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hell/behelligen

Mein Onkel war zu Besuch. Er hat zu mir gesagt, ich sei ein heller Junge. Ich habe das nicht ganz verstanden. Meint er, weil ich immer so lustig bin? Hell ist doch das Gegenteil von dunkel.
Ulli, Klasse 2, Regensburg
Was hat das Wort behelligen mit dem Adjektiv hell zu tun?
Lehrerin, Klasse 4, Magdeburg
Wir haben im Kunstunterricht über hell und dunkel gesprochen. Was bedeutet hell, welche Farben verbinden wir mit diesem Adjektiv usw. Ein Schüler hat gemeint, dass hell auch stören kann. Fragende Blicke der anderen Kinder. Er hat dann erzählt, dass seine Oma häufig gesagt hat: Junge, du sollst deinen Vater nicht ständig mit deinem Quatsch behelligen. Damit hat sie gemeint, dass ich meinen Papa nicht ständig stören soll. Ich war ziemlich ratlos. Wie kommt das Adjektiv hell in das Verb behelligen?


Wortherkunft

heller Junge

Herr Wort Zunächst bedeutete das Adjektiv hell nur hell tönend. Später wurde es auch in anderen Zusammenhängen benutzt: helle Farben, hell und dunkel.
Heute wird das Adjektiv in verschiedenen Redensarten auch im übertragenen Sinne verwendet: ein helles Köpfchen (= kluge, intelligente Person), das ist der helle Wahnsinn (= Ausdruck der Bewunderung), er hat seine helle Freude an etwas (im Sinne von großer Freude).
Dein Onkel hat gemeint, dass du ein sehr kluger Junge bist. Du bist neugierig und stellst kluge Fragen. Das zeigt: Dein Onkel hat recht.

behelligen

Herr Alt Die beiden Wörter hell und behelligen sind nicht unmittelbar miteinander verwandt. Im Mittelalter hieß das Adjektiv hel. Es meinte zunächst nur helle Töne.

Das Verb behelligen ist erst vor rund fünfhundert Jahren entstanden. Im Mittelalter gab es noch das Verb helligen. Das bedeutete ermüden, jemanden quälen. Dieses Verb gibt es heute nicht mehr. Nur die Ableitung mit der Vorsilbe (Präfix) be- wird heute noch benutzt, allerdings nur noch selten.

Herr Wort Das Verb behelligen bedeutet heute jemanden belästigen.
Deine Oma hat also gemeint, dass du deinen Papa nicht belästigen sollst, weil er gerade arbeitet.

Hinweise zum Wort behelligen

Bedeutung: stören, belästigen
Beispielsatz: Dein Papa muss arbeiten. Du sollst ihn nicht ständig behelligen.
Wortinfo: Wortart: Verb

Worttrennung: be·hel·li·gen

Aussprache: [bəˈhɛlɪɡn̩]

Wortformen

hell

Das Wort hell ist ein Adjektiv. Die Vergleichsformen (Komparativ, Superlativ) werden regelhaft gebildet.
Positiv Komparativ Superlativ
hell heller am hellsten

behelligen

Das Verb behelligen wird in den verschiedenen Zeiten regelhaft gebildet. Die zweite Vergangenheitsform (Perfekt) wird mit dem Hilfsverb haben gebildet.

Gegenwart

(Präsens)

1. Vergangenheit

(Präteritum)

2. Vergangenheit

(Perfekt)

Einzahl

(Singular)

1. Person ich behellige ich behelligte ich habe behelligt
2. Person du behelligst du behelligtest du hast behelligt
3. Person er/sie/es behelligt er/sie/es behelligte er/sie/es hat behelligt
Mehrzahl

(Plural)

1. Person wir behelligen wir behelligten wir haben behelligt
2. Person ihr behelligt ihr behelligtet ihr habt behelligt
3. Person sie behelligen sie behelligten sie haben behelligt

Modellwortschatz

Das Wort hell gehört zum Modellwortschatz.
Du kannst dir auch einige Fremdsprachen anhören.



Weiterführende Informationen zum Grundwort behelligen
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Info - hell/behelligen

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Weiterführende Informationen zum Wort behelligen

Entstehung: behelligen: ie. *(s)kel-, germ. *halla-, ca. 14. Jh. hellegen, helligen = durch Verfolgung ermüden, plagen, quälen; 16. Jh. behelligen = stören, belästigen, lästig fallen

hell: ie. *kel(ə)- = rufen, schreien, lärmen, klingen; ahd. hel = tönend, mhd. hel = tönend, laut, glänzend, licht; zum gleichen Ursprung gehören auch: hallen, einhellig, misshellig

Wortbildungen: Behelligung, unbehellitgt
hell
Ableitungen: -
Interessantes: Das Verb behelligen wird heute meist in der Bedeutung „jemanden stören oder belästigen“ verwendet. Es gehört zur gehobenen oder formellen Sprache und kommt besonders in offiziellen Texten oder in der Schriftsprache vor.

Ursprünglich bedeutete das zugrunde liegende Verb helligen „ermüden, quälen oder bedrängen“. Diese Bedeutung hat sich im Laufe der Zeit zu „stören“ oder „belästigen“ abgeschwächt.

Wörterliste zum Adjektiv hell

Adjektive
Farbadjektive hellen, hell, helle, Helle, [1], hellbeige, hellblau, hellblond, hellbraun, hellfarbig, hellgelb, hellglänzend, hellgrau, hellgrün, helllila, hellrosa, hellrot, hellviolett, hellweiß
so hell wie ... ... die Dämmerung: dämmerhell, ... Glas: glashell, glockenhell, kristallhell, mondhell, neonhell, schneehell, silberhell, sonnenhell, sternenhell, tageshell, wasserhell
sonstige (Erstglied) hellauf, helläugig, helldunkel, hellerleuchtet, hellerlicht, hellhaarig, hellhäutig, hellleuchtend, helllicht, helllodernd, hellstrahlend, hellwach
sonstige (Letztglied) überhell, geisteshell,
Nomen
Erstglied Hellraumprojektor, Hellriegel, Hellung, Hellwerden [https://www.dwds.de/wb/Helldunkelmalerei Helldunkelmalerei,
Letztglied Stimmungsaufheller, Stimmungsaufhellung, Tageshelle, Taghelle
Wortgruppen
hellhörig, Hellhörigkeit,

hellsichtig, Hellsicht, Hellsichtigkeit,  

hellsehen, Hellsehen, Hellseher, Hellseherei, Hellseherin,  hellseherisch,

aufhellen, Aufheller, Aufhellung, aufgehellt,

erhellen, erhellt, Erhellung,

Unikales Morphem ?

Das Morphem hellig kommt in dieser Bedeutung im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und auch in keinen anderen Wortbildungen vor, sondern nur mit der Vorsilbe be-.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem hellig ist in dieser Bedeutung ein unikales Morphem.

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Belege/Quellen

DWDS Wiktionary Wörterbuchnetz (hier vor allem Grimm-Wörterbuch) ZDL Wikipedia Duden-online

Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen



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Hagebutte

Wortherkunft

Herr Alt Der erste Teil des Wortes Hag ist vom mittelhochdeutschen Wort hac abgeleitet. So nannte man früher eine Umzäunung, ein Gehege oder einen mit Gebüsch umzäunten Ort. Zur Einfriedung wurden oft Hagebutten oder Hagedorn verwendet.
Die Herkunft des zweiten Wortteils (butt) ist nicht eindeutig geklärt. Einige Sprachwissenschaftler leiten butte vom mittelhochdeutschen butz = Knoten, Klumpen ab. Andere sehen einen Zusammenhang mit dem niederländischen Wort but = stumpf.
Herr Wort Als Hagebutte bezeichnet man die roten Sammelnussfrüchte verschiedener Rosenarten, besonders der Heckenrose.

Hinweise zum Wort Hagebutte

Bedeutung: Rote Scheinfrucht verschiedener Rosenarten
Beispielsatz: Im Herbst leuchten die roten Hagebutten an den Hecken.
Wortinfo: Wortart: Nomen, feminin

Worttrennung: Ha-ge-but-te

Aussprache: [ˈhaːɡəˌbʊtə]

Wortformen

Singular Plural
1. Fall Nominativ die Hagebutte die Hagebutten
2. Fall Genitiv der Hagebutte der Hagebutten
3. Fall Dativ der Hagebutte den Hagebutten
4. Fall Akkusativ die Hagebutte die Hagebutten



Weiterführende Informationen zum Grundwort Hagebutte
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Info - Hagebutte

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Weiterführende Informationen zum Wort Hagebutte

Entstehung: ahd. haganbutta, mhd. hagenbutz

butte möglicherweise aus dem niederländischen but = stumpf abgeleitet.

Einige Autoren sehen auch einen Zusammenhang mit butz = Klumpen, Knoten, Kerngehäuse.

Der erste Wortteil hag bedeutete ursprünglich: Umzäunung, Hecke, eingehegter Ort.

Von hag sind auch die Wörter Hecke, Hain, Gehege und Hagedorn abgeleitet.

Wortbildungen: Hagebuttenmarmelade, Hagebuttentee, Hagebuttenkern, Hagebuttenstrauch
Ableitungen: Hagedorn, Hecke, Gehege
Interessantes: Die Hagebutte ist botanisch keine echte Beere, sondern eine sogenannte Sammelnussfrucht.

Die Früchte enthalten sehr viel Vitamin C und werden häufig zu Tee oder Marmelade verarbeitet.

Unikales Morphem ?

Das Morphem butt(e) kommt in dieser Bedeutung im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und nur in wenigen anderen Wortbildungen vor.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem butt(e) ist daher ein unikales Morphem.
Das Morphem hag(e) kommt auch isoliert und in anderen Wortbildungen vor.
Pik-Kreis-rot.jpg Das Morphem hag(e) ist daher kein unikales Morphem.

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Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (vor allem Adelung, Goethe, Grimm), BDO, ZDL, Wikipedia, Duden-online

Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen



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Hahn

Warum schreibt wir Henne und nicht *Hänne ? Das Wort ist doch von Hahn abgeleitet
Klasse 4

Diskussion

Graf Ortho Eine spannende Frage: Wer war zuerst da, die Henne oder der Hahn? Vielleicht kann uns Herr Alt weiterhelfen. Er ist schließlich unser Experte für Wortgeschichten.
Herr Alt „Natürlich der Hahn.“, war seine knappe Antwort.
Eine so kurze Antwort von Herrn Alt ist sehr ungewöhnlich. Entweder ist er sich in einem solchen Fall sehr sicher oder aber er hat keine richtige Lust, sich auf eine Diskussion mit seinen Kolleginnen und Kollegen einzulassen.

Nicht ungewöhnlich hingegen ist, dass Frau Kurz sich mit kurzen Antworten von Herrn Alt nicht zufrieden gibt.

Frau Kurz „Solch ein Quatsch!“, entfuhr es Frau Kurz. „Ohne die Henne gäb es kein Ei und ohne Ei keinen Hahn.“
Herr Wort „Aber Frau Kurz! Es geht hier doch um die Geschichte der Wörter und nicht um die Geschichte der Hühner.“, mischte sich Herr Wort ein. „Also Herr Alt: Warum soll das Wort Hahn älter sein als das Wort Henne?“
Herr Alt „Unser gemeines Haushuhn war schon den Germanen bekannt. Der Hahn hieß: *hanōn und die Henne: *han-jō, was soviel wie Weibchen des Hahns bedeutete. Im Mittelalter (also vor rund tausend Jahren) wurde hieraus han und henna. Bereits in dieser Zeit wurde der Vokal [a:] lang [haːn] bzw. kurz [e] [ˈhɛna] gesprochen.“
Frau Kurz „Wissen Sie das genau? Könnte nicht auch *han-jō vor *hanōn da gewesen sein und Männchen der Henne geheißen haben? Wie können Sie da so sicher sein?“, hakte Frau Kurz nach.
Herr Alt „Warum der Hahn bei den Germanen der dominantere Begriff war kann man an der Bedeutung ablesen. Das Wort Hahn = *hanōn kommt in vielen germanischen Sprachen vor (gotisch, altnordisch, altfriesisch = hana). Es bedeutete ursprünglich: der Sänger. Mit seinem morgendlichen ‚Geschrei’ drängte sich der Hahn in den Vordergrund – auch sprachlich. Die Frauen waren eben früher viel stiller. Das hat sich ja leider geändert. …“
Frau Kurz „Herr Aaaaalt!“, unterbrach Frau Kurz mit bösem Blick.
Herr Alt „Ist ja schon gut. Das war ein Scherz! – Bei den Ahnen der Ahnen der Germanen wurden dem Hahn magische Kräfte zugesprochen. Man glaubte nämlich, dass er mit seinem Gesang in der Lage war, den Morgen herbeizurufen – und nicht umgekehrt, wie wir heute glauben. Blieb der Hahnenschrei einmal am Morgen aus, so drohte Unheil. Kein Tag also, an dem man auf die Jagd gehen oder gar Krieg führen sollte. Und wenn der Hahn am Morgen krächzte anstatt zu krähen, dann gab es schlechtes Wetter.

Diese Vorstellung, dass der Hahn das Wetter voraussagen kann, hat sich bis heute gehalten. Auch der Wetterhahn auf den Kirchtürmen hat einen Ursprung in der alten germanischen Mythologie.

Solche magischen Fähigkeiten hatte die Henne natürlich nicht. Sie blieb ja morgens still“, ergänzte Herr Alt mit einem schmunzelnden Seitenblick auf Frau Kurz.

Frau Fremd „Lieber Herr Alt! Ich vermute, dass diese magische Kraft, die den Hähnen zugeschrieben wurde, noch sehr viel älter ist. Wir finden den Hahn als Sänger auch noch in anderen Sprachen (siehe hierzu die Übersetzungen unten).
→ russisch: петух (petuch) = Hahn, пет (pet) = singen-
→ litauisch: gaidýs = Hahn, gáida = Gesang
→ lateinisch: can-ere = singen
... “
Herr Alt „ ... und der weiße Hahn als Symbol für den Lichtgott und der rote Hahn als Symbol für den Feuergott und der schwarze Hahn als Bild des Teufels und ...”
Frau Kurz „Herr Aaaaaalt!” Die Geduld von Frau Kurz war offensichtlich zu Ende. „Die Frage der Kinder war doch: Warum schreiben wir Henne und nicht *Hänne“, versuchte Frau Kurz nun das Gespräch wieder auf den Punkt zu bringen.
Herr Alt „Die Unterscheidung von Hahn und Henne hat sprachlich schon sehr früh bestanden. Dies wurde dann – auch in der Schreibung – immer weiter fortgeführt. Das nennt man Sprachtradition. Die Kennzeichnung des Langvokals mit einem Dehnungs-h ist im übrigen sehr viel später (vermutlich erst im 16. Jahrhundert) entstanden.“
Herr Wort „Nun gut, Herr Alt“, meldete sich jetzt Herr Wort wieder zu Wort. Anders wäre Herr Alt auch nicht zu bremsen gewesen. Er wollte nämlich gerade anfangen auch noch die Sprachgeschichte des Huhns zu erzählen. „Ich muss also meine Regel mit dem Wortstamm ergänzen:“
Die Schreibung des Wortstammes bleibt in Ableitungen erhalten

– falls nicht Sprachtraditionen dem entgegenstehen –

Frau Kurz „Mal ehrlich: Bei wie vielen Wörtern kommt das vor?“ fragte nun Frau Kurz.
Herr Alt „Das weiß ich nicht. Sehr oft jedenfalls nicht.“, meinte Herr Alt.
Frau Kurz „Also dann sollten wir doch für Kinder die kurze Form der Regel lassen.“
Graf Ortho Dieser Einschätzung von Frau Kurz kann ich mich nur anschließen. Wenn wirklich einmal ein Kind Hänne schreibt, dann sollten wir uns über so viel Sprachkompetenz freuen.
Frau Fremd In vielen Ländern wurde das germanische Wort *hanōn übernommen:
Land Sprache
Dänisch hane
Niederländisch haan
Norwegisch hane
Isländisch hani
Schwedisch hane, tupp
In vielen europäischen Sprachen wurde das lateinisch Wort gallus übernommen, so z. B. in Italien (gallo), Portugal (galo), Spanien (gallo). In anderen Ländern entwickelten sich lautmalerische Wörter (aus dem Gegacker des Hahns: coco coco), so z. B. in England, (cock), Finnland (Kukko) und Frankreich (coq).

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Weiterführende Informationen zum Wort Hahn

Modellwortschatz

Das Wort Hahn gehört zum Modellwortschatz.
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Hinweise zum Wort

Bedeutung: Ein Hahn ist das männliche Haushuhn. Das Wort wird aber auch für verschiedene technische Geräte verwendet, aus denen Flüssigkeiten oder Gase herausfließen können.

a) männliches Haushuhn

b) Absperr- oder Auslassvorrichtung für Flüssigkeiten oder Gase

Beispielsatz: Der Hahn krähte schon vor Sonnenaufgang.

Dreh bitte den Wasserhahn zu!

Wortinfo: Wortart: Nomen, maskulin

Worttrennung: Hahn

Aussprache: [haːn]

Wortformen

Das Wort Hahn ist ein männliches Nomen.

Singular Plural
1. Fall Nominativ der Hahn die Hähne
2. Fall Genitiv des Hahnes / Hahns der Hähne
3. Fall Dativ dem Hahn den Hähnen
4. Fall Akkusativ den Hahn die Hähne



zu den Wortgeschichten Henne und Huhn
Weiterführende Informationen zum Grundwort Hahn
Wörter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z



Info - Hahn

zurück zur Wortgeschichte Hahn

Die Wörter Hahn und Henne gehören zu den ältesten Tierbezeichnungen der deutschen Sprache. Beide reichen bis in die germanische Zeit zurück. Den Ursprung vermuten die Sprachwissenschaftler noch viel früher in der indoeuropäischen Sprachfamilie. Auf dieser Seite erfährst du mehr über den Ursprung, die Bedeutung und die Vielfalt der Bedeutungen in den Wortbildungen mit den Nomen Hahn und Hähnchen.


Weiterführende Informationen zum Wort Hahn

Entstehung: ie. *kan- = singen, klingen, tönen
⇒ germ. *hanan- = Hahn, Sänger
⇒ ahd. hano, mhd. hane = Hahn
seit 8. Jh. Bezeichnung für männliches Huhn
seit 15. Jh. Technik: für Absperrvorrichtung (z. B. Gas-, Wasserhahn)
seit 16. Jh. Waffentechnik: für Vorrichtung an Schusswaffen
Bi-W-H Burg Reichenstein - Burgmuseum Konushahn.jpg

Der Hahn wurde wahrscheinlich nach seinem Krähen benannt. Das Wort gehört damit zu den Tiernamen, die auf einen charakteristischen Laut zurückgehen.

Die technische Bedeutung Wasserhahn entstand erst nach dem Mittelalter. Viele Zapfhähne wurden damals mit einer Hahnfigur geschmückt.

Interessantes:
Bi-W-H Paulin Trier, Wetterhahn H1.jpg
In vielen Kulturen gilt der Hahn als Symbol für Wachsamkeit und den Beginn des Tages. Auf Kirchtürmen findet man häufig einen Wetterhahn. Er erinnert zugleich an das Krähen des Hahnes am Beginn des Tages und zeigt zugleich die Windrichtung an.

Die weibliche Form zum Hahn ist die Henne. Beide Wörter bilden ein altes Wortpaar, ähnlich wie Stier und Kuh oder Widder und Schaf.

Wappentiere Der Hahn kommt auch in verschiedenen Wappen vor. Er findet sich in den Wappen von Städten, Firmen, Vereinen, Ländern usw. Häufig symbolisiert er Kampfbereitschaft, Wachsamkeit oder Verteidiger der Familie. Hier einige Orte aus Deutschland, die den Hahn in ihrem Städtewappen führen:
Auch international findes du den Hahn in vielen Städten als Wappentier. Hier einige Beispiele von europäischen Orten:
Wenn dich der Hahn als Wappentier interessiert, dann findest du im Internet auf der Seite wikimedia commons viele hundert weitere Beispiele. Die meisten Hähne kommen in Familienwappen vor, aber auch in Vereinenswappen, Ländern (z. B. Kenia) und selbst in der Olympiamannschaft von Frankreich.

Wortbildungen

Es gibt viele Wortbildungen mit dem Nomen Hahn. In den meisten Wortbildungen steht Hahn als Letztglied. In der folgenden Tabelle wurden die Beispiele der Wortbildungen nach Bedeutungsgruppen sortiert. Die Wörter sind mit dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) verlinkt.

Wortbildungen mit dem Grundwort Hahn
1. Hahn als Tier
Auerhahn, Backhahn, Berghahn, Birkhahn, Brathahn, Bruderhahn, Fasanenhahn, Finkenhahn, Flughahn, Gickelhahn, Gockelhahn, Goldhahn, Hahn, Hahnen, Hahnenküken, Hahnium, Hahnwald, Haselhahn, Haushahn, Hüpfhahn, Junghahn, Kanarienhahn, Kapaun, Kapphahn, Kickelhahn, Knurrhahn, Lichtenhahn, Masthahn, Meerhahn, Pfauenhahn, Pfauhahn, Piephahn, Rehhahn, Seehahn, Straußenhahn, Truthahn, Truthahnschießen, Urhahn, Wildenhahn, Zuchthahn, ...
2. Hahn als Körpermerkmal
Hahnenbalken, Hahnenbrust, Hahnendorn, Hahnenfeder, Hahnenfuß, Hahnenfußgewächs, Hahnenhode, Hahnenhütchen, Hahnenkamm, Hahnenkammrennen, Hahnenklee, Hahnenschwanz, Hahnensporn, Hahnenstimme, Hahnentritt, Hahnentrittmuster, Hahnkeule, ...
3. Hahn als Verhaltenstyp
Hahnenbalz, Hahnenkampf, Hahnenschau, Hahnenwackel, Hahnrei, Kampfhahn, Platzhahn, Spielhahn, Streithahn, Zankhahn, ...
4. Hahn als Zeitanzeiger
Hahnenkräh, Hahnenkraht, Hahnenruf, Hahnenschrei, Hahnenwecker, ...
5. Hahn als Symboltier
Hahn roter Hahn, Tempelhahn, Turmhahn, Wetterhahn, Windhahn, ...
6. Hahn als technische Vorrichtung
Abflusshahn, Ablasshahn, Absperrhahn, Abstellhahn, Ausflusshahn, Auslasshahn, Benzinhahn, Bierhahn, Dreiwegehahn, Einhebelhahn, Einweghahn, Fasshahn, Gashahn, Hahnenwasser, Haupthahn, Kippenhahn, Kraftstoffhahn, Leitungshahn, Mehrwegehahn, Messinghahn, Nickelhahn, Nothahn, Ölhahn, Quetschhahn, Regulierhahn, Schwenkhahn, Sperrhahn, Spundhahn, Streichhahn, Süßhahn, Tautenhahn, Uhrhahn, Vierwegehahn, Warmwasserhahn, Wasserhahn, Zapfhahn, Zweiwegehahn, Zwickelhahn, ...
7. Hahn als Teil von Waffen und Geräten
Abzugshahn, Gewehrhahn, Revolverhahn, Schnapphahn, ...
8. Hahn in übertragenen Bedeutungen
Geldhahn (manchmal auch als Finanzhahn, Kredithahn, Zinshahn bezeichnet), ...

Nicht ganz so oft kommt das Nomen Hähnchen in Wortbildungen vor. Hier dominiert das Wort als Erstglied. In der folgenden Tabelle sind Beispiele für die Wortbildungen in Bedeutungsgruppen aufgelistet. Die Wörter sind mit dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) verlinkt.

Wortbildungen mit dem Grundwort Hähne, Hänchen
1. Hähnchen als Geflügel und Jungtier
Backhähnchen, Brathähnchen, Grillhähnchen, Hähnchen, Masthähnchen, Tiefkühlhähnchen
2. Hähnchen als Nahrungsmittel
Hähnchenbraten, Hähnchenbrühe, Hähnchenbrust, Hähnchenfilet, Hähnchenfleisch, Hähnchenflügel, Hähnchenhack, Hähnchenkeule, Hähnchenschenkel, Hähnchenschnitzel, Hähnchenspieß, Hähnchenteil
3. Hähnchen in Zucht, Haltung und Vermarktung
Hähnchenkrise, Hähnchenmast, Hähnchenmäster, Hähnchenschlachterei, Hähnchenschlachtung
4. „-hähnchen“ als Tiername
Getreidehähnchen, Goldhähnchen, Lilienhähnchen, Spargelhähnchen, ,

Redensarten und Sprichwörter mit „Hahn“

Der Hahn als stolzes und selbstbewusstes Tier

Der Hahn fällt durch seinen roten Kamm, sein buntes Gefieder und sein selbstbewusstes Auftreten auf. Er verteidigt sein Revier und zeigt den Hennen seine Stärke. Deshalb steht der Hahn in vielen Redensarten für Stolz, Selbstbewusstsein und manchmal auch für Überheblichkeit.

  • stolz wie ein Hahn sein
  • sich aufplustern wie ein Hahn
  • wie ein Hahn auf dem Mist auftreten
  • jeder Hahn ist König auf seinem Mist
  • der Hahn denkt, die Sonne gehe seinetwegen auf
  • wie ein Hahn im Korb sein

Bedeutung: Die Redensarten beschreiben Menschen, die selbstbewusst auftreten, sich wichtigmachen oder ihre eigene Bedeutung überschätzen.

Der Hahn als Wächter des Tages

Schon lange bevor es Wecker gab, kündigte der Hahn mit seinem Krähen den neuen Tag an. Deshalb wurde er zum Symbol für den frühen Morgen.

  • mit dem Hahn aufstehen
  • früh wie ein Hahn auf den Beinen sein
  • mit den Hühnern schlafen gehen und mit dem Hahn aufstehen

Bedeutung: Die Redensarten beschreiben Menschen, die früh schlafen gehen oder sehr früh aufstehen.

Der Hahn als Zeichen für Interesse oder Gleichgültigkeit

Der Hahn macht durch sein Krähen auf sich aufmerksam. Wenn aber „kein Hahn danach kräht“, interessiert sich niemand für eine Sache.

  • danach kräht kein Hahn
  • kein Hahn kräht danach
  • da wird kein Hahn nach krähen

Bedeutung: Niemand interessiert sich für etwas oder schenkt ihm Beachtung.

Der Hahn als Symbol für Feuer

Früher bezeichnete man ein Feuer oft als „roten Hahn“. Die Flammen erinnerten an den roten Hahnenkamm.

  • den roten Hahn aufs Dach setzen
  • der rote Hahn kräht auf dem Dach
  • den roten Hahn aufsteigen lassen
  • den roten Hahn reiten lassen

Bedeutung: Die Redensarten beziehen sich auf Feuer, Brände oder Brandstiftung.

Der Hahn in Religion und Bauernregeln

Der Hahn spielt auch in der christlichen Tradition und im Volksglauben eine Rolle.

  • ehe der Hahn kräht
  • der Hahn kräht dreimal
  • wenn der Hahn kräht auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt, wie es ist

Bedeutung: Die Redensarten beziehen sich auf religiöse Erzählungen oder auf Beobachtungen des Wetters.

Zusammenfassung

Die meisten Redensarten mit Hahn beziehen sich auf:

  1. Stolz und Selbstbewusstsein
  2. den Beginn des Tages
  3. Interesse oder Gleichgültigkeit
  4. Feuer und Brände
  5. Religion und Volksglauben

Der Hahn erscheint in der Sprache meist als auffälliges, selbstbewusstes und weithin hörbares Tier.


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Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (hier vor allem Adelung, Grimm-2), ZDL; Wikipedia, Duden-online (nicht werbefrei)

Übersetzungen: Dänisch, Englisch, Französisch, Finnisch, Isländisch, Italienisch, Latein, Niederländisch, Norwegisch, Portugiesisch, Schwedisch, Spanisch



zu den Wortgeschichten Henne und Huhn
zurück zur Wortgeschichte Hahn
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Henne

Eine Henne ist das weibliche Haushuhn. Sie legt Eier und zieht ihre Küken auf.


Wortherkunft

Herr Wort Das Wort Henne bezeichnet das weibliche Haushuhn. In der Umgangssprache wird das Wort manchmal auch für weibliche Tiere anderer Hühnervögel verwendet.
Herr Alt Das Wort Henne gab es schon im Althochdeutschen als henna. Es gehört zu einer alten germanischen Wortfamilie. Die Wörter Hahn und Henne bilden seit vielen Jahrhunderten ein Wortpaar für die männlichen und weiblichen Tiere des Haushuhns.
Frau Fremd In vielen Ländern wurde das germanische Wort *hanōn übernommen:
Land Sprache
Dänisch høne
Englisch hen
Niederländisch hen
Norwegisch høne
Schwedisch höna

Hinweise zum Wort Henne

Bedeutung: Das Wort Henne bezeichnet das weibliche Haushuhn. In der Umgangssprache wird das Wort manchmal auch für weibliche Tiere anderer Hühnervögel verwendet.
Beispielsatz: Die Henne führte ihre Küken über den Bauernhof.
Wortinfo: Wortart: Nomen, feminin

Worttrennung: Hen·ne

Aussprache: [ˈhɛnə]

Wortformen

Das Wort Henne ist ein weibliches Nomen.

Singular Plural
1. Fall Nominativ die Henne die Hennen
2. Fall Genitiv der Henne der Hennen
3. Fall Dativ der Henne den Hennen
4. Fall Akkusativ die Henne die Hennen



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Weiterführende Informationen zum Grundwort Henne
Wörter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z



Info - Henne

zurück zur Wortgeschichte Henne

Die Wörter Henne und Hahn gehören zu den ältesten Tierbezeichnungen der deutschen Sprache. Sie bilden ein altes Wortpaar für die weiblichen und männlichen Tiere des Haushuhns.


Weiterführende Informationen zum Wort Henne

Entstehung: ie. *kan- = singen, tönen, rufen
⇒ germ. *hanjō = Henne
⇒ ahd. henna, mhd. henne = weibliches Haushuhn

Die genaue Herkunft des Wortes ist nicht vollständig geklärt. Wahrscheinlich gehört es zur gleichen alten Wortfamilie wie Hahn.

Wortbildungen: Gluckhenne, Legehenne, Bruthenne, Haushenne, Hennenfeder, Hennenstall
Ableitungen: hennenartig, Hennenhaltung, Hühnerhenne
Interessantes: Die Henne ist eines der wichtigsten Nutztiere des Menschen. Sie liefert Eier und wird seit mehreren tausend Jahren gehalten.

Die Henne legt auch dann Eier, wenn kein Hahn vorhanden ist. Aus diesen Eiern können jedoch keine Küken schlüpfen.

Zusammen mit Hahn bildet Henne ein sogenanntes Movierungspaar, also ein Wortpaar zur Kennzeichnung männlicher und weiblicher Tiere.

Wortbildungen

Es gibt einige wenige Wortbildungen mit dem Nomen Henne. In den Wortbildungen steht Henne (von wenigen Ausnahmen abgesehen) als Letztglied. In der folgenden Tabelle wurden die Beispiele der Wortbildungen nach Bedeutungsgruppen sortiert. Die Wörter sind mit dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) verlinkt.

Wortbildungen mit dem Grundwort Henne
1. Henne als weibliches Tier
Henne, Junghenne
2. Henne als Nutzgeflügel (Zucht, Haltung, Nutzung)
Brathenne, Hennenhaltung, Käfighenne, Legehenne, Legehennenanlage, Legehennenfarm, Legehennenfutter, Legehennenhaltung, Legehennenkäfig, ...
3. Henne als Muttertier (Brüten, Kükenaufzucht)
Bruthenne, Gluckhenne, Hennenküken, ...
4. Henne als besondere oder auffällige Henne
Fettenhenne, Fetthenne, Krampfhenne, Maschennetzhenne, ...
5. Henne als Bezeichnung anderer Tierarten
Auerhenne, Birkhenne, Fasanenhenne, Pfauenhenne, Pfauhenne, Puthenne, Putthenne, Truthenne, ...

Redensarten und Sprichwörter mit „Henne“

Die Henne als Mutter

Hennen beschützen ihre Küken und wärmen sie unter ihren Flügeln. Deshalb stehen sie oft für Fürsorge und manchmal auch für Überfürsorge.

  • wie eine Glucke auf ihre Küken aufpassen
  • eine Glucke sein
  • sich benehmen wie eine Glucke
  • jemanden unter die Flügel nehmen

Bedeutung: Sich besonders fürsorglich um andere kümmern.

Die Henne als Eierlegerin

Hennen legen Eier und sichern damit den Fortbestand ihrer Art. Deshalb entstanden Redensarten über Ursprung, Reichtum und Glück.

  • Was war zuerst da – die Henne oder das Ei?
  • die Henne, die goldene Eier legt
  • man soll die Henne nicht schlachten, die die Eier legt
  • auch die blindeste Henne findet einmal ein Korn

Bedeutung: Fragen nach dem Ursprung, dauerhafter Nutzen oder unerwartetes Glück.

Die Henne als gackerndes Tier

Hennen machen oft lautstark auf sich aufmerksam. Daraus entstanden Redensarten über Unruhe und viel Gerede.

  • gackern wie eine Henne
  • ein Gegacker wie im Hühnerstall
  • herumlaufen wie eine aufgescheuchte Henne

Bedeutung: Lautes Reden, Aufregung oder hektisches Verhalten.

Die Henne als ängstliches Tier

Hennen reagieren schnell auf Gefahren und suchen Schutz.

  • ängstlich wie eine Henne sein
  • sich verkriechen wie eine Henne

Bedeutung: Vorsichtig, schreckhaft oder furchtsam sein.

Zusammenfassung

Die meisten Redensarten mit Henne beziehen sich auf drei Dinge:

  1. das Eierlegen,
  2. das Beschützen der Küken,
  3. das Gackern und aufgeregte Verhalten.

Beim Hahn stehen dagegen meist Stolz, Macht und der morgendliche Hahnenschrei im Mittelpunkt. Henne und Hahn ergänzen sich also auch in den Redensarten: Die Henne steht eher für Fürsorge und Alltag, der Hahn eher für Selbstbewusstsein und Aufmerksamkeit.


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Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (hier vor allem Adelung, BDO, Goethe, Grimm, Krünitz, WWb), ZDL; Wikipedia, Duden-online (nicht werbefrei)


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Huhn

Ein Huhn ist ein Haustier, das Eier legt und vom Menschen seit vielen tausend Jahren gehalten wird.


Wortherkunft

Herr Wort Das Wort Huhn bezeichnet heute meist das Haushuhn. Genau genommen umfasst das Wort sowohl den Hahn als auch die Henne. Oft wird das Wort aber auch speziell für die Henne verwendet.
Herr Alt Das Wort Huhn ist sehr alt. Schon im Althochdeutschen gab es die Form huon. Die Sprachwissenschaftler vermuten, dass das Wort ursprünglich ein junges Tier bezeichnete. Erst später wurde daraus die allgemeine Bezeichnung für das Haushuhn.
Frau Fremd In vielen Ländern wurde das germanische Wort *hanōn übernommen:
Land Sprache
Dänisch høne
Isländisch hæna
Niederländisch hoen
Norwegisch høne
Schwedisch höns

Hinweise zum Wort Huhn

Bedeutung: a) Haushuhn als Tierart

b) Sammelbezeichnung für Hahn und Henne

Beispielsatz: Das Huhn scharrte auf dem Hof nach Körnern.
Wortinfo: Wortart: Nomen, Neutrum

Worttrennung: Huhn

Aussprache: [huːn]

Wortformen

Das Wort Huhn ist ein sächliches Nomen.

Singular Plural
1. Fall Nominativ das Huhn die Hühner
2. Fall Genitiv des Huhnes / Huhns der Hühner
3. Fall Dativ dem Huhn den Hühnern
4. Fall Akkusativ das Huhn die Hühner



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Info - Huhn

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Das Wort Huhn gehört zu den ältesten Tierbezeichnungen der deutschen Sprache. Es bezeichnet die gesamte Tierart, zu der Hahn und Henne gehören.


Weiterführende Informationen zum Wort Huhn

Entstehung: urgerm. *hōna-, *hūna- = Huhn
⇒ ahd. huon = Huhn
⇒ mhd. huon = Huhn
⇒ nhd. Huhn

Die genaue Herkunft des Wortes ist nicht vollständig geklärt. Möglicherweise bezeichnete das Wort ursprünglich ein junges Tier oder Küken.

Das Wort Huhn ist mit niederländisch hoen, englisch hen und schwedisch höna verwandt.

Interessantes: Das Haushuhn gehört zu den ältesten Nutztieren des Menschen. Es stammt vom Bankivahuhn aus Südostasien ab und wird seit mehreren tausend Jahren gezüchtet.

Sprachlich interessant ist die Beziehung zwischen Huhn, Hahn und Henne:

  • Huhn bezeichnet die gesamte Tierart.
  • Hahn bezeichnet das männliche Tier.
  • Henne bezeichnet das weibliche Tier.

Die Redewendung wie die Hühner auf der Stange sitzen beschreibt Menschen, die dicht gedrängt nebeneinandersitzen.


Wortbildungen

Es gibt viele Wortbildungen mit dem Nomen Huhn. In den Wortbildungen steht Huhn als Letztglied. In der folgenden Tabelle wurden die Beispiele der Wortbildungen nach Bedeutungsgruppen sortiert. Die Wörter sind mit dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) verlinkt.

Wortbildungen mit dem Grundwort Huhn
1. Huhn als Tierart (Haus- und Wildhühner)
Bankivahuhn, Bantamhuhn, Brahmahuhn, Haubenhuhn, Haushuhn, Italienerhuhn, Kammhuhn, Kotschinchinahuhn, Lachshuhn, Schopfhuhn, Seidenhuhn, Weißhuhn, Zigeunerhuhn, Zwerghuhn, ...
2. Huhn als Nutzgeflügel (Zucht, Haltung, Landwirtschaft)
Batteriehuhn, Freilandhuhn, Hybridhuhn, Käfighuhn, Kampfhuhn, Landhuhn, Landhuhnrasse, Legehuhn, Masthuhn, Masthuhn, Rassehuhn, Stallhuhn, Zwienutzungshuhn, ...
3. Huhn als Lebensmittel
Backhuhn, Brathuhn, Curryhuhn, Paprikahuhn, Perlhuhnbrust, Suppenhuhn, ...
4. Huhn als Bezeichnung anderer Vogelarten
Auerhuhn, Binsenhuhn, Birkhuhn, Blässhuhn, Blesshuhn, Brahmaputrahuhn, Feldhuhn, Felsenhuhn, Flughuhn, Gabelhuhn, Großfußhuhn, Haselhuhn, Hokkohuhn, Königshuhn, Moorhuhn, Perlhuhn, Präriehuhn, Purpurhuhn, Puthuhn, Rackelhuhn, Raufußhuhn, Rebhuhn, Rothuhn, Satyrhuhn, Schneehuhn, Steinhuhn, Steißhuhn, Steppenhuhn, Sultanshuhn, Sumpfhuhn, Teichhuhn, Truthuhn, Waldhuhn, Wasserhuhn, Wildhuhn, ...
5. Huhn als übertragene oder besondere Benennung
Gummihuhn, Leichenhuhn, Unglückshuhn, ...

Deutlich häufiger kommt die Pluralform mit Umlaut, Hühner, in Wortbildungen vor. In der Wortbildung kommt die Pluralform (von wenigen Ausnahmen abgesehen) nur als Erstglied vor. In der folgenden Tabelle sind Beispiele für die Wortbildungen in Bedeutungsgruppen aufgelistet. Die Wörter sind mit dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) verlinkt.

Wortbildungen mit dem Grundwort Hühner
1. Hühner als Tiere (Körperteile, Krankheiten, Verhalten)
Hühnerbein, Hühnerbiss, hühnerblind, Hühnerblut, Hühnerdarm, Hühnerdreck, Hühnerdung, Hühnerei, hühnereigroß, Hühnereiweiß, Hühnerfeder, Hühnergackern, Hühnergelege, Hühnergrind, Hühnergrippe, Hühnerhaufen, Hühnerkacke, Hühnerkadaver, Hühnerkamm, Hühnerkopf, Hühnerkot, Hühnerkralle, Hühnerküken, Hühnermist, Hühnerpest, Hühnerschar, Hühnerscheiße, Hühnervolk, ...
2. Hühnerhaltung, Zucht und Landwirtschaft
Hühnerbaron, Hühnerbestand, Hühnerdieb, Hühnerfabrik, Hühnerfarm, Hühnerfutter, Hühnerhalter, Hühnerhaltung, Hühnerjagd, Hühnermast, Hühnerproduktion, Hühnerrasse, Hühnerschlachtung, Hühnerzucht, Hühnerzüchter, ...
3. Hühner als Lebensmittel
Hühnerbouillon, Hühnerbraten, Hühnerbrühe, Hühnerbrust, Hühnerfilet, Hühnerfleisch, Hühnerfrikassee, Hühnergericht, Hühnerkeule, Hühnerklein, Hühnerkoch, Hühnerleber, Hühnerpaste, Hühnerragout, Hühnersalat, Hühnerschlegel, Hühnerschnitzel, Hühnerspieß, Hühnersuppe, ...
4. Hühner als Lebensraum und Ausstattung
Hühnergehege, Hühnerhaus, Hühnerhof, Hühnerkäfig, Hühnerlatte, Hühnernest, Hühnerstall, Hühnerstange, Hühnersteige, Hühnertreppe, Hühnerzwinger, ...
5. Hühner als andere Tier- oder Pflanzennamen
Hühnerfloh, Hühnergans, Hühnerhabicht, Hühnerlaus, Hühnervogel, ...
6. Hühner in übertragenen oder bildlichen Benennungen
Hühnerauge, Hühneraugenpflaster, Hühnerbeige, Hühnerbucht, Hühnergott, Hühnerhaut, Hühner-KZ, Hühnerleid, Hühnermädchen, Hühnerposten, ...

Redensarten und Sprichwörter mit „Huhn“

Das Huhn als ängstliches und schreckhaftes Tier

Hühner reagieren schnell auf ungewohnte Geräusche oder Gefahren. Deshalb stehen sie in vielen Redensarten für Unsicherheit, Angst und Orientierungslosigkeit.

  • herumlaufen wie ein aufgescheuchtes Huhn
  • wie ein kopfloses Huhn herumlaufen
  • dastehen wie das Huhn vorm Messer
  • wie ein nasses Huhn aussehen

Bedeutung: Die Redensarten beschreiben Menschen, die hektisch, ratlos, verängstigt oder hilflos wirken.

Das Huhn als Bewohner des Hühnerstalls

In einem Hühnerstall geht es oft laut und lebhaft zu. Viele Hühner laufen durcheinander und machen Geräusche.

  • wie im Hühnerstall
  • ein Hühnerhaufen sein
  • ein Gegacker wie im Hühnerstall

Bedeutung: Die Redensarten beschreiben Unordnung, Lärm und durcheinanderes Verhalten.

Das Huhn als Symbol für geringe Klugheit

Hühner gelten im Volksglauben nicht als besonders kluge Tiere. Deshalb entstanden einige Redensarten über Vergesslichkeit oder mangelndes Nachdenken.

  • ein Hühnerhirn haben
  • ein dummes Huhn sein
  • hirnlos wie ein Huhn

Bedeutung: Die Redensarten beschreiben Menschen, die unüberlegt handeln oder als wenig klug gelten.

Das Huhn als Eierleger

Hühner liefern Eier und waren früher für viele Familien besonders wertvoll. Deshalb entstanden Redensarten über Glück, Gewinn und Vorsicht.

  • auch ein blindes Huhn findet einmal ein Korn
  • das Huhn schlachten, das die goldenen Eier legt
  • man soll die Hühner nicht zählen, bevor sie ausgeschlüpft sind
  • lieber ein Ei heute als ein Huhn morgen

Bedeutung: Die Redensarten handeln von Glück, Nutzen, Geduld und vernünftigem Handeln.

Das Huhn als Symbol für das Unmögliche

Manche Sprichwörter beschreiben etwas, das niemals eintreten wird.

  • wenn die Hühner Zähne hätten

Bedeutung: Etwas ist äußerst unwahrscheinlich oder praktisch unmöglich.

Zusammenfassung

Die meisten Redensarten mit Huhn beziehen sich auf:

  1. Angst und Unsicherheit
  2. Lärm und Unordnung
  3. Dummheit oder Gedankenlosigkeit
  4. Eier, Glück und Nutzen
  5. Unwahrscheinliche Ereignisse

Das Huhn erscheint in der Sprache meist als einfaches Haustier des Alltags. Viele Redensarten spiegeln Beobachtungen wider, die Menschen über Jahrhunderte auf Bauernhöfen gemacht haben.

Gemeinsam betrachtet zeigen die Redensarten ein interessantes Bild:

  • Der Hahn steht für Stolz, Macht und Aufmerksamkeit.
  • Die Henne steht für Fürsorge, Eier und Schutz.
  • Das Huhn steht für Alltag, Angst, Unordnung und Lebenserfahrung.

So ergänzen sich Hahn, Henne und Huhn in der deutschen Sprache zu einem ganzen Netz von Bildern und Vorstellungen.

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Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (hier vor allem Adelung, BDO, Grimm, Goethe, Krünitz), ZDL; Wikipedia, Duden-online (nicht werbefrei)



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Hai

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Warum schreibt man Hai mit ai, obwohl man doch ein ei hört?
Hier kann ein Hinweis gegeben werden, wer die Frage gestellt hat.{{{Feld frei lassen}}}

Diskussion

Herr Wort Es gibt einige Wörter, die wir etwas anders schreiben, als wir es zunächst vermuten. Oft sind es ganz alte Wörter, die ihre Schreibung nie geändert haben, obwohl wir sie heute anders sprechen. Diese Wörter kann uns meist Herr Alt erklären. Daneben gibt es Wörter, die wir aus anderen Sprachen übernommen haben. Hierfür ist Frau Fremd zuständig. Zu diesen Fremdwörtern gehört auch das Wort Hai.
Frau Fremd Die Isländer gaben diesem Fisch seinen Namen. Im Altisländischen hieß hai, hãr = Haken. Der Fisch hat seinen Namen also von der hakenförmigen Schwanzflosse, die beim Schwimmen aus dem Wasser schaut.
Herr Wort Der Hai ist ein Raubfisch. In Wortzusammensetzungen wird das Wort Hai gelegentlich verwendet, wenn jemand abschätzig im Sinne von Räuber (jemanden ausrauben) genannt werden soll:
Pik-Linie.jpg

Weiterführende Informationen

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Das Wort Stichwort gehört zum Modellwortschatz.

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Wortformen

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Singular Plural
1. Fall Nominativ {{{NOM_SG}}} {{{NOM_PL}}}
2. Fall Genitiv {{{GEN_SG}}} {{{GEN_PL}}}
3. Fall Dativ {{{DAT_SG}}} {{{DAT_PL}}}
4. Fall Akkusativ {{{AKK_SG}}} {{{AKK_PL}}}

<<folgende Tabelle nur dann ausfüllen, wenn das Grundwort ein Verb ist.>>

Gegenwart

(Präsens)

1. Vergangenheit

(Präteritum)

2. Vergangenheit

(Perfekt)

Einzahl

(Singular)

1. Person ich ich ich
2. Person du du du
3. Person er/sie/es er/sie/es er/sie/es
Mehrzahl

(Plural)

1. Person wir wir wir
2. Person ihr ihr ihr
3. Person sie sie sie

<<folgende Tabelle nur dann ausfüllen, wenn das Grundwort ein Adjektiv ist.>>

Das Wort {{{WORT}}} ist ein Adjektiv. Die Vergleichsformen (Komparativ, Superlativ) werden regelhaft gebildet.
Positiv Komparativ Superlativ

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Quellen Wörter/Wortanalyse:
Modellwortschatz: Sommer-Stumpenhorst: Modellwortschatz,
Wortschatz: Sommer-Stumpenhorst: Gesamtwortschatz, Gerhard Augst: Wortfamilienwörterbuch, Korpus basierte Wortgrundformenliste DeReWo
Rechtschreibung: Wiktionary, Duden, DWDS, IDS
Etymologie: DWDS, educalingo, Wörterbuchnetz, Wortbedeutung.info, Wikipedia



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Redensarten/Zitate

Text fehlt

Weiterführende Infos

werbefreie Internetseiten für Kinder: Wenn du mehr über Haie erfahren möchtest, dann findest du im Internet viele interessante Seiten. Hier einige werbefreie Internetseiten, die für Kinder verständlich geschrieben sind:
MiniKlexikon leicht verständlich, für Leseanfänger
Klexikon eine gute Zusammenfassung mit allen wichtigen Informationen zum Hai
SWR Kindernetz informative umfangreiche Seite; hier auch Weißer Hai und Bambushai
Vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) gibt es für "Natur Detektive" mehrere Hai-Seiten: Haie, Hammerhai, Katzenhai, Makohaie, Walhaie, Der weiße Hai
Mehrere gut aufbereitete informative Seiten mit vielen Bildern über Haie findest du beim WWF Hai

Filme:

ARD Löwenzahn Haie - Das Rätsel der Flosse
ARD Kika Zu Besuch bei den Haien
ARD Kika weitere Filme über den Hai


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Belege/Quellen

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DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (hier vor allem Adelung, Grimm-2, Goethe), ZDL; Wikipedia, Duden-online (nicht werbefrei)



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