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=Eingeweide=
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== Hinweise zum Wort ''Eingeweide''==
 
{|style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
----
|style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
 
|Die inneren Organe von Menschen oder Tieren werden als ''Eingeweide'' bezeichnet.
<div style="color:red>#REDIRECT [[hell]] - neue Seite für behelligen mit Weiterleitung zu ''hell'' - erledigt
|-style="vertical-align:top;"
{{DISPLAYTITLE:hell}} </div>
 
= hell/behelligen =
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffff00;font-size: 1.2em"
|Mein Onkel war zu Besuch. Er hat zu mir gesagt, ich sei ein ''heller Junge''. Ich habe das nicht ganz verstanden. Meint er, weil ich immer so lustig bin? Hell ist doch das Gegenteil von dunkel.
|}
{| style="width: 100%; text-align: right"
|Ulli, Klasse 2, Regensburg
|-
|}
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffff00;font-size: 1.2em"
| Was hat das Wort ''behelligen'' mit dem Adjektiv ''hell'' zu tun?
|}
{| style="width: 100%; text-align: right"
|Lehrerin, Klasse 4, Magdeburg
|- style="text-align: left"
|Wir haben im Kunstunterricht über ''hell und dunkel'' gesprochen. Was bedeutet ''hell'', welche Farben verbinden wir mit diesem Adjektiv usw. Ein Schüler hat gemeint, dass ''hell'' auch ''stören'' kann. Fragende Blicke der anderen Kinder. Er hat dann erzählt, dass seine Oma häufig gesagt hat: ''Junge, du sollst deinen Vater nicht ständig mit deinem Quatsch behelligen''. Damit hat sie gemeint, dass ich meinen Papa nicht ständig ''stören'' soll. Ich war ziemlich ratlos. Wie kommt das Adjektiv ''hell'' in das Verb ''behelligen''?
|-
|}
 
__TOC__
 
== Wortherkunft ==
 
=== heller Junge ===
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| rowspan="2" style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Zunächst bedeutete das Adjektiv '''''hell''''' nur ''hell tönend''. Später wurde es auch in anderen Zusammenhängen benutzt: ''helle Farben'', ''hell und dunkel''.
|-
||Heute wird das Adjektiv in verschiedenen Redensarten auch im übertragenen Sinne verwendet: ''ein helles Köpfchen'' (= kluge, intelligente Person), ''das ist der helle Wahnsinn'' (= Ausdruck der Bewunderung), ''er hat seine helle Freude an etwas'' (im Sinne von ''großer Freude'').
|-
|
|Dein Onkel hat gemeint, dass du ein ''sehr kluger Junge'' bist. Du bist neugierig und stellst kluge Fragen. Das zeigt: Dein Onkel hat recht.
|-
|}
=== behelligen ===
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Die beiden Wörter ''hell'' und ''behelligen'' sind nicht unmittelbar miteinander verwandt. Im Mittelalter hieß das Adjektiv ''hel''. Es meinte zunächst nur ''helle Töne''. 
 
Das Verb ''behelligen'' ist erst vor rund fünfhundert Jahren entstanden. Im Mittelalter gab es noch das Verb ''helligen''. Das bedeutete ''ermüden, jemanden quälen''. Dieses Verb gibt es heute nicht mehr. Nur die Ableitung mit der Vorsilbe (Präfix) ''be-'' wird heute noch benutzt, allerdings nur noch selten.
|-
| rowspan="2" style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Das '''Verb''' '''''behelligen''''' bedeutet heute ''jemanden belästigen''.
|-
|Deine Oma hat also gemeint, dass du deinen Papa ''nicht belästigen'' sollst, weil er gerade arbeitet.
|-
|}
 
==Hinweise zum Wort ''behelligen''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|stören, belästigen
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|'''Beispielsatz:'''
| ''Beim Schlachten werden die Eingeweide entfernt.''
|''Dein Papa muss arbeiten. Du sollst ihn nicht ständig behelligen.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Verb
 
'''Worttrennung:''' be·hel·li·gen
 
'''Aussprache:''' [bəˈhɛlɪɡn̩]
|-
|}
 
==Wortformen==
===hell===
<div style="font-size: 1.2em>
Das Wort ''hell'' ist ein Adjektiv. Die Vergleichsformen (Komparativ, Superlativ) werden regelhaft gebildet.</div>
{|class="wikitable" style="width: 50%; vertical-align:top;font-size: 1.2em; margin:auto"
|-
!style="width: 30%"|Positiv
!style="width: 30%"|Komparativ
!style="width: 40%"|Superlativ
|-
|-
|style="vertical-align:top;"|'''Wortinfo:'''
|style="width: 26%"|hell
| <u>Wortart:</u> Nomen, das Eingeweide, die Eingeweide - Einzahl (Singular) und Mehrzahl (Plural) sind bei diesem Wort gleich. Da ''das Eingeweide'' meist aus mehreren Teilen besteht, hat sich im Gebrauch des Wortes der Plural durchgesetzt.
|style="width: 37%"|heller
|style="width: 37%"|am hellsten
|-
|}
 
===behelligen===
<div style="font-size:1.2em">
Das Verb ''behelligen'' wird in den verschiedenen Zeiten regelhaft gebildet. Die zweite Vergangenheitsform (Perfekt) wird mit dem Hilfsverb ''haben'' gebildet.
</div>


<u>Worttrennung:</u> Ein-ge-wei-de; <u>Aussprache:</u> [ˈaɪ̯nɡəvaɪ̯də]
{| class="wikitable" style="width: 80%; vertical-align:top; font-size: 1.2em; margin:auto"
| colspan="2" |
!Gegenwart
(Präsens)
!1. Vergangenheit
(Präteritum)
!2. Vergangenheit
(Perfekt)
|-
! rowspan="3" style="width:12%" |Einzahl
(Singular)
! style="width: 13%" |1. Person
| style="width: 25%" |ich behellige
| style="width: 25%" |ich behelligte
| style="width: 25%" |ich habe behelligt
|-
!2. Person
|du behelligst
|du behelligtest
|du hast behelligt
|-
|-
|style="vertical-align:top" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
!3. Person
|Bereits im späten Mittelalter gab es die Wörter ''<abbr>ingeweide</abbr>'' <abbr>und ''geweide.''</abbr> Beide Wörter bezeichnen die Innereien von Menschen und Tieren. Zur Herkunft de Wortes gibt es zwei verschiedene Erklärungen:
|er/sie/es behelligt
|- style="vertical-align:top;"
|er/sie/es behelligte
|
|er/sie/es hat behelligt
| [[file:20260220_Cattle_grazing,_Fillmore_County,_Minnesota.jpg|right|150px]] 1. Das althochdeutsche Wort ''weida'' bedeutete zunächst nur ''Futter''.  
|-
:Später bezeichnete es eine grasbewachsene Fläche. Darauf konnten zum Beispiel Schafe, Rinder und Kühe grasen, also Gras als ''Futter'' nutzen. Das bezeichnete man mit dem Verb ''weiden''. „''Auf der großen Wiese weiten Schafe und Kühe.''“
! rowspan="3" |Mehrzahl
:Die Innereien der Tiere sind die Organe, die das ''geweidete'' z. B. verdauen. Wenn nun bei einer Jagd ein Tier getötet wurde, dann haben die Jägerinnen und Jäger die Innereien der Tiere den Hunden zu fressen gegeben. Daraus hat sich das Wort ''Eingeweide'' entwickelt.
(Plural)
!1. Person
|wir behelligen
|wir behelligten
|wir haben behelligt
|-
!2. Person
|ihr behelligt
|ihr behelligtet
|ihr habt behelligt
|-
|-
|
!3. Person
|[[file:20260220_Salix_babylonica_-_Les_Martels,_Giroussens_Tarn.jpg|right|150px]]2. Das althochdeutsche Wort ''wīda'' ist der Name für eine Gruppe von Bäumen, die Weiden.
|sie behelligen
:Der Ursprung dieses Wortes bedeutete ''drehen, winden, biegen''. Die Zweige der Weiden sind sehr biegsam und werden schon seit über zehntausend Jahren zum Flechten von Körben genutzt. Wenn man sich ein Bild von unserem Darm ansieht, dann schlängelt, dreht und windet sich dieser genauso wie die Zweige einer ''Weide''.
|sie behelligten
:Daher vermuten einige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, dass der Name ''Eingeweide'' vom Namen des Weidenbaumes abgeleitet wurde.
|sie haben behelligt
|-
|-
|}
|}
== Modellwortschatz ==
<div style="font-size:1.2em">
Das Wort '''hell''' gehört zum '''Modellwortschatz'''.</div>
<gallery widths="300px" heights="200px" perrow="2">
File:MWS-469-VS.jpg
File:MWS-469-RS.jpg
</gallery>
<div style="font-size:1.2em">
Du kannst dir auch einige [https://cloude.collishop.de/mws/index.php?n=469 Fremdsprachen] anhören.</div>


</br>
</br>
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{| style="width: 100%; text-align:center;"  
{| style="width: 100%; text-align:center;">
|[[Info - Eingeweide | '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Eingeweide''''']]
|[[Info - behelligen | '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''behelligen''''' ]]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
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=Info - Eingeweide=
= Info - hell/behelligen =
 
{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Eingeweide|'''zurück zur Wortgeschichte ''Eingeweide''''']]
|[[behelligen|'''zurück zur Wortgeschichte ''behelligen''''' ]]
|}
|}
----
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== Weiterführende Informationen ==
==Weiterführende Informationen zum Wort ''behelligen''==
===Eingeweide===
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
{|style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Entstehung:'''
|'''[https://www.dwds.de/wb/behelligen#etymwb-1 behelligen]:''' ie. *(s)kel-, germ. *halla-, ca. 14. Jh. ''hellegen'', ''helligen'' = durch Verfolgung ermüden, plagen, quälen; 16. Jh. ''behelligen'' = stören, belästigen, lästig fallen
|<abbr>'''Eingeweide:''' mhd. ''geweide'', daneben auch schon mhd. frühnhd.</abbr> ''ingeweide.'' Bis heute sind beide Begriffe gebräuchlich. Alllerdings dominiert seit dem 16. Jh. der Begriff ''Eingeweide'' (der auch von Luther ausschließlich benutzt wurde).
'''1. Weide (grasbewachsene Fläche):''' <abbr>ie.</abbr> *u̯ei-, *u̯ei̯ə- = auf etw. losgehen, etw. erstreben, erjagen, <abbr>ahd.</abbr> weida, <abbr>mhd.</abbr> weid(e), <abbr>mnd.</abbr> weide = Futter, Speise, Nahrungserwerb, Weideplatz


'''2. Weide (Baum):''' <abbr>ie.</abbr> *u̯ei-, *u̯eiə- = drehen, biegen, <abbr>germ.</abbr> *wiþ(w)ō), <abbr>ahd.</abbr> wīda, <abbr>mhd.</abbr> <abbr>mnd.</abbr> wīde = Name eines Baumes; <abbr>mnd.</abbr> wede, wide = gedrehter Strick, Strang
'''[https://www.dwds.de/wb/hell#etymwb-1 hell]:''' ie. *kel(ə)- = rufen, schreien, lärmen, klingen; ahd. ''hel'' = tönend, mhd. ''hel'' = tönend, laut, glänzend, licht; zum gleichen Ursprung gehören auch: [https://www.dwds.de/wb/etymwb/Hall hallen], [https://www.dwds.de/wb/einhellig#etymwb-1 einhellig], [https://www.dwds.de/wb/etymwb/mi%C3%9Fhellig misshellig]
 
|- style="vertical-align:top;"
|-style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|'''Wortbildungen:'''
[https://de.wiktionary.org/wiki/Eingeweide Eingeweide]
| [https://www.dwds.de/wb/Behelligung Behelligung], [https://de.wiktionary.org/wiki/unbehelligt unbehellitgt]
| '''Nomen:''' [https://www.dwds.de/wb/Eingeweidebruch Eingeweidebruch], [https://www.dwds.de/wb/Eingeweidenervensystem Eingeweidenervensystem], [https://www.dwds.de/wb/Eingeweideschau Eingeweideschau], [https://www.dwds.de/wb/Eingeweidesenkung Eingeweidesenkung], [https://www.dwds.de/wb/Eingeweidewurm Eingeweidewurm]
|-
'''Adjektiv:''' [https://de.wiktionary.org/wiki/eingeweidelos eingeweidelos],
|[https://de.wiktionary.org/wiki/hell hell]
|-style="vertical-align:top;"
|
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|'''Ableitungen:'''
| -
| -
|-style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|'''Interessantes:'''
| -
|Das Verb ''behelligen'' wird heute meist in der Bedeutung „jemanden stören oder belästigen“ verwendet. Es gehört zur gehobenen oder formellen Sprache und kommt besonders in offiziellen Texten oder in der Schriftsprache vor.
 
Ursprünglich bedeutete das zugrunde liegende Verb ''helligen'' „ermüden, quälen oder bedrängen“. Diese Bedeutung hat sich im Laufe der Zeit zu „stören“ oder „belästigen“ abgeschwächt.
|}
|}
===Weide===
== Wörterliste zum Adjektiv ''hell''==
Die folgende Tabelle enthält einige Beispielwörter zu den verschiedenen Bedeutungen des Wortes ''Weide'':
{| class="wikitable" style="width: 100%; vertical-align:top;"
 
! colspan="2" |Adjektive
{| class="wikitable mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 100%; margin:auto"
|+Gruppierung der Wortbildungen zum Grundwort ''Weide'' nach Bedeutungen
|-
|-
! style="width: 15%; text-align:left;vertical-align:top" |[https://www.dwds.de/wb/Weide#2 Weide] (1)
! style="width: 15%; vertical-align:top;text-align:left" |Farbadjektive
! style="width: 85%" |Als Weide wird eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Weide_(Tierhaltung) grünbewachsene Fläche] bezeichnet, auf der Tiere grasen.
|[https://www.dwds.de/wb/hellen hellen], [https://www.dwds.de/wb/hell hell], [https://www.dwds.de/wb/helle helle], [https://www.dwds.de/wb/Helle Helle], [https://www.dwds.de/wb/], [https://www.dwds.de/wb/hellbeige hellbeige], [https://www.dwds.de/wb/hellblau hellblau], [https://www.dwds.de/wb/hellblond hellblond], [https://www.dwds.de/wb/hellbraun hellbraun], [https://www.dwds.de/wb/hellfarbig hellfarbig], [https://www.dwds.de/wb/hellgelb hellgelb], [https://www.dwds.de/wb/hellglänzend hellglänzend], [https://www.dwds.de/wb/hellgrau hellgrau], [https://www.dwds.de/wb/hellgrün hellgrün], [https://www.dwds.de/wb/helllila helllila], [https://www.dwds.de/wb/hellrosa hellrosa], [https://www.dwds.de/wb/hellrot hellrot], [https://www.dwds.de/wb/hellviolett hellviolett], [https://www.dwds.de/wb/hellweiß hellweiß]
|-
|-
!style="text-align:right;vertical-align:top"|Erstglied:
! style="vertical-align:top;text-align:left" |so hell wie ...
|[https://www.dwds.de/wb/Weidefläche Weidefläche], [https://www.dwds.de/wb/Weidegang Weidegang], [https://www.dwds.de/wb/Weidegrund Weidegrund], [https://www.dwds.de/wb/Weidehaltung Weidehaltung], [https://www.dwds.de/wb/Weideland Weideland], [https://www.dwds.de/wb/Weidelandschaft Weidelandschaft], [https://www.dwds.de/wb/Weidelgras Weidelgras], [https://www.dwds.de/wb/Weidenutzung Weidenutzung], [https://www.dwds.de/wb/Weideplatz Weideplatz], [https://www.dwds.de/wb/Weiderecht Weiderecht], [https://www.dwds.de/wb/Weiderich Weiderich], [https://www.dwds.de/wb/Weidevieh Weidevieh], [https://www.dwds.de/wb/Weidewirtschaft Weidewirtschaft], [https://www.dwds.de/wb/Weidezaun Weidezaun], [https://www.dwds.de/wb/Winterweide Winterweide], ...
|... die Dämmerung: [https://www.dwds.de/wb/dämmerhell dämmerhell], ... Glas: [https://www.dwds.de/wb/glashell glashell], [https://www.dwds.de/wb/glockenhell glockenhell], [https://www.dwds.de/wb/kristallhell kristallhell], [https://www.dwds.de/wb/mondhell mondhell], [https://www.dwds.de/wb/neonhell neonhell], [https://www.dwds.de/wb/schneehell schneehell], [https://www.dwds.de/wb/silberhell silberhell], [https://www.dwds.de/wb/sonnenhell sonnenhell], [https://www.dwds.de/wb/sternenhell sternenhell], [https://www.dwds.de/wb/tageshell tageshell], [https://www.dwds.de/wb/wasserhell wasserhell]
|-
|-
!style="text-align:right;vertical-align:top"|Letztglied:
! style="vertical-align:top;text-align:left" |sonstige (Erstglied)
|[https://www.dwds.de/wb/Alpweide Alpweide], [https://www.dwds.de/wb/Ausweidung Ausweidung], [https://www.dwds.de/wb/Bergweide Bergweide], [https://www.dwds.de/wb/Bienenweide Bienenweide], [https://www.dwds.de/wb/Hochweide Hochweide], [https://www.dwds.de/wb/Kuhweide Kuhweide], [https://www.dwds.de/wb/Pferdeweide Pferdeweide], [https://www.dwds.de/wb/Schafweide Schafweide], [https://www.dwds.de/wb/Viehweide Viehweide], [https://www.dwds.de/wb/Waldweide Waldweide], ...
|[https://www.dwds.de/wb/hellauf hellauf], [https://www.dwds.de/wb/helläugig helläugig], [https://www.dwds.de/wb/helldunkel helldunkel], [https://www.dwds.de/wb/hellerleuchtet hellerleuchtet], [https://www.dwds.de/wb/hellerlicht hellerlicht], [https://www.dwds.de/wb/hellhaarig hellhaarig], [https://www.dwds.de/wb/hellhäutig hellhäutig], [https://www.dwds.de/wb/hellleuchtend hellleuchtend], [https://www.dwds.de/wb/helllicht helllicht], [https://www.dwds.de/wb/helllodernd helllodernd], [https://www.dwds.de/wb/hellstrahlend hellstrahlend], [https://www.dwds.de/wb/hellwach hellwach]
|-
|-
!style="text-align:right;vertical-align:top"|Verben:
! style="vertical-align:top;text-align:left" |sonstige (Letztglied)
|[https://www.dwds.de/wb/abweiden abweiden], [https://www.dwds.de/wb/ausweiden ausweiden], [https://www.dwds.de/wb/beweiden beweiden], [https://www.dwds.de/wb/überweiden überweiden], [https://www.dwds.de/wb/weiden weiden], ...
|[https://www.dwds.de/wb/überhell überhell], [https://www.dwds.de/wb/geisteshell geisteshell],  
|-
|-
!style="text-align:right;vertical-align:top"|Adjektive
! colspan="2" |Nomen
|[https://www.dwds.de/wb/weidlich weidlich],
|-
|-
!style="text-align:left;vertical-align:top"|[https://www.dwds.de/wb/Weide#1 Weide] (2)
! style="vertical-align:top;text-align:left" |Erstglied
!Als Weide wird eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Weiden_(Gattung)# Pflanzengattung] (Bäumen, Sträucher) bezeichnet.
|[https://www.dwds.de/wb/Hellraumprojektor Hellraumprojektor], [https://www.dwds.de/wb/Hellriegel Hellriegel], [https://www.dwds.de/wb/Hellung Hellung], [https://www.dwds.de/wb/Hellwerden Hellwerden [https://www.dwds.de/wb/Helldunkelmalerei Helldunkelmalerei],
|-
|-
!style="text-align:right;vertical-align:top"|Erstglied:
! style="vertical-align:top;text-align:left" |Letztglied
|[https://www.dwds.de/wb/Weidenbaum Weidenbaum], [https://www.dwds.de/wb/Weidenbohrer Weidenbohrer], [https://www.dwds.de/wb/Weidenbusch Weidenbusch], [https://www.dwds.de/wb/Weidengebüsch Weidengebüsch], [https://www.dwds.de/wb/Weidengeflecht Weidengeflecht], [https://www.dwds.de/wb/Weidengerte Weidengerte], [https://www.dwds.de/wb/Weidenkätzchen Weidenkätzchen], [https://www.dwds.de/wb/Weidenkorb Weidenkorb], [https://www.dwds.de/wb/Weidenmeise Weidenmeise], [https://www.dwds.de/wb/Weidenröschen Weidenröschen], [https://www.dwds.de/wb/Weidenrute Weidenrute], [https://www.dwds.de/wb/Weidenstumpf Weidenstumpf], [https://www.dwds.de/wb/Weidenzweig Weidenzweig], ...
|[https://www.dwds.de/wb/Stimmungsaufheller Stimmungsaufheller], [https://www.dwds.de/wb/Stimmungsaufhellung Stimmungsaufhellung], [https://www.dwds.de/wb/Tageshelle Tageshelle], [https://www.dwds.de/wb/Taghelle Taghelle]
|-
|-
!style="text-align:right;vertical-align:top"|Letztglied:
! colspan="2" |Wortgruppen
|[https://www.dwds.de/wb/Kopfweide Kopfweide], [https://www.dwds.de/wb/Korbweide Korbweide], [https://www.dwds.de/wb/Salweide Salweide], [https://www.dwds.de/wb/Silberweide Silberweide], [https://www.dwds.de/wb/Sommerweide Sommerweide], [https://www.dwds.de/wb/Trauerweide Trauerweide], ...
|-
|-
!style="text-align:left;vertical-align:top"|Weide (3)
!
!Das Wort Weide wird auch in der [https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gersprache#W Jägersprache] verwendet.
|[https://www.dwds.de/wb/hellhörig hellhörig], [https://www.dwds.de/wb/Hellhörigkeit Hellhörigkeit],
|-
[https://www.dwds.de/wb/hellsichtig hellsichtig], [https://www.dwds.de/wb/Hellsicht Hellsicht], [https://www.dwds.de/wb/Hellsichtigkeit Hellsichtigkeit],  
!style="text-align:right;vertical-align:top"|Erstglied:
 
|[https://www.dwds.de/wb/Weidgenosse Weidgenosse], [https://www.dwds.de/wb/Weidloch Weidloch], [https://www.dwds.de/wb/Weidmann Weidmann], [https://www.dwds.de/wb/Weidmannsdank Weidmannsdank], [https://www.dwds.de/wb/Weidmannsheil Weidmannsheil], [https://www.dwds.de/wb/Weidmannssprache Weidmannssprache], [https://www.dwds.de/wb/Weidsack Weidsack], [https://www.dwds.de/wb/Weidwerk Weidwerk], ...
[https://www.dwds.de/wb/hellsehen hellsehen], [https://www.dwds.de/wb/Hellsehen Hellsehen], [https://www.dwds.de/wb/Hellseher Hellseher], [https://www.dwds.de/wb/Hellseherei Hellseherei], [https://www.dwds.de/wb/Hellseherin Hellseherin],  [https://www.dwds.de/wb/hellseherisch hellseherisch],
|-
 
!style="text-align:right;vertical-align:top"|Adjektive:
[https://www.dwds.de/wb/aufhellen aufhellen], [https://www.dwds.de/wb/Aufheller Aufheller], [https://www.dwds.de/wb/Aufhellung Aufhellung], [https://www.dwds.de/wb/aufgehellt aufgehellt],
|[https://www.dwds.de/wb/ausgeweidet ausgeweidet], [https://www.dwds.de/wb/weidgerecht weidgerecht], [https://www.dwds.de/wb/weidmännisch weidmännisch], [https://www.dwds.de/wb/weidwund weidwund], ...
 
|-
[https://www.dwds.de/wb/erhellen erhellen], [https://www.dwds.de/wb/erhellt erhellt], [https://www.dwds.de/wb/Erhellung Erhellung],
!style="text-align:left;vertical-align:top"|Weide (3)
!Das Wort ''Weide'' wird auch im übertragenen Sinn verwendet.
|-
!style="text-align:right;vertical-align:top"|
|[https://www.dwds.de/wb/Augenweide Augenweide], [https://www.dwds.de/wb/Ohrenweide Ohrenweide], [https://www.dwds.de/wb/weidlich weidlich], [https://www.dwds.de/wb/weidwund weidwund], ...
|-
|-
|}
|}
Wenn du wissen möchtest, was ein Wort bedeutet, dann klicke auf das Wort. Du gelangst dann zum [https://www.dwds.de/wb/ Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache] (DWDS). Dort findest du Informationen zum Wort, zur Wortart, Bedeutung, Herkunft und Beispielsätze. Zu Wörtern die im Stammverzeichnis dieses Wörterbuches nicht eingetragen sind findest du im DWDS Beispielsätze und Informationen zur Häufigkeit dieses Wortes in verschiedenen Textkorpora. Die Überschriften in der zweiten Spalte sind mit Einträgen in der Enzyklopädie Wikipedia verlinkt.


== Unikales Morphem ? ==
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" | Das Morphem ''weid(e)'' kommt auch isoliert und in anderen Wortbildungen vor.  
| colspan="2" |Das Morphem ''hellig'' kommt in dieser Bedeutung im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und auch in keinen anderen Wortbildungen vor, sondern nur mit der Vorsilbe ''be-''.
|-
|-
|style="width: 3%;text-align:left;"|[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem ''weid(e)'' ist daher<span style="color:red"> '''kein unikales Morphem'''</span>.
|Das Morphem ''hellig'' ist in dieser Bedeutung <span style="color:green">'''ein unikales Morphem'''</span>.
|-
|-
|}
|}


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[[#top | Seitenanfang]]<br>
== Belege/Quellen ==
<u>Eingeweide:</u> [https://www.dwds.de/wb/Eingeweide DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Eingeweide Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de/#0 Wörterbuchnetz] (versch. Wörterbücher, vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=E00513 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=E00733 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=E01744 Grimm]), [https://www.owid.de/suche/wort?wort=Eingeweide OWID], [https://www.zdl.org/?q=Eingeweide ZDL] sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: [https://www.duden.de/rechtschreibung/Eingeweide Duden Online-Wörterbuch], [https://www.wortbedeutung.info/Eingeweide Wortbedeutung.info], [https://de.wikipedia.org/wiki/Eingeweide Wikipedia]


<u>Weide (flache Grünfläche):</u> DWDS, [https://de.wiktionary.org/wiki/Weide#Substantiv,_f,_Weide Wiktionary], [https://de.wikipedia.org/wiki/Weide_(Tierhaltung) Wikipedia]
==Belege/Quellen==


<u>Weide (Baum):</u> [https://www.dwds.de/wb/Weide#etymwb-1 DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Weide#Substantiv,_f,_Baum Wiktionary], [https://de.wikipedia.org/wiki/Weiden_(Gattung)# Wikipedia]
[https://www.dwds.de/wb/behelligen DWDS]
[https://de.wiktionary.org/wiki/behelligen Wiktionary]
[https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier vor allem 
[https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=B06223 Grimm-Wörterbuch]) 
[https://www.zdl.org/?q=behelligen ZDL] 
[https://de.wikipedia.org/wiki/behelligen Wikipedia
[https://www.duden.de/rechtschreibung/behelligen Duden-online]


[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]


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{| style="width: 100%; text-align:center;"
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Eingeweide|'''zurück zur Wortgeschichte ''Eingeweide''''']]
|[[behelligen|'''zurück zur Wortgeschichte ''behelligen''''' ]]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
__INDEX__
----
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=Hagebutte=
=Ebenholz=
__TOC__
__TOC__
== Hinweise zum Wort ''Ebenholz'' ==
{|style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| ''Ebenholz'' ist ein sehr hartes Holz.
|-style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
| ''Die geschnitzten Figuren aus Ebenholz sind sehr wertvoll.''
|-style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
| Wortart: Nomen, das Ebenholz, die Ebenhölzer; Worttrennung: Eben-holz, Eben-höl-zer; Aussprache: [ˈeːbn̩ˌhɔlt͡s]
|-style="vertical-align:top;"
|'''Herkunft:'''
| Der erste Wortteil ist schon sehr alt. Die alten Ägypter nannten ein besonders hartes schwarzes Holz ''hbnj''. Wie genau sie dieses Wort ausgesprochen haben wissen wir heute nicht mehr. Die Ägypter haben früher nur die Konsonantenbuchstaben aufgeschrieben. Die Vokale wurden beim Sprechen ergänzt. Die Römer nannten das harte Holz des Ebenholzbaums ''hebenus''. Schau dir einmal das Wort genau an. Findest du die Konsonantenbuchstaben der Ägypter wieder? Ganz genau! nur der letzte Buchstabe fehlt und wurde bei den Römern durch die Endung -''us'' ersetzt.
Die Germanen haben das Wort von den Römern übernommen. Im Mittelalter hieß es bei uns ''ebenus''. Jetzt sind noch zwei alte Ägyptische Buchstaben zu finden. Und diese beiden Buchstaben sind auch in unserem ''Ebenholz'' enthalten.


Die Engländern nennen es ''ebony''. Auch hier sind zwei Buchstaben aus dem Wort der Ägypter, so wie bei uns. Allerdings sprechen es die Engländer etwas anders als bei uns: [ɛb.ən.i]. Vielleicht haben die Ägypter vor über fünf tausend Jahren das Wort ganz genauso gesprochen. Wir wissen es nicht.
==Wortherkunft==
|- style="vertical-align:top; text-align:center;"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| colspan="2" | [[File:Pik-Linie.jpg]]
|-
|-
|}
| rowspan="2" style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
== Weiterführende Informationen ==
|Der erste Teil des Wortes ''Hag'' ist vom mittelhochdeutschen Wort ''hac'' abgeleitet. So nannte man früher eine Umzäunung, ein Gehege oder einen mit Gebüsch umzäunten Ort. Zur Einfriedung wurden oft ''Hagebutten'' oder ''Hagedorn'' verwendet.
{|style="width: 100%; vertical-align:top;"
|style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Entstehung:'''
| <abbr>ägypt.</abbr> ''hbnj'' (= hartes schwarze Holz) > hebräisch  > ''håvnîm'' (הָבְנִים'') >'' <abbr>griech.</abbr> ''ébenos'' (ἔβενος) > <abbr>lat.</abbr> ''ebenus'' > <abbr>ahd.</abbr> ''ebena'' > <abbr>mhd.</abbr> ''(h)ebēnus'' > hd. ab 16. Jh. ''ebenholz''
|-style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
| -
|-style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
| -
 
|-style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
| In der Märchensammlung der Brüder Grimm findet sich das bekannte Märchen Schneewittchen. Hier der Anfang:
|-
|-
|
|Die Herkunft des zweiten Wortteils (''butt'') ist nicht eindeutig geklärt. Einige Sprachwissenschaftler leiten ''butte'' vom mittelhochdeutschen ''butz'' = Knoten, Klumpen ab. Andere sehen einen Zusammenhang mit dem niederländischen Wort ''but'' = stumpf.
|''Es war einmal mitten im Winter, und die Schneeflocken fielen wie Federn vom Himmel herab. Da saß eine Königin an einem Fenster, das einen Rahmen von <u>schwarzem Ebenholz</u> hatte, und nähte. Und wie sie so nähte und nach dem Schnee aufblickte, stach sie sich mit der Nadel in den Finger, und es fielen drei Tropfen Blut in den Schnee. Und weil das Rote im weißen Schnee so schön aussah, dachte sie bei sich: Hätt' ich ein Kind, so weiß wie Schnee, so rot wie Blut und so schwarz wie das Holz an dem Rahmen! Bald darauf bekam sie ein Töchterlein, das war s<u>o weiß wie Schnee, so rot wie Blut und so schwarzhaarig wie Ebenholz</u> und ward darum Schneewittchen (Schneeweißchen) genannt.'' ...
|}
 
== Unikales Morphem ? ==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" | Das Morphem ''eben'' in der Wortbildung ''Ebenholz'' kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert und nur in der einzigen Wortbildung ''Ebenholz'' vor. Ein etymologischer Zusammenhang zum Morphem ''eben'' (Adjektiv ''eben'', Nomen ''Ebene'') gibt es nicht.
|-
|-
|style="width: 3%;text-align:left;"|[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Das Morphem ''eben'' ist daher<span style="color:green"> '''ein unikales Morphem'''</span>.
|Als ''Hagebutte'' bezeichnet man die roten Sammelnussfrüchte verschiedener Rosenarten, besonders der Heckenrose.
|-
|-
|}
|}


[[#top | Seitenanfang]]</br>
==Hinweise zum Wort ''Hagebutte''==
== Belege/Quellen ==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
'''Wortschatz:''' Sommer-Stumpenhorst: Gesamtwortschatz, [https://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Augst Gerhard Augst:] Wortfamilienwörterbuch, [https://www.ids-mannheim.de/digspra/kl/projekte/methoden-neu/derewo/ Korpus basierte Wortgrundformenliste DeReWo], [https://www.dwds.de/wb/Ebenholz DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Ebenholz Wiktionary]
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
 
|Rote Scheinfrucht verschiedener Rosenarten
'''Wortherkunft:''' [https://www.dwds.de/wb/Ebenholz DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Ebenholz Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de/#0 Wörterbuchnetz] (versch. Wörterbücher, vor allem [https://awb.saw-leipzig.de/?sigle=AWB&lemid=E00155 AWb], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=BMZ&lemid=E00025 BMZ], [https://fwb-online.de/lemma/hebenholz.s.2n FWb], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=MNWB&lemid=E00014 MNWB],  [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=E00012 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=E00038 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=E00045 Grimm-1]), [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=E00119 Grimm-2]),  [https://www.owid.de/suche/wort?wort=Ebenholz OWID], [https://www.zdl.org/?q=Ebenholz ZDL] sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: [https://www.duden.de/rechtschreibung/Ebenholz_Holz Duden Online-Wörterbuch], [https://www.wissen.de/search/all?keyword=Ebenholz wissen.de], [https://www.wortbedeutung.info/Ebenholz Wortbedeutung.info].
|- style="vertical-align:top;"
 
Zitat '''Schneewittchen''': [https://www.grimmstories.com/de/grimm_maerchen/schneewittchen Grimms Märchen] (nicht werbefrei)
 
(Alle Belege/Quellen im Februar 2026 abgerufen.)
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
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{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
----
 
=Eberesche=
__TOC__
 
== Hinweise zum Wort ''Eberesche'' ==
{|style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| Laubbaum mit rötlich braunen Früchten
|-style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|'''Beispielsatz:'''
| ''Die Eberesche ist ein anderer Name für die Vogelbeere.''
|''Im Herbst leuchten die roten Hagebutten an den Hecken.''
|-style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortinfo:'''
| '''Wortart:''' Nomen
|'''Wortart:''' Nomen, feminin
'''Wortformen:''' In allen vier Fällen ist die Form gleich:


# Fall (Nominativ): die Eberesche (Einzahl, Singular), die Ebereschen (Mehrzahl, Plural)
'''Worttrennung:''' Ha-ge-but-te


'''Worttrennung:''' Eber-esche
'''Aussprache:''' [ˈhaːɡəˌbʊtə]
 
'''Aussprache:''' [ˈeːbɐˌʔɛʃə]
|-
|-
|}
|}
==Wortformen==
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em"> In allen vier Fällen ist die Form gleich:</div>
<div style="font-size:1.2em">
{|class="wikitable" style="width: 80%; vertical-align:top;margin:auto; font-size: 1.2em"
</div>
!style="width: 9%"|
 
!style="width: 15%"|
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
!style="width: 37%"|Singular
!style="width: 14%"|
!style="width: 37%"|Plural
!style="width: 20%"|
!style="width: 33%"|Singular
!style="width: 33%"|Plural
|-
|-
!style="text-align:left"|1. Fall
!style="text-align:left"|1. Fall
!Nominativ
!Nominativ
|das
|die Hagebutte
|die
|die Hagebutten
|-
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
!style="text-align:left"|2. Fall
!Genitiv
!Genitiv
|des
|der Hagebutte
|der
|der Hagebutten
|-
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
!style="text-align:left"|3. Fall
!Dativ
!Dativ
|dem
|der Hagebutte
|den
|den Hagebutten
|-
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
!style="text-align:left"|4. Fall
!Akkusativ
!Akkusativ
|das
|die Hagebutte
|die
|die Hagebutten
|-
|}
 
== Wortherkunft ==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
| Der erste Teil des Wortes (''eber'') hat seinen Namen von der Farbe der Blätter und Früchte. Das alte (gallische) Wort ''eburo'' bedeutete ''rötlich braun''.
Die Blätter der ''Eberesche'' ähneln den Blättern einer ''Esche.'' Daher stammt der zweite Teil des Wortes. Beide Bäume haben außer dem Namen sonst keine Gemeinsamkeiten.
|-
|
|Die rohen Beeren der ''Eberesche'' sind für Menschen zwar nicht giftig, können aber durch ihren bitteren Geschmack Bauchschmerzen verursachen. Wenn sie aber gekocht werden, dann verlieren sie ihre Bitterkeit.
Die Beeren der Eberesche werden von vielen Vogelarten als Nahrung geschätzt. Daher wird dieser Baum auch ''Vogelbeere'' genannt.
|-
|
|Die folgenden Bilder zeigen links eine Allee mit Ebereschen.  Hier kannst du schön die rötlich braune Farbe der Blätter erkennen. Danach ist der Baum im ersten Wortteil benannt: eber = rötlich braun. Daneben siehst du die Blätter und Früchte der  Eberesche. Im Vergleich siehst du auf dem Bild daneben die Blätter einer Esche. Die Blätter der beiden Bäume sind sehr ähnlich. Daran kannst du erkennen, warum die Leute früher den zweiten Teil des Namens nach der Esche genannt haben.
|-
|
|
<gallery mode="nolines" perrow="4" widths="200px">
file:20260212_Vogelbeere_allee.jpg|Eberesche Baum-Allee
file:20260212_Werne-12-07-08_126a.jpg|Eberesche Blatt, Früchte
file:20260212_Fraxinus-excelsior-male-leaves.jpg|Esche Blatt
file:20260212_20121021Esche_Hockenheim.jpg|Esche im Herbst
</gallery>
|-
|
|Wenn du mehr über die Eberesche wissen möchtest, dann findest du auf der [[Info - Eberesche| Infoseite]] weitere Hinweise.
|-
|-
|}
|}
Zeile 291: Zeile 322:
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{| style="width: 100%; text-align:center;"  
{| style="width: 100%; text-align:center;"  
|[[Info - Eberesche| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Eberesche''''']]
|[[Info - Hagebutte| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Hagebutte''''']]
|}
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
__INDEX__


=Info - Eberesche=
----
 
=Info - Hagebutte=
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Hagebutte|'''zurück zur Wortgeschichte ''Hagebutte''''']]
|}
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__TOC__
 
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Hagebutte''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|ahd. ''haganbutta'', mhd. ''hagenbutz''
 
''butte'' möglicherweise aus dem niederländischen ''but'' = stumpf abgeleitet.
 
Einige Autoren sehen auch einen Zusammenhang mit ''butz'' = Klumpen, Knoten, Kerngehäuse.


== Weiterführende Informationen ==
Der erste Wortteil ''hag'' bedeutete ursprünglich: Umzäunung, Hecke, eingehegter Ort.
{|style="width: 100%; vertical-align:top;"
 
|style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Entstehung:'''
Von ''hag'' sind auch die Wörter ''Hecke'', ''Hain'', ''Gehege'' und ''Hagedorn'' abgeleitet.
| ie. *erb(h)-, *reb(h)- = dunkelrötlich, bräunlich; air. ibar = Eibe; <abbr>ahd.</abbr> asc, <abbr>mhd.</abbr> asch = Esche
|- style="vertical-align:top;"
|-style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|'''Wortbildungen:'''
| -
|Hagebuttenmarmelade, Hagebuttentee, Hagebuttenkern, Hagebuttenstrauch
|-style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|'''Ableitungen:'''
| -
|Hagedorn, Hecke, Gehege
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|Die Hagebutte ist botanisch keine echte Beere, sondern eine sogenannte Sammelnussfrucht.


|-style="vertical-align:top;"
Die Früchte enthalten sehr viel Vitamin C und werden häufig zu Tee oder Marmelade verarbeitet.
|'''Interessantes:'''
| Wenn du mehr über die Eberesche erfahren möchtest, so findest du leicht verständliche Beschreibung auf folgenden Internetseiten:[https://botanikus.de/informatives/giftpflanzen/alle-giftpflanzen/eberesche Botanikus], [https://www.oekolandbau.de/umwelt-und-gesellschaft/biodiversitaet/vielfalt-der-wildtiere-und-pflanzen/wir-stellen-vor-die-wildpflanze-des-monats/pflanze-des-monats-januar-2022-eberesche/ Ökolandbau], [https://nabu-leverkusen.de/natur-in-leverkusen/pflanzen/baeume/eberesche/ NABU]
|-
|
|Die Schutzgemeinschaft deutscher Wald (SDW) benennt jedes Jahr einen Baum zum ''Baum des Jahres''. Viele Bilder und eine umfangreiche Beschreibung findest du auf der Internetseite der Schutzgemeinschaft deutscher Wald: [https://www.sdw.de/fileadmin/Bundesverband/01_Dateien/Baum_des_Jahres/1997_Baum_des_Jahres_Eberesche.pdf Baum des Jahres 1997: die Eberesche].
|}
|}


== Unikales Morphem ? ==
==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" | Das Morphem ''eber'' kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert sondern nur in Verbindung mit ''Esche'' vor. Ein etymologischer Zusammenhang zum gleichlautenden Morphem ''Eber'' (= männliches Schwein, ahd. ebur, <abbr>mhd.</abbr> eber) besteht nicht.
| colspan="2" |Das Morphem ''butt(e)'' kommt in dieser Bedeutung im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und nur in wenigen anderen Wortbildungen vor.
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Das Morphem ''butt(e)'' ist daher <span style="color:green">'''ein unikales Morphem'''</span>.
|-
| colspan="2" |Das Morphem ''hag(e)'' kommt auch isoliert und in anderen Wortbildungen vor.
|-
|-
|style="width: 3%;text-align:left;"|[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|Das Morphem ''eber'' ist in dieser Bedeutung <span style="color:green">'''ein unikales Morphem'''</span>.
|Das Morphem ''hag(e)'' ist daher <span style="color:red">'''kein unikales Morphem'''</span>.
|-
|-
|}
|}


[[#top | Seitenanfang]]</br>
[[#top | Seitenanfang]]<br>
== Belege/Quellen ==
 
==Belege/Quellen==


[https://www.dwds.de/wb/Eberesche DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Eberesche Wiktionary], [https://www.owid.de/suche/wort?wort=Eberesche OWID], [https://www.zdl.org/?q=Eberesche ZDL] sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: [https://www.duden.de/rechtschreibung/Eberesche Duden Online-Wörterbuch], [https://www.wissen.de/search/all?keyword=Eberesche wissen.de], [https://www.wortbedeutung.info/Eberesche Wortbedeutung.info]
[https://www.dwds.de/wb/Hagebutte DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Hagebutte Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=H00231 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=H00102 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=H00688 Grimm]), [https://bdo.badw.de/suche?lemma=Hagebutte&stichwort BDO], [https://www.zdl.org/?q=Hagebutte ZDL],  [https://de.wikipedia.org/wiki/Hagebutte Wikipedia], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Hagebutte Duden-online]


'''Abbildungen:''' Wikipedia: [https://de.wikipedia.org/wiki/Vogelbeere Eberesche]: 1 a) [https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4407020 Von Mbdortmund - Eigenes Werk, GFDL 1.2], 1 b) [https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=28748507 Von Straktur - Eigenes Werk, CC BY 3.0], Wikipedia: [https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeine_Esche Esche]: 2 a) [https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=22300978 Von AnRo0002 - Eigenes Werk, CC0],  2 b) [https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=232790 CC BY-SA 3.0]
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme | Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]


[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Hagebutte|'''zurück zur Wortgeschichte ''Hagebutte''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
__INDEX__
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----


=Eidechse=
----
=Hahn=
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffff00;font-size: 1.2em"
|Warum schreibt wir ''Henne'' und nicht *''Hänne'' ? Das Wort ist doch von ''Hahn'' abgeleitet
|}
{| style="width: 100%; text-align: right"
|Klasse 4
|-
|}
__TOC__
__TOC__
== Hinweise zum Wort ''Eidechse'' ==
==Diskussion==
{|style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:center; font-size: 1.2em"
|style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|-
| Echse mit langem, leicht abbrechendem Schwanz.
|style="width:12%;vertical-align:top"|[[file:Bi-GO-Ortho.jpg | 120px | link=Graf Ortho|Graf Ortho]]
|-style="vertical-align:top;"
|Eine spannende Frage: Wer war zuerst da, die ''Henne'' oder der ''Hahn''? Vielleicht kann uns Herr Alt weiterhelfen. Er ist schließlich unser Experte für Wortgeschichten.
|'''Beispielsatz:'''
|-
| ''Eidechsen sind zierlich und flink. Eidechsen liegen gern in der Sonne.''
|style="vertical-align:top"|[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|-style="vertical-align:top;"
|„Natürlich der ''Hahn''.“, war seine knappe Antwort.
|'''Wortinfo:'''
|-
| Wortart: Nomen, die Eidechse, die Eidechsen, Worttrennung: Ei-dech-se, Aussprache: [ˈaɪ̯dɛksə]
| colspan="2" | Eine so kurze Antwort von Herrn Alt ist sehr ungewöhnlich. Entweder ist er sich in einem solchen Fall sehr sicher oder aber er hat keine richtige Lust, sich auf eine Diskussion mit seinen Kolleginnen und Kollegen einzulassen.
|-style="vertical-align:top;"
Nicht ungewöhnlich hingegen ist, dass Frau Kurz sich mit kurzen Antworten von Herrn Alt nicht zufrieden gibt.
|'''Herkunft:'''
|-
| In dem ersten Teil des Wortes steckt das alte griechische Wort für ''Schlange'' = échis. Die ''Eidechse'' ist demnach eine schlangenförmige ''Echse''.
|style="vertical-align:top"|[[file:Bi-GO-Kurz.jpg | 120px | link=Frau Kurz|Frau Kurz]]
|- style="vertical-align:top; text-align:center;"
|„Solch ein Quatsch!“, entfuhr es Frau Kurz. „Ohne die ''Henne'' gäb es kein Ei und ohne Ei keinen ''Hahn''.“
| colspan="2" | [[File:Pik-Linie.jpg]]
|-
|style="vertical-align:top"|[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|„Aber Frau Kurz! Es geht hier doch um die Geschichte der Wörter und nicht um die Geschichte der Hühner.“, mischte sich Herr Wort ein. „Also Herr Alt: Warum soll das Wort ''Hahn'' älter sein als das Wort ''Henne''?“
|-
|style="vertical-align:top"|[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|„Unser gemeines Haushuhn war schon den Germanen bekannt. Der ''Hahn'' hieß: *hanōn und die ''Henne'': *han-jō, was soviel wie ''Weibchen des Hahns'' bedeutete. Im Mittelalter (also vor rund tausend Jahren) wurde hieraus ''han'' und ''henna''. Bereits in dieser Zeit wurde der Vokal [a:] lang [haːn] bzw. kurz [e] [ˈhɛna] gesprochen.“
|-
|style="vertical-align:top"|[[file:Bi-GO-Kurz.jpg | 120px | link=Frau Kurz|Frau Kurz]]
|„Wissen Sie das genau? Könnte nicht auch *han-jō vor *hanōn da gewesen sein und Männchen der ''Henne'' geheißen haben? Wie können Sie da so sicher sein?“, hakte Frau Kurz nach.
|-
|style="vertical-align:top"|[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|„Warum der ''Hahn'' bei den Germanen der dominantere Begriff war kann man an der Bedeutung ablesen. Das Wort ''Hahn'' = *hanōn kommt in vielen germanischen Sprachen vor (gotisch, altnordisch, altfriesisch = hana). Es bedeutete ursprünglich: der Sänger. Mit seinem morgendlichen ‚Geschrei’ drängte sich der ''Hahn'' in den Vordergrund – auch sprachlich. Die Frauen waren eben früher viel stiller. Das hat sich ja leider geändert. …“
|-
|style="vertical-align:top"|[[file:Bi-GO-Kurz.jpg | 120px | link=Frau Kurz|Frau Kurz]]
|„Herr Aaaaalt!“, unterbrach Frau Kurz mit bösem Blick.
|-
|style="vertical-align:top"|[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|„Ist ja schon gut. Das war ein Scherz! – Bei den Ahnen der Ahnen der Germanen wurden dem ''Hahn'' magische Kräfte zugesprochen. Man glaubte nämlich, dass er mit seinem Gesang in der Lage war, den Morgen herbeizurufen – und nicht umgekehrt, wie wir heute glauben. Blieb der Hahnenschrei einmal am Morgen aus, so drohte Unheil. Kein Tag also, an dem man auf die Jagd gehen oder gar Krieg führen sollte. Und wenn der ''Hahn'' am Morgen krächzte anstatt zu krähen, dann gab es schlechtes Wetter.
Diese Vorstellung, dass der ''Hahn'' das Wetter voraussagen kann, hat sich bis heute gehalten. Auch der ''Wetterhahn'' auf den Kirchtürmen hat einen Ursprung in der alten germanischen Mythologie.
 
Solche magischen Fähigkeiten hatte die ''Henne'' natürlich nicht. Sie blieb ja morgens still“, ergänzte Herr Alt mit einem schmunzelnden Seitenblick auf Frau Kurz.
|-
|style="vertical-align:top"|[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|„Lieber Herr Alt! Ich vermute, dass diese magische Kraft, die den ''Hähnen'' zugeschrieben wurde, noch sehr viel älter ist. Wir finden den ''Hahn'' als Sänger auch noch in anderen Sprachen (siehe hierzu die Übersetzungen unten).
: → russisch: петух (petuch) = Hahn, пет (pet) = singen-
: → litauisch: gaidýs = Hahn, gáida = Gesang
: → lateinisch: can-ere = singen
: ... “
|-
|style="vertical-align:top"|[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|„ ... und der ''weiße'' ''Hahn'' als Symbol für den Lichtgott und der ''rote'' ''Hahn'' als Symbol für den Feuergott und der ''schwarze'' ''Hahn'' als Bild des Teufels und ...”
|-
|style="vertical-align:top"|[[file:Bi-GO-Kurz.jpg | 120px | link=Frau Kurz|Frau Kurz]]
|„Herr Aaaaaalt!” Die Geduld von Frau Kurz war offensichtlich zu Ende. „Die Frage der Kinder war doch: Warum schreiben wir ''Henne'' und nicht *''Hänne''“, versuchte Frau Kurz nun das Gespräch wieder auf den Punkt zu bringen.
|-
| style="vertical-align:top" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|„Die Unterscheidung von ''Hahn'' und ''Henne'' hat sprachlich schon sehr früh bestanden. Dies wurde dann – auch in der Schreibung – immer weiter fortgeführt. Das nennt man ''Sprachtradition''. Die Kennzeichnung des Langvokals mit einem Dehnungs-h ist im übrigen sehr viel später (vermutlich erst im 16. Jahrhundert) entstanden.“
|-
|style="vertical-align:top"|[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|„Nun gut, Herr Alt“, meldete sich jetzt Herr Wort wieder zu Wort. Anders wäre Herr Alt auch nicht zu bremsen gewesen. Er wollte nämlich gerade anfangen auch noch die Sprachgeschichte des Huhns zu erzählen. „Ich muss also meine Regel mit dem Wortstamm ergänzen:“
|-
|
|style="text-align:center"|'''Die Schreibung des Wortstammes bleibt in Ableitungen erhalten'''
 
– falls nicht Sprachtraditionen dem entgegenstehen –
|-
|style="vertical-align:top"|[[file:Bi-GO-Kurz.jpg | 120px | link=Frau Kurz|Frau Kurz]]
|„Mal ehrlich: Bei wie vielen Wörtern kommt das vor?“ fragte nun Frau Kurz.
|-
|style="vertical-align:top"|[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|„Das weiß ich nicht. Sehr oft jedenfalls nicht.“, meinte Herr Alt.
|-
|style="vertical-align:top"|[[file:Bi-GO-Kurz.jpg | 120px | link=Frau Kurz|Frau Kurz]]
|„Also dann sollten wir doch für Kinder die kurze Form der Regel lassen.“
|-
|style="vertical-align:top"|[[file:Bi-GO-Ortho.jpg | 120px | link=Graf Ortho|Graf Ortho]]
|Dieser Einschätzung von Frau Kurz kann ich mich nur anschließen. Wenn wirklich einmal ein Kind ''Hänne'' schreibt, dann sollten wir uns über so viel Sprachkompetenz freuen.
|-
|-
|}
|}
== Weiterführende Informationen ==
{|style="width: 100%; vertical-align:top;"
|style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Entstehung:'''
| Die Herkunft des Begriffes ''Eidechse'' ist noch nicht vollständig geklärt. Am wahrscheinlichsten ist folgendes:
<abbr>Der Begriff geht zurück auf: ie.</abbr> *''egu̯hi''-, *''eg̑hi''- ⇒ <abbr>griech.</abbr> ''échis'' (ἔχις) = Schlange ⇒ <abbr>germ.</abbr> *''agi''-, *''awi''- = schlangenartig, Deser germanische Begriff für Schlange wurde ergänzt um ein zweites germanisches Wort, *''þahsjō(n)'' = spindelförmig. Beim Übergang zum althochdeutschen wurde aus  <abbr>germ.</abbr> *''agi''- ⇒ ahd. ''egi'' und aus germ, *''þahsjō(n)'' ⇒ ''dehsa'' also <abbr>ahd.</abbr> ''egidehsa''. Darauf folgte mhd. ''egedehse, eidehse'' und schließlich hochdeutsch unsere heutige ''Eidechse''. 


Anfang des 19. Jh. versuchten verschiedene Wissenschaftler die Vielzahl der Tiere in Gruppen zu ordnen. Der deutsche Biologe, Mediziner und Naturphilosoph Lorenz Oken schlug als eine Untergruppe der Schuppenkriechtiere den Begriff der ''Echsen'' vor. Dabei interpretierte er den Namen ''Eidechse'' als Wortbildung aus ''eid'' und ''echse''. An dieser Gruppen-Definition orientierten sich viele Wissenschaftler im 19. und 20. Jh. Nach der heutigen Systematik der Einordnung der Tiere gilt die Gruppe der ''Echsen'' als veraltet. Dennoch haben sich im deutschsprachigen Raum viele Tiernamen mit der Bezeichnung ''Echse'' (und nicht ''Dechse'', was etymologisch korrekter wäre) erhalten, z. B. 
{| style="width: 100%; vertical-align:center; font-size:1.2em"
 
|-
[https://www.dwds.de/wb/Brückenechse Brückenechse], [https://www.dwds.de/wb/Fischechse Fischechse], [https://www.dwds.de/wb/Flatterechse Flatterechse], [https://www.dwds.de/wb/Flugechse Flugechse], [https://de.wikipedia.org/wiki/Gürtelechse Gürtelechse], [https://www.dwds.de/wb/Krustenechse Krustenechse], [https://de.wikipedia.org/wiki/Meerechse Meerechse], [https://de.wikipedia.org/wiki/Panzerechse Panzerechse], [https://www.dwds.de/wb/Riesenechse Riesenechse], [https://www.dwds.de/wb/Schönechse Schönechse], [https://www.dwds.de/wb/Schuppenechse Schuppenechse], [https://www.dwds.de/wb/Urechse Urechse], [https://www.dwds.de/wb/Urzeitechse Urzeitechse]
| rowspan="3" style="width:12%;vertical-align:top" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|-style="vertical-align:top;"
|In vielen Ländern wurde das germanische Wort *''hanōn'' übernommen:
|'''Wortbildungen:'''
[https://www.dwds.de/wb/Eidechse Eidechse]
|'''Erstglied''' (Bestimmungswort): [https://www.dwds.de/wb/Eidechsenart Eidechsenart], [https://www.dwds.de/wb/Eidechsenhaut Eidechsenhaut], [https://de.wiktionary.org/wiki/Eidechsenleder Eidechsenleder], [https://www.dwds.de/wb/Eidechsenmännchen Eidechsenmännchen], [https://de.wiktionary.org/wiki/Eidechsennatter Eidechsennatter], [https://www.dwds.de/wb/Eidechsenschuh Eidechsenschuh], [https://www.dwds.de/wb/Eidechsenschwanz Eidechsenschwanz], [https://www.dwds.de/wb/Eidechsentasche Eidechsentasche], [https://www.dwds.de/wb/Eidechsenweibchen Eidechsenweibchen], [https://www.dwds.de/wb/Eidechsschuh Eidechsschuh],  …
|-
|-
|
|
|'''Letztglied''' (Grundwort): [https://www.dwds.de/wb/Dorneidechse Dorneidechse], [https://www.dwds.de/wb/Mauereidechse Mauereidechse], [https://www.dwds.de/wb/Perleidechse Perleidechse], [https://www.dwds.de/wb/Rieseneidechse Rieseneidechse], [https://www.dwds.de/wb/Smaragdeidechse Smaragdeidechse], [https://www.dwds.de/wb/Waldeidechse Waldeidechse], [https://www.dwds.de/wb/Zauneidechse Zauneidechse], [https://www.dwds.de/wb/Zauneidechse Zauneidechse] , …
{| class="wikitable" style="width: 30%; vertical-align:center;margin:auto;"
! style="width:60%" |Land
! style="width:40%" |Sprache
|-
|Dänisch
|hane
|-
|Niederländisch
|haan
|-
|Norwegisch
|hane
|-
|Isländisch
|hani
|-
|Schwedisch
|hane, tupp
|}
|-
|-
|
|In vielen europäischen Sprachen wurde das lateinisch Wort ''gallus'' übernommen, so z. B. in Italien (''gallo''), Portugal (''galo''), Spanien (''gallo''). In anderen Ländern entwickelten sich lautmalerische Wörter (aus dem Gegacker des Hahns: ''coco coco''), so z. B. in England, (''cock''), Finnland (''Kukko'') und Frankreich (''coq'').
|'''Adjektive:''' [https://www.dwds.de/wb/eidechsenähnlich eidechsenähnlich], [https://www.dwds.de/wb/eidechsenartig eidechsenartig]
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
| [https://www.dwds.de/wb/Eidechschen Eidechschen]
 
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
| Interessante Kinderseiten zum Stichwort: [https://kiwithek.wien/index.php/Eidechse KiwiThek] (übersichtlich geordnete Seite), [https://miniklexikon.zum.de/wiki/Eidechsen mini-KLexikon], [https://klexikon.zum.de/wiki/Eidechsen KLexikon], [https://grundschulwiki.zum.de/wiki/Eidechse Grundschulwiki],
|}
|}


== Unikales Morphem ? ==
[[#top |Seitenanfang]]
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
{|style="width: 100%"
| colspan="2" | Das Wort ''Eidechse'' muss nach aktuellem Forschungsstand in die Morpheme ''ei'' und ''dechse'' zerlegt werden. Sowohl das Morphem ''ei'' als auch ''dechse'' kommen in dieser Bedeutung nur in dieser einen Wortverbindung ''Eidechse'' und nicht isoliert vor. Alle Wortbildungen mit diesen Morphemen kommen nur in der Zusammensetzung ''Eidechse'' vor.
|- style="vertical-align:top; text-align:center;"
|-
| [[File:Pik-Linie.jpg]]
|style="width: 3%;text-align:left;"|[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|Die Morpheme ei und ''dechse'' sind daher<span style="color:green"> '''unikale Morpheme'''</span>.
|-
|-
|}
|}


[[#top | Seitenanfang]]</br>
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Hahn''==
== Belege/Quellen ==
===Modellwortschatz===
<div style="font-size:1.2em">
Das Wort '''Hahn''' gehört zum '''Modellwortschatz'''.</div>
<gallery widths="300px" heights="200px" perrow="2">
File:MWS-734-VS.jpg
File:MWS-734-RS.jpg
</gallery>
<div style="font-size:1.2em">
Du kannst dir auch einige [https://cloude.collishop.de/mws/index.php?n=734 Fremdsprachen] anhören.</div>


'''Eidechse:''' [https://www.dwds.de/wb/Eidechse DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Eidechse Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de/#0 Wörterbuchnetz], [https://www.owid.de/suche/wort?wort=Eidechse OWID], [https://www.zdl.org/?q=Eidechse ZDL] sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: [https://www.duden.de/rechtschreibung/Eidechse Duden Online-Wörterbuch], [https://www.wissen.de/search/all?keyword=Eidechse wissen.de], [https://www.wortbedeutung.info/Eidechse Wortbedeutung.info]
=== Hinweise zum Wort ===
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|Ein Hahn ist das männliche Haushuhn. Das Wort wird aber auch für verschiedene technische Geräte verwendet, aus denen Flüssigkeiten oder Gase herausfließen können.
a) männliches Haushuhn


'''Entstehung:''' [https://www.dwds.de/wb/Eidechse#etymwb-1 DWDS], '''Wikipedia:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Echsen#cite_note-DWDS_Echse-2 Echsen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Echte_Eidechsen Eidechsen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Schuppenkriechtiere Schuppenkriechtiere], [https://de.wikipedia.org/wiki/Lorenz_Oken Lorenz Oken], '''Wörterbuchnetz:''' [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=E01001 DWB -1 (Grimm)], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=E03046 DWB-2 (Grimm)], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=E00443 GWb (Goethe)], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=E00301 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Lexer&lemid=D00187 Lexer] (dëhse), [https://awb.saw-leipzig.de/?sigle=AWB&lemid=E00334 AGd] (egidehsa) [https://woerterbuchnetz.de/?sigle=BMZ&lemid=D00268 BMZ] (dëhse), [https://woerterbuchnetz.de/?sigle=BMZ&lemid=E00065 BMZ] (egidëhse)
b) Absperr- oder Auslassvorrichtung für Flüssigkeiten oder Gase
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Der Hahn krähte schon vor Sonnenaufgang.''


'''Echse:''' [https://www.dwds.de/wb/Echse DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Echse Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de/#0 Wörterbuchnetz], [https://www.owid.de/suche/wort?wort=Echse OWID], [https://www.zdl.org/?q=Echse ZDL] sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: [https://www.duden.de/rechtschreibung/Echse Duden Online-Wörterbuch], [https://www.wissen.de/search/all?keyword=Echse wissen.de], [https://www.wortbedeutung.info/Echse Wortbedeutung.info]
''Dreh bitte den Wasserhahn zu!''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Nomen, maskulin


[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
'''Worttrennung:''' Hahn
----
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__


----
'''Aussprache:''' [haːn]
=Eierschecke=
__TOC__
== Hinweise zum Wort ''Eierschecke'' ==
{|style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| Kuchen
|-style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
| ''Eine sächsische Kuchenspezialität ist eine Eierschecke.''
|-style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
| Wortart: Nomen, die Eierschecke, Eierschecken, Worttrennung: Ei-er-sche-cke, Aussprache: {{Lautschrift|ˈaɪ̯ɐ}}ˈʃɛkə]
|-style="vertical-align:top;"
|'''Herkunft:'''
| Aus Eiern, Quark, Rosinen und Mandelsplittern bestehende Überzugmasse für einen Blechkuchen. In manchen Gegenden werden auch Äpfel, Quark und Mohn verwendet. Der Ursprung des Grundwortes ist unklar.
|- style="vertical-align:top; text-align:center;"
| colspan="2" | [[File:Pik-Linie.jpg]]
|-
|-
|}
|}
== Weiterführende Informationen ==
{|style="width: 100%; vertical-align:top;"
|style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Entstehung:'''
| '''Schecke:''' ahd. schecho, mhd. schëcke, schëgge - ''eng anschliessender durchsteppter leibrock, der auch als panzer gebraucht wurde'' (sh. [[Eierschecke#Belege/Quellen|Quelle]]). Eierschecke: Im 14. Jh. war ''Schecke'' die Bezeichnung für einen Männerrock, der an der Taille mit einem breiten Gürtel eng geschnürt wurde. Diese Dreiteilung des Rocks war vermutlich Namensgeber für das Wort Eierschecke (sh. [https://de.wikipedia.org/wiki/Eierschecke Quelle]).
|-style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
| -
|-style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
| -


|-style="vertical-align:top;"
=== Wortformen ===
|'''Interessantes:'''
__INDEX____TOC__<div style="font-size:1.2em">
| Kochrezepte (nicht werbefrei): [https://eierschecken.de/ Die Eierschecke], [https://www.ddr-rezepte.de/suess/dresdner-eierschecke/ Dresdener Eierschecke], [https://de.wikibooks.org/wiki/Kochbuch/_Freiberger_Eierschecke Freiberger Eierschecke],
Das Wort ''Hahn'' ist ein männliches Nomen.
|}
</div>


== Unikales Morphem ? ==
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
!style="width: 14%"|
| colspan="2" | Das Morphem ''scheck(e)'' kommt in dieser Bedeutung im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und auch in keinen anderen Wortbildungen vor.
!style="width: 20%"|
!style="width: 33%"|Singular
!style="width: 33%"|Plural
|-
!style="text-align:left"|1. Fall
!Nominativ
|der Hahn
|die Hähne
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
!Genitiv
|des Hahnes / Hahns
|der Hähne
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
!Dativ
|dem Hahn
|den Hähnen
|-
|-
|style="width: 3%;text-align:left;"|[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
!style="text-align:left"|4. Fall
|Das Morphem ''scheck(e)'' ist daher<span style="color:green"> '''ein unikales Morphem'''</span>.
!Akkusativ
|den Hahn
|die Hähne
|-
|-
|}
|}


[[#top | Seitenanfang]]</br>
== Belege/Quellen ==
[https://www.dwds.de/wb/Eierschecke DWDS], [https://www.owid.de/suche/wort?wort=Eierschecke OWID], [https://www.zdl.org/?q=Eierschecke ZDL] sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: [https://www.duden.de/rechtschreibung/Eierschecke Duden Online-Wörterbuch], [https://www.wissen.de/search/all?keyword=Eierschecke wissen.de], [https://www.wortbedeutung.info/Eierschecke Wortbedeutung.info]
'''Entstehung:''' [https://de.wikipedia.org/wiki/Eierschecke Wikipedia], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=BMZ&lemid=S00990 Mittelhochdeutsches Wörterbuch] (BMZ), [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Lexer&lemid=S01227#0 Mittelhochdeutsches Handwörterbuch] (Lexer),


[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
|'''zu den Wortgeschichten [[Henne|''Henne'']] und [[Huhn|''Huhn'']]
|-
|[[Info - Hahn| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Hahn''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
__INDEX__


----
----
=Elfenbein=
 
=Info - Hahn=
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Hahn|'''zurück zur Wortgeschichte ''Hahn''''']]
|}
----
<div style="font-size:1.2em">
Die Wörter ''Hahn'' und ''Henne'' gehören zu den ältesten Tierbezeichnungen der deutschen Sprache. Beide reichen bis in die germanische Zeit zurück. Den Ursprung vermuten die Sprachwissenschaftler noch viel früher in der indoeuropäischen Sprachfamilie. Auf dieser Seite erfährst du mehr über den Ursprung, die Bedeutung und die Vielfalt der Bedeutungen in den Wortbildungen mit den Nomen ''Hahn'' und ''Hähnchen''.
</div>
 
__TOC__
__TOC__
== Hinweise zum Wort ''Elfenbein'' ==
 
{|style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Hahn''==
|style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| Material von Tierzähnen, Stoßzähne vor allem von Elefanten, Mammut und Walen
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|-style="vertical-align:top;"
|ie. *kan- = singen, klingen, tönen
|'''Beispielsatz:'''
:⇒ germ. *hanan- = Hahn, Sänger
| ''Die Stoßzähne der Elefanten sind aus Elfenbein.''
::⇒ ahd. ''hano'', mhd. ''hane'' = Hahn
|-style="vertical-align:top;"
:::seit 8. Jh. Bezeichnung für männliches Huhn
|'''Wortinfo:'''
:::seit 15. Jh. Technik: für Absperrvorrichtung (z. B. Gas-, Wasserhahn)
| Wortart: Nomen; Worttrennung: El-fen-bein, Aussprache: [ˈɛlfn̩ˌbaɪ̯n]
:::seit 16. Jh. Waffentechnik: für Vorrichtung an Schusswaffen
|-style="vertical-align:top;"
[[file:Bi-W-H Burg Reichenstein - Burgmuseum Konushahn.jpg | rechts | 200px]]
|'''Herkunft:'''
Der Hahn wurde wahrscheinlich nach seinem Krähen benannt. Das Wort gehört damit zu den Tiernamen, die auf einen charakteristischen Laut zurückgehen.
| Aus dem althochdeutschen Wort für helfant (= Elefant) entwickelte sich schon früh das Wort helfenbein. Das althochdeutsche Wort bein hatte früher auch die Bedeutung Knochen. Das helfenbein war also ein Knochen des Elefanten.
 
|- style="vertical-align:top; text-align:center;"
Die technische Bedeutung ''Wasserhahn'' entstand erst nach dem Mittelalter. Viele Zapfhähne wurden damals mit einer Hahnfigur geschmückt.
| colspan="2" | [[File:Pik-Linie.jpg]]
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|[[file:Bi-W-H Paulin Trier, Wetterhahn H1.jpg | rechts | 200px]]In vielen Kulturen gilt der Hahn als Symbol für Wachsamkeit und den Beginn des Tages. Auf Kirchtürmen findet man häufig einen Wetterhahn. Er erinnert zugleich an das Krähen des Hahnes am Beginn des Tages und zeigt zugleich die Windrichtung an.
 
Die weibliche Form zum Hahn ist die ''Henne''. Beide Wörter bilden ein altes Wortpaar, ähnlich wie ''Stier'' und ''Kuh'' oder ''Widder'' und ''Schaf''.
|-
|style="vertical-align:top"|[https://de.wikipedia.org/wiki/Hahn_(Wappentier) '''Wappentiere''']
|Der Hahn kommt auch in verschiedenen Wappen vor. Er findet sich in den Wappen von Städten, Firmen, Vereinen, Ländern usw. Häufig symbolisiert er ''Kampfbereitschaft'', ''Wachsamkeit'' oder ''Verteidiger'' der Familie. Hier einige Orte aus Deutschland, die den Hahn in ihrem Städtewappen führen:
 
<gallery mode="nolines" perrow="5">
File:Bi-W-H_Hahn-Frankfurt-Oder.jpg|[https://de.wikipedia.org/wiki/Frankfurt_(Oder) Frankfurt (Oder)]
File:Bi-W-H_Hahn-Haan-NRW.jpg|[https://de.wikipedia.org/wiki/Haan Haan (NRW)]
File:Bi-W-H_Hahn-Horhausen-RP.jpg|[https://de.wikipedia.org/wiki/Horhausen_(Nassau) Horhausen (RP)]
File:Bi-W-H_Hahn-Seelze-NI.jpg|[https://de.wikipedia.org/wiki/Seelze Seelze (NI)]
File:Bi-W-H_Hahn-Thalmassing-BY.jpg|[https://de.wikipedia.org/wiki/Thalmassing Thalmassing (BY)]
</gallery>
 
|-
|
|Auch international findes du den ''Hahn'' in vielen Städten als Wappentier. Hier einige Beispiele von europäischen Orten:
<gallery mode="nolines" perrow="5">
File:Bi-W-H_Hahn-Bricon-F.jpg|[https://de.wikipedia.org/wiki/Bricon Bricon (F)]
File:Bi-W-H_Hahn-Jindřichov-CZ.jpg|[https://de.wikipedia.org/wiki/Jind%C5%99ichov_ve_Slezsku Jindřichov (CZ)]
File:Bi-W-H_Hahn-Koppingen-Ch.jpg|[https://de.wikipedia.org/wiki/Koppigen Koppingen (CH)]
File:Bi-W-H_Hahn-Laitila-FIN.jpg|[https://de.wikipedia.org/wiki/Laitila Laitila (FIN]
File:Bi-W-H_Hahn-Olawa-PL.jpg|[https://de.wikipedia.org/wiki/O%C5%82awa Olawa (PL)]
</gallery>
|-
|
|Wenn dich der ''Hahn'' als Wappentier interessiert, dann findest du im Internet auf der Seite [https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Cocks_in_heraldry?uselang=de ''wikimedia commons''] viele hundert weitere Beispiele. Die meisten ''Hähne'' kommen in Familienwappen vor, aber auch in Vereinenswappen, Ländern (z. B. [https://de.wikipedia.org/wiki/Kenia Kenia]) und selbst in der [https://cnosf.franceolympique.com/ Olympiamannschaft] von Frankreich.
|-
|-
|}
|}
== Weiterführende Informationen ==
 
{| class="wikitable" style="width: 100%; vertical-align:top;"
== Wortbildungen ==
Es gibt viele Wortbildungen mit dem Nomen ''Hahn''. In den meisten Wortbildungen steht ''Hahn'' als Letztglied. In der folgenden Tabelle wurden die Beispiele der Wortbildungen nach Bedeutungsgruppen sortiert. Die Wörter sind mit dem [https://www.dwds.de/ Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS)] verlinkt.
{| class="wikitable mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 100%; margin:auto"
|+Wortbildungen mit dem Grundwort ''Hahn''
!1. Hahn als Tier
|-
|[https://www.dwds.de/wb/Auerhahn Auerhahn], [https://www.dwds.de/wb/Backhahn Backhahn], [https://www.dwds.de/wb/Berghahn Berghahn], [https://www.dwds.de/wb/Birkhahn Birkhahn], [https://www.dwds.de/wb/Brathahn Brathahn], [https://www.dwds.de/wb/Bruderhahn Bruderhahn], [https://www.dwds.de/wb/Fasanenhahn Fasanenhahn], [https://www.dwds.de/wb/Finkenhahn Finkenhahn], [https://www.dwds.de/wb/Flughahn Flughahn], [https://www.dwds.de/wb/Gickelhahn Gickelhahn], [https://www.dwds.de/wb/Gockelhahn Gockelhahn], [https://www.dwds.de/wb/Goldhahn Goldhahn], [https://www.dwds.de/wb/Hahn Hahn], [https://www.dwds.de/wb/Hahnen Hahnen], [https://www.dwds.de/wb/Hahnenküken Hahnenküken], [https://www.dwds.de/wb/Hahnium Hahnium], [https://www.dwds.de/wb/Hahnwald Hahnwald], [https://www.dwds.de/wb/Haselhahn Haselhahn], [https://www.dwds.de/wb/Haushahn Haushahn], [https://www.dwds.de/wb/Hüpfhahn Hüpfhahn], [https://www.dwds.de/wb/Junghahn Junghahn], [https://www.dwds.de/wb/Kanarienhahn Kanarienhahn], [https://www.dwds.de/wb/Kapaun Kapaun], [https://www.dwds.de/wb/Kapphahn Kapphahn], [https://www.dwds.de/wb/Kickelhahn Kickelhahn], [https://www.dwds.de/wb/Knurrhahn Knurrhahn], [https://www.dwds.de/wb/Lichtenhahn Lichtenhahn], [https://www.dwds.de/wb/Masthahn Masthahn], [https://www.dwds.de/wb/Meerhahn Meerhahn], [https://www.dwds.de/wb/Pfauenhahn Pfauenhahn], [https://www.dwds.de/wb/Pfauhahn Pfauhahn], [https://www.dwds.de/wb/Piephahn Piephahn], [https://www.dwds.de/wb/Rehhahn Rehhahn], [https://www.dwds.de/wb/Seehahn Seehahn], [https://www.dwds.de/wb/Straußenhahn Straußenhahn], [https://www.dwds.de/wb/Truthahn Truthahn], [https://www.dwds.de/wb/Truthahnschießen Truthahnschießen], [https://www.dwds.de/wb/Urhahn Urhahn], [https://www.dwds.de/wb/Wildenhahn Wildenhahn], [https://www.dwds.de/wb/Zuchthahn Zuchthahn], ...
|-
!2. Hahn als Körpermerkmal
|-
|[https://www.dwds.de/wb/Hahnenbalken Hahnenbalken], [https://www.dwds.de/wb/Hahnenbrust Hahnenbrust], [https://www.dwds.de/wb/Hahnendorn Hahnendorn], [https://www.dwds.de/wb/Hahnenfeder Hahnenfeder], [https://www.dwds.de/wb/Hahnenfuß Hahnenfuß], [https://www.dwds.de/wb/Hahnenfußgewächs Hahnenfußgewächs], [https://www.dwds.de/wb/Hahnenhode Hahnenhode], [https://www.dwds.de/wb/Hahnenhütchen Hahnenhütchen], [https://www.dwds.de/wb/Hahnenkamm Hahnenkamm], [https://www.dwds.de/wb/Hahnenkammrennen Hahnenkammrennen], [https://www.dwds.de/wb/Hahnenklee Hahnenklee], [https://www.dwds.de/wb/Hahnenschwanz Hahnenschwanz], [https://www.dwds.de/wb/Hahnensporn Hahnensporn], [https://www.dwds.de/wb/Hahnenstimme Hahnenstimme], [https://www.dwds.de/wb/Hahnentritt Hahnentritt], [https://www.dwds.de/wb/Hahnentrittmuster Hahnentrittmuster], [https://www.dwds.de/wb/Hahnkeule Hahnkeule], ...
|-
!3. Hahn als Verhaltenstyp
|-
|[https://www.dwds.de/wb/Hahnenbalz Hahnenbalz], [https://www.dwds.de/wb/Hahnenkampf Hahnenkampf], [https://www.dwds.de/wb/Hahnenschau Hahnenschau], [https://www.dwds.de/wb/Hahnenwackel Hahnenwackel], [https://www.dwds.de/wb/Hahnrei Hahnrei], [https://www.dwds.de/wb/Kampfhahn Kampfhahn], [https://www.dwds.de/wb/Platzhahn Platzhahn], [https://www.dwds.de/wb/Spielhahn Spielhahn], [https://www.dwds.de/wb/Streithahn Streithahn], [https://www.dwds.de/wb/Zankhahn Zankhahn], ...
|-
!4. Hahn als Zeitanzeiger
|-
|[https://www.dwds.de/wb/Hahnenkräh Hahnenkräh], [https://www.dwds.de/wb/Hahnenkraht Hahnenkraht], [https://www.dwds.de/wb/Hahnenruf Hahnenruf], [https://www.dwds.de/wb/Hahnenschrei Hahnenschrei], [https://www.dwds.de/wb/Hahnenwecker Hahnenwecker], ...
|-
!5. Hahn als Symboltier
|-
|[https://www.dwds.de/wb/roter Hahn roter Hahn], [https://www.dwds.de/wb/Tempelhahn Tempelhahn], [https://www.dwds.de/wb/Turmhahn Turmhahn], [https://www.dwds.de/wb/Wetterhahn Wetterhahn], [https://www.dwds.de/wb/Windhahn Windhahn], ...
|-
!6. Hahn als technische Vorrichtung
|-
|-
! style="width: 15%; text-align:left" |Deklination
|[https://www.dwds.de/wb/Abflusshahn Abflusshahn], [https://www.dwds.de/wb/Ablasshahn Ablasshahn], [https://www.dwds.de/wb/Absperrhahn Absperrhahn], [https://www.dwds.de/wb/Abstellhahn Abstellhahn], [https://www.dwds.de/wb/Ausflusshahn Ausflusshahn], [https://www.dwds.de/wb/Auslasshahn Auslasshahn], [https://www.dwds.de/wb/Benzinhahn Benzinhahn], [https://www.dwds.de/wb/Bierhahn Bierhahn], [https://www.dwds.de/wb/Dreiwegehahn Dreiwegehahn], [https://www.dwds.de/wb/Einhebelhahn Einhebelhahn], [https://www.dwds.de/wb/Einweghahn Einweghahn], [https://www.dwds.de/wb/Fasshahn Fasshahn], [https://www.dwds.de/wb/Gashahn Gashahn], [https://www.dwds.de/wb/Hahnenwasser Hahnenwasser], [https://www.dwds.de/wb/Haupthahn Haupthahn], [https://www.dwds.de/wb/Kippenhahn Kippenhahn], [https://www.dwds.de/wb/Kraftstoffhahn Kraftstoffhahn], [https://www.dwds.de/wb/Leitungshahn Leitungshahn], [https://www.dwds.de/wb/Mehrwegehahn Mehrwegehahn], [https://www.dwds.de/wb/Messinghahn Messinghahn], [https://www.dwds.de/wb/Nickelhahn Nickelhahn], [https://www.dwds.de/wb/Nothahn Nothahn], [https://www.dwds.de/wb/Ölhahn Ölhahn], [https://www.dwds.de/wb/Quetschhahn Quetschhahn], [https://www.dwds.de/wb/Regulierhahn Regulierhahn], [https://www.dwds.de/wb/Schwenkhahn Schwenkhahn], [https://www.dwds.de/wb/Sperrhahn Sperrhahn], [https://www.dwds.de/wb/Spundhahn Spundhahn], [https://www.dwds.de/wb/Streichhahn Streichhahn], [https://www.dwds.de/wb/Süßhahn Süßhahn], [https://www.dwds.de/wb/Tautenhahn Tautenhahn], [https://www.dwds.de/wb/Uhrhahn Uhrhahn], [https://www.dwds.de/wb/Vierwegehahn Vierwegehahn], [https://www.dwds.de/wb/Warmwasserhahn Warmwasserhahn], [https://www.dwds.de/wb/Wasserhahn Wasserhahn], [https://www.dwds.de/wb/Zapfhahn Zapfhahn], [https://www.dwds.de/wb/Zweiwegehahn Zweiwegehahn], [https://www.dwds.de/wb/Zwickelhahn Zwickelhahn], ...
|
{| class="wikitable" style="width: 75%; vertical-align:top;margin:auto"
! style="width: 20%" |
! style="width: 50%" |Singular
! style="width: 30%" |Plural
|-
|-
!Nominativ
!7. Hahn als Teil von Waffen und Geräten
| das Elfenbein
|die Elfenbeine
|-
|-
!Genitiv
|[https://www.dwds.de/wb/Abzugshahn Abzugshahn], [https://www.dwds.de/wb/Gewehrhahn Gewehrhahn], [https://www.dwds.de/wb/Revolverhahn Revolverhahn], [https://www.dwds.de/wb/Schnapphahn Schnapphahn], ...
|des Elfenbeins, des Elfenbeines
|der Elfenbeine
|-
|-
!Dativ
!8. Hahn in übertragenen Bedeutungen
|dem Elfenbein, dem Elfenbeine
|den Elfenbeinen
|-
|-
!Akkusativ
|[https://www.dwds.de/wb/Geldhahn Geldhahn] (manchmal auch als [https://www.dwds.de/wb/Finanzhahn Finanzhahn], [https://www.dwds.de/wb/Kredithahn Kredithahn], [https://www.dwds.de/wb/Zinshahn Zinshahn] bezeichnet), ...
|das Elfenbein
|die Elfenbeine
|-
|-
|}
|}
Nicht ganz so oft kommt das Nomen ''Hähnchen'' in Wortbildungen vor. Hier dominiert das Wort als Erstglied. In der folgenden Tabelle sind Beispiele für die Wortbildungen in Bedeutungsgruppen aufgelistet. Die Wörter sind mit dem [https://www.dwds.de/ Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS)] verlinkt.
{| class="wikitable mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 100%; margin:auto"
|+Wortbildungen mit dem Grundwort ''Hähne, Hänchen''
!1. Hähnchen als Geflügel und Jungtier
|-
|[https://www.dwds.de/wb/Backhähnchen Backhähnchen], [https://www.dwds.de/wb/Brathähnchen Brathähnchen], [https://www.dwds.de/wb/Grillhähnchen Grillhähnchen], [https://www.dwds.de/wb/Hähnchen Hähnchen], [https://www.dwds.de/wb/Masthähnchen Masthähnchen], [https://www.dwds.de/wb/Tiefkühlhähnchen Tiefkühlhähnchen]
|-
|-
! style="text-align:left;" |Entstehung:
!2. Hähnchen als Nahrungsmittel
| '''Elefant:''' griech. ἐλέφας (eléphās) > ahd. helfant; ahd. helfantbein = Elefantenknochen, Elfenbein, mhd. helfenbein; ab 16. Jh. auch ''elfenbein'' (in Angleichung an  griech. und lat. ohne ''h'')
|-
|-
! style="text-align:left;" |Wortbildungen
|[https://www.dwds.de/wb/Hähnchenbraten Hähnchenbraten], [https://www.dwds.de/wb/Hähnchenbrühe Hähnchenbrühe], [https://www.dwds.de/wb/Hähnchenbrust Hähnchenbrust], [https://www.dwds.de/wb/Hähnchenfilet Hähnchenfilet], [https://www.dwds.de/wb/Hähnchenfleisch Hähnchenfleisch], [https://www.dwds.de/wb/Hähnchenflügel Hähnchenflügel], [https://www.dwds.de/wb/Hähnchenhack Hähnchenhack], [https://www.dwds.de/wb/Hähnchenkeule Hähnchenkeule], [https://www.dwds.de/wb/Hähnchenschenkel Hähnchenschenkel], [https://www.dwds.de/wb/Hähnchenschnitzel Hähnchenschnitzel], [https://www.dwds.de/wb/Hähnchenspieß Hähnchenspieß], [https://www.dwds.de/wb/Hähnchenteil Hähnchenteil]
[https://de.wiktionary.org/wiki/Elfenbein Elfenbein]:
|'''Adjektive:''' [https://www.dwds.de/wb/elfenbeinartig?o=Elfenbeinartig elfenbeinartig], [https://de.wiktionary.org/wiki/elfenbeinern elfenbeinern], [https://de.wiktionary.org/wiki/elfenbeinfarben elfenbeinfarben]
'''Nomen:''' [https://www.dwds.de/wb/Elfenbeinarbeit Elfenbeinarbeit], [https://de.wiktionary.org/wiki/Elfenbeinbüste Elfenbeinbüste], [https://de.wiktionary.org/wiki/Elfenbeinexport Elfenbeinexport], [https://www.dwds.de/wb/Elfenbeinfächer Elfenbeinfächer], [https://www.dwds.de/wb/Elfenbeinfarbe Elfenbeinfarbe], [https://de.wiktionary.org/wiki/Elfenbeinfigur Elfenbeinfigur], [https://www.dwds.de/wb/Elfenbeingegenstand Elfenbeingegenstand], [https://de.wiktionary.org/wiki/Elfenbeingriff Elfenbeingriff], [https://www.dwds.de/wb/Elfenbeinhandel Elfenbeinhandel], [https://www.dwds.de/wb/Elfenbeinhändler Elfenbeinhändler], [https://www.dwds.de/wb/Elfenbeinimitation Elfenbeinimitation], [https://de.wiktionary.org/wiki/Elfenbeinjäger Elfenbeinjäger], [https://www.dwds.de/wb/Elfenbeinkamm Elfenbeinkamm], [https://www.dwds.de/wb/Elfenbeinkästchen Elfenbeinkästchen], [https://www.dwds.de/wb/Elfenbeinknopf Elfenbeinknopf], [https://de.wiktionary.org/wiki/Elfenbeinkopf Elfenbeinkopf], [https://de.wiktionary.org/wiki/Elfenbeinkugel Elfenbeinkugel],[https://de.wiktionary.org/wiki/Elfenbeinlöffel Elfenbeinlöffel],[https://de.wiktionary.org/wiki/Elfenbeinpalast Elfenbeinpalast], [https://www.dwds.de/wb/Elfenbeinporzellan Elfenbeinporzellan], [https://www.dwds.de/wb/Elfenbeinschnitzerei Elfenbeinschnitzerei],  [https://de.wiktionary.org/wiki/Elfenbeinthron Elfenbeinthron], [https://de.wiktionary.org/wiki/Elfenbeinturm Elfenbeinturm] (Redensart), [https://www.dwds.de/wb/Elfenbeinturm Elfenbeinturm] , [https://de.wiktionary.org/wiki/Mammutelfenbein Mammutelfenbein], ...
|-
|-
! style="text-align:left" |Namen:
!3. Hähnchen in Zucht, Haltung und Vermarktung
|Länder: [https://de.wikipedia.org/wiki/Elfenbeink%C3%BCste Elfenbeinküste] (Land in Afrika)
Pflanzen: [https://de.wikipedia.org/wiki/Elfenbein-Mannstreu Elfenbein-Mannstreu] (Pflanze), [https://de.wikipedia.org/wiki/Elfenbein-R%C3%B6hrling Elfenbeinröhrling] (Pilzart), [https://de.wikipedia.org/wiki/Elfenbein-Schneckling Elfenbeinschneckling] (Pilzart),
 
Tiere: [https://de.wikipedia.org/wiki/Elfenbein-Federlibelle Elfenbein-Federlibelle] (Libellenart), [https://de.wikipedia.org/wiki/Elfenbein-Flechtenb%C3%A4rchen Elfenbein-Flechtenbärchen] (Schmetterling), [https://de.wikipedia.org/wiki/Elfenbeinm%C3%B6we Elfenbeinmöwe] (Mövenart), [https://de.wikipedia.org/wiki/Elfenbeinspecht Elfenbeinspecht] (Vogelart), ...
|-
|-
! style="text-align:left" |sonstiges:
|[https://www.dwds.de/wb/Hähnchenkrise Hähnchenkrise], [https://www.dwds.de/wb/Hähnchenmast Hähnchenmast], [https://www.dwds.de/wb/Hähnchenmäster Hähnchenmäster], [https://www.dwds.de/wb/Hähnchenschlachterei Hähnchenschlachterei], [https://www.dwds.de/wb/Hähnchenschlachtung Hähnchenschlachtung]
|[https://de.wikipedia.org/wiki/Elfenbeinturm Elfenbeinturm] (Metapher), Elfenbeinmuseum in [https://www.schloesser-hessen.de/de/schloss-erbach/elfenbeinmuseum Schloss Erbach]
|-
|-
! style="text-align:left"|Ableitungen:
!4. -hähnchen“ als Tiername
| -
|-
! style="text-align:left"|Interessantes:
| Interessante Artikel für Kinder findest du im Klexikon ([https://klexikon.zum.de/wiki/Elefanten Elefant], [https://klexikon.zum.de/wiki/Elfenbein Elfenbein]) und im Mini-Klexikon ([https://miniklexikon.zum.de/wiki/Elefanten Elefant], [https://miniklexikon.zum.de/wiki/Elfenbein Elfenbein]). eine interessante Sendung für Kinder über Elefanten, Elfenbein und Elfenbeinschmuggel findest du in der Sendereihe [https://www.kika.de/loewenzahn/videos/suedafrika-elefanten-zwei-100 Löwenzahn].
|}
 
== Unikales Morphem ? ==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
| colspan="2" | Das Morphem ''elfen'' kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert vor. Wortbildungen sind nur zusammen mit dem Nomen ''bein'' bekannt. Einen Zusammenhang des Wortes mit dem Zahlwort ''elf'' oder ''den'' ''Elfen'' (Fabelwesen) gibt es nicht.
|-
|-
|style="width: 3%;text-align:left;"|[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|[https://www.dwds.de/wb/Getreidehähnchen Getreidehähnchen], [https://www.dwds.de/wb/Goldhähnchen Goldhähnchen], [https://www.dwds.de/wb/Lilienhähnchen Lilienhähnchen], [https://www.dwds.de/wb/Spargelhähnchen Spargelhähnchen], ,
|Das Morphem ''elfen'' ist daher<span style="color:green"> '''ein unikales Morphem'''</span>.
|-
|-
|}
|}


[[#top | Seitenanfang]]</br>
== Redensarten und Sprichwörter mit „Hahn“ ==
== Belege/Quellen ==
 
<div style="font-size:1.2em"> '''Der Hahn als stolzes und selbstbewusstes Tier''' </div>
Der Hahn fällt durch seinen roten Kamm, sein buntes Gefieder und sein selbstbewusstes Auftreten auf. Er verteidigt sein Revier und zeigt den Hennen seine Stärke. Deshalb steht der Hahn in vielen Redensarten für Stolz, Selbstbewusstsein und manchmal auch für Überheblichkeit.
 
* '''stolz wie ein Hahn sein'''
* '''sich aufplustern wie ein Hahn'''
* '''wie ein Hahn auf dem Mist auftreten'''
* '''jeder Hahn ist König auf seinem Mist'''
* '''der Hahn denkt, die Sonne gehe seinetwegen auf'''
* '''wie ein Hahn im Korb sein'''
 
'''Bedeutung:''' Die Redensarten beschreiben Menschen, die selbstbewusst auftreten, sich wichtigmachen oder ihre eigene Bedeutung überschätzen.
</br>
<div style="font-size:1.2em"> '''Der Hahn als Wächter des Tages''' </div>
Schon lange bevor es Wecker gab, kündigte der Hahn mit seinem Krähen den neuen Tag an. Deshalb wurde er zum Symbol für den frühen Morgen.
 
* '''mit dem Hahn aufstehen'''
* '''früh wie ein Hahn auf den Beinen sein'''
* '''mit den Hühnern schlafen gehen und mit dem Hahn aufstehen'''
 
'''Bedeutung:''' Die Redensarten beschreiben Menschen, die früh schlafen gehen oder sehr früh aufstehen.
</br>
 
<div style="font-size:1.2em"> '''Der Hahn als Zeichen für Interesse oder Gleichgültigkeit ''' </div>
Der Hahn macht durch sein Krähen auf sich aufmerksam. Wenn aber „kein Hahn danach kräht“, interessiert sich niemand für eine Sache.
 
* '''danach kräht kein Hahn'''
* '''kein Hahn kräht danach'''
* '''da wird kein Hahn nach krähen'''
 
'''Bedeutung:''' Niemand interessiert sich für etwas oder schenkt ihm Beachtung.
</br>
 
<div style="font-size:1.2em">''' Der Hahn als Symbol für Feuer ''' </div>
Früher bezeichnete man ein Feuer oft als „roten Hahn“. Die Flammen erinnerten an den roten Hahnenkamm.
 
* '''den roten Hahn aufs Dach setzen'''
* '''der rote Hahn kräht auf dem Dach'''
* '''den roten Hahn aufsteigen lassen'''
* '''den roten Hahn reiten lassen'''
 
'''Bedeutung:''' Die Redensarten beziehen sich auf Feuer, Brände oder Brandstiftung.
</br>
 
<div style="font-size:1.2em">''' Der Hahn in Religion und Bauernregeln ''' </div>
Der Hahn spielt auch in der christlichen Tradition und im Volksglauben eine Rolle.
 
* '''ehe der Hahn kräht'''
* '''der Hahn kräht dreimal'''
* '''wenn der Hahn kräht auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt, wie es ist'''
 
'''Bedeutung:''' Die Redensarten beziehen sich auf religiöse Erzählungen oder auf Beobachtungen des Wetters.
 
<div style="font-size:1.2em">'''Zusammenfassung'''</div>
 
Die meisten Redensarten mit '''Hahn''' beziehen sich auf:
 
# '''Stolz und Selbstbewusstsein'''
# '''den Beginn des Tages'''
# '''Interesse oder Gleichgültigkeit'''
# '''Feuer und Brände'''
# '''Religion und Volksglauben'''
 
Der Hahn erscheint in der Sprache meist als auffälliges, selbstbewusstes und weithin hörbares Tier.
 
 
[[#top | Seitenanfang]]<br>
 
==Belege/Quellen==
 
[https://www.dwds.de/wb/Hahn DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Hahn Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=HA01441 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=H01417 Grimm-2]), [https://www.zdl.org/?q=Hahn ZDL]; [https://de.wikipedia.org/wiki/Hahn Wikipedia], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Hahn Duden-online] (nicht werbefrei)


[https://www.dwds.de/wb/Elfenbein DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Elfenbein Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de/#0 Wörterbuchnetz] (versch. Wörterbücher, vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=E01152 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=E01616 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=E03854 Grimm]), [https://www.owid.de/suche/wort?wort=Elfenbein OWID], [https://www.zdl.org/?q=Elfenbein ZDL] sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: [https://www.duden.de/rechtschreibung/Elfenbein Duden Online-Wörterbuch], [https://www.wissen.de/search/all?keyword=Elfenbein wissen.de], [https://www.wortbedeutung.info/Elfenbein Wortbedeutung.info]
'''Übersetzungen:''' [https://da.wiktionary.org/wiki/hane Dänisch], [https://en.wiktionary.org/wiki/cock#Etymology_1 Englisch], [https://fr.wiktionary.org/wiki/coq#%C3%89tymologie Französisch], [https://fi.wiktionary.org/wiki/kukko#Etymologia Finnisch], [https://is.wiktionary.org/wiki/hani Isländisch], [https://it.wiktionary.org/wiki/gallo#Italiano Italienisch], [https://la.wiktionary.org/wiki/gallus Latein], [https://nl.wiktionary.org/wiki/haan Niederländisch], [https://no.wiktionary.org/wiki/hane Norwegisch], [https://pt.wiktionary.org/wiki/galo Portugiesisch], [https://sv.wiktionary.org/wiki/tupp Schwedisch], [https://es.wiktionary.org/wiki/gallo Spanisch]


[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
|'''zu den Wortgeschichten [[Henne|''Henne'']] und [[Huhn|''Huhn'']]
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|[[Hahn|'''zurück zur Wortgeschichte ''Hahn''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
__INDEX__


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=emsig=
<nowiki>{{DISPLAYTITLE:emsig}}</nowiki>


=Henne=
<div style="font-size:1.2em">
Eine Henne ist das weibliche Haushuhn. Sie legt Eier und zieht ihre Küken auf.
</div>
__TOC__
__TOC__
== Hinweise zum Wort ''emsig'' ==
 
{|style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
==Wortherkunft==
|style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| ausdauernd, mit großem Eifer und fleiß arbeiten; unermüdlich, tüchtig
|-
|-style="vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Das Wort ''Henne'' bezeichnet das weibliche Haushuhn. In der Umgangssprache wird das Wort manchmal auch für weibliche Tiere anderer Hühnervögel verwendet.
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Das Wort ''Henne'' gab es schon im Althochdeutschen als ''henna''. Es gehört zu einer alten germanischen Wortfamilie. Die Wörter ''Hahn'' und ''Henne'' bilden seit vielen Jahrhunderten ein Wortpaar für die männlichen und weiblichen Tiere des Haushuhns.
|-
| rowspan="2" style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|In vielen Ländern wurde das germanische Wort *''hanōn'' übernommen:
|-
|
{| class="wikitable" style="width: 30%; vertical-align:center;margin:auto;"
! style="width:60%" |Land
! style="width:40%" |Sprache
|-
|Dänisch
|høne
|-
|Englisch
|hen
|-
|Niederländisch
|hen
|-
|Norwegisch
|høne
|-
|Schwedisch
|höna
|}
|-
|}
 
==Hinweise zum Wort ''Henne''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|Das Wort ''Henne'' bezeichnet das weibliche Haushuhn. In der Umgangssprache wird das Wort manchmal auch für weibliche Tiere anderer Hühnervögel verwendet.
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|'''Beispielsatz:'''
| ''Die Bienen sammeln emsig Pollen und fliegen von Blüte zu Blüte.''
|''Die Henne führte ihre Küken über den Bauernhof.''
|-style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortinfo:'''
| Wortart: Adjektiv; emsig - emsiger - am emsigsten; Worttrennung: em-sig; Aussprache: [ˈɛmzɪç]
|'''Wortart:''' Nomen, feminin
|-style="vertical-align:top;"
 
|'''Herkunft:'''
'''Worttrennung:''' Hen·ne
| Aus dem Adjektiv emiʒ (fortwährend, ständig, immer) entwickelte sich schon im frühen Mittelalter die Adjektivform mit dem Suffix -ig, zunächst ''emiʒʒig'', später  ''emʒic''. = ''häufig, eifrig''. Das Wort kommt nur im deutschsprachigen Raum vor.
 
|- style="vertical-align:top; text-align:center;"
'''Aussprache:''' [ˈhɛnə]
| colspan="2" | [[File:Pik-Linie.jpg]]
|-
|-
|}
|}
== Weiterführende Informationen ==
{|style="width: 100%; vertical-align:top;"
|style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Entstehung:'''
| <abbr>ahd.</abbr> emiʒʒīg, emeʒʒīg, <abbr>mhd.</abbr> emʒec, emʒic = beständig, fortwährend, beharrlich
|-style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
| -
|-style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
| Emsigkeit


|-style="vertical-align:top;"
==Wortformen==
|'''Interessantes:'''
<div style="font-size:1.2em">
| Bitte ggf. Link zu andere (für Kinder interessante) Seiten einfügen
Das Wort ''Henne'' ist ein weibliches Nomen.
|}
</div>


== Unikales Morphem ? ==
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
!style="width: 14%"|
| colspan="2" | Das Morphem ''ems'' im Adjektiv ''emsig'' kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert vor. Von diesem Morphem gibt es nur eine Ableitung/Wortbildung (= ''Emsigkeit''). Die Grundlage ist die Wortbildung ''ems + ig''.
!style="width: 20%"|
!style="width: 33%"|Singular
!style="width: 33%"|Plural
|-
!style="text-align:left"|1. Fall
!Nominativ
|die Henne
|die Hennen
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
!Genitiv
|der Henne
|der Hennen
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
!Dativ
|der Henne
|den Hennen
|-
|-
|style="width: 3%;text-align:left;"|[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
!style="text-align:left"|4. Fall
|Das Morphem ''ems'' ist daher in dieser Bedeutung<span style="color:green"> '''ein unikales Morphem'''</span>.
!Akkusativ
|die Henne
|die Hennen
|-
|-
|}
|}


[[#top | Seitenanfang]]</br>
</br>
== Belege/Quellen ==
[https://www.dwds.de/wb/emsig DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/emsig Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de/#0 Wörterbuchnetz] (versch. Wörterbücher, vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=E01209 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=E01890 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=E04194 Grimm]), [https://www.owid.de/suche/wort?wort=emsig OWID], [https://www.zdl.org/?q=emsig ZDL] sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: [https://www.duden.de/rechtschreibung/emsig Duden Online-Wörterbuch], [https://www.wissen.de/search/all?keyword=emsig wissen.de], [https://www.wortbedeutung.info/emsig Wortbedeutung.info]
 
[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
|'''zu den Wortgeschichten [[Hahn|''Hahn'']] und [[Huhn|''Huhn'']]
|-
|[[Info - Henne| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Henne''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
__INDEX__


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=Engerling=
 
=Info - Henne=
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Henne|'''zurück zur Wortgeschichte ''Henne''''']]
|}
----
<div style="font-size:1.2em">
Die Wörter ''Henne'' und ''Hahn'' gehören zu den ältesten Tierbezeichnungen der deutschen Sprache. Sie bilden ein altes Wortpaar für die weiblichen und männlichen Tiere des Haushuhns.
</div>
 
__TOC__
__TOC__
==Hinweise zum Wort ''Engerling''==
 
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Henne''==
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|Larve eines Maikäfert
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Die Engerlinge fressen die Wurzeln von unterschiedlichen Pflanzen.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|Wortart: Nomen, der Engerling, die Engerlinge; Worttrennung: En-ger-ling, En-ger-lin-ge; Aussprache: [ˈɛŋɐlɪŋ]
|- style="vertical-align:top;"
|'''Herkunft:'''
|Aus dem althochdeutschen ''angar'' = ''Made, Larve'' wurde später ''enger'' und dann die Verkleinerungsform ''Engerling''.
|- style="vertical-align:top; text-align:center;"
| colspan="2" |[[File:Pik-Linie.jpg]]
|-
|}
==Weiterführende Informationen==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Entstehung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|<abbr>ie.</abbr> *angu̯(h)- = Schlange, <abbr>ahd.</abbr> angar, <abbr>mhd.</abbr> anger, enger = Enger; bereits im 10. Jh. auch mit dem Suffix -ring und später -ling; <abbr>ahd.</abbr> engiring, engirling, <abbr>mhd.</abbr> engerlinc.
|ie. *kan- = singen, tönen, rufen
:⇒ germ. *hanjō = Henne
::⇒ ahd. ''henna'', mhd. ''henne'' = weibliches Haushuhn
 
Die genaue Herkunft des Wortes ist nicht vollständig geklärt. Wahrscheinlich gehört es zur gleichen alten Wortfamilie wie ''Hahn''.
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortbildungen:'''
|'''Wortbildungen:'''
| -
|Gluckhenne, Legehenne, Bruthenne, Haushenne, Hennenfeder, Hennenstall
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|'''Ableitungen:'''
| -
|hennenartig, Hennenhaltung, Hühnerhenne
 
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Interessantes:'''
|'''Interessantes:'''
|Zu den Maikäfern gibt es eine interessante Seite im [https://klexikon.zum.de/wiki/Maik%C3%A4fer Klexikon]. Dort findest du auch eine Beschreibung der Entwicklung von der Larve (Engerling) bis zum Käfer.
|Die Henne ist eines der wichtigsten Nutztiere des Menschen. Sie liefert Eier und wird seit mehreren tausend Jahren gehalten.
 
Die Henne legt auch dann Eier, wenn kein Hahn vorhanden ist. Aus diesen Eiern können jedoch keine Küken schlüpfen.
 
Zusammen mit ''Hahn'' bildet ''Henne'' ein sogenanntes Movierungspaar, also ein Wortpaar zur Kennzeichnung männlicher und weiblicher Tiere.
|}
|}


==Unikales Morphem ?==
== Wortbildungen ==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
Es gibt einige wenige Wortbildungen mit dem Nomen ''Henne''. In den Wortbildungen steht ''Henne'' (von wenigen Ausnahmen abgesehen) als Letztglied. In der folgenden Tabelle wurden die Beispiele der Wortbildungen nach Bedeutungsgruppen sortiert. Die Wörter sind mit dem [https://www.dwds.de/ Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS)] verlinkt.
| colspan="2" |Die Bezeichnung für die Maikäfer Larven als ''Engerling'' ist nicht verwandt mit dem Adjektiv ''eng''. das Morphem ''enger'' kommt nicht isoliert vor und hiervon gibt es auch keine Wortbildungen.
 
{| class="wikitable mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 100%; margin:auto"
|+Wortbildungen mit dem Grundwort ''Henne''
!1. Henne als weibliches Tier
|-
|[https://www.dwds.de/wb/Henne Henne], [https://www.dwds.de/wb/Junghenne Junghenne]
|-
!2. Henne als Nutzgeflügel (Zucht, Haltung, Nutzung)
|-
|[https://www.dwds.de/wb/Brathenne Brathenne], [https://www.dwds.de/wb/Hennenhaltung Hennenhaltung], [https://www.dwds.de/wb/Käfighenne Käfighenne], [https://www.dwds.de/wb/Legehenne Legehenne], [https://www.dwds.de/wb/Legehennenanlage Legehennenanlage], [https://www.dwds.de/wb/Legehennenfarm Legehennenfarm], [https://www.dwds.de/wb/Legehennenfutter Legehennenfutter], [https://www.dwds.de/wb/Legehennenhaltung Legehennenhaltung], [https://www.dwds.de/wb/Legehennenkäfig Legehennenkäfig], ...
|-
!3. Henne als Muttertier (Brüten, Kükenaufzucht)
|-
|[https://www.dwds.de/wb/Bruthenne Bruthenne], [https://www.dwds.de/wb/Gluckhenne Gluckhenne], [https://www.dwds.de/wb/Hennenküken Hennenküken], ...
|-
!4. Henne als besondere oder auffällige Henne
|-
|[https://www.dwds.de/wb/Fettenhenne Fettenhenne], [https://www.dwds.de/wb/Fetthenne Fetthenne], [https://www.dwds.de/wb/Krampfhenne Krampfhenne], [https://www.dwds.de/wb/Maschennetzhenne Maschennetzhenne], ...
|-
!5. Henne als Bezeichnung anderer Tierarten
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|[https://www.dwds.de/wb/Auerhenne Auerhenne], [https://www.dwds.de/wb/Birkhenne Birkhenne], [https://www.dwds.de/wb/Fasanenhenne Fasanenhenne], [https://www.dwds.de/wb/Pfauenhenne Pfauenhenne], [https://www.dwds.de/wb/Pfauhenne Pfauhenne], [https://www.dwds.de/wb/Puthenne Puthenne], [https://www.dwds.de/wb/Putthenne Putthenne], [https://www.dwds.de/wb/Truthenne Truthenne], ...
|Das Morphem ''enger'' ist in dieser Bedeutung daher<span style="color:green"> '''ein unikales Morphem'''</span>.
|-
|-
|}
|}
== Redensarten und Sprichwörter mit „Henne“ ==
<div style=font-size:1.2em>
'''Die Henne als Mutter</div>
Hennen beschützen ihre Küken und wärmen sie unter ihren Flügeln. Deshalb stehen sie oft für Fürsorge und manchmal auch für Überfürsorge.
* '''wie eine Glucke auf ihre Küken aufpassen'''
* '''eine Glucke sein'''
* '''sich benehmen wie eine Glucke'''
* '''jemanden unter die Flügel nehmen'''
'''Bedeutung:''' Sich besonders fürsorglich um andere kümmern.
<div style=font-size:1.2em>
'''Die Henne als Eierlegerin</div>
Hennen legen Eier und sichern damit den Fortbestand ihrer Art. Deshalb entstanden Redensarten über Ursprung, Reichtum und Glück.
* '''Was war zuerst da – die Henne oder das Ei?'''
* '''die Henne, die goldene Eier legt'''
* '''man soll die Henne nicht schlachten, die die Eier legt'''
* '''auch die blindeste Henne findet einmal ein Korn'''
'''Bedeutung:''' Fragen nach dem Ursprung, dauerhafter Nutzen oder unerwartetes Glück.
<div style=font-size:1.2em>
'''Die Henne als gackerndes Tier</div>
Hennen machen oft lautstark auf sich aufmerksam. Daraus entstanden Redensarten über Unruhe und viel Gerede.
* '''gackern wie eine Henne'''
* '''ein Gegacker wie im Hühnerstall'''
* '''herumlaufen wie eine aufgescheuchte Henne'''
'''Bedeutung:''' Lautes Reden, Aufregung oder hektisches Verhalten.
<div style=font-size:1.2em>
'''Die Henne als ängstliches Tier</div>
Hennen reagieren schnell auf Gefahren und suchen Schutz.
* '''ängstlich wie eine Henne sein'''
* '''sich verkriechen wie eine Henne'''
'''Bedeutung:''' Vorsichtig, schreckhaft oder furchtsam sein.
<div style=font-size:1.2em>
'''Zusammenfassung'''</div>
Die meisten Redensarten mit '''Henne''' beziehen sich auf drei Dinge:
# '''das Eierlegen''',
# '''das Beschützen der Küken''',
# '''das Gackern und aufgeregte Verhalten'''.
Beim '''Hahn''' stehen dagegen meist Stolz, Macht und der morgendliche Hahnenschrei im Mittelpunkt. Henne und Hahn ergänzen sich also auch in den Redensarten: Die Henne steht eher für Fürsorge und Alltag, der Hahn eher für Selbstbewusstsein und Aufmerksamkeit.


[[#top | Seitenanfang]]<br>
[[#top | Seitenanfang]]<br>
==Belege/Quellen==
==Belege/Quellen==
[https://www.dwds.de/wb/Engerling DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Engerling Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de/#0 Wörterbuchnetz] (versch. Wörterbücher, vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=E01252 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=E02069 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=E04446 Grimm]), [https://www.owid.de/artikel/184464 OWID], [https://www.zdl.org/?q=Engerling ZDL] sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: [https://www.duden.de/rechtschreibung/Engerling Duden Online-Wörterbuch], [https://www.wissen.de/search/all?keyword=Engerling wissen.de], [https://www.wortbedeutung.info/Engerling/ Wortbedeutung.info]


[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
[https://www.dwds.de/wb/Henne DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Henne Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=H01855 Adelung], [https://bdo.badw.de/suche?lemma=Henne BDO], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=H02324 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=H06259 Grimm], [https://www.kruenitz1.uni-trier.de/xxx/h/kh02381.htm Krünitz], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=WWB&lemid=H02612 WWb]), [https://www.zdl.org/?q=Henne ZDL]; [https://de.wikipedia.org/wiki/Haushuhn Wikipedia], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Henne Duden-online] (nicht werbefrei)


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{| style="width: 100%; text-align:center;"
|'''zu den Wortgeschichten [[Hahn|''Hahn'']] und [[Huhn|''Huhn'']]
|-
|[[Henne|'''zurück zur Wortgeschichte ''Henne''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
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=entbehren=
<nowiki>{{DISPLAYTITLE:entbehren}}</nowiki>
entbehrlich, Entbehrung <nowiki>#REDIRECT [[entbehren]]</nowiki>


=Huhn=
<div style="font-size:1.2em">
Ein Huhn ist ein Haustier, das Eier legt und vom Menschen seit vielen tausend Jahren gehalten wird.
</div>
__TOC__
__TOC__
==Hinweise zum Wort ''entbehren''==
 
==Wortherkunft==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|-
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Das Wort ''Huhn'' bezeichnet heute meist das Haushuhn. Genau genommen umfasst das Wort sowohl den Hahn als auch die Henne. Oft wird das Wort aber auch speziell für die Henne verwendet.
|-
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|Das Wort ''Huhn'' ist sehr alt. Schon im Althochdeutschen gab es die Form ''huon''. Die Sprachwissenschaftler vermuten, dass das Wort ursprünglich ein junges Tier bezeichnete. Erst später wurde daraus die allgemeine Bezeichnung für das Haushuhn.
|-
| rowspan="2" style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|In vielen Ländern wurde das germanische Wort *''hanōn'' übernommen:
|-
|
{| class="wikitable" style="width: 30%; vertical-align:center;margin:auto;"
! style="width:60%" |Land
! style="width:40%" |Sprache
|-
|Dänisch
|høne
|-
|Isländisch
|hæna
|-
|Niederländisch
|hoen
|-
|Norwegisch
|høne
|-
|Schwedisch
|höns
|}
|-
|}
 
==Hinweise zum Wort ''Huhn''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|etwas oder jemanden vermissen
|a) Haushuhn als Tierart<br>
b) Sammelbezeichnung für Hahn und Henne
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispiel:'''
|'''Beispielsatz:'''
|''Ich habe als Kind früher vieles entbehren müssen.''
|''Das Huhn scharrte auf dem Hof nach Körnern.''
 
''Ich möchte dich für keinen Tag in meinem Leben entbehren.''
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortinfo:'''
|Wortart: Verb; Vorttrennung: ent-beh-ren; Aussprache: [ɛntˈbeːʁən]
|'''Wortart:''' Nomen, Neutrum
|- style="vertical-align:top;"
 
|'''Herkunft:'''
'''Worttrennung:''' Huhn
|Das mittelhochdeutsche Verb ''enbern'' ist eine Verneinung des untergegangenen Verbs ''beran, bern = tragen.'' Die erste Silbe ''en'' ist die Verneinung. Ursprünglich bedeutete das Wort also ''etwas'' ''nicht tragen'' oder ''etwas nicht bei sich tragen.'' Das, was man ''nicht bei sich tragen'' kann, das braucht man auch nicht. So hat sich aus ''enbern = nicht tragen'' die Bedeutung ''ermangeln'' und ''vermissen'' entwickelt.
 
'''Aussprache:''' [huːn]
|-
|}
 
==Wortformen==
<div style="font-size:1.2em">
Das Wort ''Huhn'' ist ein sächliches Nomen.
</div>
 
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
!style="width: 14%"|
!style="width: 20%"|
!style="width: 33%"|Singular
!style="width: 33%"|Plural
|-
!style="text-align:left"|1. Fall
!Nominativ
|das Huhn
|die Hühner
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
!Genitiv
|des Huhnes / Huhns
|der Hühner
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
!Dativ
|dem Huhn
|den Hühnern
|-
!style="text-align:left"|4. Fall
!Akkusativ
|das Huhn
|die Hühner
|-
|}
 
</br>
----
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|'''zu den Wortgeschichten [[Hahn|''Hahn'']] und [[Henne|''Henne'']]
|-
|-
|
|[[Info - Huhn| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Huhn''''']]
|Das untergegangene Verb ''beran'' (''bern'') ist auch noch in anderen Wörtern zu finden, zum Beispiel:  
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
 
----
 
=Info - Huhn=
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Huhn|'''zurück zur Wortgeschichte ''Huhn''''']]
|}
----
<div style="font-size:1.2em">
Das Wort ''Huhn'' gehört zu den ältesten Tierbezeichnungen der deutschen Sprache. Es bezeichnet die gesamte Tierart, zu der Hahn und Henne gehören.
</div>
 
__TOC__
 
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Huhn''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|urgerm. *hōna-, *hūna- = Huhn
:⇒ ahd. ''huon'' = Huhn
::⇒ mhd. ''huon'' = Huhn
:::⇒ nhd. ''Huhn''
 
Die genaue Herkunft des Wortes ist nicht vollständig geklärt. Möglicherweise bezeichnete das Wort ursprünglich ein junges Tier oder Küken.
 
Das Wort ''Huhn'' ist mit niederländisch ''hoen'', englisch ''hen'' und schwedisch ''höna'' verwandt.
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
| '''Interessantes:'''
|'''Interessantes:'''
|
|Das Haushuhn gehört zu den ältesten Nutztieren des Menschen. Es stammt vom Bankivahuhn aus Südostasien ab und wird seit mehreren tausend Jahren gezüchtet.
*'''''gebären''''', mittelhochdeutsch ''gebern'' = ''zu Ende '''getragen''''', dazu gehört auch das Nomen ''[https://klexikon.zum.de/wiki/Geburt Geburt]''
 
*'''''Eimer''''', mittelhochdeutsch ''einber'' = ein Behälter, den man mit '''''ein'''er'' Hand '''''tragen''''' kann
Sprachlich interessant ist die Beziehung zwischen ''Huhn'', ''Hahn'' und ''Henne'':
*'''''Zuber''', '''zu''' ='' zwei, also ein Behälter, den man mit ''zwei'' Händen '''''tragen''''' muss
:* ''Huhn'' bezeichnet die gesamte Tierart.
|- style="vertical-align:top; text-align:center;"
:* ''Hahn'' bezeichnet das männliche Tier.
| colspan="2" |[[File:Pik-Linie.jpg]]
:* ''Henne'' bezeichnet das weibliche Tier.
|-
 
Die Redewendung ''wie die Hühner auf der Stange sitzen'' beschreibt Menschen, die dicht gedrängt nebeneinandersitzen.
|}
|}


==Weiterführende Informationen==
 
{| class="wikitable" style="width: 100%; vertical-align:top;"
 
! style="width: 15%; text-align:left;" | Konjugation:
== Wortbildungen ==
|
Es gibt viele Wortbildungen mit dem Nomen ''Huhn''. In den Wortbildungen steht ''Huhn'' als Letztglied. In der folgenden Tabelle wurden die Beispiele der Wortbildungen nach Bedeutungsgruppen sortiert. Die Wörter sind mit dem [https://www.dwds.de/ Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS)] verlinkt.
{| class="wikitable" style="width: 100%; vertical-align:top;; margin:auto"
{| class="wikitable mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 100%; margin:auto"
!Person
|+Wortbildungen mit dem Grundwort ''Huhn''
! colspan="2" |Gegenwart (Präsens)
!1. Huhn als Tierart (Haus- und Wildhühner)
! colspan="2" |1. Vergangenheit (Präteritum)
|-
! colspan="2" | 2. Vergangenheit (Perfekt)
|[https://www.dwds.de/wb/Bankivahuhn Bankivahuhn], [https://www.dwds.de/wb/Bantamhuhn Bantamhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Brahmahuhn Brahmahuhn], [https://www.dwds.de/wb/Haubenhuhn Haubenhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Haushuhn Haushuhn], [https://www.dwds.de/wb/Italienerhuhn Italienerhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Kammhuhn Kammhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Kotschinchinahuhn Kotschinchinahuhn], [https://www.dwds.de/wb/Lachshuhn Lachshuhn], [https://www.dwds.de/wb/Schopfhuhn Schopfhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Seidenhuhn Seidenhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Weißhuhn Weißhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Zigeunerhuhn Zigeunerhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Zwerghuhn Zwerghuhn], ...
|-
|-
! style="width: 10%" |1. Person
!2. Huhn als Nutzgeflügel (Zucht, Haltung, Landwirtschaft)
| style="width: 15%" |ich entbehre
| style="width: 15%" |wir entbehren
| style="width: 15%" |ich entbehrte
| style="width: 15%" |wir entbehrten
| style="width: 15%" |ich habe entbehrt
| style="width: 15%" |wir haben entbehrt
|-
|-
!2. Person
|[https://www.dwds.de/wb/Batteriehuhn Batteriehuhn], [https://www.dwds.de/wb/Freilandhuhn Freilandhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Hybridhuhn Hybridhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Käfighuhn Käfighuhn], [https://www.dwds.de/wb/Kampfhuhn Kampfhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Landhuhn Landhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Landhuhnrasse Landhuhnrasse], [https://www.dwds.de/wb/Legehuhn Legehuhn], [https://www.dwds.de/wb/Masthuhn Masthuhn], [https://www.dwds.de/wb/Masthuhn Masthuhn], [https://www.dwds.de/wb/Rassehuhn Rassehuhn], [https://www.dwds.de/wb/Stallhuhn Stallhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Zwienutzungshuhn Zwienutzungshuhn], ...
|du entbehrst
|ihr entbehrt
|du entbehrtest
|ihr entbehrtet
|du hast entbehrt
|ihr habt entbehrt
|-
|-
! 3. Person
!3. Huhn als Lebensmittel
|er/sie/es entbehrt
| sie entbehren
|er ... entbehrte
|sie entbehrten
| er ... hat entbehrt
|sie haben entbehrt
|-
|-
|}
|[https://www.dwds.de/wb/Backhuhn Backhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Brathuhn Brathuhn], [https://www.dwds.de/wb/Curryhuhn Curryhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Paprikahuhn Paprikahuhn], [https://www.dwds.de/wb/Perlhuhnbrust Perlhuhnbrust], [https://www.dwds.de/wb/Suppenhuhn Suppenhuhn], ...
|-
|-
! style="text-align:left" |Entstehung:
!4. Huhn als Bezeichnung anderer Vogelarten
|Aus dem Verb ahd. ''beran'', mhd. ''bern'' = tragen, hervorbringen hat sich mit dem altdeutschen Präfix in- = ''nein, nicht'' (als Negation ahd. inberan (9. Jh.), mhd. enbern = ''nicht tragen'' entwickelt. Das ursprüngliche Verb (''beran, bern'') ist schon früh untergegangen und kommt nur noch in einigen Regiolekten vor. Das Präfix ahd. ''in''- und mittelhochdeutsch ''en''- ist in späterer Zeit an das verbreitete Präfix ''ent''- angepasst worden.
|-
|-
! style="text-align:left" |Wortbildungen
|[https://www.dwds.de/wb/Auerhuhn Auerhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Binsenhuhn Binsenhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Birkhuhn Birkhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Blässhuhn Blässhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Blesshuhn Blesshuhn], [https://www.dwds.de/wb/Brahmaputrahuhn Brahmaputrahuhn], [https://www.dwds.de/wb/Feldhuhn Feldhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Felsenhuhn Felsenhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Flughuhn Flughuhn], [https://www.dwds.de/wb/Gabelhuhn Gabelhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Großfußhuhn Großfußhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Haselhuhn Haselhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Hokkohuhn Hokkohuhn], [https://www.dwds.de/wb/Königshuhn Königshuhn], [https://www.dwds.de/wb/Moorhuhn Moorhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Perlhuhn Perlhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Präriehuhn Präriehuhn], [https://www.dwds.de/wb/Purpurhuhn Purpurhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Puthuhn Puthuhn], [https://www.dwds.de/wb/Rackelhuhn Rackelhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Raufußhuhn Raufußhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Rebhuhn Rebhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Rothuhn Rothuhn], [https://www.dwds.de/wb/Satyrhuhn Satyrhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Schneehuhn Schneehuhn], [https://www.dwds.de/wb/Steinhuhn Steinhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Steißhuhn Steißhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Steppenhuhn Steppenhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Sultanshuhn Sultanshuhn], [https://www.dwds.de/wb/Sumpfhuhn Sumpfhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Teichhuhn Teichhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Truthuhn Truthuhn], [https://www.dwds.de/wb/Waldhuhn Waldhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Wasserhuhn Wasserhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Wildhuhn Wildhuhn], ...
([https://de.wiktionary.org/wiki/entbehren entbehren]):
| Nomen: [https://de.wiktionary.org/wiki/Entbehrung Entbehrung], [https://www.dwds.de/wb/Entbehrlichkeit Entbehrlichkeit], [https://www.dwds.de/wb/Unentbehrlichkeit Unentbehrlichkeit]
Adjektive: [https://de.wiktionary.org/wiki/entbehrlich entbehrlich], [https://www.dwds.de/wb/entbehrt entbehrt], [https://www.dwds.de/wb/entbehrungsreich entbehrungsreich], [https://www.dwds.de/wb/entbehrungsvoll entbehrungsvoll], [https://www.dwds.de/wb/langentbehrt langentbehrt], [https://www.dwds.de/wb/unentbehrlich unentbehrlich]
|-
|-
! style="text-align:left" |verwandte Wörter:
!5. Huhn als übertragene oder besondere Benennung
|Es gibt einige Wörter, die mit dem untergegangenen Verb mhd. bern (= tragen) verwandt bzw. hiervon abgeleitet sind. Dazu gehören die oben genannten Wörter ''gebären, Geburt, Eimer'' und ''Zuber''. Hier sind weitere Wörter, denen man diesen Zusammenhang nicht auf den ersten Blick ansehen kann:
|-
|-
!
|[https://www.dwds.de/wb/Gummihuhn Gummihuhn], [https://www.dwds.de/wb/Leichenhuhn Leichenhuhn], [https://www.dwds.de/wb/Unglückshuhn Unglückshuhn], ...
|
*'''Bürde''' = im übertragenen Sinn ''eine Last tragen'' -  ie. *bher(ə), germ. *burþīn, ahd. burdī, mhd. bürde
*'''Bahre''' = Trage, Gestell, auf der ein Toter getragen wird - ie. *bher(ə), germ. *bērō, ahd. bāra (8./9. Jh.), mhd. bāre
*'''Gebärde''' = ie. *bher(ə), ahd. gibārida, mhd. gebærde
*'''gebaren''' = ie. *bher(ə), ahd. gibārōn, mhd. gebāren
*'''gebühren''' (Gebühr) = sich zutragen, zufallen - * bher(ə), germ. *(gi)burjan, ahd. giburien, giburren, mhd. gebürn
|-
|-
!
|Das mittelhochdeutsche Präfix ''en''- (= nicht, nein) führt zusammen mit dem mittelhochdeutschen Verb ''bern'' in der Bedeutung ''heben, erhaben'' auch zu weiteren Verwandtschaften, zum Beispiel: '''''empor''''' (enbore = in die Höhe), '''''empören''''' (enbœ̅ren = erheben). Die gleiche germanische Wurzel haben auch die Wörter '''''Berg''''' (* bherg̑os-, <abbr>germ.</abbr> *berga-, mhd. berc = hoch erhaben) und '''''Burg''''' (<abbr>germ.</abbr> *burg-, mhd. burc = befestigte Höhe). Damit sind auch viele Vor- und Ortsnamen mit dem untergegangenen althochdeutschen Verb ''beran'' verwandt, von ''Birgit'' (die Erhabene) und Ingeborg bis Augsburg und Wittenberg.
|}
|}
Deutlich häufiger kommt die Pluralform mit Umlaut, ''Hühner'', in Wortbildungen vor. In der Wortbildung kommt die Pluralform (von wenigen Ausnahmen abgesehen) nur als Erstglied vor. In der folgenden Tabelle sind Beispiele für die Wortbildungen in Bedeutungsgruppen aufgelistet. Die Wörter sind mit dem [https://www.dwds.de/ Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS)] verlinkt.


==Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 100%; margin:auto"
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
|+Wortbildungen mit dem Grundwort ''Hühner''
| colspan="2" | Das zugrunde liegende gemeingermanische Verb ''beran, ber'' ist ausgestorben. Erhalten geblieben ist das Morphem ''ber'' nur in der ursprünglich verneinenden Bedeutung mit dem Präfix ''ent-''. Hiervon sind auch alle Wortbildungen mit dem Morphem ''ent-'' + ''behr'' abgeleitet.
!1. Hühner als Tiere (Körperteile, Krankheiten, Verhalten)
|-
|[https://www.dwds.de/wb/Hühnerbein Hühnerbein], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerbiss Hühnerbiss], [https://www.dwds.de/wb/hühnerblind hühnerblind], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerblut Hühnerblut], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerdarm Hühnerdarm], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerdreck Hühnerdreck], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerdung Hühnerdung], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerei Hühnerei], [https://www.dwds.de/wb/hühnereigroß hühnereigroß], [https://www.dwds.de/wb/Hühnereiweiß Hühnereiweiß], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerfeder Hühnerfeder], [https://www.dwds.de/wb/Hühnergackern Hühnergackern], [https://www.dwds.de/wb/Hühnergelege Hühnergelege], [https://www.dwds.de/wb/Hühnergrind Hühnergrind], [https://www.dwds.de/wb/Hühnergrippe Hühnergrippe], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerhaufen Hühnerhaufen], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerkacke Hühnerkacke], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerkadaver Hühnerkadaver], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerkamm Hühnerkamm], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerkopf Hühnerkopf], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerkot Hühnerkot], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerkralle Hühnerkralle], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerküken Hühnerküken], [https://www.dwds.de/wb/Hühnermist Hühnermist], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerpest Hühnerpest], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerschar Hühnerschar], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerscheiße Hühnerscheiße], [https://www.dwds.de/wb/Hühnervolk Hühnervolk], ...
|-
!2. Hühnerhaltung, Zucht und Landwirtschaft
|-
|[https://www.dwds.de/wb/Hühnerbaron Hühnerbaron], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerbestand Hühnerbestand], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerdieb Hühnerdieb], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerfabrik Hühnerfabrik], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerfarm Hühnerfarm], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerfutter Hühnerfutter], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerhalter Hühnerhalter], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerhaltung Hühnerhaltung], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerjagd Hühnerjagd], [https://www.dwds.de/wb/Hühnermast Hühnermast], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerproduktion Hühnerproduktion], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerrasse Hühnerrasse], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerschlachtung Hühnerschlachtung], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerzucht Hühnerzucht], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerzüchter Hühnerzüchter], ...
|-
!3. Hühner als Lebensmittel
|-
|[https://www.dwds.de/wb/Hühnerbouillon Hühnerbouillon], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerbraten Hühnerbraten], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerbrühe Hühnerbrühe], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerbrust Hühnerbrust], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerfilet Hühnerfilet], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerfleisch Hühnerfleisch], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerfrikassee Hühnerfrikassee], [https://www.dwds.de/wb/Hühnergericht Hühnergericht], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerkeule Hühnerkeule], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerklein Hühnerklein], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerkoch Hühnerkoch], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerleber Hühnerleber], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerpaste Hühnerpaste], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerragout Hühnerragout], [https://www.dwds.de/wb/Hühnersalat Hühnersalat], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerschlegel Hühnerschlegel], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerschnitzel Hühnerschnitzel], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerspieß Hühnerspieß], [https://www.dwds.de/wb/Hühnersuppe Hühnersuppe], ...
|-
!4. Hühner als Lebensraum und Ausstattung
|-
|[https://www.dwds.de/wb/Hühnergehege Hühnergehege], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerhaus Hühnerhaus], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerhof Hühnerhof], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerkäfig Hühnerkäfig], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerlatte Hühnerlatte], [https://www.dwds.de/wb/Hühnernest Hühnernest], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerstall Hühnerstall], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerstange Hühnerstange], [https://www.dwds.de/wb/Hühnersteige Hühnersteige], [https://www.dwds.de/wb/Hühnertreppe Hühnertreppe], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerzwinger Hühnerzwinger], ...
|-
!5. Hühner als andere Tier- oder Pflanzennamen
|-
|[https://www.dwds.de/wb/Hühnerfloh Hühnerfloh], [https://www.dwds.de/wb/Hühnergans Hühnergans], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerhabicht Hühnerhabicht], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerlaus Hühnerlaus], [https://www.dwds.de/wb/Hühnervogel Hühnervogel], ...
|-
!6. Hühner in übertragenen oder bildlichen Benennungen
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|[https://www.dwds.de/wb/Hühnerauge Hühnerauge], [https://www.dwds.de/wb/Hühneraugenpflaster Hühneraugenpflaster], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerbeige Hühnerbeige], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerbucht Hühnerbucht], [https://www.dwds.de/wb/Hühnergott Hühnergott], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerhaut Hühnerhaut], [https://www.dwds.de/wb/Hühner-KZ Hühner-KZ], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerleid Hühnerleid], [https://www.dwds.de/wb/Hühnermädchen Hühnermädchen], [https://www.dwds.de/wb/Hühnerposten Hühnerposten], ...
|Das Morphem ''behr'' ist in dieser Bedeutung daher<span style="color:green"> '''ein unikales Morphem'''</span>.
|-
|-
|}
|}


[[#top | Seitenanfang]]<br>
== Redensarten und Sprichwörter mit „Huhn“ ==
<div style=font-size:1.2em>
'''Das Huhn als ängstliches und schreckhaftes Tier'''</div>
Hühner reagieren schnell auf ungewohnte Geräusche oder Gefahren. Deshalb stehen sie in vielen Redensarten für Unsicherheit, Angst und Orientierungslosigkeit.
 
* '''herumlaufen wie ein aufgescheuchtes Huhn'''
* '''wie ein kopfloses Huhn herumlaufen'''
* '''dastehen wie das Huhn vorm Messer'''
* '''wie ein nasses Huhn aussehen'''
 
'''Bedeutung:''' Die Redensarten beschreiben Menschen, die hektisch, ratlos, verängstigt oder hilflos wirken.
 
<div style=font-size:1.2em>
'''Das Huhn als Bewohner des Hühnerstalls'''</div>
In einem Hühnerstall geht es oft laut und lebhaft zu. Viele Hühner laufen durcheinander und machen Geräusche.
 
* '''wie im Hühnerstall'''
* '''ein Hühnerhaufen sein'''
* '''ein Gegacker wie im Hühnerstall'''
 
'''Bedeutung:''' Die Redensarten beschreiben Unordnung, Lärm und durcheinanderes Verhalten.
 
<div style=font-size:1.2em>
'''Das Huhn als Symbol für geringe Klugheit'''</div>
Hühner gelten im Volksglauben nicht als besonders kluge Tiere. Deshalb entstanden einige Redensarten über Vergesslichkeit oder mangelndes Nachdenken.
 
* '''ein Hühnerhirn haben'''
* '''ein dummes Huhn sein'''
* '''hirnlos wie ein Huhn'''
 
'''Bedeutung:''' Die Redensarten beschreiben Menschen, die unüberlegt handeln oder als wenig klug gelten.
 
<div style=font-size:1.2em>
'''Das Huhn als Eierleger'''</div>
Hühner liefern Eier und waren früher für viele Familien besonders wertvoll. Deshalb entstanden Redensarten über Glück, Gewinn und Vorsicht.
 
* '''auch ein blindes Huhn findet einmal ein Korn'''
* '''das Huhn schlachten, das die goldenen Eier legt'''
* '''man soll die Hühner nicht zählen, bevor sie ausgeschlüpft sind'''
* '''lieber ein Ei heute als ein Huhn morgen'''
 
'''Bedeutung:''' Die Redensarten handeln von Glück, Nutzen, Geduld und vernünftigem Handeln.
 
<div style=font-size:1.2em>
'''Das Huhn als Symbol für das Unmögliche'''</div>
Manche Sprichwörter beschreiben etwas, das niemals eintreten wird.
 
* '''wenn die Hühner Zähne hätten'''
 
'''Bedeutung:''' Etwas ist äußerst unwahrscheinlich oder praktisch unmöglich.
 
<div style=font-size:1.2em>
'''Zusammenfassung'''</div>
Die meisten Redensarten mit '''Huhn''' beziehen sich auf:
 
# '''Angst und Unsicherheit'''
# '''Lärm und Unordnung'''
# '''Dummheit oder Gedankenlosigkeit'''
# '''Eier, Glück und Nutzen'''
# '''Unwahrscheinliche Ereignisse'''
 
Das Huhn erscheint in der Sprache meist als einfaches Haustier des Alltags. Viele Redensarten spiegeln Beobachtungen wider, die Menschen über Jahrhunderte auf Bauernhöfen gemacht haben.
 
Gemeinsam betrachtet zeigen die Redensarten ein interessantes Bild:
 
* Der '''Hahn''' steht für '''Stolz, Macht und Aufmerksamkeit'''.
* Die '''Henne''' steht für '''Fürsorge, Eier und Schutz'''.
* Das '''Huhn''' steht für '''Alltag, Angst, Unordnung und Lebenserfahrung'''.
 
So ergänzen sich Hahn, Henne und Huhn in der deutschen Sprache zu einem ganzen Netz von Bildern und Vorstellungen.
 
[[#top |Seitenanfang]]<br>
 
==Belege/Quellen==
==Belege/Quellen==
[https://www.dwds.de/wb/entbehren DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/entbehren Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de/#0 Wörterbuchnetz] (versch. Wörterbücher, vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=E01271 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=E02069 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=E04551 Grimm]), [https://www.owid.de/artikel/125066 OWID], [https://www.zdl.org/?q=entbehren ZDL] sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: [https://www.duden.de/rechtschreibung/entbehren Duden Online-Wörterbuch], [https://www.wissen.de/search/all?keyword=entbehren wissen.de], [https://www.wortbedeutung.info/entbehren/ Wortbedeutung.info]


[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
[https://www.dwds.de/wb/Huhn DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Huhn Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] (hier vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=H03497 Adelung], [https://bdo.badw.de/suche?lemma=Huhn BDO], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=H12950 Grimm], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=H07182 Goethe], [https://www.kruenitz1.uni-trier.de/xxx/h/kh04766.htm Krünitz]), [https://www.zdl.org/?q=Huhn ZDL]; [https://de.wikipedia.org/wiki/Haushuhn Wikipedia], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Huhn Duden-online] (nicht werbefrei)
 
<br>
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
|'''zu den Wortgeschichten [[Hahn|''Hahn'']] und [[Henne|''Henne'']]
|-
|[[Huhn|'''zurück zur Wortgeschichte ''Huhn''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
__INDEX__


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=erwähnen=
 
=Hai=
<div style="font-size:1.2em">
Ein Hai ist ein großer Raubfisch, der in allen Meeren der Erde lebt. Das Wort schreiben wir mit <ai>. Diese ungewöhnliche Schreibung stammt wahrscheinlich aus einer nordischen Sprache.
</div>
----
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffff00;font-size: 1.2em"
|Warum schreibt man Hai mit ai, obwohl man doch ein ei hört?
|}
{| style="width: 100%; text-align: right"
|H. G., Klasse 3, Köln
|-
|}
__TOC__
__TOC__
==Hinweise zum Wort ''erwähnen'' ==
 
==Diskussion==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
| a) etwas beiläufig anmerken
b) etwas urkundlich nennen, anführen
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''a) Er hat in unserem Gespräch gestern gar nicht erwähnt, dass er vor drei Wochen operiert wurde.''
b) Der Name unserer Stadt wurde bereits im 12. Jahrhundert in einer Urkunde erwähnt.
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|Wortart: Verb; ich erwähne, du erwähnst, er/sie/es erwähnt, wir erwähnen; wir haben erwähnt
Worttrennung: er-wäh-nen; Aussprache: [ɛɐ̯ˈvɛːnən]
|- style="vertical-align:top;"
|'''Herkunft:'''
|Das Wort ist von dem ausgestorbenen mittelhochdeutschen Wort ''ge-wähenen'' = ''sagen, berichten, gedenken'' abgeleitet. Hieraus entwickelte sich später unsere heutige Bedeutung.
|- style="vertical-align:top; text-align:center;"
| colspan="2" |[[File:Pik-Linie.jpg]]
|-
|-
|}
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Laut.jpg | 120px | link=Frau Laut|Frau Laut]]
==Weiterführende Informationen==
|Das ist eine sehr kluge Frage. Wir hören ''ei'' und schreiben <ai>. Es gibt einige Wörter, die wir etwas anders schreiben, als wir es zunächst vermuten. Oft sind es ganz alte Wörter, die ihre Schreibung nie geändert haben, obwohl wir sie heute anders sprechen. Diese Wörter kann uns meist Herr Alt erklären. Es gibt aber auch Wörter, die wir aus anderen Sprachen übernommen haben. Hierfür ist Frau Fremd zuständig. Also liebe Kollegen, können Sie die Frage beantworten?
{| class="wikitable" style="width: 100%; vertical-align:top;"
! style="width: 15%; text-align:left;" |Konjugation:
|
{| class="wikitable" style="width: 100%; vertical-align:top;; margin:auto"
!Person
! colspan="2" |Gegenwart (Präsens)
! colspan="2" | 1. Vergangenheit (Präteritum)
! colspan="2" |2. Vergangenheit (Perfekt)
|-
|-
! style="width: 10%" |1. Person
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
| style="width: 15%" |ich erwähne
|Es kann sein, dass dies ein sehr altes Wort ist.  In meinen alten Wörterbüchern habe ich aber keinen ''Hai'' gefunden. In meinen alten Wörterbüchern habe ich Formen gefunden, die auf nordische Sprachen zurückgehen. Liebe Frau Fremd: Wissen Sie woher das Wort kommt?
| style="width: 15%" |wir erwähnen
| style="width: 15%" |ich erwähnte
| style="width: 15%" |wir erwähnten
| style="width: 15%" |ich habe erwähnt
| style="width: 15%" |wir haben erwähnt
|-
|-
!2. Person
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Fremd.jpg | 120px | link=Frau Fremd|Frau Fremd]]
|du erwähnst
|Wahrscheinlich haben wir das Wort aus dem Niederländischen übernommen. Die Niederländer waren früher berühmte Seefahrer. Dort heißt der Fisch ''haai''. Noch ältere verwandte Wörter finden wir in Island. Vermutlich bezeichnete das Wort ursprünglich einen Haken oder Pflock. Die spitze Rückenflosse eines ''Hais'' erinnert tatsächlich ein wenig an einen Haken.
|ihr erwähnt
|du erwähntest
|ihr erwähntet
|du hast erwähnt
|ihr habt erwähnt
|-
|-
!3. Person
| rowspan="2" style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|er/sie/es erwähnt
|Der Hai ist ein Raubfisch. In Wortzusammensetzungen wird das Wort ''Hai'' manchmal auch übertragen verwendet. Dann meint es einen Menschen, der andere ausnutzt:
|sie erwähnen
|er ... erwähnte
|sie erwähnten
|er ... hat erwähnt
|sie haben erwähnt
|-
|-
|
:Wer andere mit überhöhten Zinsen für Kredite ausraubt, den nennt man ''Kredithai''.
:Wer Menschen mit zu hohen Mieten belastet, wird manchmal ''Miethai'' genannt.
:Ein ''Finanzhai'' ist jemand, der andere zu riskanten Geldgeschäften verleitet.
|}
|}
{|style="width: 100%"
|- style="vertical-align:top; text-align:center;"
| [[File:Pik-Linie.jpg]]
|-
|-
! style="text-align:left" |Entstehung:
|}
|<abbr>ahd.</abbr> giwahanen neben giwahan, <abbr>mhd.</abbr> gewähenen, seit 16. Jh. als erwähnen im heutigen Sinne belegt.
 
in Abgrenzung hierzu und nicht verwandt: ahd. mhd. wān, wōn = Vermutung, Meinung, Hoffnung, Erwartung, Vorstellung, Scheu (sh. [https://www.dwds.de/wb/Wahn#etymwb-1 DWDS]); ab 16. Jh. = Selbsttäuschung, ab 18. Jh. trügerische Vorstellung, Medizin: krankhafte Erscheinung, zwanghafte Einbildung
==Weiterführende Informationen==
 
===Modellwortschatz===
<div style="font-size:1.2em">
Das Wort '''Hai''' gehört zum '''Modellwortschatz'''.
</div>
 
<gallery widths="300px" heights="200px" perrow="2">
File:MWS-684-VS.jpg
File:MWS-684-RS.jpg
</gallery>
<div style="font-size:1.2em">
Du kannst dir auch einige [https://cloude.collishop.de/mws/index.php?n=684 Fremdsprachen] anhören.
</div>
 
===Hinweise zum Wort ''Hai''===
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|a) großer Raubfisch der Meere
b) übertragen: rücksichtsloser Mensch
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Der Hai schwamm ruhig durch das Wasser.''
|- style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
! style="text-align:left" |Bedeutungs-
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Nomen, maskulin, '''der Hai'''
 
'''Worttrennung:''' -


Unterschied:
'''Aussprache:''' [haɪ̯]
|''Die Stadt Soest wurde bereits 836 urkundlich erwähnt.'' ''In einer alten Urkunde steht, dass die Stadt Lübeck bereits 1160 das Stadtrecht erhalten hat.'' Im ersten Beispiel bedeutet ''erwähnen'', dass Soest möglicherweise schon sehr viel früher das Stadtrecht verlieben bekommen hat. Es bedeutet nicht, dass Soest 836 das Stadtrecht erhalten hat.
|-
|-
! style="text-align:left" |Wortbildungen:
|}
|Adjektivbildungen: [https://www.dwds.de/wb/ersterwähnt ersterwähnt], [https://de.wiktionary.org/wiki/erwähnenswert erwähnenswert], [https://www.dwds.de/wb/erwähntermaßen erwähntermaßen], [https://www.dwds.de/wb/obenerwähnt obenerwähnt], [https://www.dwds.de/wb/vorerwähnt vorerwähnt], [https://de.wiktionary.org/wiki/unerwähnt unerwähnt],
Nomenbildungen: [https://www.dwds.de/wb/Ersterwähnung Ersterwähnung],  [https://www.dwds.de/wb/Nichterwähnung Nichterwähnung], [https://www.dwds.de/wb/Obenerwähnte Obenerwähnte],
|- style="vertical-align:top;"
! style="text-align:left" |Ableitungen:
|Grundwort: [https://de.wiktionary.org/wiki/erwähnen erwähnen], Adjektiv: [https://de.wiktionary.org/wiki/erwähnt erwähnt], Nomen: [https://de.wiktionary.org/wiki/Erwähnung Erwähnung],


|- style="vertical-align:top;"
===Wortformen===
! style="text-align:left" |Interessantes:
<div style="font-size:1.2em">
|
Das Wort ''Hai'' ist ein männliches Nomen.
|}
</div>


== Unikales Morphem ?==
{| class="wikitable" style="width: 60%; vertical-align:top;margin:auto; font-size:1.2em"
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
!style="width: 14%"|
| colspan="2" |Das Morphem ''wähn'' kommt in dieser Bedeutung nicht isoliert vor. Wortbildungen kommen nur zusammen mit dem Präfix er- vor. Es gibt keinen Bedeutungszusammenhang zwischen dem Morphem ''wähn'' in ''erwähnen'' und ''wähn'' im Verb ''wähnen'' (Grundwort ''Wahn'').
!style="width: 20%"|
!style="width: 33%"|Singular
!style="width: 33%"|Plural
|-
!style="text-align:left"|1. Fall
!Nominativ
|der Hai
|die Haie
|-
!style="text-align:left"|2. Fall
!Genitiv
|des Hais
|der Haie
|-
!style="text-align:left"|3. Fall
!Dativ
|dem Hai
|den Haien
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
!style="text-align:left"|4. Fall
|Das Morphem ''wähn'' ist daher<span style="color:green"> '''ein unikales Morphem'''</span>.
!Akkusativ
|den Hai
|die Haie
|-
|-
|}
|}


[[#top | Seitenanfang]]<br>
[[#top | Seitenanfang]]</br>
==Belege/Quellen ==
[https://www.dwds.de/wb/xxx DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/erw%C3%A4hnen Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de/#0 Wörterbuchnetz] (versch. Wörterbücher, vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=E02122#0 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=T01086 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=D01703 Grimm]), [https://www.owid.de/suche/wort?wort=test OWID], [https://www.zdl.org/?q=test ZDL] sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: [https://www.duden.de/rechtschreibung/Test Duden Online-Wörterbuch], [https://www.wissen.de/search/all?keyword=Test wissen.de], [https://www.wortbedeutung.info/test Wortbedeutung.info]


[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
----
----
</br>
{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Info - Hai| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''Hai''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
__INDEX__


----
----
=Fronleichnam=
__TOC__
==Hinweise zum Wort ''Fronleichnam''==
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|Fronleichnam ist für katholische Christinnen und Christen ein wichtiger Feiertag. An diesem Tag erinnern sie an das Abendmahl, dass Jesus Christus mit seinen Jüngern am Tag vor seinem Tod gefeiert hat. Die Kommunion ist hierfür ein wichtiges Zeichen, dass Christus in uns weiterlebt (Hostie als Leib Christi).
|- style="vertical-align:top;"
|'''Beispielsatz:'''
|''Am zweiten Donnerstag nach Pfingsten feiern die katholischen Christen das Fronleichnamfest.''
|- style="vertical-align:top;"
|'''Wortinfo:'''
|Wortart: Nomen, (der) Fronleichnam - meist ohne Artikel, kein Plural;
Worttrennung: Fron-leich-nam


Aussprache: [froːn'laɪ̯çnaːm]
=Info - Hai=
|- style="vertical-align:top;"
 
|'''Herkunft:'''
Das Wort ''Hai'' wurde vermutlich aus dem Niederländischen übernommen. Seine weitere Herkunft führt wahrscheinlich in den nordgermanischen Sprachraum. Die Schreibung mit <ai> erklärt sich dadurch, dass das Wort kein ursprünglich deutsches Erbwort ist.
|Der erste Teil des Wortes (fron) ist ein altdeutsches Wort (frōno). Es bedeutete zunächst ''Herr, Herrschaft''. Das zugehörige Adjektiv vrōn bedeutete demnach herrschaftlich. Später wurde es in den christlichen Kirchen auf die Bedeutung ''Herr'' (= Gott, Jesus Christus) und das Adjektiv auf ''heilig'' bzw. ''göttlich'' verengt.
 
----
 
==Weiterführende Informationen zum Wort ''Hai''==
 
===Modellwortschatz===
 
Das Wort '''Hai''' gehört zum '''Modellwortschatz''' (siehe Karteikarte: [[:File:MWS-684-VS.jpg|Vorderseite]], [[:file:MWS-684-RS.jpg|Rückseite]]).


''Leichnam'' bezeichnet einen toten menschlichen Körper. Die Bedeutung dieses Wortes findest du beim Stichwort [[Leichnam]] näher beschrieben.
Du kannst dir auch einige [https://cloude.collishop.de/mws/index.php?n=684 Fremdsprachen] anhören.


Das Wort ''Fronleichnam'' bedeutet demnach ''der Leib des Herrn'', bzw. ''der Leib des verstorbenen Jesus Christus''.
===Herkunft===
|- style="vertical-align:top; text-align:center;"
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
| colspan="2" |[[File:Pik-Linie.jpg]]
| style="width: 15%; vertical-align:top;" | '''Entstehung:'''
|ie. *k̑ā̌k-, *k̑ank- = Ast, Zweig, Pflock
:⇒ germ. *hanh- = spitzer Pflock, Holznagel
::⇒ nordgerm. ''hár'' = Pflock, Dolle
:::⇒ isl. ''hár'' = Dolle, Hai
::::⇒ nl. ''haai'' = Hai
:::::⇒ dt. ''Hai''
|-
|-
|}
|}


==Weiterführende Informationen==
===Wortgeschichte===
{| style="width: 100%; vertical-align:top;"
 
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Entstehung:'''
[[file:Bi-W-H_Hai_Keipen.jpg | rechts | 250px]]
|'''Fron:''' germ. *frawan-, ahd. frāho, frōno, mhd. vrōn = ''Herrscher, Herr, König, Gott'', dann explizit auf ''Jesus Christus'' bezogen;
Aus dem germ. *hanh = spitzer Holzpflock entwickelte sich im isländischen ''hár'' die Doppelbedeutung ''Pflock'', ''Dolle'' und ''Hai''. Die ''Dolle'' ist die Halterung in der die Ruderblätter beim Ruderboot eingehängt werden. Diese Dolle war früher aus Holz und sah im Mittelalter bei den Wikingern noch ganz anders aus als bei uns heute. Schau dir einmal das Bild rechts an. Es zeigt die ''Keipe'' (so hieß die Dolle bei den Wikingern) eines Wikingerbootes. Und diese ''Keipe'' hat schon sehr viel Ähnlichkeit mit der Rückenflosse eines ''Hais''. So ist diese Doppelbedeutung entstanden.
 
Die Niederländer waren über Jahrhunderte eine große Seefahrernation. Dort ist das nordische ''har'' bzw. ''haj'' bereits seit Mitte des 15. Jh. belegt (mnl. ''hay'', nl. ''haai''). Im deutschsprachigen Raum wurde das Wort aus den Niederlanden übernommen, zunächst ''Hay'', später ''Hai''. In Reiseberichten ist es seit Mitte des 17. Jh. belegt.
 
== Wortbildungen ==
 
===Wörterliste, Beispiele===
 
Das Grundwort ''Hai'' kommt in vielen Wortbildungen vor. Besonders häufig sind Bezeichnungen einzelner Haiarten (Hai als Letztglied). Von den über 700 bekannten Haiarten enthalten rd. 500 Namen das Wort ''Hai''. die folgende Tabelle enthält einige Beispiele, die zum größten Teil auch in Online-Wörterbüchern aufgeführt werden.


'''Leichnam:''' (siehe [[Leichnam]]) ahd. līhhamo, mhd. līcham(e), līchname = Leib, Körper, toter menschlicher Körper, Leiche
{| class="wikitable mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 100%;"
|+ Wortbildungen mit dem Grundwort Hai
|-
!style="width: 10%; vertical-align:top" |Erstglied:
|[https://www.dwds.de/wb/Haiangriff Haiangriff], [https://www.dwds.de/wb/Haifisch Haifisch], [https://www.dwds.de/wb/Haifischbecken Haifischbecken], [https://www.dwds.de/wb/Haifischflosse Haifischflosse], [https://www.dwds.de/wb/Haifischflossensuppe Haifischflossensuppe], [https://www.dwds.de/wb/Haifischgebiss Haifischgebiss], [https://www.dwds.de/wb/Haifischhaut Haifischhaut], [https://www.dwds.de/wb/Haifischmaul Haifischmaul], [https://www.dwds.de/wb/Haifischmeer Haifischmeer], [https://www.dwds.de/wb/Haifischteich Haifischteich], [https://www.dwds.de/wb/Haifischzahn Haifischzahn], ...
|-
!style="vertical-align:top"|Letztglied:
|[https://www.dwds.de/wb/Ammenhai Ammenhai], [https://www.dwds.de/wb/Blauhai Blauhai], [https://www.dwds.de/wb/Borneohai Borneohai], [https://www.dwds.de/wb/Breitflossenhai Breitflossenhai], [https://www.dwds.de/wb/Bronzehai Bronzehai], [https://www.dwds.de/wb/Bullenhai Bullenhai], [https://www.dwds.de/wb/Dolchnasenhai Dolchnasenhai], [https://www.dwds.de/wb/Dornhai Dornhai], [https://www.dwds.de/wb/Eishai Eishai], [https://www.dwds.de/wb/Feinzahnhai Feinzahnhai], [https://www.dwds.de/wb/Fleckzahnhai Fleckzahnhai], [https://www.dwds.de/wb/Galapagoshai Galapagoshai], [https://www.dwds.de/wb/Gangeshai Gangeshai], [https://www.dwds.de/wb/Glatthai Glatthai], [https://www.dwds.de/wb/Großnasenhai Großnasenhai], [https://www.dwds.de/wb/Hammerhai Hammerhai], [https://www.dwds.de/wb/Hartnasenhai Hartnasenhai], [https://www.dwds.de/wb/Heringshai Heringshai], [https://www.dwds.de/wb/Hornhai Hornhai], [https://www.dwds.de/wb/Katzenhai Katzenhai], [https://www.dwds.de/wb/Koboldhai Koboldhai], [https://www.dwds.de/wb/Krokodilshai Krokodilshai], [https://www.dwds.de/wb/Küstenhai Küstenhai], [https://www.dwds.de/wb/Lachshai Lachshai], [https://www.dwds.de/wb/Menschenhai Menschenhai], [https://www.dwds.de/wb/Milchhai Milchhai], [https://www.dwds.de/wb/Nasenhai Nasenhai], [https://www.dwds.de/wb/Pondicherryhai Pondicherryhai], [https://www.dwds.de/wb/Riesenhai Riesenhai], [https://www.dwds.de/wb/Riesenmaulhai Riesenmaulhai], [https://www.dwds.de/wb/Sandbankhai Sandbankhai], [https://www.dwds.de/wb/Sandtigerhai Sandtigerhai], [https://www.dwds.de/wb/Schildzahnhai Schildzahnhai], [https://www.dwds.de/wb/Schlafhai Schlafhai], [https://www.dwds.de/wb/Schlitzaugenhai Schlitzaugenhai], [https://www.dwds.de/wb/Schwarzfleckhai Schwarzfleckhai], [https://www.dwds.de/wb/Schwarzhai Schwarzhai], [https://www.dwds.de/wb/Schwarznasenhai Schwarznasenhai], [https://www.dwds.de/wb/Schweinsaugenhai Schweinsaugenhai], [https://www.dwds.de/wb/Seidenhai Seidenhai], [https://www.dwds.de/wb/Silberspitzenhai Silberspitzenhai], [https://www.dwds.de/wb/Spatennasenhai Spatennasenhai], [https://www.dwds.de/wb/Speerzahnhai Speerzahnhai], [https://www.dwds.de/wb/Stachelhai Stachelhai], [https://www.dwds.de/wb/Stierkopfhai Stierkopfhai], [https://www.dwds.de/wb/Tigerhai Tigerhai], [https://www.dwds.de/wb/Urhai Urhai], [https://www.dwds.de/wb/Walbuchthai Walbuchthai], [https://www.dwds.de/wb/Walhai Walhai], [https://www.dwds.de/wb/Weißnasenhai Weißnasenhai], [https://www.dwds.de/wb/Weißwangenhai Weißwangenhai], [https://www.dwds.de/wb/Zitronenhai Zitronenhai], ...
|-
|}


'''Fronleichnam:''' mhd. vrōnlīcham, ''der vrōne līcham'' = der Leib des Herrn; ahd. frōn = Herr, Plural frōno = Herren, Götter
===Bedeutungsgruppen===
|- style="vertical-align:top;"
Die Namen der meisten ''Haie'', die das Grundwort enthalten, können in fünf Bedeutungsgruppen geordnet werden. Somit ist diese Bezeichnung der ''Haie'' ein gutes Beispiel dafür, wie Tiere einer größeren Gruppe in der Biologie (deutsche Namen) benannt werden.
|'''Wortbildungen:'''
{| class="wikitable mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 100%; margin:auto"
| [https://de.wiktionary.org/wiki/Fronleichnam Fronleichnam], [https://www.dwds.de/wb/Fronleichnamsfeier Fronleichnamsfeier], [https://de.wiktionary.org/wiki/Fronleichnamsfest Fronleichnamsfest], [https://www.dwds.de/wb/Fronleichnamsgottesdienst Fronleichnamsgottesdienst], [https://de.wiktionary.org/wiki/Fronleichnamsprozession Fronleichnamsprozession], [https://www.dwds.de/wb/Fronleichnamstag Fronleichnamstag], [https://www.dwds.de/wb/Fronleichnamsspiel Fronleichnamsspiel],
|+ Wortbildungen mit dem Grundwort ''Hai''
|- style="vertical-align:top;"
!1. Körpermerkmale
|'''Ableitungen:'''
|-
|[https://de.wiktionary.org/wiki/Fron Fron], [https://de.wiktionary.org/wiki/fronen fronen], [https://de.wiktionary.org/wiki/fr%C3%B6nen frönen]; [https://de.wiktionary.org/wiki/fr%C3%B6nen Leichnam]
|Benennung nach Körperteilen, Form, Größe oder besonderen Merkmalen.
|-
|'''Beispiele:''' Breitflossenhai, Hammerhai, Großnasenhai, Riesenmaulhai, Speerzahnhai, Weißwangenhai
|-
!2. Farbe oder Lebensraum
|-
|Benennung nach Färbung oder Lebensraum.
|-
|'''Beispiele:''' Blauhai, Bronzehai, Küstenhai, Sandbankhai, Eishai
|-
!3. Ähnlichkeit mit anderen Tieren
|-
|Benennung nach Ähnlichkeiten zu anderen Tieren.
|-
|'''Beispiele:''' Bullenhai, Katzenhai, Krokodilshai, Tigerhai, Walhai
|-
!4. Geografische Herkunft
|-
|'''Beispiele:''' Borneohai, Galapagoshai, Gangeshai, Pondicherryhai
|-
!5. Sonstige zoologische Benennungen
|-
|'''Beispiele:''' Ammenhai, Koboldhai, Milchhai, Schlafhai, Urhai
|-
|}


|- style="vertical-align:top;"
===''Hai'' in übertragener Bedeutung ===
|'''Interessantes:'''
Der Name ''Hai'' wird auch als Bild für einen rücksichtslosen Menschen verwendet. Hier ist der ''Hai'' als ein räuberischer Fisch der Namensgeber.
|In der ZDF-Mediathek der Kinderseite [https://www.logo.de/einfach-erklaert-alle-videos-100.html Logo] ist ein lesenswerte kurze Beschreibung über den [https://www.logo.de/was-ist-fronleichnam-102.html Feiertag Fronleichnam] (siehe auch [https://www.logo.de/suche?q=Der+Feiertag+Fronleichnam&type=all&page=1 Feiertage]). Auch af der Seite der [https://kiwithek.wien/index.php/Hauptseite KiwiThek] ist eine gute Zusammenfassung für Kinder über das [https://kiwithek.wien/index.php?title=Fronleichnam&mobileaction=toggle_view_mobile Fronleichnamfest].
{| class="wikitable mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 100%; margin:auto"
|+ Der Gebrauch des Wortes ''Hai'' in übertragener Bedeutung
|-
!Grundwort
!Kurze Erläuterung
|-
|Finanzhai
|Person, die andere im Finanzbereich rücksichtslos ausnutzt
|-
|Geldhai
|besonders habgieriger Mensch
|-
|Immobilienhai
|Person oder Unternehmen, das auf dem Immobilienmarkt andere ausnutzt
|-
|Kredithai
|Person oder Firma, die Kredite zu unfairen Bedingungen vergibt
|-
|Miethai
|Vermieter, der Mieter ausnutzt
|-
|Wohnungshai
|Person oder Unternehmen, das Wohnungssuchende benachteiligt
|-
|}
|}
Wenn du wissen möchtest, was ein Wort bedeutet, dann klicke auf das Wort. Du gelangst dann zum [https://de.wiktionary.org/wiki/Wiktionary:Deutsch Online Wörterbuch Wiktionary]. Wörter die in diesem Wörterbuch nicht vorkommen sind mit dem [https://www.dwds.de/wb/ Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache] (DWDS) verlinkt. Dort findest du Informationen zum Wort, zur Wortart, Bedeutung, Herkunft und Beispielsätze. Zu Wörtern die im Stammverzeichnis dieses Wörterbuches nicht eingetragen sind findest du im DWDS Beispielsätze und Informationen zur Häufigkeit dieses Wortes in verschiedenen Textkorpora.


==Unikales Morphem ?==
==Redensarten==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
 
| colspan="2" |Die Morpheme ''fron'' und ''leich'' kommen auch isoliert (Fron, Leiche) und in anderen Wortbildungen vor.
Das Wort ''Hai'' kommt nur sehr selten in Redensarten vor. Häufiger wird es in Vergleichen und in übertragener Bedeutungen verwendet.
 
{| class="wikitable" style="width:100%"|
!style="width:25%"|Redensart / Mehrwortausdruck
!Kurze Beschreibung
|-
|'''ein großer Hai in der Finanzwelt'''
|eine besonders mächtige, einflussreiche oder wohlhabende Person im Finanzwesen; oft mit dem Beiklang von Rücksichtslosigkeit oder Gewinnsucht
|-
|'''unter Haien schwimmen'''
|sich in einer Umgebung bewegen, in der starke Konkurrenz herrscht und man ständig auf der Hut sein muss
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-rot.jpg]]
|'''ein Hai im Geschäftsleben'''
|Die Morpheme ''fron'' und ''leich'' sind daher<span style="color:red"> '''keine unikale Morpheme'''</span>.
|ein rücksichtsloser, durchsetzungsstarker Geschäftsmann oder Unternehmer, der vor allem auf den eigenen Vorteil bedacht ist
|-
|-
| colspan="2" |Das Morphem ''nam'' kommt in dieser Bedeutung im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und auch in keinen anderen Wortbildungen vor (siehe hierzu das Stichwort [[Leichnam]]).
|'''„Haie sind besser als ihr Ruf.“'''
|Hinweis darauf, dass Haie oft als gefährliche Monster gelten, tatsächlich aber meist weniger gefährlich sind als allgemein angenommen; häufig auch übertragen verwendet, um Vorurteile zu hinterfragen
|-
|-
| style="width: 3%;text-align:left;" |[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
|'''sich unter die Haie wagen'''
|Das Morphem ''nam'' in ''(Fron)Leichnam'' ist daher<span style="color:green"> '''ein unikales Morphem'''</span>.
|sich bewusst in eine schwierige oder konkurrenzbetonte Situation begeben, in der man mit mächtigen oder skrupellosen Personen zu tun hat
|}
|}


[[#top | Seitenanfang]]<br>
[[#top |Seitenanfang]]<br>


==Belege/Quellen==
==Belege/Quellen==
[https://www.dwds.de/wb/Leichnam DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Leichnam Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de/#0 Wörterbuchnetz] (versch. Wörterbücher, vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=L01641 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=L04116 Grimm]), [https://www.owid.de/suche/wort?wort=Leichnam OWID], [https://www.zdl.org/?q=Flederwisch ZDL] sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: [https://www.duden.de/suchen/dudenonline/Leichnam Duden Online-Wörterbuch], [https://www.wissen.de/search/all?keyword=Leichnam wissen.de], [https://www.wortbedeutung.info/Leichnam/ Wortbedeutung.info]
'''Sprache:''' [https://www.dwds.de/wb/Hai DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Hai Wiktionary], [https://www.zdl.org/?q=Hai ZDL], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Hai Duden-online], [https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz] hier vor allem [https://bdo.badw.de/suche?lemma=Hai BDO], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=H00881 Grimm], [https://woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=H00128 Goethe]);
 
'''Wissen:''' Wikipedia: [https://de.wikipedia.org/wiki/Haie Haie], [https://de.wikipedia.org/wiki/Systematik_der_Haie Systematik], [https://commons.wikimedia.org/w/index.php?search=Categorie%3AShark&title=Special%3AMediaSearch&type=page Bilder/Audio/Video]; [https://hai.swiss/haie Hai-Stiftung]
 
'''Kinder:''' [https://miniklexikon.zum.de/wiki/Haie MiniKlexikon], [https://klexikon.zum.de/wiki/Haie Klexikon], [https://www.pandaclub.ch/de/tier/hai/ PanaClub]; Kindernetzt: [https://www.kindernetz.de/wissen/tierlexikon/steckbrief-hai-100.html SWR Kindernetz], [https://www.kindernetz.de/wissen/tierlexikon/steckbrief-weisser-hai-100.html Weißer Hai], [https://www.kindernetz.de/wissen/tierlexikon/steckbrief-bambushai-100.html Bambushai]; Naturdetektive: [https://naturdetektive.bfn.de/lexikon/zum-lesen/tiere/fische/haie-besser-als-ihr-ruf.html Naturdetektive: Haie], [https://naturdetektive.bfn.de/lexikon/zum-lesen/tiere/fische/hammerhai.html Hammerhai], [https://naturdetektive.bfn.de/lexikon/zum-lesen/tiere/fische/katzenhaie.html Katzenhai], [https://naturdetektive.bfn.de/lexikon/zum-lesen/tiere/fische/makohaie.html Makohaie], [https://naturdetektive.bfn.de/lexikon/zum-lesen/tiere/fische/walhai.html Walhaie], [https://naturdetektive.bfn.de/lexikon/zum-lesen/tiere/fische/weisser-hai.html Weißer Hai]


[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
</br>
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{| style="width: 100%; text-align:center;"
|[[Hai|'''zurück zur Wortgeschichte ''Hai''''']]
|}
{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
__INDEX__
__INDEX__


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----
=Leichnam=
----
=abhauen=
<div style="font-size:1.2em">
{{{ZUSAMMENFASSUNG}}} <<Zusammenfassung zu dieser Seite - Textverständnis für Schüler Klasse 3 bis 6>>
</div>
----
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffff00;font-size: 1.2em"
|Wenn jemand ''abhaut'' (verschwindet), wird er dann gehauen ?
|}
{| style="width: 100%; text-align: right"
|Johann, Klasse 2, Bremerhaven
|-
|}
__TOC__
__TOC__
== Hinweise zum Wort ''Leichnam'' ==
==Diskussion==
{|style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|-
| Leiche, toter menschlicher Körper
| style="width:12%;vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|-style="vertical-align:top;"
|Wenn früher ein Ritter in Gefahr geriet, dann trieb er sein Pferd mit kräftigen Schlägen an (''er haute das Pferd''), um möglichst schnell der Gefahr zu entkommen. So entstand in der Soldatensprache das Wort ''abhauen''. Auch heute noch wird es in der Bedeutung von ''schnell weglaufen, verschwinden, sich davon machen'' verwendet, auch wenn dabei keiner mehr gehauen wird oder auf einem Pferd sitzt.
|'''Beispielsatz:'''
|-
| ''Der Leichnam wurde feierlich bestattet.''
| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]]
|-style="vertical-align:top;"
|Lieber Herr Wort, das ist eine sehr schöne Geschichte. Daran können sich Kinder sehr schön die Bedeutung ''weglaufen'' für das Verb ''abhauen'' merken. Allerdings stimmt die Geschichte nicht ganz.
|'''Wortinfo:'''
| Wortart: Nomen, der Leichnam, die Leichname; Worttrennung: Leich-nam; Aussprache: [ˈlaɪ̯çnaːm]
|-style="vertical-align:top;"
|'''Herkunft:'''
| Das mittelhochdeutsche ''līchname'' ist eine Zusammensetzung aus den Wörtern ''līch'' (= Körper, Leib) und ''haman'' (= Hülle, Hemd). Eigentlich heißt es also ''Leibeshülle'' und war ursprünglich vermutlich ein dichterischer Ausdruck
Schon sehr früh wurde das Wort ''līch'' auch im Sinne von ''ein toter Körper'' verwendet. Der ''līchname'' war ''der eingehüllte Körper'' eines Verstorbenen.


Früher konnten sich nur reiche Leute für die Bestattung einen Sarg leisten. Die meisten Leute konnten sich dies nicht leisten. Ihr toter Körper wurde in ein Tuch ''eingehüllt'' begraben.
Zunächst: Das Verb ''abhauen'' gab es schon im Mittelalter. Damals hieß es ''abahouwan''. Aus ''aba'' ist die Vorsilbe ''ab-'' geworden und aus ''houwan'' das Verb ''hauen''. Das alte Verb hatte die Bedeutung ''abschlagen, abschneiden'' oder ''abhacken''.


In einigen Religionen ist das auch heute noch so üblich. So werden die Gläubigen des Islam und Judentums in Tücher gehüllt begraben.
In den Mundarten, die in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz gesprochen werden bedeutete ''hauen'' vor allem ''gehen, laufen, treten''. Von diesem oberdeutschen Wort ist die Bedeutung ''weglaufen, verschwinden'' für das Verb ''abhauen'' vor rund einhundert Jahren in die Umgangssprache übernommen worden.
|-
|-
|'''Interessantes:'''
| style="width:12%;vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]]
|Wenn du mehr über die Bestattungen in den verschiedenen Religionen erfahren möchtest, so findest du leicht verständliche interessante Beschreibungen auf der Internetseite ''[https://www.religionen-entdecken.de/lexikon/b/bestattung-in-den-religionen religionen-entdecken.de].''
|Wenn du mehr zum Verb ''hauen'' wissen möchtest so findest du interessante Hinweise auf der Wörterseite [[hauen|''hauen'']].
|-
|-
|'''siehe auch:'''
|}
|[[Fronleichnam]]
{|style="width: 100%"
|- style="vertical-align:top; text-align:center;"
|- style="vertical-align:top; text-align:center;"
| colspan="2" | [[File:Pik-Linie.jpg]]
| [[File:Pik-Linie.jpg]]
|-
|-
|}
|}
== Weiterführende Informationen ==
 
{|style="width: 100%; vertical-align:top;"
==Weiterführende Informationen==
|style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Entstehung:'''
==Hinweise zum Verb ''abhauen''==
| '''Leiche:'''  germ. *līka, ahd. līh = Körper, Leib, Leichnam, mhd. līch<br>'''Leichnam:''' germ. *līkhama-, *līkhaman, ahd. līhhamo, mhd. līcham(e) = Leib, Körper, Fleisch; schon sehr früh auch in der Bedeutung ''Leiche''
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em"
|-style="vertical-align:top;"
| style="width: 15%; vertical-align:top;" |'''Bedeutung:'''
|'''Wortbildungen:'''
|1. etwas abschlagen, abtrennen
|
2. umgangssprachlich: sich (heimlich) davonmachen, verschwinden
|-style="vertical-align:top;"
|- style="vertical-align:top;"
|'''Ableitungen:'''
|'''Beispielsatz:'''
| -
|1. ''Er hieb den vertrockneten Ast mit der Axt vom Baum ab.''
|-style="vertical-align:top;"
2. ''Als er mich sah haute er ganz schnell ab.''
|'''Interessantes:'''
|- style="vertical-align:top;"
| Auf der Internetseite [https://www.religionen-entdecken.de/ religionen-entdecken.de] ist für Kinder interessant beschrieben, wie Personen in den verschiedenen Weltreligionen bestattet werden: [https://www.religionen-entdecken.de/fragen/5232/welche-formen-von-bestattungskultur-gibt-es Bestattungskultur], [https://www.religionen-entdecken.de/lexikon/b/bestattung-in-den-religionen Bestattungen in den Religionen]: [https://www.religionen-entdecken.de/lexikon/b/bestattung-im-bahaitum Bahaitum], [https://www.religionen-entdecken.de/lexikon/b/bestattung-im-buddhismus Buddhismus], [https://www.religionen-entdecken.de/lexikon/b/bestattung-im-christentum Christentum], [https://www.religionen-entdecken.de/lexikon/b/bestattung-im-hinduismus Hinduismus], [https://www.religionen-entdecken.de/lexikon/b/bestattung-im-islam Islam], [https://www.religionen-entdecken.de/lexikon/b/bestattung-im-judentum Judentum]. 
|'''Wortinfo:'''
|'''Wortart:''' Verb, Vorsilbe: ''ab-'', Grundwort: [[hauen|''hauen'']]
 
'''Worttrennung:''' ab-hau-en
 
'''Aussprache:''' [ˈapˌhaʊ̯ən]
|-
|}
|}


== Unikales Morphem ? ==
==Wortformen==
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffffcc; vertical-align:top;"
<div style="font-size:1.2em">
| colspan="2" | Das Morphem ''nam'' kommt in dieser Bedeutung im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und nur in der Wortbildungen ''Leichnam'' vor.
Das Wort ''abhauen'' ist ein Verb, dass aus der Vorsilbe (Präfix) ''ab-'' und dem Grundwort ''hauen'' zusammengesetzt ist. Es gibt zwei Bedeutungen: 1. ''etwas abtrennen'' und 2. ''verschwinden, weglaufen''. In der ersten Bedeutung werden die Wortformen unregelmäßig gebildet (starkes  Verb) und in der 2. Bedeutung regelmäßig (schwaches Verb).
 
1. '''Grundform:''' abhauen, '''Vergangenheit (Partizip II):''' abgehauen, '''Hilfsverb:''' ''haben''
</div>
 
{| class="wikitable" style="width: 80%; vertical-align:top; font-size: 1.2em; margin:auto"
| colspan="2" | abhauen = abschlagen
Hilfsverb: haben
!Gegenwart
(Präsens)
!1. Vergangenheit
(Präteritum)
!2. Vergangenheit
(Perfekt) sein
|-
! rowspan="3" style="width:12%" |Einzahl
(Singular)
! style="width: 13%" |1. Person
| style="width: 25%" |ich haue ab
| style="width: 25%" |ich hieb ab
| style="width: 25%" |ich habe abgehauen
|-
!2. Person
|du haust ab
|du hiebst ab
|du hast abgehauen
|-
!3. Person
|er/sie/es haut ab
|er/sie/es hieb ab
|er/sie/es hat abgehauen
|-
! rowspan="3" |Mehrzahl
(Plural)
!1. Person
|wir hauen ab
|wir hieben ab
|wir haben abgehauen
|-
!2. Person
|ihr haut ab
|ihr hiebt ab
|ihr habt abgehauen
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|-
|style="width: 3%;text-align:left;"|[[File:Pik-Kreis-gruen.jpg]]
!3. Person
|Das Morphem ''nam'' in der Wortbildung ''Leichnam'' ist daher<span style="color:green"> '''ein unikales Morphem'''</span>.
|sie hauen ab
|sie hieben ab
|sie haben abgehauen
|-
|-
|}
|}
<div style="font-size:1.2em">
2. '''Grundform:''' abhauen, '''Vergangenheit (Partizip II):''' abgehauen, '''Hilfsverb:''' ''sein''
Im süddeutschen Sprachraum werden die Wortformen regelhaft gebildet. Diese Wortformen wurden auch in die hochdeutschen Umgangssprache für die Bedeutung ''weglaufen, verschwinden'' übernommen.
</div>


[[#top | Seitenanfang]]</br>
{| class="wikitable" style="width: 80%; vertical-align:top; font-size: 1.2em; margin:auto"
== Belege/Quellen ==
| colspan="2" | abhauen = weglaufen
Hilfsverb: sein
!Gegenwart
(Präsens)
!1. Vergangenheit
(Präteritum)
!2. Vergangenheit
(Perfekt) sein
|-
! rowspan="3" style="width:12%" |Einzahl
(Singular)
! style="width: 13%" |1. Person
| style="width: 25%" |ich haue ab
| style="width: 25%" |ich haute ab
| style="width: 25%" |ich bin abgehauen
|-
!2. Person
|du haust ab
|du hautest ab
|du bist abgehauen
|-
!3. Person
|er/sie/es haut ab
|er/sie/es haute ab
|er/sie/es ist abgehauen
|-
! rowspan="3" |Mehrzahl
(Plural)
!1. Person
|wir hauen
|wir hauten
|wir sind abgehauen
|-
!2. Person
|ihr haut ab
|ihr hautet
|ihr seid abgehauen
|-
!3. Person
|sie hauen ab
|hauten ab
|sie sind abgehauen
|-
|}


{{Quellen Wörter uM}}
== Interessantes ==
<div style="font-size:1.2em">
Vielleicht kennst du das Wort ''Gassenhauer''. Das ist ein Schlager der sehr bekannt und weit verbreitet ist. Ein Lied dass auf allen Straßen und in allen Gassen gesungen wird. Die Gasse war früher der unbefestigte Weg innerhalb einer Stadt. Die Straße hingegen der Weg von einem Ort zum anderen. Im zweiten Wortteil von ''Gassenhauer'' findest du das oberdeutsche Wort ''hauen'' in der Bedeutung ''gehen, laufen'' wieder.


Bereits verlinkte Quellen mit dem Musterwort Test
Wer also durch die ''Gassen'' einer Stadt ''ging'' und dabei ein allen bekanntes Lied sang, der sang einen ''Gassenhauer''. Dieses Wort wurde später in der Umgangssprache weitgehend vom Nomen ''Schlager' verdrängt.
</div>


[https://www.dwds.de/wb/Leichnam DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Leichnam Wiktionary], [https://www.woerterbuchnetz.de/#0 Wörterbuchnetz] (versch. Wörterbücher, vor allem [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=L01070 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=L01641 Goethe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=L04116 Grimm]), [https://www.owid.de/suche/wort?wort=Leichnam OWID], [https://www.zdl.org/?q=Leichnam ZDL] sowie verschiedene nicht werbefreie Quellen: [https://www.duden.de/rechtschreibung/Leichnam Duden Online-Wörterbuch], [https://www.wissen.de/search/all?keyword=Leichnam wissen.de], [https://www.wortbedeutung.info/Leichnam Wortbedeutung.info]
[[#top | Seitenanfang]]</br>


[[Info - Scheinwörter, unikale Morpheme |Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen]]
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</br>
{| style="width: 100%; text-align:center;"
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|[[Info - abhauen| '''Weiterführende Informationen zum Grundwort ''abhauen''''']]
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{{WörterABC-Tabelle}}
{{WörterABC-Tabelle}}
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Aktuelle Version vom 9. Juni 2026, 20:06 Uhr


#REDIRECT hell - neue Seite für behelligen mit Weiterleitung zu hell - erledigt

hell/behelligen

Mein Onkel war zu Besuch. Er hat zu mir gesagt, ich sei ein heller Junge. Ich habe das nicht ganz verstanden. Meint er, weil ich immer so lustig bin? Hell ist doch das Gegenteil von dunkel.
Ulli, Klasse 2, Regensburg
Was hat das Wort behelligen mit dem Adjektiv hell zu tun?
Lehrerin, Klasse 4, Magdeburg
Wir haben im Kunstunterricht über hell und dunkel gesprochen. Was bedeutet hell, welche Farben verbinden wir mit diesem Adjektiv usw. Ein Schüler hat gemeint, dass hell auch stören kann. Fragende Blicke der anderen Kinder. Er hat dann erzählt, dass seine Oma häufig gesagt hat: Junge, du sollst deinen Vater nicht ständig mit deinem Quatsch behelligen. Damit hat sie gemeint, dass ich meinen Papa nicht ständig stören soll. Ich war ziemlich ratlos. Wie kommt das Adjektiv hell in das Verb behelligen?


Wortherkunft

heller Junge

Herr Wort Zunächst bedeutete das Adjektiv hell nur hell tönend. Später wurde es auch in anderen Zusammenhängen benutzt: helle Farben, hell und dunkel.
Heute wird das Adjektiv in verschiedenen Redensarten auch im übertragenen Sinne verwendet: ein helles Köpfchen (= kluge, intelligente Person), das ist der helle Wahnsinn (= Ausdruck der Bewunderung), er hat seine helle Freude an etwas (im Sinne von großer Freude).
Dein Onkel hat gemeint, dass du ein sehr kluger Junge bist. Du bist neugierig und stellst kluge Fragen. Das zeigt: Dein Onkel hat recht.

behelligen

Herr Alt Die beiden Wörter hell und behelligen sind nicht unmittelbar miteinander verwandt. Im Mittelalter hieß das Adjektiv hel. Es meinte zunächst nur helle Töne.

Das Verb behelligen ist erst vor rund fünfhundert Jahren entstanden. Im Mittelalter gab es noch das Verb helligen. Das bedeutete ermüden, jemanden quälen. Dieses Verb gibt es heute nicht mehr. Nur die Ableitung mit der Vorsilbe (Präfix) be- wird heute noch benutzt, allerdings nur noch selten.

Herr Wort Das Verb behelligen bedeutet heute jemanden belästigen.
Deine Oma hat also gemeint, dass du deinen Papa nicht belästigen sollst, weil er gerade arbeitet.

Hinweise zum Wort behelligen

Bedeutung: stören, belästigen
Beispielsatz: Dein Papa muss arbeiten. Du sollst ihn nicht ständig behelligen.
Wortinfo: Wortart: Verb

Worttrennung: be·hel·li·gen

Aussprache: [bəˈhɛlɪɡn̩]

Wortformen

hell

Das Wort hell ist ein Adjektiv. Die Vergleichsformen (Komparativ, Superlativ) werden regelhaft gebildet.
Positiv Komparativ Superlativ
hell heller am hellsten

behelligen

Das Verb behelligen wird in den verschiedenen Zeiten regelhaft gebildet. Die zweite Vergangenheitsform (Perfekt) wird mit dem Hilfsverb haben gebildet.

Gegenwart

(Präsens)

1. Vergangenheit

(Präteritum)

2. Vergangenheit

(Perfekt)

Einzahl

(Singular)

1. Person ich behellige ich behelligte ich habe behelligt
2. Person du behelligst du behelligtest du hast behelligt
3. Person er/sie/es behelligt er/sie/es behelligte er/sie/es hat behelligt
Mehrzahl

(Plural)

1. Person wir behelligen wir behelligten wir haben behelligt
2. Person ihr behelligt ihr behelligtet ihr habt behelligt
3. Person sie behelligen sie behelligten sie haben behelligt

Modellwortschatz

Das Wort hell gehört zum Modellwortschatz.
Du kannst dir auch einige Fremdsprachen anhören.



Weiterführende Informationen zum Grundwort behelligen
Wörter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z



Info - hell/behelligen

zurück zur Wortgeschichte behelligen


Weiterführende Informationen zum Wort behelligen

Entstehung: behelligen: ie. *(s)kel-, germ. *halla-, ca. 14. Jh. hellegen, helligen = durch Verfolgung ermüden, plagen, quälen; 16. Jh. behelligen = stören, belästigen, lästig fallen

hell: ie. *kel(ə)- = rufen, schreien, lärmen, klingen; ahd. hel = tönend, mhd. hel = tönend, laut, glänzend, licht; zum gleichen Ursprung gehören auch: hallen, einhellig, misshellig

Wortbildungen: Behelligung, unbehellitgt
hell
Ableitungen: -
Interessantes: Das Verb behelligen wird heute meist in der Bedeutung „jemanden stören oder belästigen“ verwendet. Es gehört zur gehobenen oder formellen Sprache und kommt besonders in offiziellen Texten oder in der Schriftsprache vor.

Ursprünglich bedeutete das zugrunde liegende Verb helligen „ermüden, quälen oder bedrängen“. Diese Bedeutung hat sich im Laufe der Zeit zu „stören“ oder „belästigen“ abgeschwächt.

Wörterliste zum Adjektiv hell

Adjektive
Farbadjektive hellen, hell, helle, Helle, [1], hellbeige, hellblau, hellblond, hellbraun, hellfarbig, hellgelb, hellglänzend, hellgrau, hellgrün, helllila, hellrosa, hellrot, hellviolett, hellweiß
so hell wie ... ... die Dämmerung: dämmerhell, ... Glas: glashell, glockenhell, kristallhell, mondhell, neonhell, schneehell, silberhell, sonnenhell, sternenhell, tageshell, wasserhell
sonstige (Erstglied) hellauf, helläugig, helldunkel, hellerleuchtet, hellerlicht, hellhaarig, hellhäutig, hellleuchtend, helllicht, helllodernd, hellstrahlend, hellwach
sonstige (Letztglied) überhell, geisteshell,
Nomen
Erstglied Hellraumprojektor, Hellriegel, Hellung, Hellwerden [https://www.dwds.de/wb/Helldunkelmalerei Helldunkelmalerei,
Letztglied Stimmungsaufheller, Stimmungsaufhellung, Tageshelle, Taghelle
Wortgruppen
hellhörig, Hellhörigkeit,

hellsichtig, Hellsicht, Hellsichtigkeit,  

hellsehen, Hellsehen, Hellseher, Hellseherei, Hellseherin,  hellseherisch,

aufhellen, Aufheller, Aufhellung, aufgehellt,

erhellen, erhellt, Erhellung,

Unikales Morphem ?

Das Morphem hellig kommt in dieser Bedeutung im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und auch in keinen anderen Wortbildungen vor, sondern nur mit der Vorsilbe be-.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem hellig ist in dieser Bedeutung ein unikales Morphem.

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Belege/Quellen

DWDS Wiktionary Wörterbuchnetz (hier vor allem Grimm-Wörterbuch) ZDL Wikipedia Duden-online

Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen



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Wörter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z



Hagebutte

Wortherkunft

Herr Alt Der erste Teil des Wortes Hag ist vom mittelhochdeutschen Wort hac abgeleitet. So nannte man früher eine Umzäunung, ein Gehege oder einen mit Gebüsch umzäunten Ort. Zur Einfriedung wurden oft Hagebutten oder Hagedorn verwendet.
Die Herkunft des zweiten Wortteils (butt) ist nicht eindeutig geklärt. Einige Sprachwissenschaftler leiten butte vom mittelhochdeutschen butz = Knoten, Klumpen ab. Andere sehen einen Zusammenhang mit dem niederländischen Wort but = stumpf.
Herr Wort Als Hagebutte bezeichnet man die roten Sammelnussfrüchte verschiedener Rosenarten, besonders der Heckenrose.

Hinweise zum Wort Hagebutte

Bedeutung: Rote Scheinfrucht verschiedener Rosenarten
Beispielsatz: Im Herbst leuchten die roten Hagebutten an den Hecken.
Wortinfo: Wortart: Nomen, feminin

Worttrennung: Ha-ge-but-te

Aussprache: [ˈhaːɡəˌbʊtə]

Wortformen

Singular Plural
1. Fall Nominativ die Hagebutte die Hagebutten
2. Fall Genitiv der Hagebutte der Hagebutten
3. Fall Dativ der Hagebutte den Hagebutten
4. Fall Akkusativ die Hagebutte die Hagebutten



Weiterführende Informationen zum Grundwort Hagebutte
Wörter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z



Info - Hagebutte

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Weiterführende Informationen zum Wort Hagebutte

Entstehung: ahd. haganbutta, mhd. hagenbutz

butte möglicherweise aus dem niederländischen but = stumpf abgeleitet.

Einige Autoren sehen auch einen Zusammenhang mit butz = Klumpen, Knoten, Kerngehäuse.

Der erste Wortteil hag bedeutete ursprünglich: Umzäunung, Hecke, eingehegter Ort.

Von hag sind auch die Wörter Hecke, Hain, Gehege und Hagedorn abgeleitet.

Wortbildungen: Hagebuttenmarmelade, Hagebuttentee, Hagebuttenkern, Hagebuttenstrauch
Ableitungen: Hagedorn, Hecke, Gehege
Interessantes: Die Hagebutte ist botanisch keine echte Beere, sondern eine sogenannte Sammelnussfrucht.

Die Früchte enthalten sehr viel Vitamin C und werden häufig zu Tee oder Marmelade verarbeitet.

Unikales Morphem ?

Das Morphem butt(e) kommt in dieser Bedeutung im heutigen Sprachgebrauch nicht isoliert und nur in wenigen anderen Wortbildungen vor.
Pik-Kreis-gruen.jpg Das Morphem butt(e) ist daher ein unikales Morphem.
Das Morphem hag(e) kommt auch isoliert und in anderen Wortbildungen vor.
Pik-Kreis-rot.jpg Das Morphem hag(e) ist daher kein unikales Morphem.

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Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (vor allem Adelung, Goethe, Grimm), BDO, ZDL, Wikipedia, Duden-online

Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen



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Hahn

Warum schreibt wir Henne und nicht *Hänne ? Das Wort ist doch von Hahn abgeleitet
Klasse 4

Diskussion

Graf Ortho Eine spannende Frage: Wer war zuerst da, die Henne oder der Hahn? Vielleicht kann uns Herr Alt weiterhelfen. Er ist schließlich unser Experte für Wortgeschichten.
Herr Alt „Natürlich der Hahn.“, war seine knappe Antwort.
Eine so kurze Antwort von Herrn Alt ist sehr ungewöhnlich. Entweder ist er sich in einem solchen Fall sehr sicher oder aber er hat keine richtige Lust, sich auf eine Diskussion mit seinen Kolleginnen und Kollegen einzulassen.

Nicht ungewöhnlich hingegen ist, dass Frau Kurz sich mit kurzen Antworten von Herrn Alt nicht zufrieden gibt.

Frau Kurz „Solch ein Quatsch!“, entfuhr es Frau Kurz. „Ohne die Henne gäb es kein Ei und ohne Ei keinen Hahn.“
Herr Wort „Aber Frau Kurz! Es geht hier doch um die Geschichte der Wörter und nicht um die Geschichte der Hühner.“, mischte sich Herr Wort ein. „Also Herr Alt: Warum soll das Wort Hahn älter sein als das Wort Henne?“
Herr Alt „Unser gemeines Haushuhn war schon den Germanen bekannt. Der Hahn hieß: *hanōn und die Henne: *han-jō, was soviel wie Weibchen des Hahns bedeutete. Im Mittelalter (also vor rund tausend Jahren) wurde hieraus han und henna. Bereits in dieser Zeit wurde der Vokal [a:] lang [haːn] bzw. kurz [e] [ˈhɛna] gesprochen.“
Frau Kurz „Wissen Sie das genau? Könnte nicht auch *han-jō vor *hanōn da gewesen sein und Männchen der Henne geheißen haben? Wie können Sie da so sicher sein?“, hakte Frau Kurz nach.
Herr Alt „Warum der Hahn bei den Germanen der dominantere Begriff war kann man an der Bedeutung ablesen. Das Wort Hahn = *hanōn kommt in vielen germanischen Sprachen vor (gotisch, altnordisch, altfriesisch = hana). Es bedeutete ursprünglich: der Sänger. Mit seinem morgendlichen ‚Geschrei’ drängte sich der Hahn in den Vordergrund – auch sprachlich. Die Frauen waren eben früher viel stiller. Das hat sich ja leider geändert. …“
Frau Kurz „Herr Aaaaalt!“, unterbrach Frau Kurz mit bösem Blick.
Herr Alt „Ist ja schon gut. Das war ein Scherz! – Bei den Ahnen der Ahnen der Germanen wurden dem Hahn magische Kräfte zugesprochen. Man glaubte nämlich, dass er mit seinem Gesang in der Lage war, den Morgen herbeizurufen – und nicht umgekehrt, wie wir heute glauben. Blieb der Hahnenschrei einmal am Morgen aus, so drohte Unheil. Kein Tag also, an dem man auf die Jagd gehen oder gar Krieg führen sollte. Und wenn der Hahn am Morgen krächzte anstatt zu krähen, dann gab es schlechtes Wetter.

Diese Vorstellung, dass der Hahn das Wetter voraussagen kann, hat sich bis heute gehalten. Auch der Wetterhahn auf den Kirchtürmen hat einen Ursprung in der alten germanischen Mythologie.

Solche magischen Fähigkeiten hatte die Henne natürlich nicht. Sie blieb ja morgens still“, ergänzte Herr Alt mit einem schmunzelnden Seitenblick auf Frau Kurz.

Frau Fremd „Lieber Herr Alt! Ich vermute, dass diese magische Kraft, die den Hähnen zugeschrieben wurde, noch sehr viel älter ist. Wir finden den Hahn als Sänger auch noch in anderen Sprachen (siehe hierzu die Übersetzungen unten).
→ russisch: петух (petuch) = Hahn, пет (pet) = singen-
→ litauisch: gaidýs = Hahn, gáida = Gesang
→ lateinisch: can-ere = singen
... “
Herr Alt „ ... und der weiße Hahn als Symbol für den Lichtgott und der rote Hahn als Symbol für den Feuergott und der schwarze Hahn als Bild des Teufels und ...”
Frau Kurz „Herr Aaaaaalt!” Die Geduld von Frau Kurz war offensichtlich zu Ende. „Die Frage der Kinder war doch: Warum schreiben wir Henne und nicht *Hänne“, versuchte Frau Kurz nun das Gespräch wieder auf den Punkt zu bringen.
Herr Alt „Die Unterscheidung von Hahn und Henne hat sprachlich schon sehr früh bestanden. Dies wurde dann – auch in der Schreibung – immer weiter fortgeführt. Das nennt man Sprachtradition. Die Kennzeichnung des Langvokals mit einem Dehnungs-h ist im übrigen sehr viel später (vermutlich erst im 16. Jahrhundert) entstanden.“
Herr Wort „Nun gut, Herr Alt“, meldete sich jetzt Herr Wort wieder zu Wort. Anders wäre Herr Alt auch nicht zu bremsen gewesen. Er wollte nämlich gerade anfangen auch noch die Sprachgeschichte des Huhns zu erzählen. „Ich muss also meine Regel mit dem Wortstamm ergänzen:“
Die Schreibung des Wortstammes bleibt in Ableitungen erhalten

– falls nicht Sprachtraditionen dem entgegenstehen –

Frau Kurz „Mal ehrlich: Bei wie vielen Wörtern kommt das vor?“ fragte nun Frau Kurz.
Herr Alt „Das weiß ich nicht. Sehr oft jedenfalls nicht.“, meinte Herr Alt.
Frau Kurz „Also dann sollten wir doch für Kinder die kurze Form der Regel lassen.“
Graf Ortho Dieser Einschätzung von Frau Kurz kann ich mich nur anschließen. Wenn wirklich einmal ein Kind Hänne schreibt, dann sollten wir uns über so viel Sprachkompetenz freuen.
Frau Fremd In vielen Ländern wurde das germanische Wort *hanōn übernommen:
Land Sprache
Dänisch hane
Niederländisch haan
Norwegisch hane
Isländisch hani
Schwedisch hane, tupp
In vielen europäischen Sprachen wurde das lateinisch Wort gallus übernommen, so z. B. in Italien (gallo), Portugal (galo), Spanien (gallo). In anderen Ländern entwickelten sich lautmalerische Wörter (aus dem Gegacker des Hahns: coco coco), so z. B. in England, (cock), Finnland (Kukko) und Frankreich (coq).

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Pik-Linie.jpg

Weiterführende Informationen zum Wort Hahn

Modellwortschatz

Das Wort Hahn gehört zum Modellwortschatz.
Du kannst dir auch einige Fremdsprachen anhören.

Hinweise zum Wort

Bedeutung: Ein Hahn ist das männliche Haushuhn. Das Wort wird aber auch für verschiedene technische Geräte verwendet, aus denen Flüssigkeiten oder Gase herausfließen können.

a) männliches Haushuhn

b) Absperr- oder Auslassvorrichtung für Flüssigkeiten oder Gase

Beispielsatz: Der Hahn krähte schon vor Sonnenaufgang.

Dreh bitte den Wasserhahn zu!

Wortinfo: Wortart: Nomen, maskulin

Worttrennung: Hahn

Aussprache: [haːn]

Wortformen

Das Wort Hahn ist ein männliches Nomen.

Singular Plural
1. Fall Nominativ der Hahn die Hähne
2. Fall Genitiv des Hahnes / Hahns der Hähne
3. Fall Dativ dem Hahn den Hähnen
4. Fall Akkusativ den Hahn die Hähne



zu den Wortgeschichten Henne und Huhn
Weiterführende Informationen zum Grundwort Hahn
Wörter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z



Info - Hahn

zurück zur Wortgeschichte Hahn

Die Wörter Hahn und Henne gehören zu den ältesten Tierbezeichnungen der deutschen Sprache. Beide reichen bis in die germanische Zeit zurück. Den Ursprung vermuten die Sprachwissenschaftler noch viel früher in der indoeuropäischen Sprachfamilie. Auf dieser Seite erfährst du mehr über den Ursprung, die Bedeutung und die Vielfalt der Bedeutungen in den Wortbildungen mit den Nomen Hahn und Hähnchen.


Weiterführende Informationen zum Wort Hahn

Entstehung: ie. *kan- = singen, klingen, tönen
⇒ germ. *hanan- = Hahn, Sänger
⇒ ahd. hano, mhd. hane = Hahn
seit 8. Jh. Bezeichnung für männliches Huhn
seit 15. Jh. Technik: für Absperrvorrichtung (z. B. Gas-, Wasserhahn)
seit 16. Jh. Waffentechnik: für Vorrichtung an Schusswaffen
Bi-W-H Burg Reichenstein - Burgmuseum Konushahn.jpg

Der Hahn wurde wahrscheinlich nach seinem Krähen benannt. Das Wort gehört damit zu den Tiernamen, die auf einen charakteristischen Laut zurückgehen.

Die technische Bedeutung Wasserhahn entstand erst nach dem Mittelalter. Viele Zapfhähne wurden damals mit einer Hahnfigur geschmückt.

Interessantes:
Bi-W-H Paulin Trier, Wetterhahn H1.jpg
In vielen Kulturen gilt der Hahn als Symbol für Wachsamkeit und den Beginn des Tages. Auf Kirchtürmen findet man häufig einen Wetterhahn. Er erinnert zugleich an das Krähen des Hahnes am Beginn des Tages und zeigt zugleich die Windrichtung an.

Die weibliche Form zum Hahn ist die Henne. Beide Wörter bilden ein altes Wortpaar, ähnlich wie Stier und Kuh oder Widder und Schaf.

Wappentiere Der Hahn kommt auch in verschiedenen Wappen vor. Er findet sich in den Wappen von Städten, Firmen, Vereinen, Ländern usw. Häufig symbolisiert er Kampfbereitschaft, Wachsamkeit oder Verteidiger der Familie. Hier einige Orte aus Deutschland, die den Hahn in ihrem Städtewappen führen:
Auch international findes du den Hahn in vielen Städten als Wappentier. Hier einige Beispiele von europäischen Orten:
Wenn dich der Hahn als Wappentier interessiert, dann findest du im Internet auf der Seite wikimedia commons viele hundert weitere Beispiele. Die meisten Hähne kommen in Familienwappen vor, aber auch in Vereinenswappen, Ländern (z. B. Kenia) und selbst in der Olympiamannschaft von Frankreich.

Wortbildungen

Es gibt viele Wortbildungen mit dem Nomen Hahn. In den meisten Wortbildungen steht Hahn als Letztglied. In der folgenden Tabelle wurden die Beispiele der Wortbildungen nach Bedeutungsgruppen sortiert. Die Wörter sind mit dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) verlinkt.

Wortbildungen mit dem Grundwort Hahn
1. Hahn als Tier
Auerhahn, Backhahn, Berghahn, Birkhahn, Brathahn, Bruderhahn, Fasanenhahn, Finkenhahn, Flughahn, Gickelhahn, Gockelhahn, Goldhahn, Hahn, Hahnen, Hahnenküken, Hahnium, Hahnwald, Haselhahn, Haushahn, Hüpfhahn, Junghahn, Kanarienhahn, Kapaun, Kapphahn, Kickelhahn, Knurrhahn, Lichtenhahn, Masthahn, Meerhahn, Pfauenhahn, Pfauhahn, Piephahn, Rehhahn, Seehahn, Straußenhahn, Truthahn, Truthahnschießen, Urhahn, Wildenhahn, Zuchthahn, ...
2. Hahn als Körpermerkmal
Hahnenbalken, Hahnenbrust, Hahnendorn, Hahnenfeder, Hahnenfuß, Hahnenfußgewächs, Hahnenhode, Hahnenhütchen, Hahnenkamm, Hahnenkammrennen, Hahnenklee, Hahnenschwanz, Hahnensporn, Hahnenstimme, Hahnentritt, Hahnentrittmuster, Hahnkeule, ...
3. Hahn als Verhaltenstyp
Hahnenbalz, Hahnenkampf, Hahnenschau, Hahnenwackel, Hahnrei, Kampfhahn, Platzhahn, Spielhahn, Streithahn, Zankhahn, ...
4. Hahn als Zeitanzeiger
Hahnenkräh, Hahnenkraht, Hahnenruf, Hahnenschrei, Hahnenwecker, ...
5. Hahn als Symboltier
Hahn roter Hahn, Tempelhahn, Turmhahn, Wetterhahn, Windhahn, ...
6. Hahn als technische Vorrichtung
Abflusshahn, Ablasshahn, Absperrhahn, Abstellhahn, Ausflusshahn, Auslasshahn, Benzinhahn, Bierhahn, Dreiwegehahn, Einhebelhahn, Einweghahn, Fasshahn, Gashahn, Hahnenwasser, Haupthahn, Kippenhahn, Kraftstoffhahn, Leitungshahn, Mehrwegehahn, Messinghahn, Nickelhahn, Nothahn, Ölhahn, Quetschhahn, Regulierhahn, Schwenkhahn, Sperrhahn, Spundhahn, Streichhahn, Süßhahn, Tautenhahn, Uhrhahn, Vierwegehahn, Warmwasserhahn, Wasserhahn, Zapfhahn, Zweiwegehahn, Zwickelhahn, ...
7. Hahn als Teil von Waffen und Geräten
Abzugshahn, Gewehrhahn, Revolverhahn, Schnapphahn, ...
8. Hahn in übertragenen Bedeutungen
Geldhahn (manchmal auch als Finanzhahn, Kredithahn, Zinshahn bezeichnet), ...

Nicht ganz so oft kommt das Nomen Hähnchen in Wortbildungen vor. Hier dominiert das Wort als Erstglied. In der folgenden Tabelle sind Beispiele für die Wortbildungen in Bedeutungsgruppen aufgelistet. Die Wörter sind mit dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) verlinkt.

Wortbildungen mit dem Grundwort Hähne, Hänchen
1. Hähnchen als Geflügel und Jungtier
Backhähnchen, Brathähnchen, Grillhähnchen, Hähnchen, Masthähnchen, Tiefkühlhähnchen
2. Hähnchen als Nahrungsmittel
Hähnchenbraten, Hähnchenbrühe, Hähnchenbrust, Hähnchenfilet, Hähnchenfleisch, Hähnchenflügel, Hähnchenhack, Hähnchenkeule, Hähnchenschenkel, Hähnchenschnitzel, Hähnchenspieß, Hähnchenteil
3. Hähnchen in Zucht, Haltung und Vermarktung
Hähnchenkrise, Hähnchenmast, Hähnchenmäster, Hähnchenschlachterei, Hähnchenschlachtung
4. „-hähnchen“ als Tiername
Getreidehähnchen, Goldhähnchen, Lilienhähnchen, Spargelhähnchen, ,

Redensarten und Sprichwörter mit „Hahn“

Der Hahn als stolzes und selbstbewusstes Tier

Der Hahn fällt durch seinen roten Kamm, sein buntes Gefieder und sein selbstbewusstes Auftreten auf. Er verteidigt sein Revier und zeigt den Hennen seine Stärke. Deshalb steht der Hahn in vielen Redensarten für Stolz, Selbstbewusstsein und manchmal auch für Überheblichkeit.

  • stolz wie ein Hahn sein
  • sich aufplustern wie ein Hahn
  • wie ein Hahn auf dem Mist auftreten
  • jeder Hahn ist König auf seinem Mist
  • der Hahn denkt, die Sonne gehe seinetwegen auf
  • wie ein Hahn im Korb sein

Bedeutung: Die Redensarten beschreiben Menschen, die selbstbewusst auftreten, sich wichtigmachen oder ihre eigene Bedeutung überschätzen.

Der Hahn als Wächter des Tages

Schon lange bevor es Wecker gab, kündigte der Hahn mit seinem Krähen den neuen Tag an. Deshalb wurde er zum Symbol für den frühen Morgen.

  • mit dem Hahn aufstehen
  • früh wie ein Hahn auf den Beinen sein
  • mit den Hühnern schlafen gehen und mit dem Hahn aufstehen

Bedeutung: Die Redensarten beschreiben Menschen, die früh schlafen gehen oder sehr früh aufstehen.

Der Hahn als Zeichen für Interesse oder Gleichgültigkeit

Der Hahn macht durch sein Krähen auf sich aufmerksam. Wenn aber „kein Hahn danach kräht“, interessiert sich niemand für eine Sache.

  • danach kräht kein Hahn
  • kein Hahn kräht danach
  • da wird kein Hahn nach krähen

Bedeutung: Niemand interessiert sich für etwas oder schenkt ihm Beachtung.

Der Hahn als Symbol für Feuer

Früher bezeichnete man ein Feuer oft als „roten Hahn“. Die Flammen erinnerten an den roten Hahnenkamm.

  • den roten Hahn aufs Dach setzen
  • der rote Hahn kräht auf dem Dach
  • den roten Hahn aufsteigen lassen
  • den roten Hahn reiten lassen

Bedeutung: Die Redensarten beziehen sich auf Feuer, Brände oder Brandstiftung.

Der Hahn in Religion und Bauernregeln

Der Hahn spielt auch in der christlichen Tradition und im Volksglauben eine Rolle.

  • ehe der Hahn kräht
  • der Hahn kräht dreimal
  • wenn der Hahn kräht auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt, wie es ist

Bedeutung: Die Redensarten beziehen sich auf religiöse Erzählungen oder auf Beobachtungen des Wetters.

Zusammenfassung

Die meisten Redensarten mit Hahn beziehen sich auf:

  1. Stolz und Selbstbewusstsein
  2. den Beginn des Tages
  3. Interesse oder Gleichgültigkeit
  4. Feuer und Brände
  5. Religion und Volksglauben

Der Hahn erscheint in der Sprache meist als auffälliges, selbstbewusstes und weithin hörbares Tier.


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Belege/Quellen

DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (hier vor allem Adelung, Grimm-2), ZDL; Wikipedia, Duden-online (nicht werbefrei)

Übersetzungen: Dänisch, Englisch, Französisch, Finnisch, Isländisch, Italienisch, Latein, Niederländisch, Norwegisch, Portugiesisch, Schwedisch, Spanisch



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Henne

Eine Henne ist das weibliche Haushuhn. Sie legt Eier und zieht ihre Küken auf.


Wortherkunft

Herr Wort Das Wort Henne bezeichnet das weibliche Haushuhn. In der Umgangssprache wird das Wort manchmal auch für weibliche Tiere anderer Hühnervögel verwendet.
Herr Alt Das Wort Henne gab es schon im Althochdeutschen als henna. Es gehört zu einer alten germanischen Wortfamilie. Die Wörter Hahn und Henne bilden seit vielen Jahrhunderten ein Wortpaar für die männlichen und weiblichen Tiere des Haushuhns.
Frau Fremd In vielen Ländern wurde das germanische Wort *hanōn übernommen:
Land Sprache
Dänisch høne
Englisch hen
Niederländisch hen
Norwegisch høne
Schwedisch höna

Hinweise zum Wort Henne

Bedeutung: Das Wort Henne bezeichnet das weibliche Haushuhn. In der Umgangssprache wird das Wort manchmal auch für weibliche Tiere anderer Hühnervögel verwendet.
Beispielsatz: Die Henne führte ihre Küken über den Bauernhof.
Wortinfo: Wortart: Nomen, feminin

Worttrennung: Hen·ne

Aussprache: [ˈhɛnə]

Wortformen

Das Wort Henne ist ein weibliches Nomen.

Singular Plural
1. Fall Nominativ die Henne die Hennen
2. Fall Genitiv der Henne der Hennen
3. Fall Dativ der Henne den Hennen
4. Fall Akkusativ die Henne die Hennen



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Weiterführende Informationen zum Grundwort Henne
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Info - Henne

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Die Wörter Henne und Hahn gehören zu den ältesten Tierbezeichnungen der deutschen Sprache. Sie bilden ein altes Wortpaar für die weiblichen und männlichen Tiere des Haushuhns.


Weiterführende Informationen zum Wort Henne

Entstehung: ie. *kan- = singen, tönen, rufen
⇒ germ. *hanjō = Henne
⇒ ahd. henna, mhd. henne = weibliches Haushuhn

Die genaue Herkunft des Wortes ist nicht vollständig geklärt. Wahrscheinlich gehört es zur gleichen alten Wortfamilie wie Hahn.

Wortbildungen: Gluckhenne, Legehenne, Bruthenne, Haushenne, Hennenfeder, Hennenstall
Ableitungen: hennenartig, Hennenhaltung, Hühnerhenne
Interessantes: Die Henne ist eines der wichtigsten Nutztiere des Menschen. Sie liefert Eier und wird seit mehreren tausend Jahren gehalten.

Die Henne legt auch dann Eier, wenn kein Hahn vorhanden ist. Aus diesen Eiern können jedoch keine Küken schlüpfen.

Zusammen mit Hahn bildet Henne ein sogenanntes Movierungspaar, also ein Wortpaar zur Kennzeichnung männlicher und weiblicher Tiere.

Wortbildungen

Es gibt einige wenige Wortbildungen mit dem Nomen Henne. In den Wortbildungen steht Henne (von wenigen Ausnahmen abgesehen) als Letztglied. In der folgenden Tabelle wurden die Beispiele der Wortbildungen nach Bedeutungsgruppen sortiert. Die Wörter sind mit dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) verlinkt.

Wortbildungen mit dem Grundwort Henne
1. Henne als weibliches Tier
Henne, Junghenne
2. Henne als Nutzgeflügel (Zucht, Haltung, Nutzung)
Brathenne, Hennenhaltung, Käfighenne, Legehenne, Legehennenanlage, Legehennenfarm, Legehennenfutter, Legehennenhaltung, Legehennenkäfig, ...
3. Henne als Muttertier (Brüten, Kükenaufzucht)
Bruthenne, Gluckhenne, Hennenküken, ...
4. Henne als besondere oder auffällige Henne
Fettenhenne, Fetthenne, Krampfhenne, Maschennetzhenne, ...
5. Henne als Bezeichnung anderer Tierarten
Auerhenne, Birkhenne, Fasanenhenne, Pfauenhenne, Pfauhenne, Puthenne, Putthenne, Truthenne, ...

Redensarten und Sprichwörter mit „Henne“

Die Henne als Mutter

Hennen beschützen ihre Küken und wärmen sie unter ihren Flügeln. Deshalb stehen sie oft für Fürsorge und manchmal auch für Überfürsorge.

  • wie eine Glucke auf ihre Küken aufpassen
  • eine Glucke sein
  • sich benehmen wie eine Glucke
  • jemanden unter die Flügel nehmen

Bedeutung: Sich besonders fürsorglich um andere kümmern.

Die Henne als Eierlegerin

Hennen legen Eier und sichern damit den Fortbestand ihrer Art. Deshalb entstanden Redensarten über Ursprung, Reichtum und Glück.

  • Was war zuerst da – die Henne oder das Ei?
  • die Henne, die goldene Eier legt
  • man soll die Henne nicht schlachten, die die Eier legt
  • auch die blindeste Henne findet einmal ein Korn

Bedeutung: Fragen nach dem Ursprung, dauerhafter Nutzen oder unerwartetes Glück.

Die Henne als gackerndes Tier

Hennen machen oft lautstark auf sich aufmerksam. Daraus entstanden Redensarten über Unruhe und viel Gerede.

  • gackern wie eine Henne
  • ein Gegacker wie im Hühnerstall
  • herumlaufen wie eine aufgescheuchte Henne

Bedeutung: Lautes Reden, Aufregung oder hektisches Verhalten.

Die Henne als ängstliches Tier

Hennen reagieren schnell auf Gefahren und suchen Schutz.

  • ängstlich wie eine Henne sein
  • sich verkriechen wie eine Henne

Bedeutung: Vorsichtig, schreckhaft oder furchtsam sein.

Zusammenfassung

Die meisten Redensarten mit Henne beziehen sich auf drei Dinge:

  1. das Eierlegen,
  2. das Beschützen der Küken,
  3. das Gackern und aufgeregte Verhalten.

Beim Hahn stehen dagegen meist Stolz, Macht und der morgendliche Hahnenschrei im Mittelpunkt. Henne und Hahn ergänzen sich also auch in den Redensarten: Die Henne steht eher für Fürsorge und Alltag, der Hahn eher für Selbstbewusstsein und Aufmerksamkeit.


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Belege/Quellen

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Huhn

Ein Huhn ist ein Haustier, das Eier legt und vom Menschen seit vielen tausend Jahren gehalten wird.


Wortherkunft

Herr Wort Das Wort Huhn bezeichnet heute meist das Haushuhn. Genau genommen umfasst das Wort sowohl den Hahn als auch die Henne. Oft wird das Wort aber auch speziell für die Henne verwendet.
Herr Alt Das Wort Huhn ist sehr alt. Schon im Althochdeutschen gab es die Form huon. Die Sprachwissenschaftler vermuten, dass das Wort ursprünglich ein junges Tier bezeichnete. Erst später wurde daraus die allgemeine Bezeichnung für das Haushuhn.
Frau Fremd In vielen Ländern wurde das germanische Wort *hanōn übernommen:
Land Sprache
Dänisch høne
Isländisch hæna
Niederländisch hoen
Norwegisch høne
Schwedisch höns

Hinweise zum Wort Huhn

Bedeutung: a) Haushuhn als Tierart

b) Sammelbezeichnung für Hahn und Henne

Beispielsatz: Das Huhn scharrte auf dem Hof nach Körnern.
Wortinfo: Wortart: Nomen, Neutrum

Worttrennung: Huhn

Aussprache: [huːn]

Wortformen

Das Wort Huhn ist ein sächliches Nomen.

Singular Plural
1. Fall Nominativ das Huhn die Hühner
2. Fall Genitiv des Huhnes / Huhns der Hühner
3. Fall Dativ dem Huhn den Hühnern
4. Fall Akkusativ das Huhn die Hühner



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Weiterführende Informationen zum Grundwort Huhn
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Info - Huhn

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Das Wort Huhn gehört zu den ältesten Tierbezeichnungen der deutschen Sprache. Es bezeichnet die gesamte Tierart, zu der Hahn und Henne gehören.


Weiterführende Informationen zum Wort Huhn

Entstehung: urgerm. *hōna-, *hūna- = Huhn
⇒ ahd. huon = Huhn
⇒ mhd. huon = Huhn
⇒ nhd. Huhn

Die genaue Herkunft des Wortes ist nicht vollständig geklärt. Möglicherweise bezeichnete das Wort ursprünglich ein junges Tier oder Küken.

Das Wort Huhn ist mit niederländisch hoen, englisch hen und schwedisch höna verwandt.

Interessantes: Das Haushuhn gehört zu den ältesten Nutztieren des Menschen. Es stammt vom Bankivahuhn aus Südostasien ab und wird seit mehreren tausend Jahren gezüchtet.

Sprachlich interessant ist die Beziehung zwischen Huhn, Hahn und Henne:

  • Huhn bezeichnet die gesamte Tierart.
  • Hahn bezeichnet das männliche Tier.
  • Henne bezeichnet das weibliche Tier.

Die Redewendung wie die Hühner auf der Stange sitzen beschreibt Menschen, die dicht gedrängt nebeneinandersitzen.


Wortbildungen

Es gibt viele Wortbildungen mit dem Nomen Huhn. In den Wortbildungen steht Huhn als Letztglied. In der folgenden Tabelle wurden die Beispiele der Wortbildungen nach Bedeutungsgruppen sortiert. Die Wörter sind mit dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) verlinkt.

Wortbildungen mit dem Grundwort Huhn
1. Huhn als Tierart (Haus- und Wildhühner)
Bankivahuhn, Bantamhuhn, Brahmahuhn, Haubenhuhn, Haushuhn, Italienerhuhn, Kammhuhn, Kotschinchinahuhn, Lachshuhn, Schopfhuhn, Seidenhuhn, Weißhuhn, Zigeunerhuhn, Zwerghuhn, ...
2. Huhn als Nutzgeflügel (Zucht, Haltung, Landwirtschaft)
Batteriehuhn, Freilandhuhn, Hybridhuhn, Käfighuhn, Kampfhuhn, Landhuhn, Landhuhnrasse, Legehuhn, Masthuhn, Masthuhn, Rassehuhn, Stallhuhn, Zwienutzungshuhn, ...
3. Huhn als Lebensmittel
Backhuhn, Brathuhn, Curryhuhn, Paprikahuhn, Perlhuhnbrust, Suppenhuhn, ...
4. Huhn als Bezeichnung anderer Vogelarten
Auerhuhn, Binsenhuhn, Birkhuhn, Blässhuhn, Blesshuhn, Brahmaputrahuhn, Feldhuhn, Felsenhuhn, Flughuhn, Gabelhuhn, Großfußhuhn, Haselhuhn, Hokkohuhn, Königshuhn, Moorhuhn, Perlhuhn, Präriehuhn, Purpurhuhn, Puthuhn, Rackelhuhn, Raufußhuhn, Rebhuhn, Rothuhn, Satyrhuhn, Schneehuhn, Steinhuhn, Steißhuhn, Steppenhuhn, Sultanshuhn, Sumpfhuhn, Teichhuhn, Truthuhn, Waldhuhn, Wasserhuhn, Wildhuhn, ...
5. Huhn als übertragene oder besondere Benennung
Gummihuhn, Leichenhuhn, Unglückshuhn, ...

Deutlich häufiger kommt die Pluralform mit Umlaut, Hühner, in Wortbildungen vor. In der Wortbildung kommt die Pluralform (von wenigen Ausnahmen abgesehen) nur als Erstglied vor. In der folgenden Tabelle sind Beispiele für die Wortbildungen in Bedeutungsgruppen aufgelistet. Die Wörter sind mit dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) verlinkt.

Wortbildungen mit dem Grundwort Hühner
1. Hühner als Tiere (Körperteile, Krankheiten, Verhalten)
Hühnerbein, Hühnerbiss, hühnerblind, Hühnerblut, Hühnerdarm, Hühnerdreck, Hühnerdung, Hühnerei, hühnereigroß, Hühnereiweiß, Hühnerfeder, Hühnergackern, Hühnergelege, Hühnergrind, Hühnergrippe, Hühnerhaufen, Hühnerkacke, Hühnerkadaver, Hühnerkamm, Hühnerkopf, Hühnerkot, Hühnerkralle, Hühnerküken, Hühnermist, Hühnerpest, Hühnerschar, Hühnerscheiße, Hühnervolk, ...
2. Hühnerhaltung, Zucht und Landwirtschaft
Hühnerbaron, Hühnerbestand, Hühnerdieb, Hühnerfabrik, Hühnerfarm, Hühnerfutter, Hühnerhalter, Hühnerhaltung, Hühnerjagd, Hühnermast, Hühnerproduktion, Hühnerrasse, Hühnerschlachtung, Hühnerzucht, Hühnerzüchter, ...
3. Hühner als Lebensmittel
Hühnerbouillon, Hühnerbraten, Hühnerbrühe, Hühnerbrust, Hühnerfilet, Hühnerfleisch, Hühnerfrikassee, Hühnergericht, Hühnerkeule, Hühnerklein, Hühnerkoch, Hühnerleber, Hühnerpaste, Hühnerragout, Hühnersalat, Hühnerschlegel, Hühnerschnitzel, Hühnerspieß, Hühnersuppe, ...
4. Hühner als Lebensraum und Ausstattung
Hühnergehege, Hühnerhaus, Hühnerhof, Hühnerkäfig, Hühnerlatte, Hühnernest, Hühnerstall, Hühnerstange, Hühnersteige, Hühnertreppe, Hühnerzwinger, ...
5. Hühner als andere Tier- oder Pflanzennamen
Hühnerfloh, Hühnergans, Hühnerhabicht, Hühnerlaus, Hühnervogel, ...
6. Hühner in übertragenen oder bildlichen Benennungen
Hühnerauge, Hühneraugenpflaster, Hühnerbeige, Hühnerbucht, Hühnergott, Hühnerhaut, Hühner-KZ, Hühnerleid, Hühnermädchen, Hühnerposten, ...

Redensarten und Sprichwörter mit „Huhn“

Das Huhn als ängstliches und schreckhaftes Tier

Hühner reagieren schnell auf ungewohnte Geräusche oder Gefahren. Deshalb stehen sie in vielen Redensarten für Unsicherheit, Angst und Orientierungslosigkeit.

  • herumlaufen wie ein aufgescheuchtes Huhn
  • wie ein kopfloses Huhn herumlaufen
  • dastehen wie das Huhn vorm Messer
  • wie ein nasses Huhn aussehen

Bedeutung: Die Redensarten beschreiben Menschen, die hektisch, ratlos, verängstigt oder hilflos wirken.

Das Huhn als Bewohner des Hühnerstalls

In einem Hühnerstall geht es oft laut und lebhaft zu. Viele Hühner laufen durcheinander und machen Geräusche.

  • wie im Hühnerstall
  • ein Hühnerhaufen sein
  • ein Gegacker wie im Hühnerstall

Bedeutung: Die Redensarten beschreiben Unordnung, Lärm und durcheinanderes Verhalten.

Das Huhn als Symbol für geringe Klugheit

Hühner gelten im Volksglauben nicht als besonders kluge Tiere. Deshalb entstanden einige Redensarten über Vergesslichkeit oder mangelndes Nachdenken.

  • ein Hühnerhirn haben
  • ein dummes Huhn sein
  • hirnlos wie ein Huhn

Bedeutung: Die Redensarten beschreiben Menschen, die unüberlegt handeln oder als wenig klug gelten.

Das Huhn als Eierleger

Hühner liefern Eier und waren früher für viele Familien besonders wertvoll. Deshalb entstanden Redensarten über Glück, Gewinn und Vorsicht.

  • auch ein blindes Huhn findet einmal ein Korn
  • das Huhn schlachten, das die goldenen Eier legt
  • man soll die Hühner nicht zählen, bevor sie ausgeschlüpft sind
  • lieber ein Ei heute als ein Huhn morgen

Bedeutung: Die Redensarten handeln von Glück, Nutzen, Geduld und vernünftigem Handeln.

Das Huhn als Symbol für das Unmögliche

Manche Sprichwörter beschreiben etwas, das niemals eintreten wird.

  • wenn die Hühner Zähne hätten

Bedeutung: Etwas ist äußerst unwahrscheinlich oder praktisch unmöglich.

Zusammenfassung

Die meisten Redensarten mit Huhn beziehen sich auf:

  1. Angst und Unsicherheit
  2. Lärm und Unordnung
  3. Dummheit oder Gedankenlosigkeit
  4. Eier, Glück und Nutzen
  5. Unwahrscheinliche Ereignisse

Das Huhn erscheint in der Sprache meist als einfaches Haustier des Alltags. Viele Redensarten spiegeln Beobachtungen wider, die Menschen über Jahrhunderte auf Bauernhöfen gemacht haben.

Gemeinsam betrachtet zeigen die Redensarten ein interessantes Bild:

  • Der Hahn steht für Stolz, Macht und Aufmerksamkeit.
  • Die Henne steht für Fürsorge, Eier und Schutz.
  • Das Huhn steht für Alltag, Angst, Unordnung und Lebenserfahrung.

So ergänzen sich Hahn, Henne und Huhn in der deutschen Sprache zu einem ganzen Netz von Bildern und Vorstellungen.

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Belege/Quellen

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Hai

Ein Hai ist ein großer Raubfisch, der in allen Meeren der Erde lebt. Das Wort schreiben wir mit <ai>. Diese ungewöhnliche Schreibung stammt wahrscheinlich aus einer nordischen Sprache.


Warum schreibt man Hai mit ai, obwohl man doch ein ei hört?
H. G., Klasse 3, Köln


Diskussion

Frau Laut Das ist eine sehr kluge Frage. Wir hören ei und schreiben <ai>. Es gibt einige Wörter, die wir etwas anders schreiben, als wir es zunächst vermuten. Oft sind es ganz alte Wörter, die ihre Schreibung nie geändert haben, obwohl wir sie heute anders sprechen. Diese Wörter kann uns meist Herr Alt erklären. Es gibt aber auch Wörter, die wir aus anderen Sprachen übernommen haben. Hierfür ist Frau Fremd zuständig. Also liebe Kollegen, können Sie die Frage beantworten?
Herr Alt Es kann sein, dass dies ein sehr altes Wort ist. In meinen alten Wörterbüchern habe ich aber keinen Hai gefunden. In meinen alten Wörterbüchern habe ich Formen gefunden, die auf nordische Sprachen zurückgehen. Liebe Frau Fremd: Wissen Sie woher das Wort kommt?
Frau Fremd Wahrscheinlich haben wir das Wort aus dem Niederländischen übernommen. Die Niederländer waren früher berühmte Seefahrer. Dort heißt der Fisch haai. Noch ältere verwandte Wörter finden wir in Island. Vermutlich bezeichnete das Wort ursprünglich einen Haken oder Pflock. Die spitze Rückenflosse eines Hais erinnert tatsächlich ein wenig an einen Haken.
Herr Wort Der Hai ist ein Raubfisch. In Wortzusammensetzungen wird das Wort Hai manchmal auch übertragen verwendet. Dann meint es einen Menschen, der andere ausnutzt:
Wer andere mit überhöhten Zinsen für Kredite ausraubt, den nennt man Kredithai.
Wer Menschen mit zu hohen Mieten belastet, wird manchmal Miethai genannt.
Ein Finanzhai ist jemand, der andere zu riskanten Geldgeschäften verleitet.
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Weiterführende Informationen

Modellwortschatz

Das Wort Hai gehört zum Modellwortschatz.

Du kannst dir auch einige Fremdsprachen anhören.

Hinweise zum Wort Hai

Bedeutung: a) großer Raubfisch der Meere

b) übertragen: rücksichtsloser Mensch

Beispielsatz: Der Hai schwamm ruhig durch das Wasser.
Wortinfo: Wortart: Nomen, maskulin, der Hai

Worttrennung: -

Aussprache: [haɪ̯]

Wortformen

Das Wort Hai ist ein männliches Nomen.

Singular Plural
1. Fall Nominativ der Hai die Haie
2. Fall Genitiv des Hais der Haie
3. Fall Dativ dem Hai den Haien
4. Fall Akkusativ den Hai die Haie

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Weiterführende Informationen zum Grundwort Hai
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Info - Hai

Das Wort Hai wurde vermutlich aus dem Niederländischen übernommen. Seine weitere Herkunft führt wahrscheinlich in den nordgermanischen Sprachraum. Die Schreibung mit <ai> erklärt sich dadurch, dass das Wort kein ursprünglich deutsches Erbwort ist.


Weiterführende Informationen zum Wort Hai

Modellwortschatz

Das Wort Hai gehört zum Modellwortschatz (siehe Karteikarte: Vorderseite, Rückseite).

Du kannst dir auch einige Fremdsprachen anhören.

Herkunft

Entstehung: ie. *k̑ā̌k-, *k̑ank- = Ast, Zweig, Pflock
⇒ germ. *hanh- = spitzer Pflock, Holznagel
⇒ nordgerm. hár = Pflock, Dolle
⇒ isl. hár = Dolle, Hai
⇒ nl. haai = Hai
⇒ dt. Hai

Wortgeschichte

Bi-W-H Hai Keipen.jpg

Aus dem germ. *hanh = spitzer Holzpflock entwickelte sich im isländischen hár die Doppelbedeutung Pflock, Dolle und Hai. Die Dolle ist die Halterung in der die Ruderblätter beim Ruderboot eingehängt werden. Diese Dolle war früher aus Holz und sah im Mittelalter bei den Wikingern noch ganz anders aus als bei uns heute. Schau dir einmal das Bild rechts an. Es zeigt die Keipe (so hieß die Dolle bei den Wikingern) eines Wikingerbootes. Und diese Keipe hat schon sehr viel Ähnlichkeit mit der Rückenflosse eines Hais. So ist diese Doppelbedeutung entstanden.

Die Niederländer waren über Jahrhunderte eine große Seefahrernation. Dort ist das nordische har bzw. haj bereits seit Mitte des 15. Jh. belegt (mnl. hay, nl. haai). Im deutschsprachigen Raum wurde das Wort aus den Niederlanden übernommen, zunächst Hay, später Hai. In Reiseberichten ist es seit Mitte des 17. Jh. belegt.

Wortbildungen

Wörterliste, Beispiele

Das Grundwort Hai kommt in vielen Wortbildungen vor. Besonders häufig sind Bezeichnungen einzelner Haiarten (Hai als Letztglied). Von den über 700 bekannten Haiarten enthalten rd. 500 Namen das Wort Hai. die folgende Tabelle enthält einige Beispiele, die zum größten Teil auch in Online-Wörterbüchern aufgeführt werden.

Wortbildungen mit dem Grundwort Hai
Erstglied: Haiangriff, Haifisch, Haifischbecken, Haifischflosse, Haifischflossensuppe, Haifischgebiss, Haifischhaut, Haifischmaul, Haifischmeer, Haifischteich, Haifischzahn, ...
Letztglied: Ammenhai, Blauhai, Borneohai, Breitflossenhai, Bronzehai, Bullenhai, Dolchnasenhai, Dornhai, Eishai, Feinzahnhai, Fleckzahnhai, Galapagoshai, Gangeshai, Glatthai, Großnasenhai, Hammerhai, Hartnasenhai, Heringshai, Hornhai, Katzenhai, Koboldhai, Krokodilshai, Küstenhai, Lachshai, Menschenhai, Milchhai, Nasenhai, Pondicherryhai, Riesenhai, Riesenmaulhai, Sandbankhai, Sandtigerhai, Schildzahnhai, Schlafhai, Schlitzaugenhai, Schwarzfleckhai, Schwarzhai, Schwarznasenhai, Schweinsaugenhai, Seidenhai, Silberspitzenhai, Spatennasenhai, Speerzahnhai, Stachelhai, Stierkopfhai, Tigerhai, Urhai, Walbuchthai, Walhai, Weißnasenhai, Weißwangenhai, Zitronenhai, ...

Bedeutungsgruppen

Die Namen der meisten Haie, die das Grundwort enthalten, können in fünf Bedeutungsgruppen geordnet werden. Somit ist diese Bezeichnung der Haie ein gutes Beispiel dafür, wie Tiere einer größeren Gruppe in der Biologie (deutsche Namen) benannt werden.

Wortbildungen mit dem Grundwort Hai
1. Körpermerkmale
Benennung nach Körperteilen, Form, Größe oder besonderen Merkmalen.
Beispiele: Breitflossenhai, Hammerhai, Großnasenhai, Riesenmaulhai, Speerzahnhai, Weißwangenhai
2. Farbe oder Lebensraum
Benennung nach Färbung oder Lebensraum.
Beispiele: Blauhai, Bronzehai, Küstenhai, Sandbankhai, Eishai
3. Ähnlichkeit mit anderen Tieren
Benennung nach Ähnlichkeiten zu anderen Tieren.
Beispiele: Bullenhai, Katzenhai, Krokodilshai, Tigerhai, Walhai
4. Geografische Herkunft
Beispiele: Borneohai, Galapagoshai, Gangeshai, Pondicherryhai
5. Sonstige zoologische Benennungen
Beispiele: Ammenhai, Koboldhai, Milchhai, Schlafhai, Urhai

Hai in übertragener Bedeutung

Der Name Hai wird auch als Bild für einen rücksichtslosen Menschen verwendet. Hier ist der Hai als ein räuberischer Fisch der Namensgeber.

Der Gebrauch des Wortes Hai in übertragener Bedeutung
Grundwort Kurze Erläuterung
Finanzhai Person, die andere im Finanzbereich rücksichtslos ausnutzt
Geldhai besonders habgieriger Mensch
Immobilienhai Person oder Unternehmen, das auf dem Immobilienmarkt andere ausnutzt
Kredithai Person oder Firma, die Kredite zu unfairen Bedingungen vergibt
Miethai Vermieter, der Mieter ausnutzt
Wohnungshai Person oder Unternehmen, das Wohnungssuchende benachteiligt

Redensarten

Das Wort Hai kommt nur sehr selten in Redensarten vor. Häufiger wird es in Vergleichen und in übertragener Bedeutungen verwendet.

Redensart / Mehrwortausdruck Kurze Beschreibung
ein großer Hai in der Finanzwelt eine besonders mächtige, einflussreiche oder wohlhabende Person im Finanzwesen; oft mit dem Beiklang von Rücksichtslosigkeit oder Gewinnsucht
unter Haien schwimmen sich in einer Umgebung bewegen, in der starke Konkurrenz herrscht und man ständig auf der Hut sein muss
ein Hai im Geschäftsleben ein rücksichtsloser, durchsetzungsstarker Geschäftsmann oder Unternehmer, der vor allem auf den eigenen Vorteil bedacht ist
„Haie sind besser als ihr Ruf.“ Hinweis darauf, dass Haie oft als gefährliche Monster gelten, tatsächlich aber meist weniger gefährlich sind als allgemein angenommen; häufig auch übertragen verwendet, um Vorurteile zu hinterfragen
sich unter die Haie wagen sich bewusst in eine schwierige oder konkurrenzbetonte Situation begeben, in der man mit mächtigen oder skrupellosen Personen zu tun hat

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Belege/Quellen

Sprache: DWDS, Wiktionary, ZDL, Duden-online, Wörterbuchnetz hier vor allem BDO, Grimm, Goethe);

Wissen: Wikipedia: Haie, Systematik, Bilder/Audio/Video; Hai-Stiftung

Kinder: MiniKlexikon, Klexikon, PanaClub; Kindernetzt: SWR Kindernetz, Weißer Hai, Bambushai; Naturdetektive: Naturdetektive: Haie, Hammerhai, Katzenhai, Makohaie, Walhaie, Weißer Hai



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abhauen

{{{ZUSAMMENFASSUNG}}} <<Zusammenfassung zu dieser Seite - Textverständnis für Schüler Klasse 3 bis 6>>


Wenn jemand abhaut (verschwindet), wird er dann gehauen ?
Johann, Klasse 2, Bremerhaven

Diskussion

Herr Wort Wenn früher ein Ritter in Gefahr geriet, dann trieb er sein Pferd mit kräftigen Schlägen an (er haute das Pferd), um möglichst schnell der Gefahr zu entkommen. So entstand in der Soldatensprache das Wort abhauen. Auch heute noch wird es in der Bedeutung von schnell weglaufen, verschwinden, sich davon machen verwendet, auch wenn dabei keiner mehr gehauen wird oder auf einem Pferd sitzt.
Herr Alt Lieber Herr Wort, das ist eine sehr schöne Geschichte. Daran können sich Kinder sehr schön die Bedeutung weglaufen für das Verb abhauen merken. Allerdings stimmt die Geschichte nicht ganz.

Zunächst: Das Verb abhauen gab es schon im Mittelalter. Damals hieß es abahouwan. Aus aba ist die Vorsilbe ab- geworden und aus houwan das Verb hauen. Das alte Verb hatte die Bedeutung abschlagen, abschneiden oder abhacken.

In den Mundarten, die in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz gesprochen werden bedeutete hauen vor allem gehen, laufen, treten. Von diesem oberdeutschen Wort ist die Bedeutung weglaufen, verschwinden für das Verb abhauen vor rund einhundert Jahren in die Umgangssprache übernommen worden.

Herr Wort Wenn du mehr zum Verb hauen wissen möchtest so findest du interessante Hinweise auf der Wörterseite hauen.
Pik-Linie.jpg

Weiterführende Informationen

Hinweise zum Verb abhauen

Bedeutung: 1. etwas abschlagen, abtrennen

2. umgangssprachlich: sich (heimlich) davonmachen, verschwinden

Beispielsatz: 1. Er hieb den vertrockneten Ast mit der Axt vom Baum ab.

2. Als er mich sah haute er ganz schnell ab.

Wortinfo: Wortart: Verb, Vorsilbe: ab-, Grundwort: hauen

Worttrennung: ab-hau-en

Aussprache: [ˈapˌhaʊ̯ən]

Wortformen

Das Wort abhauen ist ein Verb, dass aus der Vorsilbe (Präfix) ab- und dem Grundwort hauen zusammengesetzt ist. Es gibt zwei Bedeutungen: 1. etwas abtrennen und 2. verschwinden, weglaufen. In der ersten Bedeutung werden die Wortformen unregelmäßig gebildet (starkes Verb) und in der 2. Bedeutung regelmäßig (schwaches Verb).

1. Grundform: abhauen, Vergangenheit (Partizip II): abgehauen, Hilfsverb: haben

abhauen = abschlagen

Hilfsverb: haben

Gegenwart

(Präsens)

1. Vergangenheit

(Präteritum)

2. Vergangenheit

(Perfekt) sein

Einzahl

(Singular)

1. Person ich haue ab ich hieb ab ich habe abgehauen
2. Person du haust ab du hiebst ab du hast abgehauen
3. Person er/sie/es haut ab er/sie/es hieb ab er/sie/es hat abgehauen
Mehrzahl

(Plural)

1. Person wir hauen ab wir hieben ab wir haben abgehauen
2. Person ihr haut ab ihr hiebt ab ihr habt abgehauen
3. Person sie hauen ab sie hieben ab sie haben abgehauen

2. Grundform: abhauen, Vergangenheit (Partizip II): abgehauen, Hilfsverb: sein

Im süddeutschen Sprachraum werden die Wortformen regelhaft gebildet. Diese Wortformen wurden auch in die hochdeutschen Umgangssprache für die Bedeutung weglaufen, verschwinden übernommen.

abhauen = weglaufen

Hilfsverb: sein

Gegenwart

(Präsens)

1. Vergangenheit

(Präteritum)

2. Vergangenheit

(Perfekt) sein

Einzahl

(Singular)

1. Person ich haue ab ich haute ab ich bin abgehauen
2. Person du haust ab du hautest ab du bist abgehauen
3. Person er/sie/es haut ab er/sie/es haute ab er/sie/es ist abgehauen
Mehrzahl

(Plural)

1. Person wir hauen wir hauten wir sind abgehauen
2. Person ihr haut ab ihr hautet ihr seid abgehauen
3. Person sie hauen ab hauten ab sie sind abgehauen

Interessantes

Vielleicht kennst du das Wort Gassenhauer. Das ist ein Schlager der sehr bekannt und weit verbreitet ist. Ein Lied dass auf allen Straßen und in allen Gassen gesungen wird. Die Gasse war früher der unbefestigte Weg innerhalb einer Stadt. Die Straße hingegen der Weg von einem Ort zum anderen. Im zweiten Wortteil von Gassenhauer findest du das oberdeutsche Wort hauen in der Bedeutung gehen, laufen wieder.

Wer also durch die Gassen einer Stadt ging und dabei ein allen bekanntes Lied sang, der sang einen Gassenhauer. Dieses Wort wurde später in der Umgangssprache weitgehend vom Nomen Schlager' verdrängt.

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