares Wort wirkt.
|-
|-
| style="vertical-align:top;text-align:right" |'''Verb gefallen'''
|}
|Später wurde die Vergangenheitsform ''gefallen'' auch in übertragenem Sinn als eigenständiges Verb gebraucht. Aus der Bedeutung ''zusagen'' wurde ''gefallen'': ''Das Kleid, die Geschichte, dein Lachen usw. <u>gefällt</u> mir.''
 
[[#top | Seitenanfang]]<br>
 
==Belege/Quellen==
 
https://www.dwds.de/wb/gebaren 
https://de.wiktionary.org/wiki/gebaren 
https://www.woerterbuchnetz.de (Adelung, Grimm) 
https://www.zdl.org/?q=gebaren 
https://de.wikipedia.org/wiki/Geburt 
https://www.duden.de/rechtschreibung/gebaren 
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
<br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[gebaren|'''zurück zur Wortgeschichte ''gebaren''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
----
= gebären =
__TOC__
 
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|-
|-
| style="vertical-align:top;text-align:right" |'''der Gefallen,
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
die Gefallen'''
|Das Verb ''gebären'' bedeutet „ein Kind zur Welt bringen“. Es gehört zum Wortfeld von ''Geburt'' und ''gebären''.
|Aus dem Verb ist das Nomen ''der Gefallen'' geworden. Wenn dir jemanden einen ''Gefallen'' tut, dann gibt er dir etwas ganz uneigennützig etwas. ''Der Gefallen'' ist das, was dir ''zufällt'', ohne dass du hierfür etwas zu tun brauchtest. Beispiele: ''Du kannst mir einen Gefallen tun und mir in der Küche helfen.''
|-
|-
| style="vertical-align:top;text-align:right" |'''das Gefallen,'''
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
kein Plural
|Das Wort geht auf das althochdeutsche ''gibāran'' zurück. 
|Dieses uneigennützige Handeln ist etwas Positives. Und diese positive Haltung einer Person oder Sache gegenüber führt dazu, dass man selbst ''Gefallen an etwas'' (oder jemandem) ''findet''. Beispiele: ''Ich gefalle mir in dem roten Kleid am besten. Sie hat Gefallen an dem rothaarigen Jungen aus der Sportgruppe gefunden. Die meisten Kinder finden großes Gefallen an seinem Unterricht.''
 
Es gehört zu einer alten Wortfamilie mit der Grundbedeutung „tragen, hervorbringen“. 
 
Verwandt sind u. a.: 
''gebären'', ''Geburt'', ''gebürtig''.
|-
|-
| rowspan="2" style="vertical-align:top" |[[file:Bi-GO-Ortho.jpg | 120px | link=Graf Ortho|Graf Ortho]]
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|Liebe Fatima, schön, dass du diese Frage gestellt hast. Ich hätte nicht gedacht, dass die Wortbildungen vom Verb fallen so vielfältig sind und ein einzelnes Wort so viele Bedeutungen annehmen kann. Klar, dass bei deiner Frage meine beiden Teamkollegen so ins schwärmen gekommen sind.
|Englisch: to give birth, to bear 
Französisch: enfanter 
Lateinisch: parere
|-
|-
|Auf der Seite [[Info - fallen|Infoseite zum Grundwort fallen]] findest du eine Zusammenstellung der Bedeutungen, verschiedene Wörterlisten, Redensarten und viele weitere Informationen zum Verb ''fallen''.
|}
|}


{| style="width: 100%"
==Hinweise zum Wort ''gebären''==
|- style="vertical-align:top; text-align:center;"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|[[File:Pik-Linie.jpg]]
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|-
|ein Kind zur Welt bringen
|}
|- style="vertical-align:top;"
 
|'''Beispielsatz:'''
== Weiterführende Informationen==
|''Die Frau gebar ein gesundes Kind.''
===Modellwortschatz===
|- style="vertical-align:top;"
Das Wort '''fallen''' gehört zum '''Modellwortschatz'''.
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Verb


<gallery widths="300px" heights="200px" perrow="2">
'''Worttrennung:''' ge--ren
File:MWS-452-VS.jpg
File:MWS-452-RS.jpg
</gallery>
Du kannst dir auch einige [https://cloude.collishop.de/mws/index.php?n=452 Fremdsprachen] anhören.


===Wortherkunft===
'''Aussprache:''' [ɡəˈbɛːʁən]
{| style="width: 100%; vertical-align:top;font-size: 1.2em"
|- style="vertical-align:top;"
|fallen: mhd. ''vallen,'' ahd. ''fallan;'' [https://www.dwds.de/wb/fallen Quelle]
Gefallen (Freundschaftsbeweis): mittelhochdeutsch geval; Gefallen (Wohlgefallen): mittelhochdeutsch gevallen, substantivierter Infinitiv; gefallen (1. sich/jemandem gefallen) mittelhochdeutsch gevallen, althochdeutsch gifallan, eigentlich = zufallen, zuteilwerden; gefallen (2. im Krieg gefallen) https://www.dwds.de/wb/fallen#d-1-3-1; gefallen (3. Partizip zu fallen); [https://www.dwds.de/wb/Gefallen#2 Quelle]
 
Gefallen (uneigennützige Hilfeleistung: [https://www.dwds.de/wb/fallen Quelle]
|-
|-
|}
|}
=== Beugung (Konjugation) ===
 
<div style="font-size: 1.2em>
==Wortformen==
Das Wort fallen ist ein starkes Verb. Die Beugung des Wortes ist also nicht regelhaft.
<div style="font-size:1.2em">
'''Gegenwart (Präsens):'''
Das Verb ''gebären'' ist ein starkes Verb.
</div>
</div>
{|class="wikitable" style="width: 50%; vertical-align:top;font-size: 1.2em; margin:auto"
 
|-
{| class="wikitable" style="width: 80%; vertical-align:top; font-size: 1.2em; margin:auto"
!style="width: 26%"|Gegenwart
| colspan="2" |
!style="width: 37%"|Einzahl
!Gegenwart
!style="width: 37%"|Mehrzahl
(Präsens)
!1. Vergangenheit
(Präteritum)
!2. Vergangenheit
(Perfekt)
|-
|-
!style="width: 26%"|1. Person
! rowspan="3" style="width:12%" |Einzahl
|style="width: 37%"|ich falle
(Singular)
|style="width: 37%"|wir fallen
! style="width: 13%" |1. Person
|ich gebäre
|ich gebar
|ich habe geboren
|-
|-
!2. Person
!2. Person
|du fällst
|du gebierst
|ihr fallt
|du gebarst
|du hast geboren
|-
|-
!3. Person
!3. Person
|er/sie/es fällt
|er/sie/es gebiert
|sie fallen
|er/sie/es gebar
|}
|er/sie/es hat geboren
<div style="font-size: 1.2em>'''Unvollendete Vergangenheit (Präteritum):'''</div>
 
{| class="wikitable" style="width: 50%; vertical-align:top;font-size: 1.2em; margin:auto"
|-
|-
!style="width: 26%"|1. Person
! rowspan="3" |Mehrzahl
|style="width: 37%"|ich fiel
(Plural)
|style="width: 37%"|wir fielen
!1. Person
|wir gebären
|wir gebaren
|wir haben geboren
|-
|-
!2. Person
!2. Person
|du fielst
|ihr gebärt
|ihr fielt
|ihr gebart
|ihr habt geboren
|-
|-
!3. Person
!3. Person
|er/sie/es fiel
|sie gebären
|sie fielen
|sie gebaren
|sie haben geboren
|-
|-
|}
|}
<div style="font-size: 1.2em>'''weitere Zeiten:'''
Die Formen der Vergangenheit (Perfekt) und Zukunft (Futur) werden mit dem Hilfsverb '''sein''' gebildet.
* '''Vergangenheit:''' ich bin gefallen, du bist gefallen, er ist gefallen; wir sind gefallen, ihr seid gefallen, sie sind gefallen
* '''Zukunft:''' ich werde fallen, du wirst fallen, er wird fallen; wir werden fallen, ihr werdet fallen, sie werden fallen
</div></br>


</br>
----
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
|[[Info - fallen| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''fallen''''']]
|[[Info - gebären| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''gebären''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
__INDEX__


===
----
==Weiterführende Informationen zum Wort ''fallen''==
=== Modellwortschatz===
Das Wort '''fallen''' gehört zum '''Modellwortschatz''' (siehe Karteikarte: [[:File:MWS-452-VS.jpg| Vorderseite]], [[:file:MWS-452-RS.jpg| Rückseite]]). Du kannst dir zu diesem Wort auch einige [https://cloude.collishop.de/mws/index.php?n=452 Fremdsprachen] anhören.


=== Herkunft, Entwicklung ===
= Info - gebären =
'''fallen:''' fallen: <abbr>ie.</abbr> *phō̌l- bzw. *pō̌l- = fallen, ahd. ''fallan,'' mhd. ''vallen,'' '';''  [https://www.dwds.de/wb/fallen Quelle]
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[gebären|'''zurück zur Wortgeschichte ''gebären''''']]
|}
----
__TOC__


'''fällig:''' <abbr>ahd.</abbr> fellīg = fallend, stürzend, baufällig, eingestürzt (10. Jh.), <abbr>mhd.</abbr> vellec, vellic = zu Fall kommend; [https://www.dwds.de/wb/fallen Quelle]
==Weiterführende Informationen zum Wort ''gebären''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|ahd. ''gibāran'' → mhd. ''gebāren'' 


'''zufallen:''' <abbr>mhd.</abbr> zuovallen = hinzukommen, zuteil werden, sich ereignen; '''Zufall:''' <abbr>mhd.</abbr> zuoval = Anfall, Angriff, das Zuteilwerden; jmdm. zufallender Besitz, Vorteil (15. Jh.); unerwartetes, unvorhergesehenes Geschehen (17. Jh.); [https://www.dwds.de/wb/Zufall#etymwb-1 Quelle]
Grundbedeutung: „tragen, hervorbringen“  


'''Gefallen''' (Freundschaftsbeweis): mhd. geval; '''Gefallen''' (uneigennützige Hilfeleistung: mhd. ''geval''  [https://www.dwds.de/wb/fallen Quelle]; '''Gefallen''' (Wohlgefallen): mhd. '''gevallen''', substantivierter Infinitiv; gefallen (1. sich/jemandem gefallen): ahd. gifallan, eigentlich = zufallen, zuteilwerden;  [https://www.dwds.de/wb/Gefallen#2 Quelle]; mhd. gevallen, '''gefallen''' (2. im Krieg gefallen); gefallen (3. Partizip zu fallen); '''Gefallener:''' Substantivierung von gefallen [https://www.dwds.de/wb/Gefallene Quelle]
→ Spezialisierung: „ein Kind zur Welt bringen“
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|Gebärende, gebären, Gebärfähigkeit
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|Geburt, gebürtig, Gebärde (verwandt, aber andere Bedeutungsentwicklung)
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|Das Verb ''gebären'' ist eng verwandt mit ''gebaren'', hat aber eine andere Bedeutungsentwicklung:


'''auffallen''' (Beispiele für die Entwicklung der Bedeutung)''':''' ''Ettlichs <u>fiel</u> vnter die doꝛnen/ vnd die dornen wuchſen <u>auff</u>'' ... (1522([https://www.deutschestextarchiv.de/book/view/luther_septembertestament_1522?p=34 Quelle]); ''sunder <u>fielen auff</u> ire knye umb gnad bittend'' (1557) ([http://www.zeno.org/Literatur/M/Wickram,+Georg/Romane/Der+Goldtfaden/61.+Wie+Walter+wider+ledig+worden Quelle]); Bedeutungswandel: ... ''auch die Haare ließ er stutzen, damit der Unterschied nicht auffiele''. (i.S.v. ins Auge fallen - 1558) ([http://www.zeno.org/Literatur/M/Navarra,+Margarete+von/Erz%C3%A4hlungen/Der+Heptameron/Zweiter+Tag/14.+Erz%C3%A4hlung%3A+%5BSchlauheit+eines+Verliebten%5D Quelle]); ''Der Sieg aber fiel auff die Mechelburgische Seyte'' (i.S.v. auftreffen - 1639) ([https://www.deutschestextarchiv.de/book/view/micraelius_pommernland03_1639?p=88 Quelle]); ''Eine perpendicular Linee zu machen die Gerade auffs Ende auffalle''. (i.S.v. auftreffen - 1662) ([https://www.deutschestextarchiv.de/book/view/pascha_kriegsbaukunst_1662?p=23 Quelle]);
: ''gebären'' → körperlicher Vorgang (Kind zur Welt bringen)   
: ''gebaren'' → Verhalten, Benehmen  


=== Bedeutungen ===
Beide Wörter gehen jedoch auf denselben alten Wortstamm zurück.
Die vielen Bedeutungen des Verbs fallen können ganz unterschiedlich sortiert werden, z. B. im [https://www.dwds.de/wb/fallen#wb-1 Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache] (DWDS) oder bei [https://de.wiktionary.org/wiki/fallen Wiktionary]. Hier und im Kapitel Wörterlisten wird eine eigenständige Sortierung vorgeschlagen:
|}
#'''Räumlich, nach unten gerichtet.''' ''Das Glas fällt vom Tisch. Das Kind ist hingefallen. Der Baum ist im Sturm umgefallen.''
# '''Verlust, Untergang:''' ''Der Soldat ist im Krieg gefallen. Die alte Burg verfällt langsam. Er fiel erschöpft ins Gras. Er ist in alte Gewohnheiten hineingefallen.''
# '''Rückgang, Abnahme:''' ''Die Preise fallen. Die Aktienkurse sind deutlich gefallen. Die Mannschaft ist in der Tabelle zurückgefallen.''
# '''Einfallen, Auftreten:''' ''Die Entscheidung fällt morgen. Das Urteil ist gefallen. Es fiel mir sofort auf, dass er nervös war. Der Unterricht fällt morgen aus.''
#'''Zuteilung, Zuweisung:''' ''Die Wahl fiel auf ihn. Das Los fiel auf sie.''
#'''Überraschendes, plötzliches Handeln:''' ''Ein Schuss fiel.''
#'''sonstige Bedeutungen''' (z. B. Metaphorisch): ''In Ohnmacht fallen. Durch die Prüfung fallen.''


=== Wörterlisten ===
==Unikales Morphem ?==
xxxx
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
{|class="wikitable" style="width: 75%; vertical-align:top; margin:auto"
| colspan="2" |Das Wort ''gebären'' enthält kein unikales Morphem.
|+Liste zum Verb fallen + Partikel / Präfix
|-
|-
! colspan="2" |'''1. Räumlich, Bewegung nach unten'''
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Der Wortstamm ''bär'' (ahd. ''bār'') bedeutet „tragen, hervorbringen“ und ist auch in anderen Wörtern erhalten (z. B. ''Geburt'').
|-
|-
|style="width: 35%|'''abfallen'''
| colspan="2" |Die Struktur ist historisch erklärbar.
|style="width: 65%|„Das Bild ist von der Wand abgefallen.
|-
|-
|'''aufeinanderfallen'''
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|„Die Kisten sind im Lager aufeinandergefallen.
|Für heutige Sprecher ist der Zusammenhang oft nicht mehr transparent, sodass der Wortaufbau nicht mehr erkannt wird.
|-
|-
|'''runterfallen'''
|}
|„Die Münze ist vom Tisch runtergefallen.
 
[[#top | Seitenanfang]]<br>
 
==Belege/Quellen==
 
https://www.dwds.de/wb/gebären 
https://de.wiktionary.org/wiki/gebären 
https://www.woerterbuchnetz.de (Adelung, Grimm) 
https://www.zdl.org/?q=gebären 
https://de.wikipedia.org/wiki/Geburt 
https://www.duden.de/rechtschreibung/gebären 
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
<br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[gebären|'''zurück zur Wortgeschichte ''gebären''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
----
= Gebärde =
__TOC__
 
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|-
|-
|'''gegeneinanderfallen'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|„Die Kämpfer sind im Ring gegeneinandergefallen.
|Eine ''Gebärde'' ist eine Bewegung des Körpers, besonders der Hände oder des Gesichts, mit der etwas ausgedrückt wird.
|-
|-
|'''herabfallen'''
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|„Die Blätter sind vom Baum herabgefallen.
|Das Wort geht auf das althochdeutsche ''gibāra'' zurück, das „Betragen, Verhalten“ bedeutete. 
 
Im Mittelhochdeutschen lautete die Form ''gebār''. 
 
Das Wort gehört zur gleichen Wortfamilie wie ''gebaren'' (= sich verhalten).
|-
|-
|'''herausfallen'''
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|„Der Knopf ist aus dem Hemd herausgefallen.“
|Englisch: gesture 
Französisch: geste 
Lateinisch: gestus
|-
|-
|'''herniederfallen'''
|}
|„Der Regen fiel in Strömen hernieder.
 
==Hinweise zum Wort ''Gebärde''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|bewusste oder unbewusste Körperbewegung als Ausdruck von Gefühlen oder Gedanken
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Mit einer freundlichen Gebärde begrüßte sie die Gäste.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Nomen, Feminin
 
'''Worttrennung:''' Ge-bär-de
 
'''Aussprache:''' [ɡəˈbɛːʁdə]
|-
|-
|'''herunterfallen'''
|}
|„Mein Schlüssel ist vom Balkon heruntergefallen.
 
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
</div>
 
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
!style="width: 14%"|
!style="width: 20%"|
!style="width: 33%"|Singular
!style="width: 33%"|Plural
|-
|-
|'''hinauffallen  (selten)'''
!style="text-align:left"|1. Fall
|„Das Blatt fiel vom Wind nach oben hinauf.“
!Nominativ
|die Gebärde
|die Gebärden
|-
|-
|'''hinausfallen'''
!style="text-align:left"|2. Fall
|„Das Buch ist aus der Tasche hinausgefallen.“
!Genitiv
|der Gebärde
|der Gebärden
|-
|-
|'''hinfallen'''
!style="text-align:left"|3. Fall
|„Das Kind ist hingefallen.“
!Dativ
|der Gebärde
|den Gebärden
|-
|-
|'''hinfallen'''
!style="text-align:left"|4. Fall
|„Das Kind ist hingefallen.
!Akkusativ
|die Gebärde
|die Gebärden
|-
|}
 
</br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Info - Gebärde| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Gebärde''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
----
 
= Info - Gebärde =
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Gebärde|'''zurück zur Wortgeschichte ''Gebärde''''']]
|}
----
__TOC__
 
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Gebärde''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|ahd. ''gibāra'' → mhd. ''gebār'' = Verhalten, Benehmen 
 
→ nhd. ''Gebärde'' = sichtbarer Ausdruck des Verhaltens
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|Gebärdensprache, Gebärdenzeichen, Gebärdendolmetscher
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|gebaren (sich verhalten), Gebaren
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|Das Wort ''Gebärde'' zeigt eine typische Bedeutungsentwicklung:
 
: Verhalten → sichtbares Verhalten → Körperbewegung 
 
Heute ist das Wort besonders wichtig im Zusammenhang mit der ''Gebärdensprache'', einer eigenständigen Sprache für gehörlose Menschen.
|}
 
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Wort ''Gebärde'' enthält kein unikales Morphem.
|-
|-
|'''hintenüberfallen'''
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|„Der Stuhl kippte, und er fiel hintenüber.
|Der Wortstamm ''bär'' (ahd. ''bār'') ist bedeutungstragend („tragen, hervorbringen, sich verhalten“) und auch in verwandten Wörtern erhalten.
|-
|-
|'''hinunterfallen'''
| colspan="2" |Die Struktur ist historisch nachvollziehbar.
|„Der Ball ist die Treppe hinuntergefallen.
|-
|-
|'''rausfallen  (ugs.)'''
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|„Mir ist das Handy aus der Tasche rausgefallen.
|Für heutige Sprecher ist die ursprüngliche Bedeutung („Verhalten“) jedoch nicht mehr direkt erkennbar.
|-
|-
|'''reinfallen'''
|}
|„Ein Stein ist in den Brunnen reingefallen.
 
[[#top | Seitenanfang]]<br>
 
==Belege/Quellen==
 
https://www.dwds.de/wb/Gebärde 
https://de.wiktionary.org/wiki/Gebärde 
https://www.woerterbuchnetz.de (Adelung, Grimm) 
https://www.zdl.org/?q=Gebärde 
https://de.wikipedia.org/wiki/Gebärde 
https://www.duden.de/rechtschreibung/Gebärde 
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
<br>
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Gebärde|'''zurück zur Wortgeschichte ''Gebärde''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
----
= gebühren =
__TOC__
 
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|-
|-
|'''übereinanderfallen'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|„Die Soldaten sind im Gedränge übereinandergefallen.
|Das Verb ''gebühren'' wird heute vor allem in der Bedeutung „zustehen“ oder „angemessen sein“ verwendet, meist in gehobener Sprache.
|-
|-
|'''umfallen'''
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|„Der Baum ist im Sturm umgefallen.
|Das Wort geht auf das althochdeutsche ''gibūrēn'' zurück. 
 
Dieses bedeutete „sich gehören, zukommen, passend sein“. 
 
Es gehört zur Wortfamilie von ''gebühren'' (Substantiv: ''die Gebühr'').
|-
|-
|'''vornüberfallen'''
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|„Er ist vornübergefallen und hat sich verletzt.“
|Englisch: to be due, to befit 
Französisch: convenir, être dû
|-
|-
|
|}
|
 
==Hinweise zum Wort ''gebühren''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|1. jemandem zustehen 
2. angemessen sein, sich gehören (gehoben)
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Ihm gebührt großer Dank.'' 
''So viel Respekt gebührt dir.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Verb
 
'''Worttrennung:''' ge-büh-ren
 
'''Aussprache:''' [ɡəˈbyːʁən]
|-
|-
! colspan="2" |'''2. Untergang, Verlust'''
|}
 
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
Das Verb ''gebühren'' wird meist unpersönlich oder nur in bestimmten Formen verwendet.
</div>
 
{| class="wikitable" style="width: 80%; vertical-align:top; font-size: 1.2em; margin:auto"
| colspan="2" |
!Gegenwart
(Präsens)
!1. Vergangenheit
(Präteritum)
!2. Vergangenheit
(Perfekt)
|-
|-
|'''anheimfallen'''
! rowspan="3" style="width:12%" |Einzahl
|„Das Land fiel dem Feind anheim.
(Singular)
! style="width: 13%" |1. Person
|ich gebühre
|ich gebührte
|ich habe gebührt
|-
|-
|'''heimfallen'''
!2. Person
|„Das Erbe fiel seinem jüngsten Sohn heim.“
|du gebührst
|du gebührtest
|du hast gebührt
|-
|-
|'''herfallen  über'''
!3. Person
|„Die Wölfe fielen über die Schafe her.“
|er/sie/es gebührt
|er/sie/es gebührte
|er/sie/es hat gebührt
|-
|-
|'''hineinfallen  (metaphorisch/negativ)'''
! rowspan="3" |Mehrzahl
|„Er ist in alte Gewohnheiten hineingefallen.“
(Plural)
!1. Person
|wir gebühren
|wir gebührten
|wir haben gebührt
|-
|-
|'''niederfallen'''
!2. Person
|„Er fiel erschöpft ins Gras nieder.“
|ihr gebührt
|ihr gebührtet
|ihr habt gebührt
|-
|-
|'''verfallen'''
!3. Person
|„Die Burg verfällt langsam zu Ruinen.“
|sie gebühren
|sie gebührten
|sie haben gebührt
|-
|-
|'''verfallen'''
|}
|„Die alte Burg verfällt langsam.
 
</br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Info - gebühren| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''gebühren''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
----
 
= Info - gebühren =
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[gebühren|'''zurück zur Wortgeschichte ''gebühren''''']]
|}
----
__TOC__
 
==Weiterführende Informationen zum Wort ''gebühren''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|ahd. ''gibūrēn'' → mhd. ''gebüeren'' 
 
Grundbedeutung: „passen, zukommen, gehören“ 
 
→ nhd. ''gebühren'' = „zustehen“
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|Gebühr, gebührend, gebührendermaßen
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|Gebühr (Substantiv), gebührend (Adjektiv)
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|Das Wort ''gebühren'' wird heute meist in festen Wendungen verwendet, z. B.:
 
: „Ehre, wem Ehre gebührt“ 
 
Die ursprüngliche Bedeutung „passen“ oder „sich gehören“ ist noch erkennbar, aber stilistisch gehoben.
|}
 
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Wort ''gebühren'' enthält kein unikales Morphem.
|-
|-
|'''zerfallen'''
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|„Das alte Gebäude ist völlig zerfallen.
|Der Wortstamm ''bühr'' ist historisch bedeutungstragend („passen, zukommen“) und mit ''Gebühr'' verwandt.
|-
|-
|
| colspan="2" |Die Struktur ist historisch erklärbar.
|
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|Für heutige Sprecher ist der Zusammenhang zwischen ''gebühren'' und ''Gebühr'' oft nicht mehr unmittelbar erkennbar.
|-
|}
 
[[#top | Seitenanfang]]<br>
 
==Belege/Quellen==
 
https://www.dwds.de/wb/gebühren 
https://de.wiktionary.org/wiki/gebühren 
https://www.woerterbuchnetz.de (Adelung, Grimm) 
https://www.zdl.org/?q=gebühren 
https://de.wikipedia.org/wiki/Gebühr 
https://www.duden.de/rechtschreibung/gebühren 
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
<br>
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[gebühren|'''zurück zur Wortgeschichte ''gebühren''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
----
= Geburt =
__TOC__
 
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|-
|-
! colspan="2" |'''3. Abnahme,  Rückgang'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Das Wort ''Geburt'' bezeichnet das Zur-Welt-Kommen eines Menschen oder Tieres sowie den Beginn eines neuen Lebens.
|-
|-
|'''abfallen'''
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|„Die Leistungen fielen im letzten Spiel stark ab.
|Das Wort geht auf das althochdeutsche ''giburt'' zurück, das „Geborenwerden, Abstammung“ bedeutete. 
 
Es gehört zur Wortfamilie von ''gebären'' und geht auf eine alte Bedeutung „tragen, hervorbringen“ zurück.
|-
|-
|'''entfallen'''
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|„Der Termin ist leider entfallen.“
|Englisch: birth 
Französisch: naissance 
Lateinisch: nativitas
|-
|-
|'''flachfallen (ugs.)'''
|}
|„Das Konzert ist wegen Regen flachgefallen.
 
==Hinweise zum Wort ''Geburt''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|1. das Zur-Welt-Kommen eines Kindes oder Lebewesens  
2. Herkunft, Abstammung (gehoben)
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Die Geburt des Kindes verlief ohne Komplikationen.'' 
''Er ist von adeliger Geburt.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Nomen, Feminin
 
'''Worttrennung:''' Ge-burt
 
'''Aussprache:''' [ɡəˈbʊʁt]
|-
|-
|'''fortfallen'''
|}
|„Der Termin fällt morgen fort.
 
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
</div>
 
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
!style="width: 14%"|
!style="width: 20%"|
!style="width: 33%"|Singular
!style="width: 33%"|Plural
|-
|-
|'''nachfallen'''
!style="text-align:left"|1. Fall
|„Die Preise sind in den letzten Tagen nachgefallen.“
!Nominativ
|die Geburt
|die Geburten
|-
|-
|'''rückfallen'''
!style="text-align:left"|2. Fall
|„Die Mannschaft ist in der Tabelle zurückgefallen.“
!Genitiv
|der Geburt
|der Geburten
|-
|-
|'''wegfallen'''
!style="text-align:left"|3. Fall
|„Die Prüfung fällt dieses Jahr weg.“
!Dativ
|der Geburt
|den Geburten
|-
|-
|'''zurückfallen'''
!style="text-align:left"|4. Fall
|„Die Mannschaft ist in der Tabelle zurückgefallen.“
!Akkusativ
|die Geburt
|die Geburten
|-
|-
|
|}
|
 
</br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Info - Geburt| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Geburt''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
----
 
= Info - Geburt =
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Geburt|'''zurück zur Wortgeschichte ''Geburt''''']]
|}
----
__TOC__
 
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Geburt''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|ahd. ''giburt'' → mhd. ''geburt'' 
 
Grundbedeutung: „Geborenwerden, Herkunft“ 
 
→ nhd. ''Geburt'' = Vorgang des Geborenwerdens
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|Geburtstag, Geburtsort, Geburtsjahr, Geburtsdatum, Geburtsurkunde
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|gebären, gebürtig, Gebärende
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|Das Wort ''Geburt'' zeigt eine typische Bedeutungsentwicklung:
 
: hervorbringen → geboren werden → Ursprung 
 
Neben der konkreten Bedeutung wird es auch übertragen verwendet, z. B.:
 
: „die Geburt einer Idee“ 
 
Damit kann ''Geburt'' auch den Beginn von etwas Neuem bezeichnen.
|}
 
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" |Das Wort ''Geburt'' enthält kein unikales Morphem.
|-
|-
! colspan="2" |'''4. Einfallen  / Auftreten'''
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Der Wortstamm ''burt'' (ahd. ''burt'') gehört zur Wortfamilie von ''gebären'' und bedeutet „hervorbringen, geboren werden“.
|-
|-
|'''auffallen'''
| colspan="2" |Die Wortstruktur ist historisch erklärbar.
|„Mir fiel sofort auf, dass er nervös war.“ (aus deiner Liste nicht  enthalten, aber verwandt)
|-
|-
|'''auffallen'''
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|„Es fiel mir sofort auf, dass er nervös war.
|Für heutige Sprecher ist der Zusammenhang mit ''gebären'' oft nicht mehr unmittelbar erkennbar.
|-
|-
|'''ausfallen'''
|}
|„Der Unterricht fällt morgen aus.
 
[[#top | Seitenanfang]]<br>
 
==Belege/Quellen==
 
https://www.dwds.de/wb/Geburt 
https://de.wiktionary.org/wiki/Geburt 
https://www.woerterbuchnetz.de (Adelung, Grimm) 
https://www.zdl.org/?q=Geburt 
https://de.wikipedia.org/wiki/Geburt 
https://www.duden.de/rechtschreibung/Geburt 
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
 
<br>
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Geburt|'''zurück zur Wortgeschichte ''Geburt''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
----
----
<div style="color:red>#REDIRECT [[hell]] - neue Seite für behelligen mit Weiterleitung zu ''hell'' - erledigt
{{DISPLAYTITLE:hell}} </div>
 
= hell/behelligen =
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffff00;font-size: 1.2em"
|Mein Onkel war zu Besuch. Er hat zu mir gesagt, ich sei ein ''heller Junge''. Ich habe das nicht ganz verstanden. Meint er, weil ich immer so lustig bin? Hell ist doch das Gegenteil von dunkel.
|}
{| style="width: 100%; text-align: right"
|Ulli, Klasse 2, Regensburg
|-
|-
|'''einfallen'''
|}
|„Mir fällt gerade eine gute Idee ein.
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffff00;font-size: 1.2em"
| Was hat das Wort ''behelligen'' mit dem Adjektiv ''hell'' zu tun?
|}
{| style="width: 100%; text-align: right"
|Lehrerin, Klasse 4, Magdeburg
|- style="text-align: left"
|Wir haben im Kunstunterricht über ''hell und dunkel'' gesprochen. Was bedeutet ''hell'', welche Farben verbinden wir mit diesem Adjektiv usw. Ein Schüler hat gemeint, dass ''hell'' auch ''stören'' kann. Fragende Blicke der anderen Kinder. Er hat dann erzählt, dass seine Oma häufig gesagt hat: ''Junge, du sollst deinen Vater nicht ständig mit deinem Quatsch behelligen''. Damit hat sie gemeint, dass ich meinen Papa nicht ständig ''stören'' soll. Ich war ziemlich ratlos. Wie kommt das Adjektiv ''hell'' in das Verb ''behelligen''?
|-
|-
|'''gefallen'''
|}
|„Der Vorschlag ist gut gefallen.
 
__TOC__
 
== Wortherkunft ==
 
=== heller Junge ===
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| rowspan="2" style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Zunächst bedeutete das Adjektiv '''''hell''''' nur ''hell tönend''. Später wurde es auch in anderen Zusammenhängen benutzt: ''helle Farben'', ''hell und dunkel''.
|-
|-
|'''vorfallen'''
||Heute wird das Adjektiv in verschiedenen Redensarten auch im übertragenen Sinne verwendet: ''ein helles Köpfchen'' (= kluge, intelligente Person), ''das ist der helle Wahnsinn'' (= Ausdruck der Bewunderung), ''er hat seine helle Freude an etwas'' (im Sinne von ''großer Freude'').
|„Gestern ist ein Unfall vorgefallen.
|-
|-
|
|
|
|Dein Onkel hat gemeint, dass du ein ''sehr kluger Junge'' bist. Du bist neugierig und stellst kluge Fragen. Das zeigt: Dein Onkel hat recht.
|-
|-
! colspan="2" |'''5. Zuteilung / Zuweisung'''
|}
=== behelligen ===
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Die beiden Wörter ''hell'' und ''behelligen'' sind nicht unmittelbar miteinander verwandt. Im Mittelalter hieß das Adjektiv ''hel''. Es meinte zunächst nur ''helle Töne''.   
 
Das Verb ''behelligen'' ist erst vor rund fünfhundert Jahren entstanden. Im Mittelalter gab es noch das Verb ''helligen''. Das bedeutete ''ermüden, jemanden quälen''. Dieses Verb gibt es heute nicht mehr. Nur die Ableitung mit der Vorsilbe (Präfix) ''be-'' wird heute noch benutzt, allerdings nur noch selten.
|-
|-
|'''anfallen'''
| rowspan="2" style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|„Viel Arbeit fällt in dieser Woche an.
|Das '''Verb''' '''''behelligen''''' bedeutet heute ''jemanden belästigen''.
|-
|-
|'''anheimfallen'''
|Deine Oma hat also gemeint, dass du deinen Papa ''nicht belästigen'' sollst, weil er gerade arbeitet.
|„Das Gut ist dem Staat anheimgefallen.
|-
|-
|'''heimfallen'''
|}
|„Das Haus fiel der Gemeinde heim.
 
==Hinweise zum Wort ''behelligen''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|stören, belästigen
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Dein Papa muss arbeiten. Du sollst ihn nicht ständig behelligen.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Verb
 
'''Worttrennung:''' be·hel·li·gen
 
'''Aussprache:''' [bəˈhɛlɪɡn̩]
|-
|-
|'''zufallen'''
|}
|„Die Verantwortung fiel ihm ganz von selbst zu.
 
==Wortformen==
===hell===
<div style="font-size: 1.2em>
Das Wort ''hell'' ist ein Adjektiv. Die Vergleichsformen (Komparativ, Superlativ) werden regelhaft gebildet.</div>
{|class="wikitable" style="width: 50%; vertical-align:top;font-size: 1.2em; margin:auto"
|-
|-
|
!style="width: 30%"|Positiv
|
!style="width: 30%"|Komparativ
!style="width: 40%"|Superlativ
|-
|-
! colspan="2" |'''6.  Überraschendes, plötzliches Handeln'''
|style="width: 26%"|hell
|style="width: 37%"|heller
|style="width: 37%"|am hellsten
|-
|-
|'''drauffallen  (ugs.)'''
|}
|„Pass auf, dass du nicht drauf fällst!
 
===behelligen===
<div style="font-size:1.2em">
Das Verb ''behelligen'' wird in den verschiedenen Zeiten regelhaft gebildet. Die zweite Vergangenheitsform (Perfekt) wird mit dem Hilfsverb ''haben'' gebildet.
</div>
 
{| class="wikitable" style="width: 80%; vertical-align:top; font-size: 1.2em; margin:auto"
| colspan="2" |
!Gegenwart
(Präsens)
!1. Vergangenheit
(Präteritum)
!2. Vergangenheit
(Perfekt)
|-
|-
|'''herfallen  über'''
! rowspan="3" style="width:12%" |Einzahl
|„Die Kinder fielen über die Geschenke her.
(Singular)
! style="width: 13%" |1. Person
| style="width: 25%" |ich behellige
| style="width: 25%" |ich behelligte
| style="width: 25%" |ich habe behelligt
|-
|-
|'''hineinfallen'''
!2. Person
|„Lass dich nicht in die Falle hineinfallen.“
|du behelligst
|du behelligtest
|du hast behelligt
|-
|-
|'''überfallen'''
!3. Person
|„Die Bank wurde überfallen.“
|er/sie/es behelligt
|er/sie/es behelligte
|er/sie/es hat behelligt
|-
|-
|'''überfallen'''
! rowspan="3" |Mehrzahl
|„Die Bank wurde gestern überfallen.“
(Plural)
!1. Person
|wir behelligen
|wir behelligten
|wir haben behelligt
|-
|-
|
!2. Person
|
|ihr behelligt
|ihr behelligtet
|ihr habt behelligt
|-
|-
! colspan="2" |'''7. sonstige,  Metaphorik'''
!3. Person
|sie behelligen
|sie behelligten
|sie haben behelligt
|-
|-
|'''auseinanderfallen'''
|}
|„Das alte Buch fällt auseinander.
 
== Modellwortschatz ==
Das Wort '''hell''' gehört zum '''Modellwortschatz'''.
<gallery widths="300px" heights="200px" perrow="2">
File:MWS-469-VS.jpg
File:MWS-469-RS.jpg
</gallery>
Du kannst dir auch einige [https://cloude.collishop.de/mws/index.php?n=469 Fremdsprachen] anhören.
 
</br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Info - behelligen | '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''behelligen''''' ]]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
----
 
= Info - hell/behelligen =
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[behelligen|'''zurück zur Wortgeschichte ''behelligen''''' ]]
|}
----
__TOC__
 
==Weiterführende Informationen zum Wort ''behelligen''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|'''[https://www.dwds.de/wb/behelligen#etymwb-1 behelligen]:''' ie. *(s)kel-, germ. *halla-, ca. 14. Jh. ''hellegen'', ''helligen'' = durch Verfolgung ermüden, plagen, quälen; 16. Jh. ''behelligen'' = stören, belästigen, lästig fallen
 
'''[https://www.dwds.de/wb/hell#etymwb-1 hell]:''' ie. *kel(ə)- = rufen, schreien, lärmen, klingen; ahd. ''hel'' = tönend, mhd. ''hel'' = tönend, laut, glänzend, licht; zum gleichen Ursprung gehören auch: [https://www.dwds.de/wb/etymwb/Hall hallen], [https://www.dwds.de/wb/einhellig#etymwb-1 einhellig], [https://www.dwds.de/wb/etymwb/mi%C3%9Fhellig misshellig]
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
| [https://www.dwds.de/wb/Behelligung Behelligung], [https://de.wiktionary.org/wiki/unbehelligt unbehellitgt]
|-
|-
|'''befallen'''
|[https://de.wiktionary.org/wiki/hell hell]
|„Ein Virus hat ihn befallen.
|
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
| -
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|Das Verb ''behelligen'' wird heute meist in der Bedeutung „jemanden stören oder belästigen“ verwendet. Es gehört zur gehobenen oder formellen Sprache und kommt besonders in offiziellen Texten oder in der Schriftsprache vor.
 
Ursprünglich bedeutete das zugrunde liegende Verb ''helligen'' „ermüden, quälen oder bedrängen“. Diese Bedeutung hat sich im Laufe der Zeit zu „stören“ oder „belästigen“ abgeschwächt.
|}
== Wörterliste zum Adjektiv ''hell''==
{| class="wikitable" style="width: 100%; vertical-align:top;"
! colspan="2" |Adjektive
|-
|-
|'''beifallen'''
! style="width: 15%; vertical-align:top;text-align:left" |Farbadjektive
|„Die Mehrheit fiel dem Vorschlag bei.
|[https://www.dwds.de/wb/hellen hellen], [https://www.dwds.de/wb/hell hell], [https://www.dwds.de/wb/helle helle], [https://www.dwds.de/wb/Helle Helle], [https://www.dwds.de/wb/], [https://www.dwds.de/wb/hellbeige hellbeige], [https://www.dwds.de/wb/hellblau hellblau], [https://www.dwds.de/wb/hellblond hellblond], [https://www.dwds.de/wb/hellbraun hellbraun], [https://www.dwds.de/wb/hellfarbig hellfarbig], [https://www.dwds.de/wb/hellgelb hellgelb], [https://www.dwds.de/wb/hellglänzend hellglänzend], [https://www.dwds.de/wb/hellgrau hellgrau], [https://www.dwds.de/wb/hellgrün hellgrün], [https://www.dwds.de/wb/helllila helllila], [https://www.dwds.de/wb/hellrosa hellrosa], [https://www.dwds.de/wb/hellrot hellrot], [https://www.dwds.de/wb/hellviolett hellviolett], [https://www.dwds.de/wb/hellweiß hellweiß]
|-
|-
|'''dahinfallen'''
! style="vertical-align:top;text-align:left" |so hell wie ...
|„Ihre Argumentation fällt dahin.
|... die Dämmerung: [https://www.dwds.de/wb/dämmerhell dämmerhell], ... Glas: [https://www.dwds.de/wb/glashell glashell], [https://www.dwds.de/wb/glockenhell glockenhell], [https://www.dwds.de/wb/kristallhell kristallhell], [https://www.dwds.de/wb/mondhell mondhell], [https://www.dwds.de/wb/neonhell neonhell], [https://www.dwds.de/wb/schneehell schneehell], [https://www.dwds.de/wb/silberhell silberhell], [https://www.dwds.de/wb/sonnenhell sonnenhell], [https://www.dwds.de/wb/sternenhell sternenhell], [https://www.dwds.de/wb/tageshell tageshell], [https://www.dwds.de/wb/wasserhell wasserhell]
|-
|-
|'''danebenfallen'''
! style="vertical-align:top;text-align:left" |sonstige (Erstglied)
|„Deine Antwort fällt leider völlig daneben.
|[https://www.dwds.de/wb/hellauf hellauf], [https://www.dwds.de/wb/helläugig helläugig], [https://www.dwds.de/wb/helldunkel helldunkel], [https://www.dwds.de/wb/hellerleuchtet hellerleuchtet], [https://www.dwds.de/wb/hellerlicht hellerlicht], [https://www.dwds.de/wb/hellhaarig hellhaarig], [https://www.dwds.de/wb/hellhäutig hellhäutig], [https://www.dwds.de/wb/hellleuchtend hellleuchtend], [https://www.dwds.de/wb/helllicht helllicht], [https://www.dwds.de/wb/helllodernd helllodernd], [https://www.dwds.de/wb/hellstrahlend hellstrahlend], [https://www.dwds.de/wb/hellwach hellwach]
|-
|-
|'''durchfallen'''
! style="vertical-align:top;text-align:left" |sonstige (Letztglied)
|„Er ist durch die Prüfung gefallen.
|[https://www.dwds.de/wb/überhell überhell], [https://www.dwds.de/wb/geisteshell geisteshell],
|-
|-
|'''hereinfallen  (im Sinn von getäuscht werden)'''
! colspan="2" |Nomen
|„Ich bin auf den Trick hereingefallen.“
|-
|-
|'''hinauffallen'''
! style="vertical-align:top;text-align:left" |Erstglied
|„Er ist schon früh die Karriereleiter hinaufgefallen.
|[https://www.dwds.de/wb/Hellraumprojektor Hellraumprojektor], [https://www.dwds.de/wb/Hellriegel Hellriegel], [https://www.dwds.de/wb/Hellung Hellung], [https://www.dwds.de/wb/Hellwerden Hellwerden [https://www.dwds.de/wb/Helldunkelmalerei Helldunkelmalerei],
|-
|-
|'''leichtfallen'''
! style="vertical-align:top;text-align:left" |Letztglied
|„Es fällt mir leicht, Sprachen zu lernen.
|[https://www.dwds.de/wb/Stimmungsaufheller Stimmungsaufheller], [https://www.dwds.de/wb/Stimmungsaufhellung Stimmungsaufhellung], [https://www.dwds.de/wb/Tageshelle Tageshelle], [https://www.dwds.de/wb/Taghelle Taghelle]
|-
|-
|'''missfallen'''
! colspan="2" |Wortgruppen
|„Sein Verhalten missfällt mir sehr.“
|-
|-
|'''schwerfallen'''
!
|„Es fällt ihm schwer, früh aufzustehen.
|[https://www.dwds.de/wb/hellhörig hellhörig], [https://www.dwds.de/wb/Hellhörigkeit Hellhörigkeit],
[https://www.dwds.de/wb/hellsichtig hellsichtig], [https://www.dwds.de/wb/Hellsicht Hellsicht], [https://www.dwds.de/wb/Hellsichtigkeit Hellsichtigkeit],  
 
[https://www.dwds.de/wb/hellsehen hellsehen], [https://www.dwds.de/wb/Hellsehen Hellsehen], [https://www.dwds.de/wb/Hellseher Hellseher], [https://www.dwds.de/wb/Hellseherei Hellseherei], [https://www.dwds.de/wb/Hellseherin Hellseherin],  [https://www.dwds.de/wb/hellseherisch hellseherisch],
 
[https://www.dwds.de/wb/aufhellen aufhellen], [https://www.dwds.de/wb/Aufheller Aufheller], [https://www.dwds.de/wb/Aufhellung Aufhellung], [https://www.dwds.de/wb/aufgehellt aufgehellt],
 
[https://www.dwds.de/wb/erhellen erhellen], [https://www.dwds.de/wb/erhellt erhellt], [https://www.dwds.de/wb/Erhellung Erhellung],
|-
|-
|'''zusammenfallen'''
|„Die Hütte ist unter der Last zusammengefallen.“
|}
|}
xxxxxxxxxxxxxxx
 
{| class="wikitable" style="width: 100%;"
==Unikales Morphem ?==
|- style="vertical-align:top;"
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| style="width: 10%" |Partikel,
| colspan="2" |Das Morphem ''hellig'' kommt in dieser Bedeutung im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und auch in keinen anderen Wortbildungen vor, sondern nur mit der Vorsilbe ''be-''.
Präfixe
|Sortierung nach Bedeutungsgruppen, Beispielsätze sh. Liste ChatGPT
|-
|-
|Nomenbildung
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Erstglied, Letztglied, sh. DWDS, derewo gesamt
|Das Morphem ''hellig'' ist in dieser Bedeutung <span style="color:green">'''ein unikales Morphem'''</span>.
|-
|Fall, Falle, fällen, fällig
|sh. Derewo gesamt
|-
|-
|}
|}
Wenn du wissen möchtest, was ein Wort bedeutet, dann klicke auf das Wort. Du gelangst dann zum [https://de.wiktionary.org/wiki/Wiktionary:Deutsch Online Wörterbuch Wiktionary]. Wörter die in diesem Wörterbuch nicht vorkommen sind mit dem [https://www.dwds.de/wb/ Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache] (DWDS) verlinkt. Dort findest du Informationen zum Wort, zur Wortart, Bedeutung, Herkunft und Beispielsätze. Zu Wörtern die im Stammverzeichnis dieses Wörterbuches nicht eingetragen sind findest du im DWDS Beispielsätze und Informationen zur Häufigkeit dieses Wortes in verschiedenen Textkorpora.


== Redewendungen, Mehrwortausdrücke ==
[[#top | Seitenanfang]]<br>
fehlt noch
 
==Belege/Quellen==


== Fremdsprachen ==
[https://www.dwds.de/wb/behelligen DWDS] 
fehlt noch
[https://de.wiktionary.org/wiki/behelligen Wiktionary] 
[https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier vor allem 
[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=B06223 Grimm-Wörterbuch]) 
[https://www.zdl.org/?q=behelligen ZDL] 
[https://de.wikipedia.org/wiki/behelligen Wikipedia] 
[https://www.duden.de/rechtschreibung/behelligen Duden-online]


[[#top | Seitenanfang]]<br>
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]


== Quellen, Belege ==
<br>
Beispiele aus der Diskussion: auffallen:
----
{{Quellen Wörter}}
----
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[behelligen|'''zurück zur Wortgeschichte ''behelligen''''' ]]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
__INDEX__


----


=<nowiki>=</nowiki>=
= betütern =
==einwecken==
{{DISPLAYTITLE:betütern}}
{{DISPLAYTITLE:einwecken}}
__TOC__


Ich habe mit meiner Omi am Wochenende Pflaumen eingemacht. Meine Omi hat immer gesagt: „Die Pflaumen werden ''eingeweckt."'' Ich hab gefragt: „Warum sagst du ''einwecken''? Die Pflaumen können doch nicht geweckt werden." Sie hat gesagt: „Das steht so auf den Gläsern." „Und warum steht da ''Weck''?" Das wusste sie auch nicht.
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Das Verb stammt von dem norddeutschen Nomen ''Tüder'' ab. Das war ein Seil zum Anbinden eines weidenden Tieres. Mit einem solchen Seil wurden Tiere festgebunden, damit sie sich beim Weiden nicht zu weit entfernen konnte.


{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffff00;font-size: 1.2em"
Übertragen entwickelte sich daraus die Bedeutung, ''jemanden besonders eng betreuen'' oder ''umsorgen.'' Diese Betreuung wird von den Betroffenen oft als eng und übertrieben empfunden. Sie fühlen sich dann wie an einer Leine angebunden und können sich nicht frei bewegen.
|-
|-
|Warum sagen einige ''einwecken'', wenn Obst eingekocht wird? Was hat das Wort mit dem Verb ''wecken'' zu tun?
|}
|}
{| style="width: 100%; text-align: right"
 
|Uschi, Wien, Klasse 2
==Hinweise zum Wort ''betütern''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| jemanden besonders oder übertrieben umsorgen
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Wir lassen uns gern von unserer Mama betütern.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Verb
 
'''Worttrennung:''' be·tü·tern
 
'''Aussprache:''' [bəˈtyːtɐn]
|- style="vertical-align:top;"
|'''Varianten:'''
|Vom norddeutschen Nomen ''Tüder'' ist das zugehörige Verb ''tüdern'' abgeleitet. Es bedeutet ''anbinden''. In der hochdeutschen Sprache hat sich die Schreibung mit ''t'' durchgesetzt. Das Verb ''tütern'' ist untergegangen. Erhalten ist nur die Wortbildung mit der Vorsilbe ''be''-. In Bayern sagt man ''betüdeln'', im Rheinland und Westfalen ''betüddeln''.
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|Im Rheinland ist die Schreibung ''tüddern'' geläufig. Hier wird dieses Verb auch mit verschiedenen Vorsilben (Präfixen) verwendet:
 
* austüddern = Vieh auf die Weide bringen
* antüddern = Vieh auf der Weide anleinen
* abtüddern = Vieh von der Weide in den Stall holen
* vertüddern = Das Seil ist verknotet, verwirrt. Später wurde das Verb auch für Garn, Wolle usw. verwendet.
 
Hieraus hat sich der Gebrauch in übertragenen Sinn entwickelt.
 
* Tüdder/Tüderi/Trüderie = ein großes Durcheinander
* vertüddern = etwas durcheinander bringen, verwirren
* tüdderig = Bezeichnung für jemanden, der verwirrt im Kopf ist
*tüddern = (zu viel) Alkohol trinken (und dann wirr im Kopf sein)
|-
|-
|}
|}
__TOC__


==Diskussion==
==Wortformen==
{| style="width: 100%; vertical-align:center; font-size: 1.2em"
<div style="font-size:1.2em">
Das Verb ''betütern'' wird regelhaft konjugiert. Infinitiv: betütern  Partizip II: betütert  Hilfsverb: haben
</div>
 
{| class="wikitable" style="width: 80%; vertical-align:top; font-size: 1.2em; margin:auto"
| colspan="2" |
!Gegenwart
(Präsens)
!1. Vergangenheit
(Präteritum)
!2. Vergangenheit
(Perfekt)
|-
|-
| rowspan="2" style="width: 10%; vertical-align:top" | [[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
! rowspan="3" style="width:12%" |Einzahl
|Liebe Uschi, du hast ja am Wochenende mit deiner Omi Pflaumen eingeweckt. Du weißt ja jetzt wie das geht: Obst in ein Glas (Einweckglas), das Glas in einen Topf, aufkochen und dann das Glas schnell verschließen.
(Singular)
! style="width: 13%" |1. Person
| style="width: 25%" |ich betütere
| style="width: 25%" |ich betüterte
| style="width: 25%" |ich habe betütert
|-
|-
|Das Verb ''einwecken'' bedeutet ''einkochen'' oder ''einmachen''. Es ist ein Verfahren, um Lebensmittel haltbar zu machen. Nach der Erfindung und Verbreitung des Kühlschranks ist das ''Einwecken'' etwas aus der Mode gekommen. Deine Omi und du, liebe Uschi, gehören also zu den wenigen, die diese Kunst kennen und beherrschen.
!2. Person
|du betüterst
|du betütertest
|du hast betütert
|-
|-
|
!3. Person
|Nun zur Herkunft des Wortes ''einwecken'':
|er/sie/es betütert
|er/sie/es betüterte
|er/sie/es hat betütert
|-
|-
|
! rowspan="3" |Mehrzahl
|Das Wort hat nichts mit dem Verb ''wecken'' (im Sinne von ''jemanden aufwecken'') zu tun. Es ist abgeleitet von dem Namen des deutschen Unternehmers Johann Carl Weck, der zwischen 1841 und 1914 in Süddeutschland gelebt hat. Er hatte das Verfahren des Einkochens bei dem Chemiker Rudolf Rempel (*1859 - +1893) kennengelernt. Nach dessen Tod übernahm Johann Carl Weck diese Technik und stellte Gläser, Kochtöpfe und weitere Dinge her, die das Einkochen erleichtern. Auf allen Einkochgläsern war der Name Weck zu lesen. Über seine Firma verbreitete sich diese Technik des Einkochens im gesamten deutschsprachigen Raum. Rund vierzig Jahre später wurde das Verb ''einwecken'' offiziell in das Duden Wörterbuch aufgenommen.
(Plural)
!1. Person
|wir betütern
|wir betüterten
|wir haben betütert
|-
|-
|'''Interessantes:'''
!2. Person
|Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Lebensmittel haltbar zu machen. Auf der Internetseite [https://www.acker.co/Neuigkeiten/gemuese-haltbar-machen-konservieren Gemüse-Ackerdemie] findest du hierzu interessante Informationen und Anleitungen.
|ihr betütert
|ihr betütertet
|ihr habt betütert
|-
|-
|}
!3. Person
 
|sie betütern
{| style="width: 100%"
|sie betüterten
|- style="vertical-align:top; text-align:center;"
|sie haben betütert
|[[File:Pik-Linie.jpg]]
|-
|-
|}
|}
 
<div style="font-size:1.2em">
==Weiterführende Informationen==
Das Verb ''tütern'' wird regelhaft konjugiert. Infinitiv: tütern  Partizip II: tütert  Hilfsverb: haben
===Modellwortschatz===
</div>
Das Wort '''einwecken''' gehört nicht zum '''Modellwortschatz'''.
{| class="wikitable" style="width: 80%; vertical-align:top; font-size: 1.2em; margin:auto"
 
| colspan="2" |
===Wörterliste===
!Gegenwart
{| class="wikitable" style="width: 100%;"
(Präsens)
|- style="vertical-align:top;"
!1. Vergangenheit
| style="width: 10%" |[https://www.dwds.de/wb/einwecken einwecken]
(Präteritum)
|[https://www.dwds.de/wb/Einweckglas Einweckglas], [https://www.dwds.de/wb/Einweckgummi Einweckgummi], [https://www.dwds.de/wb/Einweckring Einweckring], [https://www.dwds.de/wb/Einwecktopf Einwecktopf], [https://www.dwds.de/wb/Einweckzeit Einweckzeit]
!2. Vergangenheit
(Perfekt)
|-
|-
|}
! rowspan="3" style="width:12%" |Einzahl
Wenn du wissen möchtest, was ein Wort bedeutet, dann klicke auf das Wort. Du gelangst dann zum [https://www.dwds.de/ Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache] (DWDS). Dort findest du auch weitere Informationen zum Wort (Wortart, Aussprache, Bedeutung, Herkunft usw.)
(Singular)
 
! style="width: 13%" |1. Person
[[#top | Seitenanfang]]<br>
| style="width: 25%" |ich tüdere
 
| style="width: 25%" |ich tüderte
===Belege/Quellen===
| style="width: 25%" |ich habe getüdert
'''Wortherkunft:''' [https://www.dwds.de/wb/einwecken DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/einwecken Wiktionary], [https://www.duden.de/rechtschreibung/einwecken Duden-online] (nicht werbefrei); erstmalige Erfassung im Duden: Der große Duden -  Rechtschreibung der deutschen Sprache und der Fremdwörter, 11. Aufl. 1934; '''Wikipedia:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Einkochen einkochen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Einmachglas Einkochglas], [https://de.wikipedia.org/wiki/Einkochtopf Einkochtopf];
 
'''Firmengeschichte''' der [https://www.weck.de/geschichte/ Weck GmbH & Co KG], '''Wikipedia:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Rempel_(Chemiker) Rudolf Rempel], [https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Carl_Weck Johann Carl Weck], [https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_van_Eyck Georg van Eyck],
----
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
----
=<nowiki>=</nowiki>=
==Eltern==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffff00;font-size: 1.2em"
|Warum schreiben wir Eltern mit e am Anfang und nicht mit ä?
|}
{| style="width: 100%; text-align: right"
|Anton, Ahlen, Klasse 4
|-
|-
|}
!2. Person
__TOC__
|du tüderst
==Diskussion==
|du tüdertest
{| style="width: 100%; vertical-align:center; font-size: 1.2em"
|du hast getüdert
|-
|-
| style="width: 10%" |[[file:Bi-GO-Ortho.jpg  | 120px |link=Graf Ortho|Graf Ortho]]
!3. Person
|Wie bist du auf diese Idee gekommen? Das ist ja großartig! Bestimmt hast du bei diesem Wort an das Adjektiv ''alt'' gedacht. Du bist in der Klasse 3 und noch sehr jung. Und da ist es nur ganz logisch, dass deine Eltern sehr viel '''''ä'''lter'' sind. Mal schauen, wer dir aus meinem Rechtschreibteam dieses '''''E''''' am Wortanfang erklären kann.
|er/sie/es tüdert
|er/sie/es tüderte
|er/sie/es hat getüdert
|-
|-
|[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
! rowspan="3" |Mehrzahl
|Anton hat Recht: Das Wort ''Eltern'' kann auf das Wort ''alt'' zurückgeführt werden. Diese Schreibweise mit ''e'' am Wortanfang finden wir schon im Mittelalter. Damals gab es zwei Aussprachen: ''altiron'' und ''eldiron'', später dann ''altern'' und ''eltern.'' Beide Wörter bedeuteten ''die'' ''Älteren'' und sind vom Adjektiv ''alt'' abgeleitet. Noch viel später wurde aus dem ''a'' am Wortanfang ein ''ä'', also ''Ältern'' und ''Eltern''.
(Plural)
!1. Person
|wir tüdern
|wir tüderten
|wir haben getüdert
|-
|-
|
!2. Person
| Im Mittelalter war es nicht ungewöhnlich dass es zu einem Wort bzw. einer Bedeutung verschiedene Aussprachen und später auch Schreibungen gab. Nicht selten entwickelten sich hieraus dann zwei abweichende Bedeutungen. So auch bei dem Wort Eltern. Zunächst wurden hiermit ganz allgemein ältere Personen gemeint. Das zugehörige Nomen ist ''die Älteren''. Später gab es dann die Eingrenzung auf die heutige Bedeutung von ''Vater und Mutter'', die ''Eltern''.
|ihr tüdert
|ihr tüdertet
|ihr habt getüdert
|-
|-
|}
!3. Person
 
|sie tüdern
{| style="width: 100%"
|sie tüderten
|- style="vertical-align:top; text-align:center;"
|sie haben getüdert
| [[File:Pik-Linie.jpg]]
|-
|-
|}
|}


==Weiterführende Informationen==
</br>
===Modellwortschatz ===
Das Wort '''Stichwort''' gehört zum '''Modellwortschatz''' (siehe Karteikarte: [[:File:MWS-214-VS.jpg| Vorderseite]], [[:file:MWS-214-RS.jpg| Rückseite]]).
 
 
Du kannst dir zu diesem Wort auch einige [https://cloude.collishop.de/mws/index.php?n=214 Fremdsprachen] anhören.
 
Das Wort '''Stichwort''' gehört zum '''Modellwortschatz'''.
<gallery widths="300px" heights="200px" perrow="2">
File:MWS-214-VS.jpg | Du kannst dir auch einige [[https://cloude.collishop.de/mws/index.php?n=999 Fremdsprachen]] anhören.
File:MWS-214-RS.jpg
</gallery>
 
----
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
|[[Info - Eltern | '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Eltern''''']]
|[[Info - betütern | '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''betütern''''' ]]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
__INDEX__


=<nowiki>=</nowiki>=
 
----
 
= Info - betütern =
{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Eltern|'''zurück zur Wortgeschichte ''Eltern''''']]
|[[betütern|'''zurück zur Wortgeschichte ''betütern''''']]
|}
|}
----
----
==Informationen zum Wort Eltern==
__TOC__
 
==Weiterführende Informationen zum Wort ''betütern''==
<div style="font-size:1.3em">
'''betütern:'''
</div>
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Entstehung:'''
|'''Bedeutung:'''
|ahd.  ''altiron, eldiron'' (8. Jh.), <abbr>mhd.</abbr> ''altern, eldern'', später dann: ''eltern'',
|norddeutsch ''betütern'' = jemanden übertrieben umsorgen, berlinerisch = sich leicht betrinken
kein Bedeutungs- oder Herkunftszusammenhang zu norddeutsch tütern = tuten, (ebenso antütern/antuten = betrinken)
|-
|-
|'''Wortinfo:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|Das Wort Eltern ist ein Pluralwort. Hierzu gibt es keine Einzahl (Singular).
|wahrscheinlich Ableitung zu norddeutsch ''tüdern;'' Die Bedeutung von tüdern (Vieh auf der Weide anbinden) wurde im Wort ''tütern'' im übertragenen Sinn gebraucht: jemanden durch übertriebenes Umsorgen an sich binden, festhalten.
|-
die alten Wörter ''Tüter'' bzw. Verb ''tütern'' sind heute in dieser Form und Bedeutung nicht mehr gebräuchlich.
|
|- style="vertical-align:top;"
|Wortart: Nomen, Geschlecht: feminin - die Eltern; Aussprache: [ˈɛltɐn]
|'''Ableitungen:'''
| [https://www.dwds.de/wb/bet%C3%BCtert betütert]
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
| -
|}
<div style="font-size:1.3em">
'''Tüder/tüdern:'''
</div>
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|norddeutsch ''Tüder'' = Strick, Seil zum Anbinden von Tieren; westf., rhein. ''Tüdder''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|sh. Kap. [[Info - betütern#Wörterliste zum Grundwot tüder|Wörterliste]]
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|sh. Kap. [[Info - betütern#Wörterliste zum Grundwot tüder|Wörterliste]]
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|'''Interessantes:'''
|Interessante Artikel im [https://klexikon.zum.de/wiki/Klexikon:Willkommen_im_Klexikon Kinderlexikon]: [https://klexikon.zum.de/wiki/Eltern Eltern], [https://klexikon.zum.de/wiki/Elternsprechtag Elternsprechtag] und auf der Seite [https://www.kindersache.de/ Kindersache]: [https://www.kindersache.de/bereiche/kinderrechte/das-recht-auf-eltern?page=0%2C4 Das Recht auf Eltern]
|Umgangssprachlich wird das Verb auch im Sinne von ''sich einen Schwips antrinken'' verwendet. Die Herkunft dieser Bedeutungsübertragung ist unklar.
|}
|}


===Wortherkunft===
== Wörterlisten zum Grundwort ''tüder'' ==
Zum untergegangenen Verb ''tüter'' gibt es heute nur noch die Wortbildung ''betütern''. Das nord- und westdeutsche Nomen ''Tüder'' bzw. ''Tüdder'' ist demgegenüber bis heute in verschiedenen Dialekten gebräuchlich. Einige wenige Wörter sind auch in der hochdeutschen Umgangssprache im Gebrauch, z. B. [https://de.wiktionary.org/wiki/t%C3%BCdelig tüdelig] oder [https://www.duden.de/rechtschreibung/Tueddelkram Tüddelkram].


Das Adjektiv ''alt'' kann auf das ie. *altos zurückgeführt werden Es hatte im Mittelalter drei unterschiedliche Bedeutungen: ''alt'' im Gagensatz zu ''neu'', ''alt'' im Gegensatz zu ''jung'' und ''alt'' im Gegensatz zu ''später''. Aus dem Komparativ ''älter'' (westgerm. *''aldizōn)'' entwickelte sich das Nomen ''der Ältere'' und der Plural ''die Älteren'', ahd. ''altiron'' und ''eldiron'' (8. Jh.) und mhd. ''altern'' und ''eldern'' bzw. ''eltern'' (11./12. Jh.). Nach dem Mittelalter verengte sich die Bedeutung dieses Nomen auf die ''Eltern'' als Vater und Mutter. Dabei blieben beide Schreibungen (mit  ''ä = Ältern'' und ''e = Eltern'') bis ins 19. Jh. erhalten. In Abgrenzung zu ''Ältern'' bzw. ''Eltern'' blieb die Substantivierung des Komparativs ''der Ältere'' bzw. ''die Älteren'' in der Bedeutung ''ältere Person(en)''.
Die folgende Tabelle enthält einige Beispiele für Wortbildungen mit dem dem Nomen Tüder bzw. Tüdder. Hierfür wurden exemplarisch das [https://netz.sass-platt.de/platt-hoch/?term=T%C3%BCder Niederdeutsche]-, [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=T03268 Mecklenburgische-], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=T05092 Rheinische-]-und [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=WWB&lemid=T02526 Westfälische-] Wörterbuch. Wörter, die in mehreren Wörterbüchern vorkommen, wurden nur mit der informativsten Quelle verlinkt.
{| class="wikitable" style="width: 100%; vertical-align:top;"
! Bedeutungsgruppen der Wortbildungen zum Grundwort ''tüdern''  
|-
| style="vertical-align:top;text-align:left" |'''Gerät zum Anbinden von Tieren auf der Weide: ''' [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=T05100 Tüder] , [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=T03269 Tüderbäker], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=WWB&lemid=T02530 Tüderbüker], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=WWB&lemid=T02531 Tüderfessel], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=WWB&lemid=T02541 Tüderstrampe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=T03284 Tüderwarwel]
|-
| style="vertical-align:top;text-align:left" |'''Pflock, Pfahl zum Anbinden von Vieh: '''[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=T05109 Tüderpfahl], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=T05110 Tüderpinn], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=T05111 Tüder-stak], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=T05112 Tüderstopp], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=T03280 Tüderpahl], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=WWB&lemid=T02535 Tüderpal], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=WWB&lemid=T02536 Tüderpigge], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=WWB&lemid=T02537 Tüderpin], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=WWB&lemid=T02539 Tüderspit], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=WWB&lemid=T02540 Tüderstake]
|-
| style="vertical-align:top;text-align:left" |'''Seil, Kette zum Anbinden von Vieh: '''[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=T05107 Tüderholz], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=T03268 Tüder], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=WWB&lemid=T02526 Tüder], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=WWB&lemid=T02533 Tüderholt], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=WWB&lemid=T02538 Tüderse], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=T03281 Tüdertau], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=T05108 Tüderkette], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=WWB&lemid=T02534 Tüderkietene]
|-
| style="vertical-align:top;text-align:left" |'''sonstige Bedeutungen:''' [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=T05106 Tüderhammer], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=T05114 Tüderweide], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=WWB&lemid=T02532 Tüderhamer], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=T03274 Tüderhawern], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=T03282 Tüdertun]
|-
!''Tüder'' in übertragener Bedeutung (meist im Sinne von Wirrwarr, Durcheinander, unordentlich)
|-
| style="vertical-align:top;text-align:left" |'''Nomen''' (meist im Sinne von großem Durcheinander)''': '''[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=T03275 Tüderi], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=WWB&lemid=T02549 Tüderßel], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=WWB&lemid=T02544 Tüder],  [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=WWB&lemid=T02546 Tüderie], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=WWB&lemid=T02548 Tüderig], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=T03278 Tüderkram], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=T03283 Tüderwark];
[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=T03272 Tüderbüdel] (jmd., der viel verwirrt und sinnlos erzählt), [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=T05113 Tüderwand] (Lehmfachwerk), [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=T03271 Tüderbücks] (jmd., der viel verwirrt und sinnlos erzählt),
|-
|'''Verben:''' [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=T05101 tüdern] (anbinden), [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=WWB&lemid=T02542 tüderen] (verstricken, verwickeln), [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=WWB&lemid=T02542 fertüderen] (verwirren, verwickeln), [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=WWB&lemid=T02545 fertüdderd] (verwirrt), [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=T05099 vertüdern] (verwirren, schwerfällig beim Gehen), [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=T05105 vertüdern] (jdm. beleidigen),
|-
|'''Adjektive:''' [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=T03276 tüderig] (1. verworren, unordentlich, 2. in Gedanken verwirrt), [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=WWB&lemid=T02547 tüderig] (1. verworren, 2. verwirrt, zerstreut 3. verrückt 4. unordentlich)
|-
| style="vertical-align:top;text-align:left" |'''Personen:''' [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=T03270 Tüderbuck] (Beiname für einen Knecht), [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=T03273 Tüderfritz] (scherzhafte Bezeichnung für jemanden lügt), [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=T03277 Tüderjochen] (Schelte für einen schlechten Mäher)
|-
!weitere Wortbildungen mit ''tüdder'' als Grundwort
|-
|'''Verben:''' [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=T05102 abtüddern], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWBN&lemid=A00287 aftüdern], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=A03180 antüdern], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=T05103 antüddern], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=T05104 austüddern], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWBN&lemid=D00046 daltüdern], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWBN&lemid=F00049 fasttüdern], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=H02287 hentüdern], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=I01038 intüdern], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=R00575 rantüdern], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWBN&lemid=R00166 rintüdern], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWBN&lemid=R00328 rümtüdern], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWBN&lemid=R00391 ruptüdern], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=T01041 tausamentüdern], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=U00555 ümtüdern], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=U02581 uptüdern], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=U04057 utüdern], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=U04047 uttüdern], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=T05105 vertüddern], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=V03057 vörtüdern], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=V03357 vulltüdern]
|-
|'''Nomen:''' [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=G01298 Getüder], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=H06025 Hippentüder], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=K18308 Kuhtüdder]
|-
|}
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
|-
| colspan="2" |Das Verb ''tüdern'' kommt nur noch als Regiolekt in Norddeutschland, Rheinland, Westfalen und vereinzelt auch im Berliner Raum vor.  
Das Verb ''tütern'' ist wahrscheinlich eine hochdeutsche Variante zum niederdeutschen Verb ''tüdern''.  


[[file:Bi-W-E_Eltern_Adelung-1793.jpg|right|200px]] [[file:Bi-W-E_Ältern_Adelung_1793.jpg|right|200px]]So finden wir beispielsweise bei Adelung (1793-1803) zum Stichwort ''Eltern'' lediglich einen Verweis auf das Stichwort ''Ältern'' und dort dann einen ausführlichen Artikel. Ab Mitte des 19. Jh. finden wir in den verschiedenen Wörterbüchern nur noch die Schreibung ''Eltern'' aufgeführt. Beispiele: [https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Klaunig Karl Klaunig]: [https://commons.wikimedia.org/wiki/Regeln_und_W%C3%B6rterverzeichnis_f%C3%BCr_deutsche_Rechtschreibung_(Karl_Klaunig)?uselang=de Regeln und Wörterverzeichnis für Deutsche Rechtschreibung], [https://commons.wikimedia.org/wiki/Regeln_und_W%C3%B6rterverzeichnis_f%C3%BCr_deutsche_Rechtschreibung_(Karl_Klaunig)?uselang=de#/media/File:KLAU_1857A_PCK22.jpg Eltern]; [https://commons.wikimedia.org/wiki/Regeln_f%C3%BCr_die_deutsche_Rechtschreibung_(Bayern)?uselang=de Regeln und Wörterverzeichnis für die deutsche Rechtschreibung zum Gebrauch an den bayerischen Schule] (1879), [https://commons.wikimedia.org/wiki/Regeln_f%C3%BCr_die_deutsche_Rechtschreibung_(Bayern)?uselang=de#/media/File:RWBAY_1879_PCK20.jpg Eltern].
Das Verb ''tütern'' in der Bedeutung von ''jmd. umsorgen'' kann in der hochdeutschen Sprache als ausgestorben bzw. veraltet angesehen werden.  


[[file:Bi-W-E_Ältern_Duden-1880.jpg |right|200px]]In der ersten Ausgabe des Wörterbuches von [https://de.wikipedia.org/wiki/Konrad_Duden Konrad Duden] (1880) finden wir noch beide Varianten. Unter dem Stichwort ''altern'' ist das Nomen ''Ältern'' mit einem Verweis auf ''Eltern'' aufgeführt. Nach der [https://de.wikipedia.org/wiki/Orthographische_Konferenz_von_1901 Orthografischen Konferenz von 1901] finden wir in allen Wörterbüchern nur noch die Schreibung mit ''E = Eltern'', so auch im Duden von 1902.
Als Dialektvariante gehört ''tütern'' zur Wortfamilie ''tüdern''. Das Morphem ''tüd'' bzw. ''tüt'' kommt in dieser Bedeutung mit der Verbendung ''-ern'' isoliert vor. Das Verb ''betütern'' ist demnach eine Wortbildung zu ''tüdern''


===Wörterliste===
Es besteht kein etymologischer oder Bedeutungszusammenhang von ''Tüde''r bzw. ''betütern'' zum norddeutsch ''tütern'' = ''tuten''.
Aus dem Nomen Eltern können rund 190 neue Wörter gebildet werden. Bei den meisten Wortbildungen steht ''Eltern'' am Wortanfang (Erstglied, Bestimmungswort). Die folgende Wörterliste enthält Wortbildungen aus verschiedenen Wörterlisten.
{| class="wikitable sortable mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 100%;"
|+Wortbildungen mit dem Nomen ''Eltern''
|- style="vertical-align:top;"
! style="width: 10%" |Erstglied:
|'''ca. 110 - Beispiele:''' [https://www.dwds.de/wb/Elternabend Elternabend], [https://www.dwds.de/wb/Elternanteil Elternanteil], [https://www.dwds.de/wb/Elternarbeit Elternarbeit], [https://www.dwds.de/wb/Elternausschuss Elternausschuss], [https://www.dwds.de/wb/Elternbefragung Elternbefragung], [https://www.dwds.de/wb/Elternbeirat Elternbeirat], [https://www.dwds.de/wb/Elternbeirätin Elternbeirätin], [https://www.dwds.de/wb/Elternbeitrag Elternbeitrag], [https://www.dwds.de/wb/Elternberatung Elternberatung], [https://www.dwds.de/wb/Elternbesuch Elternbesuch], [https://www.dwds.de/wb/Elternbeteiligung Elternbeteiligung], [https://www.dwds.de/wb/Elternbildung Elternbildung], [https://www.dwds.de/wb/Elternermäßigung Elternermäßigung], [https://www.dwds.de/wb/Elternfreibetrag Elternfreibetrag], [https://www.dwds.de/wb/Elternfreude Elternfreude], [https://www.dwds.de/wb/Elternführerschein Elternführerschein], [https://www.dwds.de/wb/Elterngeld Elterngeld], [https://www.dwds.de/wb/Elterngespräch Elterngespräch], [https://www.dwds.de/wb/Elternglück Elternglück], [https://www.dwds.de/wb/Elterngruppe Elterngruppe], [https://www.dwds.de/wb/Elterninitiative Elterninitiative], [https://www.dwds.de/wb/Elterninteresse Elterninteresse], [https://www.dwds.de/wb/Elternkarenz Elternkarenz], [https://www.dwds.de/wb/Eltern-Kind-Beziehung Eltern-Kind-Beziehung], [https://www.dwds.de/wb/Eltern-Kind-Gruppe Eltern-Kind-Gruppe], [https://www.dwds.de/wb/Eltern-Kind-Zentrum Eltern-Kind-Zentrum], [https://www.dwds.de/wb/Elternliebe Elternliebe], [https://www.dwds.de/wb/Elternmitbestimmung Elternmitbestimmung], [https://www.dwds.de/wb/Elternnachmittag Elternnachmittag], [https://www.dwds.de/wb/Elternpaar Elternpaar], [https://www.dwds.de/wb/Elternrat Elternrat], [https://www.dwds.de/wb/Elternrecht Elternrecht], [https://www.dwds.de/wb/Elternrente Elternrente], [https://www.dwds.de/wb/Elternschaft Elternschaft], [https://www.dwds.de/wb/Elternschlafzimmer Elternschlafzimmer], [https://www.dwds.de/wb/Elternsegen Elternsegen], [https://www.dwds.de/wb/Elternsprecher Elternsprecher], [https://www.dwds.de/wb/Elternsprecherin Elternsprecherin], [https://www.dwds.de/wb/Elternsprechstunde Elternsprechstunde], [https://www.dwds.de/wb/Elternsprechtag Elternsprechtag], [https://www.dwds.de/wb/Elternstammtisch Elternstammtisch], [https://www.dwds.de/wb/Elterntaxi Elterntaxi], [https://www.dwds.de/wb/Elternumfrage Elternumfrage], [https://www.dwds.de/wb/Elternurlaub Elternurlaub], [https://www.dwds.de/wb/Elternverein Elternverein], [https://www.dwds.de/wb/Elternvertreter Elternvertreter], [https://www.dwds.de/wb/Elternvertreterin Elternvertreterin], [https://www.dwds.de/wb/Elternvertretung Elternvertretung], [https://www.dwds.de/wb/Elternwille Elternwille], [https://www.dwds.de/wb/Elternzeit Elternzeit]
|- style="vertical-align:top;"
!Letztglied:
|'''ca. 50 - Beispiele:''' [https://de.wiktionary.org/wiki/Adoptionseltern Adoptionseltern], [https://www.dwds.de/wb/Ahneneltern Ahneneltern], [https://de.wiktionary.org/wiki/Ahnengroßeltern Ahnengroßeltern], [https://de.wiktionary.org/wiki/Ahnenurgroßeltern Ahnenurgroßeltern], [https://www.dwds.de/wb/Alteltern Alteltern], [https://www.dwds.de/wb/Altgroßeltern Altgroßeltern], [https://www.dwds.de/wb/Alturgroßeltern Alturgroßeltern], [https://www.dwds.de/wb/Bonuseltern Bonuseltern], [https://www.dwds.de/wb/Brauteltern Brauteltern], [https://www.dwds.de/wb/Ersatzeltern Ersatzeltern], [https://www.dwds.de/wb/Erzahneneltern Erzahneneltern], [https://www.dwds.de/wb/Erzahnengroßeltern Erzahnengroßeltern], [https://www.dwds.de/wb/Erzahnenurgroßeltern Erzahnenurgroßeltern], [https://www.dwds.de/wb/Erzeltern Erzeltern], [https://www.dwds.de/wb/Erzgroßeltern Erzgroßeltern], [https://www.dwds.de/wb/Erzurgroßeltern Erzurgroßeltern], [https://www.dwds.de/wb/Gasteltern Gasteltern], [https://www.dwds.de/wb/Großeltern Großeltern], [https://www.dwds.de/wb/Helikoptereltern Helikoptereltern], [https://www.dwds.de/wb/Herbergseltern Herbergseltern], [https://www.dwds.de/wb/Herkunftseltern Herkunftseltern], [https://www.dwds.de/wb/Kindeseltern Kindeseltern], [https://www.dwds.de/wb/Kindseltern Kindseltern], [https://www.dwds.de/wb/Obereltern Obereltern], [https://www.dwds.de/wb/Obergroßeltern Obergroßeltern], [https://www.dwds.de/wb/Oberurgroßeltern Oberurgroßeltern], [https://www.dwds.de/wb/Pflegeeltern Pflegeeltern], [https://www.dwds.de/wb/Rabeneltern Rabeneltern], [https://www.dwds.de/wb/Schwiegereltern Schwiegereltern], [https://www.dwds.de/wb/Stammgroßeltern Stammgroßeltern], [https://www.dwds.de/wb/Stammurgroßeltern Stammurgroßeltern], [https://www.dwds.de/wb/Storcheneltern Storcheneltern], [https://www.dwds.de/wb/Urahneneltern Urahneneltern], [https://www.dwds.de/wb/Urahnengroßeltern Urahnengroßeltern], [https://www.dwds.de/wb/Urahnenurgroßeltern Urahnenurgroßeltern], [https://www.dwds.de/wb/Urgroßeltern Urgroßeltern], [https://de.wiktionary.org/wiki/Vogeleltern Vogeleltern], [https://www.dwds.de/wb/Wahleltern Wahleltern], [https://www.dwds.de/wb/Zwillingseltern Zwillingseltern]
|-
!Binnenglied:
|'''ca. 25 - Beispiele:''' [https://www.dwds.de/wb/Bundeselternrat Bundeselternrat], [https://www.dwds.de/wb/Einelternfamilie Einelternfamilie], [https://www.dwds.de/wb/Gesamtelternbeirat Gesamtelternbeirat], [https://www.dwds.de/wb/Großelterngeneration Großelterngeneration], [https://www.dwds.de/wb/Landeselternbeirat Landeselternbeirat], [https://www.dwds.de/wb/Landeselternrat Landeselternrat], [https://www.dwds.de/wb/Schulelternbeirat Schulelternbeirat], [https://www.dwds.de/wb/Schulelternratsvorsitzende Schulelternratsvorsitzende], [https://www.dwds.de/wb/Schulelternsprecher Schulelternsprecher], [https://www.dwds.de/wb/Schulelternsprecherin Schulelternsprecherin]
|-
|-
!Adjektive:
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|[https://www.dwds.de/wb/elterlich elterlich], [https://www.dwds.de/wb/elternabhängig elternabhängig], [https://www.dwds.de/wb/elternaktiv elternaktiv], [https://www.dwds.de/wb/elternfreundlich elternfreundlich], [https://www.dwds.de/wb/elterninitiativ elterninitiativ], [https://www.dwds.de/wb/elternlos elternlos], [https://www.dwds.de/wb/elternunabhängig elternunabhängig]
|Die Morpheme ''tüt(ern)'' und ''tüd(ern)'' sind daher<span style="color:red"> '''keine unikalen Morpheme'''</span>.  
|-
|-
|}
|}
Wenn du wissen möchtest, was ein Wort bedeutet, dann klicke auf das Wort. Du gelangst dann zum [https://de.wiktionary.org/wiki/Wiktionary:Deutsch Online Wörterbuch Wiktionary]. Wörter die in diesem Wörterbuch nicht vorkommen sind mit dem [https://www.dwds.de/wb/ Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache] (DWDS) verlinkt. Dort findest du Informationen zum Wort, zur Wortart, Bedeutung, Herkunft und Beispielsätze. Zu Wörtern die im Stammverzeichnis dieses Wörterbuches nicht eingetragen sind findest du im DWDS Beispielsätze und Informationen zur Häufigkeit dieses Wortes in verschiedenen Textkorpora.


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==Belege/Quellen==
==Belege/Quellen==
In den folgenden Belege sind nicht werbefreie Internetseiten mit einem Stern *) versehen.


'''Wortherkunft:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Christoph_Adelung Johann-Christoph Adelung]: [http://www.zeno.org/Adelung-1793 Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart], Leipzig 1793-1801: [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=A01736#0 Ältern], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=E01171 Eltern]; Quelle Abbildung zeno.org (nicht werbefrei): Adelung: [http://www.zeno.org/Adelung-1793/K/adelung-1793-01-0239 Ältern], [http://www.zeno.org/Adelung-1793/K/adelung-1793-01-1795 Eltern], Brockhaus 1837 [http://www.zeno.org/Zeno/0/Suche?q=%C3%84ltern&k=Brockhaus-1837 Ältern], Konrad Duden: Orthographisches Wörterbuch der deutschen Sprache, 1. Aufl. Hersfeld 1880; 7. Aufl. Leipzig/Wien 1902; 8. Aufl. Leipzig/Wien 1905;
betütern: [https://www.dwds.de/wb/bet%C3%BCtern DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/bet%C3%BCtern Wiktionary], [https://www.zdl.org/?q=bet%C3%BCtern ZDL], [https://www.duden.de/rechtschreibung/betuetern Duden-online] (nicht werbefrei)


'''Modellwortschatz:''' Sommer-Stumpenhorst: [https://www.rechtschreibwerkstatt-konzept.de/wp-content/uploads/2022/03/Kurzanleitung_Modellwortschatz_Monitor_220330.pdf Modellwortschatz]  
tüdern: [https://www.dwds.de/wb/t%C3%BCdern DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/t%C3%BCdern Wiktionary], Wörterbuchnetz (tüdern: [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=T03279#0 MeckWb], tüddern: [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=T05101#0 RhWb], Tüdder: [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MeckWB&lemid=T03268 MeckWb] , [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=WWB&lemid=T02526 WestfWb], Tüdder: [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=T05097 RhWb]), [https://www.zdl.org/?q=t%C3%BCdern ZDL]; Wikipedia, [https://www.duden.de/rechtschreibung/tuedern Duden-online] (nicht werbefrei), [https://www.wissen.de/search/all?keyword=T%C3%BCder Wissen.de] (nicht werbefrei); Ortschaft [https://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%BCddern Tüddern] (Kreis Heinsberg, NRW)


<div style="text-align:left; margin:auto;">
Die Belege zu den Wortbildungen sind in der Tabelle direkt verlinkt.
'''Wortschatz:''' Sommer-Stumpenhorst: Gesamtwortschatz, [https://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Augst Gerhard Augst:] Wortfamilienwörterbuch, [https://www.ids-mannheim.de/digspra/kl/projekte/methoden-neu/derewo/ Korpus basierte Wortgrundformenliste DeReWo], [https://www.dwds.de/wb/Eltern DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Eltern Wiktionary]


'''Rechtschreibung:''' [https://www.duden.de/rechtschreibung/Eltern Duden] *), [https://www.dwds.de/wb/Eltern DWDS], [https://grammis.ids-mannheim.de/rechtschreibwortschatz/548 IDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Eltern Wiktionary],


'''Etymologie''': [https://www.dwds.de/wb/Eltern DWDS], [https://educalingo.com/de/dic-de/eltern educalingo] *), [https://de.wiktionary.org/wiki/Eltern Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de/#0 Wörterbuchnetz], [https://www.wortbedeutung.info/Eltern/ Wortbedeutung.info] *), [https://de.wikipedia.org/wiki/Verwandtschaftsbeziehung#Eltern Wikipedia]


'''Wortherkunft Ältern/Eltern:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Christoph_Adelung Johann-Christoph Adelung]: [http://www.zeno.org/Adelung-1793 Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart], Leipzig 1793-1801: [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=A01736#0 Ältern], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=E01171 Eltern]; Quelle Abbildungen zeno.org (nicht werbefrei): Adelung: [http://www.zeno.org/Adelung-1793/K/adelung-1793-01-0239 Ältern], [http://www.zeno.org/Adelung-1793/K/adelung-1793-01-1795 Eltern], Brockhaus 1837 [http://www.zeno.org/Zeno/0/Suche?q=%C3%84ltern&k=Brockhaus-1837 Ältern]
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Aktuelle Version vom 3. Mai 2026, 12:09 Uhr


gebaren

Wortherkunft

Herr Wort Das Verb gebaren hat heute zwei Hauptbedeutungen:

1. „ein Kind zur Welt bringen“ 2. „sich auf eine bestimmte Weise verhalten“

Herr Alt Das Wort ist vom althochdeutschen gibārōn abgeleitet.

Das dazugehörige Nomen gibāra (mhd. gebār) bedeutete „Betragen, Verhalten“.

Ursprünglich bedeutete das Verb also „sich verhalten“ und wurde später auch im Sinne von „hervorbringen, gebären“ verwendet.

Frau Fremd Englisch: to bear, to give birth; to behave

Französisch: enfanter; se comporter Lateinisch: parere (gebären)

Hinweise zum Wort gebaren

Bedeutung: 1. ein Kind zur Welt bringen

2. sich in bestimmter Weise verhalten (gehoben, oft kritisch)

Beispielsatz: Sie gebar ein gesundes Kind.

Er gebärdete sich wie ein König.

Wortinfo: Wortart: Verb

Worttrennung: ge-ba-ren

Aussprache: [ɡəˈbaːʁən]

Wortformen

Das Verb gebaren ist ein starkes Verb.

Gegenwart

(Präsens)

1. Vergangenheit

(Präteritum)

2. Vergangenheit

(Perfekt)

Einzahl

(Singular)

1. Person ich gebäre ich gebar ich habe geboren
2. Person du gebierst du gebarst du hast geboren
3. Person er/sie/es gebiert er/sie/es gebar er/sie/es hat geboren
Mehrzahl

(Plural)

1. Person wir gebären wir gebaren wir haben geboren
2. Person ihr gebärt ihr gebart ihr habt geboren
3. Person sie gebären sie gebaren sie haben geboren



Weiterführende Informationen zum Grundwort gebaren
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Info - gebaren

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Weiterführende Informationen zum Wort gebaren

Entstehung: Verb: 8. Jh. ahd. gibārōn, mhd. gebāren

Nomen: ahd. gibāra, mhd. gebār = Betragen, Verhalten

Ursprünglich bedeutete das Wort „sich verhalten“ und entwickelte zusätzlich die Bedeutung „hervorbringen, gebären“.

Wortbildungen: Gebaren, Gebärde, Gebärde(n), Gebärdensprache
Ableitungen: Geburt, gebären, gebürtig (verwandt im Wortfeld)
Interessantes: Das Wort zeigt eine interessante Bedeutungsentwicklung:
von „Verhalten“ → „Hervorbringen“ → „ein Kind zur Welt bringen“

Die Bedeutung „sich gebärden“ ist heute oft gehoben oder ironisch gebraucht.

Wortvergleich

Die Wörter gebaren, gebären

xxx
Grundwort ie. germ. ahd mhd
gebaren, Gebaren *bher(ə)

(= heben, tragen)

*beraną ahd. beran, mhd. bern gibārōn, gibāra gebāren, gebāren
gebären giberan gebern
Gebärde, gebärden ahd. bāren gibārida, gibāren gebærde, gebæren
Geburt *-burdi- giburt geburt
gebühren, Gebühr *(gi)burjan ahd. buien, mhd. bürn = heben, in die Höhe halten giburien, giburī gebürn, gebüre

Unikales Morphem ?

Das Wort gebaren besteht nicht aus einem unikalen Morphem.
Pik-Kreis-gruen.jpg Der Wortstamm bar bzw. bār ist historisch bedeutungstragend („tragen, hervorbringen“).

Auch das Präfix ge- ist ein häufiges Bildungselement im Deutschen.

Die Bestandteile sind heute jedoch nicht mehr transparent.
Pik-Kreis-rot.jpg Für viele Sprecher ist die innere Struktur des Wortes nicht mehr erkennbar, sodass es wie ein einfaches, nicht zerlegbares Wort wirkt.

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Belege/Quellen

https://www.dwds.de/wb/gebaren https://de.wiktionary.org/wiki/gebaren https://www.woerterbuchnetz.de (Adelung, Grimm) https://www.zdl.org/?q=gebaren https://de.wikipedia.org/wiki/Geburt https://www.duden.de/rechtschreibung/gebaren

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gebären

Wortherkunft

Herr Wort Das Verb gebären bedeutet „ein Kind zur Welt bringen“. Es gehört zum Wortfeld von Geburt und gebären.
Herr Alt Das Wort geht auf das althochdeutsche gibāran zurück.

Es gehört zu einer alten Wortfamilie mit der Grundbedeutung „tragen, hervorbringen“.

Verwandt sind u. a.: gebären, Geburt, gebürtig.

Frau Fremd Englisch: to give birth, to bear

Französisch: enfanter Lateinisch: parere

Hinweise zum Wort gebären

Bedeutung: ein Kind zur Welt bringen
Beispielsatz: Die Frau gebar ein gesundes Kind.
Wortinfo: Wortart: Verb

Worttrennung: ge-bä-ren

Aussprache: [ɡəˈbɛːʁən]

Wortformen

Das Verb gebären ist ein starkes Verb.

Gegenwart

(Präsens)

1. Vergangenheit

(Präteritum)

2. Vergangenheit

(Perfekt)

Einzahl

(Singular)

1. Person ich gebäre ich gebar ich habe geboren
2. Person du gebierst du gebarst du hast geboren
3. Person er/sie/es gebiert er/sie/es gebar er/sie/es hat geboren
Mehrzahl

(Plural)

1. Person wir gebären wir gebaren wir haben geboren
2. Person ihr gebärt ihr gebart ihr habt geboren
3. Person sie gebären sie gebaren sie haben geboren



Weiterführende Informationen zum Grundwort gebären
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Info - gebären

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Weiterführende Informationen zum Wort gebären

Entstehung: ahd. gibāran → mhd. gebāren

Grundbedeutung: „tragen, hervorbringen“

→ Spezialisierung: „ein Kind zur Welt bringen“

Wortbildungen: Gebärende, gebären, Gebärfähigkeit
Ableitungen: Geburt, gebürtig, Gebärde (verwandt, aber andere Bedeutungsentwicklung)
Interessantes: Das Verb gebären ist eng verwandt mit gebaren, hat aber eine andere Bedeutungsentwicklung:
gebären → körperlicher Vorgang (Kind zur Welt bringen)
gebaren → Verhalten, Benehmen

Beide Wörter gehen jedoch auf denselben alten Wortstamm zurück.

Unikales Morphem ?

Das Wort gebären enthält kein unikales Morphem.
Pik-Kreis-gruen.jpg Der Wortstamm bär (ahd. bār) bedeutet „tragen, hervorbringen“ und ist auch in anderen Wörtern erhalten (z. B. Geburt).
Die Struktur ist historisch erklärbar.
Pik-Kreis-rot.jpg Für heutige Sprecher ist der Zusammenhang oft nicht mehr transparent, sodass der Wortaufbau nicht mehr erkannt wird.

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Belege/Quellen

https://www.dwds.de/wb/gebären https://de.wiktionary.org/wiki/gebären https://www.woerterbuchnetz.de (Adelung, Grimm) https://www.zdl.org/?q=gebären https://de.wikipedia.org/wiki/Geburt https://www.duden.de/rechtschreibung/gebären

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Gebärde

Wortherkunft

Herr Wort Eine Gebärde ist eine Bewegung des Körpers, besonders der Hände oder des Gesichts, mit der etwas ausgedrückt wird.
Herr Alt Das Wort geht auf das althochdeutsche gibāra zurück, das „Betragen, Verhalten“ bedeutete.

Im Mittelhochdeutschen lautete die Form gebār.

Das Wort gehört zur gleichen Wortfamilie wie gebaren (= sich verhalten).

Frau Fremd Englisch: gesture

Französisch: geste Lateinisch: gestus

Hinweise zum Wort Gebärde

Bedeutung: bewusste oder unbewusste Körperbewegung als Ausdruck von Gefühlen oder Gedanken
Beispielsatz: Mit einer freundlichen Gebärde begrüßte sie die Gäste.
Wortinfo: Wortart: Nomen, Feminin

Worttrennung: Ge-bär-de

Aussprache: [ɡəˈbɛːʁdə]

Wortformen

Singular Plural
1. Fall Nominativ die Gebärde die Gebärden
2. Fall Genitiv der Gebärde der Gebärden
3. Fall Dativ der Gebärde den Gebärden
4. Fall Akkusativ die Gebärde die Gebärden



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Info - Gebärde

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Weiterführende Informationen zum Wort Gebärde

Entstehung: ahd. gibāra → mhd. gebār = Verhalten, Benehmen

→ nhd. Gebärde = sichtbarer Ausdruck des Verhaltens

Wortbildungen: Gebärdensprache, Gebärdenzeichen, Gebärdendolmetscher
Ableitungen: gebaren (sich verhalten), Gebaren
Interessantes: Das Wort Gebärde zeigt eine typische Bedeutungsentwicklung:
Verhalten → sichtbares Verhalten → Körperbewegung

Heute ist das Wort besonders wichtig im Zusammenhang mit der Gebärdensprache, einer eigenständigen Sprache für gehörlose Menschen.

Unikales Morphem ?

Das Wort Gebärde enthält kein unikales Morphem.
Pik-Kreis-gruen.jpg Der Wortstamm bär (ahd. bār) ist bedeutungstragend („tragen, hervorbringen, sich verhalten“) und auch in verwandten Wörtern erhalten.
Die Struktur ist historisch nachvollziehbar.
Pik-Kreis-rot.jpg Für heutige Sprecher ist die ursprüngliche Bedeutung („Verhalten“) jedoch nicht mehr direkt erkennbar.

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Belege/Quellen

https://www.dwds.de/wb/Gebärde https://de.wiktionary.org/wiki/Gebärde https://www.woerterbuchnetz.de (Adelung, Grimm) https://www.zdl.org/?q=Gebärde https://de.wikipedia.org/wiki/Gebärde https://www.duden.de/rechtschreibung/Gebärde

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gebühren

Wortherkunft

Herr Wort Das Verb gebühren wird heute vor allem in der Bedeutung „zustehen“ oder „angemessen sein“ verwendet, meist in gehobener Sprache.
Herr Alt Das Wort geht auf das althochdeutsche gibūrēn zurück.

Dieses bedeutete „sich gehören, zukommen, passend sein“.

Es gehört zur Wortfamilie von gebühren (Substantiv: die Gebühr).

Frau Fremd Englisch: to be due, to befit

Französisch: convenir, être dû

Hinweise zum Wort gebühren

Bedeutung: 1. jemandem zustehen

2. angemessen sein, sich gehören (gehoben)

Beispielsatz: Ihm gebührt großer Dank.

So viel Respekt gebührt dir.

Wortinfo: Wortart: Verb

Worttrennung: ge-büh-ren

Aussprache: [ɡəˈbyːʁən]

Wortformen

Das Verb gebühren wird meist unpersönlich oder nur in bestimmten Formen verwendet.

Gegenwart

(Präsens)

1. Vergangenheit

(Präteritum)

2. Vergangenheit

(Perfekt)

Einzahl

(Singular)

1. Person ich gebühre ich gebührte ich habe gebührt
2. Person du gebührst du gebührtest du hast gebührt
3. Person er/sie/es gebührt er/sie/es gebührte er/sie/es hat gebührt
Mehrzahl

(Plural)

1. Person wir gebühren wir gebührten wir haben gebührt
2. Person ihr gebührt ihr gebührtet ihr habt gebührt
3. Person sie gebühren sie gebührten sie haben gebührt



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Info - gebühren

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Weiterführende Informationen zum Wort gebühren

Entstehung: ahd. gibūrēn → mhd. gebüeren

Grundbedeutung: „passen, zukommen, gehören“

→ nhd. gebühren = „zustehen“

Wortbildungen: Gebühr, gebührend, gebührendermaßen
Ableitungen: Gebühr (Substantiv), gebührend (Adjektiv)
Interessantes: Das Wort gebühren wird heute meist in festen Wendungen verwendet, z. B.:
„Ehre, wem Ehre gebührt“

Die ursprüngliche Bedeutung „passen“ oder „sich gehören“ ist noch erkennbar, aber stilistisch gehoben.

Unikales Morphem ?

Das Wort gebühren enthält kein unikales Morphem.
Pik-Kreis-gruen.jpg Der Wortstamm bühr ist historisch bedeutungstragend („passen, zukommen“) und mit Gebühr verwandt.
Die Struktur ist historisch erklärbar.
Pik-Kreis-rot.jpg Für heutige Sprecher ist der Zusammenhang zwischen gebühren und Gebühr oft nicht mehr unmittelbar erkennbar.

Seitenanfang

Belege/Quellen

https://www.dwds.de/wb/gebühren https://de.wiktionary.org/wiki/gebühren https://www.woerterbuchnetz.de (Adelung, Grimm) https://www.zdl.org/?q=gebühren https://de.wikipedia.org/wiki/Gebühr https://www.duden.de/rechtschreibung/gebühren

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Geburt

Wortherkunft

Herr Wort Das Wort Geburt bezeichnet das Zur-Welt-Kommen eines Menschen oder Tieres sowie den Beginn eines neuen Lebens.
Herr Alt Das Wort geht auf das althochdeutsche giburt zurück, das „Geborenwerden, Abstammung“ bedeutete.

Es gehört zur Wortfamilie von gebären und geht auf eine alte Bedeutung „tragen, hervorbringen“ zurück.

Frau Fremd Englisch: birth

Französisch: naissance Lateinisch: nativitas

Hinweise zum Wort Geburt

Bedeutung: 1. das Zur-Welt-Kommen eines Kindes oder Lebewesens

2. Herkunft, Abstammung (gehoben)

Beispielsatz: Die Geburt des Kindes verlief ohne Komplikationen.

Er ist von adeliger Geburt.

Wortinfo: Wortart: Nomen, Feminin

Worttrennung: Ge-burt

Aussprache: [ɡəˈbʊʁt]

Wortformen

Singular Plural
1. Fall Nominativ die Geburt die Geburten
2. Fall Genitiv der Geburt der Geburten
3. Fall Dativ der Geburt den Geburten
4. Fall Akkusativ die Geburt die Geburten



Weiterführende Informationen zum Grundwort Geburt
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Info - Geburt

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Weiterführende Informationen zum Wort Geburt

Entstehung: ahd. giburt → mhd. geburt

Grundbedeutung: „Geborenwerden, Herkunft“

→ nhd. Geburt = Vorgang des Geborenwerdens

Wortbildungen: Geburtstag, Geburtsort, Geburtsjahr, Geburtsdatum, Geburtsurkunde
Ableitungen: gebären, gebürtig, Gebärende
Interessantes: Das Wort Geburt zeigt eine typische Bedeutungsentwicklung:
hervorbringen → geboren werden → Ursprung

Neben der konkreten Bedeutung wird es auch übertragen verwendet, z. B.:

„die Geburt einer Idee“

Damit kann Geburt auch den Beginn von etwas Neuem bezeichnen.

Unikales Morphem ?

Das Wort Geburt enthält kein unikales Morphem.
Pik-Kreis-gruen.jpg Der Wortstamm burt (ahd. burt) gehört zur Wortfamilie von gebären und bedeutet „hervorbringen, geboren werden“.
Die Wortstruktur ist historisch erklärbar.
Pik-Kreis-rot.jpg Für heutige Sprecher ist der Zusammenhang mit gebären oft nicht mehr unmittelbar erkennbar.

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Belege/Quellen

https://www.dwds.de/wb/Geburt https://de.wiktionary.org/wiki/Geburt https://www.woerterbuchnetz.de (Adelung, Grimm) https://www.zdl.org/?q=Geburt https://de.wikipedia.org/wiki/Geburt https://www.duden.de/rechtschreibung/Geburt

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hell/behelligen

Mein Onkel war zu Besuch. Er hat zu mir gesagt, ich sei ein heller Junge. Ich habe das nicht ganz verstanden. Meint er, weil ich immer so lustig bin? Hell ist doch das Gegenteil von dunkel.
Ulli, Klasse 2, Regensburg
Was hat das Wort behelligen mit dem Adjektiv hell zu tun?
Lehrerin, Klasse 4, Magdeburg
Wir haben im Kunstunterricht über hell und dunkel gesprochen. Was bedeutet hell, welche Farben verbinden wir mit diesem Adjektiv usw. Ein Schüler hat gemeint, dass hell auch stören kann. Fragende Blicke der anderen Kinder. Er hat dann erzählt, dass seine Oma häufig gesagt hat: Junge, du sollst deinen Vater nicht ständig mit deinem Quatsch behelligen. Damit hat sie gemeint, dass ich meinen Papa nicht ständig stören soll. Ich war ziemlich ratlos. Wie kommt das Adjektiv hell in das Verb behelligen?


Wortherkunft

heller Junge

Herr Wort Zunächst bedeutete das Adjektiv hell nur hell tönend. Später wurde es auch in anderen Zusammenhängen benutzt: helle Farben, hell und dunkel.
Heute wird das Adjektiv in verschiedenen Redensarten auch im übertragenen Sinne verwendet: ein helles Köpfchen (= kluge, intelligente Person), das ist der helle Wahnsinn (= Ausdruck der Bewunderung), er hat seine helle Freude an etwas (im Sinne von großer Freude).
Dein Onkel hat gemeint, dass du ein sehr kluger Junge bist. Du bist neugierig und stellst kluge Fragen. Das zeigt: Dein Onkel hat recht.

behelligen

Herr Alt Die beiden Wörter hell und behelligen sind nicht unmittelbar miteinander verwandt. Im Mittelalter hieß das Adjektiv hel. Es meinte zunächst nur helle Töne.

Das Verb behelligen ist erst vor rund fünfhundert Jahren entstanden. Im Mittelalter gab es noch das Verb helligen. Das bedeutete ermüden, jemanden quälen. Dieses Verb gibt es heute nicht mehr. Nur die Ableitung mit der Vorsilbe (Präfix) be- wird heute noch benutzt, allerdings nur noch selten.

Herr Wort Das Verb behelligen bedeutet heute jemanden belästigen.
Deine Oma hat also gemeint, dass du deinen Papa nicht belästigen sollst, weil er gerade arbeitet.

Hinweise zum Wort behelligen

Bedeutung: stören, belästigen
Beispielsatz: Dein Papa muss arbeiten. Du sollst ihn nicht ständig behelligen.
Wortinfo: Wortart: Verb

Worttrennung: be·hel·li·gen

Aussprache: [bəˈhɛlɪɡn̩]

Wortformen

hell

Das Wort hell ist ein Adjektiv. Die Vergleichsformen (Komparativ, Superlativ) werden regelhaft gebildet.
Positiv Komparativ Superlativ
hell heller am hellsten

behelligen

Das Verb behelligen wird in den verschiedenen Zeiten regelhaft gebildet. Die zweite Vergangenheitsform (Perfekt) wird mit dem Hilfsverb haben gebildet.

Gegenwart

(Präsens)

1. Vergangenheit

(Präteritum)

2. Vergangenheit

(Perfekt)

Einzahl

(Singular)

1. Person ich behellige ich behelligte ich habe behelligt
2. Person du behelligst du behelligtest du hast behelligt
3. Person er/sie/es behelligt er/sie/es behelligte er/sie/es hat behelligt
Mehrzahl

(Plural)

1. Person wir behelligen wir behelligten wir haben behelligt
2. Person ihr behelligt ihr behelligtet ihr habt behelligt
3. Person sie behelligen sie behelligten sie haben behelligt

Modellwortschatz

Das Wort hell gehört zum Modellwortschatz.

Du kannst dir auch einige Fremdsprachen anhören.



Weiterführende Informationen zum Grundwort behelligen
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Info - hell/behelligen

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Weiterführende Informationen zum Wort behelligen

Entstehung: behelligen: ie. *(s)kel-, germ. *halla-, ca. 14. Jh. hellegen, helligen = durch Verfolgung ermüden, plagen, quälen; 16. Jh. behelligen = stören, belästigen, lästig fallen

hell: ie. *kel(ə)- = rufen, schreien, lärmen, klingen; ahd. hel = tönend, mhd. hel = tönend, laut, glänzend, licht; zum gleichen Ursprung gehören auch: hallen, einhellig, misshellig

Wortbildungen: Behelligung, unbehellitgt
hell
Ableitungen: -
Interessantes: Das Verb behelligen wird heute meist in der Bedeutung „jemanden stören oder belästigen“ verwendet. Es gehört zur gehobenen oder formellen Sprache und kommt besonders in offiziellen Texten oder in der Schriftsprache vor.

Ursprünglich bedeutete das zugrunde liegende Verb helligen „ermüden, quälen oder bedrängen“. Diese Bedeutung hat sich im Laufe der Zeit zu „stören“ oder „belästigen“ abgeschwächt.

Wörterliste zum Adjektiv hell

Adjektive
Farbadjektive hellen, hell, helle, Helle, [1], hellbeige, hellblau, hellblond, hellbraun, hellfarbig, hellgelb, hellglänzend, hellgrau, hellgrün, helllila, hellrosa, hellrot, hellviolett, hellweiß
so hell wie ... ... die Dämmerung: dämmerhell, ... Glas: glashell, glockenhell, kristallhell, mondhell, neonhell, schneehell, silberhell, sonnenhell, sternenhell, tageshell, wasserhell
sonstige (Erstglied) hellauf, helläugig, helldunkel, hellerleuchtet, hellerlicht, hellhaarig, hellhäutig, hellleuchtend, helllicht, helllodernd, hellstrahlend, hellwach
sonstige (Letztglied) überhell, geisteshell,
Nomen
Erstglied Hellraumprojektor, Hellriegel, Hellung, Hellwerden [https://www.dwds.de/wb/Helldunkelmalerei Helldunkelmalerei,
Letztglied Stimmungsaufheller, Stimmungsaufhellung, Tageshelle, Taghelle
Wortgruppen
hellhörig, Hellhörigkeit,

hellsichtig, Hellsicht, Hellsichtigkeit,  

hellsehen, Hellsehen, Hellseher, Hellseherei, Hellseherin,  hellseherisch,

aufhellen, Aufheller, Aufhellung, aufgehellt,

erhellen, erhellt, Erhellung,

Unikales Morphem ?

Das Morphem hellig kommt in dieser Bedeutung im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und auch in keinen anderen Wortbildungen vor, sondern nur mit der Vorsilbe be-.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem hellig ist in dieser Bedeutung ein unikales Morphem.

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Belege/Quellen

DWDS Wiktionary Wörterbuchnetz (hier vor allem Grimm-Wörterbuch) ZDL Wikipedia Duden-online

Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen



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betütern

Wortherkunft

Herr Alt Das Verb stammt von dem norddeutschen Nomen Tüder ab. Das war ein Seil zum Anbinden eines weidenden Tieres. Mit einem solchen Seil wurden Tiere festgebunden, damit sie sich beim Weiden nicht zu weit entfernen konnte.

Übertragen entwickelte sich daraus die Bedeutung, jemanden besonders eng betreuen oder umsorgen. Diese Betreuung wird von den Betroffenen oft als eng und übertrieben empfunden. Sie fühlen sich dann wie an einer Leine angebunden und können sich nicht frei bewegen.

Hinweise zum Wort betütern

Bedeutung: jemanden besonders oder übertrieben umsorgen
Beispielsatz: Wir lassen uns gern von unserer Mama betütern.
Wortinfo: Wortart: Verb

Worttrennung: be·tü·tern

Aussprache: [bəˈtyːtɐn]

Varianten: Vom norddeutschen Nomen Tüder ist das zugehörige Verb tüdern abgeleitet. Es bedeutet anbinden. In der hochdeutschen Sprache hat sich die Schreibung mit t durchgesetzt. Das Verb tütern ist untergegangen. Erhalten ist nur die Wortbildung mit der Vorsilbe be-. In Bayern sagt man betüdeln, im Rheinland und Westfalen betüddeln.
Wortbildungen: Im Rheinland ist die Schreibung tüddern geläufig. Hier wird dieses Verb auch mit verschiedenen Vorsilben (Präfixen) verwendet:
  • austüddern = Vieh auf die Weide bringen
  • antüddern = Vieh auf der Weide anleinen
  • abtüddern = Vieh von der Weide in den Stall holen
  • vertüddern = Das Seil ist verknotet, verwirrt. Später wurde das Verb auch für Garn, Wolle usw. verwendet.

Hieraus hat sich der Gebrauch in übertragenen Sinn entwickelt.

  • Tüdder/Tüderi/Trüderie = ein großes Durcheinander
  • vertüddern = etwas durcheinander bringen, verwirren
  • tüdderig = Bezeichnung für jemanden, der verwirrt im Kopf ist
  • tüddern = (zu viel) Alkohol trinken (und dann wirr im Kopf sein)

Wortformen

Das Verb betütern wird regelhaft konjugiert. Infinitiv: betütern Partizip II: betütert Hilfsverb: haben

Gegenwart

(Präsens)

1. Vergangenheit

(Präteritum)

2. Vergangenheit

(Perfekt)

Einzahl

(Singular)

1. Person ich betütere ich betüterte ich habe betütert
2. Person du betüterst du betütertest du hast betütert
3. Person er/sie/es betütert er/sie/es betüterte er/sie/es hat betütert
Mehrzahl

(Plural)

1. Person wir betütern wir betüterten wir haben betütert
2. Person ihr betütert ihr betütertet ihr habt betütert
3. Person sie betütern sie betüterten sie haben betütert

Das Verb tütern wird regelhaft konjugiert. Infinitiv: tütern Partizip II: tütert Hilfsverb: haben

Gegenwart

(Präsens)

1. Vergangenheit

(Präteritum)

2. Vergangenheit

(Perfekt)

Einzahl

(Singular)

1. Person ich tüdere ich tüderte ich habe getüdert
2. Person du tüderst du tüdertest du hast getüdert
3. Person er/sie/es tüdert er/sie/es tüderte er/sie/es hat getüdert
Mehrzahl

(Plural)

1. Person wir tüdern wir tüderten wir haben getüdert
2. Person ihr tüdert ihr tüdertet ihr habt getüdert
3. Person sie tüdern sie tüderten sie haben getüdert



Weiterführende Informationen zum Grundwort betütern
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Info - betütern

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Weiterführende Informationen zum Wort betütern

betütern:

Bedeutung: norddeutsch betütern = jemanden übertrieben umsorgen, berlinerisch = sich leicht betrinken

kein Bedeutungs- oder Herkunftszusammenhang zu norddeutsch tütern = tuten, (ebenso antütern/antuten = betrinken)

Entstehung: wahrscheinlich Ableitung zu norddeutsch tüdern; Die Bedeutung von tüdern (Vieh auf der Weide anbinden) wurde im Wort tütern im übertragenen Sinn gebraucht: jemanden durch übertriebenes Umsorgen an sich binden, festhalten.

die alten Wörter Tüter bzw. Verb tütern sind heute in dieser Form und Bedeutung nicht mehr gebräuchlich.

Ableitungen: betütert
Wortbildungen: -

Tüder/tüdern:

Entstehung: norddeutsch Tüder = Strick, Seil zum Anbinden von Tieren; westf., rhein. Tüdder
Ableitungen: sh. Kap. Wörterliste
Wortbildungen: sh. Kap. Wörterliste
Interessantes: Umgangssprachlich wird das Verb auch im Sinne von sich einen Schwips antrinken verwendet. Die Herkunft dieser Bedeutungsübertragung ist unklar.

Wörterlisten zum Grundwort tüder

Zum untergegangenen Verb tüter gibt es heute nur noch die Wortbildung betütern. Das nord- und westdeutsche Nomen Tüder bzw. Tüdder ist demgegenüber bis heute in verschiedenen Dialekten gebräuchlich. Einige wenige Wörter sind auch in der hochdeutschen Umgangssprache im Gebrauch, z. B. tüdelig oder Tüddelkram.

Die folgende Tabelle enthält einige Beispiele für Wortbildungen mit dem dem Nomen Tüder bzw. Tüdder. Hierfür wurden exemplarisch das Niederdeutsche-, Mecklenburgische-, Rheinische--und Westfälische- Wörterbuch. Wörter, die in mehreren Wörterbüchern vorkommen, wurden nur mit der informativsten Quelle verlinkt.

Bedeutungsgruppen der Wortbildungen zum Grundwort tüdern
Gerät zum Anbinden von Tieren auf der Weide: Tüder , Tüderbäker, Tüderbüker, Tüderfessel, Tüderstrampe, Tüderwarwel
Pflock, Pfahl zum Anbinden von Vieh: Tüderpfahl, Tüderpinn, Tüder-stak, Tüderstopp, Tüderpahl, Tüderpal, Tüderpigge, Tüderpin, Tüderspit, Tüderstake
Seil, Kette zum Anbinden von Vieh: Tüderholz, Tüder, Tüder, Tüderholt, Tüderse, Tüdertau, Tüderkette, Tüderkietene
sonstige Bedeutungen: Tüderhammer, Tüderweide, Tüderhamer, Tüderhawern, Tüdertun
Tüder in übertragener Bedeutung (meist im Sinne von Wirrwarr, Durcheinander, unordentlich)
Nomen (meist im Sinne von großem Durcheinander): Tüderi, Tüderßel, Tüder, Tüderie, Tüderig, Tüderkram, Tüderwark;

Tüderbüdel (jmd., der viel verwirrt und sinnlos erzählt), Tüderwand (Lehmfachwerk), Tüderbücks (jmd., der viel verwirrt und sinnlos erzählt),

Verben: tüdern (anbinden), tüderen (verstricken, verwickeln), fertüderen (verwirren, verwickeln), fertüdderd (verwirrt), vertüdern (verwirren, schwerfällig beim Gehen), vertüdern (jdm. beleidigen),
Adjektive: tüderig (1. verworren, unordentlich, 2. in Gedanken verwirrt), tüderig (1. verworren, 2. verwirrt, zerstreut 3. verrückt 4. unordentlich)
Personen: Tüderbuck (Beiname für einen Knecht), Tüderfritz (scherzhafte Bezeichnung für jemanden lügt), Tüderjochen (Schelte für einen schlechten Mäher)
weitere Wortbildungen mit tüdder als Grundwort
Verben: abtüddern, aftüdern, antüdern, antüddern, austüddern, daltüdern, fasttüdern, hentüdern, intüdern, rantüdern, rintüdern, rümtüdern, ruptüdern, tausamentüdern, ümtüdern, uptüdern, utüdern, uttüdern, vertüddern, vörtüdern, vulltüdern
Nomen: Getüder, Hippentüder, Kuhtüdder

Unikales Morphem ?

Das Verb tüdern kommt nur noch als Regiolekt in Norddeutschland, Rheinland, Westfalen und vereinzelt auch im Berliner Raum vor.

Das Verb tütern ist wahrscheinlich eine hochdeutsche Variante zum niederdeutschen Verb tüdern.

Das Verb tütern in der Bedeutung von jmd. umsorgen kann in der hochdeutschen Sprache als ausgestorben bzw. veraltet angesehen werden.

Als Dialektvariante gehört tütern zur Wortfamilie tüdern. Das Morphem tüd bzw. tüt kommt in dieser Bedeutung mit der Verbendung -ern isoliert vor. Das Verb betütern ist demnach eine Wortbildung zu tüdern

Es besteht kein etymologischer oder Bedeutungszusammenhang von Tüder bzw. betütern zum norddeutsch tütern = tuten.

Pik-Kreis-rot.jpg Die Morpheme tüt(ern) und tüd(ern) sind daher keine unikalen Morpheme.

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Belege/Quellen

betütern: DWDS, Wiktionary, ZDL, Duden-online (nicht werbefrei)

tüdern: DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (tüdern: MeckWb, tüddern: RhWb, Tüdder: MeckWb , WestfWb, Tüdder: RhWb), ZDL; Wikipedia, Duden-online (nicht werbefrei), Wissen.de (nicht werbefrei); Ortschaft Tüddern (Kreis Heinsberg, NRW)

Die Belege zu den Wortbildungen sind in der Tabelle direkt verlinkt.


Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen

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