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=hauen= | =hauen= | ||
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Das Verb ''hauen'' bedeutet ursprünglich ''schlagen'' oder ''durch Schlagen bearbeiten''. Doch viele Wortbildungen mit ''hauen'' haben heute ganz andere Bedeutungen. Wer ''abhaut'', muss nichts schlagen, und wer beim Essen ordentlich ''reinhaut'', schlägt auch nicht auf sein Essen ein. Auf dieser Seite erfährst du, wie diese unterschiedlichen Bedeutungen entstanden sind und warum wir ''hauen'' ohne ''h'' nach dem ''au'' schreiben. | |||
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<div style="color:red"> Text muss noch überarbeitet und korrigiert werden.</div> | |||
==Fragen von Schüler(innen)== | |||
{| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffff00;font-size: 1.2em" | {| class="wikitable" style="width: 100%; background-color:#ffff00;font-size: 1.2em" | ||
|Warum schreiben wir ''hauen'', ''bauen'' oder ''schauen'' ohne ''h''? Wir schreiben doch auch ''leihen'', ''Reihe'' und ''verzeihen'' mit ''h''. | |Warum schreiben wir ''hauen'', ''bauen'' oder ''schauen'' ohne ''h''? Wir schreiben doch auch ''leihen'', ''Reihe'' und ''verzeihen'' mit ''h''. | ||
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Die Nachricht vom Tod meines Opas hat mich richtig ''umgehauen''. | Die Nachricht vom Tod meines Opas hat mich richtig ''umgehauen''. | ||
... | ... | ||
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==Diskussion== | ==Diskussion== | ||
{| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em" | {| style="width: 100%; vertical-align:top; font-size: 1.2em" | ||
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| style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Laut.jpg | 120px | link=Frau Laut|Frau Laut]] | | style="width: 15%; vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Laut.jpg | 120px | link=Frau Laut|Frau Laut]] | ||
| | |Hör einmal genau hin: ''hau-en'', ''bau-en'', ''schau-en''. Nach dem Doppellaut ''au'' hören wir keinen besonderen Laut, den wir mit einem ''h'' schreiben müssten. Deshalb schreiben wir nach ''au'' kein ''h''. | ||
Bei ''Reihe'', ''leihen'' und ''verzeihen'' ist das anders. Hier gehört das ''h'' zur geschriebenen Form des Wortes. Warum diese Wörter mit ''eih'' geschrieben werden, erfährst du auf der Seite [[Wörter mit eih]]. | |||
Für das Wort ''hauen'' kannst du dir also merken: Der Doppellaut ''au'' wird mit den beiden Buchstaben ''a'' und ''u'' geschrieben. Danach folgt direkt die Endung ''-en'': ''hau-en''. | |||
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| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]] | | rowspan="2" style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]] | ||
| | |Die zweite Frage ist besonders interessant. Das Verb ''hauen'' bedeutete ursprünglich vor allem ''schlagen'' oder ''stoßen''. Diese Bedeutung kannst du in vielen Wortbildungen noch gut erkennen: Wer einen Ast ''abhaut'', trennt ihn durch Schläge ab. Wer eine Tür ''einhaut'', schlägt sie mit großer Kraft ein. | ||
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|Aber Wörter können im Laufe der Zeit neue Bedeutungen bekommen. Das ist auch bei vielen Wortbildungen mit ''hauen'' geschehen. | |||
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|Wenn jemand ''abhaut'', läuft er schnell weg. Wer sich das Essen ''reinhaut'', isst sehr viel oder sehr schnell. Und wenn dich eine Nachricht ''umhaut'', dann überrascht oder erschüttert sie dich sehr. | |||
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|Manchmal kann dasselbe Wort sogar unterschiedliche Bedeutungen haben: Der Holzfäller ''hieb'' einen Ast ab. Der Dieb dagegen ''haute'' schnell ab. Welche Bedeutung gemeint ist, erkennen wir am Zusammenhang des Satzes. | |||
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| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Kurz.jpg | 120px | link=Frau Kurz|Frau Kurz]] | | style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Kurz.jpg | 120px | link=Frau Kurz|Frau Kurz]] | ||
| | |Das ist doch praktisch! Wir müssen nicht für jede neue Bedeutung ein ganz neues Wort erfinden. Wir nehmen ein bekanntes Wort und setzen eine Vorsilbe davor. Und schon haben wir eine neue Bedeutung. | ||
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| rowspan="2" style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]] | |||
|Ganz genau! So funktionieren die Wortbildungen. Durch eine Vorsilbe verändert sich auch die Wortbedeutung und manchmal entsteht auch etwas ganz neues. | |||
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|Aus ''hauen'' sind auf diese Weise sehr viele Wörter entstanden: ''abhauen'', ''draufhauen,'' ''einhauen'', ''reinhauen'', ''umhauen'', ''weghauen'' und viele mehr. Ein einziges Grundwort hilft uns also dabei, viele verschiedene Dinge auszudrücken. Alle Wörter haben etwas mit der Grundbedeutung ''stoßen, schlagen'' gemeinsam: ''abhauen = einen Ast abschlagen, auf jemanden einhauen = ihn lange schlagen, auf etwas draufhauen = Mit dem Hammer auf einen Stein draufschlagen'', usw. | |||
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|[[file:Bi-GO-Kurz.jpg | 120px | link=Frau Kurz|Frau Kurz]] | |||
|Das ist aber noch keine Antwort auf die Fragen der Kinder: ''abhauen = weglaufen, sich das Essen reinhauen, eine Nachricht, die mich umhaut'' usw. | |||
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| rowspan="2" style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Alt.jpg | 120px | link=Herr Alt|Herr Alt]] | |||
|Das Verb ''hauen'' ist schon sehr alt. Im Mittelalter, also vor mehr als tausend Jahren, sagte man ''houwen''. Schon damals bedeutete das Wort unter anderem ''schlagen'' und ''bearbeiten''. Das ''w'' ist später weggefallen und aus dem ''o'' ist ein ''a'' geworden. So entstand unser Wort ''hauen''. | |||
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|Auch die ungewöhnliche Vergangenheitsform ist alt. Die Germanen hatten für viele Verben zwei verschiedene Wörter: eins für die Gegenwart und ein anderes für die Vergangenheit. Daraus sind die unregelmäßigen Verben entstanden, zum Beispiel ''wir'' ''fahren – wir fuhren'' oder ''wir'' ''schreiben – wir schrieben.'' Genauso ist es beim Verb ''hauen'' und der Vergangenheitsform ''hieb'': ''Er hieb den Ast ab.'' | |||
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|Bei übertragenen Bedeutungen verwenden wir dagegen häufig die regelmäßige Form mit ''-te'': ''Der Dieb haute ab.'' oder ''Die Nachricht haute mich um.'' | |||
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| style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO- | | | ||
| | |An diesen Wortformen können wir manchmal sogar erkennen, wie weit sich eine neue Bedeutung von der ursprünglichen Bedeutung ''schlagen'' entfernt hat. | ||
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| rowspan="2" style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Wort.jpg | 120px | link=Herr Wort|Herr Wort]] | |||
|Die Verben '''umhauen''' und '''reinhauen''' gehören zur Wortfamilie von '''hauen'''. Ursprünglich bedeutet ''hauen'', kräftig auf etwas oder jemanden zu schlagen. | |||
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|Bei '''umhauen''' kann durch einen Schlag etwas umfallen: ''Der Holzfäller haut den Baum um.'' Später wurde das Wort auch übertragen gebraucht. Etwas kann uns so stark überraschen oder beeindrucken, als würden wir davon umfallen: ''Das tolle Konzert hat mich umgehauen.'' | |||
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|Auch '''reinhauen''' hat verschiedene Bedeutungen. Man kann zum Beispiel einen Nagel ins Holz ''reinhauen''. Umgangssprachlich bedeutet ''reinhauen'' aber auch '''kräftig essen''' oder '''sich sehr anstrengen''': ''Nach der Wanderung haben wir ordentlich reingehauen.'' – ''Wir müssen uns bei der Arbeit richtig reinhauen.'' | |||
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|So sind aus der ursprünglichen Bedeutung '''„kräftig schlagen“''' neue Bedeutungen entstanden, bei denen es vor allem um '''Kraft, Stärke und große Wirkung''' geht. | |||
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|style="vertical-align:top;" |[[file:Bi-GO-Ortho.jpg | 120px | link=Graf Ortho|Graf Ortho]] | |||
|Über das Verb ''abhauen'' hat mein Team schon vor einiger Zeit lange diskutiert. Wenn du mehr über die Bedeutung und Entwicklung des Wortes erfahren möchtest, dann findest du diese auf der Seite [[Abhauen|'''''abhauen''''']]. | |||
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|} | |} | ||
| Zeile 1.573: | Zeile 1.613: | ||
===Modellwortschatz=== | ===Modellwortschatz=== | ||
<div style="font-size:1.2em"> | <div style="font-size:1.2em"> | ||
Das Wort ''' | Das Wort '''hauen''' gehört zum '''Modellwortschatz'''. | ||
</div> | </div> | ||
<gallery widths="300px" heights="200px" perrow="2"> | <gallery widths="300px" heights="200px" perrow="2"> | ||
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</div> | </div> | ||
==Hinweise zum Wort '' | ===Hinweise zum Wort ''hauen''=== | ||
{| style="width: 100%; vertical-align | {| style="width: 100%; vertical-align; font-size: 1.2em" | ||
| style="width: 15%; vertical-align:top | | style="width: 15%; vertical-align:top" |'''Bedeutung:''' | ||
| | |a) mit der Hand, einem Werkzeug oder einem Gegenstand kräftig schlagen<br> | ||
|- style="vertical-align:top | b) etwas durch Schläge bearbeiten, trennen oder verändern<br> | ||
c) in Wortbildungen auch mit zahlreichen übertragenen Bedeutungen | |||
|- style="vertical-align:top" | |||
|'''Beispielsatz:''' | |'''Beispielsatz:''' | ||
|'' | |''Der Holzfäller hieb mit der Axt auf den Stamm.'' | ||
|- style="vertical-align:top | |- style="vertical-align:top" | ||
|'''Wortinfo:''' | |'''Wortinfo:''' | ||
|'''Wortart:''' | |'''Wortart:''' Verb | ||
'''Worttrennung:''' | '''Worttrennung:''' hau·en | ||
'''Aussprache:''' | '''Aussprache:''' [ˈhaʊ̯ən] | ||
|} | |} | ||
==Wortformen== | ===Wortformen=== | ||
<div style="font-size:1.2em"> | <div style="font-size:1.2em"> | ||
Das Verb ''hauen'' kann seine Vergangenheitsformen sowohl unregelmäßig als auch regelmäßig bilden. In der ursprünglichen Bedeutung ''schlagen'' ist die Form ''hieb'' üblich. Daneben kommt besonders umgangssprachlich auch die regelmäßige Form ''haute'' vor. | |||
'''Grundform (Infinitiv):''' hauen, '''Vergangenheit (Partizip II):''' gehauen, '''Hilfsverb:''' haben | |||
'''Bildung des unregelmäßigen Verbs:''' | |||
</div> | </div> | ||
{| class="wikitable" style="width: | {| class="wikitable" style="width: 80%; vertical-align:top; font-size: 1.2em; margin:auto" | ||
!style="width: | | colspan="2" | | ||
!style="width: | !Gegenwart | ||
(Präsens) | |||
!1. Vergangenheit | |||
(Präteritum) | |||
!2. Vergangenheit | |||
(Perfekt) | |||
|- | |||
! rowspan="3" style="width:12%" |Einzahl | |||
(Singular) | |||
! style="width: 13%" |1. Person | |||
| style="width: 25%" |ich haue | |||
| style="width: 25%" |ich hieb | |||
| style="width: 25%" |ich habe gehauen | |||
|- | |||
!2. Person | |||
|du haust | |||
|du hiebst | |||
|du hast gehauen | |||
|- | |- | ||
! | !3. Person | ||
|er/sie/es haut | |||
| | |er/sie/es hieb | ||
| | |er/sie/es hat gehauen | ||
|- | |- | ||
! | ! rowspan="3" |Mehrzahl | ||
(Plural) | |||
| | !1. Person | ||
| | |wir hauen | ||
|wir hieben | |||
|wir haben gehauen | |||
|- | |- | ||
! | !2. Person | ||
|ihr haut | |||
| | |ihr hiebt | ||
| | |ihr habt gehauen | ||
|- | |- | ||
! | !3. Person | ||
|sie hauen | |||
| | |sie hieben | ||
| | |sie haben gehauen | ||
|- | |- | ||
|} | |} | ||
<div style="font-size: 1.2em"> | |||
<div style="font-size:1.2em"> | '''Bildung des regelmäßigen Verbs:''' | ||
</div> | </div> | ||
{| class="wikitable" style="width: 80%; vertical-align:top; font-size: 1.2em; margin:auto" | {| class="wikitable" style="width: 80%; vertical-align:top; font-size: 1.2em; margin:auto" | ||
| colspan="2" | | | colspan="2" | | ||
| Zeile 1.651: | Zeile 1.710: | ||
(Singular) | (Singular) | ||
! style="width: 13%" |1. Person | ! style="width: 13%" |1. Person | ||
| style="width: 25%" |ich | | style="width: 25%" |ich haue | ||
| style="width: 25%" |ich | | style="width: 25%" |ich haute | ||
| style="width: 25%" |ich | | style="width: 25%" |ich habe gehauen | ||
|- | |- | ||
!2. Person | !2. Person | ||
|du | |du haust | ||
|du | |du hautest | ||
|du | |du hast gehauen | ||
|- | |- | ||
!3. Person | !3. Person | ||
|er/sie/es | |er/sie/es haut | ||
|er/sie/es | |er/sie/es haute | ||
|er/sie/es | |er/sie/es hat gehauen | ||
|- | |- | ||
! rowspan="3" |Mehrzahl | ! rowspan="3" |Mehrzahl | ||
(Plural) | (Plural) | ||
!1. Person | !1. Person | ||
|wir | |wir hauen | ||
|wir | |wir hauten | ||
|wir | |wir haben gehauen | ||
|- | |- | ||
!2. Person | !2. Person | ||
|ihr | |ihr haut | ||
|ihr | |ihr hautet | ||
|ihr | |ihr habt gehauen | ||
|- | |- | ||
!3. Person | !3. Person | ||
|sie | |sie hauen | ||
|sie | |sie hauten | ||
|sie | |sie haben gehauen | ||
|- | |- | ||
|} | |} | ||
[[#top | Seitenanfang]]</br> | [[#top | Seitenanfang]]</br> | ||
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</br> | </br> | ||
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|[[abhauen| '''zur Wörterseite ''abhauen''''']] | |[[abhauen| '''zur Wörterseite ''abhauen''''']] | ||
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|[[Info - hauen (Wortgruppe)| '''Weiterführende Informationen zur Wortgruppe ''hauen''''']] | |[[Info - hauen (Wortgruppe)| '''Weiterführende Informationen zur Wortgruppe ''hauen''''']] | ||
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=Info - hauen= | =Info - hauen= | ||
= | {| style="width: 100%; text-align:center;" | ||
|[[hauen|'''zurück zur Wortgeschichte ''hauen''''']] | |||
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==Weiterführende Informationen zum Wort ''hauen''== | |||
Das Verb ''hauen'' gehört zu den sehr alten Wörtern der deutschen Sprache. Seine ursprüngliche Bedeutung ist ''schlagen, stoßen''. Sprachgeschichtlich interessant ist die Bildung der Vergangenheitsform: Neben der alten starken Form ''hieb'' entwickelte sich die regelmäßige Form ''haute''. Bei vielen Wortbildungen hängt die verwendete Form von der Bedeutung ab: In der ursprünglichen Bedeutung ''schlagen'' heißt es meist ''hieb'', in übertragenen Bedeutungen dagegen häufig ''haute''. | |||
Aus dem Verb ''hauen'' sind zahlreiche Wortbildungen und verschiedene Nomen entstanden, darunter ''Hauer'', ''Haue'' und ''Hieb''. Viele dieser Wörter haben im Laufe der Zeit besondere oder übertragene Bedeutungen entwickelt. Auch in zahlreichen Redensarten und Mehrwortausdrücken kommt ''hauen'' vor, zum Beispiel in ''jemanden vom Hocker hauen'', ''auf den Putz hauen'' oder ''hieb- und stichfest''. | |||
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==Informationen zum Wort== | ==Informationen zum Wort== | ||
===Modellwortschatz=== | ===Modellwortschatz=== | ||
Das Wort ''' | Das Wort '''hauen''' gehört zum '''Modellwortschatz''' (siehe Karteikarte: [[:File:MWS-322-VS.jpg| Vorderseite]], [[:file:MWS-322-RS.jpg| Rückseite]]). | ||
Du kannst dir auch einige [[https://cloude.collishop.de/mws/index.php?n=322 Fremdsprachen]] anhören. | Du kannst dir auch einige [[https://cloude.collishop.de/mws/index.php?n=322 Fremdsprachen]] anhören. | ||
===Herkunft=== | ===Herkunft=== | ||
| Zeile 1.735: | Zeile 1.785: | ||
|colspan="2"|Bei ''hauen'' wurde der Wortstamm im Präteritum schon in germanischer Zeit anders gebildet als der Präsensstamm. | |colspan="2"|Bei ''hauen'' wurde der Wortstamm im Präteritum schon in germanischer Zeit anders gebildet als der Präsensstamm. | ||
Diese Besonderheit des starken Verbs finden wir auch im Mittelalter. | Diese Besonderheit des starken Verbs finden wir auch im Mittelalter. In althochdeutscher Zeit wurde das Präteritum der starken Verben durch Ablaute gebildet. Hier einige Beispiele: ''fahren - fuhr, greifen - griff, schreiben - schrieb, hauen - hieb''. | ||
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|colspan="2"|Erst später entwickelte sich für Verben die Endung ''te'' für die Bildung des Präteritums | |colspan="2"|Erst später entwickelte sich für Verben die Endung ''te'' für die Bildung des Präteritums. Die Bedeutungsveränderung führte bei vielen Wortbildungen des Verbs ''hauen'' auch zu einer Veränderung der Beugung. Daher ist das Wort ''hauen'' auch sprachgeschichtlich interessant. | ||
In groben Zügen gilt: Für die Bedeutung ''schlagen'' bzw. ''durch schlagen verändern'' wird aus dem Präsens ''hauen'' im Präteritum ''hieb''. Je weiter sich die Bedeutung der Wortbildung von der Grundbedeutung ''schlagen'' entfernt, desto häufiger wird die Beugung regelhaft, also ''haute'' (anstatt ''hieb'') gebildet. | In groben Zügen gilt: Für die Bedeutung ''schlagen'' bzw. ''durch schlagen verändern'' wird aus dem Präsens ''hauen'' im Präteritum ''hieb''. Je weiter sich die Bedeutung der Wortbildung von der Grundbedeutung ''schlagen'' entfernt, desto häufiger wird die Beugung regelhaft, also ''haute'' (anstatt ''hieb'') gebildet. | ||
| Zeile 1.795: | Zeile 1.845: | ||
|} | |} | ||
==Wörterlisten== | |||
===Verbbildungen=== | ===Verbbildungen=== | ||
Es gibt rund 35 Verbbildungen mit dem Grundwort ''hauen''. Diese können fünf '''Bedeutungsgruppen''' zugeordnet werden (sh. Spalte 7 = Gr. und 8): | Es gibt rund 35 Verbbildungen mit dem Grundwort ''hauen''. Diese können fünf '''Bedeutungsgruppen''' zugeordnet werden (sh. Spalte 7 = Gr. und 8): | ||
| Zeile 1.806: | Zeile 1.857: | ||
Die ersten beiden Bedeutungsgruppen sind von der Grundbedeutung des Verbs ''hauen'' (schlagen, stoßen) abgeleitet. In den allermeisten Fällen werden in diesen Bedeutungen die Wortformen unregelmäßig (im Präteritum = hieb) gebildet. Allerdings wird umgangssprachlich zunehmend auch die regelmäßige Konjugation (haute) verwendet. Bei den Bedeutungsgruppen 3 bis 5 wird ''hauen'' in übertragenem Sinn verwendet. Viele Verbbildungen kommen in unterschiedlicher Bedeutung vor. In der folgenden Tabelle wurde jeweils nur eine Bedeutung für die unregelmäßige und eine für die regelmäßige Wortform aufgeführt. | Die ersten beiden Bedeutungsgruppen sind von der Grundbedeutung des Verbs ''hauen'' (schlagen, stoßen) abgeleitet. In den allermeisten Fällen werden in diesen Bedeutungen die Wortformen unregelmäßig (im Präteritum = hieb) gebildet. Allerdings wird umgangssprachlich zunehmend auch die regelmäßige Konjugation (haute) verwendet. Bei den Bedeutungsgruppen 3 bis 5 wird ''hauen'' in übertragenem Sinn verwendet. Viele Verbbildungen kommen in unterschiedlicher Bedeutung vor. In der folgenden Tabelle wurde jeweils nur eine Bedeutung für die unregelmäßige und eine für die regelmäßige Wortform aufgeführt. | ||
In | In der Spalte 7 findest du die '''Bedeutungsgruppe''' (1 bis 5), in Spalte 8 die '''Bedeutung''' und in Spalte 9 einen '''Beispielsatz'''. Weitere Wortbedeutungen zu jedem Verb findest du in der '''Quellenangabe''' (letzte Spalte): 1 = DWDS, 2 = Wiktionary, 3 = Duden-Grammatik, 4 = weitere Textquellen) | ||
'''trennbar/nicht trennbar''' (sh. Spalten 2, 3) - Bei den meisten Wortbildungen wird dem Verb ''hauen'' ein Partikel vorangestellt (sh. Spalte 2). In Sätzen können diese Verbbildungen getrennt verwendet werden. Beispiel: ''abhauen'' - „Er hieb/haute ab.“ ''danebenhauen'' - „Er hieb/haute daneben.“ ''reinhauen'' - „Er hieb/haute rein.“ Wird das Verb hauen mit einem Präfix ergänzt, so ist diese Wortbildung nicht trennbar. Beispiel: ''behauen'' - „Die Steine wurden behauen.“ ''verhauen'' - „Er hat den Mitschüler verhauen.“ ''zerhauen'' - „Er zerhaute den Knoten.“ | '''trennbar/nicht trennbar''' (sh. Spalten 2, 3) - Bei den meisten Wortbildungen wird dem Verb ''hauen'' ein Partikel vorangestellt (sh. Spalte 2). In Sätzen können diese Verbbildungen getrennt verwendet werden. Beispiel: ''abhauen'' - „Er hieb/haute ab.“ ''danebenhauen'' - „Er hieb/haute daneben.“ ''reinhauen'' - „Er hieb/haute rein.“ Wird das Verb hauen mit einem Präfix ergänzt, so ist diese Wortbildung nicht trennbar. Beispiel: ''behauen'' - „Die Steine wurden behauen.“ ''verhauen'' - „Er hat den Mitschüler verhauen.“ ''zerhauen'' - „Er zerhaute den Knoten.“ | ||
| Zeile 1.891: | Zeile 1.942: | ||
|haben | |haben | ||
|4 | |4 | ||
| | |schlemmen, prassen | ||
|Er haut gern auf und erzählt von seinen Erfolgen. | |Er haut gern auf und erzählt von seinen Erfolgen. | ||
|[https://www.dwds.de/wb/aufhauen 1] [https://www.duden.de/konjugation/aufhauen 3] | |[https://www.dwds.de/wb/aufhauen 1] [https://www.duden.de/konjugation/aufhauen 3] | ||
| Zeile 2.113: | Zeile 2.164: | ||
|kräftig arbeiten | |kräftig arbeiten | ||
|Wenn wir fertig werden wollen, müssen wir jetzt richtig hereinhauen. | |Wenn wir fertig werden wollen, müssen wir jetzt richtig hereinhauen. | ||
|[https://www.dwds.de/wb/hereinhauen 1] [https://www.duden.de/konjugation/hereinhauen 3] | |[https://www.dwds.de/wb/hereinhauen 1] [https://www.duden.de/konjugation/hereinhauen 3] [https://bdo.badw.de/suche?lemma=hereinhauen 4] | ||
|- | |- | ||
|hereinhauen | |hereinhauen | ||
| Zeile 2.122: | Zeile 2.173: | ||
|haben | |haben | ||
|4 | |4 | ||
|jemanden | |jemanden ohrfeigen | ||
| | jmd. denunzieren | ||
|Im Streit haute er seinem Gegner eine herein. | |||
|[https://www.dwds.de/wb/hereinhauen 1] [https://www.duden.de/konjugation/hereinhauen 3] | |[https://www.dwds.de/wb/hereinhauen 1] [https://www.duden.de/konjugation/hereinhauen 3] | ||
|- | |- | ||
| Zeile 2.580: | Zeile 2.632: | ||
Wenn du wissen möchtest, was ein Wort bedeutet, dann klicke auf das Wort. Du gelangst dann zum [https://de.wiktionary.org/wiki/Wiktionary:Deutsch Online Wörterbuch Wiktionary]. Wörter die in diesem Wörterbuch nicht vorkommen sind mit dem [https://www.dwds.de/wb/ Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache] (DWDS) verlinkt. Dort findest du Informationen zum Wort, zur Wortart, Bedeutung, Herkunft und Beispielsätze. Zu Wörtern die im Stammverzeichnis dieses Wörterbuches nicht eingetragen sind findest du im DWDS Beispielsätze und Informationen zur Häufigkeit dieses Wortes in verschiedenen Textkorpora. | Wenn du wissen möchtest, was ein Wort bedeutet, dann klicke auf das Wort. Du gelangst dann zum [https://de.wiktionary.org/wiki/Wiktionary:Deutsch Online Wörterbuch Wiktionary]. Wörter die in diesem Wörterbuch nicht vorkommen sind mit dem [https://www.dwds.de/wb/ Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache] (DWDS) verlinkt. Dort findest du Informationen zum Wort, zur Wortart, Bedeutung, Herkunft und Beispielsätze. Zu Wörtern die im Stammverzeichnis dieses Wörterbuches nicht eingetragen sind findest du im DWDS Beispielsätze und Informationen zur Häufigkeit dieses Wortes in verschiedenen Textkorpora. | ||
=== | ===Personenbezeichnung=== | ||
Die Personenbezeichnungen vom Verb ''hauen'' haben verschiedene Bedeutungen: 1. ''Hauer'' = vor Ort arbeitender Bergmanns, regional häufig ''Häuer''; selten die Weiblichkeitsform ''Hauerin'' bzw. ''Häuerin'', hierfür meist ''Bergarbeiterin''. 2. ''Hauer'', ''Hauerin'' = synonym zu Winzer(in). Daneben heißt auch der Eckzahn des Keilers (männliches Wildschwein) ''Hauer''. | |||
Wortbildungen mit ''Hauer'' sind häufig Fachbegriffe aus der Bergmannssprache. In anderen Wortbildungen ist die Bedeutung meist aus dem Bestimmungswort leicht zu erschließen, wie z. B. ''Holzhauer'', ''Weinbauer''. Die mit Abstand häufigste Wortbildung kommt aus dem Bereich Kunst: ''der Bildhauer'', die ''Bildhauerin''. | |||
{| class="wikitable mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 100%; margin:auto" | {| class="wikitable mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 100%; margin:auto" | ||
|+Wortbildungen mit dem | |+Wortbildungen mit dem Nomen ''Hauer'' | ||
! | !colspan="2"|Wortbildungen aus der Bergmannssprache | ||
|- | |- | ||
|colspan="2"|[https://www.dwds.de/r/?q=Bohrhauer Bohrhauer], [https://www.dwds.de/r/?q=Ganghauer Ganghauer], [https://www.dwds.de/wb/Gedingehauer Gedingehauer], [https://www.dwds.de/wb/Gedingehäuer Gedingehäuer], [https://www.dwds.de/wb/Gesteinshauer Gesteinshauer], [https://www.dwds.de/wb/Lehrhauer Lehrhauer], [https://www.dwds.de/wb/Schachthauer Schachthauer], [https://www.dwds.de/wb/Schießhauer Schießhauer], [https://www.dwds.de/r/?q=Schr%C3%A4mmhauer Schrämmhauer], [https://www.dwds.de/r/?q=Strossenhauer Strossenhauer], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=Z01525#0 Zimmerhauer] | |||
|- | |- | ||
!2 | !colspan="2"|Sonstige Wortbildungen mit ''Hauer'' | ||
|- | |- | ||
|colspan="2"|[https://www.dwds.de/wb/Feilenhauer Feilenhauer], [https://www.dwds.de/wb/Fleischhauer Fleischhauer], [https://www.dwds.de/wb/Fleischhauerei Fleischhauerei], [https://www.dwds.de/wb/Holzhauer Holzhauer], [https://www.dwds.de/wb/Steinhauer Steinhauer], [https://www.dwds.de/wb/Steinhauerverein Steinhauerverein], [https://www.dwds.de/wb/Weinhauer Weinhauer] | |||
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! ... | !colspan="2"| ''Hauer'' in übertragener Bedeutung | ||
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|colspan="2"|[https://www.dwds.de/wb/Gassenhauer Gassenhauer], [https://www.dwds.de/wb/gassenhauerisch gassenhauerisch] | |||
|- | |||
!colspan="2"| Wortbildungen mit ''Bildhauer'' | |||
|- | |||
!style="width:10%"|Erstglied: | |||
|[https://www.dwds.de/wb/Bildhauer Bildhauer], [https://www.dwds.de/wb/Bildhauerin Bildhauerin], [https://www.dwds.de/wb/Bildhauerarbeit Bildhauerarbeit], [https://www.dwds.de/wb/Bildhaueratelier Bildhaueratelier], [https://www.dwds.de/wb/Bildhauerei Bildhauerei], [https://www.dwds.de/wb/Bildhauerfamilie Bildhauerfamilie], [https://www.dwds.de/wb/Bildhauergalerie Bildhauergalerie], [https://www.dwds.de/wb/Bildhauerklasse Bildhauerklasse], [https://www.dwds.de/wb/Bildhauerkunst Bildhauerkunst], [https://www.dwds.de/wb/Bildhauerkurs Bildhauerkurs], [https://www.dwds.de/wb/Bildhauermeister Bildhauermeister], [https://www.dwds.de/wb/Bildhauermuseum Bildhauermuseum], [https://www.dwds.de/wb/Bildhauerschule Bildhauerschule], [https://www.dwds.de/wb/Bildhauersymposion Bildhauersymposion], [https://www.dwds.de/wb/Bildhauersymposium Bildhauersymposium], [https://www.dwds.de/wb/Bildhauerwerk Bildhauerwerk], [https://www.dwds.de/wb/Bildhauerwerkstatt Bildhauerwerkstatt], [https://www.dwds.de/wb/Bildhauerzeichnung Bildhauerzeichnung] | |||
|- | |||
!Letztglied: | |||
|[https://www.dwds.de/wb/Hofbildhauer Hofbildhauer], [https://www.dwds.de/wb/Holzbildhauer Holzbildhauer], [https://www.dwds.de/wb/Lieblingsbildhauer Lieblingsbildhauer], [https://www.dwds.de/wb/Metallbildhauer Metallbildhauer], [https://www.dwds.de/wb/Stadtbildhauer Stadtbildhauer], [https://www.dwds.de/wb/Steinbildhauer Steinbildhauer], [https://www.dwds.de/wb/Steinbildhauer Steinbildhauer]; [https://www.dwds.de/wb/Holzbildhauerei Holzbildhauerei], [https://www.dwds.de/wb/Steinbildhauerei Steinbildhauerei] | |||
|- | |||
!Adjektiv/Verb: | |||
|[https://www.dwds.de/wb/bildhauerisch bildhauerisch], [https://www.dwds.de/wb/bildhauern bildhauern] | |||
|- | |- | ||
|} | |} | ||
===der Hieb, die Hiebe=== | |||
Schon früh entwickelte sich aus dem Verb ahd. ''houwan'' das Nomen ahd. ''houwa'', mhd. ''houwe'' = ''Haue'' (Gerät, mit dem die Erde aufgestoßen, gehauen wird). Dieses Nomen ist bis heute vor allem im süddeutschen Sprachraum gebräuchlich. Parallel hierzu gab es die Substantivierung mhd. ''hou'' = der Stoß, Schlag (hd. der Hau, die Haue). Ab dem 15. Jh. ist auch die Substantivierung vom Präteritum ''hou'' (= der Hieb, die Hiebe) belegt, zunächst in der Bedeutung '' Recht, in einem bestimmten Waldgebiet Holz zu schlagen'' ([https://www.dwds.de/wb/Hieb#etymwb-1 DWDS]). | |||
Zunehmend ersetzte das Nomen ''Hieb'' ab dem 16. Jh. die Substantivierung ''Hau''. Diese kommt heute nur noch in der umgangssprachlichen Redewendung [https://www.dwds.de/wb/einen%20Hau%20haben ''einen Hau haben''] vor (= ''nicht recht bei Verstand sein''). | |||
Wie beim Verb ''hauen'' so entwickelten sich auch beim Nomen ''Hieb'' viele verschiedene Bedeutungen. In der folgenden Tabelle sind Beispiele für Wortbildungen mit dem Nomen ''Hieb'' aufgeführt. Diese sind in Bedeutungsgruppen sortiert und mit verschiedenen Quellen verlinkt: [https://www.duden.de/woerterbuch Duden-online-Wörterbuch] (nicht werbefrei), [https://www.dwds.de/ DWDS], [https://woerterbuchnetz.de/ Wikipedia] [https://de.wiktionary.org/wiki/Wiktionary:Hauptseite Wiktionary], [https://woerterbuchnetz.de/ Wörterbuchnetz]. | |||
{| class="wikitable mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 100%; margin:auto" | {| class="wikitable mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 100%; margin:auto" | ||
|+ | |+Wortbildungen zum Grundwort ''Hieb'' nach Bedeutungsgruppen | ||
|- | |- | ||
! | ! 1. Waffenhiebe | ||
|- | |- | ||
| | | Der erste Bestandteil bezeichnet das Instrument, mit dem gehauen wird. | ||
|- | |- | ||
|... | | [https://www.dwds.de/wb/Axthieb Axthieb], [https://www.dwds.de/wb/Beilhieb Beilhieb], [https://www.dwds.de/wb/Degenhieb Degenhieb], [https://www.dwds.de/wb/Hiebwaffe Hiebwaffe], [https://www.dwds.de/wb/Klingenhieb Klingenhieb], [https://www.dwds.de/wb/Kolbenhieb Kolbenhieb], [https://www.dwds.de/wb/Machetenhieb Machetenhieb], [https://www.dwds.de/wb/Säbelhieb Säbelhieb], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Schwerthieb Schwerthieb] | ||
|- | |- | ||
! | !2. Körper- und Strafhiebe | ||
|- | |- | ||
| | |Schläge von Menschen oder Tieren bzw. mit Schlaginstrumenten. | ||
|- | |||
|[https://www.dwds.de/wb/Boxhieb Boxhieb], [https://www.dwds.de/wb/Fausthieb Fausthieb], [https://www.dwds.de/wb/Geißelhieb Geißelhieb], [https://www.dwds.de/wb/Gertenhieb Gertenhieb], [https://www.dwds.de/wb/Knüppelhieb Knüppelhieb], [https://www.dwds.de/wb/Kolbenhieb Kolbenhieb], [https://www.dwds.de/wb/Peitschenhieb Peitschenhieb], [https://www.dwds.de/wb/Prankenhieb Prankenhieb], [https://www.dwds.de/wb/Schnabelhieb Schnabelhieb], [https://www.dwds.de/wb/Stockhieb Stockhieb] | |||
|- | |||
!3. Kampf- und Fechtbegriffe | |||
|- | |||
|Bezeichnungen bestimmter Hiebe nach ihrer Ausführung oder Stellung in einer Schlagfolge. | |||
|- | |||
|[https://www.dwds.de/wb/Boxhieb Boxhieb], [https://www.dwds.de/wb/Degenhieb Degenhieb], [https://www.dwds.de/wb/Fechthieb Fechthieb], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=K13490#0 Kreuzhieb], [https://www.dwds.de/wb/Lufthieb Lufthieb], [https://www.dwds.de/wb/Nachhieb Nachhieb], [https://www.dwds.de/wb/Säbelhieb Säbelhieb], [https://www.dwds.de/wb/Schwerthieb Schwerthieb], [https://www.dwds.de/wb/Seitenhieb Seitenhieb], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Sekondhieb Sekondhieb], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Campe&lemid=V05235#0 Vorhieb] | |||
|- | |||
!4. Forstwirtschaft und Bodennutzung | |||
|- | |||
|Fachwörter für Holzeinschlag, Waldnutzung und vergleichbare Arbeiten. | |||
|- | |||
|[https://www.dwds.de/wb/Abhieb Abhieb], [https://woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=A11081 Anhieb], [https://www.dwds.de/wb/Auszugshieb Auszugshieb], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB2&lemid=E06168#0 Einhieb], [https://www.dwds.de/wb/hiebreif hiebreif], [https://www.dwds.de/wb/Hiebsart Hiebsart], [https://www.dwds.de/wb/Hiebsatz Hiebsatz], [https://www.dwds.de/wb/hiebsreif hiebsreif], [https://www.dwds.de/wb/Kahlhieb Kahlhieb], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=PfWB&lemid=N00095#0 Nachhieb], [https://de.wikipedia.org/wiki/Plaggen Plaggenhieb], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=PfWB&lemid=N00095#0 Vorhieb] | |||
|- | |||
!5. Übertragene Bedeutungen | |||
|- | |||
|Bildliche oder fachsprachlich anders entwickelte Bedeutungen. | |||
|- | |||
|[https://de.wiktionary.org/wiki/auf_Anhieb Anhieb], [https://de.wikipedia.org/w/index.php?oldid=261817261#Einhieb Einhieb], [https://www.dwds.de/wb/hiebfest hiebfest], [https://de.wikipedia.org/w/index.php?oldid=261817261#Hiebzahl_und_Hiebnummer Hiebnummer], [https://www.duden.de/rechtschreibung/Hiebwunde Hiebwunde], [https://de.wikipedia.org/w/index.php?oldid=261817261#Hiebzahl_und_Hiebnummer Hiebzahl], [https://de.wikipedia.org/w/index.php?oldid=261817261#Kreuzhieb Kreuzhieb], [https://www.dwds.de/wb/Lufthieb Lufthieb], [https://www.dwds.de/wb/Pinselhieb Pinselhieb], [https://de.wikipedia.org/w/index.php?oldid=261817261#Raspelhieb Raspelhieb], [https://www.dwds.de/wb/Seitenhieb Seitenhieb], [https://www.dwds.de/wb/Todeshieb Todeshieb] | |||
|- | |- | ||
|} | |} | ||
==Redensarten/Zitate== | ==Redensarten/Zitate== | ||
| Zeile 2.629: | Zeile 2.717: | ||
Die folgende Tabelle gibt einige Beispiele für solche Mehrwortausdrücke. Diese sind mit dem [https://www.dwds.de/ Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS)] oder dem Online Wörterbuch [https://de.wiktionary.org/wiki/Wiktionary:Deutsch Wiktionary] verlinkt. | Die folgende Tabelle gibt einige Beispiele für solche Mehrwortausdrücke. Diese sind mit dem [https://www.dwds.de/ Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS)] oder dem Online Wörterbuch [https://de.wiktionary.org/wiki/Wiktionary:Deutsch Wiktionary] verlinkt. | ||
{| class="wikitable sortable mw-collapsible mw-collapsed" style="width: | {| class="wikitable sortable mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 100%;margin:auto" | ||
|+ Mehrwortausdrücke mit dem Verb ''hauen'' | |+ Mehrwortausdrücke mit dem Verb ''hauen'' | ||
|- | |- | ||
| Zeile 2.732: | Zeile 2.820: | ||
|energisch auftreten und seinen Willen durchsetzen | |energisch auftreten und seinen Willen durchsetzen | ||
|- | |- | ||
|} | |} | ||
{| | Nur wenige der vielen Wortbildungen zum Verb ''hauen'' kommen auch in Mehrwortausdrücken vor. Die folgende Tabelle enthält die wichtigsten Redensarten. In der letzten Spalte sind verschiedene Quellen angegeben: 1 = DWDS, 2 = Wiktionary, 3 = Duden Online-Wörterbuch, 4 = redensarten-index (Quellen 3 und 4 sind nicht werbefrei). | ||
{| class="wikitable sortable mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 100%;margin:auto" | |||
|+ Mehrwortausdrücke von Wortbildugen mit dem Verb ''hauen'' | |||
|- | |||
!style="width:8%"|Wortbildung | |||
!style="width:27%"|Redensart | |||
!style="width:53%"|Bedeutung | |||
!style="width:12%"|Quellen | |||
|- | |||
|danebenhauen | |||
|danebengehauen haben | |||
|sich irren, mit einer Einschätzung falschliegen | |||
|[https://www.dwds.de/wb/danebenhauen 1] [https://www.duden.de/rechtschreibung/danebenhauen 3] [https://www.redensarten-index.de/suche.php?suchbegriff=danebenhauen&bool=relevanz&gawoe=an&sp0=rart_ou&sp1=rart_varianten_ou 4] | |||
|- | |||
|draufhauen | |||
|immer feste draufhauen | |||
|ohne Zurückhaltung kräftig zuschlagen bzw. vorgehen | |||
|[https://www.dwds.de/wb/draufhauen 1] [https://www.duden.de/rechtschreibung/draufhauen 3] | |||
|- | |||
|reinhauen | |||
|jemandem eine reinhauen | |||
|jemandem einen Schlag, besonders ins Gesicht, versetzen | |||
|[https://www.dwds.de/wb/reinhauen 1] [https://de.wiktionary.org/wiki/reinhauen 2] [https://www.duden.de/rechtschreibung/reinhauen 3] [https://www.redensarten-index.de/suche.php?suchbegriff=reinhauen&bool=relevanz&gawoe=an&sp0=rart_ou&sp1=rart_varianten_ou 4] | |||
|- | |||
|reinhauen | |||
|Hau rein! / Haut rein! | |||
|kräftig essen; außerdem umgangssprachliche Abschiedsformel | |||
|[https://www.dwds.de/wb/reinhauen#d-1-4 1] [https://www.redensarten-index.de/suche.php?suchbegriff=reinhauen&bool=relevanz&gawoe=an&sp0=rart_ou&sp1=rart_varianten_ou 4] | |||
|- | |||
|hinhauen | |||
|Das haut hin. | |||
|das stimmt, passt, funktioniert oder gelingt | |||
|[https://www.dwds.de/wb/hinhauen#d-1-6 1] [https://www.redensarten-index.de/suche.php?suchbegriff=hinhauen&bool=relevanz&gawoe=an&sp0=rart_ou&sp1=rart_varianten_ou 4] | |||
|- | |||
|umhauen | |||
|Das haut mich um! | |||
|das überrascht oder beeindruckt mich sehr | |||
|[https://www.dwds.de/wb/umhauen#d-1-2 1] [https://de.wiktionary.org/wiki/umhauen 2] [https://www.duden.de/rechtschreibung/umhauen 3] [https://www.redensarten-index.de/suche.php?suchbegriff=umhauen&bool=relevanz&gawoe=an&sp0=rart_ou&sp1=rart_varianten_ou 4] | |||
|- | |||
|weghauen | |||
|Das haut mich weg! | |||
|das überwältigt oder beeindruckt mich stark | |||
|[https://www.dwds.de/wb/weghauen 1] | |||
|- | |||
|} | |||
Zum Grundwort ''Hieb'' gibt es einige wenige Mehrwortausdrücke. Die folgende Tabelle enthält die wichtigsten. In der letzten Spalte sind verschiedene Quellen angegeben: 1 = DWDS, 2 = Wiktionary, 3 = Duden Online-Wörterbuch, 4 = redensarten-index (Quellen 3 und 4 sind nicht werbefrei). | |||
{| class="wikitable sortable mw-collapsible mw-collapsed" style="width: 100%;margin:auto" | |||
|+ Mehrwortausdrücke mit dem Nomen ''Hieb'' | |||
|- | |||
!style="width:8%"|Wortbildung | |||
!style="width:27%"|Redensart | |||
!style="width:53%"|Bedeutung | |||
!style="width:12%"|Quellen | |||
|- | |||
|Hieb | |||
|einen Hieb haben | |||
|nicht recht bei Verstand sein; eine sonderbare Eigenart haben | |||
|[https://www.duden.de/rechtschreibung/Hieb?utm_source=chatgpt.com 3] | |||
|- | |||
|Hieb | |||
|auf einen Hieb | |||
|auf einmal, mit einem Mal | |||
|[https://www.dwds.de/wb/auf%20einen%20Hieb 1] [https://www.duden.de/rechtschreibung/Hieb?utm_source=chatgpt.com 3] | |||
|- | |- | ||
| | |Hieb | ||
|auf den ersten Hieb fällt kein Baum | |||
|ein größeres Vorhaben gelingt meist nicht sofort; man braucht Geduld | |||
|[https://www.duden.de/rechtschreibung/Hieb?utm_source=chatgpt.com 3] | |||
|- | |- | ||
|Anhieb | |||
|auf Anhieb | |||
|sofort; gleich beim ersten Versuch | |||
|[https://www.dwds.de/wb/auf%20Anhieb 1] [https://de.wiktionary.org/wiki/auf_Anhieb 2] [https://www.duden.de/rechtschreibung/Anhieb 3] [https://www.redensarten-index.de/suche.php?suchbegriff=Anhieb&bool=relevanz&gawoe=an&sp0=rart_ou&sp1=rart_varianten_ou 4] | |||
|- | |- | ||
| | |hiebfest | ||
|hieb- und stichfest | |||
|so gut begründet bzw. abgesichert, dass es nicht widerlegt oder angegriffen werden kann | |||
|[https://www.dwds.de/wb/hieb-%20und%20stichfest 1] [https://de.wiktionary.org/wiki/hieb-_und_stichfest 2] [https://www.duden.de/rechtschreibung/hieb__und_stichfest 3] [https://www.redensarten-index.de/suche.php?suchbegriff=Hieb&bool=relevanz&gawoe=an&sp0=rart_ou&sp1=rart_varianten_ou 4] | |||
|- | |- | ||
|hiebfest | |||
|etwas hieb- und stichfest belegen | |||
|etwas überzeugend und unanfechtbar nachweisen | |||
|[https://www.dwds.de/wb/hieb-%20und%20stichfest 1] [https://de.wiktionary.org/wiki/hieb-_und_stichfest 2] [https://www.duden.de/rechtschreibung/hieb__und_stichfest 3] [https://www.redensarten-index.de/suche.php?suchbegriff=Hieb&bool=relevanz&gawoe=an&sp0=rart_ou&sp1=rart_varianten_ou 4] | |||
|- | |- | ||
| | | | ||
| | |||
|- | |- | ||
|} | |} | ||
| Zeile 2.752: | Zeile 2.914: | ||
==Belege/Quellen== | ==Belege/Quellen== | ||
<< | Belege und Quellen, die im Text oben verlinkt wurden, sind hier nicht noch einmal gesondert aufgeführt. | ||
</br>'''Modellwortschatz:''' Sommer-Stumpenhorst: [https://www.rechtschreibwerkstatt-konzept.de/wp-content/uploads/2022/03/Kurzanleitung_Modellwortschatz_Monitor_220330.pdf Modellwortschatz], | |||
</br>'''Wortschatz:''' Sommer-Stumpenhorst: Gesamtwortschatz, [https://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Augst Gerhard Augst:] Wortfamilienwörterbuch, [https://www.ids-mannheim.de/digspra/kl/projekte/methoden-neu/derewo/ Korpus basierte Wortgrundformenliste DeReWo] | |||
'''Rechtschreibung:''' und '''Etymologie''': | |||
'''a) hauen:''' | |||
[https://www.dwds.de/wb/hauen DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/hauen Wiktionary], [https://www.zdl.org/?q=hauen ZDL]; [https://www.duden.de/rechtschreibung/hauen Duden-online] (nicht werbefrei), | |||
[https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz]: [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=H01039 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Campe&lemid=H01989 Campe], [https://fwb-online.de/lemma/hauen.s.3v], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=H03355 Grimm-1], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=H01030 Goethe], [https://www.kruenitz1.uni-trier.de/xxx/h/kh01618.htm Krünitz]; [https://bdo.badw.de/suche?lemma=hauen BDO] (mit vielen oberdeutschen regionalen Wortbildungen), [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=PfWB&lemid=H01639 PfWb], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB&lemid=H02810 RhWB] (mit Bedeutungen und Beispielen rheinischer Dialekte zu vielen Wortbildungen), | |||
'''b) Hauer:''' | |||
[https://www.dwds.de/wb/hauen DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/hauen Wiktionary], [https://www.zdl.org/?q=hauen ZDL]; [https://www.duden.de/rechtschreibung/hauen Duden-online] (nicht werbefrei), | |||
[https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz]: [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=H01040#0 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Campe&lemid=H01990#0 Campe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=H03360#0 Grimm-1], [https://www.kruenitz1.uni-trier.de/xxx/h/kh01619.htm Krünitz]; [https://bdo.badw.de/suche?lemma=Hauer BDO] (mit vielen oberdeutschen regionalen Wortbildungen), [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=PfWB&lemid=H01645#0 PfWb], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=WWB&lemid=H01875 WestfWb] | |||
[https://de.wikipedia.org/wiki/Hauer Wikipedia] | |||
'''c) Hieb:''' | |||
[https://www.dwds.de/wb/Hieb DWDS], [https://de.wiktionary.org/wiki/Hieb Wiktionary], [https://www.zdl.org/?q=Hieb ZDL]; [https://www.duden.de/rechtschreibung/Hieb Duden-online] (nicht werbefrei), | |||
[https://www.woerterbuchnetz.de Wörterbuchnetz]: [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Adelung&lemid=H02271#0 Adelung], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=Campe&lemid=H05488#0 Campe], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=H08219#0 Grimm-1], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&lemid=H04236#0 Goethe]), [https://www.kruenitz1.uni-trier.de/xxx/h/kh02840.htm Krünitz]; [https://bdo.badw.de/suche?lemma=Hieb BDO], [https://www.woerterbuchnetz.de/?sigle=PfWB&lemid=H04415#0 PfWb], | |||
[https://de.wikipedia.org/wiki/Hieb Wikipedia] | |||
</br> | </br> | ||
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|[[abhauen| '''zur Wörterseite ''abhauen''''']] | |||
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|[[hauen|'''zurück zur Wortgeschichte ''hauen''''']] | |||
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{{WörterABC-Tabelle}} | {{WörterABC-Tabelle}} | ||
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Aktuelle Version vom 29. Juli 2026, 22:50 Uhr
Hagebutte
Wortherkunft
Hinweise zum Wort Hagebutte
| Bedeutung: | Rote Scheinfrucht verschiedener Rosenarten |
| Beispielsatz: | Im Herbst leuchten die roten Hagebutten an den Hecken. |
| Wortinfo: | Wortart: Nomen, feminin
Worttrennung: Ha-ge-but-te Aussprache: [ˈhaːɡəˌbʊtə] |
Wortformen
| Singular | Plural | ||
|---|---|---|---|
| 1. Fall | Nominativ | die Hagebutte | die Hagebutten |
| 2. Fall | Genitiv | der Hagebutte | der Hagebutten |
| 3. Fall | Dativ | der Hagebutte | den Hagebutten |
| 4. Fall | Akkusativ | die Hagebutte | die Hagebutten |
| Weiterführende Informationen zum Grundwort Hagebutte |
| Wörter: | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z |
Info - Hagebutte
| zurück zur Wortgeschichte Hagebutte |
Weiterführende Informationen zum Wort Hagebutte
| Entstehung: | ahd. haganbutta, mhd. hagenbutz
butte möglicherweise aus dem niederländischen but = stumpf abgeleitet. Einige Autoren sehen auch einen Zusammenhang mit butz = Klumpen, Knoten, Kerngehäuse. Der erste Wortteil hag bedeutete ursprünglich: Umzäunung, Hecke, eingehegter Ort. Von hag sind auch die Wörter Hecke, Hain, Gehege und Hagedorn abgeleitet. |
| Wortbildungen: | Hagebuttenmarmelade, Hagebuttentee, Hagebuttenkern, Hagebuttenstrauch |
| Ableitungen: | Hagedorn, Hecke, Gehege |
| Interessantes: | Die Hagebutte ist botanisch keine echte Beere, sondern eine sogenannte Sammelnussfrucht.
Die Früchte enthalten sehr viel Vitamin C und werden häufig zu Tee oder Marmelade verarbeitet. |
Unikales Morphem ?
Belege/Quellen
DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (vor allem Adelung, Goethe, Grimm), BDO, ZDL, Wikipedia, Duden-online
Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen
| zurück zur Wortgeschichte Hagebutte |
| Wörter: | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z |
Hahn
| Warum schreibt wir Henne und nicht *Hänne ? Das Wort ist doch von Hahn abgeleitet |
| Klasse 4 |
Diskussion
Weiterführende Informationen zum Wort Hahn
Modellwortschatz
Hinweise zum Wort
| Bedeutung: | Ein Hahn ist das männliche Haushuhn. Das Wort wird aber auch für verschiedene technische Geräte verwendet, aus denen Flüssigkeiten oder Gase herausfließen können.
a) männliches Haushuhn b) Absperr- oder Auslassvorrichtung für Flüssigkeiten oder Gase |
| Beispielsatz: | Der Hahn krähte schon vor Sonnenaufgang.
Dreh bitte den Wasserhahn zu! |
| Wortinfo: | Wortart: Nomen, maskulin
Worttrennung: Hahn Aussprache: [haːn] |
Wortformen
Das Wort Hahn ist ein männliches Nomen.
| Singular | Plural | ||
|---|---|---|---|
| 1. Fall | Nominativ | der Hahn | die Hähne |
| 2. Fall | Genitiv | des Hahnes / Hahns | der Hähne |
| 3. Fall | Dativ | dem Hahn | den Hähnen |
| 4. Fall | Akkusativ | den Hahn | die Hähne |
| zu den Wortgeschichten Henne und Huhn |
| Weiterführende Informationen zum Grundwort Hahn |
| Wörter: | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z |
Info - Hahn
| zurück zur Wortgeschichte Hahn |
Die Wörter Hahn und Henne gehören zu den ältesten Tierbezeichnungen der deutschen Sprache. Beide reichen bis in die germanische Zeit zurück. Den Ursprung vermuten die Sprachwissenschaftler noch viel früher in der indoeuropäischen Sprachfamilie. Auf dieser Seite erfährst du mehr über den Ursprung, die Bedeutung und die Vielfalt der Bedeutungen in den Wortbildungen mit den Nomen Hahn und Hähnchen.
Weiterführende Informationen zum Wort Hahn
| Entstehung: | ie. *kan- = singen, klingen, tönen
Der Hahn wurde wahrscheinlich nach seinem Krähen benannt. Das Wort gehört damit zu den Tiernamen, die auf einen charakteristischen Laut zurückgehen. Die technische Bedeutung Wasserhahn entstand erst nach dem Mittelalter. Viele Zapfhähne wurden damals mit einer Hahnfigur geschmückt. |
| Interessantes: | In vielen Kulturen gilt der Hahn als Symbol für Wachsamkeit und den Beginn des Tages. Auf Kirchtürmen findet man häufig einen Wetterhahn. Er erinnert zugleich an das Krähen des Hahnes am Beginn des Tages und zeigt zugleich die Windrichtung an.
Die weibliche Form zum Hahn ist die Henne. Beide Wörter bilden ein altes Wortpaar, ähnlich wie Stier und Kuh oder Widder und Schaf. |
| Wappentiere | Der Hahn kommt auch in verschiedenen Wappen vor. Er findet sich in den Wappen von Städten, Firmen, Vereinen, Ländern usw. Häufig symbolisiert er Kampfbereitschaft, Wachsamkeit oder Verteidiger der Familie. Hier einige Orte aus Deutschland, die den Hahn in ihrem Städtewappen führen:
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| Auch international findes du den Hahn in vielen Städten als Wappentier. Hier einige Beispiele von europäischen Orten:
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| Wenn dich der Hahn als Wappentier interessiert, dann findest du im Internet auf der Seite wikimedia commons viele hundert weitere Beispiele. Die meisten Hähne kommen in Familienwappen vor, aber auch in Vereinenswappen, Ländern (z. B. Kenia) und selbst in der Olympiamannschaft von Frankreich. |
Wortbildungen
Es gibt viele Wortbildungen mit dem Nomen Hahn. In den meisten Wortbildungen steht Hahn als Letztglied. In der folgenden Tabelle wurden die Beispiele der Wortbildungen nach Bedeutungsgruppen sortiert. Die Wörter sind mit dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) verlinkt.
| 1. Hahn als Tier |
|---|
| Auerhahn, Backhahn, Berghahn, Birkhahn, Brathahn, Bruderhahn, Fasanenhahn, Finkenhahn, Flughahn, Gickelhahn, Gockelhahn, Goldhahn, Hahn, Hahnen, Hahnenküken, Hahnium, Hahnwald, Haselhahn, Haushahn, Hüpfhahn, Junghahn, Kanarienhahn, Kapaun, Kapphahn, Kickelhahn, Knurrhahn, Lichtenhahn, Masthahn, Meerhahn, Pfauenhahn, Pfauhahn, Piephahn, Rehhahn, Seehahn, Straußenhahn, Truthahn, Truthahnschießen, Urhahn, Wildenhahn, Zuchthahn, ... |
| 2. Hahn als Körpermerkmal |
| Hahnenbalken, Hahnenbrust, Hahnendorn, Hahnenfeder, Hahnenfuß, Hahnenfußgewächs, Hahnenhode, Hahnenhütchen, Hahnenkamm, Hahnenkammrennen, Hahnenklee, Hahnenschwanz, Hahnensporn, Hahnenstimme, Hahnentritt, Hahnentrittmuster, Hahnkeule, ... |
| 3. Hahn als Verhaltenstyp |
| Hahnenbalz, Hahnenkampf, Hahnenschau, Hahnenwackel, Hahnrei, Kampfhahn, Platzhahn, Spielhahn, Streithahn, Zankhahn, ... |
| 4. Hahn als Zeitanzeiger |
| Hahnenkräh, Hahnenkraht, Hahnenruf, Hahnenschrei, Hahnenwecker, ... |
| 5. Hahn als Symboltier |
| Hahn roter Hahn, Tempelhahn, Turmhahn, Wetterhahn, Windhahn, ... |
| 6. Hahn als technische Vorrichtung |
| Abflusshahn, Ablasshahn, Absperrhahn, Abstellhahn, Ausflusshahn, Auslasshahn, Benzinhahn, Bierhahn, Dreiwegehahn, Einhebelhahn, Einweghahn, Fasshahn, Gashahn, Hahnenwasser, Haupthahn, Kippenhahn, Kraftstoffhahn, Leitungshahn, Mehrwegehahn, Messinghahn, Nickelhahn, Nothahn, Ölhahn, Quetschhahn, Regulierhahn, Schwenkhahn, Sperrhahn, Spundhahn, Streichhahn, Süßhahn, Tautenhahn, Uhrhahn, Vierwegehahn, Warmwasserhahn, Wasserhahn, Zapfhahn, Zweiwegehahn, Zwickelhahn, ... |
| 7. Hahn als Teil von Waffen und Geräten |
| Abzugshahn, Gewehrhahn, Revolverhahn, Schnapphahn, ... |
| 8. Hahn in übertragenen Bedeutungen |
| Geldhahn (manchmal auch als Finanzhahn, Kredithahn, Zinshahn bezeichnet), ... |
Nicht ganz so oft kommt das Nomen Hähnchen in Wortbildungen vor. Hier dominiert das Wort als Erstglied. In der folgenden Tabelle sind Beispiele für die Wortbildungen in Bedeutungsgruppen aufgelistet. Die Wörter sind mit dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) verlinkt.
| 1. Hähnchen als Geflügel und Jungtier |
|---|
| Backhähnchen, Brathähnchen, Grillhähnchen, Hähnchen, Masthähnchen, Tiefkühlhähnchen |
| 2. Hähnchen als Nahrungsmittel |
| Hähnchenbraten, Hähnchenbrühe, Hähnchenbrust, Hähnchenfilet, Hähnchenfleisch, Hähnchenflügel, Hähnchenhack, Hähnchenkeule, Hähnchenschenkel, Hähnchenschnitzel, Hähnchenspieß, Hähnchenteil |
| 3. Hähnchen in Zucht, Haltung und Vermarktung |
| Hähnchenkrise, Hähnchenmast, Hähnchenmäster, Hähnchenschlachterei, Hähnchenschlachtung |
| 4. „-hähnchen“ als Tiername |
| Getreidehähnchen, Goldhähnchen, Lilienhähnchen, Spargelhähnchen, , |
Redensarten und Sprichwörter mit „Hahn“
Der Hahn fällt durch seinen roten Kamm, sein buntes Gefieder und sein selbstbewusstes Auftreten auf. Er verteidigt sein Revier und zeigt den Hennen seine Stärke. Deshalb steht der Hahn in vielen Redensarten für Stolz, Selbstbewusstsein und manchmal auch für Überheblichkeit.
- stolz wie ein Hahn sein
- sich aufplustern wie ein Hahn
- wie ein Hahn auf dem Mist auftreten
- jeder Hahn ist König auf seinem Mist
- der Hahn denkt, die Sonne gehe seinetwegen auf
- wie ein Hahn im Korb sein
Bedeutung: Die Redensarten beschreiben Menschen, die selbstbewusst auftreten, sich wichtigmachen oder ihre eigene Bedeutung überschätzen.
Schon lange bevor es Wecker gab, kündigte der Hahn mit seinem Krähen den neuen Tag an. Deshalb wurde er zum Symbol für den frühen Morgen.
- mit dem Hahn aufstehen
- früh wie ein Hahn auf den Beinen sein
- mit den Hühnern schlafen gehen und mit dem Hahn aufstehen
Bedeutung: Die Redensarten beschreiben Menschen, die früh schlafen gehen oder sehr früh aufstehen.
Der Hahn macht durch sein Krähen auf sich aufmerksam. Wenn aber „kein Hahn danach kräht“, interessiert sich niemand für eine Sache.
- danach kräht kein Hahn
- kein Hahn kräht danach
- da wird kein Hahn nach krähen
Bedeutung: Niemand interessiert sich für etwas oder schenkt ihm Beachtung.
Früher bezeichnete man ein Feuer oft als „roten Hahn“. Die Flammen erinnerten an den roten Hahnenkamm.
- den roten Hahn aufs Dach setzen
- der rote Hahn kräht auf dem Dach
- den roten Hahn aufsteigen lassen
- den roten Hahn reiten lassen
Bedeutung: Die Redensarten beziehen sich auf Feuer, Brände oder Brandstiftung.
Der Hahn spielt auch in der christlichen Tradition und im Volksglauben eine Rolle.
- ehe der Hahn kräht
- der Hahn kräht dreimal
- wenn der Hahn kräht auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt, wie es ist
Bedeutung: Die Redensarten beziehen sich auf religiöse Erzählungen oder auf Beobachtungen des Wetters.
Die meisten Redensarten mit Hahn beziehen sich auf:
- Stolz und Selbstbewusstsein
- den Beginn des Tages
- Interesse oder Gleichgültigkeit
- Feuer und Brände
- Religion und Volksglauben
Der Hahn erscheint in der Sprache meist als auffälliges, selbstbewusstes und weithin hörbares Tier.
Belege/Quellen
DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (hier vor allem Adelung, Grimm-2), ZDL; Wikipedia, Duden-online (nicht werbefrei)
Übersetzungen: Dänisch, Englisch, Französisch, Finnisch, Isländisch, Italienisch, Latein, Niederländisch, Norwegisch, Portugiesisch, Schwedisch, Spanisch
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Henne
Eine Henne ist das weibliche Haushuhn. Sie legt Eier und zieht ihre Küken auf.
Wortherkunft
| Das Wort Henne bezeichnet das weibliche Haushuhn. In der Umgangssprache wird das Wort manchmal auch für weibliche Tiere anderer Hühnervögel verwendet. | ||||||||||||
| Das Wort Henne gab es schon im Althochdeutschen als henna. Es gehört zu einer alten germanischen Wortfamilie. Die Wörter Hahn und Henne bilden seit vielen Jahrhunderten ein Wortpaar für die männlichen und weiblichen Tiere des Haushuhns. | ||||||||||||
| In vielen Ländern wurde das germanische Wort *hanōn übernommen: | ||||||||||||
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Hinweise zum Wort Henne
| Bedeutung: | Das Wort Henne bezeichnet das weibliche Haushuhn. In der Umgangssprache wird das Wort manchmal auch für weibliche Tiere anderer Hühnervögel verwendet. |
| Beispielsatz: | Die Henne führte ihre Küken über den Bauernhof. |
| Wortinfo: | Wortart: Nomen, feminin
Worttrennung: Hen·ne Aussprache: [ˈhɛnə] |
Wortformen
Das Wort Henne ist ein weibliches Nomen.
| Singular | Plural | ||
|---|---|---|---|
| 1. Fall | Nominativ | die Henne | die Hennen |
| 2. Fall | Genitiv | der Henne | der Hennen |
| 3. Fall | Dativ | der Henne | den Hennen |
| 4. Fall | Akkusativ | die Henne | die Hennen |
| zu den Wortgeschichten Hahn und Huhn |
| Weiterführende Informationen zum Grundwort Henne |
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Info - Henne
| zurück zur Wortgeschichte Henne |
Die Wörter Henne und Hahn gehören zu den ältesten Tierbezeichnungen der deutschen Sprache. Sie bilden ein altes Wortpaar für die weiblichen und männlichen Tiere des Haushuhns.
Weiterführende Informationen zum Wort Henne
| Entstehung: | ie. *kan- = singen, tönen, rufen
Die genaue Herkunft des Wortes ist nicht vollständig geklärt. Wahrscheinlich gehört es zur gleichen alten Wortfamilie wie Hahn. |
| Wortbildungen: | Gluckhenne, Legehenne, Bruthenne, Haushenne, Hennenfeder, Hennenstall |
| Ableitungen: | hennenartig, Hennenhaltung, Hühnerhenne |
| Interessantes: | Die Henne ist eines der wichtigsten Nutztiere des Menschen. Sie liefert Eier und wird seit mehreren tausend Jahren gehalten.
Die Henne legt auch dann Eier, wenn kein Hahn vorhanden ist. Aus diesen Eiern können jedoch keine Küken schlüpfen. Zusammen mit Hahn bildet Henne ein sogenanntes Movierungspaar, also ein Wortpaar zur Kennzeichnung männlicher und weiblicher Tiere. |
Wortbildungen
Es gibt einige wenige Wortbildungen mit dem Nomen Henne. In den Wortbildungen steht Henne (von wenigen Ausnahmen abgesehen) als Letztglied. In der folgenden Tabelle wurden die Beispiele der Wortbildungen nach Bedeutungsgruppen sortiert. Die Wörter sind mit dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) verlinkt.
| 1. Henne als weibliches Tier |
|---|
| Henne, Junghenne |
| 2. Henne als Nutzgeflügel (Zucht, Haltung, Nutzung) |
| Brathenne, Hennenhaltung, Käfighenne, Legehenne, Legehennenanlage, Legehennenfarm, Legehennenfutter, Legehennenhaltung, Legehennenkäfig, ... |
| 3. Henne als Muttertier (Brüten, Kükenaufzucht) |
| Bruthenne, Gluckhenne, Hennenküken, ... |
| 4. Henne als besondere oder auffällige Henne |
| Fettenhenne, Fetthenne, Krampfhenne, Maschennetzhenne, ... |
| 5. Henne als Bezeichnung anderer Tierarten |
| Auerhenne, Birkhenne, Fasanenhenne, Pfauenhenne, Pfauhenne, Puthenne, Putthenne, Truthenne, ... |
Redensarten und Sprichwörter mit „Henne“
Hennen beschützen ihre Küken und wärmen sie unter ihren Flügeln. Deshalb stehen sie oft für Fürsorge und manchmal auch für Überfürsorge.
- wie eine Glucke auf ihre Küken aufpassen
- eine Glucke sein
- sich benehmen wie eine Glucke
- jemanden unter die Flügel nehmen
Bedeutung: Sich besonders fürsorglich um andere kümmern.
Hennen legen Eier und sichern damit den Fortbestand ihrer Art. Deshalb entstanden Redensarten über Ursprung, Reichtum und Glück.
- Was war zuerst da – die Henne oder das Ei?
- die Henne, die goldene Eier legt
- man soll die Henne nicht schlachten, die die Eier legt
- auch die blindeste Henne findet einmal ein Korn
Bedeutung: Fragen nach dem Ursprung, dauerhafter Nutzen oder unerwartetes Glück.
Hennen machen oft lautstark auf sich aufmerksam. Daraus entstanden Redensarten über Unruhe und viel Gerede.
- gackern wie eine Henne
- ein Gegacker wie im Hühnerstall
- herumlaufen wie eine aufgescheuchte Henne
Bedeutung: Lautes Reden, Aufregung oder hektisches Verhalten.
Hennen reagieren schnell auf Gefahren und suchen Schutz.
- ängstlich wie eine Henne sein
- sich verkriechen wie eine Henne
Bedeutung: Vorsichtig, schreckhaft oder furchtsam sein.
Die meisten Redensarten mit Henne beziehen sich auf drei Dinge:
- das Eierlegen,
- das Beschützen der Küken,
- das Gackern und aufgeregte Verhalten.
Beim Hahn stehen dagegen meist Stolz, Macht und der morgendliche Hahnenschrei im Mittelpunkt. Henne und Hahn ergänzen sich also auch in den Redensarten: Die Henne steht eher für Fürsorge und Alltag, der Hahn eher für Selbstbewusstsein und Aufmerksamkeit.
Belege/Quellen
DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (hier vor allem Adelung, BDO, Goethe, Grimm, Krünitz, WWb), ZDL; Wikipedia, Duden-online (nicht werbefrei)
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Huhn
Ein Huhn ist ein Haustier, das Eier legt und vom Menschen seit vielen tausend Jahren gehalten wird.
Wortherkunft
| Das Wort Huhn bezeichnet heute meist das Haushuhn. Genau genommen umfasst das Wort sowohl den Hahn als auch die Henne. Oft wird das Wort aber auch speziell für die Henne verwendet. | ||||||||||||
| Das Wort Huhn ist sehr alt. Schon im Althochdeutschen gab es die Form huon. Die Sprachwissenschaftler vermuten, dass das Wort ursprünglich ein junges Tier bezeichnete. Erst später wurde daraus die allgemeine Bezeichnung für das Haushuhn. | ||||||||||||
| In vielen Ländern wurde das germanische Wort *hanōn übernommen: | ||||||||||||
|
Hinweise zum Wort Huhn
| Bedeutung: | a) Haushuhn als Tierart b) Sammelbezeichnung für Hahn und Henne |
| Beispielsatz: | Das Huhn scharrte auf dem Hof nach Körnern. |
| Wortinfo: | Wortart: Nomen, Neutrum
Worttrennung: Huhn Aussprache: [huːn] |
Wortformen
Das Wort Huhn ist ein sächliches Nomen.
| Singular | Plural | ||
|---|---|---|---|
| 1. Fall | Nominativ | das Huhn | die Hühner |
| 2. Fall | Genitiv | des Huhnes / Huhns | der Hühner |
| 3. Fall | Dativ | dem Huhn | den Hühnern |
| 4. Fall | Akkusativ | das Huhn | die Hühner |
| zu den Wortgeschichten Hahn und Henne |
| Weiterführende Informationen zum Grundwort Huhn |
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Info - Huhn
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Das Wort Huhn gehört zu den ältesten Tierbezeichnungen der deutschen Sprache. Es bezeichnet die gesamte Tierart, zu der Hahn und Henne gehören.
Weiterführende Informationen zum Wort Huhn
| Entstehung: | urgerm. *hōna-, *hūna- = Huhn
Die genaue Herkunft des Wortes ist nicht vollständig geklärt. Möglicherweise bezeichnete das Wort ursprünglich ein junges Tier oder Küken. Das Wort Huhn ist mit niederländisch hoen, englisch hen und schwedisch höna verwandt. |
| Interessantes: | Das Haushuhn gehört zu den ältesten Nutztieren des Menschen. Es stammt vom Bankivahuhn aus Südostasien ab und wird seit mehreren tausend Jahren gezüchtet.
Sprachlich interessant ist die Beziehung zwischen Huhn, Hahn und Henne:
Die Redewendung wie die Hühner auf der Stange sitzen beschreibt Menschen, die dicht gedrängt nebeneinandersitzen. |
Wortbildungen
Es gibt viele Wortbildungen mit dem Nomen Huhn. In den Wortbildungen steht Huhn als Letztglied. In der folgenden Tabelle wurden die Beispiele der Wortbildungen nach Bedeutungsgruppen sortiert. Die Wörter sind mit dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) verlinkt.
| 1. Huhn als Tierart (Haus- und Wildhühner) |
|---|
| Bankivahuhn, Bantamhuhn, Brahmahuhn, Haubenhuhn, Haushuhn, Italienerhuhn, Kammhuhn, Kotschinchinahuhn, Lachshuhn, Schopfhuhn, Seidenhuhn, Weißhuhn, Zigeunerhuhn, Zwerghuhn, ... |
| 2. Huhn als Nutzgeflügel (Zucht, Haltung, Landwirtschaft) |
| Batteriehuhn, Freilandhuhn, Hybridhuhn, Käfighuhn, Kampfhuhn, Landhuhn, Landhuhnrasse, Legehuhn, Masthuhn, Masthuhn, Rassehuhn, Stallhuhn, Zwienutzungshuhn, ... |
| 3. Huhn als Lebensmittel |
| Backhuhn, Brathuhn, Curryhuhn, Paprikahuhn, Perlhuhnbrust, Suppenhuhn, ... |
| 4. Huhn als Bezeichnung anderer Vogelarten |
| Auerhuhn, Binsenhuhn, Birkhuhn, Blässhuhn, Blesshuhn, Brahmaputrahuhn, Feldhuhn, Felsenhuhn, Flughuhn, Gabelhuhn, Großfußhuhn, Haselhuhn, Hokkohuhn, Königshuhn, Moorhuhn, Perlhuhn, Präriehuhn, Purpurhuhn, Puthuhn, Rackelhuhn, Raufußhuhn, Rebhuhn, Rothuhn, Satyrhuhn, Schneehuhn, Steinhuhn, Steißhuhn, Steppenhuhn, Sultanshuhn, Sumpfhuhn, Teichhuhn, Truthuhn, Waldhuhn, Wasserhuhn, Wildhuhn, ... |
| 5. Huhn als übertragene oder besondere Benennung |
| Gummihuhn, Leichenhuhn, Unglückshuhn, ... |
Deutlich häufiger kommt die Pluralform mit Umlaut, Hühner, in Wortbildungen vor. In der Wortbildung kommt die Pluralform (von wenigen Ausnahmen abgesehen) nur als Erstglied vor. In der folgenden Tabelle sind Beispiele für die Wortbildungen in Bedeutungsgruppen aufgelistet. Die Wörter sind mit dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) verlinkt.
| 1. Hühner als Tiere (Körperteile, Krankheiten, Verhalten) |
|---|
| Hühnerbein, Hühnerbiss, hühnerblind, Hühnerblut, Hühnerdarm, Hühnerdreck, Hühnerdung, Hühnerei, hühnereigroß, Hühnereiweiß, Hühnerfeder, Hühnergackern, Hühnergelege, Hühnergrind, Hühnergrippe, Hühnerhaufen, Hühnerkacke, Hühnerkadaver, Hühnerkamm, Hühnerkopf, Hühnerkot, Hühnerkralle, Hühnerküken, Hühnermist, Hühnerpest, Hühnerschar, Hühnerscheiße, Hühnervolk, ... |
| 2. Hühnerhaltung, Zucht und Landwirtschaft |
| Hühnerbaron, Hühnerbestand, Hühnerdieb, Hühnerfabrik, Hühnerfarm, Hühnerfutter, Hühnerhalter, Hühnerhaltung, Hühnerjagd, Hühnermast, Hühnerproduktion, Hühnerrasse, Hühnerschlachtung, Hühnerzucht, Hühnerzüchter, ... |
| 3. Hühner als Lebensmittel |
| Hühnerbouillon, Hühnerbraten, Hühnerbrühe, Hühnerbrust, Hühnerfilet, Hühnerfleisch, Hühnerfrikassee, Hühnergericht, Hühnerkeule, Hühnerklein, Hühnerkoch, Hühnerleber, Hühnerpaste, Hühnerragout, Hühnersalat, Hühnerschlegel, Hühnerschnitzel, Hühnerspieß, Hühnersuppe, ... |
| 4. Hühner als Lebensraum und Ausstattung |
| Hühnergehege, Hühnerhaus, Hühnerhof, Hühnerkäfig, Hühnerlatte, Hühnernest, Hühnerstall, Hühnerstange, Hühnersteige, Hühnertreppe, Hühnerzwinger, ... |
| 5. Hühner als andere Tier- oder Pflanzennamen |
| Hühnerfloh, Hühnergans, Hühnerhabicht, Hühnerlaus, Hühnervogel, ... |
| 6. Hühner in übertragenen oder bildlichen Benennungen |
| Hühnerauge, Hühneraugenpflaster, Hühnerbeige, Hühnerbucht, Hühnergott, Hühnerhaut, Hühner-KZ, Hühnerleid, Hühnermädchen, Hühnerposten, ... |
Redensarten und Sprichwörter mit „Huhn“
Hühner reagieren schnell auf ungewohnte Geräusche oder Gefahren. Deshalb stehen sie in vielen Redensarten für Unsicherheit, Angst und Orientierungslosigkeit.
- herumlaufen wie ein aufgescheuchtes Huhn
- wie ein kopfloses Huhn herumlaufen
- dastehen wie das Huhn vorm Messer
- wie ein nasses Huhn aussehen
Bedeutung: Die Redensarten beschreiben Menschen, die hektisch, ratlos, verängstigt oder hilflos wirken.
In einem Hühnerstall geht es oft laut und lebhaft zu. Viele Hühner laufen durcheinander und machen Geräusche.
- wie im Hühnerstall
- ein Hühnerhaufen sein
- ein Gegacker wie im Hühnerstall
Bedeutung: Die Redensarten beschreiben Unordnung, Lärm und durcheinanderes Verhalten.
Hühner gelten im Volksglauben nicht als besonders kluge Tiere. Deshalb entstanden einige Redensarten über Vergesslichkeit oder mangelndes Nachdenken.
- ein Hühnerhirn haben
- ein dummes Huhn sein
- hirnlos wie ein Huhn
Bedeutung: Die Redensarten beschreiben Menschen, die unüberlegt handeln oder als wenig klug gelten.
Hühner liefern Eier und waren früher für viele Familien besonders wertvoll. Deshalb entstanden Redensarten über Glück, Gewinn und Vorsicht.
- auch ein blindes Huhn findet einmal ein Korn
- das Huhn schlachten, das die goldenen Eier legt
- man soll die Hühner nicht zählen, bevor sie ausgeschlüpft sind
- lieber ein Ei heute als ein Huhn morgen
Bedeutung: Die Redensarten handeln von Glück, Nutzen, Geduld und vernünftigem Handeln.
Manche Sprichwörter beschreiben etwas, das niemals eintreten wird.
- wenn die Hühner Zähne hätten
Bedeutung: Etwas ist äußerst unwahrscheinlich oder praktisch unmöglich.
Die meisten Redensarten mit Huhn beziehen sich auf:
- Angst und Unsicherheit
- Lärm und Unordnung
- Dummheit oder Gedankenlosigkeit
- Eier, Glück und Nutzen
- Unwahrscheinliche Ereignisse
Das Huhn erscheint in der Sprache meist als einfaches Haustier des Alltags. Viele Redensarten spiegeln Beobachtungen wider, die Menschen über Jahrhunderte auf Bauernhöfen gemacht haben.
Gemeinsam betrachtet zeigen die Redensarten ein interessantes Bild:
- Der Hahn steht für Stolz, Macht und Aufmerksamkeit.
- Die Henne steht für Fürsorge, Eier und Schutz.
- Das Huhn steht für Alltag, Angst, Unordnung und Lebenserfahrung.
So ergänzen sich Hahn, Henne und Huhn in der deutschen Sprache zu einem ganzen Netz von Bildern und Vorstellungen.
Belege/Quellen
DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (hier vor allem Adelung, BDO, Grimm, Goethe, Krünitz), ZDL; Wikipedia, Duden-online (nicht werbefrei)
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Hai
Ein Hai ist ein großer Raubfisch, der in allen Meeren der Erde lebt. Das Wort schreiben wir mit <ai>. Diese ungewöhnliche Schreibung stammt wahrscheinlich aus einer nordischen Sprache.
| Warum schreibt man Hai mit ai, obwohl man doch ein ei hört? |
| H. G., Klasse 3, Köln |
Diskussion
| Das ist eine sehr kluge Frage. Wir hören ei und schreiben <ai>. Es gibt einige Wörter, die wir etwas anders schreiben, als wir es zunächst vermuten. Oft sind es ganz alte Wörter, die ihre Schreibung nie geändert haben, obwohl wir sie heute anders sprechen. Diese Wörter kann uns meist Herr Alt erklären. Es gibt aber auch Wörter, die wir aus anderen Sprachen übernommen haben. Hierfür ist Frau Fremd zuständig. Also liebe Kollegen, können Sie die Frage beantworten? | |
| Es kann sein, dass dies ein sehr altes Wort ist. In meinen alten Wörterbüchern habe ich aber keinen Hai gefunden. In meinen alten Wörterbüchern habe ich Formen gefunden, die auf nordische Sprachen zurückgehen. Liebe Frau Fremd: Wissen Sie woher das Wort kommt? | |
| Wahrscheinlich haben wir das Wort aus dem Niederländischen übernommen. Die Niederländer waren früher berühmte Seefahrer. Dort heißt der Fisch haai. Noch ältere verwandte Wörter finden wir in Island. Vermutlich bezeichnete das Wort ursprünglich einen Haken oder Pflock. Die spitze Rückenflosse eines Hais erinnert tatsächlich ein wenig an einen Haken. | |
| Der Hai ist ein Raubfisch. In Wortzusammensetzungen wird das Wort Hai manchmal auch übertragen verwendet. Dann meint es einen Menschen, der andere ausnutzt: | |
|
Weiterführende Informationen
Modellwortschatz
Das Wort Hai gehört zum Modellwortschatz.
Du kannst dir auch einige Fremdsprachen anhören.
Hinweise zum Wort Hai
| Bedeutung: | a) großer Raubfisch der Meere
b) übertragen: rücksichtsloser Mensch |
| Beispielsatz: | Der Hai schwamm ruhig durch das Wasser. |
| Wortinfo: | Wortart: Nomen, maskulin, der Hai
Worttrennung: - Aussprache: [haɪ̯] |
Wortformen
Das Wort Hai ist ein männliches Nomen.
| Singular | Plural | ||
|---|---|---|---|
| 1. Fall | Nominativ | der Hai | die Haie |
| 2. Fall | Genitiv | des Hais | der Haie |
| 3. Fall | Dativ | dem Hai | den Haien |
| 4. Fall | Akkusativ | den Hai | die Haie |
| Weiterführende Informationen zum Grundwort Hai |
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Info - Hai
Das Wort Hai wurde vermutlich aus dem Niederländischen übernommen. Seine weitere Herkunft führt wahrscheinlich in den nordgermanischen Sprachraum. Die Schreibung mit <ai> erklärt sich dadurch, dass das Wort kein ursprünglich deutsches Erbwort ist.
Weiterführende Informationen zum Wort Hai
Modellwortschatz
Das Wort Hai gehört zum Modellwortschatz (siehe Karteikarte: Vorderseite, Rückseite).
Du kannst dir auch einige Fremdsprachen anhören.
Herkunft
| Entstehung: | ie. *k̑ā̌k-, *k̑ank- = Ast, Zweig, Pflock
|
Wortgeschichte
Aus dem germ. *hanh = spitzer Holzpflock entwickelte sich im isländischen hár die Doppelbedeutung Pflock, Dolle und Hai. Die Dolle ist die Halterung in der die Ruderblätter beim Ruderboot eingehängt werden. Diese Dolle war früher aus Holz und sah im Mittelalter bei den Wikingern noch ganz anders aus als bei uns heute. Schau dir einmal das Bild rechts an. Es zeigt die Keipe (so hieß die Dolle bei den Wikingern) eines Wikingerbootes. Und diese Keipe hat schon sehr viel Ähnlichkeit mit der Rückenflosse eines Hais. So ist diese Doppelbedeutung entstanden.
Die Niederländer waren über Jahrhunderte eine große Seefahrernation. Dort ist das nordische har bzw. haj bereits seit Mitte des 15. Jh. belegt (mnl. hay, nl. haai). Im deutschsprachigen Raum wurde das Wort aus den Niederlanden übernommen, zunächst Hay, später Hai. In Reiseberichten ist es seit Mitte des 17. Jh. belegt.
Wortbildungen
Wörterliste, Beispiele
Das Grundwort Hai kommt in vielen Wortbildungen vor. Besonders häufig sind Bezeichnungen einzelner Haiarten (Hai als Letztglied). Von den über 700 bekannten Haiarten enthalten rd. 500 Namen das Wort Hai. die folgende Tabelle enthält einige Beispiele, die zum größten Teil auch in Online-Wörterbüchern aufgeführt werden.
| Erstglied: | Haiangriff, Haifisch, Haifischbecken, Haifischflosse, Haifischflossensuppe, Haifischgebiss, Haifischhaut, Haifischmaul, Haifischmeer, Haifischteich, Haifischzahn, ... |
|---|---|
| Letztglied: | Ammenhai, Blauhai, Borneohai, Breitflossenhai, Bronzehai, Bullenhai, Dolchnasenhai, Dornhai, Eishai, Feinzahnhai, Fleckzahnhai, Galapagoshai, Gangeshai, Glatthai, Großnasenhai, Hammerhai, Hartnasenhai, Heringshai, Hornhai, Katzenhai, Koboldhai, Krokodilshai, Küstenhai, Lachshai, Menschenhai, Milchhai, Nasenhai, Pondicherryhai, Riesenhai, Riesenmaulhai, Sandbankhai, Sandtigerhai, Schildzahnhai, Schlafhai, Schlitzaugenhai, Schwarzfleckhai, Schwarzhai, Schwarznasenhai, Schweinsaugenhai, Seidenhai, Silberspitzenhai, Spatennasenhai, Speerzahnhai, Stachelhai, Stierkopfhai, Tigerhai, Urhai, Walbuchthai, Walhai, Weißnasenhai, Weißwangenhai, Zitronenhai, ... |
Bedeutungsgruppen
Die Namen der meisten Haie, die das Grundwort enthalten, können in fünf Bedeutungsgruppen geordnet werden. Somit ist diese Bezeichnung der Haie ein gutes Beispiel dafür, wie Tiere einer größeren Gruppe in der Biologie (deutsche Namen) benannt werden.
| 1. Körpermerkmale |
|---|
| Benennung nach Körperteilen, Form, Größe oder besonderen Merkmalen. |
| Beispiele: Breitflossenhai, Hammerhai, Großnasenhai, Riesenmaulhai, Speerzahnhai, Weißwangenhai |
| 2. Farbe oder Lebensraum |
| Benennung nach Färbung oder Lebensraum. |
| Beispiele: Blauhai, Bronzehai, Küstenhai, Sandbankhai, Eishai |
| 3. Ähnlichkeit mit anderen Tieren |
| Benennung nach Ähnlichkeiten zu anderen Tieren. |
| Beispiele: Bullenhai, Katzenhai, Krokodilshai, Tigerhai, Walhai |
| 4. Geografische Herkunft |
| Beispiele: Borneohai, Galapagoshai, Gangeshai, Pondicherryhai |
| 5. Sonstige zoologische Benennungen |
| Beispiele: Ammenhai, Koboldhai, Milchhai, Schlafhai, Urhai |
Hai in übertragener Bedeutung
Der Name Hai wird auch als Bild für einen rücksichtslosen Menschen verwendet. Hier ist der Hai als ein räuberischer Fisch der Namensgeber.
| Grundwort | Kurze Erläuterung |
|---|---|
| Finanzhai | Person, die andere im Finanzbereich rücksichtslos ausnutzt |
| Geldhai | besonders habgieriger Mensch |
| Immobilienhai | Person oder Unternehmen, das auf dem Immobilienmarkt andere ausnutzt |
| Kredithai | Person oder Firma, die Kredite zu unfairen Bedingungen vergibt |
| Miethai | Vermieter, der Mieter ausnutzt |
| Wohnungshai | Person oder Unternehmen, das Wohnungssuchende benachteiligt |
Redensarten
Das Wort Hai kommt nur sehr selten in Redensarten vor. Häufiger wird es in Vergleichen und in übertragener Bedeutungen verwendet.
| Redensart / Mehrwortausdruck | Kurze Beschreibung |
|---|---|
| ein großer Hai in der Finanzwelt | eine besonders mächtige, einflussreiche oder wohlhabende Person im Finanzwesen; oft mit dem Beiklang von Rücksichtslosigkeit oder Gewinnsucht |
| unter Haien schwimmen | sich in einer Umgebung bewegen, in der starke Konkurrenz herrscht und man ständig auf der Hut sein muss |
| ein Hai im Geschäftsleben | ein rücksichtsloser, durchsetzungsstarker Geschäftsmann oder Unternehmer, der vor allem auf den eigenen Vorteil bedacht ist |
| „Haie sind besser als ihr Ruf.“ | Hinweis darauf, dass Haie oft als gefährliche Monster gelten, tatsächlich aber meist weniger gefährlich sind als allgemein angenommen; häufig auch übertragen verwendet, um Vorurteile zu hinterfragen |
| sich unter die Haie wagen | sich bewusst in eine schwierige oder konkurrenzbetonte Situation begeben, in der man mit mächtigen oder skrupellosen Personen zu tun hat |
Belege/Quellen
Sprache: DWDS, Wiktionary, ZDL, Duden-online, Wörterbuchnetz hier vor allem BDO, Grimm, Goethe);
Wissen: Wikipedia: Haie, Systematik, Bilder/Audio/Video; Hai-Stiftung
Kinder: MiniKlexikon, Klexikon, PanaClub; Kindernetzt: SWR Kindernetz, Weißer Hai, Bambushai; Naturdetektive: Naturdetektive: Haie, Hammerhai, Katzenhai, Makohaie, Walhaie, Weißer Hai
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abhauen
{{{ZUSAMMENFASSUNG}}} <<Zusammenfassung zu dieser Seite - Textverständnis für Schüler Klasse 3 bis 6>>
| Wenn jemand abhaut (verschwindet), wird er dann gehauen ? |
| Johann, Klasse 2, Bremerhaven |
Diskussion
| Wenn früher ein Ritter in Gefahr geriet, dann trieb er sein Pferd mit kräftigen Schlägen an (er haute das Pferd), um möglichst schnell der Gefahr zu entkommen. So entstand in der Soldatensprache das Wort abhauen. Auch heute noch wird es in der Bedeutung von schnell weglaufen, verschwinden, sich davon machen verwendet, auch wenn dabei keiner mehr gehauen wird oder auf einem Pferd sitzt. | |
| Lieber Herr Wort, das ist eine sehr schöne Geschichte. Daran können sich Kinder sehr schön die Bedeutung weglaufen für das Verb abhauen merken. Allerdings stimmt die Geschichte nicht ganz.
Zunächst: Das Verb abhauen gab es schon im Mittelalter. Damals hieß es abahouwan. Aus aba ist die Vorsilbe ab- geworden und aus houwan das Verb hauen. Das alte Verb hatte die Bedeutung abschlagen, abschneiden oder abhacken. In den Mundarten, die in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz gesprochen werden, bedeutete hauen vor allem gehen, laufen, treten. Von diesem oberdeutschen Wort ist die Bedeutung weglaufen, verschwinden für das Verb abhauen entstanden. Erst vor rund einhundert Jahren ist das Wort abhauen in dieser Bedeutung in die hochdeutsche Umgangssprache übernommen worden. | |
| Wenn du mehr zum Verb hauen wissen möchtest so findest du interessante Hinweise auf der Wörterseite hauen. |
Weiterführende Informationen
Hinweise zum Verb abhauen
| Bedeutung: | 1. etwas abschlagen, abtrennen
2. umgangssprachlich: sich (heimlich) davonmachen, verschwinden |
| Beispielsatz: | 1. Er hieb den vertrockneten Ast mit der Axt vom Baum ab.
2. Als er mich sah haute er ganz schnell ab. |
| Wortinfo: | Wortart: Verb, Vorsilbe: ab-, Grundwort: hauen
Worttrennung: ab-hau-en Aussprache: [ˈapˌhaʊ̯ən] |
Wortformen
Das Wort abhauen ist ein Verb, dass aus der Vorsilbe (Präfix) ab- und dem Grundwort hauen zusammengesetzt ist. Es gibt zwei Bedeutungen: 1. etwas abtrennen und 2. verschwinden, weglaufen. In der ersten Bedeutung werden die Wortformen unregelmäßig gebildet (starkes Verb) und in der 2. Bedeutung regelmäßig (schwaches Verb).
1. Grundform: abhauen, Vergangenheit (Partizip II): abgehauen, Hilfsverb: haben
| abhauen = abschlagen
Hilfsverb: haben |
Gegenwart
(Präsens) |
1. Vergangenheit
(Präteritum) |
2. Vergangenheit
(Perfekt) sein | |
|---|---|---|---|---|
| Einzahl
(Singular) |
1. Person | ich haue ab | ich hieb ab | ich habe abgehauen |
| 2. Person | du haust ab | du hiebst ab | du hast abgehauen | |
| 3. Person | er/sie/es haut ab | er/sie/es hieb ab | er/sie/es hat abgehauen | |
| Mehrzahl
(Plural) |
1. Person | wir hauen ab | wir hieben ab | wir haben abgehauen |
| 2. Person | ihr haut ab | ihr hiebt ab | ihr habt abgehauen | |
| 3. Person | sie hauen ab | sie hieben ab | sie haben abgehauen | |
2. Grundform: abhauen, Vergangenheit (Partizip II): abgehauen, Hilfsverb: sein
Im süddeutschen Sprachraum werden die Wortformen regelhaft gebildet. Diese Wortformen wurden auch in die hochdeutschen Umgangssprache für die Bedeutung weglaufen, verschwinden übernommen.
| abhauen = weglaufen
Hilfsverb: sein |
Gegenwart
(Präsens) |
1. Vergangenheit
(Präteritum) |
2. Vergangenheit
(Perfekt) sein | |
|---|---|---|---|---|
| Einzahl
(Singular) |
1. Person | ich haue ab | ich haute ab | ich bin abgehauen |
| 2. Person | du haust ab | du hautest ab | du bist abgehauen | |
| 3. Person | er/sie/es haut ab | er/sie/es haute ab | er/sie/es ist abgehauen | |
| Mehrzahl
(Plural) |
1. Person | wir hauen | wir hauten | wir sind abgehauen |
| 2. Person | ihr haut ab | ihr hautet | ihr seid abgehauen | |
| 3. Person | sie hauen ab | hauten ab | sie sind abgehauen | |
Interessantes
Vielleicht kennst du das Wort Gassenhauer. Das ist ein Schlager der sehr bekannt und weit verbreitet ist. Ein Lied dass auf allen Straßen und in allen Gassen gesungen wird. Die Gasse war früher der unbefestigte Weg innerhalb einer Stadt. Die Straße hingegen der Weg von einer Stadt zur nächsten Stadt. Im zweiten Wortteil von Gassenhauer findest du das oberdeutsche Wort hauen in der Bedeutung gehen, laufen wieder.
Wer also durch die Gassen einer Stadt ging und dabei ein allen bekanntes Lied sang, der sang einen Gassenhauer. Dieses Wort wurde später in der Umgangssprache weitgehend vom Nomen Schlager (ab Ende des 19. Jh. verdrängt.
| Weiterführende Informationen zum Grundwort abhauen |
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hauen
Das Verb hauen bedeutet ursprünglich schlagen oder durch Schlagen bearbeiten. Doch viele Wortbildungen mit hauen haben heute ganz andere Bedeutungen. Wer abhaut, muss nichts schlagen, und wer beim Essen ordentlich reinhaut, schlägt auch nicht auf sein Essen ein. Auf dieser Seite erfährst du, wie diese unterschiedlichen Bedeutungen entstanden sind und warum wir hauen ohne h nach dem au schreiben.
Fragen von Schüler(innen)
| Warum schreiben wir hauen, bauen oder schauen ohne h? Wir schreiben doch auch leihen, Reihe und verzeihen mit h. |
| Die Antwort auf diese Frage findest du auf der Seite Wörter mit eih |
| Wenn ich zu jemanden sage: „Du sollst abhauen.“ dann will ich ihn doch nicht schlagen.
Meine Mutter sagt oft: „Du sollst dir das Essen nicht so reinhauen.“ Aber sie will mich doch dann gar nicht schlagen. Die Nachricht vom Tod meines Opas hat mich richtig umgehauen. ... |
| Zu den Wortbildungen von Verben wurden von Schüler(innen) viele Fragen zur Bedeutung gestellt. Die vom Verb hauen abgeleiteten Wortbildungen haben oft eine große Bedeutungsverschiebung durchgemacht, so dass der Zusammenhang mit hauen = schlagen heute nicht mehr erkennbar ist. |
Diskussion
| Hör einmal genau hin: hau-en, bau-en, schau-en. Nach dem Doppellaut au hören wir keinen besonderen Laut, den wir mit einem h schreiben müssten. Deshalb schreiben wir nach au kein h.
Bei Reihe, leihen und verzeihen ist das anders. Hier gehört das h zur geschriebenen Form des Wortes. Warum diese Wörter mit eih geschrieben werden, erfährst du auf der Seite Wörter mit eih. Für das Wort hauen kannst du dir also merken: Der Doppellaut au wird mit den beiden Buchstaben a und u geschrieben. Danach folgt direkt die Endung -en: hau-en. | |
| Die zweite Frage ist besonders interessant. Das Verb hauen bedeutete ursprünglich vor allem schlagen oder stoßen. Diese Bedeutung kannst du in vielen Wortbildungen noch gut erkennen: Wer einen Ast abhaut, trennt ihn durch Schläge ab. Wer eine Tür einhaut, schlägt sie mit großer Kraft ein. | |
| Aber Wörter können im Laufe der Zeit neue Bedeutungen bekommen. Das ist auch bei vielen Wortbildungen mit hauen geschehen. | |
| Wenn jemand abhaut, läuft er schnell weg. Wer sich das Essen reinhaut, isst sehr viel oder sehr schnell. Und wenn dich eine Nachricht umhaut, dann überrascht oder erschüttert sie dich sehr. | |
| Manchmal kann dasselbe Wort sogar unterschiedliche Bedeutungen haben: Der Holzfäller hieb einen Ast ab. Der Dieb dagegen haute schnell ab. Welche Bedeutung gemeint ist, erkennen wir am Zusammenhang des Satzes. | |
| Das ist doch praktisch! Wir müssen nicht für jede neue Bedeutung ein ganz neues Wort erfinden. Wir nehmen ein bekanntes Wort und setzen eine Vorsilbe davor. Und schon haben wir eine neue Bedeutung. | |
| Ganz genau! So funktionieren die Wortbildungen. Durch eine Vorsilbe verändert sich auch die Wortbedeutung und manchmal entsteht auch etwas ganz neues. | |
| Aus hauen sind auf diese Weise sehr viele Wörter entstanden: abhauen, draufhauen, einhauen, reinhauen, umhauen, weghauen und viele mehr. Ein einziges Grundwort hilft uns also dabei, viele verschiedene Dinge auszudrücken. Alle Wörter haben etwas mit der Grundbedeutung stoßen, schlagen gemeinsam: abhauen = einen Ast abschlagen, auf jemanden einhauen = ihn lange schlagen, auf etwas draufhauen = Mit dem Hammer auf einen Stein draufschlagen, usw. | |
| Das ist aber noch keine Antwort auf die Fragen der Kinder: abhauen = weglaufen, sich das Essen reinhauen, eine Nachricht, die mich umhaut usw. | |
| Das Verb hauen ist schon sehr alt. Im Mittelalter, also vor mehr als tausend Jahren, sagte man houwen. Schon damals bedeutete das Wort unter anderem schlagen und bearbeiten. Das w ist später weggefallen und aus dem o ist ein a geworden. So entstand unser Wort hauen. | |
| Auch die ungewöhnliche Vergangenheitsform ist alt. Die Germanen hatten für viele Verben zwei verschiedene Wörter: eins für die Gegenwart und ein anderes für die Vergangenheit. Daraus sind die unregelmäßigen Verben entstanden, zum Beispiel wir fahren – wir fuhren oder wir schreiben – wir schrieben. Genauso ist es beim Verb hauen und der Vergangenheitsform hieb: Er hieb den Ast ab. | |
| Bei übertragenen Bedeutungen verwenden wir dagegen häufig die regelmäßige Form mit -te: Der Dieb haute ab. oder Die Nachricht haute mich um. | |
| An diesen Wortformen können wir manchmal sogar erkennen, wie weit sich eine neue Bedeutung von der ursprünglichen Bedeutung schlagen entfernt hat. | |
| Die Verben umhauen und reinhauen gehören zur Wortfamilie von hauen. Ursprünglich bedeutet hauen, kräftig auf etwas oder jemanden zu schlagen. | |
| Bei umhauen kann durch einen Schlag etwas umfallen: Der Holzfäller haut den Baum um. Später wurde das Wort auch übertragen gebraucht. Etwas kann uns so stark überraschen oder beeindrucken, als würden wir davon umfallen: Das tolle Konzert hat mich umgehauen. | |
| Auch reinhauen hat verschiedene Bedeutungen. Man kann zum Beispiel einen Nagel ins Holz reinhauen. Umgangssprachlich bedeutet reinhauen aber auch kräftig essen oder sich sehr anstrengen: Nach der Wanderung haben wir ordentlich reingehauen. – Wir müssen uns bei der Arbeit richtig reinhauen. | |
| So sind aus der ursprünglichen Bedeutung „kräftig schlagen“ neue Bedeutungen entstanden, bei denen es vor allem um Kraft, Stärke und große Wirkung geht. | |
| Über das Verb abhauen hat mein Team schon vor einiger Zeit lange diskutiert. Wenn du mehr über die Bedeutung und Entwicklung des Wortes erfahren möchtest, dann findest du diese auf der Seite abhauen. |
Weiterführende Informationen
Modellwortschatz
Das Wort hauen gehört zum Modellwortschatz.
Du kannst dir auch einige Fremdsprachen anhören.
Hinweise zum Wort hauen
| Bedeutung: | a) mit der Hand, einem Werkzeug oder einem Gegenstand kräftig schlagen b) etwas durch Schläge bearbeiten, trennen oder verändern |
| Beispielsatz: | Der Holzfäller hieb mit der Axt auf den Stamm. |
| Wortinfo: | Wortart: Verb
Worttrennung: hau·en Aussprache: [ˈhaʊ̯ən] |
Wortformen
Das Verb hauen kann seine Vergangenheitsformen sowohl unregelmäßig als auch regelmäßig bilden. In der ursprünglichen Bedeutung schlagen ist die Form hieb üblich. Daneben kommt besonders umgangssprachlich auch die regelmäßige Form haute vor.
Grundform (Infinitiv): hauen, Vergangenheit (Partizip II): gehauen, Hilfsverb: haben
Bildung des unregelmäßigen Verbs:
| Gegenwart
(Präsens) |
1. Vergangenheit
(Präteritum) |
2. Vergangenheit
(Perfekt) | ||
|---|---|---|---|---|
| Einzahl
(Singular) |
1. Person | ich haue | ich hieb | ich habe gehauen |
| 2. Person | du haust | du hiebst | du hast gehauen | |
| 3. Person | er/sie/es haut | er/sie/es hieb | er/sie/es hat gehauen | |
| Mehrzahl
(Plural) |
1. Person | wir hauen | wir hieben | wir haben gehauen |
| 2. Person | ihr haut | ihr hiebt | ihr habt gehauen | |
| 3. Person | sie hauen | sie hieben | sie haben gehauen | |
Bildung des regelmäßigen Verbs:
| Gegenwart
(Präsens) |
1. Vergangenheit
(Präteritum) |
2. Vergangenheit
(Perfekt) | ||
|---|---|---|---|---|
| Einzahl
(Singular) |
1. Person | ich haue | ich haute | ich habe gehauen |
| 2. Person | du haust | du hautest | du hast gehauen | |
| 3. Person | er/sie/es haut | er/sie/es haute | er/sie/es hat gehauen | |
| Mehrzahl
(Plural) |
1. Person | wir hauen | wir hauten | wir haben gehauen |
| 2. Person | ihr haut | ihr hautet | ihr habt gehauen | |
| 3. Person | sie hauen | sie hauten | sie haben gehauen | |
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Info - hauen
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Weiterführende Informationen zum Wort hauen
Das Verb hauen gehört zu den sehr alten Wörtern der deutschen Sprache. Seine ursprüngliche Bedeutung ist schlagen, stoßen. Sprachgeschichtlich interessant ist die Bildung der Vergangenheitsform: Neben der alten starken Form hieb entwickelte sich die regelmäßige Form haute. Bei vielen Wortbildungen hängt die verwendete Form von der Bedeutung ab: In der ursprünglichen Bedeutung schlagen heißt es meist hieb, in übertragenen Bedeutungen dagegen häufig haute.
Aus dem Verb hauen sind zahlreiche Wortbildungen und verschiedene Nomen entstanden, darunter Hauer, Haue und Hieb. Viele dieser Wörter haben im Laufe der Zeit besondere oder übertragene Bedeutungen entwickelt. Auch in zahlreichen Redensarten und Mehrwortausdrücken kommt hauen vor, zum Beispiel in jemanden vom Hocker hauen, auf den Putz hauen oder hieb- und stichfest.
Informationen zum Wort
Modellwortschatz
Das Wort hauen gehört zum Modellwortschatz (siehe Karteikarte: Vorderseite, Rückseite). Du kannst dir auch einige [Fremdsprachen] anhören.
Herkunft
ie. *kāu-, *kəu- = hauen, schlagen ⇒ urgerm. hawaną
- ⇒ ahd. houwan, mhd. mnd. houwen = (ab-, ein-, nieder-, zer-)hauen, schlagen, stechen, behauen, bearbeiten
Wortgeschichte
| Bei hauen wurde der Wortstamm im Präteritum schon in germanischer Zeit anders gebildet als der Präsensstamm.
Diese Besonderheit des starken Verbs finden wir auch im Mittelalter. In althochdeutscher Zeit wurde das Präteritum der starken Verben durch Ablaute gebildet. Hier einige Beispiele: fahren - fuhr, greifen - griff, schreiben - schrieb, hauen - hieb. | |||||||||||||||||||||
| |||||||||||||||||||||
| Erst später entwickelte sich für Verben die Endung te für die Bildung des Präteritums. Die Bedeutungsveränderung führte bei vielen Wortbildungen des Verbs hauen auch zu einer Veränderung der Beugung. Daher ist das Wort hauen auch sprachgeschichtlich interessant.
In groben Zügen gilt: Für die Bedeutung schlagen bzw. durch schlagen verändern wird aus dem Präsens hauen im Präteritum hieb. Je weiter sich die Bedeutung der Wortbildung von der Grundbedeutung schlagen entfernt, desto häufiger wird die Beugung regelhaft, also haute (anstatt hieb) gebildet. Hier einige Beispiele:
Die folgende Wörterliste zum Verb ''hauen'' enthält viele weitere Beispiele. | |||||||||||||||||||||
Wörterlisten
Verbbildungen
Es gibt rund 35 Verbbildungen mit dem Grundwort hauen. Diese können fünf Bedeutungsgruppen zugeordnet werden (sh. Spalte 7 = Gr. und 8):
- schlagen, stoßen, treffen
- trennen, bearbeiten, zerstören
- essen, trinken, verbrauchen
- sprechen kritisieren, verraten, täuschen
- sonstige übertragene Bedeutungen
Die ersten beiden Bedeutungsgruppen sind von der Grundbedeutung des Verbs hauen (schlagen, stoßen) abgeleitet. In den allermeisten Fällen werden in diesen Bedeutungen die Wortformen unregelmäßig (im Präteritum = hieb) gebildet. Allerdings wird umgangssprachlich zunehmend auch die regelmäßige Konjugation (haute) verwendet. Bei den Bedeutungsgruppen 3 bis 5 wird hauen in übertragenem Sinn verwendet. Viele Verbbildungen kommen in unterschiedlicher Bedeutung vor. In der folgenden Tabelle wurde jeweils nur eine Bedeutung für die unregelmäßige und eine für die regelmäßige Wortform aufgeführt.
In der Spalte 7 findest du die Bedeutungsgruppe (1 bis 5), in Spalte 8 die Bedeutung und in Spalte 9 einen Beispielsatz. Weitere Wortbedeutungen zu jedem Verb findest du in der Quellenangabe (letzte Spalte): 1 = DWDS, 2 = Wiktionary, 3 = Duden-Grammatik, 4 = weitere Textquellen)
trennbar/nicht trennbar (sh. Spalten 2, 3) - Bei den meisten Wortbildungen wird dem Verb hauen ein Partikel vorangestellt (sh. Spalte 2). In Sätzen können diese Verbbildungen getrennt verwendet werden. Beispiel: abhauen - „Er hieb/haute ab.“ danebenhauen - „Er hieb/haute daneben.“ reinhauen - „Er hieb/haute rein.“ Wird das Verb hauen mit einem Präfix ergänzt, so ist diese Wortbildung nicht trennbar. Beispiel: behauen - „Die Steine wurden behauen.“ verhauen - „Er hat den Mitschüler verhauen.“ zerhauen - „Er zerhaute den Knoten.“
Konjugation (sh. Spalten 4, 5) - Die Wortformen (Konjugation) des Verbs hauen werden in der ursprünglichen Bedeutung (schlagen, stoßen) unregelmäßig und in den übertragenen Bedeutungen regelmäßig gebildet (siehe hierzu das Kapitel Wortgeschichte). In der Umgangssprache und regional wird anstelle von hieb zunehmend auch die regelmäßige Form haute verwendet.
Hilfsverb (sh. Spalte 6) -Das Hilfsverb ist - von wenigen Ausnahmen abgesehen - haben. In der ursprünglichen Bedeutung (schlagen, abhacken) wird das Verb transitiv verwendet. Demnach ist das Hilfsverb haben. Bei einigen Verben zeigt sich ein Bedeutungswandel zu fliehen, verschwinden. Hier wird das Verb intransitiv mit dem Hilfsverb sein verwendet. Beispiel: abhauen - „Einen Ast abhauen.“ - transitiv, Hilfsverb haben; abhauen - „Der Junge ist schnell abgehauen.“ - intransitiv, Hilfsverb sein.
Die folgende Tabelle ist sortierbar. Auf diese Weise kannst du z. B. schnell herausfinden, welche Wortbildungen trennbar oder nicht trennbar sind, welche Verben das Hilfsverb sein bilden oder welcher Bedeutungsgruppe einzelne Wortbildungen zugeordnet werden können.
| Verb | Partikel | trennbar | un-/regelm. | Präteritum | Hilfsverb | Gr. | Bedeutung | Beispielsatz | Quelle |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| abhauen | ab- | ja | unregelmäßig | hieb ab | haben | 2 | abhacken, abtrennen | Der Bauer hieb die trockenen Äste ab. | 1 2 3 4 |
| abhauen | ab- | ja | regelmäßig | haute ab | sein | 5 | fliehen, verschwinden | Der Dieb ist sofort abgehauen. | 1 2 3 |
| anhauen | an- | ja | unregelmäßig | hieb an | haben | 2 | anschlagen, einkerben | Der Zimmermann hieb eine Markierung ins Holz an. | 1 2 3 |
| anhauen | an- | ja | regelmäßig | haute an | haben | 4 | ansprechen, um etwas bitten | Auf dem Markt haute sie den Verkäufer direkt an. | 1 2 3 |
| aufhauen | auf- | ja | unregelmäßig | hieb auf | haben | 2 | aufspalten, öffnen | Mit der Axt hieb er den Stamm auf. | 1 3 |
| aufhauen | auf- | ja | regelmäßig | haute auf | haben | 4 | schlemmen, prassen | Er haut gern auf und erzählt von seinen Erfolgen. | 1 3 |
| aushauen | aus- | ja | unregelmäßig | hieb aus | haben | 2 | herausarbeiten, heraushauen | Der Bildhauer hieb die Figur aus dem Stein aus. | 1 3 |
| aushauen | aus- | ja | regelmäßig | haute aus | sein (haben) | 5 | ausreißen, fliehen | Das Pferd ist aus der Koppel ausgehauen. | 1 3 |
| behauen | be- | nein | unregelmäßig | behieb | haben | 2 | durch Hauen bearbeiten | Die Arbeiter behieben die Steine für die Mauer. | 1 2 3 |
| danebenhauen | daneben- | ja | unegelmäßig | hieb daneben | haben | 1 | vorbeischlagen, etwas nicht treffen | Diesmal hieb er knapp daneben. | 1 3 4 |
| danebenhauen | daneben- | ja | regelmäßig | haute daneben | haben | 5 | sich irren, falsch liegen | Mit seiner Schätzung hat er völlig danebengehauen. | 1 3 4 |
| dazwischenhauen | dazwischen- | ja | unregelmäßig | hieb dazwischen | haben | 1 | eingreifen, dazwischenfahren | Als eine kleine Gruppe der Protestierenden gewalttätig wurde, hieb die Polizei dazwischen. | 1 3 |
| dazwischenhauen | dazwischen- | ja | regelmäßig | haute dazwischen | haben | 5 | eingreifen, dazwischenfahren | Die Diskussion wurde immer chaotischer, sodass der Leiter dazwischenhauen musste. | 1 3 |
| draufhauen | drauf- | ja | unregelmäßig | hieb drauf | haben | 1 | schlagen | Der Schmied hieb mit dem Hammer auf das Eisen. | 1 3 |
| draufhauen | drauf- | ja | regelmäßig | haute drauf | haben | 4 | kritisieren | Die Zeitung haute kräftig auf die Regierung drauf. | 1 3 |
| dreinhauen | drein- | ja | unregelmäßig | hieb drein | haben | 1 | kräftig zuschlagen, dazwischenhauen | Er war kurz davor, kräftig dreinzuhauen. | 1 3 4 |
| dreinhauen | drein- | ja | regelmäig | haute drein | haben | 3 | kräftig essen | Beim Grillfest hauten alle ordentlich drein. | 1 3 4 |
| durchhauen | durch- | ja | unregelmäßig | hieb durch | haben | 2 | durchschlagen, durchtrennen | Der Holzfäller hieb den Ast mit einem Schlag durch. | 1 2 3 |
| durchhauen | durch- | ja | regelmäßig | haute durch | sein (haben) | 5 | fliehen, verschwinden | Die Gefangenen sind in der Nacht durchgehauen. | 1 2 3 |
| einhauen | ein- | ja | unregelmäßig | hieb ein | haben | 2 | einschlagen, eine Vertiefung schlagen | Der Steinmetz hieb seinen Namen in den Stein ein. | 1 2 3 |
| einhauen | ein- | ja | regelmäßig | haute ein | haben | 3 | kräftig essen | Nach dem Fußballspiel hauten die Kinder ordentlich ein. | 1 2 3 |
| entzweihauen | entzwei- | ja | unregelmäßig | hieb entzwei | haben | 2 | in zwei Teile schlagen | Mit einem kräftigen Schlag hieb er das Brett entzwei. | 1 2 3 |
| entzweihauen | entzwei- | ja | regelmäßig | haute entzwei | haben | 5 | die Meinung eines anderen zerpflücken | Er hat die Argumente seines Vorredners Stück für Stück entzweigehauen. | 1 2 3 4 |
| heraushauen | heraus- | ja | unregelmäßig | hieb heraus | haben | 2 | durch Hauen herauslösen | Der Arbeiter hieb einen Steinblock aus der Wand heraus. | 1 2 3 |
| heraushauen | heraus- | ja | regelmäßig | haute heraus | haben | 4 | spontan sagen, verraten | Im Ärger haute er das Geheimnis einfach heraus. | 1 2 3 |
| hereinhauen | herein- | ja | regelmäßig | haute herein | haben | 5 | kräftig arbeiten | Wenn wir fertig werden wollen, müssen wir jetzt richtig hereinhauen. | 1 3 4 |
| hereinhauen | herein- | ja | regelmäßig | haute herein | haben | 4 | jemanden ohrfeigen
jmd. denunzieren |
Im Streit haute er seinem Gegner eine herein. | 1 3 |
| herumhauen | herum- | ja | regelmäßig | haute herum | haben | 1 | ziellos um sich schlagen | Das verletzte Tier haute wild um sich herum. | 1 3 |
| herunterhauen | herunter- | ja | unregelmäßig | hieb herunter | haben | 2 | durch Hiebe herunterbringen, jmdn. Ohrfeigen | Der Waldarbeiter hieb den morschen Ast herunter. | 1 3 |
| herunterhauen | herunter- | ja | regelmäßig | haute herunter | haben | 5 | eine Schreibarbeit liederlich erledigen | Ich muss den Brief noch schnell herunterhauen. | 1 3 |
| hineinhauen | hinein- | ja | regelmäßig | haute hinein | haben | 5 | kräftig arbeiten | Vor dem Abgabetermin mussten alle noch einmal kräftig hineinhauen. | 1 3 |
| hineinhauen | hinein- | ja | regelmäßig | haute hinein | haben | 3 | kräftig essen | Beim Fest haute die ganze Familie tüchtig hinein. | 1 3 |
| hinhauen | hin- | ja | regelmäßig | haute hin | haben | 5 | gelingen, passen | Mit etwas Glück wird das schon hinhauen. | 1 3 |
| hinhauen | hin- | ja | regelmäßig | haute hin | haben | 5 | irgendwohin werfen oder legen | Er haute die Jacke einfach auf den Stuhl hin. | 1 3 |
| kaputthauen | kaputt- | ja | regelmäßig | haute kaputt | haben | 2 | durch Schläge zerstören | Die Vandalen hauten die Scheibe kaputt. | 1 3 |
| loshauen | los- | ja | unregelmäßig | hieb los | haben | 1 | anfangen zu schlagen | Nach dem Streit hieb er plötzlich los. | 1 3 |
| loshauen | los- | ja | regelmäßig | haute los | haben | 5 | beginnen, starten | Sobald alle da sind, können wir loshauen. | 1 3 4 |
| niederhauen | nieder- | ja | unregelmäßig | hieb nieder | haben | 1 | zu Boden schlagen, töten | Der Ritter hieb seinen Gegner mit einem Schlag nieder. | 1 2 3 |
| raushauen | raus- | ja | unregelmäßig | hieb raus | haben | 2 | durch Hauen herauslösen | Der Steinmetz hieb ein Stück aus dem Felsen raus. | 1 3 |
| raushauen | raus- | ja | regelmäßig | haute raus | haben | 3 | viel Geld ausgeben | Im Urlaub hat er sein ganzes Erspartes rausgehauen. | 1 3 |
| raushauen | raus- | ja | regelmäßig | haute raus | haben | 4 | spontan sagen, verraten | Ohne nachzudenken haute er die Antwort raus. | 1 3 |
| reinhauen | rein- | ja | regelmäßig | hieb rein | haben | 1 | kräftig zuschlagen | Im Kampf haute er mit voller Kraft rein. | 1 2 3 |
| reinhauen | rein- | ja | regelmäßig | haute rein | haben | 5 | sich anstrengen, arbeiten | Wenn wir pünktlich fertig werden wollen, müssen wir reinhauen. | 1 2 3 |
| reinhauen | rein- | ja | regelmäßig | haute rein | haben | 3 | kräftig essen | Nach der Wanderung hauten alle ordentlich rein. | 1 2 3 |
| runterhauen | runter- | ja | unregelmäßig | hieb runter | haben | 2 | durch Hiebe herunterbringen | Der Holzfäller hieb den Ast vom Baum runter. | 1 3 |
| runterhauen | runter- | ja | regelmäßig | haute runter | haben | 3 | schnell essen oder trinken | Vor der Abfahrt haute er noch schnell ein Brötchen runter. | 1 3 |
| runterhauen | runter- | ja | regelmäßig | haute runter | haben | 4 | heftig kritisieren | Der Journalist haute den Film in seiner Kritik runter. | 1 3 |
| umhauen | um- | ja | unregelmäßig | hieb um | haben | 2 | fällen, zu Boden schlagen | Der Holzfäller hieb die alte Eiche um. | 1 2 3 |
| umhauen | um- | ja | regelmäßig | haute um | haben | 4 | betrügen, übervorteilen | Der windige Händler hat seine Kunden umgehauen. | 1 2 3 |
| umhauen | um- | ja | regelmäßig | haute um | haben | 5 | stark beeindrucken, überraschen | Die Nachricht hat mich völlig umgehauen. | 1 2 3 |
| verhauen | ver- | nein | unregelmäßig | verhaut | haben | 1 | durch Schläge bestrafen | Früher wurden Kinder für kleine Fehler oft verhauen. | 1 2 3 |
| verhauen | ver- | nein | unregelmäßig | verhaut | haben | 2 | durch falsches Arbeiten verderben | Der Maler hat die ganze Wand verhaut. | 1 2 3 |
| verhauen | ver- | nein | unregelmäßig | verhaut | haben | 3 | Geld verschwenden | Für unnötige Dinge hat er sein ganzes Geld verhaut. | 1 2 3 |
| weghauen | weg- | ja | unregelmäßig | hieb weg | haben | 2 | mit einem Schlag entfernen | Er hieb den Ast mit einem Schlag weg. | 1 2 3 |
| weghauen | weg- | ja | regelmäßig | haute weg | haben | 3 | viel essen oder trinken | Nach dem Training haute er zwei große Portionen Nudeln weg. | 1 2 3 |
| weghauen | weg- | ja | regelmäßig | haute weg | haben | 5 | verschwiden, sich entfernen (regional | Nach dem Streit ist er einfach weggehauen. | 1 2 3 |
| zerhauen | zer- | nein | unregelmäßig | zerhieb | haben | 2 | durch Schläge zerstören oder zerteilen | Der Metzger zerhieb den Knochen mit einem Beil. | 1 2 3 |
| zerhauen | zer- | nein | regelmäßig | zerhaute | haben | 2 | mit einem Hieb zerstören | Er zerhaute den Knoten mit dem das Schiff befestigt war. | 1 2 3 |
| zuhauen | zu- | ja | regelmäßig | hieb zu | haben | 1 | schlagen, kräftig treffen | Der Angreifer hieb plötzlich mit aller Wucht zu. | 1 2 3 |
| zuhauen | zu- | ja | regelmäßig | haute zu | haben | 5 | eine Tür oder Öffnung kräftig schließen | Verärgert haute sie die Türe zu. | 1 2 3 |
| zuhauen | zu- | ja | regelmäßig | haute zu | haben | 5 | zugreifen, kaufen | Als das Sonderangebot erschien, haute er sofort zu. | 1 2 3 |
| zurechthauen | zurecht- | ja | regelmäßig | haute zurecht | haben | 4 | jemanden zurechtweisen, tadeln | Nach dem Vorfall haute der Chef den Mitarbeiter ordentlich zurecht. | 1 |
| zurechthauen | zurecht- | ja | regelmäßig | hieb zurecht | haben | 2 | durch Hauen passend machen oder formen | Der Steinmetz haute den Quader sorgfältig zurecht. | 1 |
| zurückhauen | zurück- | ja | regelmäßig | hieb zurück | haben | 1 | einen Schlag erwidern | Der Boxer ließ sich nicht einschüchtern und haute sofort zurück. | 1 2 |
| zurückhauen | zurück- | ja | regelmäßig | haute zurück | haben | 4 | eine Kritik erwidern | Auf die Vorwürfe haute der Politiker scharf zurück. | 1 2 |
| zusammenhauen | zusammen- | ja | unregelmäßig | hieb zusammen | haben | 2 | zusammenschlagen, zerstören | Die Vandalen hieben den Zaun zusammen. | 1 2 3 |
| zusammenhauen | zusammen- | ja | regelmäßig | haute zusammen | haben | 1 | jemanden verprügeln | Die Jugendlichen drohten, den Rivalen zusammenzuhauen. | 1 2 3 |
| zusammenhauen | zusammen- | ja | regelmäßig | haute zusammen | haben | 5 | hastig herstellen, improvisieren | Für das Schulfest haute die Klasse in kurzer Zeit eine kleine Bühne zusammen. | 1 2 3 |
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Personenbezeichnung
Die Personenbezeichnungen vom Verb hauen haben verschiedene Bedeutungen: 1. Hauer = vor Ort arbeitender Bergmanns, regional häufig Häuer; selten die Weiblichkeitsform Hauerin bzw. Häuerin, hierfür meist Bergarbeiterin. 2. Hauer, Hauerin = synonym zu Winzer(in). Daneben heißt auch der Eckzahn des Keilers (männliches Wildschwein) Hauer.
Wortbildungen mit Hauer sind häufig Fachbegriffe aus der Bergmannssprache. In anderen Wortbildungen ist die Bedeutung meist aus dem Bestimmungswort leicht zu erschließen, wie z. B. Holzhauer, Weinbauer. Die mit Abstand häufigste Wortbildung kommt aus dem Bereich Kunst: der Bildhauer, die Bildhauerin.
| Wortbildungen aus der Bergmannssprache | |
|---|---|
| Bohrhauer, Ganghauer, Gedingehauer, Gedingehäuer, Gesteinshauer, Lehrhauer, Schachthauer, Schießhauer, Schrämmhauer, Strossenhauer, Zimmerhauer | |
| Sonstige Wortbildungen mit Hauer | |
| Feilenhauer, Fleischhauer, Fleischhauerei, Holzhauer, Steinhauer, Steinhauerverein, Weinhauer | |
| Hauer in übertragener Bedeutung | |
| Gassenhauer, gassenhauerisch | |
| Wortbildungen mit Bildhauer | |
| Erstglied: | Bildhauer, Bildhauerin, Bildhauerarbeit, Bildhaueratelier, Bildhauerei, Bildhauerfamilie, Bildhauergalerie, Bildhauerklasse, Bildhauerkunst, Bildhauerkurs, Bildhauermeister, Bildhauermuseum, Bildhauerschule, Bildhauersymposion, Bildhauersymposium, Bildhauerwerk, Bildhauerwerkstatt, Bildhauerzeichnung |
| Letztglied: | Hofbildhauer, Holzbildhauer, Lieblingsbildhauer, Metallbildhauer, Stadtbildhauer, Steinbildhauer, Steinbildhauer; Holzbildhauerei, Steinbildhauerei |
| Adjektiv/Verb: | bildhauerisch, bildhauern |
der Hieb, die Hiebe
Schon früh entwickelte sich aus dem Verb ahd. houwan das Nomen ahd. houwa, mhd. houwe = Haue (Gerät, mit dem die Erde aufgestoßen, gehauen wird). Dieses Nomen ist bis heute vor allem im süddeutschen Sprachraum gebräuchlich. Parallel hierzu gab es die Substantivierung mhd. hou = der Stoß, Schlag (hd. der Hau, die Haue). Ab dem 15. Jh. ist auch die Substantivierung vom Präteritum hou (= der Hieb, die Hiebe) belegt, zunächst in der Bedeutung Recht, in einem bestimmten Waldgebiet Holz zu schlagen (DWDS).
Zunehmend ersetzte das Nomen Hieb ab dem 16. Jh. die Substantivierung Hau. Diese kommt heute nur noch in der umgangssprachlichen Redewendung einen Hau haben vor (= nicht recht bei Verstand sein).
Wie beim Verb hauen so entwickelten sich auch beim Nomen Hieb viele verschiedene Bedeutungen. In der folgenden Tabelle sind Beispiele für Wortbildungen mit dem Nomen Hieb aufgeführt. Diese sind in Bedeutungsgruppen sortiert und mit verschiedenen Quellen verlinkt: Duden-online-Wörterbuch (nicht werbefrei), DWDS, Wikipedia Wiktionary, Wörterbuchnetz.
| 1. Waffenhiebe |
|---|
| Der erste Bestandteil bezeichnet das Instrument, mit dem gehauen wird. |
| Axthieb, Beilhieb, Degenhieb, Hiebwaffe, Klingenhieb, Kolbenhieb, Machetenhieb, Säbelhieb, Schwerthieb |
| 2. Körper- und Strafhiebe |
| Schläge von Menschen oder Tieren bzw. mit Schlaginstrumenten. |
| Boxhieb, Fausthieb, Geißelhieb, Gertenhieb, Knüppelhieb, Kolbenhieb, Peitschenhieb, Prankenhieb, Schnabelhieb, Stockhieb |
| 3. Kampf- und Fechtbegriffe |
| Bezeichnungen bestimmter Hiebe nach ihrer Ausführung oder Stellung in einer Schlagfolge. |
| Boxhieb, Degenhieb, Fechthieb, Kreuzhieb, Lufthieb, Nachhieb, Säbelhieb, Schwerthieb, Seitenhieb, Sekondhieb, Vorhieb |
| 4. Forstwirtschaft und Bodennutzung |
| Fachwörter für Holzeinschlag, Waldnutzung und vergleichbare Arbeiten. |
| Abhieb, Anhieb, Auszugshieb, Einhieb, hiebreif, Hiebsart, Hiebsatz, hiebsreif, Kahlhieb, Nachhieb, Plaggenhieb, Vorhieb |
| 5. Übertragene Bedeutungen |
| Bildliche oder fachsprachlich anders entwickelte Bedeutungen. |
| Anhieb, Einhieb, hiebfest, Hiebnummer, Hiebwunde, Hiebzahl, Kreuzhieb, Lufthieb, Pinselhieb, Raspelhieb, Seitenhieb, Todeshieb |
Redensarten/Zitate
Mehrwortausdrücke
Es gibt viele Mehrwortausdrücke mit dem Stichwort hauen. Diese können in fünf Bedeutungsgruppen geordnet werden:
- Schlagen und Gewalt
- Überraschen und Beeindrucken
- Kritisieren, Benachteiligen, Betrügen, etwas Vorwerfen
- Feiern, Angeben, Übertreiben
- sonstige Bedeutungen
Die folgende Tabelle gibt einige Beispiele für solche Mehrwortausdrücke. Diese sind mit dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) oder dem Online Wörterbuch Wiktionary verlinkt.
| Gr. | Redensart | Bedeutung |
|---|---|---|
| 1 | jemanden zu Klump hauen | jemanden heftig schlagen und verletzen |
| 1 | etwas in Klump hauen | etwas völlig zerstören oder beschädigen |
| 2 | jemanden vom Hocker hauen | jemanden stark überraschen, beeindrucken oder überwältigen |
| 2 | etwas haut jemanden aus den Latschen | etwas überrascht oder beeindruckt jemanden sehr |
| 2 | jemanden aus den Puschen hauen | jemanden stark beeindrucken oder überraschen |
| 2 | jemanden vom Stuhl hauen | jemanden sehr überraschen oder beeindrucken |
| 2 | vom Stuhl hauen | sehr überraschen oder begeistern |
| 3 | in die gleiche Kerbe hauen | dieselbe Meinung vertreten oder dieselbe Kritik wiederholen |
| 3 | jemandem das Hackl ins Kreuz hauen | jemandem schaden oder ihm Schwierigkeiten bereiten (österr.) |
| 3 | jemanden übers Ohr hauen | jemanden betrügen oder täuschen |
| 3 | jemandem etwas um die Ohren hauen | jemanden heftig mit Vorwürfen, Worten oder Tatsachen konfrontieren |
| 3 | jemanden, etwas in die Pfanne hauen | jemanden scharf kritisieren oder bloßstellen |
| 3 | jemanden vom Sockel hauen | das Ansehen einer Person stark mindern; jemanden entzaubern |
| 4 | auf die Kacke hauen | angeben, prahlen, übertreiben |
| 4 | Geld auf den Kopf hauen | Geld verschwenderisch ausgeben |
| 4 | sich die Nacht um die Ohren hauen | die ganze Nacht wach bleiben oder feiern |
| 4 | auf die Pauke hauen | ausgelassen feiern; auch: kräftig Werbung machen |
| 4 | auf den Pudding hauen | sich wichtigmachen, angeben (regional) |
| 4 | auf den Putz hauen | prahlen; auch: ausgelassen feiern |
| 4 | auf die Sahne hauen | übertreiben, besonders stark auftragen (umgangssprachlich) |
| 5 | sich aufs Ohr hauen | sich schlafen legen |
| 5 | in den Sack hauen | aufgeben, die Arbeit beenden, resignieren |
| 5 | Hauen und Stechen | heftiger Streit, Durcheinander oder Kampf |
| 5 | mit der Faust auf den Tisch hauen | energisch auftreten und seinen Willen durchsetzen |
Nur wenige der vielen Wortbildungen zum Verb hauen kommen auch in Mehrwortausdrücken vor. Die folgende Tabelle enthält die wichtigsten Redensarten. In der letzten Spalte sind verschiedene Quellen angegeben: 1 = DWDS, 2 = Wiktionary, 3 = Duden Online-Wörterbuch, 4 = redensarten-index (Quellen 3 und 4 sind nicht werbefrei).
| Wortbildung | Redensart | Bedeutung | Quellen |
|---|---|---|---|
| danebenhauen | danebengehauen haben | sich irren, mit einer Einschätzung falschliegen | 1 3 4 |
| draufhauen | immer feste draufhauen | ohne Zurückhaltung kräftig zuschlagen bzw. vorgehen | 1 3 |
| reinhauen | jemandem eine reinhauen | jemandem einen Schlag, besonders ins Gesicht, versetzen | 1 2 3 4 |
| reinhauen | Hau rein! / Haut rein! | kräftig essen; außerdem umgangssprachliche Abschiedsformel | 1 4 |
| hinhauen | Das haut hin. | das stimmt, passt, funktioniert oder gelingt | 1 4 |
| umhauen | Das haut mich um! | das überrascht oder beeindruckt mich sehr | 1 2 3 4 |
| weghauen | Das haut mich weg! | das überwältigt oder beeindruckt mich stark | 1 |
Zum Grundwort Hieb gibt es einige wenige Mehrwortausdrücke. Die folgende Tabelle enthält die wichtigsten. In der letzten Spalte sind verschiedene Quellen angegeben: 1 = DWDS, 2 = Wiktionary, 3 = Duden Online-Wörterbuch, 4 = redensarten-index (Quellen 3 und 4 sind nicht werbefrei).
| Wortbildung | Redensart | Bedeutung | Quellen |
|---|---|---|---|
| Hieb | einen Hieb haben | nicht recht bei Verstand sein; eine sonderbare Eigenart haben | 3 |
| Hieb | auf einen Hieb | auf einmal, mit einem Mal | 1 3 |
| Hieb | auf den ersten Hieb fällt kein Baum | ein größeres Vorhaben gelingt meist nicht sofort; man braucht Geduld | 3 |
| Anhieb | auf Anhieb | sofort; gleich beim ersten Versuch | 1 2 3 4 |
| hiebfest | hieb- und stichfest | so gut begründet bzw. abgesichert, dass es nicht widerlegt oder angegriffen werden kann | 1 2 3 4 |
| hiebfest | etwas hieb- und stichfest belegen | etwas überzeugend und unanfechtbar nachweisen | 1 2 3 4 |
Belege/Quellen
Belege und Quellen, die im Text oben verlinkt wurden, sind hier nicht noch einmal gesondert aufgeführt.
Modellwortschatz: Sommer-Stumpenhorst: Modellwortschatz,
Wortschatz: Sommer-Stumpenhorst: Gesamtwortschatz, Gerhard Augst: Wortfamilienwörterbuch, Korpus basierte Wortgrundformenliste DeReWo
Rechtschreibung: und Etymologie:
a) hauen:
DWDS, Wiktionary, ZDL; Duden-online (nicht werbefrei),
Wörterbuchnetz: Adelung, Campe, [1], Grimm-1, Goethe, Krünitz; BDO (mit vielen oberdeutschen regionalen Wortbildungen), PfWb, RhWB (mit Bedeutungen und Beispielen rheinischer Dialekte zu vielen Wortbildungen),
b) Hauer:
DWDS, Wiktionary, ZDL; Duden-online (nicht werbefrei),
Wörterbuchnetz: Adelung, Campe, Grimm-1, Krünitz; BDO (mit vielen oberdeutschen regionalen Wortbildungen), PfWb, WestfWb
c) Hieb:
DWDS, Wiktionary, ZDL; Duden-online (nicht werbefrei),
Wörterbuchnetz: Adelung, Campe, Grimm-1, Goethe), Krünitz; BDO, PfWb,
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