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Hagebutte
Eine Hagebutte ist die meist rote Frucht verschiedener Rosenarten, besonders der Heckenrose. Der erste Teil des Wortes geht auf ein altes Wort für eine Hecke oder Umzäunung zurück. Woher der zweite Wortteil -butte stammt, ist nicht sicher geklärt. Auf dieser Seite erfährst du mehr über die Bedeutung und die ungewöhnliche Herkunft des Wortes.
Wortherkunft
Hinweise zum Wort Hagebutte
| Bedeutung: | Rote Scheinfrucht verschiedener Rosenarten |
| Beispielsatz: | Im Herbst leuchten die roten Hagebutten an den Hecken. |
| Wortinfo: | Wortart: Nomen, feminin
Worttrennung: Ha-ge-but-te Aussprache: [ˈhaːɡəˌbʊtə] |
Wortformen
| Singular | Plural | ||
|---|---|---|---|
| 1. Fall | Nominativ | die Hagebutte | die Hagebutten |
| 2. Fall | Genitiv | der Hagebutte | der Hagebutten |
| 3. Fall | Dativ | der Hagebutte | den Hagebutten |
| 4. Fall | Akkusativ | die Hagebutte | die Hagebutten |
| Weiterführende Informationen zum Grundwort Hagebutte |
| Wörter: | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z |
Info - Hagebutte
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Die Infoseite erläutert die Herkunft und sprachgeschichtliche Entwicklung des Wortes Hagebutte. Sie beschreibt die Bedeutung des ersten Wortbestandteils Hag- als Bezeichnung für eine Hecke oder Einfriedung und stellt die verschiedenen Erklärungsansätze zur Herkunft des zweiten Wortbestandteils -butte vor. Außerdem werden Wortbildungen und Ableitungen sowie die Frage behandelt, ob butt(e)- als unikales Morphem angesehen werden kann.
Weiterführende Informationen zum Wort Hagebutte
| Entstehung: | ahd. haganbutta, mhd. hagenbutz
butte möglicherweise aus dem niederländischen but = stumpf abgeleitet. Einige Autoren sehen auch einen Zusammenhang mit butz = Klumpen, Knoten, Kerngehäuse. Der erste Wortteil hag bedeutete ursprünglich: Umzäunung, Hecke, eingehegter Ort. Von hag sind auch die Wörter Hecke, Hain, Gehege und Hagedorn abgeleitet. |
| Wortbildungen: | Hagebuttenmarmelade, Hagebuttentee, Hagebuttenkern, Hagebuttenstrauch |
| Ableitungen: | Hagedorn, Hecke, Gehege |
| Interessantes: | Die Hagebutte ist botanisch keine echte Beere, sondern eine sogenannte Sammelnussfrucht.
Die Früchte enthalten sehr viel Vitamin C und werden häufig zu Tee oder Marmelade verarbeitet. |
Unikales Morphem ?
Belege/Quellen
DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (vor allem Adelung, Goethe, Grimm), BDO, ZDL, Wikipedia, Duden-online
Weiterführende Informationen zu den Scheinwörtern/unikalen Morphemen
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Hahn
| Warum schreibt wir Henne und nicht *Hänne ? Das Wort ist doch von Hahn abgeleitet |
| Klasse 4 |
Warum schreiben wir Henne und nicht Hänne, obwohl das Wort mit Hahn verwandt ist? Auf dieser Seite erfährst du, warum sich die Schreibungen schon vor vielen Jahrhunderten unterschiedlich entwickelt haben. Außerdem lernst du die spannende Geschichte des Wortes Hahn kennen und erfährst, warum der Hahn in früheren Zeiten als ganz besonderes Tier galt.
Diskussion
Weiterführende Informationen zum Wort Hahn
Modellwortschatz
Hinweise zum Wort
| Bedeutung: | Ein Hahn ist das männliche Haushuhn. Das Wort wird aber auch für verschiedene technische Geräte verwendet, aus denen Flüssigkeiten oder Gase herausfließen können.
a) männliches Haushuhn b) Absperr- oder Auslassvorrichtung für Flüssigkeiten oder Gase |
| Beispielsatz: | Der Hahn krähte schon vor Sonnenaufgang.
Dreh bitte den Wasserhahn zu! |
| Wortinfo: | Wortart: Nomen, maskulin
Worttrennung: Hahn Aussprache: [haːn] |
Wortformen
Das Wort Hahn ist ein männliches Nomen.
| Singular | Plural | ||
|---|---|---|---|
| 1. Fall | Nominativ | der Hahn | die Hähne |
| 2. Fall | Genitiv | des Hahnes / Hahns | der Hähne |
| 3. Fall | Dativ | dem Hahn | den Hähnen |
| 4. Fall | Akkusativ | den Hahn | die Hähne |
| zu den Wortgeschichten Henne und Huhn |
| Weiterführende Informationen zum Grundwort Hahn |
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Info - Hahn
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Die Wörter Hahn und Henne gehören zu den ältesten Tierbezeichnungen der deutschen Sprache. Beide reichen bis in die germanische Zeit zurück. Den Ursprung vermuten die Sprachwissenschaftler noch viel früher in der indoeuropäischen Sprachfamilie. Auf dieser Seite erfährst du mehr über den Ursprung, die Bedeutung und die Vielfalt der Bedeutungen in den Wortbildungen mit den Nomen Hahn und Hähnchen.
Weiterführende Informationen zum Wort Hahn
| Entstehung: | ie. *kan- = singen, klingen, tönen
Der Hahn wurde wahrscheinlich nach seinem Krähen benannt. Das Wort gehört damit zu den Tiernamen, die auf einen charakteristischen Laut zurückgehen. Die technische Bedeutung Wasserhahn entstand erst nach dem Mittelalter. Viele Zapfhähne wurden damals mit einer Hahnfigur geschmückt. |
| Interessantes: | In vielen Kulturen gilt der Hahn als Symbol für Wachsamkeit und den Beginn des Tages. Auf Kirchtürmen findet man häufig einen Wetterhahn. Er erinnert zugleich an das Krähen des Hahnes am Beginn des Tages und zeigt zugleich die Windrichtung an.
Die weibliche Form zum Hahn ist die Henne. Beide Wörter bilden ein altes Wortpaar, ähnlich wie Stier und Kuh oder Widder und Schaf. |
| Wappentiere | Der Hahn kommt auch in verschiedenen Wappen vor. Er findet sich in den Wappen von Städten, Firmen, Vereinen, Ländern usw. Häufig symbolisiert er Kampfbereitschaft, Wachsamkeit oder Verteidiger der Familie. Hier einige Orte aus Deutschland, die den Hahn in ihrem Städtewappen führen:
|
| Auch international findes du den Hahn in vielen Städten als Wappentier. Hier einige Beispiele von europäischen Orten:
| |
| Wenn dich der Hahn als Wappentier interessiert, dann findest du im Internet auf der Seite wikimedia commons viele hundert weitere Beispiele. Die meisten Hähne kommen in Familienwappen vor, aber auch in Vereinenswappen, Ländern (z. B. Kenia) und selbst in der Olympiamannschaft von Frankreich. |
Wortbildungen
Es gibt viele Wortbildungen mit dem Nomen Hahn. In den meisten Wortbildungen steht Hahn als Letztglied. In der folgenden Tabelle wurden die Beispiele der Wortbildungen nach Bedeutungsgruppen sortiert. Die Wörter sind mit dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) verlinkt.
| 1. Hahn als Tier |
|---|
| Auerhahn, Backhahn, Berghahn, Birkhahn, Brathahn, Bruderhahn, Fasanenhahn, Finkenhahn, Flughahn, Gickelhahn, Gockelhahn, Goldhahn, Hahn, Hahnen, Hahnenküken, Hahnium, Hahnwald, Haselhahn, Haushahn, Hüpfhahn, Junghahn, Kanarienhahn, Kapaun, Kapphahn, Kickelhahn, Knurrhahn, Lichtenhahn, Masthahn, Meerhahn, Pfauenhahn, Pfauhahn, Piephahn, Rehhahn, Seehahn, Straußenhahn, Truthahn, Truthahnschießen, Urhahn, Wildenhahn, Zuchthahn, ... |
| 2. Hahn als Körpermerkmal |
| Hahnenbalken, Hahnenbrust, Hahnendorn, Hahnenfeder, Hahnenfuß, Hahnenfußgewächs, Hahnenhode, Hahnenhütchen, Hahnenkamm, Hahnenkammrennen, Hahnenklee, Hahnenschwanz, Hahnensporn, Hahnenstimme, Hahnentritt, Hahnentrittmuster, Hahnkeule, ... |
| 3. Hahn als Verhaltenstyp |
| Hahnenbalz, Hahnenkampf, Hahnenschau, Hahnenwackel, Hahnrei, Kampfhahn, Platzhahn, Spielhahn, Streithahn, Zankhahn, ... |
| 4. Hahn als Zeitanzeiger |
| Hahnenkräh, Hahnenkraht, Hahnenruf, Hahnenschrei, Hahnenwecker, ... |
| 5. Hahn als Symboltier |
| Hahn roter Hahn, Tempelhahn, Turmhahn, Wetterhahn, Windhahn, ... |
| 6. Hahn als technische Vorrichtung |
| Abflusshahn, Ablasshahn, Absperrhahn, Abstellhahn, Ausflusshahn, Auslasshahn, Benzinhahn, Bierhahn, Dreiwegehahn, Einhebelhahn, Einweghahn, Fasshahn, Gashahn, Hahnenwasser, Haupthahn, Kippenhahn, Kraftstoffhahn, Leitungshahn, Mehrwegehahn, Messinghahn, Nickelhahn, Nothahn, Ölhahn, Quetschhahn, Regulierhahn, Schwenkhahn, Sperrhahn, Spundhahn, Streichhahn, Süßhahn, Tautenhahn, Uhrhahn, Vierwegehahn, Warmwasserhahn, Wasserhahn, Zapfhahn, Zweiwegehahn, Zwickelhahn, ... |
| 7. Hahn als Teil von Waffen und Geräten |
| Abzugshahn, Gewehrhahn, Revolverhahn, Schnapphahn, ... |
| 8. Hahn in übertragenen Bedeutungen |
| Geldhahn (manchmal auch als Finanzhahn, Kredithahn, Zinshahn bezeichnet), ... |
Nicht ganz so oft kommt das Nomen Hähnchen in Wortbildungen vor. Hier dominiert das Wort als Erstglied. In der folgenden Tabelle sind Beispiele für die Wortbildungen in Bedeutungsgruppen aufgelistet. Die Wörter sind mit dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) verlinkt.
| 1. Hähnchen als Geflügel und Jungtier |
|---|
| Backhähnchen, Brathähnchen, Grillhähnchen, Hähnchen, Masthähnchen, Tiefkühlhähnchen |
| 2. Hähnchen als Nahrungsmittel |
| Hähnchenbraten, Hähnchenbrühe, Hähnchenbrust, Hähnchenfilet, Hähnchenfleisch, Hähnchenflügel, Hähnchenhack, Hähnchenkeule, Hähnchenschenkel, Hähnchenschnitzel, Hähnchenspieß, Hähnchenteil |
| 3. Hähnchen in Zucht, Haltung und Vermarktung |
| Hähnchenkrise, Hähnchenmast, Hähnchenmäster, Hähnchenschlachterei, Hähnchenschlachtung |
| 4. „-hähnchen“ als Tiername |
| Getreidehähnchen, Goldhähnchen, Lilienhähnchen, Spargelhähnchen, , |
Redensarten und Sprichwörter mit „Hahn“
Der Hahn fällt durch seinen roten Kamm, sein buntes Gefieder und sein selbstbewusstes Auftreten auf. Er verteidigt sein Revier und zeigt den Hennen seine Stärke. Deshalb steht der Hahn in vielen Redensarten für Stolz, Selbstbewusstsein und manchmal auch für Überheblichkeit.
- stolz wie ein Hahn sein
- sich aufplustern wie ein Hahn
- wie ein Hahn auf dem Mist auftreten
- jeder Hahn ist König auf seinem Mist
- der Hahn denkt, die Sonne gehe seinetwegen auf
- wie ein Hahn im Korb sein
Bedeutung: Die Redensarten beschreiben Menschen, die selbstbewusst auftreten, sich wichtigmachen oder ihre eigene Bedeutung überschätzen.
Schon lange bevor es Wecker gab, kündigte der Hahn mit seinem Krähen den neuen Tag an. Deshalb wurde er zum Symbol für den frühen Morgen.
- mit dem Hahn aufstehen
- früh wie ein Hahn auf den Beinen sein
- mit den Hühnern schlafen gehen und mit dem Hahn aufstehen
Bedeutung: Die Redensarten beschreiben Menschen, die früh schlafen gehen oder sehr früh aufstehen.
Der Hahn macht durch sein Krähen auf sich aufmerksam. Wenn aber „kein Hahn danach kräht“, interessiert sich niemand für eine Sache.
- danach kräht kein Hahn
- kein Hahn kräht danach
- da wird kein Hahn nach krähen
Bedeutung: Niemand interessiert sich für etwas oder schenkt ihm Beachtung.
Früher bezeichnete man ein Feuer oft als „roten Hahn“. Die Flammen erinnerten an den roten Hahnenkamm.
- den roten Hahn aufs Dach setzen
- der rote Hahn kräht auf dem Dach
- den roten Hahn aufsteigen lassen
- den roten Hahn reiten lassen
Bedeutung: Die Redensarten beziehen sich auf Feuer, Brände oder Brandstiftung.
Der Hahn spielt auch in der christlichen Tradition und im Volksglauben eine Rolle.
- ehe der Hahn kräht
- der Hahn kräht dreimal
- wenn der Hahn kräht auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt, wie es ist
Bedeutung: Die Redensarten beziehen sich auf religiöse Erzählungen oder auf Beobachtungen des Wetters.
Die meisten Redensarten mit Hahn beziehen sich auf:
- Stolz und Selbstbewusstsein
- den Beginn des Tages
- Interesse oder Gleichgültigkeit
- Feuer und Brände
- Religion und Volksglauben
Der Hahn erscheint in der Sprache meist als auffälliges, selbstbewusstes und weithin hörbares Tier.
Belege/Quellen
DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (hier vor allem Adelung, Grimm-2), ZDL; Wikipedia, Duden-online (nicht werbefrei)
Übersetzungen: Dänisch, Englisch, Französisch, Finnisch, Isländisch, Italienisch, Latein, Niederländisch, Norwegisch, Portugiesisch, Schwedisch, Spanisch
| zu den Wortgeschichten Henne und Huhn |
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Henne
Wortherkunft
| Das Wort Henne bezeichnet das weibliche Haushuhn. In der Umgangssprache wird das Wort manchmal auch für weibliche Tiere anderer Hühnervögel verwendet. | ||||||||||||
| Das Wort Henne gab es schon im Althochdeutschen als henna. Es gehört zu einer alten germanischen Wortfamilie. Die Wörter Hahn und Henne bilden seit vielen Jahrhunderten ein Wortpaar für die männlichen und weiblichen Tiere des Haushuhns. | ||||||||||||
| In vielen Ländern wurde das germanische Wort *hanōn übernommen: | ||||||||||||
|
Hinweise zum Wort Henne
| Bedeutung: | Das Wort Henne bezeichnet das weibliche Haushuhn. In der Umgangssprache wird das Wort manchmal auch für weibliche Tiere anderer Hühnervögel verwendet. |
| Beispielsatz: | Die Henne führte ihre Küken über den Bauernhof. |
| Wortinfo: | Wortart: Nomen, feminin
Worttrennung: Hen·ne Aussprache: [ˈhɛnə] |
Wortformen
Das Wort Henne ist ein weibliches Nomen.
| Singular | Plural | ||
|---|---|---|---|
| 1. Fall | Nominativ | die Henne | die Hennen |
| 2. Fall | Genitiv | der Henne | der Hennen |
| 3. Fall | Dativ | der Henne | den Hennen |
| 4. Fall | Akkusativ | die Henne | die Hennen |
| zu den Wortgeschichten Hahn und Huhn |
| Weiterführende Informationen zum Grundwort Henne |
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Info - Henne
| zurück zur Wortgeschichte Henne |
Die Infoseite erläutert die Herkunft und sprachgeschichtliche Entwicklung des Wortes Henne. Sie beschreibt die gemeinsame Wortgeschichte von Henne und Hahn, stellt wichtige Wortbildungen vor und zeigt, welche Bedeutungsgruppen sich dabei unterscheiden lassen. Außerdem werden Redensarten und Sprichwörter mit Henne erklärt und mit den sprachlichen und kulturellen Vorstellungen verglichen, die sich mit dem Hahn verbinden.
Weiterführende Informationen zum Wort Henne
| Entstehung: | ie. *kan- = singen, tönen, rufen
Die genaue Herkunft des Wortes ist nicht vollständig geklärt. Wahrscheinlich gehört es zur gleichen alten Wortfamilie wie Hahn. |
| Wortbildungen: | Gluckhenne, Legehenne, Bruthenne, Haushenne, Hennenfeder, Hennenstall |
| Ableitungen: | hennenartig, Hennenhaltung, Hühnerhenne |
| Interessantes: | Die Henne ist eines der wichtigsten Nutztiere des Menschen. Sie liefert Eier und wird seit mehreren tausend Jahren gehalten.
Die Henne legt auch dann Eier, wenn kein Hahn vorhanden ist. Aus diesen Eiern können jedoch keine Küken schlüpfen. Zusammen mit Hahn bildet Henne ein sogenanntes Movierungspaar, also ein Wortpaar zur Kennzeichnung männlicher und weiblicher Tiere. |
Wortbildungen
Es gibt einige wenige Wortbildungen mit dem Nomen Henne. In den Wortbildungen steht Henne (von wenigen Ausnahmen abgesehen) als Letztglied. In der folgenden Tabelle wurden die Beispiele der Wortbildungen nach Bedeutungsgruppen sortiert. Die Wörter sind mit dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) verlinkt.
| 1. Henne als weibliches Tier |
|---|
| Henne, Junghenne |
| 2. Henne als Nutzgeflügel (Zucht, Haltung, Nutzung) |
| Brathenne, Hennenhaltung, Käfighenne, Legehenne, Legehennenanlage, Legehennenfarm, Legehennenfutter, Legehennenhaltung, Legehennenkäfig, ... |
| 3. Henne als Muttertier (Brüten, Kükenaufzucht) |
| Bruthenne, Gluckhenne, Hennenküken, ... |
| 4. Henne als besondere oder auffällige Henne |
| Fettenhenne, Fetthenne, Krampfhenne, Maschennetzhenne, ... |
| 5. Henne als Bezeichnung anderer Tierarten |
| Auerhenne, Birkhenne, Fasanenhenne, Pfauenhenne, Pfauhenne, Puthenne, Putthenne, Truthenne, ... |
Redensarten und Sprichwörter mit „Henne“
Hennen beschützen ihre Küken und wärmen sie unter ihren Flügeln. Deshalb stehen sie oft für Fürsorge und manchmal auch für Überfürsorge.
- wie eine Glucke auf ihre Küken aufpassen
- eine Glucke sein
- sich benehmen wie eine Glucke
- jemanden unter die Flügel nehmen
Bedeutung: Sich besonders fürsorglich um andere kümmern.
Hennen legen Eier und sichern damit den Fortbestand ihrer Art. Deshalb entstanden Redensarten über Ursprung, Reichtum und Glück.
- Was war zuerst da – die Henne oder das Ei?
- die Henne, die goldene Eier legt
- man soll die Henne nicht schlachten, die die Eier legt
- auch die blindeste Henne findet einmal ein Korn
Bedeutung: Fragen nach dem Ursprung, dauerhafter Nutzen oder unerwartetes Glück.
Hennen machen oft lautstark auf sich aufmerksam. Daraus entstanden Redensarten über Unruhe und viel Gerede.
- gackern wie eine Henne
- ein Gegacker wie im Hühnerstall
- herumlaufen wie eine aufgescheuchte Henne
Bedeutung: Lautes Reden, Aufregung oder hektisches Verhalten.
Hennen reagieren schnell auf Gefahren und suchen Schutz.
- ängstlich wie eine Henne sein
- sich verkriechen wie eine Henne
Bedeutung: Vorsichtig, schreckhaft oder furchtsam sein.
Die meisten Redensarten mit Henne beziehen sich auf drei Dinge:
- das Eierlegen,
- das Beschützen der Küken,
- das Gackern und aufgeregte Verhalten.
Beim Hahn stehen dagegen meist Stolz, Macht und der morgendliche Hahnenschrei im Mittelpunkt. Henne und Hahn ergänzen sich also auch in den Redensarten: Die Henne steht eher für Fürsorge und Alltag, der Hahn eher für Selbstbewusstsein und Aufmerksamkeit.
Belege/Quellen
DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (hier vor allem Adelung, BDO, Goethe, Grimm, Krünitz, WWb), ZDL; Wikipedia, Duden-online (nicht werbefrei)
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Huhn
Wortherkunft
| Das Wort Huhn bezeichnet heute meist das Haushuhn. Genau genommen umfasst das Wort sowohl den Hahn als auch die Henne. Oft wird das Wort aber auch speziell für die Henne verwendet. | ||||||||||||
| Das Wort Huhn ist sehr alt. Schon im Althochdeutschen gab es die Form huon. Die Sprachwissenschaftler vermuten, dass das Wort ursprünglich ein junges Tier bezeichnete. Erst später wurde daraus die allgemeine Bezeichnung für das Haushuhn. | ||||||||||||
| In vielen Ländern wurde das germanische Wort *hanōn übernommen: | ||||||||||||
|
Hinweise zum Wort Huhn
| Bedeutung: | a) Haushuhn als Tierart b) Sammelbezeichnung für Hahn und Henne |
| Beispielsatz: | Das Huhn scharrte auf dem Hof nach Körnern. |
| Wortinfo: | Wortart: Nomen, Neutrum
Worttrennung: Huhn Aussprache: [huːn] |
Wortformen
Das Wort Huhn ist ein sächliches Nomen.
| Singular | Plural | ||
|---|---|---|---|
| 1. Fall | Nominativ | das Huhn | die Hühner |
| 2. Fall | Genitiv | des Huhnes / Huhns | der Hühner |
| 3. Fall | Dativ | dem Huhn | den Hühnern |
| 4. Fall | Akkusativ | das Huhn | die Hühner |
| zu den Wortgeschichten Hahn und Henne |
| Weiterführende Informationen zum Grundwort Huhn |
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Info - Huhn
| zurück zur Wortgeschichte Huhn |
Das Wort Huhn gehört zu den ältesten Tierbezeichnungen der deutschen Sprache. Auf dieser Seite erfährst du, wie sich das Wort entwickelt hat, welche Wortbildungen daraus entstanden sind und welche Redensarten sich um das Huhn gebildet haben. Außerdem wird erklärt, wodurch sich die Wörter Huhn, Hahn und Henne in ihrer Bedeutung unterscheiden.
Weiterführende Informationen zum Wort Huhn
| Entstehung: | urgerm. *hōna-, *hūna- = Huhn
Die genaue Herkunft des Wortes ist nicht vollständig geklärt. Möglicherweise bezeichnete das Wort ursprünglich ein junges Tier oder Küken. Das Wort Huhn ist mit niederländisch hoen, englisch hen und schwedisch höna verwandt. |
| Interessantes: | Das Haushuhn gehört zu den ältesten Nutztieren des Menschen. Es stammt vom Bankivahuhn aus Südostasien ab und wird seit mehreren tausend Jahren gezüchtet.
Sprachlich interessant ist die Beziehung zwischen Huhn, Hahn und Henne:
Die Redewendung wie die Hühner auf der Stange sitzen beschreibt Menschen, die dicht gedrängt nebeneinandersitzen. |
Wortbildungen
Es gibt viele Wortbildungen mit dem Nomen Huhn. In den Wortbildungen steht Huhn als Letztglied. In der folgenden Tabelle wurden die Beispiele der Wortbildungen nach Bedeutungsgruppen sortiert. Die Wörter sind mit dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) verlinkt.
| 1. Huhn als Tierart (Haus- und Wildhühner) |
|---|
| Bankivahuhn, Bantamhuhn, Brahmahuhn, Haubenhuhn, Haushuhn, Italienerhuhn, Kammhuhn, Kotschinchinahuhn, Lachshuhn, Schopfhuhn, Seidenhuhn, Weißhuhn, Zigeunerhuhn, Zwerghuhn, ... |
| 2. Huhn als Nutzgeflügel (Zucht, Haltung, Landwirtschaft) |
| Batteriehuhn, Freilandhuhn, Hybridhuhn, Käfighuhn, Kampfhuhn, Landhuhn, Landhuhnrasse, Legehuhn, Masthuhn, Masthuhn, Rassehuhn, Stallhuhn, Zwienutzungshuhn, ... |
| 3. Huhn als Lebensmittel |
| Backhuhn, Brathuhn, Curryhuhn, Paprikahuhn, Perlhuhnbrust, Suppenhuhn, ... |
| 4. Huhn als Bezeichnung anderer Vogelarten |
| Auerhuhn, Binsenhuhn, Birkhuhn, Blässhuhn, Blesshuhn, Brahmaputrahuhn, Feldhuhn, Felsenhuhn, Flughuhn, Gabelhuhn, Großfußhuhn, Haselhuhn, Hokkohuhn, Königshuhn, Moorhuhn, Perlhuhn, Präriehuhn, Purpurhuhn, Puthuhn, Rackelhuhn, Raufußhuhn, Rebhuhn, Rothuhn, Satyrhuhn, Schneehuhn, Steinhuhn, Steißhuhn, Steppenhuhn, Sultanshuhn, Sumpfhuhn, Teichhuhn, Truthuhn, Waldhuhn, Wasserhuhn, Wildhuhn, ... |
| 5. Huhn als übertragene oder besondere Benennung |
| Gummihuhn, Leichenhuhn, Unglückshuhn, ... |
Deutlich häufiger kommt die Pluralform mit Umlaut, Hühner, in Wortbildungen vor. In der Wortbildung kommt die Pluralform (von wenigen Ausnahmen abgesehen) nur als Erstglied vor. In der folgenden Tabelle sind Beispiele für die Wortbildungen in Bedeutungsgruppen aufgelistet. Die Wörter sind mit dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) verlinkt.
| 1. Hühner als Tiere (Körperteile, Krankheiten, Verhalten) |
|---|
| Hühnerbein, Hühnerbiss, hühnerblind, Hühnerblut, Hühnerdarm, Hühnerdreck, Hühnerdung, Hühnerei, hühnereigroß, Hühnereiweiß, Hühnerfeder, Hühnergackern, Hühnergelege, Hühnergrind, Hühnergrippe, Hühnerhaufen, Hühnerkacke, Hühnerkadaver, Hühnerkamm, Hühnerkopf, Hühnerkot, Hühnerkralle, Hühnerküken, Hühnermist, Hühnerpest, Hühnerschar, Hühnerscheiße, Hühnervolk, ... |
| 2. Hühnerhaltung, Zucht und Landwirtschaft |
| Hühnerbaron, Hühnerbestand, Hühnerdieb, Hühnerfabrik, Hühnerfarm, Hühnerfutter, Hühnerhalter, Hühnerhaltung, Hühnerjagd, Hühnermast, Hühnerproduktion, Hühnerrasse, Hühnerschlachtung, Hühnerzucht, Hühnerzüchter, ... |
| 3. Hühner als Lebensmittel |
| Hühnerbouillon, Hühnerbraten, Hühnerbrühe, Hühnerbrust, Hühnerfilet, Hühnerfleisch, Hühnerfrikassee, Hühnergericht, Hühnerkeule, Hühnerklein, Hühnerkoch, Hühnerleber, Hühnerpaste, Hühnerragout, Hühnersalat, Hühnerschlegel, Hühnerschnitzel, Hühnerspieß, Hühnersuppe, ... |
| 4. Hühner als Lebensraum und Ausstattung |
| Hühnergehege, Hühnerhaus, Hühnerhof, Hühnerkäfig, Hühnerlatte, Hühnernest, Hühnerstall, Hühnerstange, Hühnersteige, Hühnertreppe, Hühnerzwinger, ... |
| 5. Hühner als andere Tier- oder Pflanzennamen |
| Hühnerfloh, Hühnergans, Hühnerhabicht, Hühnerlaus, Hühnervogel, ... |
| 6. Hühner in übertragenen oder bildlichen Benennungen |
| Hühnerauge, Hühneraugenpflaster, Hühnerbeige, Hühnerbucht, Hühnergott, Hühnerhaut, Hühner-KZ, Hühnerleid, Hühnermädchen, Hühnerposten, ... |
Redensarten und Sprichwörter mit „Huhn“
Hühner reagieren schnell auf ungewohnte Geräusche oder Gefahren. Deshalb stehen sie in vielen Redensarten für Unsicherheit, Angst und Orientierungslosigkeit.
- herumlaufen wie ein aufgescheuchtes Huhn
- wie ein kopfloses Huhn herumlaufen
- dastehen wie das Huhn vorm Messer
- wie ein nasses Huhn aussehen
Bedeutung: Die Redensarten beschreiben Menschen, die hektisch, ratlos, verängstigt oder hilflos wirken.
In einem Hühnerstall geht es oft laut und lebhaft zu. Viele Hühner laufen durcheinander und machen Geräusche.
- wie im Hühnerstall
- ein Hühnerhaufen sein
- ein Gegacker wie im Hühnerstall
Bedeutung: Die Redensarten beschreiben Unordnung, Lärm und durcheinanderes Verhalten.
Hühner gelten im Volksglauben nicht als besonders kluge Tiere. Deshalb entstanden einige Redensarten über Vergesslichkeit oder mangelndes Nachdenken.
- ein Hühnerhirn haben
- ein dummes Huhn sein
- hirnlos wie ein Huhn
Bedeutung: Die Redensarten beschreiben Menschen, die unüberlegt handeln oder als wenig klug gelten.
Hühner liefern Eier und waren früher für viele Familien besonders wertvoll. Deshalb entstanden Redensarten über Glück, Gewinn und Vorsicht.
- auch ein blindes Huhn findet einmal ein Korn
- das Huhn schlachten, das die goldenen Eier legt
- man soll die Hühner nicht zählen, bevor sie ausgeschlüpft sind
- lieber ein Ei heute als ein Huhn morgen
Bedeutung: Die Redensarten handeln von Glück, Nutzen, Geduld und vernünftigem Handeln.
Manche Sprichwörter beschreiben etwas, das niemals eintreten wird.
- wenn die Hühner Zähne hätten
Bedeutung: Etwas ist äußerst unwahrscheinlich oder praktisch unmöglich.
Die meisten Redensarten mit Huhn beziehen sich auf:
- Angst und Unsicherheit
- Lärm und Unordnung
- Dummheit oder Gedankenlosigkeit
- Eier, Glück und Nutzen
- Unwahrscheinliche Ereignisse
Das Huhn erscheint in der Sprache meist als einfaches Haustier des Alltags. Viele Redensarten spiegeln Beobachtungen wider, die Menschen über Jahrhunderte auf Bauernhöfen gemacht haben.
Gemeinsam betrachtet zeigen die Redensarten ein interessantes Bild:
- Der Hahn steht für Stolz, Macht und Aufmerksamkeit.
- Die Henne steht für Fürsorge, Eier und Schutz.
- Das Huhn steht für Alltag, Angst, Unordnung und Lebenserfahrung.
So ergänzen sich Hahn, Henne und Huhn in der deutschen Sprache zu einem ganzen Netz von Bildern und Vorstellungen.
Belege/Quellen
DWDS, Wiktionary, Wörterbuchnetz (hier vor allem Adelung, BDO, Grimm, Goethe, Krünitz), ZDL; Wikipedia, Duden-online (nicht werbefrei)
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Hai
Ein Hai ist ein großer Raubfisch, der in allen Meeren der Erde lebt. Das Wort schreiben wir mit ai. Diese ungewöhnliche Schreibung stammt wahrscheinlich aus einer nordischen Sprache. Auf dieser Seite kannst du mehr über das Nomen Hai erfahren.
| Warum schreibt man Hai mit ai, obwohl man doch ein ei hört? |
| H. G., Klasse 3, Köln |
Diskussion
| Das ist eine sehr kluge Frage. Wir hören ei und schreiben <ai>. Es gibt einige Wörter, die wir etwas anders schreiben, als wir es zunächst vermuten. Oft sind es ganz alte Wörter, die ihre Schreibung nie geändert haben, obwohl wir sie heute anders sprechen. Diese Wörter kann uns meist Herr Alt erklären. Es gibt aber auch Wörter, die wir aus anderen Sprachen übernommen haben. Hierfür ist Frau Fremd zuständig. Also liebe Kollegen, können Sie die Frage beantworten? | |
| Es kann sein, dass dies ein sehr altes Wort ist. In meinen alten Wörterbüchern habe ich aber keinen Hai gefunden. In meinen alten Wörterbüchern habe ich Formen gefunden, die auf nordische Sprachen zurückgehen. Liebe Frau Fremd: Wissen Sie woher das Wort kommt? | |
| Wahrscheinlich haben wir das Wort aus dem Niederländischen übernommen. Die Niederländer waren früher berühmte Seefahrer. Dort heißt der Fisch haai. Noch ältere verwandte Wörter finden wir in Island. Vermutlich bezeichnete das Wort ursprünglich einen Haken oder Pflock. Die spitze Rückenflosse eines Hais erinnert tatsächlich ein wenig an einen Haken. | |
| Der Hai ist ein Raubfisch. In Wortzusammensetzungen wird das Wort Hai manchmal auch übertragen verwendet. Dann meint es einen Menschen, der andere ausnutzt: | |
|
Weiterführende Informationen
Modellwortschatz
Das Wort Hai gehört zum Modellwortschatz.
Du kannst dir auch einige Fremdsprachen anhören.
Hinweise zum Wort Hai
| Bedeutung: | a) großer Raubfisch der Meere
b) übertragen: rücksichtsloser Mensch |
| Beispielsatz: | Der Hai schwamm ruhig durch das Wasser. |
| Wortinfo: | Wortart: Nomen, maskulin, der Hai
Worttrennung: - Aussprache: [haɪ̯] |
Wortformen
Das Wort Hai ist ein männliches Nomen.
| Singular | Plural | ||
|---|---|---|---|
| 1. Fall | Nominativ | der Hai | die Haie |
| 2. Fall | Genitiv | des Hais | der Haie |
| 3. Fall | Dativ | dem Hai | den Haien |
| 4. Fall | Akkusativ | den Hai | die Haie |
| Weiterführende Informationen zum Grundwort Hai |
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Info - Hai
Das Wort Hai wurde vermutlich aus dem Niederländischen übernommen. Seine weitere Herkunft führt wahrscheinlich in den nordgermanischen Sprachraum. Die Schreibung mit ai erklärt sich dadurch, dass das Wort kein ursprünglich deutsches Erbwort ist. Auf dieser Seite kannst du mehr über den Namen, die Herkunft und Schreibung dieses Fisches erfahren. außerdem findest du hier viele Wortbildungen und auch Beispiele für Hai in übertragener Bedeutung sowie Redensarten, die den Namen Hai aufgreifen.
Weiterführende Informationen zum Wort Hai
Modellwortschatz
Das Wort Hai gehört zum Modellwortschatz (siehe Karteikarte: Vorderseite, Rückseite).
Du kannst dir auch einige Fremdsprachen anhören.
Herkunft
| Entstehung: | ie. *k̑ā̌k-, *k̑ank- = Ast, Zweig, Pflock
|
Wortgeschichte
Aus dem germ. *hanh = spitzer Holzpflock entwickelte sich im isländischen hár die Doppelbedeutung Pflock, Dolle und Hai. Die Dolle ist die Halterung in der die Ruderblätter beim Ruderboot eingehängt werden. Diese Dolle war früher aus Holz und sah im Mittelalter bei den Wikingern noch ganz anders aus als bei uns heute. Schau dir einmal das Bild rechts an. Es zeigt die Keipe (so hieß die Dolle bei den Wikingern) eines Wikingerbootes. Und diese Keipe hat schon sehr viel Ähnlichkeit mit der Rückenflosse eines Hais. So ist diese Doppelbedeutung entstanden.
Die Niederländer waren über Jahrhunderte eine große Seefahrernation. Dort ist das nordische har bzw. haj bereits seit Mitte des 15. Jh. belegt (mnl. hay, nl. haai). Im deutschsprachigen Raum wurde das Wort aus den Niederlanden übernommen, zunächst Hay, später Hai. In Reiseberichten ist es seit Mitte des 17. Jh. belegt.
Wortbildungen
Wörterliste, Beispiele
Das Grundwort Hai kommt in vielen Wortbildungen vor. Besonders häufig sind Bezeichnungen einzelner Haiarten (Hai als Letztglied). Von den über 700 bekannten Haiarten enthalten rd. 500 Namen das Wort Hai. die folgende Tabelle enthält einige Beispiele, die zum größten Teil auch in Online-Wörterbüchern aufgeführt werden.
| Erstglied: | Haiangriff, Haifisch, Haifischbecken, Haifischflosse, Haifischflossensuppe, Haifischgebiss, Haifischhaut, Haifischmaul, Haifischmeer, Haifischteich, Haifischzahn, ... |
|---|---|
| Letztglied: | Ammenhai, Blauhai, Borneohai, Breitflossenhai, Bronzehai, Bullenhai, Dolchnasenhai, Dornhai, Eishai, Feinzahnhai, Fleckzahnhai, Galapagoshai, Gangeshai, Glatthai, Großnasenhai, Hammerhai, Hartnasenhai, Heringshai, Hornhai, Katzenhai, Koboldhai, Krokodilshai, Küstenhai, Lachshai, Menschenhai, Milchhai, Nasenhai, Pondicherryhai, Riesenhai, Riesenmaulhai, Sandbankhai, Sandtigerhai, Schildzahnhai, Schlafhai, Schlitzaugenhai, Schwarzfleckhai, Schwarzhai, Schwarznasenhai, Schweinsaugenhai, Seidenhai, Silberspitzenhai, Spatennasenhai, Speerzahnhai, Stachelhai, Stierkopfhai, Tigerhai, Urhai, Walbuchthai, Walhai, Weißnasenhai, Weißwangenhai, Zitronenhai, ... |
Bedeutungsgruppen
Die Namen der meisten Haie, die das Grundwort enthalten, können in fünf Bedeutungsgruppen geordnet werden. Somit ist diese Bezeichnung der Haie ein gutes Beispiel dafür, wie Tiere einer größeren Gruppe in der Biologie (deutsche Namen) benannt werden.
| 1. Körpermerkmale |
|---|
| Benennung nach Körperteilen, Form, Größe oder besonderen Merkmalen. |
| Beispiele: Breitflossenhai, Hammerhai, Großnasenhai, Riesenmaulhai, Speerzahnhai, Weißwangenhai |
| 2. Farbe oder Lebensraum |
| Benennung nach Färbung oder Lebensraum. |
| Beispiele: Blauhai, Bronzehai, Küstenhai, Sandbankhai, Eishai |
| 3. Ähnlichkeit mit anderen Tieren |
| Benennung nach Ähnlichkeiten zu anderen Tieren. |
| Beispiele: Bullenhai, Katzenhai, Krokodilshai, Tigerhai, Walhai |
| 4. Geografische Herkunft |
| Beispiele: Borneohai, Galapagoshai, Gangeshai, Pondicherryhai |
| 5. Sonstige zoologische Benennungen |
| Beispiele: Ammenhai, Koboldhai, Milchhai, Schlafhai, Urhai |
Hai in übertragener Bedeutung
Der Name Hai wird auch als Bild für einen rücksichtslosen Menschen verwendet. Hier ist der Hai als ein räuberischer Fisch der Namensgeber.
| Grundwort | Kurze Erläuterung |
|---|---|
| Finanzhai | Person, die andere im Finanzbereich rücksichtslos ausnutzt |
| Geldhai | besonders habgieriger Mensch |
| Immobilienhai | Person oder Unternehmen, das auf dem Immobilienmarkt andere ausnutzt |
| Kredithai | Person oder Firma, die Kredite zu unfairen Bedingungen vergibt |
| Miethai | Vermieter, der Mieter ausnutzt |
| Wohnungshai | Person oder Unternehmen, das Wohnungssuchende benachteiligt |
Redensarten
Das Wort Hai kommt nur sehr selten in Redensarten vor. Häufiger wird es in Vergleichen und in übertragener Bedeutungen verwendet.
| Redensart / Mehrwortausdruck | Kurze Beschreibung |
|---|---|
| ein großer Hai in der Finanzwelt | eine besonders mächtige, einflussreiche oder wohlhabende Person im Finanzwesen; oft mit dem Beiklang von Rücksichtslosigkeit oder Gewinnsucht |
| unter Haien schwimmen | sich in einer Umgebung bewegen, in der starke Konkurrenz herrscht und man ständig auf der Hut sein muss |
| ein Hai im Geschäftsleben | ein rücksichtsloser, durchsetzungsstarker Geschäftsmann oder Unternehmer, der vor allem auf den eigenen Vorteil bedacht ist |
| „Haie sind besser als ihr Ruf.“ | Hinweis darauf, dass Haie oft als gefährliche Monster gelten, tatsächlich aber meist weniger gefährlich sind als allgemein angenommen; häufig auch übertragen verwendet, um Vorurteile zu hinterfragen |
| sich unter die Haie wagen | sich bewusst in eine schwierige oder konkurrenzbetonte Situation begeben, in der man mit mächtigen oder skrupellosen Personen zu tun hat |
Belege/Quellen
Sprache: DWDS, Wiktionary, ZDL, Duden-online, Wörterbuchnetz hier vor allem BDO, Grimm, Goethe);
Wissen: Wikipedia: Haie, Systematik, Bilder/Audio/Video; Hai-Stiftung
Kinder: MiniKlexikon, Klexikon, PanaClub; Kindernetzt: SWR Kindernetz, Weißer Hai, Bambushai; Naturdetektive: Naturdetektive: Haie, Hammerhai, Katzenhai, Makohaie, Walhaie, Weißer Hai
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abhauen
{{{ZUSAMMENFASSUNG}}} <<Zusammenfassung zu dieser Seite - Textverständnis für Schüler Klasse 3 bis 6>>
| Wenn jemand abhaut (verschwindet), wird er dann gehauen ? |
| Johann, Klasse 2, Bremerhaven |
Diskussion
| Wenn früher ein Ritter in Gefahr geriet, dann trieb er sein Pferd mit kräftigen Schlägen an (er haute das Pferd), um möglichst schnell der Gefahr zu entkommen. So entstand in der Soldatensprache das Wort abhauen. Auch heute noch wird es in der Bedeutung von schnell weglaufen, verschwinden, sich davon machen verwendet, auch wenn dabei keiner mehr gehauen wird oder auf einem Pferd sitzt. | |
| Lieber Herr Wort, das ist eine sehr schöne Geschichte. Daran können sich Kinder sehr schön die Bedeutung weglaufen für das Verb abhauen merken. Allerdings stimmt die Geschichte nicht ganz.
Zunächst: Das Verb abhauen gab es schon im Mittelalter. Damals hieß es abahouwan. Aus aba ist die Vorsilbe ab- geworden und aus houwan das Verb hauen. Das alte Verb hatte die Bedeutung abschlagen, abschneiden oder abhacken. In den Mundarten, die in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz gesprochen werden, bedeutete hauen vor allem gehen, laufen, treten. Von diesem oberdeutschen Wort ist die Bedeutung weglaufen, verschwinden für das Verb abhauen entstanden. Erst vor rund einhundert Jahren ist das Wort abhauen in dieser Bedeutung in die hochdeutsche Umgangssprache übernommen worden. | |
| Wenn du mehr zum Verb hauen wissen möchtest so findest du interessante Hinweise auf der Wörterseite hauen. |
Weiterführende Informationen
Hinweise zum Verb abhauen
| Bedeutung: | 1. etwas abschlagen, abtrennen
2. umgangssprachlich: sich (heimlich) davonmachen, verschwinden |
| Beispielsatz: | 1. Er hieb den vertrockneten Ast mit der Axt vom Baum ab.
2. Als er mich sah haute er ganz schnell ab. |
| Wortinfo: | Wortart: Verb, Vorsilbe: ab-, Grundwort: hauen
Worttrennung: ab-hau-en Aussprache: [ˈapˌhaʊ̯ən] |
Wortformen
Das Wort abhauen ist ein Verb, dass aus der Vorsilbe (Präfix) ab- und dem Grundwort hauen zusammengesetzt ist. Es gibt zwei Bedeutungen: 1. etwas abtrennen und 2. verschwinden, weglaufen. In der ersten Bedeutung werden die Wortformen unregelmäßig gebildet (starkes Verb) und in der 2. Bedeutung regelmäßig (schwaches Verb).
1. Grundform: abhauen, Vergangenheit (Partizip II): abgehauen, Hilfsverb: haben
| abhauen = abschlagen
Hilfsverb: haben |
Gegenwart
(Präsens) |
1. Vergangenheit
(Präteritum) |
2. Vergangenheit
(Perfekt) sein | |
|---|---|---|---|---|
| Einzahl
(Singular) |
1. Person | ich haue ab | ich hieb ab | ich habe abgehauen |
| 2. Person | du haust ab | du hiebst ab | du hast abgehauen | |
| 3. Person | er/sie/es haut ab | er/sie/es hieb ab | er/sie/es hat abgehauen | |
| Mehrzahl
(Plural) |
1. Person | wir hauen ab | wir hieben ab | wir haben abgehauen |
| 2. Person | ihr haut ab | ihr hiebt ab | ihr habt abgehauen | |
| 3. Person | sie hauen ab | sie hieben ab | sie haben abgehauen | |
2. Grundform: abhauen, Vergangenheit (Partizip II): abgehauen, Hilfsverb: sein
Im süddeutschen Sprachraum werden die Wortformen regelhaft gebildet. Diese Wortformen wurden auch in die hochdeutschen Umgangssprache für die Bedeutung weglaufen, verschwinden übernommen.
| abhauen = weglaufen
Hilfsverb: sein |
Gegenwart
(Präsens) |
1. Vergangenheit
(Präteritum) |
2. Vergangenheit
(Perfekt) sein | |
|---|---|---|---|---|
| Einzahl
(Singular) |
1. Person | ich haue ab | ich haute ab | ich bin abgehauen |
| 2. Person | du haust ab | du hautest ab | du bist abgehauen | |
| 3. Person | er/sie/es haut ab | er/sie/es haute ab | er/sie/es ist abgehauen | |
| Mehrzahl
(Plural) |
1. Person | wir hauen | wir hauten | wir sind abgehauen |
| 2. Person | ihr haut ab | ihr hautet | ihr seid abgehauen | |
| 3. Person | sie hauen ab | hauten ab | sie sind abgehauen | |
Interessantes
Vielleicht kennst du das Wort Gassenhauer. Das ist ein Schlager der sehr bekannt und weit verbreitet ist. Ein Lied dass auf allen Straßen und in allen Gassen gesungen wird. Die Gasse war früher der unbefestigte Weg innerhalb einer Stadt. Die Straße hingegen der Weg von einer Stadt zur nächsten Stadt. Im zweiten Wortteil von Gassenhauer findest du das oberdeutsche Wort hauen in der Bedeutung gehen, laufen wieder.
Wer also durch die Gassen einer Stadt ging und dabei ein allen bekanntes Lied sang, der sang einen Gassenhauer. Dieses Wort wurde später in der Umgangssprache weitgehend vom Nomen Schlager (ab Ende des 19. Jh. verdrängt.
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hauen
Das Verb hauen bedeutet ursprünglich schlagen oder durch Schlagen bearbeiten. Doch viele Wortbildungen mit hauen haben heute ganz andere Bedeutungen. Wer abhaut, muss nichts schlagen, und wer beim Essen ordentlich reinhaut, schlägt auch nicht auf sein Essen ein. Auf dieser Seite erfährst du, wie diese unterschiedlichen Bedeutungen entstanden sind und warum wir hauen ohne h nach dem au schreiben.
Fragen von Schüler(innen)
| Warum schreiben wir hauen, bauen oder schauen ohne h? Wir schreiben doch auch leihen, Reihe und verzeihen mit h. |
| Die Antwort auf diese Frage findest du auf der Seite Wörter mit eih |
| Wenn ich zu jemanden sage: „Du sollst abhauen.“ dann will ich ihn doch nicht schlagen.
Meine Mutter sagt oft: „Du sollst dir das Essen nicht so reinhauen.“ Aber sie will mich doch dann gar nicht schlagen. Die Nachricht vom Tod meines Opas hat mich richtig umgehauen. ... |
| Zu den Wortbildungen von Verben wurden von Schüler(innen) viele Fragen zur Bedeutung gestellt. Die vom Verb hauen abgeleiteten Wortbildungen haben oft eine große Bedeutungsverschiebung durchgemacht, so dass der Zusammenhang mit hauen = schlagen heute nicht mehr erkennbar ist. |
Diskussion
| Hör einmal genau hin: hau-en, bau-en, schau-en. Nach dem Doppellaut au hören wir keinen besonderen Laut, den wir mit einem h schreiben müssten. Deshalb schreiben wir nach au kein h.
Bei Reihe, leihen und verzeihen ist das anders. Hier gehört das h zur geschriebenen Form des Wortes. Warum diese Wörter mit eih geschrieben werden, erfährst du auf der Seite Wörter mit eih. Für das Wort hauen kannst du dir also merken: Der Doppellaut au wird mit den beiden Buchstaben a und u geschrieben. Danach folgt direkt die Endung -en: hau-en. | |
| Die zweite Frage ist besonders interessant. Das Verb hauen bedeutete ursprünglich vor allem schlagen oder stoßen. Diese Bedeutung kannst du in vielen Wortbildungen noch gut erkennen: Wer einen Ast abhaut, trennt ihn durch Schläge ab. Wer eine Tür einhaut, schlägt sie mit großer Kraft ein. | |
| Aber Wörter können im Laufe der Zeit neue Bedeutungen bekommen. Das ist auch bei vielen Wortbildungen mit hauen geschehen. | |
| Wenn jemand abhaut, läuft er schnell weg. Wer sich das Essen reinhaut, isst sehr viel oder sehr schnell. Und wenn dich eine Nachricht umhaut, dann überrascht oder erschüttert sie dich sehr. | |
| Manchmal kann dasselbe Wort sogar unterschiedliche Bedeutungen haben: Der Holzfäller hieb einen Ast ab. Der Dieb dagegen haute schnell ab. Welche Bedeutung gemeint ist, erkennen wir am Zusammenhang des Satzes. | |
| Das ist doch praktisch! Wir müssen nicht für jede neue Bedeutung ein ganz neues Wort erfinden. Wir nehmen ein bekanntes Wort und setzen eine Vorsilbe davor. Und schon haben wir eine neue Bedeutung. | |
| Ganz genau! So funktionieren die Wortbildungen. Durch eine Vorsilbe verändert sich auch die Wortbedeutung und manchmal entsteht auch etwas ganz neues. | |
| Aus hauen sind auf diese Weise sehr viele Wörter entstanden: abhauen, draufhauen, einhauen, reinhauen, umhauen, weghauen und viele mehr. Ein einziges Grundwort hilft uns also dabei, viele verschiedene Dinge auszudrücken. Alle Wörter haben etwas mit der Grundbedeutung stoßen, schlagen gemeinsam: abhauen = einen Ast abschlagen, auf jemanden einhauen = ihn lange schlagen, auf etwas draufhauen = Mit dem Hammer auf einen Stein draufschlagen, usw. | |
| Das ist aber noch keine Antwort auf die Fragen der Kinder: abhauen = weglaufen, sich das Essen reinhauen, eine Nachricht, die mich umhaut usw. | |
| Das Verb hauen ist schon sehr alt. Im Mittelalter, also vor mehr als tausend Jahren, sagte man houwen. Schon damals bedeutete das Wort unter anderem schlagen und bearbeiten. Das w ist später weggefallen und aus dem o ist ein a geworden. So entstand unser Wort hauen. | |
| Auch die ungewöhnliche Vergangenheitsform ist alt. Die Germanen hatten für viele Verben zwei verschiedene Wörter: eins für die Gegenwart und ein anderes für die Vergangenheit. Daraus sind die unregelmäßigen Verben entstanden, zum Beispiel wir fahren – wir fuhren oder wir schreiben – wir schrieben. Genauso ist es beim Verb hauen und der Vergangenheitsform hieb: Er hieb den Ast ab. | |
| Bei übertragenen Bedeutungen verwenden wir dagegen häufig die regelmäßige Form mit -te: Der Dieb haute ab. oder Die Nachricht haute mich um. | |
| An diesen Wortformen können wir manchmal sogar erkennen, wie weit sich eine neue Bedeutung von der ursprünglichen Bedeutung schlagen entfernt hat. | |
| Die Verben umhauen und reinhauen gehören zur Wortfamilie von hauen. Ursprünglich bedeutet hauen, kräftig auf etwas oder jemanden zu schlagen. | |
| Bei umhauen kann durch einen Schlag etwas umfallen: Der Holzfäller haut den Baum um. Später wurde das Wort auch übertragen gebraucht. Etwas kann uns so stark überraschen oder beeindrucken, als würden wir davon umfallen: Das tolle Konzert hat mich umgehauen. | |
| Auch reinhauen hat verschiedene Bedeutungen. Man kann zum Beispiel einen Nagel ins Holz reinhauen. Umgangssprachlich bedeutet reinhauen aber auch kräftig essen oder sich sehr anstrengen: Nach der Wanderung haben wir ordentlich reingehauen. – Wir müssen uns bei der Arbeit richtig reinhauen. | |
| So sind aus der ursprünglichen Bedeutung „kräftig schlagen“ neue Bedeutungen entstanden, bei denen es vor allem um Kraft, Stärke und große Wirkung geht. | |
| Über das Verb abhauen hat mein Team schon vor einiger Zeit lange diskutiert. Wenn du mehr über die Bedeutung und Entwicklung des Wortes erfahren möchtest, dann findest du diese auf der Seite abhauen. |
Weiterführende Informationen
Modellwortschatz
Das Wort hauen gehört zum Modellwortschatz.
Du kannst dir auch einige Fremdsprachen anhören.
Hinweise zum Wort hauen
| Bedeutung: | a) mit der Hand, einem Werkzeug oder einem Gegenstand kräftig schlagen b) etwas durch Schläge bearbeiten, trennen oder verändern |
| Beispielsatz: | Der Holzfäller hieb mit der Axt auf den Stamm. |
| Wortinfo: | Wortart: Verb
Worttrennung: hau·en Aussprache: [ˈhaʊ̯ən] |
Wortformen
Das Verb hauen kann seine Vergangenheitsformen sowohl unregelmäßig als auch regelmäßig bilden. In der ursprünglichen Bedeutung schlagen ist die Form hieb üblich. Daneben kommt besonders umgangssprachlich auch die regelmäßige Form haute vor.
Grundform (Infinitiv): hauen, Vergangenheit (Partizip II): gehauen, Hilfsverb: haben
Bildung des unregelmäßigen Verbs:
| Gegenwart
(Präsens) |
1. Vergangenheit
(Präteritum) |
2. Vergangenheit
(Perfekt) | ||
|---|---|---|---|---|
| Einzahl
(Singular) |
1. Person | ich haue | ich hieb | ich habe gehauen |
| 2. Person | du haust | du hiebst | du hast gehauen | |
| 3. Person | er/sie/es haut | er/sie/es hieb | er/sie/es hat gehauen | |
| Mehrzahl
(Plural) |
1. Person | wir hauen | wir hieben | wir haben gehauen |
| 2. Person | ihr haut | ihr hiebt | ihr habt gehauen | |
| 3. Person | sie hauen | sie hieben | sie haben gehauen | |
Bildung des regelmäßigen Verbs:
| Gegenwart
(Präsens) |
1. Vergangenheit
(Präteritum) |
2. Vergangenheit
(Perfekt) | ||
|---|---|---|---|---|
| Einzahl
(Singular) |
1. Person | ich haue | ich haute | ich habe gehauen |
| 2. Person | du haust | du hautest | du hast gehauen | |
| 3. Person | er/sie/es haut | er/sie/es haute | er/sie/es hat gehauen | |
| Mehrzahl
(Plural) |
1. Person | wir hauen | wir hauten | wir haben gehauen |
| 2. Person | ihr haut | ihr hautet | ihr habt gehauen | |
| 3. Person | sie hauen | sie hauten | sie haben gehauen | |
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Weiterführende Informationen zum Wort hauen
Das Verb hauen gehört zu den sehr alten Wörtern der deutschen Sprache. Seine ursprüngliche Bedeutung ist schlagen, stoßen. Sprachgeschichtlich interessant ist die Bildung der Vergangenheitsform: Neben der alten starken Form hieb entwickelte sich die regelmäßige Form haute. Bei vielen Wortbildungen hängt die verwendete Form von der Bedeutung ab: In der ursprünglichen Bedeutung schlagen heißt es meist hieb, in übertragenen Bedeutungen dagegen häufig haute.
Aus dem Verb hauen sind zahlreiche Wortbildungen und verschiedene Nomen entstanden, darunter Hauer, Haue und Hieb. Viele dieser Wörter haben im Laufe der Zeit besondere oder übertragene Bedeutungen entwickelt. Auch in zahlreichen Redensarten und Mehrwortausdrücken kommt hauen vor, zum Beispiel in jemanden vom Hocker hauen, auf den Putz hauen oder hieb- und stichfest.
Informationen zum Wort
Modellwortschatz
Das Wort hauen gehört zum Modellwortschatz (siehe Karteikarte: Vorderseite, Rückseite). Du kannst dir auch einige [Fremdsprachen] anhören.
Herkunft
ie. *kāu-, *kəu- = hauen, schlagen ⇒ urgerm. hawaną
- ⇒ ahd. houwan, mhd. mnd. houwen = (ab-, ein-, nieder-, zer-)hauen, schlagen, stechen, behauen, bearbeiten
Wortgeschichte
| Bei hauen wurde der Wortstamm im Präteritum schon in germanischer Zeit anders gebildet als der Präsensstamm.
Diese Besonderheit des starken Verbs finden wir auch im Mittelalter. In althochdeutscher Zeit wurde das Präteritum der starken Verben durch Ablaute gebildet. Hier einige Beispiele: fahren - fuhr, greifen - griff, schreiben - schrieb, hauen - hieb. | |||||||||||||||||||||
| |||||||||||||||||||||
| Erst später entwickelte sich für Verben die Endung te für die Bildung des Präteritums. Die Bedeutungsveränderung führte bei vielen Wortbildungen des Verbs hauen auch zu einer Veränderung der Beugung. Daher ist das Wort hauen auch sprachgeschichtlich interessant.
In groben Zügen gilt: Für die Bedeutung schlagen bzw. durch schlagen verändern wird aus dem Präsens hauen im Präteritum hieb. Je weiter sich die Bedeutung der Wortbildung von der Grundbedeutung schlagen entfernt, desto häufiger wird die Beugung regelhaft, also haute (anstatt hieb) gebildet. Hier einige Beispiele:
Die folgende Wörterliste zum Verb ''hauen'' enthält viele weitere Beispiele. | |||||||||||||||||||||
Wörterlisten
Verbbildungen
Es gibt rund 35 Verbbildungen mit dem Grundwort hauen. Diese können fünf Bedeutungsgruppen zugeordnet werden (sh. Spalte 7 = Gr. und 8):
- schlagen, stoßen, treffen
- trennen, bearbeiten, zerstören
- essen, trinken, verbrauchen
- sprechen kritisieren, verraten, täuschen
- sonstige übertragene Bedeutungen
Die ersten beiden Bedeutungsgruppen sind von der Grundbedeutung des Verbs hauen (schlagen, stoßen) abgeleitet. In den allermeisten Fällen werden in diesen Bedeutungen die Wortformen unregelmäßig (im Präteritum = hieb) gebildet. Allerdings wird umgangssprachlich zunehmend auch die regelmäßige Konjugation (haute) verwendet. Bei den Bedeutungsgruppen 3 bis 5 wird hauen in übertragenem Sinn verwendet. Viele Verbbildungen kommen in unterschiedlicher Bedeutung vor. In der folgenden Tabelle wurde jeweils nur eine Bedeutung für die unregelmäßige und eine für die regelmäßige Wortform aufgeführt.
In der Spalte 7 findest du die Bedeutungsgruppe (1 bis 5), in Spalte 8 die Bedeutung und in Spalte 9 einen Beispielsatz. Weitere Wortbedeutungen zu jedem Verb findest du in der Quellenangabe (letzte Spalte): 1 = DWDS, 2 = Wiktionary, 3 = Duden-Grammatik, 4 = weitere Textquellen)
trennbar/nicht trennbar (sh. Spalten 2, 3) - Bei den meisten Wortbildungen wird dem Verb hauen ein Partikel vorangestellt (sh. Spalte 2). In Sätzen können diese Verbbildungen getrennt verwendet werden. Beispiel: abhauen - „Er hieb/haute ab.“ danebenhauen - „Er hieb/haute daneben.“ reinhauen - „Er hieb/haute rein.“ Wird das Verb hauen mit einem Präfix ergänzt, so ist diese Wortbildung nicht trennbar. Beispiel: behauen - „Die Steine wurden behauen.“ verhauen - „Er hat den Mitschüler verhauen.“ zerhauen - „Er zerhaute den Knoten.“
Konjugation (sh. Spalten 4, 5) - Die Wortformen (Konjugation) des Verbs hauen werden in der ursprünglichen Bedeutung (schlagen, stoßen) unregelmäßig und in den übertragenen Bedeutungen regelmäßig gebildet (siehe hierzu das Kapitel Wortgeschichte). In der Umgangssprache und regional wird anstelle von hieb zunehmend auch die regelmäßige Form haute verwendet.
Hilfsverb (sh. Spalte 6) -Das Hilfsverb ist - von wenigen Ausnahmen abgesehen - haben. In der ursprünglichen Bedeutung (schlagen, abhacken) wird das Verb transitiv verwendet. Demnach ist das Hilfsverb haben. Bei einigen Verben zeigt sich ein Bedeutungswandel zu fliehen, verschwinden. Hier wird das Verb intransitiv mit dem Hilfsverb sein verwendet. Beispiel: abhauen - „Einen Ast abhauen.“ - transitiv, Hilfsverb haben; abhauen - „Der Junge ist schnell abgehauen.“ - intransitiv, Hilfsverb sein.
Die folgende Tabelle ist sortierbar. Auf diese Weise kannst du z. B. schnell herausfinden, welche Wortbildungen trennbar oder nicht trennbar sind, welche Verben das Hilfsverb sein bilden oder welcher Bedeutungsgruppe einzelne Wortbildungen zugeordnet werden können.
| Verb | Partikel | trennbar | un-/regelm. | Präteritum | Hilfsverb | Gr. | Bedeutung | Beispielsatz | Quelle |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| abhauen | ab- | ja | unregelmäßig | hieb ab | haben | 2 | abhacken, abtrennen | Der Bauer hieb die trockenen Äste ab. | 1 2 3 4 |
| abhauen | ab- | ja | regelmäßig | haute ab | sein | 5 | fliehen, verschwinden | Der Dieb ist sofort abgehauen. | 1 2 3 |
| anhauen | an- | ja | unregelmäßig | hieb an | haben | 2 | anschlagen, einkerben | Der Zimmermann hieb eine Markierung ins Holz an. | 1 2 3 |
| anhauen | an- | ja | regelmäßig | haute an | haben | 4 | ansprechen, um etwas bitten | Auf dem Markt haute sie den Verkäufer direkt an. | 1 2 3 |
| aufhauen | auf- | ja | unregelmäßig | hieb auf | haben | 2 | aufspalten, öffnen | Mit der Axt hieb er den Stamm auf. | 1 3 |
| aufhauen | auf- | ja | regelmäßig | haute auf | haben | 4 | schlemmen, prassen | Er haut gern auf und erzählt von seinen Erfolgen. | 1 3 |
| aushauen | aus- | ja | unregelmäßig | hieb aus | haben | 2 | herausarbeiten, heraushauen | Der Bildhauer hieb die Figur aus dem Stein aus. | 1 3 |
| aushauen | aus- | ja | regelmäßig | haute aus | sein (haben) | 5 | ausreißen, fliehen | Das Pferd ist aus der Koppel ausgehauen. | 1 3 |
| behauen | be- | nein | unregelmäßig | behieb | haben | 2 | durch Hauen bearbeiten | Die Arbeiter behieben die Steine für die Mauer. | 1 2 3 |
| danebenhauen | daneben- | ja | unegelmäßig | hieb daneben | haben | 1 | vorbeischlagen, etwas nicht treffen | Diesmal hieb er knapp daneben. | 1 3 4 |
| danebenhauen | daneben- | ja | regelmäßig | haute daneben | haben | 5 | sich irren, falsch liegen | Mit seiner Schätzung hat er völlig danebengehauen. | 1 3 4 |
| dazwischenhauen | dazwischen- | ja | unregelmäßig | hieb dazwischen | haben | 1 | eingreifen, dazwischenfahren | Als eine kleine Gruppe der Protestierenden gewalttätig wurde, hieb die Polizei dazwischen. | 1 3 |
| dazwischenhauen | dazwischen- | ja | regelmäßig | haute dazwischen | haben | 5 | eingreifen, dazwischenfahren | Die Diskussion wurde immer chaotischer, sodass der Leiter dazwischenhauen musste. | 1 3 |
| draufhauen | drauf- | ja | unregelmäßig | hieb drauf | haben | 1 | schlagen | Der Schmied hieb mit dem Hammer auf das Eisen. | 1 3 |
| draufhauen | drauf- | ja | regelmäßig | haute drauf | haben | 4 | kritisieren | Die Zeitung haute kräftig auf die Regierung drauf. | 1 3 |
| dreinhauen | drein- | ja | unregelmäßig | hieb drein | haben | 1 | kräftig zuschlagen, dazwischenhauen | Er war kurz davor, kräftig dreinzuhauen. | 1 3 4 |
| dreinhauen | drein- | ja | regelmäig | haute drein | haben | 3 | kräftig essen | Beim Grillfest hauten alle ordentlich drein. | 1 3 4 |
| durchhauen | durch- | ja | unregelmäßig | hieb durch | haben | 2 | durchschlagen, durchtrennen | Der Holzfäller hieb den Ast mit einem Schlag durch. | 1 2 3 |
| durchhauen | durch- | ja | regelmäßig | haute durch | sein (haben) | 5 | fliehen, verschwinden | Die Gefangenen sind in der Nacht durchgehauen. | 1 2 3 |
| einhauen | ein- | ja | unregelmäßig | hieb ein | haben | 2 | einschlagen, eine Vertiefung schlagen | Der Steinmetz hieb seinen Namen in den Stein ein. | 1 2 3 |
| einhauen | ein- | ja | regelmäßig | haute ein | haben | 3 | kräftig essen | Nach dem Fußballspiel hauten die Kinder ordentlich ein. | 1 2 3 |
| entzweihauen | entzwei- | ja | unregelmäßig | hieb entzwei | haben | 2 | in zwei Teile schlagen | Mit einem kräftigen Schlag hieb er das Brett entzwei. | 1 2 3 |
| entzweihauen | entzwei- | ja | regelmäßig | haute entzwei | haben | 5 | die Meinung eines anderen zerpflücken | Er hat die Argumente seines Vorredners Stück für Stück entzweigehauen. | 1 2 3 4 |
| heraushauen | heraus- | ja | unregelmäßig | hieb heraus | haben | 2 | durch Hauen herauslösen | Der Arbeiter hieb einen Steinblock aus der Wand heraus. | 1 2 3 |
| heraushauen | heraus- | ja | regelmäßig | haute heraus | haben | 4 | spontan sagen, verraten | Im Ärger haute er das Geheimnis einfach heraus. | 1 2 3 |
| hereinhauen | herein- | ja | regelmäßig | haute herein | haben | 5 | kräftig arbeiten | Wenn wir fertig werden wollen, müssen wir jetzt richtig hereinhauen. | 1 3 4 |
| hereinhauen | herein- | ja | regelmäßig | haute herein | haben | 4 | jemanden ohrfeigen
jmd. denunzieren |
Im Streit haute er seinem Gegner eine herein. | 1 3 |
| herumhauen | herum- | ja | regelmäßig | haute herum | haben | 1 | ziellos um sich schlagen | Das verletzte Tier haute wild um sich herum. | 1 3 |
| herunterhauen | herunter- | ja | unregelmäßig | hieb herunter | haben | 2 | durch Hiebe herunterbringen, jmdn. Ohrfeigen | Der Waldarbeiter hieb den morschen Ast herunter. | 1 3 |
| herunterhauen | herunter- | ja | regelmäßig | haute herunter | haben | 5 | eine Schreibarbeit liederlich erledigen | Ich muss den Brief noch schnell herunterhauen. | 1 3 |
| hineinhauen | hinein- | ja | regelmäßig | haute hinein | haben | 5 | kräftig arbeiten | Vor dem Abgabetermin mussten alle noch einmal kräftig hineinhauen. | 1 3 |
| hineinhauen | hinein- | ja | regelmäßig | haute hinein | haben | 3 | kräftig essen | Beim Fest haute die ganze Familie tüchtig hinein. | 1 3 |
| hinhauen | hin- | ja | regelmäßig | haute hin | haben | 5 | gelingen, passen | Mit etwas Glück wird das schon hinhauen. | 1 3 |
| hinhauen | hin- | ja | regelmäßig | haute hin | haben | 5 | irgendwohin werfen oder legen | Er haute die Jacke einfach auf den Stuhl hin. | 1 3 |
| kaputthauen | kaputt- | ja | regelmäßig | haute kaputt | haben | 2 | durch Schläge zerstören | Die Vandalen hauten die Scheibe kaputt. | 1 3 |
| loshauen | los- | ja | unregelmäßig | hieb los | haben | 1 | anfangen zu schlagen | Nach dem Streit hieb er plötzlich los. | 1 3 |
| loshauen | los- | ja | regelmäßig | haute los | haben | 5 | beginnen, starten | Sobald alle da sind, können wir loshauen. | 1 3 4 |
| niederhauen | nieder- | ja | unregelmäßig | hieb nieder | haben | 1 | zu Boden schlagen, töten | Der Ritter hieb seinen Gegner mit einem Schlag nieder. | 1 2 3 |
| raushauen | raus- | ja | unregelmäßig | hieb raus | haben | 2 | durch Hauen herauslösen | Der Steinmetz hieb ein Stück aus dem Felsen raus. | 1 3 |
| raushauen | raus- | ja | regelmäßig | haute raus | haben | 3 | viel Geld ausgeben | Im Urlaub hat er sein ganzes Erspartes rausgehauen. | 1 3 |
| raushauen | raus- | ja | regelmäßig | haute raus | haben | 4 | spontan sagen, verraten | Ohne nachzudenken haute er die Antwort raus. | 1 3 |
| reinhauen | rein- | ja | regelmäßig | hieb rein | haben | 1 | kräftig zuschlagen | Im Kampf haute er mit voller Kraft rein. | 1 2 3 |
| reinhauen | rein- | ja | regelmäßig | haute rein | haben | 5 | sich anstrengen, arbeiten | Wenn wir pünktlich fertig werden wollen, müssen wir reinhauen. | 1 2 3 |
| reinhauen | rein- | ja | regelmäßig | haute rein | haben | 3 | kräftig essen | Nach der Wanderung hauten alle ordentlich rein. | 1 2 3 |
| runterhauen | runter- | ja | unregelmäßig | hieb runter | haben | 2 | durch Hiebe herunterbringen | Der Holzfäller hieb den Ast vom Baum runter. | 1 3 |
| runterhauen | runter- | ja | regelmäßig | haute runter | haben | 3 | schnell essen oder trinken | Vor der Abfahrt haute er noch schnell ein Brötchen runter. | 1 3 |
| runterhauen | runter- | ja | regelmäßig | haute runter | haben | 4 | heftig kritisieren | Der Journalist haute den Film in seiner Kritik runter. | 1 3 |
| umhauen | um- | ja | unregelmäßig | hieb um | haben | 2 | fällen, zu Boden schlagen | Der Holzfäller hieb die alte Eiche um. | 1 2 3 |
| umhauen | um- | ja | regelmäßig | haute um | haben | 4 | betrügen, übervorteilen | Der windige Händler hat seine Kunden umgehauen. | 1 2 3 |
| umhauen | um- | ja | regelmäßig | haute um | haben | 5 | stark beeindrucken, überraschen | Die Nachricht hat mich völlig umgehauen. | 1 2 3 |
| verhauen | ver- | nein | unregelmäßig | verhaut | haben | 1 | durch Schläge bestrafen | Früher wurden Kinder für kleine Fehler oft verhauen. | 1 2 3 |
| verhauen | ver- | nein | unregelmäßig | verhaut | haben | 2 | durch falsches Arbeiten verderben | Der Maler hat die ganze Wand verhaut. | 1 2 3 |
| verhauen | ver- | nein | unregelmäßig | verhaut | haben | 3 | Geld verschwenden | Für unnötige Dinge hat er sein ganzes Geld verhaut. | 1 2 3 |
| weghauen | weg- | ja | unregelmäßig | hieb weg | haben | 2 | mit einem Schlag entfernen | Er hieb den Ast mit einem Schlag weg. | 1 2 3 |
| weghauen | weg- | ja | regelmäßig | haute weg | haben | 3 | viel essen oder trinken | Nach dem Training haute er zwei große Portionen Nudeln weg. | 1 2 3 |
| weghauen | weg- | ja | regelmäßig | haute weg | haben | 5 | verschwiden, sich entfernen (regional | Nach dem Streit ist er einfach weggehauen. | 1 2 3 |
| zerhauen | zer- | nein | unregelmäßig | zerhieb | haben | 2 | durch Schläge zerstören oder zerteilen | Der Metzger zerhieb den Knochen mit einem Beil. | 1 2 3 |
| zerhauen | zer- | nein | regelmäßig | zerhaute | haben | 2 | mit einem Hieb zerstören | Er zerhaute den Knoten mit dem das Schiff befestigt war. | 1 2 3 |
| zuhauen | zu- | ja | regelmäßig | hieb zu | haben | 1 | schlagen, kräftig treffen | Der Angreifer hieb plötzlich mit aller Wucht zu. | 1 2 3 |
| zuhauen | zu- | ja | regelmäßig | haute zu | haben | 5 | eine Tür oder Öffnung kräftig schließen | Verärgert haute sie die Türe zu. | 1 2 3 |
| zuhauen | zu- | ja | regelmäßig | haute zu | haben | 5 | zugreifen, kaufen | Als das Sonderangebot erschien, haute er sofort zu. | 1 2 3 |
| zurechthauen | zurecht- | ja | regelmäßig | haute zurecht | haben | 4 | jemanden zurechtweisen, tadeln | Nach dem Vorfall haute der Chef den Mitarbeiter ordentlich zurecht. | 1 |
| zurechthauen | zurecht- | ja | regelmäßig | hieb zurecht | haben | 2 | durch Hauen passend machen oder formen | Der Steinmetz haute den Quader sorgfältig zurecht. | 1 |
| zurückhauen | zurück- | ja | regelmäßig | hieb zurück | haben | 1 | einen Schlag erwidern | Der Boxer ließ sich nicht einschüchtern und haute sofort zurück. | 1 2 |
| zurückhauen | zurück- | ja | regelmäßig | haute zurück | haben | 4 | eine Kritik erwidern | Auf die Vorwürfe haute der Politiker scharf zurück. | 1 2 |
| zusammenhauen | zusammen- | ja | unregelmäßig | hieb zusammen | haben | 2 | zusammenschlagen, zerstören | Die Vandalen hieben den Zaun zusammen. | 1 2 3 |
| zusammenhauen | zusammen- | ja | regelmäßig | haute zusammen | haben | 1 | jemanden verprügeln | Die Jugendlichen drohten, den Rivalen zusammenzuhauen. | 1 2 3 |
| zusammenhauen | zusammen- | ja | regelmäßig | haute zusammen | haben | 5 | hastig herstellen, improvisieren | Für das Schulfest haute die Klasse in kurzer Zeit eine kleine Bühne zusammen. | 1 2 3 |
Wenn du wissen möchtest, was ein Wort bedeutet, dann klicke auf das Wort. Du gelangst dann zum Online Wörterbuch Wiktionary. Wörter die in diesem Wörterbuch nicht vorkommen sind mit dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) verlinkt. Dort findest du Informationen zum Wort, zur Wortart, Bedeutung, Herkunft und Beispielsätze. Zu Wörtern die im Stammverzeichnis dieses Wörterbuches nicht eingetragen sind findest du im DWDS Beispielsätze und Informationen zur Häufigkeit dieses Wortes in verschiedenen Textkorpora.
Personenbezeichnung
Die Personenbezeichnungen vom Verb hauen haben verschiedene Bedeutungen: 1. Hauer = vor Ort arbeitender Bergmanns, regional häufig Häuer; selten die Weiblichkeitsform Hauerin bzw. Häuerin, hierfür meist Bergarbeiterin. 2. Hauer, Hauerin = synonym zu Winzer(in). Daneben heißt auch der Eckzahn des Keilers (männliches Wildschwein) Hauer.
Wortbildungen mit Hauer sind häufig Fachbegriffe aus der Bergmannssprache. In anderen Wortbildungen ist die Bedeutung meist aus dem Bestimmungswort leicht zu erschließen, wie z. B. Holzhauer, Weinbauer. Die mit Abstand häufigste Wortbildung kommt aus dem Bereich Kunst: der Bildhauer, die Bildhauerin.
| Wortbildungen aus der Bergmannssprache | |
|---|---|
| Bohrhauer, Ganghauer, Gedingehauer, Gedingehäuer, Gesteinshauer, Lehrhauer, Schachthauer, Schießhauer, Schrämmhauer, Strossenhauer, Zimmerhauer | |
| Sonstige Wortbildungen mit Hauer | |
| Feilenhauer, Fleischhauer, Fleischhauerei, Holzhauer, Steinhauer, Steinhauerverein, Weinhauer | |
| Hauer in übertragener Bedeutung | |
| Gassenhauer, gassenhauerisch | |
| Wortbildungen mit Bildhauer | |
| Erstglied: | Bildhauer, Bildhauerin, Bildhauerarbeit, Bildhaueratelier, Bildhauerei, Bildhauerfamilie, Bildhauergalerie, Bildhauerklasse, Bildhauerkunst, Bildhauerkurs, Bildhauermeister, Bildhauermuseum, Bildhauerschule, Bildhauersymposion, Bildhauersymposium, Bildhauerwerk, Bildhauerwerkstatt, Bildhauerzeichnung |
| Letztglied: | Hofbildhauer, Holzbildhauer, Lieblingsbildhauer, Metallbildhauer, Stadtbildhauer, Steinbildhauer, Steinbildhauer; Holzbildhauerei, Steinbildhauerei |
| Adjektiv/Verb: | bildhauerisch, bildhauern |
der Hieb, die Hiebe
Schon früh entwickelte sich aus dem Verb ahd. houwan das Nomen ahd. houwa, mhd. houwe = Haue (Gerät, mit dem die Erde aufgestoßen, gehauen wird). Dieses Nomen ist bis heute vor allem im süddeutschen Sprachraum gebräuchlich. Parallel hierzu gab es die Substantivierung mhd. hou = der Stoß, Schlag (hd. der Hau, die Haue). Ab dem 15. Jh. ist auch die Substantivierung vom Präteritum hou (= der Hieb, die Hiebe) belegt, zunächst in der Bedeutung Recht, in einem bestimmten Waldgebiet Holz zu schlagen (DWDS).
Zunehmend ersetzte das Nomen Hieb ab dem 16. Jh. die Substantivierung Hau. Diese kommt heute nur noch in der umgangssprachlichen Redewendung einen Hau haben vor (= nicht recht bei Verstand sein).
Wie beim Verb hauen so entwickelten sich auch beim Nomen Hieb viele verschiedene Bedeutungen. In der folgenden Tabelle sind Beispiele für Wortbildungen mit dem Nomen Hieb aufgeführt. Diese sind in Bedeutungsgruppen sortiert und mit verschiedenen Quellen verlinkt: Duden-online-Wörterbuch (nicht werbefrei), DWDS, Wikipedia Wiktionary, Wörterbuchnetz.
| 1. Waffenhiebe |
|---|
| Der erste Bestandteil bezeichnet das Instrument, mit dem gehauen wird. |
| Axthieb, Beilhieb, Degenhieb, Hiebwaffe, Klingenhieb, Kolbenhieb, Machetenhieb, Säbelhieb, Schwerthieb |
| 2. Körper- und Strafhiebe |
| Schläge von Menschen oder Tieren bzw. mit Schlaginstrumenten. |
| Boxhieb, Fausthieb, Geißelhieb, Gertenhieb, Knüppelhieb, Kolbenhieb, Peitschenhieb, Prankenhieb, Schnabelhieb, Stockhieb |
| 3. Kampf- und Fechtbegriffe |
| Bezeichnungen bestimmter Hiebe nach ihrer Ausführung oder Stellung in einer Schlagfolge. |
| Boxhieb, Degenhieb, Fechthieb, Kreuzhieb, Lufthieb, Nachhieb, Säbelhieb, Schwerthieb, Seitenhieb, Sekondhieb, Vorhieb |
| 4. Forstwirtschaft und Bodennutzung |
| Fachwörter für Holzeinschlag, Waldnutzung und vergleichbare Arbeiten. |
| Abhieb, Anhieb, Auszugshieb, Einhieb, hiebreif, Hiebsart, Hiebsatz, hiebsreif, Kahlhieb, Nachhieb, Plaggenhieb, Vorhieb |
| 5. Übertragene Bedeutungen |
| Bildliche oder fachsprachlich anders entwickelte Bedeutungen. |
| Anhieb, Einhieb, hiebfest, Hiebnummer, Hiebwunde, Hiebzahl, Kreuzhieb, Lufthieb, Pinselhieb, Raspelhieb, Seitenhieb, Todeshieb |
Redensarten/Zitate
Mehrwortausdrücke
Es gibt viele Mehrwortausdrücke mit dem Stichwort hauen. Diese können in fünf Bedeutungsgruppen geordnet werden:
- Schlagen und Gewalt
- Überraschen und Beeindrucken
- Kritisieren, Benachteiligen, Betrügen, etwas Vorwerfen
- Feiern, Angeben, Übertreiben
- sonstige Bedeutungen
Die folgende Tabelle gibt einige Beispiele für solche Mehrwortausdrücke. Diese sind mit dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) oder dem Online Wörterbuch Wiktionary verlinkt.
| Gr. | Redensart | Bedeutung |
|---|---|---|
| 1 | jemanden zu Klump hauen | jemanden heftig schlagen und verletzen |
| 1 | etwas in Klump hauen | etwas völlig zerstören oder beschädigen |
| 2 | jemanden vom Hocker hauen | jemanden stark überraschen, beeindrucken oder überwältigen |
| 2 | etwas haut jemanden aus den Latschen | etwas überrascht oder beeindruckt jemanden sehr |
| 2 | jemanden aus den Puschen hauen | jemanden stark beeindrucken oder überraschen |
| 2 | jemanden vom Stuhl hauen | jemanden sehr überraschen oder beeindrucken |
| 2 | vom Stuhl hauen | sehr überraschen oder begeistern |
| 3 | in die gleiche Kerbe hauen | dieselbe Meinung vertreten oder dieselbe Kritik wiederholen |
| 3 | jemandem das Hackl ins Kreuz hauen | jemandem schaden oder ihm Schwierigkeiten bereiten (österr.) |
| 3 | jemanden übers Ohr hauen | jemanden betrügen oder täuschen |
| 3 | jemandem etwas um die Ohren hauen | jemanden heftig mit Vorwürfen, Worten oder Tatsachen konfrontieren |
| 3 | jemanden, etwas in die Pfanne hauen | jemanden scharf kritisieren oder bloßstellen |
| 3 | jemanden vom Sockel hauen | das Ansehen einer Person stark mindern; jemanden entzaubern |
| 4 | auf die Kacke hauen | angeben, prahlen, übertreiben |
| 4 | Geld auf den Kopf hauen | Geld verschwenderisch ausgeben |
| 4 | sich die Nacht um die Ohren hauen | die ganze Nacht wach bleiben oder feiern |
| 4 | auf die Pauke hauen | ausgelassen feiern; auch: kräftig Werbung machen |
| 4 | auf den Pudding hauen | sich wichtigmachen, angeben (regional) |
| 4 | auf den Putz hauen | prahlen; auch: ausgelassen feiern |
| 4 | auf die Sahne hauen | übertreiben, besonders stark auftragen (umgangssprachlich) |
| 5 | sich aufs Ohr hauen | sich schlafen legen |
| 5 | in den Sack hauen | aufgeben, die Arbeit beenden, resignieren |
| 5 | Hauen und Stechen | heftiger Streit, Durcheinander oder Kampf |
| 5 | mit der Faust auf den Tisch hauen | energisch auftreten und seinen Willen durchsetzen |
Nur wenige der vielen Wortbildungen zum Verb hauen kommen auch in Mehrwortausdrücken vor. Die folgende Tabelle enthält die wichtigsten Redensarten. In der letzten Spalte sind verschiedene Quellen angegeben: 1 = DWDS, 2 = Wiktionary, 3 = Duden Online-Wörterbuch, 4 = redensarten-index (Quellen 3 und 4 sind nicht werbefrei).
| Wortbildung | Redensart | Bedeutung | Quellen |
|---|---|---|---|
| danebenhauen | danebengehauen haben | sich irren, mit einer Einschätzung falschliegen | 1 3 4 |
| draufhauen | immer feste draufhauen | ohne Zurückhaltung kräftig zuschlagen bzw. vorgehen | 1 3 |
| reinhauen | jemandem eine reinhauen | jemandem einen Schlag, besonders ins Gesicht, versetzen | 1 2 3 4 |
| reinhauen | Hau rein! / Haut rein! | kräftig essen; außerdem umgangssprachliche Abschiedsformel | 1 4 |
| hinhauen | Das haut hin. | das stimmt, passt, funktioniert oder gelingt | 1 4 |
| umhauen | Das haut mich um! | das überrascht oder beeindruckt mich sehr | 1 2 3 4 |
| weghauen | Das haut mich weg! | das überwältigt oder beeindruckt mich stark | 1 |
Zum Grundwort Hieb gibt es einige wenige Mehrwortausdrücke. Die folgende Tabelle enthält die wichtigsten. In der letzten Spalte sind verschiedene Quellen angegeben: 1 = DWDS, 2 = Wiktionary, 3 = Duden Online-Wörterbuch, 4 = redensarten-index (Quellen 3 und 4 sind nicht werbefrei).
| Wortbildung | Redensart | Bedeutung | Quellen |
|---|---|---|---|
| Hieb | einen Hieb haben | nicht recht bei Verstand sein; eine sonderbare Eigenart haben | 3 |
| Hieb | auf einen Hieb | auf einmal, mit einem Mal | 1 3 |
| Hieb | auf den ersten Hieb fällt kein Baum | ein größeres Vorhaben gelingt meist nicht sofort; man braucht Geduld | 3 |
| Anhieb | auf Anhieb | sofort; gleich beim ersten Versuch | 1 2 3 4 |
| hiebfest | hieb- und stichfest | so gut begründet bzw. abgesichert, dass es nicht widerlegt oder angegriffen werden kann | 1 2 3 4 |
| hiebfest | etwas hieb- und stichfest belegen | etwas überzeugend und unanfechtbar nachweisen | 1 2 3 4 |
Belege/Quellen
Belege und Quellen, die im Text oben verlinkt wurden, sind hier nicht noch einmal gesondert aufgeführt.
Modellwortschatz: Sommer-Stumpenhorst: Modellwortschatz,
Wortschatz: Sommer-Stumpenhorst: Gesamtwortschatz, Gerhard Augst: Wortfamilienwörterbuch, Korpus basierte Wortgrundformenliste DeReWo
Rechtschreibung: und Etymologie:
a) hauen:
DWDS, Wiktionary, ZDL; Duden-online (nicht werbefrei),
Wörterbuchnetz: Adelung, Campe, [1], Grimm-1, Goethe, Krünitz; BDO (mit vielen oberdeutschen regionalen Wortbildungen), PfWb, RhWB (mit Bedeutungen und Beispielen rheinischer Dialekte zu vielen Wortbildungen),
b) Hauer:
DWDS, Wiktionary, ZDL; Duden-online (nicht werbefrei),
Wörterbuchnetz: Adelung, Campe, Grimm-1, Krünitz; BDO (mit vielen oberdeutschen regionalen Wortbildungen), PfWb, WestfWb
c) Hieb:
DWDS, Wiktionary, ZDL; Duden-online (nicht werbefrei),
Wörterbuchnetz: Adelung, Campe, Grimm-1, Goethe), Krünitz; BDO, PfWb,
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jagen (Wortgruppe)
Die Wörter jagen, Jäger und Jagd gehören zu einer Wortfamilie. Am Wort Jagd kann man gut erkennen, dass wir ein Wort manchmal anders schreiben, als wir es sprechen. Die verwandten Wörter jagen und Jäger helfen uns, die Schreibung zu verstehen.
| Warum schreiben wir Jagd am Ende mit d? |
| Wir sprechen <jakt> und in der Mehrzahl die <jakten>. Warum schreiben wir dann Jagd? |
| Wir schreiben Der Jäger jagt das Reh. Hier sollen wir ein t schreiben. Warum sollen wir aber Jagd mit d schreiben? Das ist doch das Gleiche. Und das klingt auch gleich. |
| Thomas, Klasse 4, Berlin |
Diskussion
| Du hast genau hingehört. Am Ende von Jagd hören wir ein <t>, obwohl wir ein d schreiben. Das ist bei vielen Wörtern so: Ein d am Wortende sprechen wir wie ein <t>.
Die Aussprache vom Nomen Jagd ist recht ungewöhnlich. Wir sprechen nicht nur am Wortende ein <t>. Wir sprechen im Wortinneren auch ein <k>, obwohl wir ein g schreiben. Und noch etwas ist ungewöhnlich: Wir sprechen den Vokal <a> lang. In der Regel folgt auf einen lang gesprochenen Vokal nur ein einzelner Konsonant. Hier folgen jedoch zwei Konsonantenbuchstaben. Warum ist das so? Hier kann uns sicherlich Herr Alt weiterhelfen. | ||||||||||||||||||||
| Früher sprach und schrieb man das Nomen die Jagd = jagod. Hier war ganz deutlich ein langer Vokal, ein <d> und am Wortende ein <d> zu hören. Später hieß das Wort jagede oder etwas kürzer jaget. Hier veränderte sich mit der Aussprache auch die Schreibung am Wortende. Mit der Zeit wurde das e vor dem t am Wortende immer kürzer gesprochen, bis es schließlich gar nicht mehr hörbar war. Dann ließ man es auch beim Schreiben weg. So entstand das Wort Jagt. Nachdem der Buchdruck erfunden war besannen sich einige Drucker auf das alte Wort jagod und schrieben Jagd. Diese Schreibung hat sich dann mit der Zeit durchgesetzt. | ||||||||||||||||||||
| Bei den meisten Wörtern kannst du das <d> am Wortende hörbar machen. Hierzu musst du das Wort verlänger. Bei einem Nomen musst du die Mehrzahlt (den Plural) bilden: die Jagden. Beim Wort Jagd gibt es allerdings ein Problem. In vielen Regionen wird das Wort Jagden umgangssprachlich [ˈjaːktn̩], also mit <t> gesprochen. Hochdeutsch muss es aber [ˈjaːkdn̩] also mit <d> gesprochen werden.
Am einfachsten ist es, du merkst dir, wie das Wort gesprochen und geschrieben wird. Zum Glück kommt dieses Wort nicht so häufig vor. | ||||||||||||||||||||
| Lieber Karl, liebe Leonie, lieber Thomas,
ihr habt wirklich sehr kluge Fragen gestellt. Das Wort Jagd ist wirklich richtig sonderbar und kompliziert. Mit euren Fragen habt ihr mein Team ganz schön herausgefordert. Ich finde die Antworten von den Herren Wort und Alt ziemlich kompliziert. Dumm, dass euch am Ende nichts anderes übrig bleibt, als euch die Schreibung zu merken. Bleibt neugierig und stellt Fragen. | ||||||||||||||||||||
| Auch in anderen Sprachen gibt es Wörter mit der Bedeutung jagen, die auf das alte Wort jagod zurückgeführt werden können. Hier vier Sprachen und drei Wörter. Du wirst sofort die Gemeinsamkeiten erkennen. | ||||||||||||||||||||
|
Weiterführende Informationen
Modellwortschatz
Das Verb jagen gehört zum Modellwortschatz.
Du kannst dir auch einige Fremdsprachen anhören.
Das Wort Jäger gehört zum Modellwortschatz.
Du kannst dir auch einige Fremdsprachen anhören.
Hinweise zu den Wörtern
jagen
| Bedeutung: | ein Tier oder einen Menschen verfolgen; ein Tier verfolgen, um es zu fangen oder zu erlegen |
| Beispielsatz: | Der Fuchs jagt eine Maus. |
| Wortinfo: | Wortart: Verb <<bei Nomen Artikel hinzufügen>>
Worttrennung: ja-gen Aussprache: [ˈjaːɡn̩] |
Jäger
| Bedeutung: | Person, die Wild jagt |
| Beispielsatz: | Der Jäger beobachtet das Wild am Waldrand. |
| Wortinfo: | Wortart: Nomen, der Jäger <<bei Nomen Artikel hinzufügen>>
Worttrennung: Jä-ger Aussprache: [ˈjɛːɡɐ] |
Jagd
| Bedeutung: | das Verfolgen, Fangen oder Erlegen von Wild |
| Beispielsatz: | Die Jäger gingen am frühen Morgen auf die Jagd. |
| Wortinfo: | Wortart: Nomen, die Jagd <<bei Nomen Artikel hinzufügen>>
Worttrennung: Jagd Aussprache: [jaːkt] |
Wortformen
jagen
Das Verb jagen wird regelmäßig gebildet.
Grundform (Infinitiv): jagen, Vergangenheit (Partizip II): gejagt, Hilfsverb: haben oder sein
In der Regel wird die Vergangenheitsform (Perfekt) zum Verb jagen mit dem Hilfsverb haben gebildet. es gibt nur eine Ausnahme: Wird das Verb im Sinne von sich schnell fortbewegen, sich schnell bewegen, dann wird das Hilfsverb sein verwendet. Beispiele: Ich bin ganz schnell zur Haltestelle gejagt, um den Bus nicht zu verpassen. oder Die Wolken sind über den Himmel gejagt. oder ihr seid davongejagt, als ob der Teufel hinter euch her wäre.
| Gegenwart
(Präsens) |
1. Vergangenheit
(Präteritum) |
2. Vergangenheit
(Perfekt) haben |
2. Vergangenheit
(Perfekt) sein | ||
|---|---|---|---|---|---|
| Einzahl
(Singular) |
1. Person | ich jage | ich jagte | ich habe gejagt | ich bin gejagt |
| 2. Person | du jagst | du jagtest | du hast gejagt | du bist gejagt | |
| 3. Person | er/sie/es jagt | er/sie/es jagte | er/sie/es hat gejagt | er ist gejagt | |
| Mehrzahl
(Plural) |
1. Person | wir jagen | wir jagten | wir haben gejagt | wir sind gejagt |
| 2. Person | ihr jagt | ihr jagtet | ihr habt gejagt | ihr seid gejagt | |
| 3. Person | sie jagen | sie jagten | sie haben gejagt | sie sind gejagt | |
Jäger
Das Wort Jäger ist ein männliches Nomen. Die Mehrzahl lautet ebenfalls Jäger.
| Singular | Plural | ||
|---|---|---|---|
| 1. Fall | Nominativ | der Jäger | die Jäger |
| 2. Fall | Genitiv | des Jägers | der Jäger |
| 3. Fall | Dativ | dem Jäger | den Jägern |
| 4. Fall | Akkusativ | den Jäger | die Jäger |
Jagd
Das Wort Jagd ist ein weibliches Nomen. Die Mehrzahl lautet Jagden.
| Singular | Plural | ||
|---|---|---|---|
| 1. Fall | Nominativ | die Jagd | die Jagden |
| 2. Fall | Genitiv | der Jagd | der Jagden |
| 3. Fall | Dativ | der Jagd | den Jagden |
| 4. Fall | Akkusativ | die Jagd | die Jagden |
| Weiterführende Informationen zu den Wörtern jagen, Jäger, Jagd |
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Info - jagen (Wortgruppe)
Weiterführende Informationen zur Wortgruppe jagen
{{{ZUSAMMENFASSUNG}}} <<Zusammenfassung zu dieser Seite - Textverständnis für Lehrerinnen und Lehrer>>
Modellwortschatz
Das Wort jagen gehört zum Modellwortschatz (siehe Karteikarte: Vorderseite, Rückseite). Du kannst dir auch einige [Fremdsprachen] anhören.
Das Wort Jäger gehört zum Modellwortschatz (siehe Karteikarte: Vorderseite, Rückseite). Du kannst dir auch einige [Fremdsprachen] anhören.
Herkunft der Wörter
Etymologie
jagen
ie. *i̯agh- = nachjagen, begehren (unklar, erschlossen); urgermanisch: *jagōþ- (nur westgermanisch, sh. etymologiebank.nl)
- ahd. jagōn, mhd. jagen = seit mhd. Zeit in vielen verschiedenen Bedeutungen, z. B. treiben, verfolgen, hastig eilen, in die Flucht schlagen, auf der Jagd sein
Jäger
ie. *i̯agh- = nachjagen, begehren (unklar, erschlossen); urgermanisch: *jagōþ- (nur westgermanisch, sh. etymologiebank.nl)
- ahd. jagāri, mhd. jegere, jeger = wer auf Jagd geht, im 18. Jh. auch leichtbewaffneter Soldat, Militärpolizist
Jagd
ie. *i̯agh- = nachjagen, begehren (unklar, erschlossen); urgermanisch: *jagōþ- (nur westgermanisch, sh. etymologiebank.nl)
- ahd. jagôd, mhd. jagede, jaget nhd. jagt, jagd
Regiolekte
Das althochdeutsche jagōn (jagen) ist in alten Schriften belegt. Im Spätmittelalter, als in den Klöstern zunehmend Texte in der regionalen Aussprache geschrieben wurden, finden sich viele verschiedene regionale Aussprache- und Schreibvarianten. So sind in der Mittelhochdeutschen Begriffsdatenbank (MHD-BDB) zum Verb jagen 70, zum Nomen Jäger 33 und zum Nomen Jagd 23 Aussprachevarianten verzeichnet. Hier einige Beispiele zum Nomen Jagd: jagat, jagât, jagde, jagenes, jaget, jagt, jegde, jeide, jeit. All diese Varianten werden regional auch mit i statt j geschrieben.
Mit der Erfindung des Buchdrucks reduzierten sich zunehmend auch die Vielfalt der Schreibungen. Viele Drucker übernahmen die Schreibungen der Bibelveröffentlichungen. Sie wollten sozusagen "ein Stück Kuchen" von der großen Verbreitung der Bibelübersetzungen mitnehmen. Andererseits übernahmen auch die Buchdrucker der Bibel gelegentlich weit verbreitete Schreibungen einzelner Wörter wie die Beispiele im folgenden Kapitel zeigen.
Wortgeschichte Jagd
Die Entwicklung vom ahd. jagôd hin zum hochdeutschen Jagd erstreckte sich über einen langen Zeitraum. Mehr als tausend Jahre gab es mehrere Schreibungen, die von Druckerei zu Druckerei unterschiedlich gehandhabt wurden.
Im Althochdeutschen Wörterbuch sind die Schreibungen jagôd und iagode belegt. Im Mittelhochdeutschen Wörterbuch sind verschiedene Schreibungen verzeichnet: jaget, jeit, jagede , jegede , jeide und auch gejagede , gejegede , gejeide. Ab dem Neuhochdeutschen Wörterbuch und im Deutschen Wörterbuch von Grimm (DWB) finden wir jagd; in der Enzyklopädie von Krünitz (Bd. 28, 1791) und den Wörterbüchern von Adelung (1801) und Goethewörterbuch dann Jagd.
Bei Martin Luther findet sich in der ersten Übersetzung des Alten Testaments die Schreibung iaged (1523). Diese Schreibung ändert sich von jaged (1528) über jaget (1534), Jagt (1681) hin zu Jagd (1826). In anderen gedruckten Büchern setzt sich hingegen schon sehr viel früher die Schreibung Jagd (1639) durch. Hierbei werden die Zwischenstufen, die wir in der Entwicklung der Lutherbibeln sehen können, übersprungen: von jaged nach Jagd. Hier einige Textbeispiele (Klicke auf das Bild, um die Ansicht zu vergrößern.):
Interessant ist, dass in den Bibelübersetzungen bei einigen Druckereien bis Anfang des 19. Jh die Schreibung Jagt vorkam. In der weit verbreiteten Canstein Bibel findet sich hingegen vermutlich schon ab der 30. Auflage 1736 die Schreibung jagd. In anderen Druckwerken finden wir bereits 100 Jahre früher (Anfang des 17. Jahrhunderts) die Schreibung mit d. Diese Schreibung dominierte ab Mitte des 17. Jh. (sh. Micraelius 1639). Ab Anfang des 18. Jh. trat die Schreibung mit t nur noch vereinzelt auf (siehe Rohr 1718).
Jagd und Jacht
Verb übernimmt schon früh (mhd.) die heutige Form; Nomen bleibt lange bei der germanischn Form; dann setzt sich die niederdeutsch Form (ch anstatt h) durch
| Grundwort | Verbalabstaktum | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Verb | germ. | ahd. | mhd. | Nomen | heutige Bed. | germ. | ahd. | mhd. | mnd. |
| jagen | wg. *jagōn- | jagōn | jagen | Jagd | Jagdtätigkeit | *jagōþ- (?) | jagōd | jaget, jeit | jacht |
| biegen | *beuganą | biogan | biegen | Bucht | Biegung → Bucht | *buhti, *buhtiz | - | vom mnd. übernommen | bucht |
| fliegen | *fleugan | fliegen | fliegen | Flucht | Flug/Schwarm/Reihe | *fluhti- | fluht | vluht | vlucht |
| mögen | *mag | magan, mugan | mügen, mugen | Macht | vermögen → Macht | *mahti- | maht, afries. macht | maht | macht |
| pflegen | wg.*plegan | phlegan | phlegen | Pflicht | für etwas einstehen → Pflicht | *plehti- | pleta, phlitha | phliht | plicht |
| schlagen | *slahaną | slahan | slahen | Schlacht | schlagen → Kampf | *slahti- | slahta | slaht | slacht |
| sehen | *sehwan | sehan | sëhen | Sicht | Sehen → Sicht | *sehwti-, *sehwtiz | siht | siht | sicht |
| tragen | *draganą | tragan | tragen | Tracht | das Getragene → Kleidung | *drahti- ? | trahta | trahte, traht | dracht |
| wägen | *wegan | wegan | wägen | Gewicht | Wägen/Wiegen → Gewicht | *wehti-, *wehtiz | giwihti | gewiht(e) | gewicht |
| ziehen | *teuhan | ziohan | ziehen | Zucht | Ziehen → Aufziehen → Zucht | *tuhti- | zuht | zuht | tocht, tucht |
| klieben | *kleubaną | klioban, chliuban | klieben, kliube | Kluft | Spaltung → Felsspalte | *klufti- | kluft | kluft | kluft |
Wörterlisten
Das Verb jagen ist das Grundwort für das Nomen Jagd und die Personalformen Jäger und Jägerin. Zum Grundwort jagen gibt es 26 Wortbildungen mit Präfixen. Vom Nomen Jagd können mehr als 200 Kompositionen gebildet werden, vom Wort Jäger etwa 140 Wortbildungen. Die folgende Wörterliste enthält diese Wortbildungen, die nach Bedeutungsunterschieden gruppiert sind.
| jagen | abjagen, aufjagen, auseinanderjagen, bejagen, dahinjagen, davonjagen, durchjagen, einjagen, erjagen, fortjagen, herjagen, herumjagen, hinaufjagen, hinausjagen, hineinjagen, hinterherjagen, hinunterjagen, hochjagen, losjagen, nachjagen, rausjagen, umherjagen, verjagen, vorbeijagen, wegjagen, zurückjagen |
| Jäger/in | Jägerin, Jägerei, Adjektive: jägergrün, jägerisch |
| Fachbegriffe Jäger, Jagd, Verband, Beruf: Allwetterjäger, Alpenjäger, Berufsjäger, Beutejäger, Bezirksjägermeister, Bezirksjägertag, Bundesjägertag, Eiszeitjäger, Freizeitjäger, Hobbyjäger, Jägerart, Jägerball, Jägerbude, Jägerbursche, Jägerchor, Jägerhaus, Jägerhof, Jägerhut, Jägerkultur, Jägerlatein, Jägerlied, Jägerndorf, Jägerprüfung, Jägerrock, Jägerschaft, Jägerschlag, Jägersmann, Jägersprache, Jägerstamm, Jägerstand, Jägerverband, Jägerverein, Jägervereinigung, Jungjäger, Kollektivjäger, Kreisjägermeister, Kreisjägerschaft, Landesjägermeister, Landesjägerschaft, Leibjäger, Nachtjäger, Oberjäger, Reichsjägermeister, Revierjäger, Sonntagsjäger, Steinzeitjäger | |
| Jemand, der ein bestimmtes Tier jagt: Bärenjäger/in, Fischjäger/in, Fuchsjäger/in, Gämsenjäger/in, Großwildjäger/in, Hasenjäger/in, Insektenjäger/in, Kammerjäger/in, Löwenjäger/in, Mammutjäger/in, Mäusejäger/in, Pelzjäger/in, Pelztierjäger/in, Rentierjäger/in, Robbenjäger/in, Waljäger/in, Wolfsjäger/in | |
| Jemand, der eine Person jagt: Agentenjäger/in, Frauenjäger/in, Hexenjäger/in, Kommunistenjäger/in, Kopfgeldjäger/in, Mafiajäger/in, Menschenjäger/in, Mitgiftjäger/in, Nazijäger/in, Sklavenjäger/in, Terroristenjäger/in, Vampirjäger/in, Verbrecherjäger/in | |
| Jemand, der einer Sache (Idee etc.) nachjagt: Andenkenjäger/in, Autogrammjäger/in, Bilderjäger/in, Geisterjäger/in, Genjäger/in, Glücksjäger/in, Nachrichtenjäger/in, Plagiatsjäger/in, Pornojäger/in, Postenjäger/in, Profitjäger/in, Quotenjäger/in, Renditejäger/in, Schnäppchenjäger/in, Souvenirjäger/in, Trophäenjäger/in | |
| Begriffe aus dem Sport (z. B. einem Ball nachjagen): Dopingjäger/in, Rekordtorjäger, Toptorjäger/in, Torjäger, Torjägerkanone, Torjägerkrone, Torjägerliste, Torjägerqualität, Trophäenjäger, Weitenjäger, Welttorjäger | |
| Begriffe aus dem Bereich Militär: Abfangjäger, Düsenjäger, Fallschirmjäger, Fallschirmjägerbataillon, Fallschirmjägereinheit, Fallschirmjägergeneral, Fallschirmjägerregiment, Fallschirmjägertruppe, Feldjäger, Gebirgsjäger, Gebirgsjägerbataillon, Gebirgsjägerbrigade, Grenzjäger, Jägerbataillon, Jägerbrigade, Jägerkaserne, Jägerregiment, Jägertruppe, Kampfjäger, Panzerjäger, Panzerjägerkompanie | |
| Jäger im übertragenen Sinne: Ämterjäger, Jägerzaun, Schürzenjäger, Zeitenjäger | |
| Lebensmittel: Jägermeister, Jägerschnitzel, Landjäger | |
| Jagd | Grundwort: Jagdaufseher, Jagdausflug, Jagdausübung, Jagdfalke, Jagdgeschichte, Jagdgöttin, Jagdhofkeller, Jagdhund, Jagdhütte, Jagdjahr, Jagdmethode, Jagdpartie, Jagdpech, Jagdplanung, Jagdsaison, Jagdsignal, Jagdsitz, Jagdstrecke, Jagdstück, Jagdszene, Jagdtag, Jagdtechnik, Jagdterrier, Jagdtrieb, Jagdtrophäe, Jagdunfall, Jagdverein, Jagdvergnügen, Jagdwagen, Jagdwesen, Jagdwild, Jagdzeit, Jagdzeitschrift, Jagdzeug |
| Bestimmungswort: Beizjagd, Drückjagd, Falkenjagd, Herbstjagd, Hochjagd, Hofjagd, Hubertusjagd, Kesseljagd, Korbjagd, Kreisjagdgruppe, Kreisjagdmeister, Nachtjagd, Parforcejagd, Pirschjagd, Reitjagd, Schleppjagd, Skijagd, Sonderjagd, Treibjagd, Unterwasserjagd | |
| Adjektive: jagdausübungsberechtigt, jagdbar, jagdberechtigt, jagdkundlich, jagdlich, jagdrechtlich | |
| Sortierung der Wörter nach Themenbereichen | |
| Jäger (Was Jäger zur Jagd brauchen, machen usw.): Jagdanzug, Jagdeifer, Jagdfieber, Jagdflinte, Jagdfreund, Jagdgast, Jagdgehilfe, Jagdgenosse, Jagdgerät, Jagdgesellschaft, Jagdgewehr, Jagdglück, Jagdherr, Jagdhorn, Jagdhornbläser, Jagdhornbläsergruppe, Jagdhornbläserkreis, Jagdhorngruppe, Jagdinstinkt, Jagdkamerad, Jagdklub, Jagdkollege, Jagdkollektiv, Jagdleidenschaft, Jagdleiter, Jagdlied, Jagdlust, Jagdmann, Jagdmesser, Jagdmotiv, Jagdmusik, Jagdreiter, Jagdtourist, Jagdvorsteher, Jagdwaffe, Jagdzauber, Jagdzug | |
| Jagd (Jagdrecht, Verordnungen, Vorgaben usw.): Bundesjagdgesetz, Eigenjagdbezirk, Jagdbehörde, Jagdbetrieb, Jagdbezirk, Jagdbogen, Jagderlaubnis, Jagdfeld, Jagdfrevel, Jagdgebiet, Jagdgehege, Jagdgenossenschaft, Jagdgesetz, Jagdgrenze, Jagdgrund, Jagdinspektor, Jagdkarte, Jagdkunde, Jagdlizenz, Jagdpacht, Jagdpächter, Jagdpachtvertrag, Jagdprüfung, Jagdrecht, Jagdrevier, Jagdschein, Jagdschutz, Jagdschutzverband, Jagdschutzverein, Jagdsteuer, Jagdverband, Jagdverbot, Jagdverordnung, Jagdverpachtung, Jagdverwaltung, Jagdwilderei, Landesjagdgesetz, Landesjagdverband, Sonderjagdgebiet, Staatsjagdgebiet | |
| Was wird gejagt? | |
| Jagd auf bestimmte Tiere: Bärenjagd, Beutejagd, Büffeljagd, Elchjagd, Elefantenjagd, Entenjagd, Fallenjagd, Fuchsjagd, Großwildjagd, Hasenjagd, Hirschjagd, Hühnerjagd, Jagdbeute, Kaninchenjagd, Löwenjagd, Mäusejagd, Moorhuhnjagd, Rattenjagd, Reiherjagd, Robbenjagd, Saujagd, Schnepfenjagd, Tigerjagd, Vogeljagd, Waljagd, Wildschweinjagd, Wolfsjagd | |
| Jagd auf eine Sache (Idee, Ziel etc.): Aufholjagd, Autogrammjagd, Autojagd, Fotojagd, Punktejagd, Quotenjagd, Rekordjagd, Schnäppchenjagd, Titeljagd, Torejagd, Torjagd, Trophäenjagd, Weltrekordjagd | |
| Jagd auf Personen: Ausländerjagd, Diplomatenjagd, Gangsterjagd, Ganovenjagd, Geisterjagd, Gespensterjagd, Hetzjagd, Hexenjagd, Kopfjagd, Menschenjagd, Mörderjagd, Piratenjagd, Polizeijagd, Spitzeljagd, Terroristenjagd, Verbrecherjagd, Verfolgungsjagd | |
| sonstige Wortbildungen: Jagdhaus, Jagdmuseum, Jagdsaal, Jagdschloss, Jagdspringen, Jagdwurst, Jagdzimmer, Schnitzeljagd | |
| Militär: Jagdbomber, Jagdbombergeschwader, Jagdflieger, Jagdflugzeug, Jagdgeschwader, Jagdpanzer, Jagdstaffel, Minenjagdboot |
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jagen
Das Verb jagen ist das Grundwort für das Nomen Jagd und die Personalformen Jäger und Jägerin. Zum Grundwort jagen gibt es über 30 Wortbildungen mit Partikeln oder Präfixen. Das Verb jagen ist ein schwaches Verb. Die Konjugation für alle Verbbildungen ist regelmäßig mit dem Hilfsverb haben. Die Wortbildungen mit Präfixen sind untrennbar, die Bildungen mit Partikeln sind trennbar.
| Präfixe | bejagen, erjagen, verjagen |
| Partikel | abjagen, anjagen, aufjagen, auseinanderjagen, dahinjagen, davonjagen, durchjagen, einjagen, fortjagen, heranjagen, herjagen, herumjagen, hinaufjagen, hinausjagen, hineinjagen, hinjagen, hinterdreinjagen, hinterherjagen, hinunterjagen, hinwegjagen, hochjagen, losjagen, nachjagen, rausjagen, reinjagen, runterjagen, umherjagen, vorbeijagen, wegjagen, zujagen, zurückjagen |
Jäger
Vom Wort Jäger etwa 200 Wortbildungen. Bei den meisten Wortbildungen steht das Wort Jäger als Letztglied und bezeichnet somit in den meisten Fällen eine Person. Im Prinzip kann bei jeder Wortbildung in der Jäger eine konkrete Person bezeichnet die gleiche Wortbildung auch als Weiblichkeitsform gebildet werden. In deutschsprachigen Wörterbüchern ist das jedoch nur sehr selten der Fall. In allen ausgewerteten Wörterbüchern konnten nur acht Wörter mit -jägerin als Letztglied gefunden werden: Autogrammjägerin, Kammerjägerin, Kopfjägerin, Korbjägerin, Menschenjägerin, Nazijägerin, Schnäppchenjägerin, Skijägerin, Spielzeugjägerin, Torjägerin.
Die folgenden beiden Wörterlisten enthalten Wortbildungen zum Grundwort Jäger, die nach Bedeutungsunterschieden gruppiert sind.
| 1. Personen, Gemeinschaften und Organisationen |
|---|
| Personen, Berufsgruppen, Vereine und Zusammenschlüsse von Jägern |
| Jägerbursche, Jägermeister, Jägerschaft, Jägersleute, Jägersmann, Jägerstamm, Jägerstand, Jägerverband, Jägerverein, Jägervereinigung, Jägervolk |
| 2. Militär und historische Truppen |
| Militärische Einheiten, Verbände und historische Jägertruppen |
| Jägerbataillon, Jägerbrigade, Jägerkaserne, Jägerregiment, Jägertruppe |
| 3. Kleidung, Ausrüstung und Gebäude |
| Kleidung, Ausrüstung, Häuser und Einrichtungen der Jäger |
| Jägerbude, Jägerhaus, Jägerhof, Jägerhut, Jägerkaserne, Jägerrock, Jägertracht |
| 4. Kultur, Brauchtum und Sprache |
| Traditionen, Lieder, Sprache, Erzählungen und Bräuche der Jäger |
| Jägerart, Jägerball, Jägerchor, Jägerei, Jägerglaube, Jägerkultur, Jägerlied, Jägerschlag, Jägersprache, Jägerstamm, Jägerstand, Jägertracht, Jägervolk |
| 5. Sonstige oder übertragene Bedeutungen |
| Ortsnamen, Zäune und andere übertragene oder besondere Verwendungen |
| Jägerehre, Jägerei, Jägerherz, Jägerlatein, Jägerndorf, Jägerpech, Jägerprüfung, Jägerrecht, Jägerschnitzel, Jägerzaun |
| 6. Eigenschaftswörter |
| Adjektive zu Jäger |
| jägergrün, jägerhaft, jägerisch |
| 1. Jäger bestimmter Tiere |
|---|
| Personen, die bestimmte Tierarten jagen |
| Aasjäger, Bärenjäger, Bisonjäger, Fasanenjäger, Fischjäger, Fuchsjäger, Gämsenjäger, Gämsjäger, Großwildjäger, Hasenjäger, Insektenjäger, Kopfjäger, Krokodiljäger, Löwenjäger, Mäusejäger, Pelztierjäger, Rentierjäger, Robbenjäger, Schlangenjäger, Skalpjäger, Walfischjäger, Waljäger, Wolfsjäger |
| 2. Jagdform, Beruf und jagdliche Funktion |
| Berufsjäger, Freizeitjäger und andere jagdliche Rollen |
| Berufsjäger, Beutejäger, Freizeitjäger, Hobbyjäger, Hofjäger, Jungjäger, Kammerjäger, Kollektivjäger, Leibjäger, Parforcejäger, Pelzjäger, Revierjäger, Sonntagsjäger, Trophäenjäger, Unterwasserjäger |
| 3. Militär, Polizei und Technik |
| Militärische Truppen, Flugzeuge, Schiffe und andere technische Fachbegriffe |
| Abfangjäger, Allwetterjäger, Begleitjäger, Düsenjäger, Fallschirmjäger, Feldjäger, Gebirgsjäger, Grenzjäger, Kampfjäger, Landjäger, Luftüberlegenheitsjäger, Nachtjäger, Panzerjäger, Skijäger, Strahljäger, Tagjäger, Torpedojäger, Überschalljäger, U-Boot-Jäger, Unterwasserjäger |
| 4. Verfolger von Menschen |
| Agentenjäger, Dopingjäger, Hexenjäger, Kommunistenjäger, Kopfgeldjäger, Kopfjäger, Mafiajäger, Menschenjäger, Nazijäger, Plagiatsjäger, Skalpjäger, Sklavenjäger, Steuerjäger, Terroristenjäger, Verbrecherjäger |
| 5. Jäger nach Dingen, Erfolgen oder Vorteilen |
| Übertragene Bedeutungen: Streben nach Gegenständen, Geld, Ruhm oder anderen Zielen |
| Abbruchjäger, Ämterjäger, Andenkenjäger, Autogrammjäger, Beutejäger, Bilderjäger, Frauenjäger, Genjäger, Glücksjäger, Korbjäger, Mädchenjäger, Mitgiftjäger, Nachrichtenjäger, Plagiatsjäger, Pornojäger, Postenjäger, Profitjäger, Quotenjäger, Rekordjäger, Rekordtorjäger, Renditejäger, Schnäppchenjäger, Schürzenjäger, Sensationsjäger, Souvenirjäger, Speckjäger, Spielzeugjäger, Stellenjäger, Steuerjäger, Toptorjäger, Torjäger, Trophäenjäger, Weitenjäger, Welttorjäger |
| 6. Organisation, Rang und Verwaltung |
| Ämter, Titel, Organisationen und Rangbezeichnungen des Jagdwesens |
| Bezirksjägermeister, Bezirksjägertag, Bundesjägertag, Kreisjägermeister, Kreisjägerschaft, Landesjägermeister, Landesjägerschaft, Oberjäger, Reichsjägermeister |
| 7. Geschichtliche und kulturgeschichtliche Bezeichnungen |
| Historische Jägergruppen oder kulturgeschichtliche Begriffe |
| Alpenjäger, Eiszeitjäger, Hofjäger, Landjäger, Leibjäger, Mammutjäger, Steinzeitjäger |
| 8. Mythologie, Fantasie und Übernatürliches |
| Jäger übernatürlicher Wesen oder fiktiver Objekte |
| Alienjäger, Geisterjäger, Hexenjäger, Monsterjäger, Phantomjäger, UFO-Jäger, Vampirjäger, Zeitenjäger |
Jagd
Vom Nomen Jagd können mehr als 200 Kompositionen gebildet werden, vom Wort Jäger etwa 140 Wortbildungen. Die folgende Wörterliste enthält diese Wortbildungen, die nach Bedeutungsunterschieden gruppiert sind.
| 1. Personen und Organisationen |
|---|
| Personen, Berufsgruppen, Vereine oder Zusammenschlüsse, die mit der Jagd zu tun haben |
| Jagdaufseher, Jagdberater, Jagdfreund, Jagdfrevler, Jagdgast, Jagdgefolge, Jagdgegner, Jagdgehilfe, Jagdgenosse, Jagdgesellschaft, Jagdgruppe, Jagdherr, Jagdinspektor, Jagdkamerad, Jagdklub, Jagdkollege, Jagdkollektiv, Jagdleiter, Jagdmann, Jagdmannschaft, Jagdpächter, Jagdprüfling, Jagdreiter, Jagdtourist, Jagdverband, Jagdverein, Jagdverwalter, Jagdvorstand, Jagdvorsteher |
| 2. Jagdgebiete und Bauwerke |
| Orte, Gebäude und Einrichtungen, an denen die Jagd stattfindet oder die ihr dienen |
| Jagdbezirk, Jagdbude, Jagdfeld, Jagdgebiet, Jagdgehege, Jagdgrenze, Jagdgrund, Jagdhaus, Jagdhof, Jagdhütte, Jagdkanzel, Jagdpavillon, Jagdrevier, Jagdsaal, Jagdschloss, Jagdsitz, Jagdstuhl, Jagdzimmer |
| 3. Ausrüstung, Waffen und Hilfsmittel |
| Kleidung, Waffen, Werkzeuge, Fahrzeuge, Hunde und andere Hilfsmittel der Jagd |
| Jagdanzug, Jagdausrüstung, Jagdbogen, Jagdchaise, Jagdflinte, Jagdgerät, Jagdgewehr, Jagdhabit, Jagdhorn, Jagdkalesche, Jagdkleid, Jagdmesser, Jagdnetz, Jagdpfeil, Jagdsignal, Jagdspeer, Jagdstiefel, Jagdstock, Jagdtasche, Jagdwaffe, Jagdwagen, Jagdzeug |
| 4. Recht, Verwaltung und Organisation |
| Jagdrecht, Genehmigungen, Behörden, Verwaltung und gesetzliche Regelungen |
| Jagdbann, Jagdbehörde, Jagdberechtigung, Jagdbezirk, Jagderlaubnis, Jagdfrevel, Jagdgerechtigkeit, Jagdgerechtsame, Jagdgesetz, Jagdgrenze, Jagdhoheit, Jagdkarte, Jagdlizenz, Jagdordnung, Jagdpacht, Jagdpachtvertrag, Jagdpass, Jagdpatent, Jagdprüfung, Jagdrecht, Jagdregal, Jagdschein, Jagdschutz, Jagdsteuer, Jagdverbot, Jagdvergehen, Jagdverordnung, Jagdverpachtung, Jagdverwaltung, Jagdwesen |
| 5. Jagdhandlung und Jagdpraxis |
| Durchführung der Jagd, Methoden, Techniken und einzelne Jagdvorgänge |
| Jagdausübung, Jagdbetrieb, Jagdgewohnheit, Jagdmethode, Jagdplanung, Jagdtechnik |
| 6. Tiere und Beute |
| Jagdtiere, Beutetiere und speziell für die Jagd eingesetzte Tiere |
| Jagdbeute, Jagdfalke, Jagdfasan, Jagdhund, Jagdinstinkt, Jagdleopard, Jagdross, Jagdspaniel, Jagdspinne, Jagdstück, Jagdterrier, Jagdtier, Jagdtrieb, Jagdverhalten, Jagdwild |
| 7. Erlebnisse, Gefühle und Ergebnisse |
| Emotionen, Erfolge, Misserfolge, Erlebnisse und Folgen der Jagd |
| Jagdabenteuer, Jagdbegebenheit, Jagdeifer, Jagderfolg, Jagderlebnis, Jagdfieber, Jagdglück, Jagdleidenschaft, Jagdlust, Jagdpech, Jagdschaden, Jagdstrecke, Jagdtrophäe, Jagdunfall, Jagdvergnügen |
| 8. Kultur, Brauchtum und Geschichte |
| Geschichten, Musik, Kunst, Museen, Traditionen und gesellschaftliche Aspekte der Jagd, auch im übertragenen Sinn |
| Jagdanekdote, Jagdausdruck, Jagdbegebenheit, Jagdfrühstück, Jagdgeleit, Jagdgeschichte, Jagdgott, Jagdgöttin, Jagdhorn, Jagdkunde, Jagdlied, Jagdmotiv, Jagdmuseum, Jagdmusik, Jagdruf, Jagdsignal, Jagdszene, Jagdwesen, Jagdzauber, Jagdzeitschrift, Jagdwurst, Jagdzug |
| 9. Zeit, Veranstaltungen und Reisen |
| Zeitangaben, Jagdausflüge, Reisen und Veranstaltungen rund um die Jagd |
| Jagdausflug, Jagdgesellschaft, Jagdjahr, Jagdpartie, Jagdreise, Jagdrennen, Jagdsaison, Jagdspringen, Jagdtag, Jagdtourismus, Jagdtourist, Jagdzeit |
| 10. Militär |
| Wörter, bei denen Jagd im Militär, vor allem in der Luftwaffe, verwendet wird |
| Jagdbomber, Jagdflieger, Jagdflugzeug, Jagdgeschwader, Jagdkommando, Jagdmaschine, Jagdpanzer, Jagdstaffel |
| 1. Jagd auf Tiere |
|---|
| Jagd auf bestimmte Tierarten oder Wildgruppen |
| Bärenjagd, Biberjagd, Bisonjagd, Büffeljagd, Dachsjagd, Eberjagd, Elchjagd, Elefantenjagd, Entenjagd, Fuchsjagd, Gänsejagd, Großwildjagd, Hasenjagd, Hirschjagd, Hühnerjagd, Jaguarjagd, Kängurujagd, Kaninchenjagd, Löwenjagd, Mäusejagd, Moorhuhnjagd, Murmeltierjagd, Pantherjagd, Rattenjagd, Rebhuhnjagd, Reiherjagd, Robbenjagd, Saujagd, Schakaljagd, Schlangenjagd, Schnepfenjagd, Tigerjagd, Trappenjagd, Truthahnjagd, Vogeljagd, Waljagd, Waschbärenjagd, Wildjagd, Wildschweinjagd, Wolfsjagd |
| 2. Jagdart und Jagdmethode |
| Art der Jagd, Jagdtechnik oder verwendetes Hilfsmittel |
| Balzjagd, Beizjagd, Beutejagd, Bogenjagd, Büchsenjagd, Drückjagd, Erdjagd, Falkenjagd, Fallenjagd, Fangjagd, Gatterjagd, Hetzjagd, Hochjagd, Hüttenjagd, Kesseljagd, Klopfjagd, Kollektivjagd, Korbjagd, Lockjagd, Niederjagd, Parforcejagd, Pirschjagd, Reitjagd, Schleppjagd, Sonderjagd, Streifjagd, Treibjagd, Trophäenjagd, Unterwasserjagd |
| 3. Zeit, Ort und Organisation der Jagd |
| Zeitliche, räumliche oder organisatorische Formen der Jagd |
| Frühlingsjagd, Herbstjagd, Hofjagd, Nachtjagd |
| 4. Übertragene Jagd auf Menschen |
| Verfolgung oder Suche nach Menschen oder Personengruppen |
| Ausländerjagd, Autojagd, Diplomatenjagd, Gangsterjagd, Ganovenjagd, Hetzjagd, Hexenjagd, Kopfjagd, Menschenjagd, Mörderjagd, Piratenjagd, Polizeijagd, Sklavenjagd, Spitzeljagd, Terroristenjagd, Verbrecherjagd, Verfolgungsjagd |
| 5. Übertragene Jagd auf Dinge, Ziele oder Erfolge |
| Streben nach Gegenständen, Erfolgen oder abstrakten Zielen |
| Ämterjagd, Aufholjagd, Autogrammjagd, Bücherjagd, Erntejagd, Fotojagd, Geisterjagd, Gespensterjagd, Hexenjagd, Kopfjagd, Monsterjagd, Pflanzenjagd, Punktejagd, Quotenjagd, Rekordjagd, Schnäppchenjagd, Titeljagd, Torejagd, Torjagd, Trophäenjagd, Weltrekordjagd |
| 6. Recht, Verwaltung und Jagdorganisation |
| Jagdrecht, Verbände, Behörden und Verwaltungsbegriffe |
| Bundesjagdgesetz, Eigenjagdbezirk, Kreisjagd, Kreisjagdgruppe, Kreisjagdmeister, Landesjagdgesetz, Landesjagdverband, Sonderjagdgebiet, Staatsjagdgebiet |
| 7. Brauchtum, Sport und Spiel |
| Jagd als Brauchtum, Wettkampf oder Spiel |
| Autojagd, Geisterjagd, Gespensterjagd, Hofjagd, Hubertusjagd, Lappjagd, Monsterjagd, Moorhuhnjagd, Parforcejagd, Reitjagd, Schleppjagd, Schnipseljagd, Schnitzeljagd, Skijagd |
| 8. Eigenschafts- und Fachadjektive |
| Adjektive zu Jagd, Jagdrecht oder Jagdkunde |
| jagdausübungsberechtigt, jagdbar, jagdberechtigt, jagdgerecht, jagdkundig, jagdkundlich, jagdlich, jagdrechtlich |
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Redensarten/Zitate
Zum Verb jagen gibt es einige Redensarten/Sprichwörter/Mehrwortausdrücke. Diese lassen sich auf drei Kernbedeutungen des Verbs jagen zurückführen:
- A. (Wild) verfolgen und treiben, nach etwas streben
- Insbesondere im Zusammenhang mit dem Nomen Jagd ergeben sich viele Mehrwortausdrücke, die sehr produktiv sind, z. B. Jagd nach Geld, Jagd nach Macht, Jagd nach Ruhm, Jagd nach Frieden, Jagd nach Wahrheit, Jagd nach Quoten, Jagd nach Rekorden, Jagd nach Rohstoffen, Jagd nach Aufmerksamkeit, Jagd nach Likes ...
- B. jemanden oder etwas hetzen, vertreiben oder fortschicken
- In diese Bedeutungsgruppe fallen die meisten gebräuchlichen Redewendungen mit dem Verb jagen, zum Beispiel: zum Teufel jagen, zum Kuckuck jagen, vom Hof jagen, aus dem Haus jagen, in die Flucht jagen, ins Bockshorn jagen
- C. etwas schnell oder mit großer Kraft bewegen
- Beispiele für vor allem regionale Redewendungen: in Panik jagen, in Angst jagen, in die Höhe jagen, durch den Kopf jagen, durch die Kehle jagen, über den Haufen jagen
Die folgende Tabelle gibt einige Beispiele solcher Redensarten wieder. Die letzte Spalte enthält die Quelle. Im Kapitel "Belege/Quellen" findest du einige Links zu weiteren Redensarten und Mehrwortausdrücke,
| Nr. | Mehrwortausdruck | Bedeutung | Gr. | Herkunft / Erläuterung | Quelle |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | etwas in die Luft jagen | etwas sprengen und dadurch zerstören | C | Etwas wird durch die Sprengkraft heftig nach oben bzw. auseinandergetrieben. | 4 |
| 2 | Damit kannst du mich jagen! / Mit etwas kann man jemanden jagen. | Das mag jemand überhaupt nicht; damit erregt man seinen Widerwillen. | B | Die ungeliebte Sache würde die Person gleichsam vertreiben. | 4 |
| 3 | etwas durch die Kehle jagen | etwas sehr schnell hinunterschlucken oder hinuntertrinken | C | Speise oder Getränk wird hastig durch die Kehle „getrieben“. | 4 |
| 4 | das Geld durch die Gurgel jagen | Geld für Essen und vor allem für Trinken verschwenden | C | Das Geld wird bildlich zusammen mit Speisen oder Getränken durch die Kehle verbraucht. | 5 |
| 5 | jemanden zum Jagen tragen (müssen) | jemanden erst mühsam dazu bewegen müssen, das zu tun, was eigentlich von ihm erwartet wird | A | Bild eines Jagdhundes, der so unwillig ist, dass man ihn sogar zur Jagd tragen muss. | 4 |
| 6 | den Hund zum Jagen tragen (müssen) | jemanden zu seiner eigenen Aufgabe antreiben müssen | A | Ursprüngliches konkretes Bild der vorgenannten Wendung. | 1 |
| 7 | jemanden zum Teufel jagen | jemanden wütend oder grob fortschicken | B | Der unerwünschte Mensch soll möglichst weit weg, bildlich „zum Teufel“. | 1 |
| 8 | jemanden zum Kuckuck jagen | jemanden verärgert fortschicken oder wegwünschen | B | Kuckuck dient wie in anderen Fluch- und Verhüllungsformeln als milderer Ersatz für Teufel. | 5 |
| 9 | jemanden ins Bockshorn jagen | jemanden einschüchtern, verunsichern oder in Angst versetzen | B | Die Herkunft ist ungeklärt. Duden nennt als mögliche Erklärung eine Umdeutung aus mhd. hame „Hülle“ und verweist auf einen alten Brauch. | 1 |
| 10 | sich [nicht] ins Bockshorn jagen lassen | sich [nicht] einschüchtern oder verwirren lassen | B | Reflexive Form der vorhergehenden Wendung; heute besonders häufig verneint. | 1 |
| 11 | eine Sau durchs Dorf jagen/treiben | ein Thema oder eine Person öffentlichkeitswirksam und meist übertrieben in den Mittelpunkt stellen | C | Das konkrete Bild ist das öffentliche Treiben eines Tieres durch das Dorf; heute wird ein Thema durch Öffentlichkeit und Medien „getrieben“. | 1 |
| 12 | jemanden/etwas über den Jordan jagen | jemanden töten bzw. etwas vernichten oder zugrunde richten | B | Der Jordan wird in christlich geprägter Bildsprache als Grenze zum Jenseits verstanden. | 5 |
| 13 | einen Bob in die Bahn jagen | einen Bob kraftvoll starten bzw. in die Bahn setzen | C | Sportsprachliche Verbindung: Der Bob wird mit Schwung in Bewegung gesetzt. | 5 |
| 14 | bei diesem Wetter keinen Hund vor die Tür jagen | das Wetter ist so schlecht, dass man niemandem zumuten möchte hinauszugehen | B | Übertreibendes Bild: Nicht einmal ein Hund soll hinausgeschickt werden. | 1 |
| 15 | Wer Grillen jagt, wird Grillen fangen. | Wer trüben Gedanken oder einer bestimmten Vorstellung nachgeht, findet immer neue Gründe dafür; allgemein auch: Wer sucht, wird etwas Entsprechendes finden. | A | Grillen bedeutete historisch auch wunderliche Gedanken, Launen oder Grübeleien; das Sprichwort spielt zugleich mit der wörtlichen Insektenjagd. | 1 |
| 16 | Viele Jäger sind des Hasen Tod. | Viele gleichzeitige Verfolger oder Gegner machen eine Niederlage wahrscheinlich. | A | Bild der Übermacht mehrerer Jäger gegenüber einem einzelnen Hasen. | 1 |
Es gibt viele Beispiele für die Verwendung dieser Redensarten und Mehrwortausdrücke in der Literatur, in Zeitschriften, dem Internet und selbst in vielen Reden von Politikern im deutschen Bundestag.
| Stichwort | Zitat | Autor | Jahr | Quelle |
|---|---|---|---|---|
| jagen | „Adler jagen keine Fliegen.“ (türkisch: Kartal sinek avlamaz.) | Türkisches Sprichwort | o. J. | Quelle |
| jagen | „Die meisten jagen so sehr dem Genusse nach, dass sie an ihm vorbeilaufen.“ | Søren Kierkegaard | Mitte 19.Jh. | Quelle |
| jagen | „Katzen jagen keine Mäuse, um Gott zu gefallen.“ | Afghanisches Sprichwort | o. J. | Quelle |
| jagen | „Wenn die Chinesen unsere Wissenschaft gelernt haben, jagen sie eines Tages die Europäer fort …“ | Gottfried Wilhelm Leibniz | ca. 1697 | Quelle |
| Jagd | „Kein Mann, der etwas Rechtes auf der Welt zu tun hat, besitzt Geld und Zeit genug für eine so lange, kostspielige Jagd wie die Jagd auf Frauen.“ | Bernard Shaw | vor 1950 | Quelle |
| Jagd | „Die Liebe ist eine Jagd, bei welcher der Jäger vom Wild verfolgt wird.“ | Alphonse Karr | 19. Jh. | Quelle |
| Jagd | „Es wird niemals so viel gelogen wie vor der Wahl, während des Krieges und nach der Jagd.“ | Louis_Constanz_Berger | 1829-1891 | Quelle |
| Jagd | „Nirgends strapaziert sich der Mensch mehr als bei der Jagd nach Erholung.“ | Jean Paul | Anfang 19. Jh. | Quelle |
| Jäger | „Wo ein Jäger lebt, können zehn Hirten leben, hundert Ackerbauer und tausend Gärtner.“ | Alexander von Humboldt | 19. Jh. | Quelle |
| Jäger | „Es gibt nur die Gejagten und die Jäger, die Emsigen und die Müden.“ | F. Scott Fitzgerald | vor 1940 | Quelle |
| Jäger | „Wenn der Jäger die Hoffnung verliert, gibt es keine Beute.“ | Lappländisches Sprichwort | o. J. | Quelle |
Wer sich für weitere Zitate und Aphorismen interessiert finden entsprechende Linkbeispiele im Kapitel Belege/Quellen.
Belege/Quellen
Herkunft:
DWDS, duden, Wiktionary, Wörterbuchnetz
jagen: DWDS, Duden-online, Wiktionary, Wörterbuchnetz: Adelung, Campe, BDO, Goethe, Grimm, Lexer, MHD-BDB,
Jäger: DWDS, Duden-online, Wiktionary
Jagd: DWDS, Duden-online, Wiktionary
Jagd, Etymologie: etymologiedatenbank.nl, Althochdeutsches Wörterbuch (AHW, Splett), Althochdeutsches Wörterbuch Bd. 4, Sp. 1775 bis 1781, Mittelhochdeutsches Wörterbuch (Mainz), Mittelhochdeutschen Wörterbuch (Lexer.), Mittelhochdeutsches Wörterbuch (Beneke, Müller, Zarncke), Frühneuhochdeutschen Wörterbuch, Mittelniederdeutsches Wörterbuch (MNWb), Mittelniederdeutsches Handwörterbuch (LW, Lübben, Walter),
Jagd, Regiolekte: Adelung (1801), Bayerns Dialekte Online (BDO), Goethewörterbuch, Deutschen Wörterbuch von Grimm (DWB), Oekonomische Encyklopädie von J. G. Krünitz (Bd. 28, 1791), Rheinisches Wörterbuch (RhWb), Mecklenburgisches Wörterbuch (MeckWb), Mittelhochdeutsch Begriffsdatenbank (MHD-BDB), Mittelniederdeutsches Handwörterbuch (LW), Pfälzisches Wörterbuch (PfWB), Südhessisches Wörterbuch (SHWb), Westfälisches Wörterbuch WestWb)
Jagd, Beispiele aus alten Buchdrucken: a) Lutherbibel (1. Buch Moses, Kap. 27 Abs.30): Lutherbibel, Verlag Lotter, Wittenberg, 1523, Verlag Lufft, Wittenberg 1534 , 1736 Verlag: Waisenhaus (Wäysenhaus), 31. Auflage Canstein, Halle, 1736 Verlag Walter, Neustadt 1834,
b) weitere Beispiele aus anderen Quellen: Johann Micraelius: Drittes Buch Deß Alten Sächsischen Pommerlandes. Bd. 3, 1. Stettin, 1639, Julius Bernhard von Rohr: Einleitung zur Staats-Klugheit. Leipzig, 1718 Verlag Schrödter, Wittenberg, 1681 Quellen Suchbelege: Korpusbelege DWDS Jagt, Korpusbelege DWDS Jagd
Wörterlisten:
Für die Analyse wurde die Korpus basierte Wortgrundformenliste DeReWo des Instituts für deutsche Sprache (IDS) mit rd. 326.946 Wörtern ausgewertet (Stand 26.03.2023).
Die Wörter in den verschiedenen Wörterlisten sind in der Regel mit dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) verlinkt.
Redensarten/Zitate:
Mehrwortausdrücke jagen: DWDS (7), Wikiquote, Wiktionary (4), Wander (74) Wikiquote, nicht werbefrei: Duden (weitere Stichwörter im Duden sind im Kapitel verlinkt), redensarten-index (10); Gedichte über Jagd und Jäger: levrai.de
Weitere Quellen für Zitate und Aphorismen: zitate-online.de: jagen (9), Jagd (5), Jäger (15), aphorismen.de: jagen (221), Jagd (88), Jäger (245), gutezitate.com :jagen (74), Jagd (62), Jäger (55), ...
Alle Verlinkungen wurden im August 2026 abgerufen.
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